Letzte Meldung

Großbritannien will ab 1. September an den meisten EU-Sitzungen in Brüssel nicht mehr teilnehmen. Das Land werde die Europäische Union ohnehin zum 31. Oktober verlassen und wolle, wie von Premierminister Boris Johnson angekündigt, die Zeit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im nationalen Interesse sinnvoller einsetzen, erklärte die britische Regierung heute.

Die EU-Sitzungen seien unglaublich arbeitsintensiv, erläuterte Brexit-Minister Stephen Barclay. „Ab jetzt werden wir nur noch zu Treffen gehen, die wirklich wichtig sind, was unsere Anwesenheit auf weniger als die Hälfte verringert und Hunderte Stunden einspart.“ Das werde Ministerinnen und Ministern sowie Beamtinnen und Beamten mehr Zeit zur Vorbereitung des Brexit und zum Ergreifen der künftigen Chancen geben.

Offizielle Begründung ist, dass sich die EU-Gremien schon jetzt meist mit der Zeit nach dem Brexit-Termin befassen. Es sei aber nicht die Absicht, das Funktionieren der EU zu behindern, hieß es weiter.

Tusk will an „Backstop“ festhalten

EU-Ratschef Donald Tusk reagierte indes kühl auf den neuen Vorstoß Johnsons zur Änderung des Brexit-Abkommens. Die „Backstop“-Klausel für Irland, die Johnson streichen will, sei eine Versicherung, dass auf der irischen Insel keine harte Grenze entstehe, schrieb Tusk heute auf Twitter. „Jene, die den ‚Backstop‘ ablehnen und keine realistische Alternative vorschlagen, unterstützen die Errichtung einer Grenze. Auch wenn sie das nicht zugeben.“

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte indes in Brüssel, Johnsons Brief habe keine konkreten Vorschläge enthalten. EU-Ratspräsident Tusk und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker würden eine offizielle Antwort auf das Schreiben vorbereiten.

EU-Sprecherin: Nicht die Zeit für Schuldzuweisungen

Die EU-Behörde setze sich für einen geordneten Brexit ein, der „im besten Interesse“ für beide Parteien sei, und sei bereit, jeden vorgelegten Vorschlag den „Backstop“ betreffend zu analysieren, hieß es. Auf Stimmen in Großbritannien, denen zufolge ein Austritt mit oder ohne Abkommen nun in den Händen der EU liege, antwortete die Sprecherin, dass jetzt nicht die Zeit für Schuldzuweisungen sei.

Der von Johnsons Amtsvorgängerin Theresa May mit der EU ausgehandelte Brexit-Vertrag sieht vor, dass keine Grenzkontrollen an der Grenze Irlands zum britischen Nordirland eingeführt werden sollen. Die EU besteht auf der Notfallklausel, um Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland auszuschließen. Denn eine Teilung der Insel durch eine harte Grenze könnte alte Konflikte in der ehemaligen Bürgerkriegsregion wieder aufflammen lassen.

Johnson hatte in einem Brief an Tusk die Streichung der Klausel verlangt und vage andere „Verpflichtungen“ ins Spiel gebracht, ohne das auszuführen. Johnson will sein Land am 31. Oktober aus der EU herausführen, notfalls auch ohne vertragliche Vereinbarung mit der EU.

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Großbritannien will ab 1. September an den meisten EU-Sitzungen in Brüssel nicht mehr teilnehmen. Das Land werde die Europäische Union ohnehin zum 31. Oktober verlassen und wolle, wie von Premierminister Boris Johnson angekündigt, die Zeit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im nationalen Interesse sinnvoller einsetzen, erklärte die britische Regierung heute.

Die EU-Sitzungen seien unglaublich arbeitsintensiv, erläuterte Brexit-Minister Stephen Barclay. „Ab jetzt werden wir nur noch zu Treffen gehen, die wirklich wichtig sind, was unsere Anwesenheit auf weniger als die Hälfte verringert und Hunderte Stunden einspart.“ Das werde Ministerinnen und Ministern sowie Beamtinnen und Beamten mehr Zeit zur Vorbereitung des Brexit und zum Ergreifen der künftigen Chancen geben.

Offizielle Begründung ist, dass sich die EU-Gremien schon jetzt meist mit der Zeit nach dem Brexit-Termin befassen. Es sei aber nicht die Absicht, das Funktionieren der EU zu behindern, hieß es weiter.

Tusk will an „Backstop“ festhalten

EU-Ratschef Donald Tusk reagierte indes kühl auf den neuen Vorstoß Johnsons zur Änderung des Brexit-Abkommens. Die „Backstop“-Klausel für Irland, die Johnson streichen will, sei eine Versicherung, dass auf der irischen Insel keine harte Grenze entstehe, schrieb Tusk heute auf Twitter. „Jene, die den ‚Backstop‘ ablehnen und keine realistische Alternative vorschlagen, unterstützen die Errichtung einer Grenze. Auch wenn sie das nicht zugeben.“

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte indes in Brüssel, Johnsons Brief habe keine konkreten Vorschläge enthalten. EU-Ratspräsident Tusk und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker würden eine offizielle Antwort auf das Schreiben vorbereiten.

EU-Sprecherin: Nicht die Zeit für Schuldzuweisungen

Die EU-Behörde setze sich für einen geordneten Brexit ein, der „im besten Interesse“ für beide Parteien sei, und sei bereit, jeden vorgelegten Vorschlag den „Backstop“ betreffend zu analysieren, hieß es. Auf Stimmen in Großbritannien, denen zufolge ein Austritt mit oder ohne Abkommen nun in den Händen der EU liege, antwortete die Sprecherin, dass jetzt nicht die Zeit für Schuldzuweisungen sei.

Der von Johnsons Amtsvorgängerin Theresa May mit der EU ausgehandelte Brexit-Vertrag sieht vor, dass keine Grenzkontrollen an der Grenze Irlands zum britischen Nordirland eingeführt werden sollen. Die EU besteht auf der Notfallklausel, um Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland auszuschließen. Denn eine Teilung der Insel durch eine harte Grenze könnte alte Konflikte in der ehemaligen Bürgerkriegsregion wieder aufflammen lassen.

Johnson hatte in einem Brief an Tusk die Streichung der Klausel verlangt und vage andere „Verpflichtungen“ ins Spiel gebracht, ohne das auszuführen. Johnson will sein Land am 31. Oktober aus der EU herausführen, notfalls auch ohne vertragliche Vereinbarung mit der EU.

Inland

Die ÖVP hat heute die Spenden an die Bundespartei aus 2018 und dem ersten Halbjahr 2019 veröffentlicht. Insgesamt flossen in diesem Zeitraum 2,76 Millionen Euro an die Partei. Größte Einzelspenderin war Milliardärin Heidi Goess-Horten, die die ÖVP mit insgesamt 931.000 Euro bedachte und mit der Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im „Ibiza-Video“ prahlte.

