Inland

Die Februar-Sitzung des Nationalrats wird vom Coronavirus dominiert. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) werden heute vor den Abgeordneten eine Erklärung zum Stand der Dinge abgeben. Dazu wird in einer Aktuellen Stunde auf Antrag der Grünen zum Thema Transit debattiert.

Aufgehoben wird vom Nationalrat per Beharrungsbeschluss ein Veto des Bundesrats gegen die Neuregelung der Haftungsobergrenzen. Zu einer Reparatur kommt es bei der Anhebung der Mindestpensionen. Konkret wird der Satz für Ehepaare rückwirkend mit Anfang Jänner auf knapp 1.525 Euro erhöht. Schließlich werden auch noch zwei Auslieferungsbegehren der Polizei wegen nicht bezahlter Strafen nach Aktionen behandelt.

Während die weitere Verfolgung des Grünen-Mandatars Michel Reimon wohl ermöglicht wird, bleibt sein Fraktionskollege David Stögmüller geschützt, weil er zum Zeitpunkt des Vorfalls schon im Parlament tätig war und daher ein Zusammenhang mit seiner Tätigkeit im Hohen Haus besteht.

Der frühere SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher, „Ideengeber des politischen Aschermittwoch“, wie er gestern Abend im Oberweger Stadel im obersteirischen Judenburg angekündigt wurde, hat den über 200 Gästen geboten, was man von einer politischen Büttenrede erwartet: Viel Kritik für ÖVP und FPÖ, ein wenig für Grün, aber auch Selbstkritisches zu Zustand und Orientierungslosigkeit der SPÖ.

Nach Bierfassanstich und Musik der fünfköpfigen Dampflgeiger-Musi trat Lercher in Trachtengilet und steirischer Krawatte auf das Podium und begann mit einem Geständnis, im Rückblick auf seinen ersten politischen Aschermittwoch vor einem Jahr, nachdem er als Bundesgeschäftsführer gehen musste: „Ihr habt mir vor einem Jahr die Kraft gegeben, wieder in die Politik zurückzukehren. Sozialdemokratie beginnt immer bei der Basis.“

Seitenhiebe auf jetzige und ehemalige Minister

Die Seitenhiebe auf jetzige und vergangene Minister waren aufgelegt, so hieß es u. a.: „Die Kabarettisten sind todtraurig, denn Beate Hartinger-Klein (FPÖ, Anm.) ist uns verlorengegangen.“ Auch die Kegelvereine freuten sich nicht, so wie die Grünen umgefallen seien, werde das auch nicht bald einer tun.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) stehe angeblich für Veränderung. Aber unter den viel zitierten Leistungsträgern verstehe er nur seine Spender. „Seine Minister tun sich schwer, auf Fragen bei Armin Wolf zu antworten. Und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner – die ist vom Bauernbund zum Bundesheer, also in eine demokratischere Organisation gewechselt“, rief Lercher. Wäre Kanzler Kurz „auf einer Dating-Plattform, bei dieser Halbwertszeit seiner Regierungen, dann wäre er ein gekennzeichneter Hochrisikokandidat. Da wirst du irgendwann von der Plattform gesperrt.“

„Dieselben Oberlehrer wie immer“ bei den Grünen

Zu den Grünen sagte Lercher: „Werner Kogler gibt ihnen gewisse Bodenständigkeit, er ist eben Steirer. Aber wenn man hinter den Werner blickt, dann sieht man dieselben Oberlehrer wie immer. Besser wäre es gewesen, dass sie die Weisheit, die sie immer predigen, ins Regierungsprogramm gebracht hätten.“

Lercher zu SPÖ: „Es tut weh, wie es gerade ist“

Dann widmete sich der Obersteirer der Lage der Sozialdemokratie: „Es tut weh, wie es gerade ist, denn die Sozialdemokratie ist viel mehr als reine Taktik und Geschwurbel. Wir brauchen als Partei und als Bewegung wieder Klarheit.“ Man müsse sich wieder bewusst werden, dass „die Sozialdemokratie viel größer als wir selbst ist. In diesem Wissen haben wir zu handeln, es geht nicht um Posten, sondern um die Auseinandersetzung, die uns Kraft gibt, wieder Wahlen zu gewinnen.“

