COV Ausland

Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über die gemeinsame Anschaffung eines Covid-19-Medikaments des Pharmaunternehmens Eli Lilly abgeschlossen. 18 EU-Staaten beteiligten sich am gemeinsamen Kauf von 220.000 Behandlungen eines Medikaments mit monoklonalen Antikörpern, teilte die Brüsseler Behörde heute mit.

Es handle sich um die Kombination der beiden monoklonalen Antikörper Bamlanivimab und Etesevimab zur Behandlung von Covid-Patienten, die keinen Sauerstoff brauchen, bei denen jedoch die Gefahr einer schweren Erkrankung bestehe. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) prüft derzeit eine Zulassung des Antikörper-Cocktails. Die EU-Kommission hat bereits Verträge für andere Medikamente abgeschlossen.

Das Coronavirus-Impfzertifikat von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist in sozialen Netzwerken aufgetaucht. Der QR-Code mit Angabe von Namen und Geburtsdatum Macrons sowie seinen Impfinformationen sei aufgrund eines Fehlverhaltens im Netz gelandet, hieß es heute aus dem Elyseepalast in Paris.

Ob der Code ausgetauscht werde, sei noch unklar. Dem Elysee zufolge haben Frankreichs Gesundheitskräfte Zugriff auf ein zentralisiertes System mit Coronavirus-Impfzertifikaten. Aus dem Kreise dieses Personals sei Macrons QR-Code aus Versehen oder mit Absicht in Umlauf gebracht worden.

Strikte Regeln

Macron hatte Frankreich im Juli strikte Regeln im Kampf gegen eine vierte Welle auferlegt. Impfungen wollte er vorantreiben. Der Besuch von Restaurants, Bars und Museen sowie Fahrten etwa mit dem Fernzug sind mittlerweile nur mit dem Gesundheitspass erlaubt.

Als Gesundheitspass zählt neben einer Impfung ein Genesungsnachweis oder ein negativer Test. Nach seiner CoV-Infektion im Dezember war Macron im Mai geimpft worden.

Mehr als 70 Prozent geimpft

Mittlerweile sind mehr als 70 Prozent der Menschen in Frankreich vollständig gegen das Coronavirus immunisiert. Die Zahl der Neuansteckungen sinkt weiter und lag zuletzt landesweit auf sieben Tage gesehen bei etwa 76 je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Rund eineinhalb Jahre nach Verhängung der CoV-Maßnahmen hat die argentinische Regierung zahlreiche Lockerungen angekündigt. Das Tragen einer Maske sei im Freien nicht länger verpflichtend, sagte Gesundheitsministerin Carla Vizzotti heute. Wirtschaftliche, kulturelle, religiöse und sportliche Aktivitäten seien bei Einhaltung der Abstandsregeln, regelmäßigem Lüften und mit Maske wieder zu 100 Prozent möglich. Diskotheken dürfen für Geimpfte mit einer Auslastung von 50 Prozent wieder öffnen.

Ab 1. Oktober werden auch Großveranstaltungen wieder erlaubt. Fußballstadien dürfen dann beispielsweise zu 50 Prozent ausgelastet werden. Zudem öffnet Argentinien schrittweise wieder seine Grenzen für Ausländer.

Strenge Maßnahmen seit Vorjahr in Kraft

Im vergangenen Jahr hatte das südamerikanische Land sehr strenge Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie verhängt. Die Ausgangsbeschränkungen galten zudem so lange wie in kaum einem anderen Land der Welt. Teilweise durften die Menschen ihre Wohnung nur für wichtige Einkäufe und Arztbesuche verlassen. Zuletzt waren die Infektionszahlen allerdings deutlich gesunken. Trotz Lieferschwierigkeiten sind mittlerweile fast 45 Prozent der Argentinier vollständig geimpft.

Italien will die seit Mai geltende Impfpflicht für das Gesundheitspersonal über die Frist des 31. Dezember hinaus verlängern. Die Verlängerung der Impfpflicht soll Mitte Dezember aufgrund der Situation im Land beschlossen werden, sagte Gesundheitsstaatssekretär Pierpaolo Sileri heute in einem TV-Interview.