Goess-Horten vor Bauinvestor Ortner

Goess-Horten spendete im vergangenen Jahr 588.000 Euro und lag damit vor der IGO Industries des Tiroler Bauinvestors Klaus Ortner, deren Spende sich 2018 auf 430.000 Euro belief. Auf dem dritten Platz findet sich in diesem Jahr der Unternehmer und ehemalige Präsident der Industriellenvereinigung Peter Mitterbauer mit 166.000 Euro. Die Kleinspenden, also Spenden unter 3.500 Euro, machten in diesem Jahr knapp 20.000 Euro aus.

Im laufenden Jahr war abermals Goess-Horten die größte Spenderin, sie ließ der ÖVP 343.000 Euro zukommen. Dahinter folgten abermals die IGO Industries mit 191.000 Euro und Mitterbauer mit 132.000 Euro. 2019 spendeten etwa auch die Unternehmer Rudolf Gürtler und Elisabeth Umdasch 65.000 bzw. 60.000 Euro. Die Kleinspenden machten im ersten Halbjahr rund 30.000 Euro aus.

Partei betont Gesetzeskonformität

Die Spenden seien „alle gesetzeskonform an die ÖVP Bundespartei geflossen“, teilte die Partei in einer Aussendung mit. Das habe auch der unabhängige Transparenzsenat kürzlich in einem Schreiben bestätigt. Auch dass die Vorgangsweise der Stückelung von Spenden gesetzeskonform sei, hieß es. Die ÖVP kündigte an, die Spendenlisten zusätzlich auf ihrer Homepage zu veröffentlichen.

„Im Gegensatz zur SPÖ nennen wir nicht nur die Summe der Spenden, sondern auch die Namen der Spender“, so ÖVP-Generalsekretär und Wahlkampfmanager Karl Nehammer, der alle anderen Parteien aufforderte, es der ÖVP gleich zu tun. Auch sie müssten die Spenden und Spender für 2018 und 2019 „vollständig transparent“ machen.

Grüne orten „neuerlichen Spendenskandal“

Die Grünen orteten unterdessen einen „neuerlichen Spendenskandal“. Die Volkspartei habe einen „beträchtlichen Teil“ der fast drei Millionen „mittels Stückelung an Rechnungshof und Öffentlichkeit vorbeigeschmuggelt“, kritisierte Grünen-Wahlkampfleiter Thimo Fiesel in einer Aussendung.

Weder 2018 noch 2019 hat die ÖVP auch nur eine einzige Spende über 50.000 Euro wie im Parteiengesetz vorgesehen an den Rechnungshof gemeldet, obwohl in beiden Jahren mehrere Spenderinnen und Spender über dieser Grenze lagen. Insbesondere die fast eine Million schwere Spende von Goess-Horten sorgte für Kritik.

„Dabei erwischt, Großspenden zu vertuschen“

„Sebastian Kurz hat den Anspruch auf das Kanzleramt verspielt, nachdem er neuerlich dabei erwischt wurde, wie er versucht, Großspenden zu vertuschen“, kritisierte Fiesel. Denn dass der Parteichef keine Kenntnis von derartigen Großspenden hatte, sei auszuschließen, so Fiesel.

Indes berichtete „Der Standard“ am Dienstag (Onlineausgabe), seit Montag zu einer über den digitalen Briefkasten anonym übermittelten ÖVP-Spendenliste aus den Jahren 2018 und 2019 recherchiert zu haben. Dabei habe man zahlreiche auf der Liste aufgezählte Spenderinnen und Spender kontaktiert, um die Zahlen zu verifizieren. Schließlich habe die Volkspartei dann „genau jene Daten“ veröffentlicht, die der Zeitung zugespielt wurden.

Die ÖVP geht offenbar mit einer langjährigen Forderung von Mietervereinigung, Gewerkschaft und SPÖ in den Nationalratswahlkampf. Die Volkspartei will nun auch, dass die Maklerprovision künftig nur noch von Vermieterseite bezahlt werden muss. Derzeit dürfen Maklerinnen und Makler den Mieterinnen und Mietern bis zu zwei Monatsmieten als Provision verrechnen.

Wenn ein Vermieter einen Immobilienmakler einschaltet, soll dieser nun die Kosten übernehmen. Dieses „Bestellerprinzip“ gibt es bereits in mehreren Ländern, etwa in Deutschland und den Niederlanden.

SPÖ begrüßt Forderung

SPÖ und Mietervereinigung begrüßten die ÖVP-Forderung. Der stellvertretende SPÖ-Klubvorsitzende Jörg Leichtfried verwies heute auf einen Antrag der SPÖ für eine Änderung des Maklergesetzes. Dieser sei seit Langem im Bautenausschuss des Nationalrats. Die SPÖ will den Antrag im September auf die Tagesordnung bringen und beschließen.

„Wir nehmen ÖVP-Chef Sebastian Kurz nach der Wahl beim Wort und werden ihn gerne an die versprochene Abschaffung der Maklergebühren für Mieter erinnern“, hieß es von der Mietervereinigung. „Die sich andeutende wohnpolitische Neuorientierung der Volkspartei ist – unabhängig von dieser konkreten Maßnahme – begrüßenswert“, so FPÖ-Bautensprecher Philipp Schrangl in einer Aussendung.

Immobranche dagegen

In der Immobilienbranche stößt der Vorschlag auf wenig Gegenliebe. „Die Abschaffung der Maklerprovisionen für Mieter bei der Vermittlung von Immobilen ist wenig geeignet, leistbares Wohnen nachhaltig zu fördern“, so Georg Edlauer, Obmann des WKÖ-Fachverbandes der Immobilen- und Vermögenstreuhänder, in einer Aussendung. In Deutschland seien die Mieten durch Einrechnung der Maklerprovision stärker gestiegen, so Edlauer. Ein positiver Effekt für einzelne Mieter habe zu einer Gesamtsteigerung der Mietpreise geführt.

Kurz wünscht sich mehrere Koalitionsoptionen

ÖVP-Chef Kurz hofft indes auf mehrere Koalitionsoptionen nach der Nationalratswahl im September. Nach der Parlamentswahl 2017 habe es für die ÖVP nur die Option „Türkis-Blau“ gegeben, dieses Mal – „wenn wir gewinnen sollten, wenn wir dazugewinnen sollten“ – sehe es hoffentlich anders aus. „Und dann werden wir versuchen, die beste Option für Österreich auszuwählen“, so Kurz, der sich heute in Vorarlberg auf Wahlkampftour befindet.