Lercher nahm auch zur Mitgliederbefragung Stellung: „Streiten kann man, ob es der richtige Zeitpunkt dafür ist oder ob andere Wege besser wären. Aber das hilft uns nicht, zu fragen, ob wir die Befragung brauchen, denn sie ist da. Deshalb haben wir mit der Situation verantwortlich umzugehen. Wir dürfen die Kritik nicht an einzelnen Personen festmachen, auch nicht an der Parteivorsitzenden, sondern wir müssen abstimmen, ob es passt oder nicht. Wenn die Beteiligung gut ist und die Vorsitzende gestärkt wird, dann müssen wir hinter ihr stehen. Wenn das nicht der Fall ist, braucht die Partei einen schnellen Neustart mit allen Konsequenzen.“ Die Bewegung brauche ein Ende der Selbstbeschäftigung, Statutenfragen seien intern wichtig, interessierten aber die Wähler recht wenig.

Es brauche Klarheit und Einigkeit, um das zu erkämpfen, wofür man gegründet worden sei, nämlich Gerechtigkeit. „Wir müssen auch einen Kulturwandel in der Parteistruktur herbeiführen – einige reden von Arbeitern wie von Fabelwesen.“ Abschließend meinte Lercher: "Zeigen wir, dass Österreich ein Land ist, in dem die groß gemacht werden, die es sich verdienen. Man habe bei jenen zu stehen, die in der Lebensrealität stünden, nicht bei irgendwelchen intellektuellen Debatten. „Dann wird die Sozialdemokratie wieder groß, und der Rest wird klein. Freundschaft. Prost.“

Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) greift bei der staatlichen Autobahnholding ASFINAG durch. Nach Vorwürfen von illegalen Geschenkannahmen habe sie die Abberufung von ASFINAG-Aufsichtsrat Siegfried Stieglitz angeordnet, teilte sie gestern der APA mit. Bestellt worden war Stieglitz noch unter Ex-Verkehrsminister Norbert Hofer, dem heutigen FPÖ-Chef und Dritten Nationalratspräsidenten.

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Coronavirus

Die Liste der Länder, in denen positive Coronavirus-Fälle bestätigt werden wird zunehmend länger. Nach zwei Fällen in Pakistan wurde heute auch in Georgien ein Fall bestätigt.

Nur kurz zuvor wurde erstmals auch eine Infektion in Südamerika nachgewiesen. Das brasilianische Gesundheitsministerium teilte heute mit, das Virus sei bei einem Bewohner der Metropole Sao Paulo festgestellt worden. Der 61-Jährige sei am 21. Februar von einer Reise in die italienische Region Lombardei zurückgekehrt.

Litauen ruft vorsorglich Notstand aus

Noch keinen Coronavirus-Fall gibt es in Litauen – als vorbeugende Maßnahme gilt in dem baltischen EU-Land seit heute dennoch ein landesweiter Notstand. Der Schritt sei angesichts der wachsenden Zahl von Coronavirus-Fällen in der Welt und der Ausbreitung der Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Europa unternommen worden, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Algirdas Seselgis.

Erster Fall in Griechenland

Die griechischen Gesundheitsbehörden bestätigten erstmals eine Infektion mit dem Coronavirus. Betroffen sei eine 38 Jahre alte Frau. Sie wurde in einem Krankenhaus der Hafenstadt Thessaloniki isoliert.

Zwei Coronavirus-Fälle gibt es in Kroatien. Dort wurde der regionale Zivilschutzstab aktiviert. An den Grenzübergängen werden Reisende, die aus betroffenen Gebieten in Italien kommen, von Sanitärinspektoren und Epidemiologen untersucht.

Hotel nach Todesfall in Frankreich abgeriegelt

Aus Sorge vor dem Coronavirus wurde in Frankreich nach dem Tod eines Touristen aus Hongkong ein Hotel abgeriegelt. Mitarbeiter und Gäste wurden aufgerufen, das Hotel in der französischen Stadt Beaune in der Region Burgund nicht zu verlassen.