„Die Zahl der nicht geimpften Beschäftigten im Gesundheitswesen liegt bei weniger als zwei Prozent, das entspricht 35.000 Personen, und ich hoffe, dass diese Zahl noch weiter sinkt“, so Sileri.

„In drei bis vier Wochen werden wir 90 Prozent der Menschen geimpft haben, und ich glaube, dass die Ausdehnung des ‚Grünen Passes‘ als Bedingung für alle Arbeitnehmer, ihrem Beruf nachzugehen, die Impfung weiter vorantreiben wird“, so der Staatssekretär.

„Grüner Pass“ auch für Arbeit nötig

Nachdem die Regierung vergangene Woche die Ausdehnung des „Grünen Passes“ auf alle Beschäftigten beschlossen habe, sei die Impfbereitschaft in Italien gestiegen. „Ich glaube, dass durch den ‚Grünen Pass‘ ein deutlicher Anstieg der Impfbuchungen zu verzeichnen sein wird, wie wir diese Woche bereits gesehen haben“, so Sileri.

In Italien müssen ab dem 15. Oktober alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mit dem „Grünen Pass“ eine Coronavirus-Impfung oder einen negativen Test vorweisen, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen. Andernfalls drohen Sanktionen. Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorweisen kann, muss mit einer Suspendierung rechnen.

Tests sind nur für Menschen gratis, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Die Entscheidung der Regierung betrifft rund 23 Millionen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. De facto sind unter den Erwachsenen nur noch Pensionisten, Arbeitslose sowie Hausfrauen und Hausmänner nicht von der Passpflicht betroffen.

COV Inland

Die CoV-Regeln sind schon bisher in Wien strenger als in anderen Bundesländern. Heute stellte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) neue Maßnahmen ab 1. Oktober vor, darunter eine „2-G-Regel“ für die Nachtgastronomie und größere Events. Zudem müssen Kunden künftig im gesamten Handel wieder eine FFP2-Maske tragen.

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Verschärfungen „werden Impfrate steigern“

Epidemiologe Gerhard Gartlehner rechnet damit, dass die neuen Verschärfungen vor allem bei jüngeren Personen die Impfrate steigern werden. Aufgrund der Delta-Variante sei es außerdem „höchste Zeit“, die Antigen-Tests abzuschaffen.

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„Auf Frauen vergessen“

„Die Stadt Wien hat auf über 16.000 Frauen und Mädchen vergessen“, kritisiert die Organisatorin des Österreichischen Frauenlaufs, Ilse Dippmann. Dieser findet am 3. Oktober im Prater statt. Hier soll nun die „2-G-Regel“ gelten.

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Am Donnerstag und Freitag wird es in Landeck (Tirol) „Offene Impftage“ geben. Dort können sich alle Impfwilligen ohne Anmeldung gegen das Coronavirus impfen lassen. Bis jetzt sind knapp 66 Prozent der impfbaren Bevölkerung ab zwölf Jahren immunisiert.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 149,8 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl weiterhin in Wien (210,8) und Oberösterreich (188). Am niedrigsten ist der Wert in Tirol (86,7) und dem Burgenland (91,6).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 1.240 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 1.240 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit starben laut Ministerien bisher 10.918 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 897 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 214 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

In der Arbeitswelt könnte es in Österreich – ähnlich der ab Mitte Oktober geltenden Regelung in Italien – zu einer „3-G-Regel“ kommen. Es gebe dazu aktuell Gespräche zwischen den Sozialpartnern, hieß es aus dem Gewerkschaftsbund heute zur APA.

Im Gesundheitsministerium gab man sich durchaus offen für derartige Schritte: Ziel sei eine Erhöhung der Impfquote, „es ist daher gut, dass sich die Sozialpartner auf eine Lösung verständigen wollen“.

