COV Inland

Die Arbeiterkammer (AK) fordert in einem Offenen Brief an ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) „möglichst offene“ Schulen im Herbst.

Schulschließungen dürften nur die Ausnahme sein, so AK-Präsidentin Renate Anderl. In Mathematik und Deutsch soll außerdem eine zweite Lehrkraft eingesetzt werden können.

Schulen sollen über den Sommer ausarbeiten können, wie sie Unterricht ins Freie verlagern oder bei Bedarf auf Projektunterricht in Kleingruppen setzen. Darüber hinaus solle es inhaltliche Schwerpunktsetzungen und Priorisierungen geben, damit trotz reduzierter Lernzeit die Lernqualität sichergestellt ist.

Der Bund müsse außerdem in Luftreiniger, CO2-Messgeräte und andere technische Präventionsmaßnahmen investieren.

Anderl will auch, dass jede Klasse im Wintersemester eine Projektwoche durchführen kann, pro Schüler sollen dafür 50 Euro zur Verfügung gestellt werden. Außerdem brauche es mehr Sozialarbeiter und Schulpsychologen sowie eine Schulfinanzierung anhand sozialer Kriterien.

SOS Kinderdorf: Ausbau der psychosozialen Versorgung

Ähnlich SOS-Kinderdorf-Geschäftsführer Christian Moser: Schulen, Bildungsdirektionen und Ministerien dürften sich kein Sommerloch erlauben. Unter anderem brauche es einen großen Ausbau der psychosozialen Versorgung der Kinder und Jugendlichen.

Nach dem Aufruf für Innsbruck-Umgebung, sich wegen der Delta-Variante testen zu lassen, wurden 2.420 PCR-Tests durchgeführt, so das Land Tirol heute. Drei Personen waren positiv, zwei dürften sich mit der Delta-Variante infiziert haben.

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Verdachtsfälle gibt es auch im Burgenland. Von derzeit 44 CoV-Infizierten im Bundesland stammen sieben aus dem Bezirk Mattersburg. Laut dem Koordinationsstab Coronavirus des Landes besteht bei fünf von ihnen der konkrete Verdacht auf die ansteckende Delta-Variante. Morgen wird in Bad Sauerbrunn dazu eine Teststraße eingerichtet.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 58 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: heute, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

10.684 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 244 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 76 auf Intensivstationen.

7-Tage-Inzidenz laut AGES bei 11,7

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 11,7 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Kein Bundesland hat mehr einen Wert über 30, viele Werte liegen bereits unter 10. Die Steiermark (4,7) hat den niedrigsten, Wien mit 24,9 den höchsten Wert.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Der in Kuba entwickelte Impfstoffkandidat Abdala hat nach Angaben des staatlichen Pharmakonzerns Biocubafarma eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent gegen das Coronavirus. Bei drei Impfdosen liege die Wirksamkeit bei 92,28 Prozent, teilte das Unternehmen gestern (Ortszeit) mit.

Ein zweiter kubanischer Impfstoffkandidat, das Präparat Soberana 2, hat nach Angaben des Herstellers Finlay nach zwei der vorgesehenen drei Impfdosen eine Wirksamkeit von 62 Prozent. Beide Impfstoffe sollen in Kürze in Kuba zugelassen werden.

Noch vor Abschluss der klinischen Test hatten die Behörden in Havanna und mehreren Provinzen Mitte Mai damit begonnen, Soberana 2 und Abdala zur Impfung gegen das Coronavirus einzusetzen. Bis August sollen nach den Plänen der Regierung 70 Prozent der Menschen auf der Karibik-Insel geimpft sein.

Ein neuer CoV-Ausbruch mit der besonders ansteckenden Delta-Virusvariante lässt die Behörden in Sydney über einen neuen Lockdown nachdenken. Es seien innerhalb von 24 Stunden zehn neue Fälle registriert worden, teilten die Behörden heute mit.

Für Australien, das sich unter anderem durch strikte Einreiseregeln gegen das Virus abzuschotten versucht, ist das eine ungewöhnlich hohe Zahl.

Als erster Infizierter des neuen CoV-Herdes gilt ein Fahrer von internationalen Flugzeugbesatzungen. Dieser infizierte sich mit der als ansteckender als bisherige Formen geltenden Delta-Variante.

Das Virus sei dann – offenbar ganz ohne direkte körperliche Kontakte – in einem Cafe nahe dem weltberühmten Bondi Beach und einem Einkaufszentrum „weitergesprungen“, sagte die Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian. Insgesamt werden auf diesen Ursprung nun 21 Fälle zurückgeführt.

Maskenpflicht verhängt

Die Regierung ordnete für den Großraum Sydney eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Einkaufszentren an, einen Lockdown verhängte sie noch nicht. Er sei aber nicht ausgeschlossen.

Australien hat die CoV-Infektionen mit Grenzschließungen und strengen Quarantäneregeln weitgehend eingedämmt. Es versucht mit aller Macht und strikten Maßnahmen selbst bei geringen Fallzahlen, eines der wenigen Ländern weltweit ohne endemische Ausbreitung des Coronavirus zu bleiben.

Seit Beginn der Pandemie wurden landesweit rund 30.000 Infektionen und weniger als tausend Todesfälle registriert. Derzeit sind nur etwa zwei Prozent der Australier vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci geht nicht davon aus, dass das Coronavirus aus einem chinesischen Labor entwichen ist. In einer Podcastepisode der „New York Times“, die gestern erschien, sagte der Immunologe: „Ich bin der Ansicht – so wie die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die sich mit Virologie und Evolutionsbiologie auskennen, – dass die wahrscheinlichste Erklärung eine natürliche Übertragung vom Tier auf den Menschen ist“.

Er selbst sei zwar kein Evolutionsvirologe, sagte Fauci, „doch die, die es sind, sehen sich das Virus an und sagen, es ist absolut kompatibel mit etwas, das sich aufgrund der Nähe zu Fledermausviren entwickelt hat“. Auch der Vergleich mit anderen Viren wie SARS-CoV-1 oder Mers spreche für eine natürliche Übertragung auf den Menschen.