Er schloss aber auch eine Koalition mit den Freiheitlichen nicht aus. Im Wahlkampf werbe die ÖVP mit ihren Inhalten, „wir haben eine Vision für Österreich“, sagte Kurz. Das Land könne „noch erfolgreicher und besser werden“, unterstrich der ÖVP-Chef. Man wolle sich gleich nach der Wahl – „sollten wir gewählt werden“ – an die Umsetzung machen.

Aus seiner Sicht sei ganz entscheidend, „dass wir als Standort Österreich erfolgreich sind“. Diesbezüglich nannte Kurz die Wirtschaft und Arbeitsplätze, aber auch die Möglichkeit der Finanzierung von Sozialstaat, Gesundheits- und Pensionssystem. Daher gelte es, „unseren Weg fortzusetzen, was die Deregulierung betrifft, was aber auch die Steuerentlastung betrifft“.

Die SPÖ hat heute anlässlich der Eröffnung der Wahlzentrale ihre Pläne für den Klimaschutz vorgestellt. Zur Bewältigung der durch den Klimawandel verursachten Herausforderungen brauche es einen „nationalen Schulterschluss“, sagte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner bei einer Pressekonferenz und verlangte einen „nationalen Klimakonvent“ auf parlamentarischer Basis.

Daher werde sie in den kommenden Tagen Briefe an die Klubobleute der im Parlament vertretenen Parteien und an das Nationalratspräsidium verschicken. Es sollen aber auch NGOs, Umweltschutzorganisationen, die Länder und Vertreterinnen und Vertreter der Klimaschutzbewegung „Fridays For Future“ eingebunden werden. Darüber hinaus forderte die SPÖ-Chefin einen Klimaschutzfonds und ein Sonderinvestitionsprogramm. Letzteres soll 200 Mio. Euro jährlich umfassen und „Green Jobs“ schaffen, was eine „positive Begleiterscheinung“ für den Arbeitsmarkt bedeuten würde.

„Klimabonus“ statt CO2-Steuer

Einer CO2-Steuer auf den Individualverkehr erteilte Rendi-Wagner eine Absage. Vielmehr müssten Rahmenbedingungen und Alternativen für die Menschen etabliert werden, die ein umweltverträgliches Leben ermöglichen. „Wir müssen Anreize schaffen, damit die Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen“, betonte Rendi-Wagner. Das könnte etwa durch das von der SPÖ aufs Tapet gebrachte „Klimaticket“ oder durch den propagierten „Klimabonus“ erreicht werden, einem Zuschlag, mit dem Pendlerpauschalen bei Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel vergrößert werden sollen. Auf diese Weise könne der CO2-Ausstoß in Österreich um rund 300.000 Tonnen reduziert werden.

Die Partei JETZT hat heute im burgenländischen Rust die ersten Punkte ihres Wahlprogramms präsentiert. Als zentrales Thema nannte Listengründer Peter Pilz dabei die Verteidigung des Rechtsstaats. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingen werde, auch im nächsten Nationalrat vertreten zu sein – als Opposition und „als Gegenpol gegen Sebastian Kurz, die FPÖ und die ÖVP im Parlament“.

Die Programmpräsentation erfolgte im Beisein von Kandidatinnen und Kandidaten auf Bundes- und Landesebene. JETZT sei „die einzige Opposition“, sagte die Zweite auf der Bundesliste und Spitzenkandidatin in Wien, Maria Stern. Man schreibe nur das ins Programm, was man vorhabe, in der nächsten Legislaturperiode auch durchzusetzen, sagte Pilz mit einem Seitenhieb auf die Wahlprogramme der Mitbewerberinnen und Mitbewerber.

„Vier Beiwagerl für Sebastian Kurz“

Das Wahlprogramm entstehe in einer besonderen politischen Situation: Es sei aus heutiger Sicht „klar, wer nach dem 29. September Bundeskanzler wird“ – das sei der Spitzenkandidat der ÖVP, meinte Pilz. Es gebe weiters „vier Beiwagerl für Sebastian Kurz“ – ein rotes, ein blaues, ein rosa und ein grünes.

Die wichtigste Frage im Hinblick auf die Nationalratswahl sei: „Wer ist der Gegenpol zur türkisen ÖVP, wer ist die Kontrolle, wer ist vollkommen unbestechlich und auf wen können sich die Menschen in der nächsten Legislaturperiode zu 100 Prozent verlassen?“

Pilz „garantiert“ „Ibiza“-U-Ausschuss

Die „Ibiza-Parteien“ FPÖ und ÖVP seien „die Parteien des organisierten Machtmissbrauchs und der organisierten politischen Korruption“, sagte Pilz. „Die Bekämpfung der organisierten politischen Korruption war noch nie wo wichtig wie in der kommenden Legislaturperiode.“

Wenn JETZT wieder im Nationalrat sei, „dann sind wir der Stachel in der Regierung, dann können sich die Menschen darauf verlassen, dass aufgeklärt wird. Und das beginnt am Tag der Angelobung des neuen Nationalrates“, kündigte Pilz an: „Wir garantieren Ihnen eines: An diesem Tag der Angelobung wird der Ibiza-Untersuchungsausschuss eingesetzt.“ Zur Stärkung des Rechtsstaats gehört für JETZT zudem eine Stärkung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA).

In der Causa Casinos, in der es wegen der Bestellung des FPÖ-nahen Peter Sidlo zum Casinos-Finanzvorstand Hausdurchsuchungen etwa bei Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gegeben hat, kommen neue Details zutage.

So zitieren mehrere Zeitungen (Dienstag-Ausgaben) aus der Bewertung des Personalberaters Egon Zehnder zur Qualifikation Sidlos, die aus dessen Sicht nicht gegebenen war.

Der über weite Strecken negative Bericht wurde dem gesamten Aufsichtsratsgremium des teilstaatlichen Glücksspielkonzerns nicht vorgelegt. „Aus Datenschutzgründen“, wurde dazu dem „Standard“ erklärt. Das Gremium habe Rechtsgutachten erstellen lassen. In einem sei die Ansicht vertreten worden, man müsse den Bericht offenlegen, im anderen sei man gegenteiliger Meinung gewesen. Sidlo wurde mit den Stimmen der Republik- und Novomatic-Vertreter im Aufsichtsrat gewählt. Die Vertreter des größten Casinos-Miteigners, der tschechischen Sazka-Gruppe, enthielten sich ihrer Stimme.

Negative Einschätzung

Sidlo habe sich zwar durchaus „als ambitionierter, selbstbewusster und rhetorisch sehr versierter Kapitalmarkt- und Investmentexperte, der jedenfalls über weiteres Potenzial verfügt“, präsentiert, habe Personalberater Zehnder laut „Presse“ festgestellt. Allerdings hapere es an Erfahrung „in einer breiteren Führungs- und Finanzverantwortung von relevanter Größe und Komplexität“. Sidlo würde „in den meisten Auswahlverfahren für den direkten Einstieg in eine entsprechende CFO-Position wahrscheinlich keine Berücksichtigung finden“.

