COV Inland

Muss ich meinem Arbeitgeber darüber Auskunft geben, ob ich mich gegen das Coronavirus habe impfen lassen? Ja, meint Franz Marhold, Leiter des Institutes für Arbeits- und Sozialrecht der WU Wien. Denn ein Arbeitgeber bzw. eine Arbeitgeberin habe das gerechtfertigte Interesse über die Infektionsgefahr, die von einem Arbeitnehmer bzw. einer Arbeitnehmerin ausgeht, informiert zu sein. Und er habe die Verantwortung, seine Beschäftigten sowie Kundinnen und Kunden zu schützen.

Den Vorgesetzten über eine – dann doch nicht durchgeführte – Impfung anzulügen, sei jedenfalls keine gute Idee. Das könnte nicht nur zur Kündigung, sondern bei einer besonderen Gefährdungslage auch zur Entlassung führen, so Marhold heute im „Ö1-Morgenjournal“.

Der Arbeitgeber könne auch eine Impfung einfordern, eine Weigerung könne im Extremfall die Kündigung zur Folge haben – allerdings erst dann, wenn alle anderen Möglichkeiten wie Trennwände, Einzelbüro oder Homeoffice ausgeschöpft seien.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 85,8 Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Vorarlberg (148,6) und in der Steiermark (111,8), am niedrigsten im Burgenland (42,8).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 993 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 993 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab. 10.444 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 1.046 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 316 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Am Mittwoch sperrt die Gastronomie wieder auf. Die Vorgaben für Gäste sind dort weit strenger als für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gastronomie selbst. Für sie reichen ein Test pro Woche und eine Maske. Für Wien ist diese Regelung von einer Woche zu lang.

Mehr dazu in wien.ORF.at

COV Ausland

Angesichts weiter steigender Infektionszahlen weitet Japan den CoV-Notstand weniger als drei Monate vor den geplanten Olympischen Spielen nochmals aus. In den Präfekturen Hokkaido, Okyama und Hiroshima müssten bis 31. Mai ebenfalls strengere Restriktionen umgesetzt werden, gab der zuständige Minister Yasutoshi Nishimura heute bekannt.

Die Regierung hatte erst kürzlich den Notstand für die Olympiastadt Tokio abermals verlängert und auf insgesamt sechs Regionen ausgeweitet. Für Hokkaido, Okayama und Hiroshima war eigentlich nur ein Quasi-Notstand vorgesehen gewesen, doch Experten und Expertinnen drängten darauf, auch dort strengere Maßnahmen zu ergreifen.

Mehrheit der Japaner für Verschiebung

Ein Lockdown ist der Notstand in Japan aber nicht: Restaurants und Bars sollen keinen Alkohol ausschenken und schon um 20.00 Uhr schließen. Die Bürger und Bürgerinnen sind dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Unternehmen sollen Heimarbeit ermöglichen. Große Komplexe wie Kaufhäuser und Kinos sollen entweder geschlossen bleiben oder früher schließen. Größere Veranstaltungen in Kultur und Sport sind zwar inzwischen wieder erlaubt, allerdings mit höchstens 5.000 Zuschauern.

Die Olympischen Spiele waren wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben worden. In Umfragen spricht sich eine deutliche Mehrheit der Japaner für eine erneute Verschiebung oder Absage der Spiele aus. Die Regierung und das Internationale Olympische Komitee (IOC) betonen jedoch immer wieder, dass die Spiele ungeachtet des äußerst geringen Impftempos in Japan wie geplant und für jeden „sicher“ stattfinden sollen.

Die USA heben für vollständig gegen das Coronavirus Geimpfte Maskenpflicht und Distanzregeln auf. Diese Personengruppe brauche künftig weder draußen noch in Innenräumen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, teilte die Chefin der Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, gestern mit. Auch die Abstandsregeln würden für sie nicht mehr gelten. Lediglich in öffentlichen Verkehrsmitteln aller Art besteht laut der CDC-Website noch Maskenpflicht für alle.

US-Präsident Joe Biden feierte die neuen Richtlinien als „Meilenstein“ im Kampf gegen die Pandemie. „Heute ist ein großer Tag für Amerika in unserem langen Kampf gegen das Coronavirus“, sagte Biden gestern im Weißen Haus.