„Die Intensivstationen bestmöglich zu entlasten ist die wichtigste Aufgabe des Pandemiemanagements. Deshalb muss die Impfquote erhöht werden, und deshalb müssen Ungeimpfte geschützt werden, damit sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig anstecken“, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

„Jeder Vorschlag, der dabei hilft, ist zu begrüßen.“ Auf die Umsetzung des weiteren Stufenplans habe eine solche Maßnahme „keine Auswirkungen“.

Regeln nicht nur nur für Bürojobs im Gespräch

Seitens der Gewerkschaft bestätigte man einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung „Österreich“, wonach es Gespräche auf Sozialpartnerebene gebe. „Wir stehen diesem Vorhaben positiv gegenüber“, so eine ÖGB-Sprecherin. Es gehe dabei um einen „3-G“-Nachweis in der Arbeit generell, nicht nur in Büros, präzisierte sie.

In der Wirtschaftskammer verwies man auf ähnliche, schon bestehende Maßnahmen außerhalb Österreichs: „Es gibt international Modelle, wo 3-G bzw. ähnliche Regelungen am Arbeitsplatz zur Anwendung kommen. Auf Expertenebene werden unter Einbindung der Sozialpartner die Praxistauglichkeit und der Nutzen solcher Modelle evaluiert“, hieß es.

Vorerst keine Stellungnahme gab es aus dem Arbeitsministerium. Laut „Österreich“-Bericht wird seitens der Regierung aktuell geprüft, wer für die gesetzlichen Rahmenbedingungen zuständig ist – ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher oder Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

Rendi-Wagner: „Mehr Schutz und Sicherheit“

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner plädierte heute – wie schon in der Vergangenheit – für die Einführung einer solchen Regelung. „Was am Wirtshaustisch gilt, sollte auch am Arbeitsplatz gelten“, sagte sie in einer Pressekonferenz. Den Arbeitnehmern bringe das mehr Schutz und Sicherheit, für die Arbeitgeber mehr Klarheit.

In Italien wird – als erstem europäischen Land – der „Grüne Pass“ für alle Beschäftigten des öffentlichen und privaten Sektors zur Pflicht gemacht. Ab dem 15. Oktober soll man nur noch geimpft, genesen oder getestet an den Arbeitsplatz kommen dürfen. Der Beschluss wurde bei einer Ministerratssitzung am Donnerstag gefasst.

Ein neues Denkmal im Grazer Burggarten soll an die CoV-Pandemie erinnern und zur Reflexion anregen. Das Kunstwerk „Distanzierte Nähe“ des steirischen Künstlers Wolfgang Becksteiner wurde heute präsentiert.

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Ausland

In Namibia haben rund 300 Menschen aus Protest gegen das mit Deutschland verabredete Völkermord-Entschädigungsabkommen das Parlament gestürmt. Angeführt von Vertretern der Opposition und traditionellen Führern betroffener Gemeinden zogen die Demonstranten heute durch die Hauptstadt Windhuk und drangen in das Parlament ein, in dem die Nationalversammlung über die Einigung abstimmen sollte.

Petition übergeben

Sie übergaben Vizeparlamentspräsident Loide Kasingo eine Petition, in der das angebotene Entschädigungsvolumen von rund 1,1 Milliarden Euro als zu gering kritisiert wurde. Zudem bemängeln sie, nicht an den Verhandlungen mit Deutschland beteiligt gewesen zu sein. Das Abkommen sei eine eklatante Missachtung der legitimen Wiedergutmachungs- und Restitutionsforderungen.

Ehemalige Kolonie

Truppen des Deutschen Reiches hatten zwischen 1904 und 1908 in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika Aufstände gewaltsam niedergeschlagen und Gräueltaten an den Volksgruppen der Herero und Nama verübt. Zehntausende Menschen starben.

Nach jahrelangen Verhandlungen hatten sich Deutschland und Namibia Ende Mai auf ein Aussöhnungsabkommen geeinigt. Der deutsche Außenminister Heiko Maas erklärte damals, im Lichte der historischen und moralischen Verantwortung Deutschlands werde man Namibia und die Nachkommen der Opfer um Vergebung bitten.

