Inland

Nach dem Rückzug von Sebastian Kurz und dem Verzicht von Alexander Schallenberg berät die ÖVP morgen, wer die Parteispitze, aber auch das Amt des Bundeskanzlers übernehmen soll. Erwartet wird eine größere Umbildung des türkisen Regierungsteams. Als neuer Regierungschef und Parteiobmann wird Innenminister Karl Nehammer gehandelt. Das Treffen des Bundesparteivorstands findet am Vormittag in der Politischen Akademie der Partei in Wien statt.

Nachdem am Abend auch Gernot Blümel seinen Abschied aus der Politik bekanntgemacht hat, muss die ÖVP zudem einen neuen Finanzminister finden. In Medienberichten wurden zudem Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck als Ablösekandidatinnen genannt.

Verfassungsministerin Karoline Edtstadler könnte Innenministerin werden, ihr Ressort dafür Schallenberg übernehmen, wird spekuliert. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner soll Kandidatin für Köstingers Agenden sein, für Blümels Bereich wurde – wie schon öfters – Nationalbank-Vizegouverneur Gottfried Haber genannt.

Auch nach der Absage des Lobautunnels will die Stadt am Projekt „Stadtstraße Aspern“ festhalten. Das haben Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) und der Bezirksvorsteher der Donaustadt, Ernst Nevrivy, am Donnerstag erneut bekräftigt.

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Suche nach Alternativen

Der Lobautunnel ist abgesagt, der Verkehr rollt weiter über die Tangente. Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) spricht von Alternativen, die zu entwickeln seien. Gesucht wird eine sechste Donauquerung und ein Schnellstraßenring rund um Wien.

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Nachdem die Inseratenaffäre rund um Vorarlberger Wirtschaftskammer-Zeitungen in den letzten Tagen für Aufregung gesorgt hat, kündigte Wirtschaftsbund-Direktor Jürgen Kessler nun seinen Ausstieg bei der Inseratenagentur Mediateam an. Die Agentur wickelte das Anzeigengeschäft für eine Reihe von Zeitschriften der Wirtschaftskammer Vorarlberg ab.

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Der Salzburger Landesrechnungshof hat bei einer Überprüfung der „Holding Gesundheit Innergebirg“ in Zell am See schwere Verfehlungen aufgedeckt. Es geht unter anderem um problematische Mehrfachfunktionen des Geschäftsführers, Querfinanzierungen zwischen gemeinnützigen und gewinnorientierten Tochterunternehmungen und bedenkliche Genussscheine. Eigentümerin der Holding ist die Stadtgemeinde Zell am See.

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Gemeinsam mit der Uni Graz und Uni for Life startet das Land Steiermark eine neue akademische Weiterbildung für Beamtinnen und Beamte. Ab März 2022 sollen dabei betriebswirtschaftliche Kenntnisse erweitert werden können. Weitere Lehrgänge sind in Planung.

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EU

Die französische Zeitung „Liberation“ erhebt gegen Österreichs EU-Kommissar Johannes Hahn den Vorwurf des Interessenkonflikts: Hahn soll sich von Lobbyisten zu Jagdausflügen und teuren Essen haben einladen lassen, ohne das, wie vorgesehen, zu melden, beriefen sich der Ö1 und der „Standard“ heute Abend auf Berichte der „Liberation“.

Hahn bestreitet die Vorwürfe. Eine Sprecherin betonte heute Abend gegenüber ORF.at, es wurde bereits „alles schlüssig aufgeklärt“, Hahn weise die Vorwürfe „aufs Schärfste“ zurück.

Einladung zu Jagdgesellschaft „rein privater Natur“

Hahn nahm demnach im Dezember 2015 an einer Jagdgesellschaft teil, die von einer Lobbyorganisation der Großgrundbesitzer (ELO) bezahlt wurde. Laut „Liberation“ wäre er gemäß dem Verhaltenskodex verpflichtet gewesen, die Teilnahme in der Kommission registrieren zu lassen.

Ein Sprecher Hahns erklärte laut Ö1-Abendjournal und „Standard“, die Einladung des EU-Kommissars sei „rein privater Natur“ gewesen. Er habe in Begleitung seiner damaligen Partnerin teilgenommen, die einen Jagdschein besitze. Daher sei es auch nicht erforderlich gewesen, das in das Transparenzregister einzutragen.