Impfung von Kindern und Jugendlichen begonnen

Unterdessen begannen die USA auch damit, in großem Stil Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus zu impfen. Landesweit konnten sich gestern Zwölf- bis 15-Jährige mit dem Vakzin von Biontech und Pfizer impfen lassen. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte die Impfungen für die rund 17 Millionen Kinder und Jugendlichen dieser Altersgruppe am Vorabend empfohlen.

Kind wird gegen das Coronavirus geimpft
Reuters/Lucy Nicholson

„Obwohl die meisten Kinder mit Covid-19 nur milde oder gar keine Symptome haben, können einige Kinder schwer erkranken“, erklärte CDC-Chefin Rochelle Walensky. Es habe auch einige wenige Todesfälle in der Altersgruppe gegeben. Eine Impfung von Kindern und Jugendlichen werde den USA helfen, die Pandemie hinter sich zu lassen.

46 Prozent der Gesamtbevölkerung geimpft

In den USA haben schon mehr als 153 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten. Das sind rund 46 Prozent der Gesamtbevölkerung. Von der erwachsenen Bevölkerung haben knapp 59 Prozent mindestens eine Dosis erhalten. US-Präsident Biden hat das Ziel ausgerufen, diesen Anteil bis zum Nationalfeiertag am 4. Juli auf 70 Prozent anzuheben.

In der Europäischen Union prüft derzeit die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassung des Coronavirus-Impfstoffs von Biontech und Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren.

Griechenland lockert ab heute zahlreiche Coronavirus-Beschränkungen. Zusätzlich zur Aufhebung eines Reiseverbots innerhalb des Landes sollen auch Museen wieder öffnen dürfen. Zudem müssen Bürgerinnen und Bürger künftig das Verlassen ihrer Wohnungen nicht mehr per SMS bei den Behörden anmelden. Wer auf eine der griechischen Inseln mit dem Schiff oder Flugzeug reist, muss aber einen Impfnachweis oder einen negativen Coronavirus-Test vorlegen.

Die dritte Welle der Pandemie hatte Griechenland besonders hart getroffen. Die Mehrheit der rund 10.000 Coronavirus-Todesfälle entfiel auf die vergangenen Monate.

Griechenland, dessen Wirtschaft stark vom Tourismus abhängt, hat seine Impfkampagne vor der Sommersaison beschleunigt. Obwohl die Behörden weiterhin mehr als 2.000 Neuinfektionen pro Tag registrieren und die Krankenhäuser ausgelastet sind, durften bereits am Montag alle Schulen wieder öffnen.

Touristen und Touristinnen auf Mallorca und den übrigen Balearen müssen sich im Sommer wohl auf Urlaub ohne Clubbesuche einstellen. „Erst mit einer höheren Impfrate können wir das Nachtleben wieder öffnen“, sagte die Regierungschefin der Inseln, Francina Armengol, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag-Ausgaben).

Durch zu schnelle Öffnungsschritte würden wir die großen Opfer, die unsere Bevölkerung bei der Bekämpfung der Pandemie erbracht hat, gefährden." Priorität habe nun der „verantwortungsvolle Tourismus“, man wünsche sich viele Familien, Sport-, Kultur- und Gastronomieurlauber. „Das Nachtleben folgt später, wahrscheinlich nicht mehr in diesem Sommer.“

Armengol bezeichnete die Coronavirus-Pandemie zudem als Chance, „den Exzesstourismus hinter uns zu lassen“. Auf den Balearen haben man angefangen, einen Qualitätstourismus zu entwickeln, mit mehr Respekt vor der Natur und den Eigenheiten der Regionen.

Ausland

Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin lässt geplante Nahost-Demonstrationen in Paris verbieten. 2014 sei die öffentliche Ordnung massiv gestört worden, teilte Darmanin gestern via Twitter als Begründung mit.

Tausende Menschen hatten vor sieben Jahren gegen die damalige israelische Militäroffensive im Gazastreifen demonstriert. Bei Ausschreitungen attackierten Randalierer auch eine Synagoge und jüdische Geschäfte.