Benennung als Völkermord

Zu der Einigung über eine Aussöhnung gehöre, dass die Ereignisse der deutschen Kolonialzeit im heutigen Namibia und vor allem die Gräueltaten an den Herero und Nama ohne Schonung und Beschönigung als Völkermord benannt würden.

Als Geste der Anerkennung des unermesslichen Leids wolle Deutschland Namibia und die Nachkommen der Opfer mit einem Programm in Höhe von 1,1 Milliarden Euro zum Wiederaufbau und zur Entwicklung unterstützen. Das Geld soll namibischen Angaben zufolge in Infrastruktur-, Gesundheits- und Ausbildungsprogramme fließen.

Die Vereinbarung war bereits vor Monaten von bestimmten namibischen Gruppen als ungenügend kritisiert worden. Es wird gleichwohl erwartet, dass das Parlament dem Vorhaben zustimmt.

Libyens Parlament hat der unter UNO-Schirmherrschaft gebildeten Übergangsregierung das Vertrauen entzogen. 89 von 113 Abgeordneten stimmten heute bei einem Misstrauensvotum gegen die Führung, wie ein Sprecher des Parlaments mitteilte. Die Übergangsregierung wird die Geschicke des Landes damit bis zur Wahl einer neuen Führung nur noch geschäftsführend leiten.

Einige Abgeordnete lehnten die Entscheidung des Parlaments ab und bezeichneten den Abstimmungsprozess als rechtswidrig. Die Regierung äußerte sich bisher nicht zu dem Votum.

Die Übergangsregierung war das Ergebnis eines nationalen Dialogforums unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen. Sie löste die international anerkannte Regierung mit Sitz in Tripolis und die Gegenregierung mit Sitz im Osten des Landes ab. Sie soll Libyen zu landesweiten Wahlen am 24. Dezember führen. Ob diese tatsächlich stattfinden werden, ist aber unklar. Seit Monaten streiten die politischen Lager über den Ablauf und darüber, welche Regeln für die Kandidaten gelten sollen.

Die Gespräche mit dem Iran zur Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015 sollen binnen weniger Wochen starten. Ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran kündigte heute den baldigen Beginn des Treffens in Wien an, für das Vorbereitung und eine Agenda nötig seien. Seit April wird versucht, das Atomabkommen wieder in Gang zu bringen, das den Iran vom Bau von Kernwaffen abhalten soll.

Die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland und China hatten es 2015 mit dem Iran abgeschlossen. Die USA waren aber unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump einseitig ausgestiegen und hatten Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängt. Diese begann daraufhin, gegen die Auflagen der Vereinbarung zu verstoßen.

Unter Präsident Joe Biden haben sich die USA offen für eine Neuauflage des Abkommens gezeigt. Der Iran hat stets erklärt, er strebe nicht nach Atomwaffen und nutze seine Atomanlagen zur Energiegewinnung.

Nach Auszählung aller Stimmen bei der Parlamentswahl in Russland sehen Opposition und Wahlbeobachterinnen und -beobachter ihre Betrugsvorwürfe bestätigt. In der Hauptstadt Moskau etwa gebe es klare Beweise dafür, dass die Abstimmung zunächst zugunsten der Opposition ausgegangen sei, hieß es in einer heute auf Instagram veröffentlichten Erklärung des inhaftierten Kreml-Gegners Alexej Nawalny.

Mit der späteren Veröffentlichung von Daten der Onlineabstimmung sei das Ergebnis dann aber im Sinne der Kreml-Partei Geeintes Russland angepasst worden. Das Ergebnis sei auf „primitivste Weise“ verändert und den Wählern somit gestohlen worden, schimpfte Nawalny.

Wahlkommission: 49,8 Prozent für Putin-Partei

Heute Früh hatte die russische Wahlkommission der von Präsident Wladimir Putin unterstützten Partei erneut den Sieg zugesprochen. Geeintes Russland musste zwar leichte Verluste hinnehmen, erhielt aber 49,8 Prozent der Stimmen und holte letztlich erneut die absolute Mehrheit in der Staatsduma. Auf dem zweiten Platz landeten mit 18,9 Prozent die Kommunisten.

