Inland

Das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung (BAK) soll angeblich auf Druck von hochrangigen Verfassungsschützern versucht haben, das Handy der NEOS-Abgeordneten Stephanie Krisper beschlagnahmen zu lassen. Anlass war die Suche nach einem angeblichen „Maulwurf“ im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), der die Abgeordnete über interne Vorgänge informiert haben soll. Krisper war zu dieser Zeit im parlamentarischen U-Ausschuss zur BVT-Affäre tätig.

Die Beschlagnahmung des Handys einer Abgeordneten wäre ein drastischer Eingriff in das freie Mandat. Wohl auch deshalb lehnte die Staatsanwaltschaft Wien das Begehren des BAK ab. Der Antrag dazu wurde im Mai noch unter der Amtszeit von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) gestellt, die Absage kam in den ersten Tagen der neuen, parteifreien Regierung, berichteten heute Abend der „Standard“ und die Tageszeitung „Österreich“. Das BAK ist Teil des Innenministeriums, die Staatsanwaltschaft ressortiert hingegen zum Justizministerium.

Kickl zeigt sich „entsetzt“

Kickl zeigte sich heute „entsetzt“ über die Berichte: „Ich kann versichern, dass weder ich noch mein Kabinett oder das Generalsekretariat über diese beabsichtigte Maßnahme informiert waren. Hätte ich davon erfahren, hätte ich mich deutlich gegen einen derartigen Schritt ausgesprochen. In den persönlichen Bereich von Nationalratsabgeordneten einzugreifen, geht aus meiner Sicht überhaupt nicht. Das hebelt auch die parlamentarische Immunität aus“, so Kickl.

Kickl verweist darauf, dass das BAK im Zuständigkeitsbereich der damaligen ÖVP-Staatssekretärin Karoline Edtstadler gelegen sei und empfahl, „bei ihr nachzufragen, ob sie über diesen gravierenden Schritt informiert war und wenn ja, ob sie ihre Zustimmung gab“.

NEOS hatte bereits vor der Aufdeckung der geplanten Beschlagnahmung den Nationalen Sicherheitsrat einberufen, um über das BVT zu beraten. Er wird nun binnen vierzehn Tagen zusammentreten.

ÖVP und Grüne treffen einander noch in dieser Woche zu weiteren Koalitionsgesprächen. Für Freitagvormittag ist eine erste Zusammenkunft der jeweils sechsköpfigen Steuerungsgruppen geplant. Schon am Rande des heutigen Nationalratsplenums hatte es intensive Gespräche über das weitere Vorgehen gegeben.

Grafik zeigt Verhandlugnsteams der ÖVP und der Grünen
Grafik: APA/ORF.at; Bilder: APA

Stattfinden soll das Treffen im Winterpalais in der Himmelpfortgasse, wo auch die Sondierungsgespräche über die Bühne gingen. Anschließend – voraussichtlich um die Mittagszeit – soll die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informiert werden. Die Woche darauf dürften erstmals die Untergruppen für die Koalitionsverhandlungen zusammenkommen.

Die Prüfung jener Belege, die der ehemalige FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache als Spesen mit der Wiener FPÖ abgerechnet hat, geht ins Finale. „Wir sind im Fertigwerden“, informierte der designierte Landesparteiobmann Dominik Nepp heute in einer Pressekonferenz. Bisher habe es seitens der Partei keine Auffälligkeiten gegeben, hieß es.

Derzeit werden die Abrechnungen, die Strache in der Vergangenheit eingereicht hat, von einem externen Wirtschaftsprüfer kontrolliert. Das war nach Vorwürfen über Unregelmäßigkeiten notwendig geworden. „In den nächsten Tagen“ solle die Überprüfung abgeschlossen sein, kündigte Nepp nun an. Dann würden auch die Medien über Ergebnisse und Details informiert werden.

Was der Landesparteiobmann zu bisherigen Erkenntnissen sagen konnte: „Bis jetzt gibt es aber keine Belege, die auf irgendwelche Malversationen auf unserer Seite hindeuten.“ Aber: Falscheinreichungen durch Strache könne die „FPÖ weder dementieren noch belegen“, betonte eine Sprecherin auf APA-Nachfrage.

