Inland

Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer ÖVP-SPÖ-Koalition nicht gerade groß ist, haben beide Parteien heute vor Beginn ihrer Sondierungsrunde Bemühen um eine Verständigung betont: „Unsere Hand ist ausgestreckt, wir meinen es ernst“, sagte ÖVP-Chef Sebastian Kurz. SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner versprach ernsthafte und professionelle Gespräche.

Kurz betonte, dass das Verhältnis der beiden Parteien kein einfaches gewesen sei. Fehler seien auf beiden Seiten gemacht worden, auch von ihm. Nun sei die Frage, ob ein Neustart gelingen könne. Das Ziel sei, Gräben zu überwinden.

SPÖ mit leichter Verspätung

Leicht zu spät war das SPÖ-Sextett, und vielleicht auch deshalb beantwortete Rendi-Wagner im Gegensatz zu Kurz keine Journalistenfragen. Ihr Statement war mehr oder weniger eine Wiederholung ihrer Stellungnahmen vom Vortag. Die SPÖ-Chefin will über konkrete Inhalte, die die Zukunft Österreichs betreffen, sprechen – etwa Kinderarmut, finanzierbares Wohnen und Klima. Ziel des Gesprächs sei zu eruieren, wo es Trennendes gebe und wo Gemeinsames.

Favoriten als Koalitionspartner sind die Sozialdemokraten aber nicht. Da werden eher die Grünen hoch gehandelt. Nicht dabei sind vorerst die Freiheitlichen, was die ÖVP damit argumentiert, dass sich diese für den Gang in die Opposition entschieden hätten. Das wurde von FPÖ-Obmann Norbert Hofer zuletzt freilich relativiert, womit seine Partei zumindest im Hintergrund auch weiter ein Faktor bleibt.

Die Neugründung der im Juni 2018 eingestellten rechtsextremen Zeitschrift „Aula“ sorgt für Kritik. Laut SOS-Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak tritt die „Neue Aula“ in ähnlicher Besetzung auf wie das im Vorjahr eingestellte Magazin. „Die Blattausrichtung hin zum radikal rechtsextremen Spektrum ist sehr ähnlich“, so Pollak gegenüber dem Ö1-Morgenjournal.

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Als Herausgeber fungiere der frühere „Aula“-Schriftleiter, der Grazer FPÖ-Politiker Martin Pfeiffer. Medieninhaber ist laut Pollak der oberösterreichische FPÖ-Politiker Albert Engelmann. Zu den Autoren der „Neuen Aula“ zähle unter anderen Fred Duswald, der etwa KZ-Überlebende als „Massenmörder“ und „Landplage“ bezeichnet habe.

„Große Spendenbereitschaft im Dritten Lager“

Engelmann, der auf der Homepage der Zeitschrift als Eigentümer ausgewiesen ist, erklärt dort, dass die „Neue Aula“ keine Staats- und Parteisubventionen erhalte und sich „ausschließlich“ durch ihre Leser finanziere.

Das erste Heft habe dank „großer Spendenbereitschaft im Dritten Lager“ bereits Anfang Oktober erscheinen können. „Initialzündung“ für die Gründung sei der „Ibiza-Skandal“ gewesen, der zum Zerbrechen der „rechtsbürgerlichen Regierung“ geführt habe, so Engelmann.

Pollak bemängelte, dass sich die „Neue Aula“ in altem Gewand präsentiere. Etwa würden die rechtsextremen Identitären verteidigt, der Überfall Deutschlands auf Polen im Jahr 1939 als Auslöser des Zweiten Weltkriegs in Zweifel gezogen, der rassistisch konnotierte „Mischkulturen“-Sager eines FPÖ-Politikers als „populär“ dargestellt sowie das heutige „Merkel-Deutschland“ in seiner „Unmenschlichkeit“ auf eine Stufe mit dem NS-Regime gesetzt.