Ein isoliertes Hotel gibt es auch auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa. Die zuständigen Behörden teilten heute mit, dass die Gäste 14 Tage in Isolation bleiben. Auslöser der Isolierung im Südwesten der Insel war ein positiver Test bei einem Touristen aus Norditalien. Neben seiner Frau wurden mittlerweile zwei weitere Italiener aus seiner Reisegruppe positiv getestet, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten.

Polizist vor dem Hotel auf Teneriffa
APA/AP

Insgesamt sollen sich mehr als 1.000 Menschen in dem Hotel aufhalten. Unter den Urlaubern befinden sich nach Angaben des Außenministeriums auch vier Österreicher. Laut einer Sprecherin des Reisekonzerns TUI war gestern von zehn Gästen aus Österreich die Rede.

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht Deutschland „am Beginn einer Coronavirus-Epidemie“. Mit dem Bekanntwerden neuer Infektionsfälle in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg habe sich die Gesamtlage „leider“ verändert, sagte Spahn heute in Berlin. „Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Epidemie an Deutschland vorbeigeht, wird sich nicht ergeben.“ Spahn rief die Bürger zu Wachsamkeit auf, warnte aber zugleich vor Panikmache.

Am Abend wurde ein neuer Infektionsfall im deutschen Bundesland Baden-Württemberg bekannt, damit stieg die Zahl der Infizierten dort auf vier. In Nordrhein-Westfalen waren zwei Infektionsfälle bekannt. Die „neue Qualität“ der Corona-Ausbreitung besteht nach Spahns Worten nun darin, dass die Infektionsketten zum Teil nicht mehr nachvollziehbar seien.

„Nicht hinter jedem Husten eine Infektion“

„Wir empfehlen der Bevölkerung, nicht hinter jedem Husten eine Corona-Infektion zu vermuten“, sagte Spahn. Er fordere die Bürger aber ausdrücklich auf, „dass Sie Ihren Hausarzt anrufen und die Behandlung abklären, wenn innerhalb von 14 Tagen nach Reisen in Gebiete, in denen Infektionen vorgekommen sind, Fieber, Husten oder Atemnot sich entwickeln – oder wenn Sie Kontakt hatten mit Personen, die in diesen Gebieten gewesen sind“.

Diesen Aufruf habe er bei einem Krisentreffen mit Vertretern der Ärzteschaft, der Krankenhäuser, Krankenkassen, Apotheken und Pflegeverbänden so abgesprochen, sagte Spahn. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass bei vorhandener Symptomatik oder bei Verdacht jetzt besser einmal mehr auf das Virus getestet wird als einmal zu wenig.“

Air China wird ab morgen bis inklusive 20. März alle Flüge von Peking nach Wien einstellen. Das sagte ein Sprecher des Flughafens Wien laut Reuters. Als Grund wurde mangelnde Auslastung genannt.

Wien wurde von Air China bisher dreimal wöchentlich angeflogen. Damit gibt es zwischen Peking und Wien keinen Direktflug mehr. Die Lufthansa und ihre Tochter Austrian Airlines hatten schon zuvor alle China-Flüge eingestellt.

EU

Die im Vorjahr beschlossene und zu Jahresbeginn in Kraft getretene Hacklerregelung wird von der EU-Kommission kritisiert. Die Regelung stehe im Widerspruch zu früheren Bemühungen, das effektive Pensionsantrittsalter zu erhöhen, und werfe Fragen der Fairness auf, erklärte die EU-Behörde heute in ihrem Länderbericht zu Österreich.

„Während eine gezielte Anhebung niedriger Pensionen nach dem Ziel angemessener Pensionen gerechtfertigt sein mag, durchkreuzt die abschlagsfreie Pension nach 45 Beitragsjahren frühere Bemühungen, das tatsächliche Pensionsalter anzuheben, und wirft Fragen der Fairness auf“, schrieb die Kommission in ihren jährlichen Empfehlungen zur Wirtschafts- und Finanzpolitik. Die Hacklerregelung stehe außerdem in Konflikt mit zuletzt festgestellten Engpässen auf dem Arbeitsmarkt.