Im ORF-„Sommergespräch“ sagte der designierte FPÖ-Chef Norbert Hofer, dass die anonyme Anzeige, die die Ermittlungen samt Hausdurchsuchungen ins Rollen gebracht hatte, von einem SPÖ-nahen Ex-Manager, „der offenbar enttäuscht war, dass er den Job, den er gerne weiter hätte ausführen wollen“, nicht bekommen habe. Er meinte damit den ehemaligen Casinos-Vorstand Dietmar Hoscher. Dieser ließ die ZIB2 wissen, er habe die Casinos bereits aufgefordert, rechtliche Schritte gegen diese „wissentliche Verleumdung“ vorzunehmen.

Fuchs will Aufhebung von Immunität beschleunigen

Der ehemalige Staatssekretär und nunmehrige FPÖ-Abgeordnete Hubert Fuchs wies indes alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe, in die Causa Casinos verwickelt zu sein, als „absurd“ zurück. Diese würden jeglicher Grundlage entbehren, so Fuchs in einer Aussendung. Um eine „rasche Aufklärung“ zu ermöglichen, will er die Aufhebung seiner Immunität als Nationalratsabgeordneter beschleunigen.

Da die Vorwürfe nicht im Zusammenhang mit seinem Mandat als Abgeordneter stehen, brauchte es ohnedies keine Zustimmung des Nationalrats zur Aufhebung.

Der Parlamentsdirektion zufolge habe aber die Behörde eine Entscheidung des Nationalrats über das Vorliegen eines solchen Zusammenhanges einzuholen, wenn das der betreffende Abgeordnete oder ein Drittel der Mitglieder des mit diesen Angelegenheiten betrauten ständigen Ausschusses verlangten. Darauf verzichte man, um eine „rasche Aufklärung“ zu ermöglichen, ließ Fuchs wissen.

Pilz will Anfrage an Jabloner stellen

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner wies indes die in der anonymen Anzeige Ex-FPÖ-Klubchef Johann Gudenus zugeschriebene Passage, wonach man mit „schwarzer schwesterlicher Hilfe die bisherigen roten Zuwendungen gut umleiten“ könne, ins Reich der Phantasie: „Daran ist nichts dran.“ Die SPÖ könne dazu nichts sagen, „weil es auch nichts gibt“. Man sei von der Staatsanwaltschaft in keinerlei Weise informiert worden. Sie kenne den Sachverhalt nur aus den Medien.

In Sachen „Ibiza“-Ermittlungen will Peter Pilz (JETZT) wiederum eine Anfrage an Justizminister Clemens Jabloner stellen. Pilz will wissen, ob bei einer Dienstbesprechung der beteiligten Behörden erörtert worden sei, „ob die SoKo Ibiza in Zukunft ohne ÖVP-Beamte ermittelt“ und „ob es parteifreie Ermittlungen gibt oder ob der ÖVP nahestehende Personen weiter gegen oder für die ÖVP ermitteln.“

Die entscheidende Frage sei: „Hat es eine Weisung des Justizministeriums gegeben zu der Frage ÖVP-Beamte in den Ibiza-Ermittlungen?“, so Pilz in Rust vor Journalisten. „Darauf wollen wir eine Antwort – und zwar nicht von irgendwem, sondern vom Justizminister.“

Ausland

Die spanische Regierung wird ein Marineschiff zum vor der italienischen Insel Lampedusa liegenden Rettungsschiff „Open Arms“ schicken. Die „Audaz“ solle die „Open Arms“ von dort bis zum Hafen von Palma de Mallorca begleiten, hieß es heute in einer Mitteilung. Das Schiff werde seit dem Morgen nahe der andalusischen Stadt Cadiz für die Überfahrt vorbereitet. Die Regierung in Madrid halte das für die „angemessenste Lösung“, hieß es.

Sie hatte der „Open Arms“ nach einer wochenlangen Weigerung Italiens, die Geflüchteten an Land zu lassen, gestern den nächstgelegenen spanischen Hafen angeboten. Das sind Menorca oder Mallorca. Jedoch sah sich die NGO nicht in der Lage, in der prekären Lage an Bord allein noch tagelang quer über das Mittelmeer zu fahren.

Menschen sprangen ins Meer

Heute sprangen laut Berichten erneut mehrere Menschen von dem Rettungsschiff ins Meer. Ein Mann, der von der Küstenwache gerettet wurde, weigerte sich, an Bord des Schiffes zurückzukehren. Wegen seines vehementen Protests wurde er nach Lampedusa gebracht, berichteten italienische Medien.

Bereits am Sonntag waren vier Menschen von der „Open Arms“ ins Meer gesprungen, um zu versuchen, nach Lampedusa zu schwimmen. Sie waren von Mitgliedern der Crew wieder an Bord gebracht worden.

„Mit diesem Vorfall beginnt der 19. Tag dieser Entführung“, kommentierte Oscar Camps, Gründer der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms, Betreiberin des Schiffes mit noch 99 Menschen an Bord. Eine Onlinepetition für die Landung des Schiffs mit dem Slogan „Lasst sie landen“ sammelte innerhalb weniger Stunden auf der Internetplattform Change.org 3.000 Unterschriften.

Salvini will Schiff nicht anlegen lassen

Der italienische Innenminister Matteo Salvini verweigert den Menschen weiterhin die Landung. „Italien ist nicht mehr Europas Flüchtlingslager. Die Italiener schätzen meinen Umgang mit der nationalen Sicherheit“, sagte der Innenminister und Chef der rechten Regierungspartei Lega im Interview mit dem Radiosender Radio 24.

Die spanische Regierung, welche dem Schiff eine Landung in einem spanischen Hafen angeboten hatte, kritisierte Salvinis Vorgehen dagegen als „eine Schande für die gesamte Menschheit“. Der Vorsitzende der rechten Lega-Partei verfolge „ausschließlich“ wahltaktische Ziele.

Der chinesische Botschafter in Wien, Li Xiaosi, hat mit einem Eingreifen Pekings bei weiteren gewaltsamen Protesten in Hongkong gewarnt. Im Ö1-Mittagsjournal sagte der Botschafter, „kein Staat und keine Regierung werden gewaltsame Tätigkeiten erlauben“. Er warf dem Westen vor, von Demonstrantinnen und Demonstranten ausgeübte Gewalt sowie „Hass und Hetze“ in Sozialen Netzwerken „leider verharmlost“ zu haben.

