Ausland

Wenige Tage vor der Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten Joe Biden ist in der Hauptstadt Washington ein bewaffneter Verdächtiger festgenommen worden. Der Mann aus dem Bundesstaat Virginia habe am Freitagabend einen unweit des US-Kapitols errichteten Kontrollpunkt der Polizei angefahren, wie aus einem Polizeibericht hervorgeht.

Er soll eine geladene Pistole und 500 Schuss Munition bei sich gehabt haben. Zudem stellte die Polizei Schrotmunition sicher. Die Festnahme sei unter anderem erfolgt, weil weder die Schusswaffe noch die Munition registriert war. Zudem habe der 31-Jährige keinen Waffenschein, sagte eine Polizeisprecherin. Der Nachrichtensender CNN berichtete, der Mann habe eine gefälschte Zugangsberechtigung für die Vereidigungszeremonie an diesem Mittwoch vorgezeigt. Die Polizei sprach lediglich von einem Ausweis, der nicht von einer Regierungsbehörde ausgestellt gewesen sei.

USA wappnen sich gegen Gewalt bei Bidens Amtseinführung

Nach der Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump am 6. Jänner mit mehreren Todesopfern ist die Sorge vor weiteren Gewaltakten rund um die Vereidigung Bidens groß.

Nationalgarde vor dem Kapitol in Washington
APA/AFP/Getty Images/Eric Thayer

Im Zentrum der Hauptstadt, wo sich das Weiße Haus und das Kapitol sowie eine große Freifläche mit verschiedenen Wahrzeichen befindet, wurden drastische Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Neben Kontrollposten der Polizei wurden Metallzäune und Beton-Barrikaden errichtet. Tausende Mitglieder der Nationalgarde – die zur Reserve der US-Armee gehört – wurden abgestellt, um den Kongresssitz zu schützen.

Der künftige US-Präsident Joe Biden will unmittelbar nach seiner Amtseinführung etwa ein Dutzend Maßnahmen umsetzen, die auch für die versprochene Abkehr von Donald Trumps Kurs stehen. Biden werde am Mittwoch unter anderem das von Trump verhängte Einreiseverbot für Bürger aus mehreren überwiegend muslimisch geprägten Ländern rückgängig machen und die USA zurück in das Pariser Klimaabkommen führen, erklärte der künftige Stabschef im Weißen Haus, Ronald Klain, gestern.

Biden wird demnach nach seiner Vereidigung als Teil der Anstrengungen gegen das Coronavirus zudem eine zunächst für 100 Tage geltende Maskenpflicht für die Orte anordnen, an denen der Bund das Sagen hat – zum Beispiel in Regierungsgebäuden.

Für den 21. Jänner stellte Klain eine Reihe an Direktiven in Aussicht, die bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie helfen sollen. Am 22. Jänner werde Biden zudem die Regierungsbehörden anweisen, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um von der Krise besonders betroffene Menschen wirtschaftlich zu unterstützen.

Bis zum 1. Februar sollen weitere Maßnahmen folgen, mit denen der Kurs der USA in der Pandemie geändert, der Klimawandel bekämpft, die Gleichheit zwischen den ethnischen Bevölkerungsgruppen gefördert und die Wirtschaft wieder aufgebaut werden soll, erklärte Klain. „Und, der gewählte Präsident Biden wird zeigen, dass Amerika zurück ist, und Maßnahmen ergreifen, um Amerikas Platz in der Welt wiederzuerlangen.“

Als Gastgeber hat der britische Premier Boris Johnson die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten für heuer nach Cornwall eingeladen. Der Gipfel soll vom 11. bis 13. Juni in der Küstenstadt Carbis Bay stattfinden, teilte die britische Regierung gestern Abend mit. Es soll das erste persönliche Treffen der Regierungschefs nach rund zwei Jahren sein. Außerdem ist es der erste G7-Gipfel für US-Präsident Joe Biden sowie der letzte für die deutsche Kanzlerin Angela Merkel.

Johnson will sich nach dem Brexit auf der großen Weltbühne damit profilieren, die G7 zu weiten und auch Australien, Indien und Südkorea als Gäste einzuladen. Traditionell gehören neben Großbritannien, Deutschland und den USA noch Italien, Frankreich, Japan und Kanada zu den G7-Staaten.