Pollak verlangt nun Konsequenzen: FPÖ-Chef Norbert Hofer müsse zu seiner Ankündigung stehen, wonach allen FPÖ-Mitgliedern, die in der „Aula“ schreiben, der Ausschluss drohe. Hofers Sprecher war vorerst nicht erreichbar, gegenüber Ö1 hieß es aber, dass man die Zeitung nicht kenne und nichts damit zu tun habe. Engelmann wiederum sagte dem Morgenjournal, dass er sofort austreten würde, sollte die FPÖ das verlangen, um der Partei nicht zu schaden.

FPÖ-Chef Norbert Hofer will Verfahren von „verhaltensauffälligen“ Asylwerbern und Asylwerbererinnen vorziehen, also Personen, die bereits aggressives Verhalten gezeigt hätten oder kriminell geworden seien.

Diese könnten wegen der Länge des Asylverfahrens „nicht schnell genug abgeschoben“ werden, so Hofer, der anlässlich der Messerattacken eines Asylwerbers in Wullowitz in Oberöstereich eine Nachschärfung verlangte.

Der Afghane, der einen Altbauern getötet und einen Flüchtlingsbetreuer lebensgefährlich verletzt hat, sei bereits mehrfach negativ aufgefallen. Das Asylverfahren des Mannes sei in erster Instanz negativ beschieden gewesen. „Hätte man hier schneller reagiert und diese Bestie abgeschoben, wäre der österreichische Bauer heute noch am Leben“, so Hofer.

Ausland

Seit Beginn der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien sind nach Schätzungen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien mehr als 300.000 Menschen aus der Grenzregion geflüchtet.

Wie britische Organisation mitteilte, floh die Mehrzahl aus den umkämpften Gebieten um die syrischen Städte Tal Abjad und Kobane (Ain al-Arab) sowie aus der syrischen Provinz Hasaka.

Die Vereinten Nationen hatten bisher von 160.000 in die Flucht getriebenen Zivilisten gesprochen.

Trotz internationaler Kritik auch aus Washington kämpft die türkische Armee im Nachbarland gegen die YPG, die sie als Terrororganisation einstuft. Für die USA und andere westliche Staaten war die Kurdenmiliz hingegen jahrelang ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Dutzende Zivilisten – insbesondere auf kurdischer Seite – wurden seit Beginn der Kämpfe getötet.

Bereits seit Tagen legt das Klimabündnis „Extinction Rebellion“ mit Sitzstreiks und Blockaden Teile des öffentlichen Lebens in London lahm. Heute kletterten Aktivisten auf mehrere U-Bahn-Garnituren, klebten sich dort fest und brachten damit Teile des Frühverkehrs zum Erliegen. Bei der Station Canning Town kam es dabei zu einer Ausschreitung: Zornige Pendler zogen einen Aktivisten von einem stehenden Zug, danach entwickelte sich ein Handgemenge.

Laut der Polizei wurden vier Personen festgenommen. Ein Video von dem Vorfall verbreitete sich rasch im Internet. Ein geplanter Protest auf dem Flughafen Gatwick wurde angesichts des Vorfalls abgesagt, teilte einer der leitenden „Extinction Rebellion“-Aktivisten mit.

Das Bündnis hatte zu einer zweiwöchigen Aktionsreihe aufgerufen. Der Protest befindet sich nun am elften Tag. 1.300 Menschen wurden schon festgenommen.

Der katalanische Regionalpräsident Quim Torra hat als Reaktion auf die harten Urteile gegen neun Separatistenführer mit einem neuen Abspaltungsreferendum in der Region im Nordosten Spaniens gedroht.

„Wenn wir für die Aufstellung von Urnen zu 100 Jahren Gefängnis verurteilt werden, dann ist die Antwort klar: Man muss erneut Urnen für die Selbstbestimmung aufstellen“, sagte Torra heute im Parlament von Barcelona. Das solle noch in dieser Legislaturperiode geschehen.