Auch Essenseinladungen im Fokus

Laut „Standard“ wird Hahn aber auch noch ein anderer Interessenkonflikt angekreidet: Er habe sich im Juni 2021 gleich dreimal mit der österreichischen Vertreterin im Rechnungshof, Helga Berger, zum Essen getroffen, einmal davon in Begleitung seiner heutigen Partnerin Susanne Riess-Passer, der früheren Vizekanzlerin der schwarz-blauen Regierung Schüssel I. Die Rechnungen habe Berger dem Rechnungshof verbucht.

Hahns Büro erklärte laut „Standard“ dazu, diese Zusammenkünfte seien „Teil des regelmäßigen Austauschs, den der Kommissar mit Vertretern von Institutionen/Organisationen führt, die mit Tätigkeiten im Rahmen seines Portfolios in Zusammenhang stehen“. Es hätten auch Vertreter anderer Institutionen teilgenommen. Ein Eintrag ins Transparenzregister sei nicht nötig gewesen.

Die EU-Kommission verschärft die Gangart gegen Ungarn wegen der mutmaßlichen Diskriminierung von Homo- und Transsexuellen: Die Brüsseler Behörde leitete heute die zweite Stufe eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen die Regierung in Budapest ein.

Ungarn habe die Bedenken hinsichtlich des Eingriffs in Grundrechte nicht ausgeräumt, betonte die Kommission. Hintergrund ist ein ungarisches Gesetz, das „Werbung“ für Homo- und Transsexualität verbietet.

Das betrifft auch Bücher und Filme zu diesem Thema: Sie müssen mit dem Hinweis „Verboten für unter 18-Jährige“ versehen werden, Filme dürfen nicht mehr zu Hauptsendezeiten ausgestrahlt werden. Ungarn begründet das mit dem Schutz von Minderjährigen.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte bei Einleitung des Verfahrens im Juli gesagt, Europa werde „niemals zulassen, dass Teile unserer Gesellschaft stigmatisiert werden“.

Der Dachverband der Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen-, Trans- und Intersexorganisationen (ILGA) begrüßte die Verfahrensverschärfung durch Brüssel. Ungarns Regierungschef Viktor Orban mache diese Gruppen zu „Sündenböcken“, um vor der Wahl im kommenden Jahr über die schwerwiegenden Probleme in seinem Land hinwegzutäuschen, sagte die ILGA-Vertreterin Katrin Hugendubel.

COV Inland

Die Coronavirus-Ampel wird auch diese Woche durchgehend rot und damit auf sehr hohes Risiko geschaltet sein. Doch zeigen sich die Auswirkungen des Lockdowns mittlerweile. Die Risikozahl, die über die Farbgebung entscheidet, ist in allen neun Bundesländern gegenüber der Vorwoche gesunken.

Am besten sieht die Lage im Osten aus. Wien liegt bei 210, das Burgenland bei 306 und Niederösterreich bei 486. Am anderen Ende der Skala ist Tirol mit 1.491 klar an der Spitze, gefolgt von Kärnten mit 1.233. Was den 14-Tage-Trend bei den Infektionszahlen anlangt, geht es in diesen beiden Bundesländern sowie in Vorarlberg und der Steiermark weiter nach oben. Der Unterschied bei der Risikozahl ist, dass bei dieser auch Faktoren wie Alter der Infizierten und Impfstatus einberechnet werden.

Positiv ist, dass der Replikationsfaktor, also die durchschnittliche Zahl jener, die ein Infizierter ansteckt, in Oberösterreich und Salzburg mittlerweile recht deutlich unter eins gerutscht ist und bei 0,94 bzw. 0,95 liegt. Dieser Faktor gilt in der Pandemiebetrachtung als besonders wichtig, da er eine steigende (über 1) oder sinkende aktuelle Entwicklung (unter 1) ausweist.

Experten nur für „behutsame“ Öffnung

Die Experten der CoV-Kommission treten dafür ein, bei der in gut einer Woche geplanten Lockdown-Lockerung nur „behutsame“ Öffnungsschritte zu setzen. Grund für den Zugang ist die „noch sehr angespannten Lage auf den Intensivstationen“. Die medizinische Versorgung der österreichischen Bevölkerung sei in weiten Teilen des Landes akut bedroht. Nach der neuen Virusvariante Omikron soll nun gezielter gesucht werden. Das Infektionsrisiko bleibt im ganzen Land „sehr hoch“.