Die Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie sowie des Klimawandels sollen zu den bestimmenden Themen des Gipfels zählen. „Das Coronavirus ist zweifellos die zerstörerischste Kraft, die wir seit Generationen erlebt haben und der größte Test für die moderne Weltordnung“, sagte Johnson laut einer Mitteilung. Es sei richtig, mit vereinten Kräften daran zu arbeiten, die Pandemie zu überwinden und eine bessere, klimafreundlichere Zukunft zu schaffen.

Die von Deutschland, Frankreich und Großbritannien gegründete Gesellschaft zum Schutz des Handels mit dem Iran gegen US-Sanktionen ist weitgehend wirkungslos geblieben. Seit der Gründung vor zwei Jahren wurde nur eine einzige Transaktion über sie abgewickelt, um die Ausfuhr medizinischer Güter in den Iran zu ermöglichen. Das geht aus einer Antwort des deutschen Auswärtigen Amts auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Zweckgesellschaft Instex war im Jänner 2019 nach dem Ausstieg der USA aus dem Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe gegründet worden. Über sie kann seitdem der Zahlungsverkehr bei Iran-Geschäften abgewickelt werden, wenn sich private Banken wegen drohender US-Strafen dazu nicht mehr bereiterklären. Instex fungiert also quasi als Schutzschirm für den Handel zwischen Europa und dem Iran. Dem von schiitischen Geistlichen beherrschten Staat wurden im Atomabkommen wirtschaftliche Vorteile im Gegenzug für den Verzicht einer militärischen Nutzung seines Nuklearprogramms geboten.

Der Erfolg blieb aber aus. Erst 14 Monate nach Gründung von Instex erfolgte im März 2020 die erste und bis heute einzige Transaktion über die Gesellschaft. Das Auswärtige Amt macht den Iran dafür verantwortlich: „Das Zustandekommen einer erfolgreichen Transaktion ist von vielen, oftmals hochkomplexen Faktoren und insbesondere auch von der Kooperationsbereitschaft der iranischen Seite abhängig, die bisher keinen weiteren Geschäften zugestimmt hat.“

Angesichts einer sogenannten „Karawane“ mit mehreren Tausend Menschen hat die Regierung Guatemalas die honduranischen Behörden aufgerufen, die Massenabwanderung einzudämmen. In einer Mitteilung in sozialen Medien forderte die Regierung von Präsident Alejandro Giammattei gestern die Behörden des Nachbarlandes auf, „laufend“ durch „vorbeugende Maßnahmen“ zur „Gewährleistung der nationalen und regionalen Sicherheit“ beizutragen.

Auf ihrem Weg mit Ziel USA hatten seit Freitagabend mehrere Gruppen von Tausenden Geflüchteten aus Honduras den Grenzübergang El Florido nach Guatemala überquert. Der mexikanische Sender „TV Azteca“ berichtete von insgesamt mehr als 9.000 Geflüchteten in 24 Stunden, die auch Polizeiketten nicht aufhalten konnten. Fernsehbilder zeigten gestern etwa Geflüchtete, die auf guatemaltekischer Seite ein Bad im Fluss nahmen.

Die „Karawane“ hatte sich am Donnerstagabend in der Stadt San Pedro Sula im Nordwesten von Honduras zusammengeschlossen. Es handelte sich nach Berichten örtlicher Medien um Honduraner, die vor Gewalt, Armut und den Folgen zweier verheerender Hurrikans im November aus dem mittelamerikanischen Land flüchteten und in den USA ein besseres Leben suchen wollten. Mexiko verstärkte unterdessen die Überwachung der Grenze mit Guatemala im Bundesstaat Chiapas.

COV Inland

Für die frisch gekürte Wissenschaftlerin des Jahres, Elisabeth Puchhammer-Stöckl, ist die CoV-Situation derzeit sehr besorgniserregend. Die Virologin spricht sich für eine FFP2-Maskenpflicht aus.