Wenn sich die Lage weiter verschlechtere „und Hongkong ins Chaos stürzt, wird die Zentralregierung nicht tatenlos zusehen“, so der Diplomat. Die Armee und die Polizei seien jederzeit bereit, die Souveränität und territoriale Integrität sowie Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen. Die Regierung in Hongkong sei zwar zuständig für Ordnung und Stabilität, „kann aber bei Bedarf die Zentralregierung um Hilfe bitten“, betonte er.

„Werden nicht zulassen, dass Situation weiter geht“

Die Frage, wann das geschehen würde, beantwortete Li Xiaosi so: „Wenn die Lage sich verschlechtert und außer Kontrolle gerät. Wir werden keine Gewalttätigkeiten erlauben. Wir werden nicht zulassen, dass diese Situation weitergeht“.

Li Xiaosi verwies darauf, dass das Prinzip ein Land und zwei Systeme" das beste Modell für Hongkong" sei. Die Bürger in Hongkong würden „demokratische Rechte genießen, die in der britischen Kolonialzeit nie da waren. Die Gesellschaft bleibt stabil, die Wirtschaft floriert“.

Angebliche Festnahme in britischem Konsulat in Hongkong

In der früheren britischen Kolonie Hongkong gibt es seit Wochen Massendemonstrationen für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. China forderte Großbritannien bereits mehrfach auf, jegliche „Einmischung“ in den Konflikt zu unterlassen. Für Spannungen sorgen nun auch Berichte, ein Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong sei festgenommen worden.

„Wir sind äußerst besorgt über Berichte, wonach ein Mitglied unseres Teams bei seiner Rückkehr von Shenzhen nach Hongkong festgenommen wurde“, teilte das britische Außenministerium mit. London rief die chinesischen Behörden auf, zur Aufklärung des Falls beizutragen.

Nach Angaben des Hongkonger Nachrichtenportals HK01 war der Konsulatsmitarbeiter Anfang August von einer Reise nach Shenzhen nicht zurückgekehrt. Die chinatreue Regierungschefin Carrie Lam signalisierte unterdessen Gesprächsbereitschaft. Lam kündigte heute eine „Plattform zum Dialog an“. Sie und ihre Regierung seien „entschlossen zuzuhören, was die Leute uns zu sagen haben“.

Twitter und Facebook werfen China Kampagne rund um Hongkong vor

Twitter und Facebook warfen China vor, über die Onlineplattformen gezielt Stimmung gegen die Demokratiebewegung in Hongkong zu machen. Twitter erklärte, eine „staatlich unterstützte“ Informationskampagne gegen die Protestbewegung aufgedeckt zu haben, weshalb 936 Konten gesperrt worden seien. Über die Nutzerkonten wurden nach Angaben von Twitter Botschaften verbreitet, mit denen die Demokratiebewegung in Misskredit gebracht werden sollte.

„Auf Grundlage unserer intensiven Nachforschungen haben wir verlässliche Beweise für eine koordinierte staatlich unterstützte Operation“, sagte ein Twitter-Sprecher. Auf den gesperrten Konten seien unter anderem Artikel von Hongkonger Zeitungen geteilt worden, welche die Demonstranten als „Aufständische“ bezeichnet hatten.

Auch Facebook sperrte Konten

Twitter ist in Festlandchina blockiert. Laut dem Kurzbotschaftendienst wurden aber virtuelle private Netzwerke genutzt, um den tatsächlichen Standort des Nutzers zu verschleiern.

Facebook erklärte, nach einem Hinweis von Twitter sieben Seiten, drei Gruppen sowie fünf Nutzerkonten mit etwa 15.500 Abonnentinnen und Abonnenten gesperrt zu haben. Mit „Täuschungstaktiken“ wie falschen Nutzerkonten seien Botschaften zu Hongkong verbreitet worden, erklärte Facebook-Onlinesicherheitshef Nathaniel Gleicher. Nachforschungen hätten ergeben, dass es Verbindungen zwischen den Urhebern und der chinesischen Regierung gebe.

Der deutsche Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz tritt bei der Wahl zum SPD-Parteivorsitz zusammen mit der Potsdamer Landtagsabgeordneten Klara Geywitz an. Das erfuhr die dpa heute, zuvor hatte das Magazin „Focus“ (Onlineausgabe) davon berichtet.

Die 43-jährige Geywitz ist wie Scholz Mitglied im Parteivorstand der Sozialdemokraten. 2018 saßen beide in der Hauptverhandlungsrunde, die den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD auf Bundesebene aushandelte.

Seit 2004 ist Geywitz Abgeordnete im Potsdamer Landtag, hier ist sie derzeit auch Kandidatin für die Landtagswahl am 1. September. Im Wahlkampf ist die Innenpolitikerin seit Wochen mit einem roten Lastenfahrrad in der Brandenburger Landeshauptstadt unterwegs.

Scholz gab Kandidatur letzte Woche bekannt

Scholz hatte seine Kandidatur in der vergangenen Woche angeboten – nachdem er zuvor stets betont hatte, die Aufgaben des Finanzministers seien mit der aufwendigen Arbeit des SPD-Chefs nicht vereinbar. Seinen Sinneswandel begründete der 61-Jährige mit seinem Verantwortungsgefühl für die Partei.

„Ich habe für mich jetzt den Eindruck gehabt, es wäre nicht verantwortlich, bei der Bedeutung, die die SPD für die Zukunft unseres Landes hat, wenn ich jetzt nicht sagen würde, ich will das machen“, sagte er. Es tue der SPD nicht gut, wenn das Bild entstehe, es traue sich niemand. Zuvor hatten viele in und außerhalb der SPD immer drängender die Frage gestellt, ob sich auch Schwergewichte aus den Reihen der Minister oder Ministerpräsidenten für den Parteivorsitz bewerben werden.

Nahles zurückgetreten

Scholz sprach sich auch für eine Doppelspitze aus – sagte zunächst aber noch nicht, mit wem er antreten will. Er wolle die Sache mit seiner Partnerin sorgfältig durchsprechen, bevor er an die Öffentlichkeit gehe, betonte er.

Die Bewerbungsfrist für die Nachfolge der zurückgetretenen SPD-Chefin Andrea Nahles läuft noch bis 1. September. An diesem Tag drohen den Sozialdemokraten zugleich herbe Verluste bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen. Die neue Parteispitze soll dann in einer Mitgliederbefragung faktisch bestimmt und auf einem Parteitag Anfang Dezember gewählt werden.

Im Juli haben 5.608 Menschen illegal von der Türkei nach Griechenland übergesetzt. Das teilte heute die griechische Küstenwache mit. Bereits vergangene Woche verkündete der griechische Ableger des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), dass der Juli der Monat mit den meisten Ankünften seit Inkrafttreten des Flüchtlingspakts zwischen der EU und der Türkei im März 2016 war.