Lage in Spitälern Lage weiter angespannt

Die Belastung des Gesundheitssystems ist im Vergleich zur Vorwoche gestiegen und lag bei einer Covid-19-spezifischen Auslastung der Intensivstationen von 31,4 Prozent bezogen auf alle gemeldeten Erwachsenenintensivbetten Österreichs. Die Prognoserechnungen zeigen Rückgänge der Auslastung von Intensivstationen auf ein Niveau von 21,3 Prozent im Punktschätzer der Prognose (439 ICU-Betten) gegen Ende der Prognoseperiode.

Laut Prognoserechnung sinkt mit hoher Wahrscheinlichkeit damit das österreichweite Systemrisiko in den kommenden Wochen wieder auf mittleres Systemrisiko. Mit Ausnahme von Kärnten sinkt die ICU-Auslastung in allen Bundesländern unter 30 Prozent. Demzufolge ist die medizinische Versorgung der österreichischen Bevölkerung in weiten Teilen des Landes noch akut bedroht, wobei in den nächsten zwei Wochen verhaltene Entspannung in den Spitälern einsetzen könnte.

Alle Österreicherinnen und Österreicher, die noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sind, bekommen demnächst ein Schreiben mit der Einladung zum persönlichen Impftermin. Rund 980.000 Personen in sechs Bundesländern erhalten den Brief, in dem der bereits reservierte Termin bekanntgegeben sowie über das kostenlose Impfangebot in Österreich informiert wird, gab das Gesundheitsministerium heute bekannt.

Die Stadt Wien, die diese Aktion bereits durchgeführt hat, sowie Tirol und Vorarlberg haben eigene Erinnerungsschreiben geschickt. Kann der Termin nicht wahrgenommen werden, ist die Buchung eines Alternativtermins möglich. Eine Stornierung ist nicht notwendig, sollte der Termin nicht wahrgenommen werden können.

Die bereits gebuchten Impftermine finden größtenteils noch in diesem Jahr statt. Angeschrieben werden alle nach den Bundesgesetzen krankenversicherten Personen sowie deren anspruchsberechtigte Angehörige ab 18 Jahren, die bis 22. November 2021 noch keine Schutzimpfung erhalten haben.

Mückstein appelliert, Termin wahrzunehmen

„Die aktuelle Situation zeigt uns sehr deutlich, dass es eine wesentlich höhere Durchimpfungsrate braucht, um diese Pandemie hinter uns zu lassen. Um eine fünfte Welle zu verhindern, müssen wir alle an einem Strang ziehen“, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

„Ich bin daher froh darüber, dass wir nun die gesetzliche Grundlage haben, um auch ungeimpften Personen einen persönlichen Termin zur Corona-Schutzimpfung per Brief anbieten zu können. Expertinnen und Experten raten zu dieser Maßnahmen, weil sie dazu beitragen kann, mehr Menschen zur Corona-Schutzimpfung zu bewegen. Ich appelliere an alle, diesen Termin auch wahrzunehmen.“

Die gesetzliche Grundlage für das Schreiben bildet eine Novelle des Paragrafen 750 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes, die im Bundesrat beschlossen wurde. Die Novelle ermöglicht den benötigten Datenabgleich. Die Schreiben werden durch den Dachverband der Sozialversicherungsträger versendet.

Nach mehreren Tagen Überlebenskampf ist ein Kommunalpolitiker der impfkritischen Partei MFG mit einer CoV-Infektion gestorben. Der 54-Jährige lag auf der Intensivstation des Krankenhauses in Ried.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 786,5 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Kärnten hat mit einer Inzidenz von 1.325,2 den höchsten Wert, gefolgt von Vorarlberg mit 1.222,8. Am niedrigsten ist die 7-Tage-Inzidenz in Wien (423,5) und dem Burgenland (484,8).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Ministerien melden 8.882 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 8.882 neu registrierte CoV-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

12.625 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 3.241 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 637 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten/morgenmeldung

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Als Reaktion auf die hohen CoV-Infektionszahlen in Deutschland haben die Spitzen von Bund und Ländern bundesweit weitreichende Einschränkungen für Ungeimpfte beschlossen.

So soll etwa der Einzelhandel nur noch Geimpften und Genesenen offen stehen – ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, wie die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) heute sagte.

