Ausland

Im Fall des erschossenen Regierungspräsidenten des deutschen Bundeslands Hessen, Walter Lübcke, haben Spezialeinheiten der Polizei in Kassel einen 45-jährigen Mann festgenommen. Der dringend Tatverdächtige wurde heute in Untersuchungshaft genommen, wie die Staatsanwaltschaft Kassel und das hessische Landeskriminalamt mitteilten.

Der 65-jährige Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses entdeckt worden. Er hatte eine Schussverletzung am Kopf und starb kurz darauf. Eine 50-köpfige Sonderkommission unter Leitung des hessischen Landeskriminalamts hatte die Ermittlungen aufgenommen.

Berichte über rechtsextremes Milieu

„Die Festnahme erfolgte aufgrund eines DNA-Spurentreffers“, so die Behörde. Weitere Informationen zur Festnahme und zum Stand der Ermittlungen wollen Staatsanwaltschaft und LKA kommende Woche bekanntgegeben.

Laut Medienberichten sollen die Spuren ins rechtsextreme Milieu führen. Die „Bild“-Zeitung meldete unter Berufung auf Ermittler, dass der Festgenommene der rechtsextremen Szene angehören könnte.

Auch nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ stammt der Mann aus dem rechtsextremistischen Milieu. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft wollte sich auf Anfrage zu diesen Berichten nicht äußern.

Die in Bedrängnis geratene Regierungschefin von Hongkong, Carrie Lam, hat sich bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt entschuldigt. Die 62-Jährige hatte nach Massenprotesten ein umstrittenes Gesetz zur Auslieferung mutmaßlicher Straftäter an China zwar auf Eis gelegt, aber das beruhigte die Lage nicht. Heute folgte bereits der nächste Massenprotest. Die Demonstrantinnen und Demonstranten verlangten unter anderem, dass Lam das Gesetzesvorhaben ganz aufgibt und zurücktritt.

Sie wolle „aufrichtig und demütig“ Kritik annehmen und Verbesserungen im Dienste der Öffentlichkeit erzielen, hieß es in einer Mitteilung von Lam. Die Regierung habe verstanden, dass viele Menschen aus „Sorge und Liebe“ zu Hongkong gegen das Gesetz auf die Straße gegangen seien. Am Donnerstag hatte Lam die Proteste noch als „Aufruhr“ und „eindeutig organisiert“ bezeichnet.

Nach Massenprotesten in den vergangenen Tagen hatte Lam angekündigt, Beratungen über das Gesetz vorerst zu stoppen, aber nicht ganz aufzugeben.

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Der Iran will einem Medienbericht zufolge weitere Schritte bekanntgeben, mit dem einige Verpflichtungen aus dem internationalen Atomabkommen zurückgenommen werden sollen. Die Iranische Energieorganisation werde morgen bei der Atomanlage Arak die entsprechenden Vorbereitungen darlegen, die getroffen worden seien, meldete die halb staatliche Nachrichtenagentur Tasnim heute ohne Angaben von Quellen. Dabei gehe es um eine Ausweitung des Bestands an angereichertem Uran und die Produktion von Schwerwasser in Arak.

Anfang Mai und damit genau ein Jahr nach der Aufkündigung des internationalen Atomabkommens durch die USA hatte der Iran einige seiner Verpflichtungen aus der Vereinbarung von 2015 ausgesetzt. Konkret wolle der Iran sich nicht mehr an die Beschränkungen in dem Abkommen halten, die vorgeben, wie viel überschüssiges, bis auf 3,67 Prozent angereichertes Uran und wie viel Schwerwasser das Land besitzen darf. Waffentaugliches Uran muss bis auf 90 Prozent angereichert sein. Vor Abschluss des Abkommens hatte es der Iran bis auf 20 Prozent geschafft.

Sara Netanjahu, Ehefrau des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, ist wegen Missbrauchs von Staatsgeldern verurteilt worden. Wegen der Bestellung von Luxusessen muss die 60-Jährige knapp 14.000 Euro an den Staat zahlen, wie ein Jerusalemer Gericht heute entschied. Das Gericht billigte eine Einigung Netanjahus mit der Staatsanwaltschaft.