Laut UNHCR befinden sich derzeit mehr als 22.000 Flüchtlinge sowie Migrantinnen und Migranten auf den griechischen Inseln der Ostägäis. Neuankünfte werden demnach nicht nur auf den Flüchtlingsinseln Lesbos, Chios, Kos, Leros und Samos verzeichnet, sondern auch auf kleineren Inseln wie Pharmakonissi und Kastelorizo. Auch auf Zypern sind in den vergangenen Monaten verstärkt Flüchtlinge aus der Türkei angekommen.

Die neue konservative griechische Regierung, die seit Juli im Amt ist, will Asylverfahren beschleunigen. Wer kein Asyl bekommt, soll sofort in die Türkei zurückgeschickt werden – das sieht auch der Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei vor. Erreicht werden soll das, indem mehr Personal für die Bearbeitung der Asylanträge bereitgestellt wird. Während der Amtszeit des am 7. Juli abgewählten linken Regierungschefs Alexis Tsipras dauerte die Bearbeitung der Asylanträge in vielen Fällen mehr als zwei Jahre.

Inmitten der Moskauer Proteste gegen Behördenwillkür hat die russische Justiz den prominenten Oppositionspolitiker Ilja Jaschin erneut für zehn Tage in Haft genommen. Der 36-Jährige bekam heute von einem Moskauer Gericht die zweite zehntägige Arreststrafe hintereinander.

Er sei schuldig gesprochen worden wegen der Organisation unerlaubter Aktionen, sagte Gerichtssprecherin Xenia Alexejewa der Agentur Interfax. Jaschin ist seit 29. Juli in Haft. Als er am Sonntag seine Zelle verließ, nahmen ihn Uniformierte vor der Haftanstalt gleich wieder fest.

Kommunal- und Regionalwahlen in Russland

Der Oppositionspolitiker, der keine Zulassung als Kandidat für die Stadtratswahl am 8. September erhalten hatte, hält seine Inhaftierung für politisch gesteuert. Er ist Kommunalpolitiker in einem Stadtteil in Moskau. Zudem war er ein enger Vertrauter des 2015 ermordeten früheren Vizeregierungschefs Boris Nemzow. Jaschin hatte wie die meisten Oppositionellen keine Registrierung für die Abstimmung erhalten – wegen angeblicher Formfehler.

Der Justiz in Moskau wird vorgeworfen, einflussreiche Oppositionelle in Haft zu halten, damit sie vor den Kommunal- und Regionalwahlen in Russland nicht noch mehr Menschen mobilisieren.

Auch Oppositionsführer Alexej Nawalny sitzt eine Arreststrafe ab. Bei Mahnwachen hatten Moskauer am Samstag die Freilassung politischer Gefangener gefordert. Gegen die Nichtzulassung Oppositioneller zur Wahl hatte es zuletzt Massenproteste gegeben – mit Tausenden Festnahmen und Dutzenden Verletzten.

Sport

Österreichs Ski-Asse finden bei den Trainingskursen in Ushuaia in Argentinien derzeit gute Bedingungen vor. Mit ausreichend Schnee und Temperaturen von bis zu minus zehn Grad ist es tief winterlich. Der Fokus für die Speed-Fahrer lag bisher auf Technik-Training mit Riesentorlauf-Skiern. Nun wechseln sie auf die langen Latten, so lange Abfahrten wie in Chile finden sie allerdings nicht vor.

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Wirtschaft

Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer verkauft seine Tierarzneimittelsparte für 7,6 Milliarden US-Dollar (6,85 Mrd Euro) an den US-Konzern Elanco. Das teilte Bayer heute im deutschen Leverkusen mit. Von der Summe sollen 5,3 Milliarden Dollar in bar beglichen werden. Die übrigen 2,3 Milliarden werden in Aktien von Elanco gezahlt.

„Animal Health“ ist die kleinste Sparte im Bayer-Konzern, die Tochterfirma mit Sitz in Monheim bei Düsseldorf und Produktionsanlagen in Kiel und Shawnee (USA) hat rund 3.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – das sind nur gut drei Prozent der Bayer-Belegschaft insgesamt.

Mit den Einnahmen können die Leverkusener den Schuldenberg drücken, der durch die Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto entstanden war. Unlängst hatte Bayer bereits mit Anteilen an einem Chemieparkbetreiber Kasse gemacht. Der Firmenteil, der nun verkauft wurde, kam 2018 auf einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Die Geschäfte waren profitabel. Zum Vergleich: Der Konzernumsatz lag bei knapp 40 Milliarden Euro.

Elanco schluckte schon Novartis-Tiergesundheitssparte

Die Bayer-Sparte verkaufte Floh-, Zecken- und Entwurmungsmittel sowie Halsbänder zur Abwehr des Ungeziefers. In ihrem Geschäftsbericht 2018 attestierten die Leverkusener der Sparte positive Perspektiven: Die Weltbevölkerung steige, und es gebe höhere Durchschnittseinkommen. „Dies führt zu einem vermehrten Haustierbesitz und im Nutztierbereich zu einem steigenden Fleisch- und Milchkonsum“ – dementsprechend steige auch die Nachfrage nach Arzneimitteln für Tiere.

Elanco, das einst dem US-Pharmariesen Eli Lilly gehörte und von diesem an die Börse gebracht wurde, ist mit weltweit bisher 5.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 3,1 Milliarden Dollar (2,8 Mrd. Euro) eine feste Branchengröße. Die Firma sorgte bereits 2015 für Aufsehen, als sie die Tiergesundheitssparte des Schweizer Konzerns Novartis schluckte.

Nach der jüngsten Abwertung des Peso und heftigen Verlusten an der Börse will der neue argentinische Finanzminister Hernan Lacunza die Landeswährung stabilisieren. „Wir wollen den Wechselkurs stabilisieren, denn in diesem unsicheren Umfeld ist die Stabilität das wichtigste öffentliche Gut“, sagte er heute nach seiner Vereidigung.

„Einen weiteren Anstieg des Dollar zuzulassen, würde nur mehr zur Unsicherheit beitragen“, so der neue Minister. Zudem kündigte er an, die mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbarten Sparmaßnahmen und Reformen weiter umzusetzen. In den kommenden Tagen wurde der Besuch eines IWF-Teams in Argentinien erwartet.

Peso verlor nach Macris Wahlschlappe

In der vergangenen Woche waren die Aktienmärkte eingebrochen und der Peso hatte stark an Wert verloren. Zuvor hatte der amtierende Präsident Mauricio Macri bei den landesweiten Vorwahlen eine herbe Schlappe gegen den linken Oppositionskandidaten Alberto Fernandez hinnehmen müssen.

Viele Anlegerinnen und Anleger fürchteten offenbar einen Wahlsieg von Fernandez und dessen Vizekandidatin, Ex-Präsidentin Cristina Kirchner, bei der Präsidentschaftswahl im Oktober. Die ehemalige Staatschefin steht für eine protektionistische Wirtschaftspolitik und eine konfliktreiche Beziehung zum IWF.