Über die Fünfprozenthürde schafften es außerdem die Rechtspopulisten der LDPR, die Partei Gerechtes Russland sowie erstmals die neue Partei Nowyje Ljudi (Deutsch: Neue Leute). Alle in der neuen Duma vertretenen Parteien gelten als kremlnah. Die Wahl, die mit Blick auf die Präsidentenwahl 2024 auch als wichtiger Stimmungstest für Putin galt, war am Sonntag nach drei Tagen zu Ende gegangen.

Nawalny lobte, dass in dieser Zeit Beobachter in den Wahllokalen um die Stimmen und gegen den Betrug gekämpft hätten. Zugleich ließ er durchblicken, dass mit großen Protesten auf der Straße gegen die „gestohlene“ Wahl kaum zu rechnen sei. „Die Einschüchterung und die Repressionen haben vielen den Willen genommen; die Menschen haben einfach Angst, auf die Straße zu gehen“, schrieb er weiter.

Inland

In vielen Bundesländern gibt es Engpässe beim Lehrpersonal. Das heißt aber nicht, dass Klassen ohne Lehrerinnen und Lehrer auskommen müssen, so die Bildungsdirektionen. Abhilfe sollen Überstunden, Studierende und pensionierte Lehrpersonen schaffen.

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Fachlich versiert, öffentlich jedoch kaum wahrnehmbar: Die Arbeit in den Ausschüssen des Parlaments gilt als zentrales Vehikel für künftige Gesetze. Hier trennt sich quasi die Spreu vom Weizen – so sollte es jedenfalls ablaufen. Doch etliche Anträge werden vertagt. Im Parlamentsjargon wird durchaus auch von einem „Begräbnis erster Klasse“ gesprochen.

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Bei der Abschlusspressekonferenz vor der Graz-Wahl hat sich KPÖ-Spitzenkandidatin Elke Kahr heute gegen fixe Koalitionen und für inhaltliche Übereinkünfte nach der Wahl ausgesprochen. Die Partei sei bereit für mehr Verantwortung und mehr Ressorts.

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NEOS fordert „Talentschulen“

NEOS-Spitzenkandidat für die Graz-Wahl Philipp Pointner und der steirische Landtagsklubchef Niko Swatek fordern unterdessen „Talentschulen“ für die Steiermark. Laut Swatek sollen „jene Schulen mit den größten Problemen zu den besten Schulen werden“.

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Sport

Jessica Pilz hat bei der Kletter-WM in Moskau die Goldmedaille in der Kombination (Speed, Bouldern, Lead) erobert. Den Weltmeistertitel fixierte die 24-jährige Niederösterreicherin heute als Fünfte im Lead-Halbfinale und damit als einzige Lead-Finalistin unter den Kombi-Konkurrentinnen. Damit war sie in der Multiplikation der drei Disziplinen nicht mehr von Platz eins zu verdrängen.

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Die Karriere des erfolgreichsten Skispringers im Weltcup aller Zeiten ist heute zu Ende gegangen. Gregor Schlierenzauer zog nach 15 Jahren auf den Schanzen dieser Welt einen Schlussstrich. „Es war eine einzigartige und gefühlsintensive Reise, die nun anders weitergeht“, so der Tiroler in seinem Blog auf seiner Homepage.

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Für den FC Barcelona gleicht die erste Saison nach dem Abschied von Lionel Messi bisher einer Selbstfindungsphase. Nach dem hart erkämpften 1:1 daheim gegen Granada stellte Trainer Ronald Koeman klar, dass das „alte“ Barca Geschichte sei. Das berühmte „Tiki-Taka“, also Kurzpassspiel mit langen Ballstafetten, sei aktuell nicht möglich, sagte der Niederländer. Einer, der von der Verjüngungskur bei den Katalanen profitieren soll, ist der Österreicher Yusuf Demir.