Fauci aber für Untersuchung

Der 80-Jährige, der US-Präsident Joe Biden berät, unterstützt trotzdem Pläne für neue Ermittlungen der amerikanischen Geheimdienste. Als Wissenschaftler bleibe er so lange offen für neue Erkenntnisse, bis eine Theorie endgültig bewiesen sei. „Wenn uns eine Untersuchung dabei hilft, bin ich natürlich dafür“, sagte Fauci.

Seit langem kursieren unbelegte Mutmaßungen, das Coronavirus könne womöglich aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan entwichen sein, wo es erstmals aufgetreten war. China hat derartige Vorwürfe bisher vehement zurückgewiesen. Auch Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen einer im März vorgelegten Studie der Weltgesundheitsorganisation bezeichneten die Theorie als „extrem unwahrscheinlich“.

Die befürchtete Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus könnte einem deutschen Experten zufolge das Erreichen von Herdenimmunität weiter erschweren. „Delta ist noch ein Stück ansteckender als die derzeit vorherrschende Virusvariante Alpha. Anhand der bisherigen, noch unsicheren Daten brauchte man wohl rund 85 Prozent immune Menschen in der Bevölkerung, um die Ungeimpften indirekt mit zu schützen“, sagte Carsten Watzl.

„Wir kommen also in Bereiche, die schwer zu erreichen sind, solange es für Kinder unter zwölf Jahren keinen zugelassenen Impfstoff und für alle unter 18 Jahren keine allgemeine Impfempfehlung gibt. Es kann sein, dass Herdenimmunität nur für einzelne Einrichtungen wie Pflegeheime erreicht werden kann, aber nicht für das Gros der Bevölkerung“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

Mangels Impfmöglichkeiten gelte auch für jüngere Schüler, dass bei ihnen zunächst keinerlei Gemeinschaftsschutz besteht.

Ziel von Impfquote über 80 Prozent

Das Robert-Koch-Institut (RKI) spricht seit Längerem von einem Ziel von mehr als 80 Prozent immunen Menschen – nach vollständiger Impfung oder Infektion plus Impfung –, um weitgehend auf Maßnahmen und Regeln verzichten zu können. Zu Beginn der Pandemie gingen Experten noch von einem Anteil von rund zwei Dritteln aus, wegen des damals noch weniger infektiösen Erregers.

Nach Einschätzung des Immunologen Watzl wäre aber auch das Erreichen einer Impfquote von 60 bis 70 Prozent in der Bevölkerung eine große Hilfe für die Pandemiebekämpfung. „Die Hoffnung ist, dass es dann nur noch zu kleineren Ausbrüchen kommt, die keine Lockdown-Maßnahmen mehr erfordern.“ Jeder, der vollständig geimpft ist, ist laut Watzl auch vor Delta geschützt.

Ausland

In Pakistan haben Aussagen des Ministerpräsidenten Imran Khan (68) über den angeblichen Zusammenhang zwischen Frauenkleidung und Vergewaltigungen für Entsetzen gesorgt.

In einem Interview mit HBO Axios hatte Khan suggeriert, Männer würden zu sexuellen Verbrechen verleitet, wenn sich Frauen in Gesellschaften wie Pakistan, die sich von denen im Westen unterschieden, nicht sittsam kleideten.

„Enttäuschend“ und „widerlich“

Reema Omer, eine Anwältin und führende Aktivistin, nannte die Aussagen heute „enttäuschend“ und „widerlich“. Wenn Frauen weniger Kleidung tragen, werde das Auswirkungen auf Männer haben, sagte Khan in dem Interview, in dem er auch viele andere diplomatische und politische Themen kommentiert hatte. „Es sei denn, sie sind Roboter.“

Eine Sprecherin der Oppositionspartei PML-N sagte, die Aussagen spiegelten eine „kranke Mentalität“ des Premiers gegenüber Frauen wider. Die Senatorin Sherry Rahman sagte, den Frauen die Schuld für abscheuliche Verbrechen zu geben sei die schlimmste Reaktion. Khan solle sich für seine Worte schämen.

Aussagen bereits mehrfach wiederholt

Khan, ehemaliger Kricket-Star und lange als Playboy verschrien, hatte schon im April mit gleichartigen Aussagen aufhorchen lassen. Im Vorjahr wurde er scharf kritisiert, nachdem er die Beförderung eines umstrittenen Polizeibeamten anordnete. Dieser hatte einer Frau die Schuld für eine Gruppenvergewaltigung gegeben: Sie hätte nicht so spät am Abend alleine Auto fahren sollen.

80 Jahre nach dem Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion hat Russlands Präsident Wladimir Putin für die Wiederherstellung einer umfassenden Partnerschaft mit Europa geworben.

„Es gibt viele Themen von gemeinsamem Interesse“, schrieb Putin in einem heute veröffentlichten Gastbeitrag für die deutsche „Zeit“. „Und wir können es uns einfach nicht leisten, die Last früherer Missverständnisse, Kränkungen, Konflikte und Fehler mit uns herumzuschleppen.“

Das sei „eine Last, die uns an der Lösung aktueller Probleme hindert“, schrieb Putin. „Unser gemeinsames und unstrittiges Ziel ist es, die Sicherheit des Kontinents ohne Trennlinien und einen einheitlichen Raum für gleichberechtigte Kooperation und kollektive Entwicklung im Sinne der Prosperität Europas und der ganzen Welt sicherzustellen.“

Russische Botschaft bot Zeitung Beitrag an

Anlass des Gastbeitrags, den die russische Botschaft vor zwei Wochen der „Zeit“ angeboten hatte, ist der 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion. Die Sowjetunion hatte mit rund 27 Millionen Toten so viele Opfer wie kein anderes Land im Zweiten Weltkrieg zu beklagen.

Der Beitrag trägt den Titel „Offen sein, trotz der Vergangenheit“. Darin stellt der russische Staatschef auch seine Sicht auf die jüngere europäische Geschichte dar.