Er habe den Pariser Polizeipräfekten angewiesen, die Demonstrationen am Samstag zu untersagen, so Darmanin. Auf die Demonstrationen ging er nicht weiter ein. Die Präfekten seien als oberste Vertreter des Zentralstaates in den einzelnen Regionen aufgefordert worden, besonders wachsam zu sein.

Ausschreitungen in Deutschland

Unterdessen wächst auch in Deutschland die Sorge vor weiteren Ausschreitungen. Der deutsche Außenminister Heiko Maas forderte einen besseren Schutz von Synagogen. „Die Sicherheitsbehörden rechnen mit verstärkten demonstrativen Aktivitäten von Palästinensern in Deutschland sowie Teilen der linken Szene“, teilte ein Sprecher des deutschen Innenministeriums gestern auf Anfrage mit.

In Berlin wurden nach Angabe der Polizei von propalästinensischen Gruppen für das Wochenende drei Demonstrationen in Neukölln und Kreuzberg angekündigt. Parteiübergreifend wurden antisemitische Rufe mehrere Dutzend Personen mit türkischen und palästinensischen Flaggen vor einer Synagoge in Gelsenkirchen kritisiert. Bereits am Dienstagabend waren vor Synagogen in Deutschland Israel-Flaggen verbrannt und ein Eingang mit Steinwürfen beschädigt worden.

Nach von Gewalt überschatteten Protesten regierungskritischer Demonstranten und Demonstrantinnen in Kolumbien hat Außenministerin Claudia Blum ihren Posten geräumt. Das berichteten kolumbianische Medien gestern (Ortszeit).

Gründe für den Rücktritt wurden offiziell nicht bekanntgegeben, Berichte führten dafür unter anderem die Kritik an Blums Krisenmanagement an. Nachfolgerin wird demnach die stellvertretende Ministerin Adriana Mejia.

Dutzende Tote, 168 Vermisste

Seit zwei Wochen ist es in Kolumbien zu zahlreichen Protesten gekommen, bei denen es auch zu Ausschreitungen kam. Mindestens 42 Menschen sind nach den jüngsten Angaben der nationalen Ombudsstelle während der Protesttage ums Leben gekommen, 168 Personen werden vermisst.

Proteste im kolumbischen Barranquilla
Reuters

Zunächst hatten die Menschen gegen eine umstrittene, inzwischen zurückgenommene Steuerreform demonstriert. Wirtschaftsminister Alberto Carrasquilla trat deshalb bereits zurück. Die meisten Demonstranten haben nun neue Ziele, wie den Widerstand gegen eine geplante Gesundheitsreform und den Einsatz für den brüchig gewordenen Friedensprozess mit der FARC-Guerilla.

Zugleich erlebt das über 50 Millionen Einwohnerinen und Einwohner zählende Land derzeit einen der schwersten Momente der Pandemie mit einer hohen Auslastung der Krankenhäuser. Mehr als drei Millionen Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert, fast 80.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Inland

Aufgrund der aktuellen Eskalation im Nahost-Konflikt hat die Salzburger Polizei die Kontrollen vor Synagogen verstärkt, um sie vor möglichen antisemitischen Angriffen zu schützen.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Ermittlungen nach Anti-Israel-Demo in Wien

Gestern demonstrierten Hunderte Menschen auf der Mariahilfer Straße gegen die Hausräumungen in Ostjerusalem. Nun ermittelt der Verfassungsschutz wegen antisemitischer Parolen. Jüdische Einrichtungen in Wien werden verstärkt überwacht.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Der in der Slowakei beheimatete internationale Thinktank Globsec hat gestern Ex-Finanzminister Wilhelm Molterer (ÖVP) als neuen Verwaltungsratschef präsentiert. Molterer übernehme den Vorsitz in dem Führungsgremium, das sich aus acht Persönlichkeiten aus sechs mitteleuropäischen Ländern mit Erfahrungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, internationale Beziehungen und im NGO-Sektor zusammensetze, so eine Globsec-Sprecherin laut der slowakischen Nachrichtenagentur TASR.