Sara Netanyahu bei einem Gerichtstermin
APA/AFP/Debbie Hill

Laut einer angepassten Anklage hatte sie vorsätzlich die Unwissenheit des Büros ihres Mannes ausgenutzt. Sara Netanjahu stand ursprünglich wegen Betrugs und Untreue vor Gericht. Der 60-Jährigen wurde vorgeworfen, zwischen 2010 und 2013 mit einem Mitarbeiter in Edelrestaurants Hunderte Mahlzeiten bestellt zu haben, obwohl die Familie eine Köchin beschäftigte. Das Essen habe einen Wert von umgerechnet rund 43.000 Euro gehabt. Ursprünglich sprach die Anklage sogar von 83.000 Euro.

Anwälte sahen Schuld bei Hausmeister

Das Geld dafür habe Netanjahu vom Büro des Ministerpräsidenten erhalten. Dieses habe nicht gewusst, dass eine Köchin auf Staatskosten für die Familie arbeitete. Der ebenfalls angeklagte Mitarbeiter sei auch für die Verwaltung der Residenz zuständig gewesen.

Sara Netanjahu hatte immer wieder ihre Unschuld beteuert. Ihre Anwälte argumentierten, die Mahlzeiten seien von einem anderen Mitarbeiter, dem ehemaligen Hausmeister und heutigen Kronzeugen Meni Naftali, „gegen den Willen von Sara Netanjahu bestellt“ worden. Chefköche seien nur bei offiziellen Anlässen und nicht für Privatmahlzeiten im Amt des Ministerpräsidenten beschäftigt worden.

Der 18-jährige Murtadscha Kurairis, der als zehnjähriger Bub an einer Menschenrechtsdemonstration teilgenommen hatte, soll von Saudi-Arabien doch nicht hingerichtet werden. Stattdessen könnte er bis 2022 freigelassen werden, sagte ein saudischer Beamter, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur Reuters, wie diese heute berichtete.

Der Nationalrat hatte am Mittwoch wegen der drohenden Hinrichtung Kurairis in einem Entschließungsantrag den Ausstieg Österreichs aus dem in Wien angesiedelten König-Abdullah-Zentrum (KAICIID) gefordert. Das Außenministerium sicherte zu, den Beschluss umzusetzen. Kurairis sitzt seit fünf Jahren im Gefängnis. Laut Amnesty International (AI) ist die Todesstrafe gegen Personen, die zum Tatzeitpunkt unter 18 Jahren waren, international verboten.

Abdullah-Zentrum soll geschlossen werden

Das „König Abdullah bin Abdulaziz Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ sorgt seit Jahren für innenpolitische Kontroversen. Im Herbst 2012 von Saudi-Arabien, Österreich und Spanien eröffnet, wird es größtenteils von Riad mit rund 15 Mio. Euro pro Jahr finanziert. Der Vatikan hat Beobachterstatus.

Kurairis, der im September 2014 im Alter von 13 Jahren festgenommen wurde, erhielt laut dem Beamten zunächst eine zwölfjährige Haftstrafe – vier Jahre auf Bewährung aufgrund seines Alters. Gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt. „Er wird nicht hingerichtet“, sagte der Beamte nun laut Reuters-Bericht. Dem inzwischen 18-Jährigen wird vorgeworfen, an Demonstrationen teilgenommen zu haben, Mitglied einer Terrororganisation zu sein und Brandsätze auf eine Polizeiwache geworfen zu haben.

Aus Deutschland sollten eigentlich keine Rüstungsgüter in Staaten exportiert werden, die am Konflikt im Jemen beteiligt sind. Dennoch habe die deutsche Bundesregierung seit Jahresbeginn Lieferungen von militärischem Material für mehr als eine Milliarde Euro an die von Saudi-Arabien geführte Allianz im Jemen-Krieg, die unter anderem auch von den USA und Großbritannien logistisch unterstützt wird, genehmigt, heißt es.