Der Handelsstreit dürfte den G-7-Gipfel in Frankreich überschatten und Reuters-Informationen zufolge eine gemeinsame Abschlusserklärung unwahrscheinlich machen. Die Differenzen zwischen den sieben wichtigsten Industriestaaten verhinderten die Formulierung gemeinsamer Ziele, sagte heute ein japanischer Regierungsvertreter.

Es wäre das erste Mal seit Beginn der G-7-Beratungen im Jahr 1975, dass es keine gemeinsame Abschlusserklärung gäbe. Allerdings kam es schon im vergangenen Jahr zu einem Eklat, als US-Präsident Donald Trump zwar zunächst seine Zustimmung zu einem ausgearbeiteten Papier gab, dann aber vorzeitig abreiste und via Twitter gegen die Erklärung und den damaligen Gastgeber Kanada wetterte. Die Probleme zeigen, wie stark der von Trump entfachte Handelsstreit mit China und der EU die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ländern noch verstärkt.

Japan: Schwierig, eine Botschaft zu senden

Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft würden am Wochenende in Biarritz wieder diskutiert, sagte der japanische Regierungsvertreter zu Reuters. Es werde schwierig, eine Botschaft zu senden, wenn es nicht zu einer gemeinsamen Abschlusserklärung reiche. Der japanische Sender NHK hatte zuerst berichtet, dass es nach derzeitigem Stand keine Abschlusserklärung geben werde.

Zur G-7-Gruppe gehören die USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien. Vor allem die USA dringen unter Trump auf bilaterale Handelsvereinbarungen statt auf globale Lösungen. Ein weiterer, kaum überbrückbarer Streitpunkt ist die Klimapolitik, seitdem Trump das Pariser Klimaabkommen aufgekündigt hat.

Mit dem diesjährigen Gastgeber liegt er wegen der in Frankreich geplanten Digitalsteuer im Clinch, weit Trump befürchtet, dass diese besonders US-Internetfirmen belasten wird.

Mehrere Festnahmen vor G-7-Gipfel in Frankreich

Bereits gestern stellte die Polizei fünf Verdächtige und nahm sie in Gewahrsam. Sie hätten über Soziale Netzwerke Angriffe auf Sicherheitskräfte am Rande des Treffens angekündigt, berichteten der französische Radionachrichtensender Franceinfo und andere Medien heute.

Laut Medienberichten schützen mindestens 10.000 Sicherheitskräfte das dreitägige Toptreffen. Es sind in der Region Demonstrationen gegen den Gipfel angekündigt. Beobachterinnen und Beobachter befürchten, dass es am Rande zu Ausschreitungen kommen könnte.

Der Hauptverdächtige sei im westfranzösischen Tours festgenommen worden, berichtete Franceinfo. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP ging es um einen geplanten Angriff auf ein Hotel, wo Sicherheitskräfte für den Gipfel untergebracht werden sollten.

Chronik

Die Polizei in Rio de Janeiro hat in der brasilianischen Millionenstadt die Entführung eines Busses beendet. Der Geiselnehmer sei von einem Elitescharfschützen erschossen worden, als er das auf einer Brücke stehende Fahrzeug kurz verließ und wieder einsteigen wollte, berichtete das Portal G1 heute unter Berufung auf die Militärpolizei.

Alle 37 Menschen an Bord des Busses seien unverletzt geblieben. Der Mann habe eine Spielzeugwaffe gehabt, hieß es. Sein Motiv war zunächst nicht bekannt.

Der Bewaffnete hatte den Bus in der Früh auf einer stark befahrenen Brücke, die Rio mit der Stadt Niteroi verbindet, in seine Gewalt gebracht. Beamte verhandelten den Berichten zufolge mehr als drei Stunden mit ihm. In der Zeit habe er fünf bis sechs Geiseln freigelassen, hieß es. Über die Zahl der Passagiere hatte es widersprüchliche Angaben gegeben. Die Brücke war stundenlang in beide Richtungen gesperrt.

Der verheerende Waldbrand in den Bergen von Gran Canaria hat sich nach Behördenangaben leicht abgeschwächt. „An diesem Morgen gibt es gute Nachrichten“, teilte der Präsident der Kanarischen Inseln, Angel Victor Torres, heute auf Twitter mit. „Das Feuer verliert an Potenzial“, so der Politiker.

Ein Feuerwehrmann beobachtet einen Brand auf Gran Canaria
APA/AFP/Desiree Martin

Löschflugzeuge und Hubschrauber stiegen wieder in die Luft, um gegen die Flammen in den Bergen der spanischen Urlaubsinsel zu kämpfen. Insgesamt waren 600 Helferinnen und Helfer im Einsatz.

Allein gestern seien eine Million Liter Wasser eingesetzt worden, um den Brand in den Griff zu bekommen, schrieb die Inselregierung in einer Mitteilung. Mittlerweile seien 10.000 Hektar Fläche betroffen, 2.000 davon lägen im berühmten Naturpark Tamadaba mit seinen einzigartigen Kiefernwäldern. 9.000 Menschen wurden seit dem Ausbruch des Feuers am Samstag in Sicherheit gebracht.

„Keine wesentlichen Schäden oder Zwischenfälle“

Mit Blick auf die Touristinnen und Touristen, die auf der vor der Westküste Afrikas liegenden Insel Urlaub machen, hieß es von den Behörden: „Wir möchten anmerken, dass im Moment keine wesentlichen Schäden oder Zwischenfälle im Hinblick auf den Tourismus auf der Insel Gran Canaria aufgetreten sind.“ Laut Außenministerium gab es vorerst keine Hinweise, dass Menschen aus Österreich von dem Brand betroffen seien.

Das Feuer war am Wochenende im Inselinneren nahe dem Ort Valleseco südwestlich der Hauptstadt Las Palmas ausgebrochen und hatte sich bei hohen Temperaturen und starkem Wind schnell ausgebreitet.

Gesundheit

In Serbien ist der erste Todesfall durch das West-Nil-Fieber in diesem Jahr aufgetreten: Eine 84-Jährige aus Belgrad starb an den Folgen der Virusinfektion. Unter Berufung auf Behördenangaben meldete die Presseagentur Tanjug heute, dass seit Jahresbeginn in Serbien nur drei Erkrankungen registriert worden seien.

Das West-Nil-Fieber wurde in Serbien zum ersten Mal im Jahr 2012 festgestellt. Die größte Zahl von Erkrankungen – 415 – gab es im Vorjahr, als 36 Menschen daran starben. Insgesamt wurden von 2012 bis Ende des vergangenen Jahres 989 Erkrankungen und 97 Tote gemeldet.