Ausland

Nach seiner Flucht ins mexikanische Exil will Boliviens Ex-Präsident Evo Morales „so bald wie möglich“ zurück. „Wenn mein Volk darum bittet, sind wir bereit, zurückzukehren, um für Frieden zu sorgen“, sagte Morales heute bei einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt. Er rief auch zu einem nationalen Dialog für ein Ende der Gewalt in Bolivien auf. Der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) warf er vor, die Interessen des US-„Imperiums“ zu vertreten.

Die OAS hatte am vergangenen Wochenende in einem vorläufigen Bericht zur bolivianischen Präsidentschaftswahl vom 20. Oktober Manipulationen festgestellt und eine Annullierung empfohlen. Morales, der für eine vierte Amtszeit kandidierte, hatte sich zum Sieger in der ersten Runde erklärt. Seine Gegnerinnen und Gegner warfen ihm Wahlbetrug vor. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Lagern.

Rücktritt auf Druck des Militärs

Nach der Veröffentlichung des OAS-Berichts hatte Morales am Sonntag zunächst noch eine Neuwahl angekündigt, trat dann aber nur Stunden später auf Druck des Militärs zurück. Der 60-Jährige spricht von einem Putsch. Gestern kam er in Mexiko an, wo ihm Asyl gewährt wird.

Morales, der erste indigene Staatschef Boliviens, kommt nach Angaben des mexikanischen Präsidenten Andres Manuel Lopez Obrador in einer Immobilie des mexikanischen Staates unter. Dort sei für seine Sicherheit gesorgt.

Weiter Unruhen

Indessen hat die Chefin des bolivianischen Senats, Jeanine Anez, das Amt als Interimspräsidentin angetreten. Die Anerkennung durch die Abgeordneten blieb ihr allerdings verwehrt. Immer noch gehen aufgebrachte Anhänger Morales’ auf die Straße. Die USA begannen bereits, ihr Personal aus dem Land abzuziehen.

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Zu Beginn der Anhörungen in der Ukraine-Affäre im US-Repräsentantenhaus hat der erste Zeuge schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump erhoben. Trumps persönlicher Anwalt Rudy Giuliani habe einen „irregulären“ diplomatischen Kanal nach Kiew gelegt, der die offiziellen Beziehungen der US-Regierung mit der Ukraine untergraben habe, sagte der Geschäftsträger der US-Botschaft in Kiew, William Taylor, heute vor dem Geheimdienstausschuss.

Über Giulianis Verbindungen sei der Stopp der bereits zugesagten US-Militärhilfe für die Ukraine betrieben worden, sagte Taylor. Bei den Anhörungen soll geklärt werden, ob Trump eine geplante Militärhilfe für die Ukraine zurückhielt und als Druckmittel einsetzte, um juristische Schritte in Kiew gegen seinen innenpolitischen Rivalen Joe Biden und dessen Sohn Hunter zu erzwingen.

Offizielle Außenpolitik „untergraben“

Der Vorgang zeigte laut Taylor, wie die offizielle Außenpolitik der USA durch die „irregulären Bemühungen“ Giuilianis „untergraben“ wurden. Taylor sagte weiter, er habe die US-Regierung damals über seine Ansicht informiert, „dass es verrückt wäre, Sicherheitshilfen im Gegenzug für Hilfe bei einer innenpolitischen Kampagne in den USA zurückzuhalten“.

Zudem berichtete Taylor von einem Gespräch, das der US-Botschafter in Brüssel, Gordon Sondland, am 26. Juli mit Trump geführt habe. Einer seiner Mitarbeiter habe Sondland nach dem Gespräch zur Haltung des US-Präsidenten zur Ukraine befragt, sagte Taylor. Demnach habe Sondland gesagt, Trump interessiere sich mehr für mögliche Ermittlungen der Ukraine gegen Biden als für die Ukraine selbst.