Zusammenkünfte im öffentlichen und privaten Raum, an denen nicht geimpfte und nicht genesene Personen teilnehmen, seien auf den eigenen Haushalt sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts zu beschränken, heißt es.

Maskenpflicht an Schulen

An den Schulen wird zudem eine generelle Maskenpflicht eingeführt. In Gebieten mit einer 7-Tage-Inzidenz ab 350 sollen Klubs und Diskotheken geschlossen werden.

Zur Eindämmung der Pandemie sollen künftig auch Zahnärztinnen und Zahnärzte, Apothekerinnen und Apotheker sowie Pflegefachkräfte Impfungen gegen das Virus vornehmen dürfen. Der Bund werde den Kreis der dazu berechtigten Personen deutlich ausweiten, heißt es.

Merkel hält Impfpflicht für „geboten“

Merkel sprach sich auch für eine allgemeine Impfpflicht aus. Die große „Impflücke“ in Deutschland führe dazu, dass Geimpfte weiterhin eingeschränkt seien und das Gesundheitssystem teilweise überlastet sei, so Merkel. „Angesichts dieser Situation halte ich es für geboten, eine solche Impfpflicht zu beschließen.“

Böllerverbot und Limits für Großveranstaltungen

Auch auf Geimpfte kommen Maßnahmen zu. So wird bei Großveranstaltungen die Zuschauerzahl begrenzt – teilnehmen dürfen hier ohnehin nur Geimpfte und Genesene. Zu Silvester gilt ein Böllerverbot für alle. In CoV-Hotspots sollen auch für Geimpfte und Genesene Kontaktbeschränkungen gelten.

Ausland

Frankreichs Premierminister Jean Castex hat den Vorschlag seines britischen Amtskollegen Boris Johnson von gemeinsamen Einsätzen zur Bekämpfung der Flüchtlingskrise am Ärmelkanal abgewiesen. Gemeinsame Patrouillen auf französischem Boden, die Migranten an der illegalen Überfahrt in kleinen Booten hindern sollten, lehne er ab, schrieb Castex an Johnson, wie die französische Nachrichtenagentur AFP heute berichtete.

„Wir können nicht akzeptieren, dass britische Polizisten oder Militärangehörige an unseren Küsten patrouillieren, schon aus Gründen unserer Souveränität“, hieß es in dem Schreiben.

Johnson hatte außerdem ein Abkommen mit Frankreich zur Rücknahme von Migranten gefordert. Frankreich schlug im Gegenzug ein EU-Abkommen mit den Briten vor, das zu einer Aufgabenverteilung zwischen Großbritannien und den übrigen Ländern am Ärmelkanal führen solle. Geschaffen werden müssten legale Migrationswege nach Großbritannien, denn bisher übernähmen die Briten nicht ihren Anteil an Asylwerbern.

Vor gut einer Woche starben im Ärmelkanal 27 Menschen auf dem Weg nach Großbritannien, weil ihr Boot kenterte. Schon seit Längerem ringen beiden Länder um einen Umgang mit der steigenden Zahl von Migranten, die über den Ärmelkanal nach Großbritannien gelangen.

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden muss gegen ihren Willen eine umstrittene Migrationsregelung aus der Amtszeit von Donald Trump wieder einführen. Das US-Heimatschutzministerium teilte heute in Washington mit, voraussichtlich ab dem kommenden Montag würden die Vorgaben der Regelung „Remain in Mexico“ (auf Deutsch etwa: Bleibe in Mexiko) wieder umgesetzt – laut einer gerichtlichen Anordnung.

Die USA hatten die Regelung 2019 unter dem damaligen Präsidenten Trump eingeführt. Demnach müssen Asylsuchende, die über die Südgrenze in die USA einreisen wollen, für die Dauer ihrer Verfahren in Mexiko bleiben. Trumps Nachfolger Biden hatte das Programm kurz nach seinem Amtsantritt im Jänner abgeschafft. Ein Bundesrichter in Texas ordnete im Sommer allerdings die Wiedereinführung an. Ein Antrag von Bidens Regierung, diese Anordnung auszusetzen, scheiterte vor dem Obersten Gerichtshof des Landes.