Risiko in Österreich sehr gering

Das Risiko, sich in Österreich anzustecken, schätzt die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) als noch sehr gering ein. Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken, Infektionen treten daher in den Sommermonaten auf. In Österreich wurden laut AGES zwischen 2009 und Herbst 2018 insgesamt 44 im Inland erworbene Fälle bestätigt.

Die wahrscheinlichen Ansteckungsorte sind in Wien und in Niederösterreich zu finden. Es gab bisher keinen Todesfall bei Menschen. In Summe wurden seit 2009 in Österreich 54 West-Nil-Virusinfektionen nachgewiesen, zehn davon waren importiert.

Etwa 80 Prozent der Infektionen verlaufen ohne Beschwerden. Rund 20 Prozent der Patienten zeigen eine grippeähnliche Erkrankung mit plötzlichem, hohem Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, Magen-Darm-Problemen, eventuell Schnupfen, Lymphknotenschwellungen und Hautflecken. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis acht Tage. Innerhalb von sieben bis zehn Tagen klingen die Symptome meist ab.

Religion

IT

Der Markt für Computer, Monitore oder Zubehör für Videospiele wächst. Wie das Marktforschungsinstitut GfK anlässlich der Spielemesse Gamescom mitteilte, stieg der Umsatz mit Gaming-Hardware im ersten Halbjahr weltweit um 15 Prozent zum Vorjahreszeitraum – Nordamerika nicht eingerechnet. Den Angaben zufolge betrug der Umsatz in den ersten sechs Monaten über 6,1 Milliarden Dollar (5,5 Mrd. Euro).

Das am stärksten wachsende Segment waren laut GfK Gaming-Monitore. Mit ihnen wurden 1,2 Milliarden Dollar (rund eine Mrd. Euro) Umsatz erzielt, 42 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2018. Besonders gefragt sind aktuell gebogene Bildschirme, Curved-Monitore. Denn: „Gamer lieben umfassende Spielerlebnisse, in denen sie komplett in die Gaming-Welten eintauchen“, erklärte die GfK.

Gamer zahlen mehr

Für solche Erlebnisse sind Computerspieler und -spielerinnen auch bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. Für Gaming-Monitore zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher im ersten Halbjahr rund 60 Prozent mehr als für andere Bildschirme. Für Gaming-Notebooks oder – Desktops waren es zwischen 80 und 140 Prozent Aufpreis verglichen mit gewöhnlichen Geräten.

Die Gamescom öffnet heute ihre Tore. Zunächst werden Fachbesucherinnen und -besucher sowie Medien in Köln erwartet, von morgen und bis Samstag dürfen dann auch Hunderttausende private Videospielfans auf der Messe sämtliche Neuheiten der Branche ausprobieren. Die Gamescom erwartet dieses Jahr 1.150 Aussteller aus über 50 Ländern.

Themen der Messe sind auch die zunehmende Digitalisierung und Internationalisierung der Branche. Im vergangenen Jahr hatte die Gamescom ihr zehntes Jubiläum gefeiert.

Science

Kultur

Gleich fünf Österreicherinnen haben es auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2019 geschafft: Raphaela Edelbauer mit „Das flüssige Land“, Andrea Grill mit „Cherubino“, Angela Lehner mit „Vater unser“, Eva Schmidt mit „Die untalentierte Lügnerin“ und Marlene Streeruwitz mit „Flammenwand.“

Auch der 1992 in Neu-Delhi geborene und in Wien lebende Autor Tonio Schachinger ist mit seinem Debütroman „Nicht wie ihr“ nominiert. Die 20 Titel umfassende Liste wird am 17. September auf eine sechs Titel umfassende Shortlist verkürzt. Der Sieger wird am 14. Oktober, am Vorabend der Eröffnung der Buchmesse, in Frankfurt gekürt.

Zwei Österreicherinnen in Jury

In der siebenköpfigen Jury, die den deutschsprachigen „Roman des Jahres“ wählt, befinden sich heuer mit der Wiener Buchhändlerin Petra Hartlieb und der Literaturkritikerin Daniela Strigl auch zwei Österreicherinnen.

Der Preis ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert: Der Sieger bzw. die Siegerin erhält 25.000 Euro, die übrigen Autorinnen und Autoren der Shortlist jeweils 2.500 Euro. 2018 wurde Inger-Maria Mahlkes Roman „Archipel“ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Im Jahr davor erhielt der österreichische Schriftsteller Robert Menasse für seinen Roman „Die Hauptstadt“ die Auszeichnung.

Leute

US-Präsident Donald Trump ist zum zehnten Mal Großvater geworden. Die Frau seines Sohns Eric brachte eine Tochter zur Welt, teilte Eric Trump gestern auf Twitter mit. Es ist bereits das zweite Kind des Paares.

„@LaraLeaTrump und ich freuen uns, Carolina Dorothy Trump auf der Welt willkommen zu heißen. Wir lieben dich jetzt schon!“, schrieb der Präsidentensohn auf Twitter. Der US-Präsident selbst hat fünf Kinder von drei verschiedenen Frauen. Sein ältester Sohn Donald Junior ist Vater von fünf Kindern, Trumps Tochter Ivanka hat drei Kinder.

Trumps dritter Sohn Eric arbeitet zusammen mit seinem Bruder Donald in führender Position in der Trump-Organisation. Seine Frau Lara kümmert sich um Tierschutzprojekte und die Eric-Trump-Stiftung, die Krankenhausaufenthalte für Kinder finanziert. Sie ist auch in die Kampagne für Trumps Wiederwahl eingebunden und verteidigt häufig bei Auftritten im Fernsehen die Politik des US-Präsidenten.

Der beliebte schwedische YouTube-Star PewDiePie hat mit seiner italienischen Freundin Marzia Bisognin den Bund fürs Leben geschlossen. „Wir sind verheiratet!!!“, schrieb der 29-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Felix Kjellberg heißt und als Videospielexperte auf YouTube fast 100 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten hat, heute auf Twitter. „Ich könnte gar nicht glücklicher sein“. Auf Twitter folgen PewDiePie mehr als 18 Millionen Menschen.

Noch deutlicher äußerte sich Marzia, eine Modedesignerin und Unternehmerin, die im Internet ebenfalls eine Persönlichkeit ist: „Gestern, am 19. August – nach genau acht Jahren, seit wir uns kennenlernten – haben wir mit unseren engsten Freunden und den Familien unsere Hochzeit gefeiert“, schrieb sie auf Instagram.

Der Eintrag bekam am Nachmittag mehr als eine Million Mal einen „Gefällt mir“-Klick. Den Ort der Vermählung nannten sie nicht. Das Paar hat in der jüngeren Vergangenheit im englischen Brighton, aber auch in Italien und Schweden gelebt.

Salzburger Festspiele