Es sind das die ersten öffentlichen Anhörungen im Ukraine-Skandal – bisher fanden Befragungen nur hinter verschlossenen Türen statt. Die Demokraten sehen in dem Vorgehen Trumps einen gravierenden Amtsmissbrauch mit dem Ziel, sich diskreditierendes Material gegen seinen möglichen Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl 2020 zu beschaffen.

Die US-Regierung hat angesichts des Raketenbeschusses durch die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad das Vorgehen Israels im Gazastreifen verteidigt. „Israel hat jedes Recht, sich und seine Bürger zu verteidigen“, schrieb die Sprecherin des Außenministeriums, Morgan Ortagus, heute auf Twitter.

23 Palästinenser getötet

Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen auf Ziele der Extremistengruppe wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums heute 13 Menschen getötet. Laut palästinensischen Quellen handelte es sich bei den Toten um drei Zivilisten und zehn Mitglieder des Islamischen Dschihad. Damit steigt die Zahl der seit Beginn der neuen Gewaltwelle getöteten Palästinenser auf 23.

Die meisten wurden nach israelischen Angaben bei dem Versuch getötet, Raketen auf Israel abzufeuern. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden zudem mehr als 60 weitere Palästinenser verletzt. In Israel erlitten nach Angaben des Rettungsdienstes rund 60 Menschen Verletzungen.

Menschen suchen Schutz vor Raketenangriffen
APA/AFP/Gil Cohen-Magen

Heute kam es zudem erneut zu massivem Raketenbeschuss auf israelische Ortschaften. Im Grenzgebiet sowie in der Küstenstadt Aschkelon heulten in der Früh Warnsirenen, wie die israelische Armee mitteilte. Die Nachrichtenseite Ynet berichtete, die Armee habe zusätzliche Einheiten auch mit schwerem Geschütz ins Grenzgebiet verlegt.

Netanjahu: „Reagieren hart auf jeden Angriff“

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte: „Wir greifen weiter den Islamischen Dschihad an, nachdem wir den führenden Dschihad-Kommandanten im Gazastreifen unschädlich gemacht haben.“ Der Extremistengruppe sei klar, „dass wir sie weiter gnadenlos angreifen werden“. Er schwor die Bürger auf eine längere Auseinandersetzung ein. „Wir wollen keine Eskalation, aber wir reagieren hart auf jeden Angriff.“

Erneut Raketen auf Israel abgefeuert

Militante Palästinenser haben erneut Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelische Armee hatte zuvor einen Kommandeur einer Dschihadistengruppe getötet. (Videoquelle: APTN)

Seit gestern haben militante Palästinenser nach Angaben der israelischen Armee mehr als 220 Raketen auf Israel abgefeuert. Dutzende davon seien von der Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden.

Die militanten Palästinenser reagierten mit den Beschüssen auf die gezielte Tötung eines Militärchefs des Islamischen Dschihad im Gazastreifen, Baha Abu al-Ata, durch die israelische Luftwaffe. Auch seine Frau kam bei dem nächtlichen Überraschungsangriff ums Leben.

Mehr als 4,6 Millionen Venezolaner und Venezolanerinnen befinden sich nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) derzeit auf der Flucht. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Flüchtlinge aus dem krisengeschüttelten Land bis 2020 auf bis zu 6,5 Millionen Menschen ansteigen werde, teilte die Organisation heute mit.

Das UNHCR sprach von der „größten Flucht- und Migrationsbewegung in der jüngeren Vergangenheit Südamerikas“. Weltweit gebe es kaum eine Region, aus der so viele Menschen geflüchtet seien.

Fluchtbewegung seit fünf Jahren

Ein Teil der Menschen habe das Land bereits nach der Wahl von Präsident Nicolas Maduro im April 2013 verlassen, sagte ein Sprecher der UNO-Flüchtlingshilfe. Der Großteil der Menschen sei jedoch erst ab 2014 geflohen. Damals begannen die heftigen Proteste gegen Maduro. Kritiker werfen dem linksnationalistischen Präsidenten ein Untergraben der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie Folter von politischen Gegnern vor.