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Medien

Zum Moderatorenteam des BBC-Kinderfernsehens CBeebies gehört in Zukunft auch ein junger Mann mit Downsyndrom. Wie der Sender per Twitter mitteilte, soll George Webster bald in dem Programm „CBeebies House“ zu sehen sein.

In einem Clip des Senders, der gestern veröffentlicht wurde, sagte der 20-Jährige: „Ich bin so stolz und freue mich so sehr darauf, loszulegen“. Seine Familie habe ihm stets gesagt, er könne alles erreichen, so Webster weiter und fügte hinzu: „Und seht mal her, hier bin ich. Im CBeebies House!“

In kleinen Ausschnitten aus der Sendung ist er beispielsweise dabei zu sehen, wie er Essen zubereitet oder sich mit dem Maskottchen Dodge, einer Hundehandpuppe, unterhält. Webster, der auch als Tänzer und Schauspieler engagiert wurde, hatte zuvor mit einem Video des BBC-Schulfernsehens über das Downsyndrom aufgeklärt und damit auf sich aufmerksam gemacht.

Wirtschaft

Auf dem Areal des ehemaligen Fußballstadions in Wiener Neustadt (Niederösterreich) entstehen neue Wohnanlagen. Für rund 1.200 Menschen wird hier Wohnraum geschaffen. Es soll „genügend Platz“ für Begegnungszonen und Grünflächen geben, heißt es.

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Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter: Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen (ohne Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer) hat erstmals seit Beginn der Krise das Niveau der Vergleichswoche von 2019 vor der Coronavirus-Krise unterschritten.

Mit 268.028 beim AMS gemeldeten arbeitslosen Personen gibt es um 1.129 Arbeitslose weniger als 2019, teilte das Arbeitsministerium heute mit. Nimmt man alle Arbeitslosen inklusive Schulungsteilnehmende, ist die Gesamtzahl mit 335.058 (2021) immer noch höher als 2019 mit 329.083.

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Chronik

In Salzburg hat sich heute ein Lehrling wegen Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen vor Gericht verantworten müssen. Der 18-Jährige soll sich früher als Schüler mehrfach an seiner Cousine vergangen haben. Dazu kommen Vorwürfe, dass er auch ein anderes Mädchen missbraucht habe.

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Nach einem bewaffneten Banküberfall in Krumbach in Niederösterreich am Mittwoch fahndet die Polizei nun nach einem 68-jährigen Verdächtigen. Der Mann war aus einem Gefängnis in Deutschland geflohen und gilt als gefährlich.

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Nach rund drei Wochen Pause ist der Vulkan Ätna auf Sizilien wieder ausgebrochen. Heute früh registrierte das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) steigende Aktivitäten im Inneren des Berges, eine Aschewolke stieg rund 9.000 Meter auf. Aus dem Krater der südöstlichen Seite floss etwas Lava.

Der offiziell 3.357 Meter hohe Vulkan spuckt seit Mitte Februar immer wieder Lava und Asche, rund 50 Ausbrüche wurden registriert. Diese sind oft spektakulär zu beobachten, meist aber ungefährlich für die umliegenden Dörfer und die im Süden gelegene Großstadt Catania. Der dortige Flughafen kann derzeit noch angeflogen werden.

Vulkan auf La Palma: Bereits 6.000 Menschen auf der Flucht

Nach dem Ausbruch eines Vulkans der Cumbre-Vieja-Kette auf der Kanareninsel La Palma ist unterdessen die Zahl der Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, auf 6.000 gestiegen. Wie die Behörden mitteilten, geht der Anstieg darauf zurück, dass gestern Abend nach dem Austreten von Lava an einer weiteren Stelle etwa 500 weitere Menschen in Sicherheit gebracht wurden.

Die neue Ausbruchsstelle befinde sich in der Gegend von Tacande in der Gemeinde El Paso, teilten die Rettungskräfte auf Twitter mit. Die Erde dort brach nach einem Erdbeben der Stärke 4,1 auf, wie das Vulkanologische Institut der Kanaren mitteilte. In der Folge bildeten sich in der Nacht Autoschlangen mit Menschen, die die Umgebung verließen.