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Die Verbreitung der neuen, ansteckenderen Variante des Coronavirus könnte schon recht weit fortgeschritten sein. Laut einer Stichprobe an der MedUni Wien wiesen 14 von 83 positiven PCR-Tests die mutierte Variante auf.

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Auffällige Tests in Tirol

Wie das Land Tirol meldet, gibt es nach dem Bekanntwerden mehrerer Verdachtsfälle auf die britische Virusmutation neun weitere auffällige PCR-Tests aus den Bezirken Kitzbühel und Kufstein. Keine neuen Erkenntnisse gibt es hingegen zu den Ermittlungen in Jochberg.

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Zwei weitere Mutationsfälle in der Steiermark

In der Steiermark kamen zuletzt zwei weitere Fälle der britischen Mutation des Coronavirus dazu. Gestern waren die ersten Fälle im Ausseerland offiziell bestätigt worden. Bis heute Mittag wurden rund 800 Menschen getestet.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 130 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Damit fiel der Wert im Vergleich zum Vortag (137) leicht. Am höchsten ist die Zahl in Salzburg (249) und Kärnten (172), am niedrigsten in Tirol (98) und im Burgenland (111).

Ministerien melden 1.723 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 1.723 neu registrierte Coronavirus-Fälle (Stand: gestern, 9.30 Uhr) innerhalb der letzten 24 Stunden. Landesweit starben bisher 6.987 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 2.042 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 337 auf Intensivstationen.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

COV Ausland

Erst geschlossen, dann wieder auf, dann wieder geschlossen: Im Hin und Her der Coronavirus-Beschränkungen müssen ab morgen Tausende Wirte in Italien ihre Bars, Restaurants und Pizzerien für Gäste wieder zumachen. Rund 70 Prozent der gastronomischen Betriebe seien landesweit davon betroffen, teilte der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti gestern mit. Essen darf dann in 15 der 20 Regionen und Autonomen Provinzen nur noch zum Mitnehmen verkauft werden.

Vor dem Jahreswechsel galten wegen der Feiertage in Italien strenge Coronavirus-Regeln, um etwa Feiern mit vielen Menschen zu verhindern. Im Restaurant essen zu gehen war nicht möglich. Im neuen Jahr lockerte die Regierung die Beschränkungen in vielen Regionen wieder für kurze Zeit, sodass man seine Pizza oder den Aperitif in den Bars und Gaststätten zu sich nehmen konnte. Zuletzt machte sich jedoch die Angst vor einer dritten Welle breit und die Regierung zog die Zügel wieder straff.

Der Verband Coldiretti klagte, die Einschränkungen träfen die gesamte Agrar- und Nahrungsmittelbranche. Langfristige Subventionen seien nötig, um die Wirtschaft und die Arbeitsplätze zu retten.

Drei rote Zonen

Im Kampf gegen den CoV-Wiederanstieg gibt es wieder drei rote Zonen mit strengen Ausgangsverboten – die wirtschaftsstarke Lombardei, Südtirol und Sizilien. Die Südtiroler Landesregierung zeigte sich über die Einstufung als rote Zone jedoch überrascht und beschloss in einer Dringlichkeitssitzung am Freitagnachmittag, einen eigenen Weg gehen zu wollen. Die Anfang des Jahres beschlossenen Regeln will Südtirol demnach weitgehend beibehalten. Aus Rom gab es dazu bisher keine Antwort.

In vielen anderen Teilen des Mittelmeer-Landes gilt zudem ein etwas weniger scharfer Teillockdown. Das geht aus der Anordnung des Gesundheitsministers Roberto Speranza hervor. Ein Großteil Italiens wird als orange Zone eingestuft, dazu gehört auch die Region Latium mit der Hauptstadt Rom. Dort sollen die Menschen in der Regel ihre Orte nicht verlassen.

Die zuerst in Südafrika aufgetretene Variante des Coronavirus ist zum ersten Mal in Dänemark nachgewiesen worden. Der Fund der Variante B.1.351/501Y hänge mit einer Reise nach Dubai zusammen, teilte das dänische Gesundheitsinstitut SSI gestern Abend mit.

Die aus England stammende CoV-Mutante ist bereits vor Wochen im nördlichsten deutschen Nachbarland eingetroffen: Sie wurde bisher 256 Mal im Land nachgewiesen.