UNHCR-Geschäftsführer Peter Rubenstrotz-Bauer verwies auf die enormen Risiken, denen die Menschen auf der Flucht ausgesetzt seien. So fehle es an Lebensmitteln und Wasser, zudem würden Flüchtlinge oft Opfer von Ausbeutung und sexuellen Übergriffen.

Ein Großteil der venezolanischen Flüchtlinge sucht dem UNHCR zufolge Schutz in anderen lateinamerikanischen Ländern wie den Nachbarländern Kolumbien und Brasilien, aber auch in Argentinien oder der Karibik.

EU

Die Aneurysma-Operation des scheidenden EU-Kommissionschefs Jean-Claude Juncker ist nach offiziellen Angaben gut verlaufen. Der 64-Jährige könne die Intensivstation bereits heute, einen Tag nach dem schweren Eingriff, verlassen, sagte seine Sprecherin in Brüssel. Wann Juncker die Arbeit wieder aufnehmen könne, hänge davon ab, wie schnell er genese.

Ein Aneurysma ist eine mit Blut gefüllte Ausstülpung einer Arterie, die plötzlich aufreißen kann. In dem Fall besteht die Gefahr zu verbluten. Auch eine Operation kann riskant sein.

Immer noch geschäftsführend im Amt

Juncker hatte seine Amtszeit als Präsident der EU-Kommission am 31. Oktober offiziell beendet. Er ist aber weiter geschäftsführend im Amt, weil die Kommission von Nachfolgerin Ursula von der Leyen noch nicht komplett ist.

Juncker hatte in der Vergangenheit immer wieder Gesundheitsprobleme. Im August brach er seinen Urlaub für eine dringende Operation an der Gallenblase ab. Anschließend erholte er sich einige Tage in seiner Heimat Luxemburg, bevor er seine Arbeit in Brüssel wieder aufnahm. Wiederholt klagte Juncker auch über Ischias-Beschwerden.

Der österreichische Europarechtler Bernhard Schima ist zum führenden Rechtsberater im juristischen Dienst der EU-Kommission ernannt worden. Wie die Brüsseler Behörde heute mitteilte, wird Schima für den Bereich Beamtenrecht hauptzuständig sein.

Schima war zunächst Mitarbeiter in der Abteilung Rechtsfragen der europäischen Integration im Verfassungsdienst des Bundeskanzleramts in Wien. Seit 1995 arbeitet er für die europäischen Institutionen, zunächst als Referent im Kabinett des damaligen österreichischen Richters am Europäischen Gerichtshof (EuGH), Peter Jann.

Seit 2003 ist Schima Mitglied des juristischen Diensts der Europäischen Kommission, seit 2013 arbeitete er dort als Rechtsberater, seit 2015 hatte er die Funktion des Assistenten des Generaldirektors des juristischen Diensts der Europäischen Kommission inne.

Nach wochenlanger Kritik hat die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Titel des Migrationsressorts in ihrer Behörde geändert. Statt „Schutz unserer europäischen Lebensweise“ soll der Bereich von Vizepräsident Margaritis Schinas nun „Förderung unserer europäischen Lebensweise“ heißen, wie ein Sprecher heute mitteilte.

Im Europaparlament war die bisherige Ressortbezeichnung auf breite Kritik gestoßen. Sie brachte der CDU-Politikerin von der Leyen den Vorwurf ein, sie biedere sich in der Flüchtlingspolitik der extremen Rechten an. Sozialdemokraten, Liberale, Grüne und Linke im Europaparlament hatten eine Namensänderung gefordert.

Die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten, Iratxe Garcia, begrüßte die Änderung. „Wir sind uns alle einig, dass die europäische Lebensweise eine Leistung ist, die wir bewahren müssen“, erklärte sie. „Aber sie muss nicht verteidigt, sondern gefördert werden.“

Sport

Vor genau 25 Jahren hat der Deutsche Michael Schumacher mit seinem ersten WM-Titel den Grundstein für seine bemerkenswerte Formel-1-Karriere gelegt. Sechs weitere Titel sollten folgen und Schumacher zum bis dato erfolgreichsten Piloten der Geschichte machen. Dass der erste Titel gleich für Kontroversen gesorgt hatte, fügte sich gut ins Mosaik seiner späteren Karriere.