Der Vulkan brach am Sonntag zum ersten Mal seit 50 Jahren aus, die Rauchwolken über dem Vulkan sind Hunderte Meter hoch. Täglich stößt er 8.000 bis 10.500 Tonnen Schwefeldioxid aus.

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Gesundheit

Das Wiener Anton Proksch Institut, laut eigenen Angaben Europas größte Suchtklinik, wird derzeit umfassend erneuert. In einem ersten Schritt wurde heute die neu errichtete Drogenstation mit 45 Therapieplätzen, Therapieräumen und Werkstätten eröffnet.

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Kultur

Der Liedermacher Wolf Biermann will den ihm verliehenen Ovid-Preis des deutschen Exil-PEN der belarussischen Oppositionellen Maria Kolesnikowa zukommen lassen. Er werde die Auszeichnung für sein Lebenswerk am 5. Oktober in Frankfurt entgegennehmen, um sie „im Handumdrehen“ an Kolesnikowa weiterzugeben, heißt es in einer der dpa in Berlin vorliegenden Stellungnahme des 84-Jährigen.

„Seit das Volk in Belarus endlich auf die Straßen ging, gegen Wladimir Putins Kanaille, den Diktator Alexander Lukaschenko, wurde Maria Kolesnikowa eine Ikone des zivilen und friedlichen Widerstands“, schreibt Biermann.

Zu elf Jahren Haft verurteilt

Kolesnikowa war Anfang September in Minsk zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil erging fast ein Jahr nach ihrer Festnahme im Zuge der Proteste gegen Machthaber Lukaschenko und lautete auf angebliche versuchte illegale Machtergreifung.

„Es gibt eben nicht nur das Raus-mit-dir!!-Exil, sondern auch das noch elendere Rein-mit-dir!!-Exil: die Verbannung in das heimatlich-vaterländische Gefängnisloch“, schreibt Biermann, der 1976 als Oppositioneller aus der DDR ausgebürgert worden war.

Der Ovid-Preis des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland wird alle zwei Jahre vergeben. Die Auszeichnung war Biermann bereits 2020 zuerkannt worden, konnte aber bisher nicht übergeben werden.

Er ist als großer Provokateur in der Kunstszene bekannt – jetzt muss sich der belgische Künstler, Regisseur und Choreograf Jan Fabre wegen mutmaßlicher sexueller Belästigung vor Gericht verantworten.

Die Verhandlung soll am 25. März und am 1. April 2022 stattfinden, kündigte ein Gericht in Antwerpen heute an. Mehrere Mitglieder seiner Tanzkompanie werfen Fabre sexuelle Belästigung vor. Dem 62-Jährigen drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis.

„Sein Motto war: kein Sex, kein Solo“

Im Zuge der „#MeToo“-Debatte über sexualisierte Gewalt gegen Frauen hatten sich im September 2018 rund 20 frühere Mitglieder von Fabres Antwerpener Tanzkompanie Troubleyn in einem offenen Brief über jahrelange Erniedrigungen und sexuelle Belästigung beschwert. „Sein Motto war: kein Sex, kein Solo“, schrieb einer der wenigen männlichen Unterzeichnenden des offenen Briefes, der in einem flämischen Magazin erschienen war.

Fabre, der auf der Bühne bereits einen Masturbationswettbewerb darstellen ließ und sich für das Werfen von Katzen entschuldigen musste, hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen.

„Ich habe nie die Absicht gehabt, Menschen einzuschüchtern oder psychisch oder sexuell zu verletzen“, versicherte er. Zwölf Menschen, die mit dem Choreografen und Theaterregisseur zusammengearbeitet haben, werfen ihm „Gewalt, Belästigung oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ vor.

Sarah Dash, Mitglied des R&B-Trios Labelle, die mit „Lady Marmalade“ einen US-Nummer-eins-Hit hatten, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Die Todesursache wurde nicht bekanntgegeben.