„Die unterschiedlichen Hintergründe seiner Mitglieder und die Zusammensetzung des Verwaltungsrats spiegeln das Bestreben von Globsec wider, in wichtigen europäischen Hauptstädten als konstruktive Stimme Mitteleuropas in globalen Angelegenheiten sichtbarer zu werden“, sagte der Gründer und Präsident der NGO, Robert Vass. Globsec ist eine überparteiliche Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Bratislava. Eine der Hauptaktivitäten ist das jährlich stattfindende „Globsec Bratislava Global Security Forum“, das seit 2005 besteht.

Molterer war von Mitte Jänner 2007 bis Anfang Dezember 2008 Vizekanzler und Finanzminister Österreichs und in dieser Zeit auch Bundesparteiobmann der ÖVP. Bis Juni 2011 war Molterer Abgeordneter im österreichischen Nationalrat. Von 2011 bis 2015 bekleidete er das Amt des Vizepräsidenten der Europäischen Investitionsbank.

Das Bundesheer wird in der Ausbildung seiner Offizierinnen und Offiziere künftig mit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen kooperieren. Sie sollen sich im Themenblock „Führung, Recht, Moral“ mit den Themen der Gedenkstätte auseinandersetzen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Der 66. Jahrestag der Unterzeichnung des Staatsvertrages ist für Christian Konrad und Ferry Maier von der Allianz „Menschen.Würde.Österreich“ Anlass, einen Tag der Zivilgesellschaft zu fordern. Das Engagement der großen NGOs, von Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen speziell für geflüchtete Menschen müsse stärker gewürdigt werden. Denn ohne sie würde Österreich seine Verpflichtungen aus dem Staatsvertrag nicht erfüllen, betonten Konrad und Maier in einer Aussendung.

Mit der Unterzeichnung des Staatsvertrags am 15. Mai 1955 habe sich Österreich nämlich verpflichtet, für alle „unter österreichischer Staatshoheit lebenden Personen“ (Artikel 6) die Menschenrechte und die Grundrechte zu sichern. Der Einsatz für Menschenrechte und Grundfreiheiten gerade für geflüchtete Menschen wurde und wird aber wesentlich durch die Zivilgesellschaft getragen, stellten die ehemaligen Flüchtlingskoordinatoren der Regierung fest.

Sie brachten einmal mehr Kritik an, was den Umgang mit Menschen betrifft, „die flüchten mussten und alleine oder mit ihren Familien hier in Österreich einen Neuanfang wagen“: Die Verantwortung der Republik für Menschenrechte und Grundfreiheiten mit Blick auf diese Menschen „findet in den Wortmeldungen von Verantwortlichen in der Politik zu wenig bis kaum eine Berücksichtigung“.

Sport

Borussia Dortmund hat RB Leipzig im Finale des DFB-Pokals keine Chance gelassen. Die Mannschaft von Edin Terzic setzte sich gestern im Berliner Olympiastadion mit 4:1 (3:0) durch. Für den BVB war es der insgesamt fünfte Pokalerfolg und der erste seit 2017. Leipzig dagegen muss ebenso wie der im Sommer zu den Bayern wechselnde Trainer Julian Nagelsmann auf den ersten Titel weiter warten.

Lesen Sie mehr …

Die San Antonio Spurs haben gestern (Ortszeit) das Play-in der National Basketball Association (NBA) erreicht. Daran änderte auch eine knappe 98:102-Niederlage bei den New York Knicks nichts, bei der Jakob Pöltl acht Punkte, neun Rebounds, drei Blocks, zwei Assists und einen Steal in 34:16 Minuten Spielzeit verbuchte. Die Sacramento Kings als letzter Konkurrent um Platz zehn in der Western Conference verloren ebenfalls.

Lesen Sie mehr …

Erstmals in der Geschichte des Giro d’Italia führt ein ungarischer Profi die Gesamtwertung an. Nach der sechsten Etappe der 104. Auflage schlüpfte der 22-jährige Attila Valter gestern ins Rosa Trikot. Der Groupama-Profi führt die Gesamtwertung elf Sekunden vor dem Belgier Remco Evenepoel (Quick Step) an. Der Kolumbianer Egan Bernal vom Ineos-Team ist Dritter (+0:16).