Ehemalige Spitzenpolitiker der Region und zwei Anführer ziviler Organisationen waren am Montag vom Obersten Gerichtshof in Madrid wegen Aufruhrs zu langjähriger Haft in der Gesamtlänge von 100 Jahren verurteilt worden.

Es ging um ihre Rolle bei dem von der spanischen Justiz verbotenen Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017. Die Höchststrafe bekam Ex-Vizeregionalchef Oriol Junqueras mit 13 Jahren Freiheitsentzug. Medienberichten zufolge können die Separatisten frühestens dann Vollzugslockerungen – also Freigang – bekommen, wenn sie ein Viertel der Haft verbüßt haben.

Krawalle in Barcelona

Erneut kam es in Barcelona zu schweren Ausschreitungen von Anhängern der Unabhängigkeitsbewegung. (Quelle: APTN)

Torra sagte, er sei „empört und bestürzt“ über die Urteile; diese seien eine „große Farce“ und „niederträchtig“. Wie bereits in der Nacht verurteilte der 56-Jährige die gewalttätigen Ausschreitungen der vergangenen Tage, bei denen es speziell in Barcelona zu Zusammenstößen mit der Polizei und vielen Verletzten gekommen war. Die Unabhängigkeitsbewegung lehne jede Form der Gewalt ab, woher sie auch komme. Gleichzeitig verteidigte er das Recht auf „friedlichen zivilen Ungehorsam“.

Dutzende Verletzte

Mindestens 20 Demonstranten seien gestern festgenommen worden, teilte die katalanische Regionalpolizei auf Twitter mit. Nach Angaben der Notdienste wurden 52 Menschen medizinisch versorgt. Demonstranten hätten Autos angezündet, brennende Barrikaden errichtet und Beamte mit Brandsätzen angegriffen, teilte die Polizei weiter mit.

Wegen der Proteste in Hongkong hat China den Export von schwarzen T-Shirts, Regenschirmen, Gesichtsmasken und anderen bei Aktivistinnen und Aktivisten beliebten Ausrüstungsgegenständen in die chinesische Sonderverwaltungszone gestoppt.

Wie das Logistikunternehmen Phxbuy in der Provinz Guangdong an der Grenze zu Hongkong heute mitteilte, erlaubt der Zoll auch die Ausfuhr von gelben Warnwesten, schwarzer Kleidung, Megafonen, Sprechfunkgeräten, Drohnen, Schutzgläsern, Taschenlampen, Eisenstangen und Schlagstöcken nicht mehr.

Das Lieferverbot ist eine Reaktion auf die seit Monaten anhaltenden Proteste in der früheren britischen Kronkolonie auf der anderen Seite der Grenze. Demonstranten tragen gerne schwarze Kleidung sowie Masken und Schutzbrillen gegen Tränengas und Pfefferspray der Polizei. Radikale Aktivisten rüsten sich auch mit Stöcken und Taschenlampen für Straßenschlachten mit Polizisten.

Neuerlich Chaos im Hongkonger Parlament

In Hongkongs Stadtparlament kam es heute erneut zu chaotischen Szenen: Prodemokratische Abgeordnete störten einen weiteren Auftritt von Regierungschefin Carrie Lam und mussten schließlich den Saal verlassen. Die pekingtreue Politikerin hatte gestern ihre Regierungserklärung abbrechen müssen, weil sie mehrfach von prodemokratischen Abgeordneten unterbrochen wurde.

Der Chef der Protestgruppe Civil Human Rights Front (CHRF), Jimmy Sham, der gestern Abend von einem Schlägertrupp angegriffen worden war, meldete sich heute aus dem Krankenbett. Er werde seinen Kampf „friedlich, vernünftig und gewaltfrei“ fortsetzen, schrieb Sham auf Facebook. Sham, einer der Anführer der Demokratiebewegung, war von mehreren mit Hammern bewaffneten Schlägern angegriffen worden. Er wurde mit einer blutenden Kopfwunde ins Krankenhaus eingeliefert.