Lieferungen auch an Saudi-Arabien

Trotz der Exportbeschränkungen im Koalitionsvertrag wurden zwischen 1. Jänner und 5. Juni allein 13 Exporte für 801,8 Mio. Euro nach Ägypten und 43 Exporte für 206,1 Millionen Euro an die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) genehmigt, wie aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervorgeht. Diese lag nach eigenen Angaben am Wochenende der dpa vor. Ägypten, hieß es in früheren Berichten, habe ein Kriegsschiff in Deutschland gekauft und wolle weitere bestellen.

Die deutsche Regierung erlaubte laut dem Papier sogar zwei Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien, obwohl für das Land seit November eigentlich ein kompletter Exportstopp gilt. Dabei handle es sich um die Lieferung von „sondergeschützten Geländewagen“ für 831.003 Euro, wie der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Ulrich Nußbaum, mitteilte.

Inland

Die laut Plan mit Jahresanfang an den Start gehende Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) bekommt auch ein Logo. Ein Erstentwurf zeigt einen grünen Kreis und den schwarzen Schriftzug „Österreichische Gesundheitskasse“.

Die „Kronen Zeitung“ (Sonntag-Ausgabe) hatte berichtet, dass sich die Kosten für den Auftrag auf 400.000 Euro belaufen sollen. Dafür habe eine ÖVP-FPÖ-Mehrheit in den Gremien gestimmt. Den Auftrag für das Logo erhalten hat laut dem Bericht die Agentur GGK MullenLowe.

ÖGK: Noch kein Auftrag erteilt

Die ÖGK wies Kritik an den Kosten für ihr neues Logo als falsch bzw. verkürzt dargestellt zurück. Beim Angebot gehe es um mehr als nur das Logo, zudem sei der Auftrag noch nicht erteilt, sondern erst ein Angebot eingeholt worden. Das erklärte der Vorsitzende des Überleitungsausschusses, Matthias Krenn, in einer Aussendung.

Bei diesem Auftrag gehe es darum, Dutzende Außenstellen, eigene Einrichtungen, Hunderte Websites, Drucksorten, Onlineangebote und auch die gesamte direkte Kommunikation mit den Versicherten zusammenzuführen. Zudem existiere derzeit lediglich ein Rahmenbeschluss des Überleitungsausschusses der ÖGK, wonach Leistungen der aus einer europaweiten Ausschreibung als Best- und Billigstbieter hervorgegangenen Agentur abgerufen werden dürfen.

NEOS kündigt parlamentarische Anfrage an

„In einem ersten Schritt wurde die Agentur zur Angebotslegung eingeladen – diese Offerte liegen vor und werden nun einer intensiven Marktüblichkeitsprüfung unterzogen. Ich will klarstellen, dass keine Beauftragung erfolgt ist. Wir haben Angebote auf dem Tisch, prüfen diese nun und gehen in die nächsten Verhandlungsrunden“, so Krenn.

NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker zeigte sich über den Bericht der „Kronen Zeitung“ empört. „Es ist eine unfassbare Sauerei, wie Türkis-Blau auf Kosten der Versicherten Unsummen an Beiträgen verschleudert.“ Er verlangte die sofortige Offenlegung der Ausschreibungsunterlagen und kündigte eine parlamentarische Anfrage zu dieser Auftragsvergabe an. Loacker vermutet, dass ein Teil des Geldes an Agenturen im Parteiumfeld fließen könnte.

Wiener Stadtlogo kostete noch mehr

Die Umsetzung der Kassenreform, ein Prestigeprojekt der mittlerweile zerbrochenen Koalitionsregierung, ist unterdessen in vollem Gange: Statt neun Gebietskrankenkassen soll es ab 1. Jänner 2020 eine Österreichische Gesundheitskasse geben. Umgesetzt wird die Reform vom Überleitungsausschuss, der Anfang April seine Arbeit aufgenommen hat. Dort gibt es eine ÖVP-FPÖ-Mehrheit, SPÖ-Vertreter klagten gegenüber der „Kronen Zeitung“, dass sie bei Abstimmungen überstimmt werden.