Gewerkschaft: Kritik „an Realität vorbei“

Die Gewerkschaft PRO-GE warf der EU-Kommission umgehend vor, ihre Kritik an der Hacklerregelung „geht an Realität vorbei“. Der PRO-GE-Bundesvorsitzende Rainer Wimmer erklärte laut Aussendung: „Es scheint, als hätte die EU-Kommission hier völlig unreflektiert das politische Wording der ÖVP übernommen. Die Hacklerregelung dafür verantwortlich zu machen, dass das effektive Pensionsantrittsalter nicht steigt, ist falsch.“ ÖVP und Grüne wollen die Hacklerregelung in der im Herbst beschlossenen Form wieder aufheben bzw. reformieren.

Ausland

Die russische Regierung will die Bevölkerung am 22. April über die von Präsident Wladimir Putin angekündigte Verfassungsreform abstimmen lassen. Eine Arbeitsgruppe habe den Termin vorgeschlagen, und Putin habe zugestimmt, sagte der Abgeordnete und Kovorsitzende der Arbeitsgruppe Pawel Krascheninnikow russischen Nachrichtenagenturen heute. Das Datum sei günstig, da es zwischen dem Osterfest und dem Beginn des muslimischen Ramadan liege. Der Tag solle ein landesweiter Feiertag sein.

Putin hatte Mitte Jänner überraschend eine Reihe von Änderungen am politischen System Russlands angekündigt. Vorgesehen ist unter anderem die Begrenzung der maximalen Amtszeit des russischen Präsidenten auf zwei aufeinanderfolgende Mandate. Außerdem soll dem Parlament künftig mehr Macht eingeräumt werden. Putin versprach, die Bevölkerung über die Reform abstimmen zu lassen. Unklar ist, in welcher Form das geschehen soll. Beobachter gehen aber davon aus, dass es sich eher um eine „beratende Abstimmung“ als um ein bindendes Referendum handeln wird.

Vierte Amtszeit endet 2024

Die Regierung unter Ministerpräsident Dmitri Medwedew hatte am Tag der Ankündigung der Verfassungsreform ihren Rücktritt erklärt. Putin nominierte anschließend den weitgehend unbekannten Chef der Steuerbehörde, Michail Mischustin, als neuen Regierungschef. Die Abgeordneten der russischen Duma billigten Ende Jänner Putins Gesetzesentwurf in erster Lesung. Die zweite Lesung soll Krascheninnikow zufolge am 10. März stattfinden.

Putins vierte Amtszeit als Präsident endet 2024. Sein Reformvorschlag sieht auch eine Stärkung des Staatsrats vor. Beobachter vermuten, dass der 67-jährige Kreml-Chef nach Ende seiner Präsidentschaft ein ranghohes Amt in dem Beratungsgremium anstreben könnte – und so seinen Machterhalt sichern will. Putin dementierte das.

Der ehemalige Ministerpräsident Janez Jansa soll die nächste Regierung in Slowenien bilden. Staatspräsident Borut Pahor schlug den Chef der rechtskonservativen Slowenischen Demokratischen Partei (SDS) heute für das Amt des Regierungschefs vor, wie die slowenische Nachrichtenagentur STA berichtete.

Janez Jansa, ehemaliger slowenischer Ministerpäsident.
APA/AFP/Jure Makovec

Jansa hatte zuvor bekanntgegeben, dass seine SDS zusammen mit drei weiteren Parteien der Mitte und des rechten Spektrums die nötige Mehrheit für seine Wahl im Parlament habe.

Minderheitsregierung gescheitert

Jansas Vorstoß kam, nachdem der bisherige Ministerpräsident Marjan Sarec Ende des Vormonats zurückgetreten war. Er war an der Spitze einer Minderheitsregierung aus fünf Parteien gestanden, die auf die Unterstützung einer Linkspartei angewiesen war. Sarec, ein ehemaliger Schauspieler und TV-Comedian, hatte das Handtuch geworfen, als die Unterstützung der Linken für seine Reformpolitik zunehmend ausgeblieben war.

Jansa gilt wiederum in Slowenien als umstritten. Eigentlich hatte seine SDS die Parlamentswahl 2018 gewonnen, aber damals keine Partner für eine Koalitionsregierung gefunden, weshalb Sarec seine fragile Mitte-links-Regierung zusammenzimmerte. Jansa war von 2004 bis 2008 und von 2012 bis 2013 Ministerpräsident.