Der türkische Botschafter in Deutschland, Ali Kemal Aydin, hat die in Deutschland laut gewordene Kritik am Militärgruß türkischer Fußballnationalspieler mit scharfen Worten verurteilt. „Es grenzt wirklich an Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rassismus“, sagte er in Berlin. Die Kritik widerspreche der Meinungsfreiheit und sei ein Beispiel dafür, dass es wieder eine „antitürkische Stimmung“ in Deutschland gebe.

Türkische Nationalspieler hatten in den EM-Qualifikationsspielen gegen Albanien und Frankreich beim Torjubel den militärischen Gruß mit der Hand an der Stirn gezeigt und damit die türkischen Soldaten im Syrien-Einsatz geehrt. Darunter waren gegen Albanien auch die Profis der deutschen Bundesliga, Kaan Ayhan und Kenan Karaman von Fortuna Düsseldorf, die aber gegen Frankreich nicht mehr salutierten.

Ihr Verein hatte sich zuvor „in aller Deutlichkeit von jeglicher vermeintlich politisch motivierten Handlung, die gegen die Werte des Vereins verstößt“, distanziert.

„Das ist ganz normal und menschlich“

Die Aufregung über den militärischen Gruß auf dem Spielfeld sei für ihn schwer nachvollziehbar, sagte Aydin. Die Spieler hätten lediglich Soldaten geehrt, die ihr Leben für ihr Vaterland riskierten. „Das ist ganz normal und menschlich“, sagte der Botschafter. „Wir finden es falsch, dass diese Spieler so an den Pranger gestellt worden sind.“

Aydin kritisierte auch die deutschen Medien scharf. „Einige Medien hier hetzen die Bevölkerung auf diese Spieler. Das akzeptieren wir nicht, wir finden es befremdlich.“

Medien

Anlässlich der katastrophalen humanitären Situation in Syrien haben der ORF und mehrere Hilfsorganisationen einen weiteren Spendenaufruf für die „Nachbar in Not“-Flüchtlingshilfe gestartet. Die Flüchtlingslager in Syrien und den Nachbarländern seien aufgrund jahrelanger Konflikte überlastet, die Lage in Nordsyrien gefährde weitere Millionen Menschen.

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Sport

Nach den Rücktritten von Marcel Hirscher, Lindsey Vonn und Aksel Lund Svindal ist Mikaela Shiffrin der Superstar der kommenden Skisaison, die am 26. Oktober mit dem RTL in Sölden (10.00 Uhr, live in ORF1) beginnt.

Die 24-jährige US-Amerikanerin hat eine Rekordsaison mit 17 Weltcup-Siegen, vier Weltcup-Kugeln und zwei WM-Goldene hinter sich. Zu gewinnen gibt es auch in einer Saison ohne Großereignisse genug, nämlich gleich siebenmal Kristall. Und auf eines ist Shiffrin besonders scharf.

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Über seine Verweildauer in der Formel 1 wundert sich Kimi Räikkönen selbst. Auf die Frage, ob er sich jemals habe vorstellen können, mit 40 Jahren noch in der Formel 1 zu fahren, antwortete er am Rande des Grand Prix von Japan in Suzuka am Wochenende schmunzelnd: „Ganz sicher nicht, aber so hat es sich eben entwickelt“, so der Finne, der heute seinen 40. Geburtstag feiert.

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Chronik

Über jenen 33-jährigen Asylwerber, der am Montag in Wullowitz (Oberösterreich) einen 63-Jährigen getötet und einen Flüchtlingsbetreuer lebensgefährlich verletzt haben soll, hat das Landesgericht Linz heute U-Haft verhängt.

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Nach den Messerattacken wollen jetzt auch einzelne Gruppierungen die Thematik für sich nutzen. So haben etwa die rechtsextremen Identitären eine Kundgebung angekündigt. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) warnte vor einem Missbrauch der Geschehnisse.

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Eine 52-Jährige hat gestern bei einem Brand in Ramsau am Dachstein (Steiermark) lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Das Feuer war im zweiten Stock eines Hotels ausgebrochen.