So bezeichnete er den von Massenprotesten begleiteten Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch im Jahr 2014 als „bewaffneten verfassungswidrigen Staatsstreich“. Dieser sei von den USA „organisiert“ und von Europa „aktiv“ unterstützt worden.

Damit sei die „Spaltung“ innerhalb der Ukraine und der „Austritt der Krim aus dem ukrainischen Staat“ provoziert worden. Die Bundesregierung und die Europäische Union werfen Russland dagegen eine „illegale Annexion der Krim“ vor.

In Myanmar haben die Kämpfe zwischen Milizen von Putschgegnern und dem Militär Medienberichten und Aufständischen zufolge Mandalay und damit die zweitgrößte Stadt des Landes erreicht.

Die Armee umstellte heute in der Millionenmetropole laut einer Meldung des Nachrichtendienstes Khit Thit mit drei gepanzerten Fahrzeugen ein Internat, in dem die kürzlich gebildete Volksbefreiungsfront von Mandalay ein Lager aufgeschlagen hatte.

Die Miliz teilte auf ihrer Facebook-Seite mit, sie habe „zurückgeschlagen, als eines unserer Guerilla-Basiscamps überfallen wurde“. Die Militärjunta reagierte zunächst nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme. Über Opfer wurde nichts bekannt.

Das Militär hatte am 1. Februar die gewählte Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gestürzt. Anschließend ging es mit großer Gewalt gegen Massenproteste vor, Hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten wurden getötet. Daraufhin formierten sich nach und nach quer durchs Land Milizen und selbst ernannte Verteidigungsfronten. Bisher erfassten die Kämpfe mit dem Militär aber überwiegend kleinere Orte und ländliche Gebiete.

Die peruanische Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori bleibt vorerst auf freiem Fuß. Ein Richter lehnte gestern den Antrag der Staatsanwaltschaft ab, die Haftverschonung auszusetzen und die Rechtspopulistin wieder in Untersuchungshaft zu nehmen, wie der Radiosender RPP berichtete.

Allerdings ermahnte er Fujimori, sich künftig strikt an ihre Auflagen zu halten. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, Berufung gegen die Entscheidung einzulegen.

Gegen die Tochter des früheren Machthabers Alberto Fujimori (1990–2000) wird wegen Korruption ermittelt. Sie soll zur Finanzierung von Wahlkämpfen Schmiergelder des brasilianischen Baukonzerns Odebrecht angenommen haben.

In den vergangenen Jahren war sie mehrfach in U-Haft. Zu ihren Auflagen gehört ein Kontaktverbot zu Mitangeklagten und Zeugen in dem noch laufenden Verfahren, gegen das sie zuletzt verstoßen hatte.

Nach zwei Wochen noch kein Wahlsieger

Auch zwei Wochen nach der Präsidentenwahl in Peru steht der Sieger noch immer nicht fest. Der Linkskandidat Pedro Castillo liegt nach der Auszählung aller Stimmen knapp vor Fujimori.

Allerdings haben beide Lager Manipulationsvorwürfe erhoben und Anträge zur Annullierung bestimmter Stimmen gestellt. Letztlich wird die Wahl wohl vor Gericht entschieden.

Inland

Mit fünf „Innovationslaboren“ sollen ab Herbst Räume zum Erproben und Entwickeln von Lehr- und Lernmethoden, neuartiger Didaktik bzw. EdTech-Lösungen gefördert werden. Insgesamt hat die vom Bildungsministerium gegründete Innovationsstiftung für Bildung in einer Ausschreibung nun zwei Mio. Euro an fünf Projekte vergeben. Die Labore sollen auch anderen Einrichtungen offenstehen, außerdem sollen in die Entwicklungen auch Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonal eingebunden werden.

Ursprünglich war eine Fördersumme von einer Mio. Euro geplant, die aufgrund hochwertiger Einreichungen nun verdoppelt wird, hieß es in einer Aussendung heute. Das Educational Lab Kärnten erhält ein Innovationslabor zum Thema „Forschend-entdeckendes Lernen und Sustainable MINT“, die Technische Universität Wien widmet sich in ihrem Projekt der Wechselwirkung von Bildung und Raumgestaltung, und die Uni Innsbruck der nachhaltigen Bildung, Digitalisierung und Inklusion.

Weitere Innovationslabore gehen an die Uni Salzburg (Digitalisierung, Kooperation und Interdisziplinarität) sowie die Fachhochschule Kärnten (naturwissenschaftliche Onlinelabore). Innovationslabore können dabei sowohl physisch als auch virtuell entstehen.

Sämtliche Projekte werden wissenschaftlich begleitet. So soll etwa evaluiert werden, ob die Innovationen tatsächlich Vorteile gegenüber etablierten pädagogischen und didaktischen Formaten bieten und sich für eine breite Anwendung im Schulsystem eignen.

Der neue FPÖ-Chef Herbert Kickl will die Verleihung der Staatsbürgerschaft an türkische Staatsbürger aussetzen. Als Grund nannte er heute „sehr viele Verdachtsmomente, dass diese Neo-Österreicher vonseiten der Türkei dann ihre alte Staatsbürgerschaft wiedererlangen“.

Denn der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe Interesse „an möglichst vielen Auslandsbürgern“ als „Wählerreservoir“. An die ÖVP legte Kickl das „Angebot“, Verschärfungen im Asylrecht vorzunehmen.

Der FPÖ-Obmann erinnerte in einer Pressekonferenz an den zwischen der ÖVP und dem grünen Koalitionspartner vereinbarten „koalitionsfreien Raum“, den sie im Falle einer neuerlichen Flüchtlingskrise vereinbart haben.

2020 seien die Asylzahlen „explodiert“, es habe einen Anstieg gegeben wie seit Jahren nicht, so der FPÖ-Chef. „2021 wird es nicht besser werden“, sagte er.