Zahlreiche Korruptionsskandale unter Jansa

Seine Amtszeiten waren von Korruptionsskandalen geprägt. Er ist außerdem ein enger Verbündeter des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban, dessen Vorliebe für einen autoritären Regierungsstil und eine strenge Asylpolitik er teilt.

Die Verurteilung von Ex-Filmproduzent Harvey Weinstein wegen Sexualverbrechen ist nach Einschätzung der Vereinten Nationen ein großer Schritt für Opfer sexueller Gewalt. „Ich glaube, es ist für alle klar, dass der Schuldspruch ein wichtiger Wendepunkt ist“, sagte der Sprecher von Generalsekretär Antonio Guterres, Stephane Dujarric, heute in New York.

Der UNO-Chef habe sich stets dafür ausgesprochen, Verursacher von Gewalt gegen Frauen zur Rechenschaft zu ziehen. Weinstein war am Montag von einer Jury wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung schuldig gesprochen worden.

Dem 67-Jährigen drohen nun bis zu 25 Jahre Haft. Das Strafmaß will Richter James Burke am 11. März verkünden. In Los Angeles erwartet den früheren Hollywood-Mogul ein weiterer Prozess wegen Sexualverbrechen.

Sport

Vor sechs Jahren spielte der LASK in der Regionalliga Mitte, morgen (18.55 Uhr) kämpft der Traditionsclub in der Europa League gegen AZ Alkmaar um den Aufstieg ins Achtelfinale. Die Linzer sind zudem Tabellenführer in der Bundesliga und haben auch im ÖFB-Cup Chancen auf einen Titel. Es ist das Resultat eines wundersamen Aufstiegs des einstigen Chaosclubs, der mit einer No-Name-Truppe samt Professionalität besticht.

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Wirtschaft

Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing streicht die Dividende im Vergleich zu den Vorjahren drastisch zusammen. Statt wie 2018 und 2017 fünf Euro soll es für 2019 nur mehr 1 Euro geben, schlägt der Vorstand laut einer Unternehmensaussendung von heute vor.

„Dieser Vorschlag zur Gewinnausschüttung reflektiert die Großinvestitionen in die Wachstumsprojekte in Thailand und Brasilien“, heißt es in der Aussendung. Lenzing investiert 400 Mio. Euro in ein neues Faserwerk in Thailand und baut gemeinsam mit dem brasilianischen Partner Duratex um 1,3 Mrd. Dollar ein Zellstoffwerk in Brasilien.

Am 11. März soll der Aufsichtsrat, am 16. April die Hauptversammlung den Dividendenvorschlag genehmigen. Die Ausschüttung werde sich auf 26,6 Mio. belaufen. Für 2018 gingen rund 133 Mio. Euro an die Aktionäre. Mehrheitseigentümerin von Lenzing ist die B&C Holding.

Österreich wird von den Menschen grundsätzlich als relativ gerechtes Land gesehen. Trotzdem gibt es Ungerechtigkeiten vor allem beim Zugang zu finanzierbarem Wohnen, bei Einkommens- und Vermögensverteilung, dem Steuersystem, der Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit sowie bei der Klimawandelbewältigung. Das geht aus einer IFES-Umfrage hervor, die die Arbeiterkammer (AK) zu ihrem 100. Geburtstag präsentierte.

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Chronik

Der Lotto-Sechsfachjackpot ist heute Abend von drei Spielern geknackt worden. Ein Burgenländer, ein Salzburger und ein Steirer tippten die „sechs Richtigen“ und teilen sich die Sechsersumme von mehr als 9,2 Mio. Euro. Sie gewannen jeweils rund 3,1 Millionen Euro. Alle drei kamen dabei per Quicktipp zum Erfolg, teilten die Lotterien mit.

Insgesamt wurden für die Ziehung knapp 10,2 Millionen Tipps abgegeben, was letztlich zu einer Sechsergewinnsumme von mehr als 9,2 Millionen Euro führte. Die drei Gewinner erhalten damit jeweils exakt 3.067.178,20 Euro.