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Chronik

Die andauernde Dürre im afrikanischen Simbabwe hat mittlerweile zum Tod von mehr als 200 Elefanten geführt. „Traurigerweise können wir nichts dagegen unternehmen“, sagte der Sprecher der Nationalparkverwaltung, Tinashe Farawo.

Elefantenherde hinter einem verendeten Elefant
AP

Bereits im September war der Tod von mehr als 50 Elefanten bekanntgeworden. Im Hwange-Nationalpark etwa waren die meisten Kadaver rund um ausgetrocknete Wasserlöcher gefunden worden.

Ranger haben begonnen, Wasser aus Bohrlöchern zu pumpen. Es reicht allerdings nicht für alle Dickhäuter. Simbabwe leidet zurzeit unter den Folgen einer der schlimmsten Dürren seit Jahren, von der Millionen Menschen betroffen sind.

Bei einem Busunglück in der Slowakei sind heute mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen, darunter vier Schüler. Mindestens 17 weitere Menschen wurden nach Angaben der Rettungskräfte verletzt, als der Linienbus im bergigen Westen des Landes mit einem mit Steinen und Erde beladenen Lkw kollidierte.

In dem Linienbus saßen nach Angaben der Feuerwehr vor allem jugendliche Oberschüler. Die Unglücksursache ist bisher unklar. Innenministerin Denisa Sakova zufolge war der Lkw offenbar überladen. Ein örtlicher Fernsehsender berichtete, der Lastwagen sei ins Schleudern geraten und seitlich gegen den Bus geprallt.

Der Unfall ereignete sich in der Nähe der Ortschaft Nitra rund 80 Kilometer östlich der Hauptstadt Bratislava. Bilder von der Unglücksstelle zeigten den umgestürzten Bus und den auf der Seite liegenden Lastwagen inmitten von auf der Straße verstreuten Steinen. Die Polizei richtete ein Krisenzentrum für Angehörige ein.

Wirtschaft

Der börsennotierte Gummiverarbeiter Semperit AG Holding hat heute Abend seine Anleger auf eine wohl teure Abschreibung in der Medizinsparte vorbereitet. Der Quartalsbericht – der für 21. November angesagt war – wurde auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben.

In der Medizinsparte (Sempermed) geht es vor allem um das Geschäft mit Untersuchungshandschuhen (die in Malaysia hergestellt werden) sowie OP-Handschuhen (Produktion in Wimpassing, NÖ). Die Sparte macht etwa ein Drittel des Umsatzes der Semperit AG Holding aus. In diesem Markt habe sich der Konkurrenzdruck zuletzt verschärft, sagte heute eine Sprecherin.

„Wesentlicher Wertminderungsbedarf“

Wie hoch die absehbare Abschreibung ausfallen wird, wurde noch nicht beziffert – man gehe aber von einem wohl „wesentlichen Wertminderungsbedarf“ im Sektor Medizin aus. Es ist nicht die erste Wertminderung, die in der Medizinsparte angefallen ist. Sempermed hat in den vergangenen Jahren wiederholt rot bilanziert.

Die Semperit Gruppe beschäftigt mit 14 Fabriken weltweit rund 7.100 Mitarbeiter, davon rund 3.800 in Asien und rund 900 in Österreich. Im Geschäftsjahr 2018 hat der Konzern 878,5 Millionen Euro umgesetzt. Im Zuge einer groß angelegten Restrukturierung wurden in den letzten Jahren Werke geschlossen.

Kultur

Mit 222 Vorstellungen, darunter fünf Opernneuinszenierungen und zwei Schauspieluraufführungen, sowie mit üppigem Rahmenprogramm feiern die Salzburger Festspiele im Sommer 2020 ihr 100-jähriges Jubiläum.