Erst im April sorgten die Kosten für den neuen Markenauftritt der Stadt Wien für Kritik. Die Erarbeitung des Logos ließ sich die Stadt 595.000 Euro kosten.

Der geschäftsführende FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl will nach der Nationalratswahl wieder regieren und zeigt sich entsprechend optimistisch. Er wünscht sich im APA-Interview, „dass wir die 20 Prozent wieder überspringen und möglichst nahe an das Ergebnis vom letzten Mal herankommen“. Kandidieren soll er auf Platz zwei der Bundesliste. Wahlkampfmanager für seine Partei wird er diesmal nicht sein.

Die FPÖ hat bei der letzten Nationalratswahl 26 Prozent erreicht. „Ich wünsche mir dafür natürlich, dass wir ein Ergebnis haben, das so stark wie möglich ist, um dem Anspruch, wieder in einer Regierung vertreten zu sein, auch mehr Gewicht zu verleihen“, so der Ex-Innenminister.

Kurz zu Ablöseforderung „getrieben“

Nach der „Ibiza-Affäre“ und dem Rücktritt von Parteichef Heinz-Christian Strache sieht Kickl die Partei nun solide aufgestellt: „Ich bin davon überzeugt, dass Norbert Hofer der am besten geeignete Parteiobmann und Spitzenkandidat ist, mit dem wir bei dieser Wahl besser abschneiden werden, als es uns manche wünschen. Viele haben ja gedacht, dass das Auftauchen des Videos de facto zu einem Knockout für die FPÖ insgesamt führen wird.“

Obwohl Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vor dem Platzen der Koalition die Ablöse Kickls verlangt hatte, ist ihm der offenbar nicht wahnsinnig böse dafür. „Ich glaube, dass er diesen Bruch nicht wirklich selbst haben wollte, sondern dass er dazu getrieben wurde“, sagte Kickl. Man habe schnell gemerkt, dass Kurz „zwar auf dem Papier eine Generalvollmacht hat, dass aber letzten Endes die alte ÖVP aus den Ländern heraus ganz andere Interessen verfolgt“.

Die FPÖ-nahe Vizepräsidentin des Generalrats der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Barbara Kolm, sorgt mit der Einladung „libertärer“ Ökonomen in den Kassensaal der OeNB für Aufregung. „Diese Veranstaltung ist von Gouverneur (Ewald, Anm.) Nowotny nicht genehmigt“, so ein Sprecher der Notenbank im „Standard“ (Wochenendausgabe).

„Ich habe den aktuellen Gouverneur nicht gefragt, da das nicht in seine Zuständigkeit fällt“, erklärte Kolm gegenüber der Zeitung. Nowotny scheidet am 31. August aus dem Amt aus. Kolm erklärte, sie habe das mit seinem Nachfolger, Robert Holzmann, besprochen.

Holzmann will genehmigen

Dieser steht der Veranstaltung aufgeschlossener gegenüber: „Ich plane sicherlich, das zu genehmigen. Auch wenn da Leute auftreten, die nicht notwendigerweise meine ökonomische Richtung vertreten“, sagte der von der FPÖ bestimmte Ex-Weltbankdirektor Holzmann im „Standard“.

Die Veranstaltung, um die es geht, soll am 13. und 14. November stattfinden. Sie trägt die Titel „Die österreichische Schule der Nationalökonomie im 21. Jahrhundert“ und wird unter anderem vom Austrian Economics Center sowie dem Hayek-Institut veranstaltet. Beiden Organisationen steht Kolm vor.

„Nicht extrem rechts, sondern libertär“

Dem US-Historiker und politischen Kommentator Thomas Woods soll im Rahmen der Veranstaltung ein Preis verliehen werden. Laut „Standard“ gilt Woods als Anhänger des US-Ökonomen Murray Rothbard. Aus Kolms Perspektive ist Rothbards Schule „nicht extrem rechts, sondern libertär“, wie sie der Zeitung sagte.