Im Blick hat Kickl dabei die von der SPÖ angestoßene Debatte über Erleichterungen bei der Erlangung der Staatsbürgerschaft, zu der es positive Signale der Grünen, aber ein klares Nein der ÖVP gab.

Kritik auch an CoV-Management der Regierung

Kritik an der Bundesregierung übte Kickl einmal mehr im Zusammenhang mit dem CoV-Management. Gemeinsam mit FPÖ-Tourismussprecher Gerald Hauser verwies er etwa auf die negativen Aufwirkungen auf die Fremdenverkehrswirtschaft.

Zur Debatte über ein mögliches komplettes Aus für die Maskenpflicht sagte Kickl: „Wenn Sie sich die Zahlen anschauen (…), dann werden Sie sehen, dass diese Zahlen keine Maßnahmen mehr hergeben.“

EU

Die EU-Kommission kauft weitere 150 Millionen Dosen CoV-Impfstoff des US-Herstellers Moderna. Eine entsprechende Option aus einem Vertrag vom Februar wurde jetzt gezogen, wie ein Kommissionssprecher heute mitteilte. Die Lieferung soll im dritten Quartal beginnen und sich bis ins Jahr 2022 hineinziehen.

Die Kommission hat zwei Verträge mit Moderna: einen über 160 Millionen Dosen vom vergangenen Jahr und einen zweiten vom Februar. Mit dem zweiten Kontrakt waren 150 Millionen Impfdosen fest bestellt und weitere 150 Millionen Dosen als Option vereinbart worden. Um diesen Teil der Vereinbarung geht es jetzt.

Weiterverkauf und auch Spende möglich

Die EU könne damit an Virusvarianten angepassten Impfstoff sowie Impfstoffe für Kinder und für Auffrischungen kaufen, sagte der Sprecher. Der Vertrag garantiere eine zeitnahe Lieferung und die Möglichkeit, diese an den Bedarf der EU-Staaten und an die Pandemielage anzupassen. Die Mitgliedsstaaten könnten den Impfstoff auch weiterverkaufen oder spenden, um zur Versorgung anderer Staaten weltweit beizutragen.

Der Impfstoff von Moderna gilt als sehr wirksam und sehr sicher. Das Präparat wurde in Europa inzwischen millionenfach verwendet. Es handelt sich wie beim Vakzin von Biontech und Pfizer um einen mRNA-Impfstoff.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in einem Urteil die Position von Plattformbetreibern wie YouTube gestärkt.

Sie sind grundsätzlich nicht dafür verantwortlich, wenn Nutzerinnen und Nutzer rechtlich geschützte Inhalte hochladen, wie aus dem heute veröffentlichten Richterspruch hervorgeht. Die Anbieter müssen aber gegen die Inhalte vorgehen, sobald sie darauf aufmerksam werden.

Zudem könnte ein Unternehmen Schwierigkeiten bekommen, wenn es „in voller Kenntnis der Folgen seines Verhaltens tätig wird, um seinen Kundinnen und Kunden Zugang zu einem geschützten Werk zu verschaffen“, heißt es. Hintergrund sind zwei Fälle, die derzeit vor dem deutschen Bundesgerichtshof verhandelt werden.

Ein Musikproduzent war wegen hochgeladener Konzertmitschnitte gegen YouTube vorgegangen, zudem liegt ein Verlag mit der Plattform Uploaded im Rechtsstreit. Es würde aber keine „öffentliche Wiedergabe“ nach EU-Recht durch die Betreiber der Internetdienste vorliegen, solange sie beispielsweise die Inhalte „unverzüglich“ löschen, nachdem sie Kenntnis von diesen erlangt hätten, und solange sie technische Maßnahmen ergreifen, um Urheberrechtsverletzungen wirksam und glaubwürdig zu bekämpfen.

Ungarn hat das Gesetz, das „Werbung“ für Homosexualität und Geschlechtsumwandlungen bei Minderjährigen verbietet, gegen die Kritik von EU-Staaten verteidigt.

Das Gesetz richte sich gegen keine Minderheit und solle Minderjährige vor Pädophilen schützen, sagte Außenminister Peter Szijjarto heute bei einem Treffen der EU-Europaminister in Luxemburg. Er warf Kritikern vor, „Falschinformationen zu verbreiten“, und verwahrte sich gegen Einmischung in „nationale Kompetenzen“ Ungarns.

Edtstadler: „Wirklich besorgniserregend“

Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) zeigte sich unterdessen besorgt. Der Schutz von Minderjährigen vor Pädophilie sei eine „ganz wichtige Sache, hier braucht es auch strenge Strafen“, sagte Edtstadler vor dem Treffen. Aber eine Verknüpfung mit Homosexualität und das Hintenanhalten von Informationen für Jugendliche und Kinder sei „wirklich besorgniserregend“.

Deutschlands Europaminister Michael Roth kündigte an, Deutschland werde sich einer Erklärung Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs dazu anschließen. Die Benelux-Staaten sprachen sich gegen das ungarische Gesetz aus und fordern die EU-Kommission auf, dagegen vorzugehen.

Auch Irlands Europastaatsminister Thomas Byrne unterstützte die Erklärung der Benelux-Staaten. „Das ist falsch, was hier passiert“, sagte er.

EU-Kommission kündigte Prüfung an

Die EU-Kommission hatte bereits vergangene Woche angekündigt, das Gesetz auf mögliche Verstöße gegen EU-Recht zu prüfen.

Der Gesetzesentwurf war von der FIDESZ-Partei des rechtsnationalistischen Regierungschefs Viktor Orban eingebracht und am Dienstag vergangener Woche im Parlament verabschiedet worden. Bildungsprogramme zu Homosexualität und Werbung von Großunternehmen, die sich mit Homosexuellen solidarisch erklären, sollen künftig verboten werden, ebenso Aufklärungsbücher zu dem Thema.

Wirtschaft

Die weltgrößten Pharmafirmen haben mit Juni 506 Therapeutika und 260 Impfstoffe gegen das Coronavirus in der Pipeline gehabt. 2020 wuchsen ihre Umsätze immerhin um 4,4 Prozent, während die Weltwirtschaft pandemiebedingt um 3,5 Prozent schrumpfte.