Die britische Variante macht nach SSI-Angaben im Augenblick 3,6 Prozent aller positiven Coronavirus-Befunde aus, die man in Dänemark sequenziert. Das Institut geht allerdings davon aus, dass diese Mutation in den kommenden Wochen und Monaten häufiger vorkommen wird – wie häufig, das hänge davon ab, wie gut die Kontaktzahlen kontrolliert werden könnten.

Südafrika hatte Ende vergangenen Jahres die Entdeckung der neuen Coronavirus-Variante bekanntgegeben. Sie hat Experten zufolge Ähnlichkeiten mit der Virus-Mutation aus Großbritannien, hat sich aber demnach unabhängig entwickelt.

Indien hat zunächst keinen Impfstoff an Brasilien geliefert – anders als von der brasilianischen Regierung erhofft. Dies berichtete die brasilianische Zeitung „Folha de S. Paulo“ am Freitagabend (Ortszeit).

Demnach habe Brasiliens Außenminister Ernesto Araujo in einem Telefonat mit seinem indischen Amtskollegen Subrahmanyam Jaishankar am Donnerstag noch versucht, die Freigabe zu erreichen.

Sauerstoff statt Impfung

Ein Flugzeug sollte am Freitag von der nordostbrasilianischen Stadt Recife aus starten, um zwei Millionen Dosen des Impfstoffes von AstraZeneca aus Indien zu holen. Dem Nachrichtenportal „G1“ zufolge wird das Flugzeug nun genutzt, um Sauerstoff in die Amazonas-Metropole Manaus zu transportieren, wo das Gesundheitssystem kollabiert ist.

Menschen warten auf die Befülling von Sauerstoffflaschen
AP/Edmar Barros

Präsident Jair Bolsonaro sagte dem Sender „TV Bandeirantes“, dass sich die Indien-Operation verzögere. Dort gebe es auch politischen Druck von verschiedenen Seiten.

Wettlauf um erstes Impffoto

Indien stellt nach eigenen Angaben rund 60 Prozent der Impfstoffe weltweit her. Viele der Impfstoffe gehen in Staaten, die sich nicht wie Deutschland und andere reichere Länder viele Dosen im Voraus gesichert haben. Indien begann nun jedoch auch seine eigene Impfkampagne, laut dem indischen Premierminister Narendra Modi die größte der Welt. Bis Juli sollen dort 300 Millionen Menschen geimpft werden.

Für Bolsonaro könnte die Verzögerung eine politische Niederlage zur Folge haben. Nachdem Brasiliens Staatschef das Coronavirus zuerst verharmlost hatte, zieht er mittlerweile zwar auch eine Impfung in Zweifel. Aber er steht mit dem Gouverneur des Bundesstaates Sao Paulo, Joao Doria, dennoch in Konkurrenz um das erste Foto einer Impfung in Brasilien. Während die brasilianische Regierung ein Abkommen mit AstraZeneca geschlossen hat, ging Sao Paulo eine Übereinkunft mit Sinovac ein.

Gesundheit

In der EU – und damit auch in Österreich – wird bisher der Impfstoff von Pfizer und Biontech gegen das Coronavirus schon eingesetzt, jener von Moderna wird bereits ausgeliefert, und das Vakzin des Herstellers AstraZeneca soll demnächst zugelassen werden. Weltweit liefern sich die Länder ein Rennen, Impfstoffe zu ergattern – auch von russischen und chinesischen Herstellern. Gleichzeitig werden weiterhin neue Impfstoffe entwickelt.

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Inland

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) reagiert ablehnend auf den Protest Italiens und Deutschlands bei der EU-Kommission gegen die Tiroler Transitmaßnahmen. Die Verschärfung des Nachtfahrverbots mit 1. Jänner sei „keineswegs überfallsartig erfolgt“, sondern bereits lange zuvor bekannt gewesen, so Platter gestern Abend in einer Aussendung. „Ein Aufweichen der Tiroler Anti-Transit-Politik“ komme für ihn nicht infrage.