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Auch in Wels (Oberösterreich) kam es gestern zu einem Brand – diesmal in einem Wohnhaus. Der Hausbesitzer erlitt schwere Verbrennungen, seien Frau zog sich eine Rauchgasvergiftung zu.

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Im Fall einer isoliert lebenden Familie auf einem Bauernhof in den Niederlanden erhärtet sich der Verdacht gegen den beteiligten Österreicher. Die niederländische Staatsanwaltschaft teilte gestern mit, dass der festgenommene 58-jährige Österreicher der Freiheitsberaubung verdächtigt wird. Die Ermittlungen der Polizei laufen indes auf Hochtouren, doch viele Fragen sind nach wie vor offen.

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Nach einem Gewaltverbrechen im Haus des früheren „Tarzan“-Darstellers Ron Ely (81) sind seine Ehefrau und sein Sohn tot. Nach Mitteilung der Polizei im kalifornischen Santa Barbara von gestern waren Beamte am Vorabend per Notruf zu dem Haus des Schauspielers gerufen worden. Sie fanden Elys Ehefrau Valerie Lundeen Ely (62) erstochen vor.

Der als Tatverdächtiger gesuchte Sohn des Paares, Cameron Ely, wurde auf dem Grundstück gestellt. Er sei eine Bedrohung gewesen und von den Beamten erschossen worden, teilte die Polizei mit. Ron Ely sei bei dem Vorfall nicht verletzt worden, berichtete der Sender CNN.

Auch „Mann aus Bronze“

Ely war in den 1960er Jahren durch seine Hauptrolle in der TV-Serie „Tarzan“ bekannt geworden. Zusammen mit der deutschen Schauspielerin Uschi Glas drehte er 1972 den Italo-Western „100 Fäuste und ein Vaterunser“. Auch in dem Abenteuerfilm „Doc Savage – Der Mann aus Bronze“ (1975) hatte er eine Hauptrolle. Später war er in TV-Serien wie „Fantasy Island“ und „Love Boat“ zu sehen.

Ely war seit 1984 mit Valerie Lundeen, einer früheren Schönheitskönigin aus Florida, verheiratet. Das Paar hatte drei Kinder, zwei Töchter und Sohn Cameron.

Wirtschaft

In dem seit vier Wochen andauernden Tarifstreit beim US-Autohersteller General Motors (GM) haben Geschäftsführung und Gewerkschaft eine vorläufige Einigung erzielt.

Die Führung der Autoarbeitergewerkschaft UAW wollte heute über das Abkommen abstimmen – danach werden die Gewerkschaftsmitglieder dazu aufgerufen. Die UAW-Führung soll heute auch darüber entscheiden, ob der Streik bis zu einem Mitgliederentscheid andauert oder direkt beendet wird.

Bei GM streiken seit Mitte September fast 50.000 Beschäftigte für höhere Löhne sowie die Sicherung von Arbeitsplätzen. Es ist der erste große Streik bei GM seit 2007. Der Konzern musste die Produktion in 31 Fabriken stilllegen.

Konflikt über befristete Verträge

Unternehmen und Gewerkschaft hatten ihre Verhandlungen am Montag wiederaufgenommen. Hauptstreitpunkt waren befristete Arbeitsverträge für Beschäftigte. Zuletzt hieß es, ein möglicher Kompromiss sehe vor, dass diese nach drei Jahren einen Anspruch auf Festanstellung bekommen sollen.

GM macht Experten zufolge täglich 100 Millionen Dollar (90,5 Mio. Euro) Verlust wegen des Streiks. Normalerweise laufen bei der Firma täglich 8.400 Wagen von den Bändern. Auch Zulieferbetriebe in Mexiko und Kanada sind von dem Streik stark betroffen.