Die CoV-Krise „war somit kein Wachstumstreiber, sondern führte im Gegenteil zu höheren Ausgaben für Forschung und Entwicklung“, analysiert die Prüfungs- und Beratungsfirma EY. Das zeigten die vielen neuen CoV-Mittel.

„Das Umsatzwachstum während der Coronavirus-Pandemie lässt zwei interessante Feststellungen zu“, sagt Erich Lehner, Leiter Life Sciences und Managing Partner Markets bei EY Österreich. „Zum einen ist die Widerstandskraft des Pharmasektors in Anbetracht der großen Wirtschaftskrise beeindruckend. Zum anderen ist die Branche kein Krisengewinner, denn Corona führte bei verschiebbaren Behandlungen zu Verzögerungen und beeinträchtigte laufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte.“

US-Dominanz nimmt zu

Aus den Bilanzen der 21 untersuchten Unternehmen lässt sich laut EY zudem ablesen, dass die Dominanz der Firmen mit Sitz in den USA zunimmt. US-Konzerne erzielten mehr als die Hälfte (51 Prozent, 2019 noch 49 Prozent) der Umsätze.

In der Rangfolge der nach Umsatz größten Unternehmen gab es zudem einige Verschiebungen: Während Pfizer 2019 noch das zweitgrößte Pharmaunternehmen der Welt war, fiel es durch die Ausgründung von Upjohn auf Rang sechs zurück.

Neu auf Platz zwei findet sich AbbVie, das durch den Erwerb von Allergan und organisches Wachstum einen Sprung nach vorn machte. Bei Bristol-Myers Squibb sorgte ein einziges neues Krebsmedikament für einen Umsatzanstieg von rund zehn Mrd. Euro.

Moderater Anstieg bei Gewinnen

Der operative Gewinn (EBIT) stieg bei den Konzernen im Schnitt nur noch moderat um 2,7 Prozent, wobei es zwischen den einzelnen Unternehmen sehr große Unterschiede gab. Im Jahr 2019 hatten sie noch einen satten Gewinnsprung von durchschnittlich 18,7 Prozent verzeichnet.

Deutlich stärker als die Umsätze stiegen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung der 21 größten Pharmaunternehmen. Sie legten 2020 um 9,2 Prozent zu, nachdem sie bereits im Jahr davor um 9,7 Prozent gewachsen waren.

Im Kampf gegen die Pandemie demonstrierte die gesamte Branche auch über die Top 21 hinaus ihre Innovationskraft. Anfang Juni befanden sich laut EY 260 Impfstoffe und 506 Therapeutika gegen das Virus in den verschiedenen Phasen der Entwicklung oder bereits auf dem Markt. Auch sind schon mehr als 1.000 verschiedene Coronavirus-Tests im Verkauf.

17 weitere Impfstoffkandidaten

Neben den vier in der EU bereits zugelassenen Impfstoffen gegen das Coronavirus befanden sich Anfang Juni weitere 17 Impfstoffkandidaten in der dritten und letzten Phase der Entwicklung vor dem Zulassungsverfahren.

Auch bei den Therapeutika für Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, gab es binnen eines Jahres vielversprechende Fortschritte. 465 Wirkstoffe waren Anfang Juni 2021 in Phase II (plus 168 Prozent seit Juni 2020) oder III (plus 135 Prozent) und somit nahe an der Zulassung.

Alle der 21 untersuchten Pharmariesen sind auch in Österreich tätig bis auf Otsuka. Die anderen sind AbbVie, Amgen Inc, Astellas Pharma, AstraZeneca, Bayer, Biogen, Boehringer Ingelheim, Bristol-Myers Squibb, Eli Lilly & Co., Gilead Sciences, GlaxoSmithKline, Johnson & Johnson, Merck & Co, Merck KGaA, Novartis, Novo Nordisk, Pfizer, Roche, Sanofi und Takeda Pharmaceutical.

In Italien ist eine rege Debatte über biodynamische Landwirtschaft entflammt, die auf die Weltanschauung des österreichischen Anthroposophen Rudolf Steiner (1861–1925) zurückgeht.

Der Senat in Rom verabschiedete einen Gesetzesentwurf zur Regelung der biologischen Landwirtschaft. Gebilligt wurde auch ein Artikel, mit dem die biodynamische der biologischen Landwirtschaft gleichgestellt wird.

Damit sollen auch biodynamische Landwirtschaftsunternehmen die gesetzlich vorgesehene Möglichkeit haben, die Biomarke „made in Italy“ zu erhalten und sich an biologische Landwirtschaftsgebiete anzuschließen. Der Entwurf, der jetzt noch von der Abgeordnetenkammer verabschiedet werden muss, wurde im Rahmen eines italienischen Plans zur Förderung des Biolandbaus gebilligt.

„Mittelalterliche Hexerei“

Die Gleichstellung der biodynamischen Landwirtschaft mit Biobau löste kritische Reaktionen italienischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus. Angeführt von der Senatorin auf Lebenszeit, Elena Cattaneo, unterzeichneten sie eine Petition, in der sie fordern, dass in der Abgeordnetenkammer der Gesetzesartikel gestrichen werde. Biodynamie habe keinerlei wissenschaftliches Fundament und ähnle „mittelalterlicher Hexerei“.

Kriterien wie von Biobetrieben

Biodynamie lehnt Methoden der Landwirtschaft ab, bei denen Schädlingsbekämpfungs- und Düngemittel zum Einsatz kommen. Statt Kunstdünger und Pestizide werden Präparate beispielsweise aus Kräutern, Gesteinsmehl und Kuhdung verwendet. Pflegemaßnahmen sowie Aussaat, Pflanzung und Ernte werden auf Mondphasen abgestimmt.

Carlo Triarico, Präsident des italienischen Verbands für biodynamische Landwirtschaft, wies den Vorwurf der „Hexerei“ zurück. Biodynamische Landwirtschaft sei eine konsolidierte Realität in Italien mit circa 4.500 Betrieben, die mit Erfolg auf diese Praktiken zurückgreifen.