Das US-Heimatschutzministerium teilte mit, es seien einige Änderungen an dem Programm vereinbart worden, um es aus humanitärer Sicht zu verbessern. Dazu gehöre der Plan, Betroffene, die in Mexiko ausharren müssen, gegen das Coronavirus zu impfen und ihre Asylverfahren innerhalb von sechs Monaten abzuarbeiten. Grundsätzlich hält die Biden-Regierung aber an ihrer Kritik an dem Programm fest. Es trage nicht dazu bei, die Ursachen irregulärer Migration zu bekämpfen, hieß es. Mexiko will kooperieren und Migranten mit einem Termin bei einem US-Einwanderungsrichter vorübergehend nicht abschieben, wie das dortige Außenministerium mitteilte.

Die EU, die USA, Großbritannien und Kanada haben neue Sanktionen gegen Beteiligte an der Schleusung von Menschen nach Belarus beschlossen. Das US-Finanzministerium teilte heute mit, die US-Strafmaßnahmen gegen 20 Personen und zwölf Unternehmen und Institutionen seien eine „Reaktion auf die eklatante Missachtung internationaler Normen“ durch die Regierung von Machthaber Alexander Lukaschenko. Auch Lukaschenkos Sohn Dmitri Lukaschenko steht nun auf der US-Sanktionsliste. Die neuen Strafmaßnahmen der Vereinigten Staaten würden in Abstimmung mit Partnern und Verbündeten verhängt.

Von den neuen EU-Sanktionen sind 17 Personen sowie zehn Unternehmen und eine Sondergrenzschutzeinheit betroffen. Der Führung der Ex-Sowjetrepublik wird vorgeworfen, gezielt Migranten ins Land zu holen, um sie dann zur Weiterreise in die EU an die Grenze zu Polen, Litauen und Lettland zu bringen.

Die EU-Sanktionen treffen aus dem Land selbst unter anderem die staatliche belarussische Fluggesellschaft Belavia sowie Tourismusunternehmen und Reiseveranstalter.

Wegen ihrer Unterstützung von Lukaschenko sanktionierte die EU darüber hinaus drei weitere staatliche belarussische Industrieunternehmen. Auch Großbritannien und Kanada verhängten weitere Sanktionen gegen Belarus.

Harte Gegenmaßnahmen angekündigt

Als Reaktion kündigte Belarus harte Gegenmaßnahmen an. „Als Antwort werden wir (…) harte, asymmetrische, aber angemessene Maßnahmen ergreifen“, teilte das belarussische Außenministerium mit. Belarus beklagte unter anderem, dass von den Strafmaßnahmen auch Unternehmen betroffen seien, die nichts mit der aktuellen Krise zu tun hätten.

Wenige Stunden vor Fristablauf hat der US-Kongress offenbar eine Haushaltssperre abgewendet. Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Demokraten von Präsident Joe Biden und der oppositionellen Republikaner gaben heute eine Vereinbarung bekannt, die den drohenden Shutdown verhindern sollte.

Noch im Laufe des Tages wollte das Repräsentantenhaus über die Vorlage abstimmen. Diese würde die Finanzierung des Bundes bis zum 18. Februar sichern.

Allerdings steht der Kongress vor der nächsten Frist: Nach Schätzungen des Finanzministeriums könnte die Schuldenobergrenze des Bundes von 28,9 Billionen Dollar Mitte Dezember reißen. Wird sie nicht erhöht, droht dem Bund die Zahlungsunfähigkeit.

Die Vereinbarung zur Haushaltssperre muss allerdings auch vom Senat verabschiedet werden, bevor sie von Biden unterzeichnet werden kann. Der Anführer der republikanischen Minderheit im Senat, Mitch McConnell, lies offen, ob in der Kammer ein beschleunigtes Gesetzesverfahren angewendet werden würde.

Eine Gruppe seiner Parteikollegen hat damit gedroht, die Vorlage auszubremsen. Sie will so gegen Impfvorgaben von Biden protestieren. Damit ist unklar, ob das Gesetz noch vor dem Wochenende in Kraft treten wird, oder ob es noch zu einem vorübergehenden Shutdown kommt. McConnell selbst sagte, soweit werde es nicht kommen.

Wirtschaft

Der US-Onlinelebensmitteldienst Jokr steigt nur acht Monate nach dem Marktstart zum „Einhorn“ auf. Bei Finanzinvestoren seien 260 Millionen Dollar (rund 230 Mio. Euro) eingesammelt worden, teilte Jokr heute mit.