„100 Jahre Festspiele, das ist schon was“, sagte Intendant Markus Hinterhäuser heute bei der Jahrespressekonferenz. „Das ist nicht mehr und nicht weniger als 100 Jahre Kulturgeschichte.“

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Eine London-Ansicht des französischen Künstlers Claude Monet (1840–1926) ist in New York für 27,6 Millionen Dollar (etwa 25 Mio. Euro) versteigert worden. „Charing Cross Bridge“ ging an einen anonymen Bieter, teilte das Auktionshaus Sotheby’s heute mit. Monet hatte das Werk 1903 bei einem Besuch in London gemalt. In den vergangenen 40 Jahren war es in einer Familiensammlung gewesen.

Zahlreiche weitere Werke erzielten bei der Auktion ebenfalls zweistellige Millionenbeträge, unter anderem eine Büste, die Alberto Giacometti von seinem Bruder Diego anfertigte und die nach einem Wettstreit mit sieben Bietern bei 14,3 Millionen Dollar landete.

Auftakt mit Magritte

Zum Auftakt der traditionellen New Yorker Herbstauktionen war beim Auktionshaus Christie’s zuvor bereits ein Werk des belgischen Künstlers Rene Magritte (1898–1967) für rund 19,5 Millionen Dollar versteigert worden. Ein anonymer Bieter hatte das Gemälde „Le Seize Septembre“ des surrealistischen Künstlers ersteigert.

Im Laufe der Woche stehen noch weitere Highlights auf dem Auktionskalender, unter anderem ein Wandbild von Keith Haring. Insgesamt ist die Stimmung bei den diesjährigen Herbstauktionen Experten zufolge aber unter anderem aufgrund der Unsicherheiten rund um den Brexit in Großbritannien und der im kommenden Jahr anstehenden Wahl in den USA eher getrübt.

Fast könnte man vergessen, dass Andre Heller als Liedermacher und Chansonier seine Karriere begann. In den frühen 1970er Jahren war er einer der Katalysatoren des Aufbruchs in eine spezifisch österreichische Spielart des Pop. Heute kennt man Heller als künstlerisches Universaltalent.

Dass er nun, 35 Jahre nach seinem letzten regulären Album, zu seinen künstlerischen Wurzeln zurückkehrt, ist auch ein symbolischer Akt. „Spätes Leuchten“ heißt das Comeback-Album, das Heller wohl nie so bezeichnen würde. Robert Rotifer stand ihm dabei zur Seite – und Heller hat von seiner Magie nichts eingebüßt.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Eine Szene aus dem allerersten „Star Wars“-Film spaltet seit Jahrzehnten Fans der Science-Fiction-Reihe von George Lucas. Nun ist im Streamingdienst Disney+ eine weitere Version der legendären Szene veröffentlicht worden – und einmal mehr wurde diese vom Regisseur höchstpersönlich abgeändert. Die Netzgemeinde ist – wie zu erwarten – polarisiert.

Wer hat zuerst geschossen?

Konkret geht es um eine Szene im Original aus dem Jahr 1977, in der der Schmuggler Han Solo (Harrison Ford) auf den Kopfgeldjäger Greedo (Paul Blake) trifft: Greedo konfrontiert Solo, Solo schießt daraufhin auf Greedo, der durch den Schuss stirbt.

Zum 20-jährigen Jubiläum kamen die Filme noch einmal ins Kino – mit einem wesentlichen Unterschied: Diesmal feuert Greedo zuerst auf Solo, Solo schießt somit zurück. Die zusätzliche Einstellung, die eine knappe Sekunde dauert, sorgte weltweit für Empörung – „Han shot first“, also „Han hat zuerst geschossen“, wurde zum Streitthema in Netz und auf Conventions.

Lucas legt nach

Lucas goss einige Jahre später zusätzlich Öl ins Feuer: „Es tut mir leid, dass ihr einen halbfertigen Film gesehen und euch in ihn verliebt habt, aber ich will, dass der Film so ist, wie ich ihn will.“ Und darin ist Solo eben offenbar kein kaltblütiger Mörder, sondern handelt praktisch aus Notwehr. Der Debatte tat das freilich keinen Abbruch.