Bei der aktuellen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

3 6 11 16 25 43 Zusatzzahl 1

Die aktuellen LottoPlus lauten:

14 16 30 31 32 42

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

1 5 5 3 7 8

Alle Angaben ohne Gewähr

Eine Krankenschwester hat in einer Psychiatrie in Deutschland Sex mit einem Insassen gehabt – ob sie dafür ihre Stellung als Pflegekraft missbraucht hat, versucht derzeit das Amtsgericht Gemünden (Bayern) herauszufinden. Zum Prozessauftakt konnte dieser Punkt nicht geklärt werden, wie ein Gerichtssprecher heute sagte. Beim Mann handelt es sich um einen Gefangenen, der in dem Spital behandelt wurde.

Daher soll die Verhandlung am 9. März fortgesetzt werden. Bis dahin seien beispielsweise noch Mobilfunkdaten auszuwerten. Die Staatsanwaltschaft wirft der 39-Jährigen sexuellen Missbrauch eines Gefangenen vor, auch wenn der Geschlechtsverkehr Ende 2018 offensichtlich einvernehmlich geschehen sei.

„Die Frau fühlt sich unschuldig“, sagte der Sprecher. Unklar sei, ob sie ihre Stellung als Verantwortliche missbraucht habe. Die Angeklagte arbeitete im Bezirkskrankenhaus Lohr, wo auch Strafgefangene etwa wegen einer Entziehungskur betreut werden.

Sexueller Missbrauch von Gefangenen unter Ausnutzung der beruflichen Position kann aber laut Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft werden.

Kultur

Norwegens Regierung hat ungeachtet des Widerstands von Kulturerbeverteidigern den Abriss eines als „Block Y“ bekannten Gebäudes angeordnet, an dessen Fassaden Picasso-Werke dargestellt sind. Die Regierung in Oslo lehnte gestern einen Antrag von Abrissgegnern ab, das an der Stelle geplante Bauvorhaben bis zum Ende eines von ihnen angestrebten Gerichtsverfahrens zu verschieben.

Block Y in Oslo
Reuters/Tobias Schwarz

Der Abriss war beschlossen worden, weil das von der Regierung genutzte Gebäude bei den Attentaten des Rechtsextremisten Anders Behring Breivik im Juli 2011 beschädigt worden war. Drei Organisationen und Verbände hatten vor rund zwei Wochen angekündigt, den Streit über den Abriss des Gebäudes vor Gericht zu bringen. Sie forderten von der Regierung, den Abriss zu verschieben, bis ein Gericht über den Fall entschieden habe.

1969 fertiggestellt

Das norwegische Ministerium für Kommunalverwaltung und Modernisierung lehnte das nun ab und begründete das mit hohen Kosten einer weiteren Verschiebung des Abrisses sowie der Dringlichkeit, das bereits beschlossene Wiederaufbauprojekt voranzutreiben.

Block Y in Oslo
Reuters/Tobias Schwarz

Ein weiterer Aufschub über den 1. April hinaus würde 30 bis 50 Millionen norwegische Kronen (rund drei bis fünf Millionen Euro) kosten, teilte die für die Verwaltung des staatlichen Immobilienvermögens zuständige Behörde mit. Ein Datum für den geplanten Abriss war zunächst nicht bekannt.

Das 1969 im Zentrum von Oslo im modernistischen Stil fertiggestellte und ypsilonförmige Bauwerk hat an seinen Wänden Zeichnungen des spanischen Künstlers Pablo Picasso, die von dem norwegischen Künstler Carl Nesjar mit Sandstrahlungstechnik aufgetragen worden waren.

Der amerikanische Fernseh- und Filmschauspieler Ben Cooper, der vor allem durch Westernrollen bekannt war, ist tot. Der 86-Jährige sei nach längerer Krankheit in Memphis (US-Bundesstaat Tennessee) gestorben, teilte der Neffe des Schauspielers, Pete Searls, gestern dem US-Filmblatt „Hollywood Reporter“ mit.

Mit „schwerem Herzen“ gebe er den Tod seines Onkels bekannt, schrieb er auch auf einer Facebook-Seite des Westernstars.