Bei einer der größten Serie-B-Finanzierungsrunden aller Zeiten sei das Unternehmen mit 1,2 Milliarden Dollar bewertet worden. Im Jargon der Investmentbanker spricht man ab einer Bewertung von einer Milliarde Dollar von „Einhörnern“.

Die Geldspritze dürfte den Wettbewerb auf dem Markt für schnelle Lebensmittellieferungen weiter anheizen. In diesem Bereich sind bereits stark finanzierte Start-ups wie Flink, Getir, DoorDash und Gorillas unterwegs.

Zu den Investoren von Jokr gehören neben Activant Capital, Balderton Capital und Tiger Global auch der deutsche Risikokapitalgeber HV Capital. Aktuell ist Jokr mit Hauptsitz in New York in 15 Städten aktiv – darunter Mexiko City, Sao Paulo, Warschau und Wien. Das frische Geld will Jokr nun nutzen, um in weitere Städte in den USA und Lateinamerika zu expandieren. Laut Jokr ist das Angebot trotz der hohen Kosten und starken Konkurrenz in einigen Städten bereits profitabel.

Sport

Am 18. Dezember 2020 ist Nicole Schmidhofer in der Weltcup-Abfahrt in Val d’Isere schwer gestürzt. Mehrere Operationen waren nach ihrer schweren Knieverletzung notwendig. Morgen wird die Steirerin ihr Comeback wagen und in der Abfahrt (20.30 Uhr, live in ORF1) in Lake Louise an den Start gehen. „Ich werde es probieren bis zum Schluss“, sagte die Steirerin vor dem Speed-Auftakt in Kanada.

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Lisa Hauser hat im dritten Rennen der Olympiasaison ihrem Lebenslauf ein weiteres Erfolgskapitel hinzugefügt. Die Tirolerin holte sich heute im schwedischen Östersund im Sprint ihren dritten Weltcup-Sieg und stürmte damit als erste Österreicherin der Geschichte auch an die Spitze der Gesamtwertung. Hauser legte mit einer fehlerfreien Schussleistung den Grundstein zum Erfolg. Bei den Herren landete Simon Eder als bester Österreicher auf dem 27. Platz.

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Österreichs Handballfrauen haben allen Widrigkeiten zum Trotz eine erfolgreiche Rückkehr auf die WM-Bühne gefeiert. Eine stark ersatzgeschwächte ÖHB-Truppe besiegte China heute im ersten Gruppenspiel 38:27 (22:13) und machte einen ersten Schritt Richtung Aufstieg in die Hauptrunde. Dabei hatte das Team kurz vor dem Spiel die Hiobsbotschaft ereilt, dass vier Spielerinnen positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.

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Chronik

Der Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York ist am Donnerstag wegen eines laufenden Polizeieinsatzes vor dem Gebäude abgeriegelt worden. Das erklärte ein UNO-Sprecher.

Nach Angaben eines Polizisten befand sich ein Mann mit einer Waffe, möglicherweise einer Schrotflinte, unmittelbar vor dem Gebäude. Die Polizei sperrte das Gebiet rund um den UNO-Sitz am Ostufer Manhattans weiträumig ab. Ein Reporter der dpa sah Dutzende Einsatzkräfte.

Nach der Aufregung über einen Bach in Kronberg (Niederösterreich), der sich grün gefärbt hatte, ist das Rätsel gelöst. Die Bezirkshauptmannschaft hat in dem Gewässer Frostschutzmittel nachgewiesen. Die Feuerwehr pumpte das verunreinigte Wasser ab.

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IT

Die US-Regierung will einen Milliardendeal um den Chipdesigner Arm verhindern, dessen Technik in praktisch allen Smartphones steckt. Die geplante Übernahme der britischen Firma durch den Grafikkartenspezialisten Nvidia könne Innovationen bremsen, begründete die Handelsbehörde FTC ihre Klage heute.

Der US-Konzern Nvidia hatte bereits im September 2020 zum rund 40 Milliarden Dollar (35,35 Mrd. Euro) schweren Kauf von Arm angesetzt. Unter anderem auch in Europa wird das Geschäft unter die Lupe genommen. Es wäre die größte Übernahme in der Halbleiterbranche.

Von Arm stammt die Grundarchitektur der Chips, die in so gut wie allen Smartphones und den meisten Tablet-Computern verwendet werden. Auf Basis der Arm-Designs entwickeln unter anderem Apple und Samsung die Prozessoren für ihre Smartphones. Auch der Chipkonzern Qualcomm, dessen Chips in vielen Android-Telefonen stecken, greift darauf zurück.