Nun ist die elementare Frage des „Star Wars“-Universums um eine Episode reicher: In der für Disney+ bearbeiteten Fassung sieht es so aus, als würden Greedo und Solo gleichzeitig schießen. Zusätzlich sagt Greedo zuvor „Maclunkey“ – und das Netz rätselt einmal mehr, was Lucas damit wohl gemeint haben könnte.

Klar ist mittlerweile nur: Der Regisseur selbst bearbeitete die Szene neu, das bestätigte der für die Reihe zuständige Konzern Disney. Ein Ende der Frage, wer wen zuerst angeschossen hat – die für die tatsächliche Story in „Star Wars“ sowieso nur eine Fußnote ist –, ist damit wohl auch weiter nicht in Sicht.

Medien

Das Teenie-Magazin „Bravo“ erscheint künftig nur noch alle vier Wochen. Bisher kamen die neuen Exemplare alle zwei Wochen heraus. Das Printmagazin bleibe aber mit dreizehn Ausgaben pro Jahr wichtiger Bestandteil im Bravo-Markenkosmos, teilte die Bauer Media Group heute mit. Parallel zu der Umstellung werde sich die „Multiplattform-Marke“ aus München noch stärker auf ihre digitalen Formate sowie auf Bewegtbild konzentrieren.

Bravo sei bereits auf Snapchat, Instagram, Youtube, Facebook, Pinterest, WhatsApp, TikTok und natürlich mit einer Website präsent. Zudem gebe es seit Kurzem einen regelmäßigen Dr.-Sommer-Podcast – „Dr. Sommer“ steht für viele geradezu synonym für Sexualaufklärung.

Leute

Die britische Königin ist auch mit 93 noch begeisterte Reiterin. Am Montag, dem britischen Remembrance Day, wurde Queen Elizabeth auf einem schwarzen Pferd reitend fotografiert, wie mehrere britische Medien berichten.

Begleitet wurde die Queen – mit dunkelblauem Mantel, Sonnenbrille und Kopftuch – von ihrem Chefpferdepfleger Terry Pendry. Kurz darauf nahm sie an den Feierlichkeiten anlässlich des Erinnerungstages für britische Kriegsveteranen teil.

Die britische Monarchin gilt als Pferdefan, ihre Tiere nehmen auch an Rennen teil. Wie mehrere Medien berichten, haben diese 534 von insgesamt 3.205 Läufen gewonnen, was auch für Gewinne in Millionenhöhe gesorgt haben soll.

Lifestyle

Panorama

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat eine umweltschonende Mitfahrgelegenheit von den USA nach Europa gefunden. Wie die 16-jährige Schwedin auf Twitter mitteilte, werde sie schon heute mit Bekannten auf einem Katamaran von der Ostküste der USA nach Europa segeln, um dort noch an der UNO-Klimakonferenz in Madrid im Dezember teilzunehmen.

Greta Thunberg an Bord der „Vagabonde“
APA/AFP/Nicholas Kamm

Bei den „Bekannten“ handelt es sich um das australische Paar Riley Whitelum und Elayna Carausu, deren Segelchannel „Sailing La Vagabonde“ auf YouTube mehr als eine Million Abonnentinnen und Abonnenten hat. Das Paar lebt mit ihrem elf Monate alten Sohn auf der „La Vagabonde“, einem 14 Meter langen Katamaran. Mit diesem wollen sie Thunberg und ihren Vater nun nach Europa bringen.

Thunberg, die Flugreisen wegen der hohen CO2-Emissionen ablehnt, hatte seit einigen Wochen eine Mitfahrgelegenheit über den Atlantik gesucht. Die junge Klimaaktivistin befindet sich seit August in den USA, wohin sie an Bord eines Segelschiffes gereist war.

Sie hatte die Reise über den Atlantik gemacht, um vor den Vereinten Nationen in New York zu sprechen und an der geplanten Klimakonferenz in Santiago de Chile teilzunehmen. Nachdem Chile diese aber wegen der heftigen sozialen Proteste im Land abgesagt hat, wird diese nun im Dezember in Madrid stattfinden.