Die Verfasserin des Gesetzesentwurfs, Maria Chiara Gadda, verteidigte den umstrittenen Artikel des Gesetzes. „Betriebe, die biodynamisch arbeiten, müssen Kriterien erfüllen, die von Biobetrieben verlangt werden.“

Europas größter Onlinemodehändler Zalando baut sein Kosmetikgeschäft weiter aus und kooperiert dafür mit der französischen Kette Sephora. Sephora werde über die Zalando-Plattform mehrere tausend Produkte von mehr als 300 Marken anbieten, kündigten beide Unternehmen heute an.

Die Tochter des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH ist aktuell in 35 Ländern aktiv und betreibt weltweit mehr als 2.000 Geschäften wie auch einen Onlineshop.

Sephora-Chef Martin Brok bezeichnete die Partnerschaft als einen wichtigen Schritt, um „dort zu sein, wo der Kunde ist“. Zalando habe bereits 42 Millionen Kunden in Europa. Die Coronavirus-Krise habe die Art und Weise verändert, wie Menschen einkauften, sagte Brok und ergänzte mit Blick auf das Umsatzwachstum: „Wir sind sehr optimistisch.“ Konkrete Zahlen nenne Sephora aber nie.

Dank CoV auch Schub für Kosmetikgeschäft

Im vierten Quartal will Sephora zunächst in Deutschland über Zalando Waren verkaufen und 2022 weitere europäische Länder hinzufügen. Zalando verkauft seit 2018 auch Kosmetik wie Make-up, Haut- und Haarpflege für Frauen sowie Männer und macht damit Douglas & Co. Konkurrenz.

In der Coronavirus-Krise, die dem DAX-Aspiranten im vergangenen Jahr zu einem Bruttowarenvolumen von mehr als zehn Milliarden Euro verhalf, geht auch das Kosmetikgeschäft gut.

Immer mehr Kunden kombinierten zuletzt den Kauf von Kleidung mit dem Erwerb von Parfum. Die strategische Partnerschaft mit Sephora werde weiteres Potenzial freisetzen, sagte Schneider.

In Richtung Plattformanbieter

Zalando etabliert sich stärker als Plattformanbieter, über den andere Händler, Modemarken und stationäre Geschäfte ihre Waren verkaufen und dafür wie auch für Logistik-Dienstleistungen Provisionen an Zalando zahlen. Wie groß der Anteil des Kosmetikgeschäfts am Gesamtumsatz ist, veröffentlicht Zalando derzeit nicht.

Die von der Coronavirus-Pandemie hart getroffene US-Fluggesellschaft Delta sucht Personal. Bis zum Sommer sollen mehr als 1.000 Pilotinnen und Piloten eingestellt werden, hieß es in einem Memo des Unternehmens.

Delta erwarte, dass das Freizeitreisevolumen in den USA in diesem Monat auf das Niveau vor der Pandemie zurückkehren werde, schrieb der Vorstand für das operative Geschäft, John Laughter, in einer E-Mail an die Mitarbeiter.

Auch die Geschäftsreisen sollten wieder anziehen, so Laughter. Die in Atlanta ansässige Fluglinie rechnet mit einer Lockerung der Reisebeschränkungen für Transatlantik-Reisen in der zweiten Jahreshälfte.

Wieder hat ein Wiener Start-up eine Milliardenbewertung bekommen. Die Lernplattform GoStudent wurde mit mehr als 1,4 Mrd. Euro bewertet und ist damit das wertvollste Start-up in Österreich und das wertvollste Ed-Tech-Unternehmen Europas.

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Sport

Die italienische Presse hat dem österreichischen Nationalteam nach dessen 1:0-Sieg über die Ukraine und dem damit verbundenen Aufstieg ins Achtelfinale großen Respekt gezollt. Italien ist als Sieger der Gruppe A in der ersten K.-o.-Runde am Samstag (21.00 Uhr, live in ORF1) im Londoner Wembley-Stadion Gegner der Österreicher.

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Dominic Thiem bestreitet beim mit 783.655 Euro dotierten ATP-250-Event auf Mallorca sein erstes Turnier auf Rasen seit zwei Jahren. Der Weltranglistenfünfte hatte als Nummer zwei gesetzt zum Auftakt ein Freilos. Er freue sich auf das Comeback, „aber auf dem Belag kann mir noch viel mehr passieren als auf allen anderen. Von dem her bin ich gespannt, wie es ausschaut“, sagte Thiem.

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Carl Nassib hat gestern (Ortszeit) in der National Football League (NFL) abseits des Spielfeldes ein Stück Geschichte geschrieben. Der Defensive End der Las Vegas Raiders machte als erster aktiver Spieler seine Homosexualität öffentlich. „Ich wollte das schon seit einiger Zeit tun und fühle mich endlich wohl damit, es loszuwerden“, richtete der 28-jährige Verteidiger in einem vielbeachteten Instagram-Posting aus.

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Umwelt & Klima

Anlässlich des internationalen Tages des Regenwaldes heute hat die Umweltschutzorganisation WWF Österreich Alarm geschlagen. Der Zustand der artenreichen Tropenwälder sei weltweit „dramatisch“. Laut einer Analyse des WWF hat die Regenwaldzerstörung im vergangenen Jahr durch die Coronavirus-Pandemie besonders stark zugenommen.

„Fehlende staatliche Kontrollen während der Lockdowns wie der Rückzug von Rangern und Polizei sowie finanzielle und soziale Notlagen durch die Pandemie haben zu einem Anstieg der illegalen Rodungen geführt. Wir dürfen in Krisenzeiten aber nicht auf den Schutz unserer Natur vergessen – sie ist unser Bollwerk gegen Krankheiten“, sagte Georg Scattolin, Regenwaldexperte beim WWF Österreich.