Kolm war Anfang des Jahres wegen einer Spendencausa unter Druck geraten. Personen und Unternehmen aus Kolms Umfeld hatten in den vergangenen Jahren größere Spenden an die rechte europäische Parteienallianz ACRE getätigt. Im Gegenzug sollen von ACRE Gelder an das Hayek-Institut und das Austrian Economics Center geflossen sein. Kolm betonte in der Causa stets, rechtlich völlig korrekt gehandelt zu haben.

Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hat heute auf die Einschätzungen des neuen Verteidigungsministers der Expertenregierung, Thomas Starlinger, in Bezug auf die budgetäre Situation des Bundesheers reagiert. Kaiser forderte von der Regierung, budgetäre Vorkehrungen zu treffen und das Bundesheer nicht auszuhungern, hieß es in einer Aussendung. „Wir alle wissen, wie sehr wir die Hilfe des Bundesheeres und der Miliz im Katastrophenfall brauchen“, so Kaiser, der aktuell auch Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz ist.

„In Kärnten haben wir nach wie vor an den schrecklichen Naturereignissen nach den Sturmtiefs ‚Yve‘ und ‚Vaia‘ zu kämpfen. Ohne rasche und unbürokratische Hilfe des Bundesheers vor Ort hätten die Menschen, die ohnehin zu einem großen Teil ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben, noch länger gebraucht, um wieder in einen halbwegs geregelten Tagesablauf zurückzufinden.“

JETZT, vormals Liste Pilz, hat ein neues Projekt, ein „Online-Medium“ mit dem Namen ZackZack.at, wie es dazu heute in einer Aussendung hieß. "Alles aufdecken, nichts verstecken und bei den Richtigen anecken“, nannte Listengründer Peter Pilz das neue Projekt. Es sei „lange vorbereitet“ worden. „Jetzt ist es da.“ Die Plattform startete mit einer Serie über die Polizei, genauer mutmaßliche Identitäre in der Polizei.

„ZackZack wird nicht nur der Gegenpol zu den Onlinemedien der FPÖ. Wir schreiben, worüber andere schweigen“, kündigte JETZT-Parteivorsitzende Maria Stern an. Der Name ist aus dem „Ibiza-Video“ entlehnt, wo der zurückgetretene FPÖ-Bundesparteichef Heinz-Christian Strache darüber nachgedacht hatte, die „Kronen Zeitung“ bzw. deren Redaktion „zack, zack, zack“ umzubauen.

EU

Die Europäische Union hat im Rahmen eines EU-Programms bisher 32.700 schutzbedürftige Geflüchtete aus Nordafrika und dem Nahen Osten aufgenommen. Das sagte EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag-Ausgaben). Die EU-Staaten hätten damit fast zwei Drittel ihres zugesagten Kontingents erfüllt.

Das Resettlement-Programm sieht vor, besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen einen legalen und sicheren Weg nach Europa zu öffnen. Bis Oktober 2019 sollen insgesamt 50.000 Menschen aus Ländern wie Libyen und Äthiopien bzw. der Türkei und Jordanien in die EU gebracht werden.

Die EU-Kommission hatte das Programm im September 2017 aufgelegt. Die Mitgliedsstaaten machten ihre Zusagen freiwillig, die Kommission stellt ihnen dafür insgesamt eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung.

Sport

Wirtschaft

Volkswagen hat für Berater und Anwälte, die der Konzern im Zusammenhang mit dem Dieselskandal beauftragt hat, bisher 1,77 Milliarden Euro ausgegeben. Die Summe beinhalte Zahlungen für alle Marken inklusive Audi und Porsche sowie alle Märkte, berichtete das „Handelsblatt“ (Onlineausgabe) heute. Ein VW-Sprecher bestätigte die Zahl von 1,77 Milliarden Euro.