Für den Tiroler Landeshauptmann „verdichtet sich leider der Eindruck, dass die Frächterverbände im Windschatten der Coronavirus-Pandemie mit allen Mitteln versuchen, die Tiroler Transitbeschränkungen zu kippen“. Der Transit habe auch im vergangenen Jahr kaum abgenommen, im Dezember 2020 sei mit 184.000 Lkws an der Mautstelle Schönberg gar ein neuer Rekordwert verzeichnet worden, erklärte er.

Die Verkehrsministerin von Italien, Paola De Micheli, und ihr deutscher Amtskollege Andreas Scheuer, protestierten bei der EU-Kommission gegen die Verschärfung der Tiroler Maßnahmen zum Lkw-Transitverkehr. Sie bezeichneten die Einschränkungen als „unangebracht und unannehmbar“.

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Wirtschaft

Die kanadische Handelskette Alimentation Couche-Tard nimmt nach heftigem Widerstand der französischen Regierung Abstand von ihrem milliardenschweren Plan zur Übernahme von Europas größtem Einzelhandelskonzern Carrefour. Die Gespräche über einen Kauf seien eingestellt worden, teilten beide Unternehmen gestern gemeinsam mit.

Die Konzerne wollten nun Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ausloten. Couche-Tard hatte eine unverbindliche Übernahme-Offerte von 20 Euro je Aktie vorgelegt. Sie bewertete Carrefour mit rund 16 Milliarden Euro.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire hatte sich mit aller Macht gegen eine Übernahme von Carrefour durch Alimentation Couche-Tard gestemmt. Die Lebensmittelsicherheit in Frankreich stehe auf dem Spiel, sagte Le Maire am Freitag dem Sender BFM TV. Dabei handle es sich um ein strategisches Interesse Frankreichs.

Carrefour kommt im französischen Lebensmittelhandel auf einen Marktanteil von rund 20 Prozent. Zusammen mit anderen Ketten hat Carrefour wesentlich Anteil an der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln in der Corona-Krise. Der Handelskonzern ist auch einer der größten Arbeitgeber Frankreichs.

Martin Pucher, ehemaliger Chef der pleitegegangenen Mattersburger Commerzialbank und Ex-Boss des Fußballclubs SV Mattersburg, soll entgegen eigenen Behauptungen bei Wetten auf Fußballspiele Millionen verspielt haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „profil“ unter Berufung auf Ermittlungsakten. Dem Bericht zufolge soll Pucher zwischen 1994 und 2014 einen Betrag von 1,8 bis 2,7 Millionen Euro verzockt haben.

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Sport

„Endlich“: So hat Manuel Feller gestern in seinem 124. Weltcup-Rennen seinen ersten Sieg kommentiert. Im ersten von zwei Slalom-Bewerben auf der traditionellen Damen-Strecke von Flachau gewann der Tiroler 0,43 Sekunden vor dem Franzosen Clement Noel. Mit Marco Schwarz (+0,70) als Drittem stand ein weiterer Österreicher auf dem Podest.

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Österreich hat ohne Stefan Kraft überraschend das Weltcup-Team-Springen in Zakopane gewonnen. Das ÖSV-Quartett mit Daniel Huber, Philipp Aschenwald, Michael Hayböck und Jan Hörl setzte sich gestern ach spannendem Finale mit insgesamt 991,2 Punkten vor Lokalmatador Polen (982,3) durch. Der dritte Platz ging an das Team aus Norwegen (974,8).

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Die Konkurrenz des FC Bayern München hat gestern in der 16. Runde der deutschen Bundesliga keinen großen Druck auf die Münchner aufbauen können. Sowohl RB Leipzig als auch Borussia Dortmund kamen nicht über ein Unentschieden hinaus. Vor allem das Heimremis des BVB gegen Nachzügler Mainz überraschte.

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Marta Bassino hat sich gestern in eindrucksvoller Manier den Sieg beim RTL in Kranjska Gora gesichert. Die 24-jährige Italienerin setzte sich in einem schwierigen Rennen mit einem Vorsprung von 0,80 Sekunden auf die Französin Tessa Worley durch. Michelle Gisin holte als Dritte (+1,46) erstmals in ihrer Karriere einen Podestplatz im RTL. Die Ehre der ÖSV-Damen rettete diesmal Ramona Siebenhofer mit einem Top-Ten-Platz.