Gefahr von Zoonosen

Denn über 60 Prozent aller heute bekannten Infektionskrankheiten sind Zoonosen – der Großteil wird von Wildtieren übertragen. „Je kleiner ihr Lebensraum durch Waldzerstörung wird und je mehr wir Wildtiere dadurch in menschliche Nähe drängen, desto eher breiten sich Krankheiten aus. Wir müssen diesen Teufelskreis durchbrechen, um zukünftige Pandemien zu verhindern“, sagte Scattolin.

Allein während des ersten Lockdowns im März des Vorjahres gingen laut der Umweltschutzorganisation WWF 150 Prozent mehr Tropenwald verloren als im Durchschnitt desselben Monats in den Jahren 2017 bis 2019. Den größten prozentualen Zuwachs an Waldzerstörung erlitten die untersuchten Länder Südamerikas mit einem Anstieg von 167 Prozent, gefolgt von asiatischen Ländern, in denen um 155 Prozent mehr Tropenwald zerstört wurde, und Ländern des afrikanischen Kontinents mit einem Plus von 152 Prozent.

Ursachen auch in Europa

Die Ursachen für einen Anstieg der Waldzerstörung sind dem WWF zufolge nicht nur an Ort und Stelle, sondern auch in Europa zu suchen: Durch ihren unersättlichen Hunger auf Fleisch und Agrarrohstoffe wie Kaffee, Kakao und Holzprodukte verursacht die EU 16 Prozent der globalen Tropenwaldabholzung.

Etwa jedes sechste in der EU gehandelte Lebensmittel trägt zur Entwaldung in den Tropen bei. „Die Politik muss endlich Verantwortung dafür übernehmen. Wir brauchen ein umfassendes EU-Lieferkettengesetz, damit keine Regenwaldzerstörung auf unseren Tellern landet“, forderte Scattolin.

Gegen Bayer ist in den USA nach langer Pause wieder eine Klage wegen des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat vor Gericht eingereicht worden. Der Kläger Michael Langford macht die jahrzehntelange Verwendung des glyphosathaltigen Bayer-Herbizids Roundup für seine Krebserkrankung verantwortlich, wie seine Anwälte gestern mitteilten.

2007 wurde bei dem Mann aus Kalifornien das Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert, später entwickelte er weitere Krebsarten.

Die Klage wurde bei einem Gericht in San Franciso eingereicht, ein Gerichtstermin steht noch nicht fest. Bisher hat Bayer drei Glyphosatprozesse in erster Instanz verloren – mit millionenschweren Schadenersatzzahlungen – und in zwei der Berufungsverfahren Niederlagen erlitten.

Weitere Klagen möglich

Im Juli könnten in den USA weitere Glyphosatklagen vor Gericht kommen, hatte Vorstandschef Werner Baumann kürzlich gesagt. Die Klagewelle hatte sich der Konzern mit der Übernahme des Glyphosatentwicklers Monsanto ins Haus geholt.

Vor rund einem Jahr gab Bayer einen rund 11,6 Mrd. Dollar schweren Vergleich bekannt. Zuletzt standen aber noch für knapp 30.000 der zuletzt bekannten insgesamt 125.000 eingereichten und drohenden Klagen Einigungen aus.

Die Vorwürfe gegen Glyphosat hat Bayer stets zurückgewiesen. Behörden weltweit haben das Mittel als nicht krebserregend eingestuft. Allein die Krebsforschungsagentur IARC bewertete den Wirkstoff 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“. Auf diese Einschätzung beriefen sich die Kläger.

Das Great Barrier Reef ist laut einem Ausschuss der Vereinten Nationen (UNO) in Gefahr. Das Weltkulturerbe vor der Nordostküste Australiens soll wegen der Auswirkungen des Klimawandels auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt werden, empfahl ein Gremium der UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO).

Fische und Korallen am Great Barrier Reef (Australien)
Reuters/Lucas Jackson

Der Vorschlag werde bei einem Treffen der UNESCO in China kommenden Monat erörtert. Australiens Umweltministerin Sussan Ley kündigte bereits an, gegen die Empfehlung Einspruch einzulegen.

Die UNO-Organisation habe in dem Empfehlungsentwurf die „herausragenden und wissenschaftsbasierten Strategien“ ihres Landes zum Schutz des weltberühmten Korallenriffs nicht ausreichend bedacht, kritisierte Ley.

Das Great Barrier Reef ist ein wichtiges Tourismusziel und damit Wirtschaftsfaktor, Tausende Arbeitsplätzen sind davon abhängig.

Das Land Kärnten und der Bund machen es sich künftig zum gemeinsamen Ziel, Ortskerne zu stärken, die Zersiedelung zu stoppen und mehr nachhaltigen Lebensraum zu schaffen. Heute wurde die Kooperation besiegelt.

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Die geplante U-Bahn in der Stadt Salzburg wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) brauchen: Das bestätigte jetzt die Projektgesellschaft. Die UVP sei von der Behörde in einer Einzelfallprüfung per Feststellungsbescheid vorgeschrieben worden.

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Chronik

Um Teilnehmer illegaler Straßenrennen besser verfolgen zu können, bekommt die heimische Polizei insgesamt 37 PS-starke Fahrzeuge. Angekauft werden etwa Audi S3, Golf GTI und Seat Cupra – Modelle, die nicht den gängigen Zivilstreifenfahrzeugen entsprechen und somit von der Roadrunner-Szene nicht leicht als Polizeifahrzeuge erkannt werden sowie die Verfolgung der Raser ermöglichen. Die ersten Autos wurden heute in Wien übergeben.

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Zu lebenslanger Haft ist heute ein 74-jähriger Pensionist vor einem Geschworenengericht am Landesgericht Steyr (Oberösterreich) verurteilt worden. Der Mann soll seine Frau im Jänner dieses Jahres in Aschach an der Steyr getötet haben.

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In Wien-Leopoldstadt ist eine Frau beim Duschen zusammengebrochen, auch ihr Partner und ein Baby wurden ins Spital gebracht. Auslöser war laut Feuerwehr ein unsachgemäß installiertes mobiles Klimagerät.