Lesen Sie mehr …

Wirtschaft

Der deutsche Sportartikelhersteller adidas hat einem Medienbericht zufolge für seine US-Tochter Reebok ein Gebot für über eine Milliarde US-Dollar (etwa 830 Mio. Euro) erhalten. Das amerikanische Markenmanagementunternehmen Authentic Brands Group habe sich mit dem Schuhhersteller Wolverine World Wide zwecks einer Offerte für den US-Sportausrüster zusammengetan, berichtet die „New York Post“. Bei adidas war dem Bericht zufolge zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Adidas hatte sich im Februar für einen Verkauf der US-Tochter entschieden, die im abgelaufenen Jahr bei einem Umsatz von 1,4 Mrd. Euro einen Verlust von 32 Mio. Euro einfuhr. In den Büchern stand die Marke zum Jahresende noch mit einem Wert von 733 Mio. Euro.

Der Entertainmentgigant Walt Disney ächzt weiter unter der Coronavirus-Krise. Auch der Erfolg im Streaminggeschäft ließ zu Jahresbeginn deutlich nach. Nach dem fulminanten Start des Onlinevideodienstes Disney+ litt der Netflix-Rivale im jüngsten Geschäftsquartal unter mangelnden Film- und Serienhits. Da die Pandemie den Rest von Disneys Unterhaltungsimperium weitgehend lahmlegt, ist der Konzern auf die Streaming-Services angewiesen.

Anders als in den Vorquartalen konnte Disney+ die Bilanz diesmal aber nicht sonderlich aufhübschen. Das Videoservice beendete das erste Vierteljahr 2021 mit knapp 104 Millionen Abonnenten und Abonnentinnen, wie Disney am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit kamen in den drei Monaten lediglich rund neun Millionen hinzu. Analysten hatten im Schnitt mit deutlich mehr gerechnet.

13 Prozent weniger Erlöse

Anleger reagierten enttäuscht auf die Zahlen, die Aktie fiel nachbörslich um rund vier Prozent. Disneys Quartalsbericht hatte auch sonst wenig Erfreuliches zu bieten. Die konzernweiten Erlöse sanken im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 15,6 Milliarden Dollar (12,9 Mrd. Euro).

Der Gewinn stieg zwar auf 901 Millionen Dollar, was fast einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Allerdings hatten hohe Kosten wegen der Pandemie und weitaus höhere Steuern das Ergebnis vor einem Jahr um 90 Prozent einbrechen lassen.

Der Apartmentvermittler Airbnb leidet weiter unter der Coronavirus-Krise und hat zu Jahresbeginn tiefrote Zahlen geschrieben. Im ersten Quartal fiel ein Verlust von 1,2 Milliarden Dollar (1,0 Mrd. Euro) an, wie das Unternehmen gestern nach US-Börsenschluss mitteilte. Vor einem Jahr hatte das Minus trotz Belastungen durch die Pandemie nur 341 Millionen Dollar betragen.

Als einen Hauptgrund für das schlechtere Ergebnis nannte Airbnb hohe Kosten aufgrund der Rückzahlung von Krediten, die während der Pandemie aufgenommen worden waren. Eigentlich erholte sich das Geschäft aber schon wieder deutlich von der Krise. Die Buchungen stiegen im Jahresvergleich um 52 Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar und lagen damit weit über den Prognosen der Analysten.

Auch der Umsatz fiel mit einem Anstieg um fünf Prozent auf 887 Millionen Dollar höher als vom Markt erwartet aus. Konkrete Ziele für das restliche Geschäftsjahr gab Airbnb nicht aus, aber Konzernchef Brian Chesky zeigte sich optimistisch: „Wir rechnen mit einem Reiseaufschwung, wie wir ihn noch nie zuvor gesehen haben.“ Anleger und Anlegerinnen reagierten jedoch verhalten, die Aktie fiel nachbörslich zunächst.