Patti Labelle, die die Gruppe zusammen mit Dash, Nona Hendryx und Cindy Birdsong gründete, sagte, sie sei „untröstlich“ und nannte Dash „eine unglaublich talentierte, schöne und liebevolle Seele, die mein Leben und das Leben so vieler anderer Menschen auf viele Arten gesegnet hat“. Dash und Labelle waren am Wochenende noch gemeinsam aufgetreten.

Sängering Sarah Dash
APA/AFP/Getty Images/Cindy Ord

Dash wurde 1945 in Trenton als Tochter eines Pastors und einer Krankenschwester geboren und zog als junge Frau nach Philadelphia. Sie schloss sich einer Gesangsgruppe um Labelle, Hendryx und Birdsong an, die zunächst Bluebelles, später Patti LaBelle and the Bluebelles hieß.

Ihre Debütsingle „I Sold My Heart to the Junkman“ aus dem Jahr 1962 schoss in die US-Top-20. Es folgten gefeierte Titel wie „Down the Aisle (The Wedding Song)“ und Doo-Wop-Cover von Standards wie „You’ll Never Walk Alone“, “Danny Boy" und "Over the Rainbow“.

Erfolg erst 1974

Birdsong verließ 1967 die Gruppe und schloss sich den Supremes an, während sich das verbleibende Trio Labelle nannte und eine rockigere Richtung einschlug. Der große Erfolg blieb ihnen bis zum Album „Nightbirds“ verwehrt, dessen Leadsingle „Lady Marmalade“ mit einem schlüpfrigen Text die Spitze der US-Charts erreichte.

Coverversionen des Songs von All Saints und von Christina Aguilera, Lil’ Kim, Mya und Pink für den „Moulin Rouge“-Soundtrack landeten ebenfalls an der Spitze der Charts.

Labelle veröffentlichte zwei weitere Alben, bevor die Sängerinnen eine lange Pause einlegten und sich 2008 für das Album „Back to Now“ wieder zusammenfanden. In der Zwischenzeit veröffentlichte Dash vier Soloalben und arbeitete als Session-Sängerin. Später im Leben nahm sie Gospelmusik auf, arbeitete als Motivationsrednerin und engagierte sich für wohltätige Zwecke.

Sabine Folie, ehemals Chefkuratorin der Kunsthalle Wien und von 2008 bis 2014 Direktorin der Generali Foundation in Wien, übernimmt ab Jänner die Direktion der Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien.

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Religion

Papst Franziskus hat im Gespräch mit der Jesuitenzeitschrift „Civilta Cattolica“ über seinen Gesundheitszustand nach seiner Darmoperation im Juli berichtet. „Ich bin noch am Leben, obwohl einige Leute meinen Tod wollten.“ Sie hätten schon das Konklave vorbereitet, wurde der Papst im Interview zitiert.

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Panorama

Wally hat seinem Namen wieder einmal alle Ehre gemacht: Das als „wanderndes“ Walross bekannte Tier ist Fachleuten zufolge in Island aufgetaucht. Zuletzt war das atlantische Walross vor 22 Tagen in Crookhaven Harbour im Südwesten Irlands gesehen worden.

In Island wurde Wally laut der Meeresschutzorganisation Seal Rescue Ireland aufgrund seiner charakteristischen Narben an den Stoßzähnen identifiziert. Die Umweltschützerinnen und Umweltschützer hätten bereits die Sorge gehabt, Wally nie wieder zu sehen, berichtete die BBC.

Walross Wally liegt auf einem Steg
picturedesk.com/Action Press/South West News Service Ltd

Das 800 Kilogramm schwere, etwa vier Jahre alte Tier war zuvor bereits in Spanien, Frankreich und dem Vereinigten Königreich gesichtet worden. Auf der Inselgruppe Scilly im Südwesten Englands wurde ihm ein eigener Liegeplatz in einem Hafen eingerichtet, da Wally immer wieder auf Boote kletterte und dabei Schaden anrichtete. Auch in Irland erhielt Wally einen eigenen Ponton.