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Mehr und mehr Kinder können nicht schwimmen. Die CoV-Pandemie hat dazu geführt, dass der Schwimmunterricht oft nicht stattfand. Landesweit können rund 160.000 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre nicht schwimmen – davon mehr als 130.000 im Alter bis neun Jahre.

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Ein Bär hat in einem Nationalpark in Sibirien eine Touristengruppe angegriffen und einen 16-Jährigen getötet. Ein weiterer Mensch wurde verletzt, wie der Park in der Region Krasnojarsk mitteilte.

Die Touristen seien von einem Campingplatz gekommen und weit abseits der offiziellen Wanderwege durch den Wald gegangen. Mitarbeiter hätten nach dem Unglück stundenlang nach dem Bären gesucht und ihn schließlich geschossen. Der Park veröffentlichte gestern Abend (Ortszeit) ein Foto des getöteten Tieres.

Das aggressive Verhalten des Bären sei auch darauf zurückzuführen, dass er im langen Winter nicht genug zu fressen bekommen habe, sagte der Parkdirektor. Laut Staatsagentur TASS wurden einige Wege vorübergehend für Touristen gesperrt. Die regionale Zivilschutzbehörde kündigte an, den Vorfall zu untersuchen.

Science

In sozialen Netzwerken können Freundschaften gepflegt werden, oft aber geben Hohn und Verleumdung den Ton an. Gegner werden offen beschimpft und angegriffen. Für Politikerinnen und Politikern zahlt sich das tatsächlich aus. Eine Studie aus den USA zeigt: Solche Attacken werden doppelt so oft geteilt wie Posts zur eigenen Partei.

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Religion

UNO-Menschenrechtsexpertinnen und -experten haben den Vatikan zu einem stärkeren Vorgehen gegen Kindesmissbrauch in katholischen Einrichtungen aufgefordert. Der Heilige Stuhl müsse sicherstellen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen und die Opfer entschädigt würden, hieß es gestern in einer Pressemitteilung des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen in Genf.

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Kultur

„Alles oder nichts wortet – Festschrift für Ferdinand Schmatz“, herausgegeben vom Institut für Sprachkunst der Universität für angewandte Kunst Wien (De Gruyter), das von Anna Horak gestaltete Kinderbuch „Lina, die Entdeckerin“ (Achse) und David Einwallners im Eigenverlag publiziertes Schriftdesign-Buch „A Non-Reader for people who like to look at letters“ sind mit Staatspreisen im Rahmen der schönsten Bücher Österreichs 2020 prämiert worden.

Die vom Kulturministerium vergebenen Staatspreise sind mit je 3.000 Euro dotiert. Insgesamt wählte eine Fachjury 15 preiswürdige Titel aus. Die offizielle Verleihung der Auszeichnungen erfolgt im Herbst bei der Buch Wien 21, die von 10. bis 14. November stattfindet.

Die 15 prämierten Publikationen sind außerdem Österreichs Beitrag zum internationalen Wettbewerb „Die schönsten Bücher aus aller Welt“.

US-Schauspielerin Rita Wilson und die kanadische Filmkomponistin Lesley Barber zählen zu den neuen Mitgliedern, die in den Vorstand der Oscar-Akademie gewählt worden sind. Das gab der Filmverband gestern in Beverly Hills bekannt. Wiedergewählt wurden unter anderen die dänische Regisseurin Susanne Bier und Filmproduzentin Jennifer Todd.

Dem „Board of Governors“ gehören 54 Mitglieder an, nun sitzen erstmals in der 94-jährigen Geschichte des Oscar-Verbandes mehr Frauen als Männer im Vorstand. Die Zahl der Frauen sei von 26 auf 31 gestiegen, teilte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences mit. Der Anteil von Vertretern unterrepräsentierter Minderheiten ging von zwölf auf 15 in die Höhe.

Die mehr als 9.000 Mitglieder starke Organisation ist in 17 Sparten aufgeteilt, darunter Schauspieler, Regisseure und Produzenten. Jeder Bereich wird von drei „Governors“ vertreten, die alle drei Jahre neu gewählt werden. Der Academy-Präsident benennt zusätzlich drei Mitglieder.

Kritik an Mangel an Diversität

Der Verband setzte sich traditionell aus überwiegend männlichen Mitgliedern weißer Hautfarbe zusammen. Der Mangel an Vielfalt hatte in den letzten Jahren zu Kritik geführt. Die Akademie kündigte daraufhin an, sich um Diversität in den eigenen Reihen zu bemühen. Die 9.000 Mitglieder wählen alljährlich die Träger der renommierten Oscar-Filmpreise.

Ein Vergewaltigungsvorwurf gegenüber dem Berliner Rapper Samra hat über das Wochenende eine große Debatte darüber ausgelöst, ob Deutschrap nicht nur ein textliches Sexismusproblem, sondern ein Problem mit sexueller Gewalt hat. Unter dem Hashtag „#deutschrapmetoo“ berichten viele Mädchen und Frauen von übergriffigen Erfahrungen mit Deutschrappern. Die Szene reagiert darauf sehr unterschiedlich.

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Panorama

Wegen einer Mäuseplage ist ein Gefängnis mit Hunderten Insassen in Australien geräumt worden. Horden der Nagetiere hatten sich durch Deckenverkleidungen und Kabel gebissen, wie die Gefängnisverwaltung von New South Wales heute mitteilte.

Bis Ende des Monats sollen nun bis zu 420 Häftlinge sowie 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gefängnisses in Wellington in andere Einrichtungen verlegt werden, um dringend notwendige Reparaturarbeiten zu ermöglichen.

Australien leidet derzeit unter einer extremen Mäuseplage. Es ist die jüngste in einer Reihe von Plagen, die der Landwirtschaft des Landes zuletzt schweren Schaden zugefügt haben. Auf jahrelange Hitze folgten Ende 2019 und Anfang 2020 verheerende Buschfeuer. Anschließend führten heftige Regenfälle zu Überschwemmungen.