Verstärkte Nachfragen nach Urlaubsreisen

Auch bei den Reisebüros in Österreich ist ein Stimmungswechsel angesichts der bevorstehenden Öffnungsschritte zu bemerken. Sie spüren seit April eine verstärkte Nachfrage nach Urlaubsreisen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Umwelt & Klima

Russlands Klimabeauftragter Ruslan Edelgerijew ist dagegen, in einen Wettstreit um immer ehrgeizigere Ziele zur Senkung von Treibhausgasen einzusteigen. Dieser neue internationale Trend sei ein „unsinniges Rennen um Zahlen“, sagte Edelgerijew gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Damit werde davon abgelenkt, dass konkrete Resultate erzielt werden müssten. Russland werde sich darauf konzentrieren, die eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen.

Edelgerijew kritisierte Vorschläge der EU, CO2-Abgaben auf Importe zu erheben. Davon würde nur eine kleine Zahl von Ländern unfair profitieren, sagte er.

Gesundheit

Die Pandemie führt auch in anderen Bereichen zu gesundheitlichen Folgeschäden: So dürften viele Krebserkrankungen in Wien übersehen worden sein, weil im Vorjahr deutlich weniger Personen zu Vorsorgeuntersuchungen gegangen sind.

Mehr dazu in wien.ORF.at

IT

Der Onlinedienst Google Earth soll künftig ein aktuelleres Bild der Erde abgeben. „In gewissen Bereichen nähern wir uns mit Google Earth immer mehr der Echtzeit an, beispielsweise bei der Darstellung bestimmter Orte bei Naturkatastrophen, was bei Rettungsmaßnahmen hilfreich sein kann“, sagt Google-Earth-Chefin Rebecca Moore der „Welt“ laut Vorabbericht.

Eigene Satelliten will Google nicht ins Weltall schicken, da das nicht nötig sei. Google lizenziert Bilder von vielen Anbietern und fügt sie zusammen. Trotzdem investiert der Konzern auch in Infrastruktur, beispielsweise in Unterseekabel. Moore erwartet darüber hinaus größere Fortschritte beim Erstellen von Karten mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und Daten, die aus anderen Quellen als Satellitenbildern stammen. Hier stehe man noch ganz am Anfang.

Chronik

Ein Erdbeben der Stärke 6,0 hat heute den Nordosten Japans erschüttert. Sein Zentrum lag vor der Küste der Präfektur Fukushima in einer Tiefe von 40 Kilometern, wie die Meteorologische Behörde mitteilte. Die Gefahr durch einen Tsunami bestehe nicht. Berichte über Schäden oder Verletzte gab es zunächst nicht.

Vor zehn Jahren war dieselbe Region von einer Tsunami-Katastrophe mit Tausenden Toten heimgesucht worden. Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kam es zu einem Super-GAU. In jüngster Zeit wird die Region erneut wiederholt von Erdbeben heimgesucht. Im Februar kam dabei ein Mensch ums Leben, rund 200 Menschen wurden zudem verletzt.

Jedes Jahr passieren österreichweit auf Schutzwegen mehr als 1.000 Unfälle mit Verletzten oder Toten – die Hälfte davon auf Schutzwegen ohne Ampel. Eine Untersuchung des ÖAMTC in Wien zeigt: Nur 89 Prozent der Fahrzeuglenkerinnen und -lenker halten bei Schutzwegen für Fußgängerinnen und Fußgänger an.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Aufmerksame Nachbarn dürften einer Frau in Dornbirn (Vorarlberg) das Leben gerettet haben. Das Ehepaar bemerkte gestern am späten Abend Rauchgeruch aus der Wohnung der Frau. Diese wurde auch durch das Klopfen der alarmierten Polizei nicht wach.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Science

Eierstockkrebs gehört zu den tödlichsten Karzinomerkrankungen, weil er zumeist zu spät diagnostiziert wird. Doch ein Routinescreeningprogramm aller Frauen einmal jährlich per Ultraschall und eventuell einer Laboruntersuchung bringt laut einer groß angelegten britischen Studie keine Verringerung der Ovarialkarzinom-Sterblichkeit. Das ist das Resultat einer nun im Fachmagazin Lancet publizierten wissenschaftlichen Untersuchung.

„Da das Screening nicht signifikant zu einer Verringerung der Zahl der Verstorbenen an Ovarial- und Tubenkarzuinomen führte, kann die Etablierung eines die gesamte weibliche Bevölkerung umfassenden Programms nicht empfohlen werden“, schrieben Usha Menon vom University College in London und die Ko-Autoren der britischen Studie zum Ovarialkarzinom-Screening (UKCTOS).