Es wird davon ausgegangen, dass die Summe noch steigen wird, da die juristischen Verfahren im Zusammenhang mit dem Abgasskandal noch nicht abgeschlossen sind. Zu den großen Auftragnehmern zählt die US-Anwaltskanzlei Jones Day, die VW im September 2015 mit der Vertretung gegenüber den Strafverfolgungsbehörden in den USA beauftragt hatte.

Volkswagen hatte zu Jahresbeginn spürbar an Gewinn eingebüßt. Unter dem Strich verdiente der Konzern im ersten Quartal 3,05 Milliarden Euro, nach rund 3,3 Milliarden Euro vor einem Jahr. Dazu trugen auch die Kosten für Rechtsstreitigkeiten rund um die manipulierten Dieselmotoren bei. In der Rechnung seien Kosten für Rechtsanwälte, Vergleiche und ausstehende Verfahren enthalten, hatte VW-Finanzvorstand Frank Witter Anfang Mai gesagt.

Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt hat einem Medienbericht zufolge gegen Opel einen Zwangsrückruf für Benzinermodelle wegen zu hoher Abgaswerte verhängt. Fahrzeuge der Modelle Corsa und Adam der Baujahre 2018 und 2019 überschritten die gesetzlichen Grenzwerte für Stickoxide gravierend, berichtete die „Bild am Sonntag“. Europaweit seien rund 210.000 Fahrzeuge betroffen, davon 54.000 in Deutschland. Zu Österreich lagen zunächst keine Zahlen vor.

Der Bericht verwies auf Ankündigungen Opels von vor zwei Monaten, wonach der Autobauer eine „Fehlfunktion“ durch ein Softwareupdate freiwillig beheben wollte. Damals habe Opel noch erklärt, dass die Maßnahmen ohne das Kraftfahrt-Bundesamt durchgeführt würden.

Stickstoffoxide (NOx) wie Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) entstehen überwiegend als unerwünschte Nebenprodukte bei der Verbrennung von Treibstoffen bei hoher Temperatur. Der mit Abstand größte Verursacher ist der Auto- und Lkw-Verkehr.

Die vielzitierte „Paketflut“ als Folge des Booms im Onlinehandel ist von Österreich noch ein Stück entfernt. Laut einer Studie des Consulting-Unternehmens McKinsey kommen durchschnittlich 14 Sendungen pro Jahr auf einen Österreicher bzw. eine Österreicherin. In Deutschland seien es 24 und damit deutlich mehr.

McKinsey hat die Paketmärkte in 17 Staaten unter die Lupe genommen. Dabei kam nur China mit geschätzten 70 Paketen pro Kopf und Jahr auf noch einen höheren Wert als Deutschland. Allerdings handelte es sich bei dem Wert nur um den für den Großraum Peking und Schanghai. In Großbritannien kommen pro Jahr 22 Pakete auf eine Person, in den USA 21. Noch weiter weg als von Österreich ist die „Paketflut“ mit neun Sendungen pro Jahr in der Schweiz, Schweden kommt auf sechs und Italien überhaupt nur auf zwei.

Chronik

Ein 47-jähriger Geschäftsmann aus Wels ist bereits am Freitag in einem Hotelzimmer in der kosovarischen Hauptstadt Prishtina tot aufgefunden worden. Das Außenministerium bestätigte auf APA-Anfrage einen Bericht der „Kronen Zeitung“ (Sonntag-Ausgabe). „Wir sind mit den kosovarischen Behörden und den Angehörigen des Mannes in Kontakt“, sagte Ministeriumssprecher Peter Guschelbauer.

„Es wurde eine Autopsie angeordnet“, sagte der Sprecher des Außenministeriums. Die kosovarischen Behörden gehen derzeit nicht von einem gewaltsamen Tod aus. Es gebe keine Hinweise auf Fremdverschulden. Die Aufgabe des Außenministeriums sei es nun, mit der kosovarischen Polizei in Kontakt zu bleiben und die Angehörigen laufend zu informieren, sagte Guschelbauer. Auch bei der Rückführung der Leiche unterstütze das Ministerium die Familie.