Die Arm-Architekturen setzten sich in Smartphones gegen Chipsysteme des Halbleiterriesen Intel durch – unter anderem weil sie deutlich stromsparender arbeiten. Inzwischen werden Chips auf Basis von Arm-Designs auch in Rechenzentren eingesetzt – und Apple greift auf sie in seinen neuen Mac-Computern zurück.

Konkurrenten befürchten Benachteiligung

Aktuell gehört Arm dem japanischen Technologiekonzern Softbank, der nicht an der Unabhängigkeit der britischen Firma rüttelte. Angesichts der geplanten Übernahme durch Nvidia gab es jedoch bereits Unruhe in der Technologiebranche. So befürchteten einige Arm-Kunden, dass der Grafikkartenspezialist ein Interesse daran haben könnte, künftige Arm-Architekturen besser mit seinen eigenen Produkten zu verzahnen – was ihre Wettbewerbsposition verschlechtern würde. Nvidia wies solche Ängste zurück.

Die Bedenken der FTC gehen nun in dieselbe Richtung. Der Deal würde Nvidia erlauben, Konkurrenten auf unfaire Weise zu benachteiligen, argumentierte die Behörde. Sie sieht die Gefahr unter anderem bei Assistenzsystemen in Autos und Prozessoren für Cloud-Dienste. Auch werde Nvidia durch den Kauf von Arm Zugang zu vertraulichen Informationen einiger seiner Konkurrenten bekommen, die ebenfalls Kunden des Chipdesigners sind.

Religion

Papst Franziskus will nach Angaben der Regierung Zyperns nach seinem Besuch auf der Mittelmeer-Insel 50 Geflüchtete mit zurück nach Italien nehmen. Der zyprische Präsident Nikos Anastasiadis dankte dem Kirchenoberhaupt bei dessen Besuch in Nikosia heute für diese „symbolische Initiative“, die „ein starkes Signal für die Notwendigkeit und die nötige Überarbeitung der EU-Migrationspolitik“ sei. Der Vatikan hat die Angaben zunächst nicht bestätigt.

Zuvor hatte der Papst in einer Ansprache in einer maronitischen Kirche in Nikosia die Europäer zur „Einheit“ besonders in Fragen der Migration aufgerufen. Zypern verzeichnet derzeit einen starken Anstieg der Ankünfte von Flüchtlingen. Über das Mittelmeer führen einige der wichtigsten Flüchtlingsrouten für Menschen aus Afrika und Asien, die nach Europa gelangen wollen.

Papst Franziskus war zu einem zweitägigen Besuch in Zypern eingetroffen. Im Anschluss will er nach Griechenland weiterreisen. Es ist der zweite Besuch eines Papstes in Zypern, dessen Bevölkerung mehrheitlich der christlich-orthodoxen Kirche angehört. 2010 hatte der damalige Papst Benedikt XVI. den EU-Mitgliedstaat besucht.

Science

Eine neue Studie zeigt erstmals, was kurz nach der Befruchtung einer Eizelle geschieht: Bestimmte Moleküle sorgen dafür, dass sich die Zellen richtig organisieren und eine Seite des frühen Embryonen „klebrig“ wird. Das macht das Einnisten in die Gebärmutter möglich – Erkenntnisse, die auch die Erfolgschancen künstlicher Befruchtungen verbessern könnten.

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Kultur

Der US-amerikanische Avantgardekomponist Alvin Lucier ist tot. Lucier, der emeritierter Professor der Wesleyan University in Middletown, im US-Bundesstaat Connecticut war, erlag den Folgen eines Sturzes im Alter von 90 Jahren. Der Komponist entwarf über Jahrzehnte radikal experimentelle und zugleich sensible und behutsame Kompositionsvorgaben, mit Hilfe derer oftmals die Schallwellen und deren Eigenleben – und nicht ein expressiver Wille des Komponisten – zu den Hauptakteuren der Musik werden.

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Eigentlich hätte die Premiere von Modest Mussorgskis Monumentaloper „Boris Godunow“ ein Höhepunkt der Saison in der Wiener Volksoper sein sollen. Die Premiere wird am 15. Jänner aber wegen der Pandemie nur konzertant angesetzt.

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