Dabei wären wirksame Maßnahmen zu Bekämpfung der gefährlichen Krebsform dringend notwendig. Mehr als 90 Prozent Überlebenswahrscheinlichkeit bei Frauen mit einer Diagnose im Stadium I habe vier Jahrzehnte lang international zu Anstrengungen in Sachen Frühdiagnose geführt, so die Wissenschafter und Wissenschafterinnen fest. In Österreich gibt es pro Jahr rund 800 Ovarialkarzinom-Neudiagnosen. Etwa 500 Frauen sterben pro Jahr an der Erkrankung.

16 Jahre Beobachtungszeit

Im Rahmen der Studie wurden zwischen April des Jahres 2001 und Oktober 2005 die Daten von rund 203.000 Frauen analysiert. Je rund 51.000 wurden jährlich allein per Ultraschalluntersuchung auf ein Ovarialkarzinom untersucht, weitere 51.000 bekamen zusätzlich zu der Sonografie auch noch einen Test auf den Tumormarker CA125). Rund 101.000 Frauen ohne Screening stellten die Kontrollgruppe dar. Die mittlere Beobachtungszeit betrug 16,3 Jahre. Bei den Probandinnen handelte es sich um Frauen nach der Menopause im Alter zwischen 50 und 74 Jahren.

Insgesamt gab es 2.055 Ovarialkarzinom-Neudiagnosen. Die Häufigkeit war mit jeweils einem Prozent in allen drei Gruppen gleich groß. 1.206 Frauen starben innerhalb der Beobachtungszeit an dieser gefährlichen Krebserkrankung. Mit einer Ovarialkarzinom-Sterblichkeit von je 0,6 Prozent in den drei Gruppen und zahlenmäßig de facto identen Todesfällen zeigte das Programm keinen Effekt auf die Mortalität als wichtigstes Kriterium.

In Mexiko hat ein Forscherteam nach eigenen Angaben eine bisher unbekannte Dinosauriergattung und -art entdeckt. Die Pflanzenfresserart Tlatolophus galorum habe identifiziert werden können, weil ein zu fast 80 Prozent erhaltener Schädel bei Ausgrabungen im nordmexikanischen Bundesstaat Coahuila gefunden worden sei, teilte das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) gestern (Ortszeit) mit. Dazu gehörte den Angaben zufolge auch ein 1,32 Meter langer Kamm.

Zeichnung der neue Dinosaurierart Tlatolophus galorum
INHA/Luis V. Rey

Der Name der Gattung Tlatolophus setze sich aus dem Wort Tlahtolli (Wort), in der Aztekensprache Nahuatl, und dem griechischen Wort Lophus (Kamm) zusammen. Der Kamm ähnle in seiner Form einem Symbol, das von mesoamerikanischen Völkern verwendet worden sei, um Kommunikation und Wissen darzustellen, hieß es. Der Kamm habe außerdem eine Kommunikationsfunktion gehabt: Durch innere Gänge, die Nase und Luftröhre verbänden, habe er wie eine integrierte Trompete funktioniert.

Der Entdeckung war bereits 2005 der Fund des Schwanzes des Tieres vorausgegangen, wie die Wissenschaftler vom INAH und der Universität UNAM in Mexiko-Stadt auch in der Fachpublikation „Cretaceous Research“ erklärten. Im Jahr 2013 sei dieser geborgen worden. Der Dinosaurier müsse vor 72 oder 73 Millionen Jahren in einem Gewässer gestorben sein, das reich an Sedimenten gewesen sei, hieß es weiter vom INAH. Dadurch müsse sein Körper schnell von Erde bedeckt worden sein, wodurch er konserviert worden sei.

Kultur

17 Jahre nach dem Ende der US-Kultserie „Friends“ kommt es nun Ende Mai zu einem Wiedersehen mit den Serienstars Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, David Schwimmer und Matthew Perry. HBO Max kündigte das Special „Friends: The Reunion“ gestern für den 27. Mai an.