Kultur

Eine Trauerzeremonie zu Ehren des verstorbenen italienischen Regisseurs Franco Zeffirelli ist für Dienstag im Dom seiner Geburtsstadt Florenz geplant. Die Messe wird vom Erzbischof der Stadt, Kardinal Giuseppe Betori, zelebriert, teilten die Angehörigen Zeffirellis heute mit.

Entgegen einer Ankündigung werde der Sarg Zeffirellis nicht im römischen Rathaus, sondern im Palazzo Vecchio in Florenz aufgebahrt. Erwartet wird, dass sich Tausende verabschieden werden. Der Bürgermeister von Florenz, Dario Nardella, rief für Dienstag einen Trauertag in der Stadt aus. Zeffirelli soll auf dem Hauptfriedhof von Florenz beerdigt werden.

Religion

Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn hat heute am christlichen Ökumene-Großevent „Awakening Austria“ in der Wiener Stadthalle teilgenommen. Kardinal Schönborn betete bei der Großveranstaltung, die noch bis zum Abend andauert, für die Einheit aller Christen, „damit wir aufeinander hören und voneinander lernen, was es heißt, heute Christ zu sein“, zitierte Schönborn vor den rund 10.000 meist jungen Erwachsenen aus verschiedenen Freikirchen sowie der katholischen und der evangelischen Kirche den emeritierten Papst Benedikt XVI. Auch Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) besuchte die Veranstaltung.

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Papst Franziskus hat bei einem Besuch im italienischen Erdbebengebiet heute den Wiederaufbau angemahnt. „Es sind fast drei Jahre vergangen, und es besteht die Gefahr, dass die Aufmerksamkeit nach der ersten emotionalen und medialen Anteilnahme abnimmt.“

Dadurch nehme die Frustration bei denen zu, die mit ansehen müssten, wie immer mehr Menschen die betroffenen Gebiete verlassen. Camerino wurde wie viele andere Gemeinden und Städte in der Umgebung 2016 und 2017 von mehreren Erdbeben erschüttert.

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Lifestyle

Panorama

Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping zu dessen 66. Geburtstag am Wochenende eine ganze Kiste voll mit Speiseeis geschenkt. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, meine besten Wünsche“, sagte Putin Xi laut Kreml vor der regionalen Konferenz über Zusammenarbeit und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien (CICA) in Tadschikistan. „Ich bin hocherfreut, einen Freund wie Sie zu haben.“

Rüssicher Präsident Vladimir Putin schenkt chinesischer Präsident Xi Jinping Kiste mit Eis
APA/AFP/Alexei Druzhinin

„Wir kommen mit guten Geschenken“, sagte Putin, bevor er Xi die Eiskiste bei Außentemperaturen von über 30 Grad Celsius in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe überreichte.

Beide Länder rücken zusammen

Bilder zeigten die beiden Staatschefs, wie sie sich mit Champagnergläsern zuprosten. „Unsere ganze Nation wünscht Ihnen alles Gute der Welt“, sagte Putin. Xi streute Putin im Gegenzug Rosen. „Sie genießen große Autorität in den Herzen des chinesischen Volkes“, sagte er.

Der chinesische Präsident war vergangene Woche zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Russland gereist und hatte Putin dabei als seinen „besten Freund“ bezeichnet. In einem demonstrativen Schulterschluss hatten beide Staatschefs sich darauf verständigt, die bilateralen Beziehungen zwischen ihren Ländern weiter zu intensivieren.

Leute

Für Prinz Harry ist es der erste Vatertag: Zu diesem Anlass veröffentlichten er und Herzogin Meghan heute ein neues Bild von ihrem Sohn Archie auf der Fotoplattform Instagram.

„Schönen Vatertag! Und wir wünschen vor allem dem Herzog von Sussex einen ganz besonders schönen ersten Vatertag!“, heißt es auf der Instagram-Seite „Sussex Royal“ des Paares.

Archie Harrison Mountbatten-Windsor kam am 6. Mai auf die Welt. In Großbritannien findet der Vatertag immer am dritten Sonntag im Juni statt, nicht am zweiten.

Festwochen