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Chronik

Ein Mann ohne Mund-Nasen-Schutz hat gestern Abend eine Teilsperrung des Terminals I des Frankfurter Flughafens ausgelöst – samt Großeinsatz von Bundes- und Landespolizei. Eine Streife der Bundespolizei habe den Mann kurz nach 17.00 Uhr angesprochen – und er habe geäußert: „Ich bringe Euch alle um, Allahu Akbar“, teilte die Bundespolizei mit.

Die Einsatzkräfte seien auch wegen seines aggressiven Verhaltens von einer ernsthaften Aussage ausgegangen. Der 38-Jährige habe dann versucht zu flüchten, sei aber „unter Androhung der Schusswaffe“ überwältigt worden. Der polizeibekannte Tatverdächtige wurde zur Wache gebracht. Sein mitgeführtes Gepäck ließ er bei seinem Fluchtversuch zurück. Wegen der zunächst unklaren Lage sei die Abflughalle B weiträumig abgesperrt worden. Entschärfer konnten nach einer Untersuchung Entwarnung geben.

Zur gleichen Zeit ging auf einer Leitstelle der Bundespolizei der Hinweis ein, dass angeblich ein bewaffneter Mann im Terminal 1 gesichtet wurde. Da ein Zusammenhang beider Vorfälle nicht auszuschließen war, seien die Absperr- und Räumungsmaßnahmen ausgeweitet worden. Auch der Regionalbahnhof am Flughafen wurde gesperrt.

„Durch den Einsatz kam es zu stärkeren Beeinträchtigungen im Flug- und Bahnverkehr am Frankfurter Flughafen“, teilte die Bundespolizei weiter mit. Flugausfälle habe es nicht gegeben, sagte eine Fraport-Sprecherin. Wegen der „leichten Verzögerungen im Flugbetrieb“ sei eine Ausnahmegenehmigung für Starts und Landungen bis 24 Uhr erteilt worden. Im Lauf des Abends – nach etwa zweieinhalb Stunden – wurden die Absperrungen wieder aufgehoben.

Bei einem bewaffneten Angriff in Mexiko-Stadt sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Dies ging aus einer Mitteilung des Sicherheitssekretariats der mexikanischen Hauptstadt gestern hervor, wonach die Generalstaatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt eine
Untersuchung eingeleitet hat. Mexikanischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei einem der Opfer vermutlich um Roberto Erasmo „N“ alias „El Robert“, ein mutmaßliches Mitglied des lokalen Kartells „Union Tepito“.

Der Angriff ereignete sich laut der Mitteilung des Sicherheitssekretariats im Hauptstadt-Distrikt Miguel Hidalgo. Erste Berichte deuteten darauf hin, dass die herbeigerufene Polizei ärztliche Hilfe anforderte. Drei der fünf Männer, auf die geschossen worden war, starben noch vor Ort, während zwei weitere – Medien zufolge „El Robert“ und vermutlich sein Cousin – ihren Verletzungen später im Krankenhaus erlagen.

Mexiko-Stadt hat rund neun Millionen Einwohner. Der Großraum ist mit etwa 22 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Nordamerikas. Wie ganz Mexiko leidet die Hauptstadt unter hohen Gewaltraten. In dem Land mit 130 Millionen Einwohnern wurden im Jahr 2019 fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Die Gewalt geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind und sich Verteilungskämpfe liefern oder Racheakte verüben. Oft haben die Gangster Verbindungen zu örtlichen Sicherheitskräften.

Die Arlbergbahnstrecke konnte gestern Abend wieder für den Verkehr freigegeben werden. Zuvor mussten jedoch die Schienen von bis zu 1,3 Meter hohem Schnee befreit und Oberleitungsschäden beseitigt werden. Die Brenner- und Karwendelbahn sollen laut ÖBB heute wieder fahren. Auch der Zugsverkehr im Außerfern soll dann wieder möglich sein, hieß es.