Der US-Elektroautohersteller Tesla hat grünes Licht für die Aufnahme seiner Produktion in China erhalten. Das kalifornische Unternehmen wurde in die Liste der von der Regierung genehmigten Autohersteller aufgenommen, wie das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie heute mitteilte.

Die Regierung gewährte Tesla ein Zertifikat, das der Elektroautohersteller für den Start seiner Produktion in dem Land benötigt. Der Konzern hat in Schanghai ein Werk für zwei Mrd. Dollar (1,8 Mrd. Euro) gebaut – die erste ausländische Produktionsstätte von Tesla. Die Produktion dort soll noch im Oktober beginnen.

Tesla-Werk in Schanghai
AP/Imaginechina/Ji Haixin

Tesla wil in dem Werk bis Ende des Jahres mindestens 1.000 Fahrzeuge des Modells 3s pro Woche bauen. So soll der Absatz auf dem weltgrößten Automarkt angekurbelt und Einfuhrzölle für Autos aus den USA vermieden werden. Noch ist aber unklar, ob der Konzern seine Produktionsziele erreichen kann, da es noch Unsicherheiten etwa mit Blick auf Arbeitskräfte und Lieferanten gibt.

Die wertvollsten Marken der Welt kommen nach wie vor aus den USA. Ungeachtet des sich verschärfenden Drucks seitens der Wettbewerbshüter standen Apple, Google, Amazon, Microsoft und Coca-Cola an der Spitze des Rankings der Marktforschungsfirma Interbrand. Facebook rutschte dagegen von Rang neun auf Rang 14 ab.

Apple gewinnt neun Prozent an Wert

Mit einem Markenwert von 234 Mrd. Dollar (213 Mrd. Euro) setzte sich Apple an die Spitze des heute veröffentlichten jährlichen Rankings. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wertzuwachs von neun Prozent.

Auf Platz zwei und drei rangierten Google mit plus acht Prozent auf 167,7 Mrd. Dollar und Amazon mit einem Zuwachs von 24 Prozent auf rund 125,3 Mrd. Dollar. Der Onlinehändler und Anbieter der Sprachassistentin Alexa konnte damit seinen Vorsprung zu Microsoft deutlich ausbauen, der Softwareriesen landete mit einem Markenwert von knapp 109 Mrd. Dollar auf Rang vier.

Weit abgeschlagen mit rund 63,4 Mrd. Dollar und einem Minus von vier Prozent lag Coca-Cola auf Rang fünf. Auch bei Facebook errechneten die Marktforscher einen Wertrückgang von klaren zwölf Prozent auf knapp 40 Mrd. Dollar.

Mercedes und BMW wertvollste europäische Marken

Unter den 100 wertvollsten Marken waren keine österreichischen Unternehmen zu finden. Die wertvollsten Nicht-US-Unternehmen im Ranking waren der südkoreanische Tech-Konzern Samsung mit einem Wert von 61,1 Mrd. Dollar (Rang sechs) und der japanische Autobauer Toyota mit 56,2 Mrd. Dollar (Rang sieben).

Europa ist mit den beiden deutschen Konzernen Mercedes-Benz auf Platz acht (plus fünf Prozent auf 50,8 Mrd. Dollar) und BMW auf Platz elf (plus ein Prozent auf 40,4 Mrd. Dollar) vorne vertreten. Auch wenn die beiden Unternehmen noch weit oben im Ranking stehen, zeige die Branche deutliche Schwäche, hieß es in der Studie. In den vergangenen Jahren hätten Mercedes-Benz, BMW, VW, Audi, Porsche und Mini noch Zuwächse von bis zu 18 Prozent verzeichnet.

Kultur

Das deutsche ZDF plant eine Neuauflage der Kinderserie „Pinocchio“. Die zum Leben erwachte Holzpuppe soll nun in 3-D-Animation über den Bildschirm wandern, wie der Sender mitteilte. Die 52 Folgen werden voraussichtlich ab 2021 zu sehen sein.