Dazu stellte der Streamingdienst ein kurzes Video ins Netz, in dem die sechs Darsteller und Darstellerinnen, von hinten gefilmt, durch das Studiogelände von Warner Bros. im kalifornischen Burbank gehen.

Neben den „Friends“-Stars sollen laut Mitteilung auch zahlreiche prominente Gäste auftreten, darunter Justin Bieber, Lady Gaga, Cindy Crawford, Tom Selleck, Reese Witherspoon und die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai.

Fans der Kultserie „Friends“ mussten wegen der Pandemie länger als gedacht auf die geplante Sondersendung warten. Sie war ursprünglich für Mai 2020 geplant gewesen. Laut Ankündigung der Produktionsfirma WarnerMedia vom Februar 2020 sollen die Schauspieler ohne festes Drehbuch spielen.

Heute Abend startet offiziell das 70. Jubiläum der Wiener Festwochen. Coronavirusbedingt muss das Eröffnungskonzert mit Soap&Skin, Die Strottern und vielen anderen Künstlerinnen und Künstlern ohne Publikum am Rathausplatz stattfinden. Die Eröffnung wird allerdings auf ORF2, 3sat und ORF.at übertragen.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Ein Bild des spanischen Malers Pablo Picasso ist in New York für 103,4 Millionen Dollar (85,4 Mio. Euro) versteigert worden. Der Preis für das 1932 vollendete Werk „Sitzende Frau am Fenster (Marie-Therese)“ wurde gestern bei Christie’s in einem 19-minütigen Bieterwettstreit auf 90 Millionen Dollar hochgetrieben. Mit Gebühren und Kommission muss der neue Besitzer damit 103,4 Millionen Dollar dafür bezahlen.

Pablo Picassos „Femme assise près d’une fenêtre (Marie-Thérèse)“
APA/AFP/Daniel Leal-Olivas

Der bisherige Besitzer hatte das Gemälde erst vor acht Jahren erworben. Damals hatte er dafür in London 28,6 Millionen Pfund (33,3 Mio. Euro) und damit weniger als die Hälfte des nun erzielten Preises gezahlt. Mittlerweile haben fünf Picasso-Werke die symbolisch bedeutsame Marke von 100 Millionen Dollar geknackt. Der höchste Preis für ein Picasso-Werk wurde 2015 erzielt: 179,4 Millionen Dollar für das Gemälde „Die Frauen von Algier“.

Der enorme Preis für Picassos „Sitzende Frau am Fenster“ zeigt, dass der Kunstmarkt trotz der Pandemie weiter floriert. Zuletzt hatte 2019 ein Kunstwerk die 100-Millionen-Dollar-Marke geknackt. Damals wurde ein Bild der „Getreideschober“-Serie des französischen Impressionisten Claude Monet bei Sotheby’s in New York für 110,7 Millionen Dollar versteigert.

Was wird man zeigen, wenn es wieder möglich ist? Diese Frage stellen sich Kinobetreiber seit den verkündeten Öffnungsschritten. Ein Blick in die Programme der Kinos und Filminstitutionen zeigt eine vielversprechende Mischung: Wiederaufführungen, Art-House-Feinkost und heimisches Frühlingskino prägen die ersten Kinowochen des Jahres. Auch Chloe Zhaos Oscar-Gewinner „Nomadland“ kommt noch im Mai ins Kino.

Lesen Sie mehr …

Mit kommender Woche öffnet das 877 Jahre alte Stift Altenburg im Waldviertel (Niederösterreich) wieder für Besucherinnen und Besucher und lädt dazu ein, unter anderem die Stiftsbibliothek und das „Kloster unter dem Kloster“ zu erkunden. Nach einem Jahr coronavirusbedingter Schließung der Sammlung Arnold ist auch die weltweit einzigartige barocke Gemäldesammlung wieder für Gäste zugänglich.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Lifestyle

Wegen der Pandemie waren die Hundeschulen in Niederösterreich lange geschlossen. Gerade im vergangenen Jahr schafften sich aber viele Menschen einen Hund an. Seit wenigen Wochen darf nun wieder trainiert werden. Die Nachfrage ist deutlich gestiegen.

Mehr dazu in noe.ORF.at