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Der Andrang in die niederösterreichischen Skigebiete hält auch dieses Wochenende an. Das Chaos, das es teilweise in den Weihnachtsferien gab, blieb aber aus. Mittlerweile hat man die Situation im Griff. Beim Lokalaugenschein von noe.ORF.at gab es weder Gedränge noch Parkplatzprobleme.

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IT

Facebook verbietet auf seinen Plattformen die Werbung für Waffenzubehör angesichts von Gewaltdrohungen rund um die Amtseinführung des neuen Präsidenten Joe Biden. Das Verbot gelte ab sofort und bis mindestens zwei Tage nach Bidens Amtsantritt am 20. Januar, wie der Konzern gestern mitteilte. Das Unternehmen betreibt die sozialen Netzwerk Facebook und Instagram sowie den Messaging-Dienst WhatsApp.

„Wir verbieten bereits Anzeigen für Waffen, Munition und Waffenerweiterungen wie Schalldämpfer. Aber wir werden jetzt auch Anzeigen für Zubehör verbieten“, kündigte Facebook an. Drei US-Senatoren hatten am Freitag einen Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg geschrieben. Darin forderten sie ihn auf, Werbung für Produkte, die eindeutig für den Einsatz im bewaffneten Kampf bestimmt sind, dauerhaft zu blockieren.

Am 6. Januar hatten Hunderte Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump den Sitz des amerikanischen Parlaments gestürmt, wobei fünf Menschen ums Leben kamen. In Washington herrscht daher vor der Amtseinführung Bidens am Mittwoch Alarmstimmung bei Sicherheitskräften.

Science

Archäologen haben bei Ausgrabungen in Ägypten rund fünfzig Sarkophage und einen mehr als 2.500 Jahre alten Totentempel entdeckt. Wie das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer gestern mitteilte, wurden die Särge in 52 jeweils zwölf Meter tiefen Schächten in der altägyptischen Grabstätte Sakkara südlich von Kairo gefunden.

Der Totentempel sei zu Ehren der Königin Naert, der Frau von Pharao König Teti, gebaut worden, teilte Ausgrabungsleiter Sahi Hawass mit. Er hoffe, dass die Entdeckung weitere Details über die Geschichte von Sakkara ans Licht bringe, sagte Hawass.

Die hölzernen Särge können demnach auf die Zeit des Neuen Reichs (16. bis 11. Jahrhundert vor Christus) datiert werden. Die archäologischen Schätze seien in der Nähe der Pyramide von König Teti gefunden worden.

Riesenfund im November

Die Begräbnisstätte der altägyptischen Hauptstadt Memphis zählt zum Unesco-Weltkulturerbe. Archäologen hatten dort erst im November den Fund von mehr als hundert gut erhaltenen Sarkophagen präsentiert – die größte Entdeckung im Jahr 2020.

Ägypten hofft, mit den Entdeckungen den Tourismus anzukurbeln, der sich nach jahrelangen politischen Konflikten und Anschlägen im vergangenen Jahr leicht erholt hatte. Die Pandemie hat die Branche in eine neue tiefe Krise gestürzt.

Kultur

In der Coronavirus-Pandemie ist vieles anders – auch das renommierte Filmfestival Max Ophüls Preis (MOP) in Saarbrücken in Deutschland. Es startet heute als reines Onlinefestival. Los geht es bei der insgesamt 42. Ausgabe mit der Verleihung des Ehrenpreises an Regisseur, Fotograf und Produzent Wim Wenders für seine Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film.

Anschließend wird der von ihm produzierte Dokumentarfilm „A black Jesus“ von Luca Lucchesi gezeigt, der sich um die Verehrung einer schwarzen Jesus-Statue in einem sizilianischen Dorf dreht.

Insgesamt werden bis zum 24. Jänner 98 Filme gezeigt. Während der Auftakt auf einer Streamingplattform frei zu sehen sein wird, müssen für die Filme Tickets gekauft werden. 50 Filme starten in den vier Festival-Wettbewerben Spielfilm, Dokumentarfilm, mittellanger Film und Kurzfilm. Wie im Vorjahr werden 16 Preise in einer Gesamthöhe von 118.500 Euro vergeben, das Gesamtbudget liegt bei 900.000 Euro.