Bekannt wurde Cooper Mitte der 1950er Jahre durch seinen Auftritt als junger Bandit in dem Western „Johnny Guitar – Wenn Frauen hassen“ mit Joan Crawford in der Hauptrolle. Er spielte in zahlreichen Filmen und TV-Serien mit, darunter „Im Sattel ritt der Tod“ (1963), „Bonanza“, „Perry Mason“, „Rauchende Colts“ und „Ein Colt für alle Fälle“. Neben dem Westerngenre fiel er in dem Filmdrama „Die tätowierte Rose“ (1955) an der Seite von Anna Magnani und Burt Lancaster auf.

IT

Zwei Jahre nach der Aufdeckung einer gravierenden Sicherheitslücke im WLAN-Verschlüsselungsprotokoll mit dem Namen „Krack“ haben Sicherheitsforscher erneut eine Schwachstelle gefunden. Über diese Sicherheitslücke können Hacker dpa-Angaben zufolge an sich verschlüsselt übertragene Informationen ausspionieren und sogar eigene Datenpakete einschleusen.

Die neue Sicherheitslücke mit dem Namen „Kr00k“ steckt den Forschern der Sicherheitsfirma Eset zufolge in WLAN-Chips der Firmen Broadcom und Cypress. Damit seien Milliarden Geräte weltweit betroffen, darunter Produkte von Amazon, Apple, Google, Samsung, Raspberry und Xiaomi sowie WLAN-Router von Asus und Huawei.

Der Fehler kann den Angaben zufolge durch Softwareupdates behoben werden. Erste Chipproduzenten hätten bereits Patches veröffentlicht. Auch etliche Hersteller hätten einem Eset-Sprecher zufolge für betroffene Geräte bereits Updates veröffentlicht. „Alle Besitzer sollten umgehend ihre Geräte aktualisieren, sofern dies nicht automatisch erfolgte.“

Religion

Gesundheit

Leute

In einem Video rechnet die „Sex and the City“-Schauspielerin und Politikerin Cynthia Nixon mit den unmöglichen Ansprüchen und dem Sexismus, mit denen Frauen ihr Leben lang konfrontiert sind, ab. Das Video, das am Tag der Verurteilung von Ex-Hollywood-Mogul Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung publiziert wurde, breitet sich im Internet rasant aus.

Das Magazin „Girls Girls Girls“ publizierte das Video mit dem Titel „Sei eine Lady, sagten sie“, in dem Cynthia Nixon einen Text von Camille Rainville aus dem Jahr 2017 vorträgt. Das Video, das allein am ersten Tag mehr als 300.000-mal angesehen wurde, wurde von vielen im Netz dafür gelobt, dass es die oft einander ausschließenden Forderungen gegenüber Frauen offenlegt.

In dem Video wird Nixons Tonfall zusehends wütender, während sie den Druck auf Frauen beschreibt, Männern zu Diensten zu sein und wie Frauen für ihren eigenen Missbrauch verantwortlich gemacht werden.

„Sprich nicht zu laut. Rede nicht zu viel. Schüchtere nicht ein“, sagt Nixon darin. „Warum bist du so unglücklich? Sei kein Miststück. Sei nicht herrisch. Sei nicht so gefühlsduselig. Wein nicht. Schrei nicht. Fluche nicht. Erdulde den Schmerz. Beklag dich nicht.“

Die Litanei geht dann zu Aussehen und Essen über: „Iss nicht so viel. Bestell einen Salat.“ Und: „Warum isst du nicht einfach? Du siehst so ausgemergelt aus, du siehst krank aus. Männer mögen Frauen mit ein bisschen Fleisch auf ihren Knochen“ … „Schau natürlich aus. Du strengst dich zu sehr an. Du bist viel zu aufgedonnert. Männer mögen Mädchen, die es übertreiben, nicht.“

Und die Litanei an Vorwürfen endet schließlich bei den Themen Gewalt und Vergewaltigung: „Werde nicht vergewaltigt. Trink nicht zu viel. Geh nicht alleine, geh nicht zu spät aus.“ Und weiter: „Zieh dich nicht so an. Lächle Fremde nicht an. … Sag nicht Ja. Sag nicht Nein. Sei einfach eine Lady, sagten sie.“

In Reaktionen fühlten sich viele Frauen von dem Video angesprochen. Das Video sei für sie wie ein „Schlag in der Magengrube“ gewesen, so eine Userin.