Pinocchio in 3-D
ZDF und 2019 METHOD ANIMATION

Die Serie ist eine Zusammenarbeit des ZDF mit der italienischen RAI und France Television. Es gab schon viele Verfilmungen des Klassikers von Carlo Collodi. Unter anderem entstand 1976 eine japanische Zeichentrickfassung, die im auch im ORF ausgestrahlt wurde.

In der 3-D-Fassung, die nun entsteht, kommen neue Figuren hinzu. Pinocchio lebt mit seinem Schöpfer Gepetto am Rande eines verwunschenen Märchenwaldes. „Die Dorfbewohner sind bekannte Märchenfiguren wie Schneewittchen, der große böse Wolf oder der Lebkuchenmann. Mit deren Kindern ist der gutherzige Pinocchio befreundet“, hieß es in der ZDF-Mitteilung. „Auch dabei sind Volpek und Korat, die Nachkommen der Antagonisten Fuchs und Katze aus Carlo Collodis Roman ‚Die Abenteuer von Pinocchio‘.“

Science

Der vergangene Monat ist nach Messungen der US-Behörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) global der wärmste September seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880 gewesen – gemeinsam mit dem September 2015.

Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen beider Monate sei mit 15,95 Grad Celsius um 0,95 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts von 15 Grad gelegen, teilte die US-Klimabehörde gestern (Ortszeit) mit. In der nördlichen Hemisphäre sei es mit 1,24 Grad Celsius über dem Durchschnitt sogar der wärmste September seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen.

Besonders warm war es nach Angaben der NOAA unter anderem in Alaska, dem Westen Kanadas, dem Süden der USA und im nördlichen Pazifik. Die weltweit zehn wärmsten September gab es laut NOAA seit 2005. Die vergangenen fünf seien die fünf wärmsten seit Messbeginn 1880 gewesen.

Religion

Die Caritas der Erzdiözese Wien startet ihre Winternothilfe. „Für die Caritas beginnt der Winter bereits im Sommer“, sagte Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner heute bei einem Pressetermin im Caritas-Haus St. Josef. „Wir wollen möglichst allen Menschen, die auf der Straße stehen, helfen“, so Schwertner.

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Lifestyle

Leute

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat sich bei einem Motorradunfall auf dem Gelände seines Malacanang-Palasts in Manila verletzt. Der 74-Jährige sei beim Parken nach einer Tour auf dem Gelände hingefallen, sagte sein Sprecher Salvador Panelo heute unter Berufung auf Dutertes Freundin Cielito „Honeylet“ Avancena. Er habe nur leichte Prellungen und Schürfwunden an Ellbogen und Knie erlitten.

Dutertes Vertrauter und Senator Christopher „Bong“ Go hatte hingegen zuvor berichtet, der Präsident klage nach einem „Motorradsturz“ über Hüftschmerzen. Go zeigte später Videoaufnahmen des Präsidenten, wie er in der Nacht ohne Helm und Schutzbekleidung auf dem Motorrad fährt – der Sturz ist allerdings nicht zu sehen. Sprecher Panelo wollte die verschiedenen Versionen nicht kommentieren. Hauptsache sei, dass Duterte keine schweren Verletzungen habe, sagte er.

Viele gesundheitliche Probleme

Der Gesundheitszustand des 74-Jährigen ist ein wichtiges Thema im Land. Erst vor zehn Tagen hatte Duterte enthüllt, dass er an Myasthenia gravis leidet, einer unheilbaren Autoimmunerkrankung, die durch Muskelschwäche oder den Ausfall einzelner Muskeln gekennzeichnet ist und zu schweren Komplikationen führen kann.

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2016 hatte Duterte immer wieder Termine ausfallen lassen oder in langatmigen und abschweifenden Reden über seine diversen gesundheitlichen Probleme gesprochen. 2016 hatte er enthüllt, dass er wegen einer Wirbelsäulenverletzung bei einem Motorradunfall über einige Zeit das starke Betäubungsmittel Fentanyl, ein synthetisches Opioid, eingenommen hatte.