Inland

Oberösterreich wählt heute einen neuen Landtag. Insgesamt treten elf Listen an. Zusätzlich finden auch in allen 438 Kommunen Gemeinderats- und Bürgermeisterdirektwahlen statt. Ein Ergebnis des Super-Wahltags dürfte am späten Abend vorliegen. In dem Bundesland steht die letzte schwarz-blaue Regierungszusammenarbeit in Österreich am Prüfstand. Zentrale Frage ist, ob die ÖVP die Zusammenarbeit mit der FPÖ fortsetzt oder den Regierungspartner wechselt.

Neben den bereits im Landesparlament vertretenen ÖVP, FPÖ, SPÖ und Grünen wollen auch die NEOS, Menschen-Freiheit-Grundrechte (MFG), KPÖ, Bestes Oberösterreich (BESTE), die „Unabhängige Bürgerbewegung“ (UBB), die Christliche Partei (CPÖ) sowie die Liste Referendum in den Landtag einziehen. Laut den jüngsten Umfragen dürften die NEOS dieses Ziel erreichen und auch den Impfskeptikern MFG könnte es möglicherweise gelingen. Stimmberechtigt sind bei der Landtagswahl knapp 1,1 Millionen Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher, bei den Kommunalwahlen sind es fast 1,2 Millionen Menschen, da hier auch EU-Bürger zugelassen sind.

NEOS beschließen Wahlkampfabschluss-Reigen

Als letzte Partei zelebrierte NEOS gestern Mittag den Wahlkampfabschluss. Noch einmal positionierte sich NEOS als Partei der Transparenz und Kontrolle. Entscheidend ist allerdings die Frage, ob NEOS der Einzug in den Landtag gelingt.

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Abschluss bei FPÖ und SPÖ schon gestern

Die FPÖ feierte schon am Freitagabend ihren Wahlkampfabschluss im Design Center Linz. Bundesparteichef Herbert Kickl kritisierte ÖVP und Grüne. Migration und das Coronavirus waren die dominierenden Themen. Auch bei Spitzenkandidat Manfred Haimbuchner.
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Auf dem Linzer Hauptplatz tauchte die SPÖ ihre Bühne für den Wahlkampfendspurt ganz in Rot. SPÖ-Spitzenkandidatin Birgit Gerstorfer reichte beim Wahlkampfabschluss am Freitag enttäuschten Christlich-Sozialen die Hand.
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Aufruf zum Endspurt bei ÖVP und Grünen

Schon am Donnerstag hatten ÖVP und Grüne ihre großen Wahlkampfschlussveranstaltungen über die Bühne gehen lassen: Jene der ÖVP wurde in der Heimatgemeinde von Landeshauptmann Thomas Stelzer in Wolfern im Bezirk Steyr-Land abgehalten. Als zentrale Herausforderung für die Zukunft nannte Stelzer den Klimaschutz – allerdings „mit Hausverstand“, wie er den Grünen ausrichtete.
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Bei sonnigem Herbstwetter riefen die oberösterreichischen Grünen den Endspurt aus. Rund 150 Funktionäre und Unterstützer versammelten sich in einer engen Gasse in der Linzer Innenstadt, um sich noch einmal für die letzten Meter bis zur Wahl zu motivieren.

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Der 23-jährige Richard Tiefenbacher ist neuer Chef der Gewerkschaftsjugend. Er wurde gestern mit knapp 82 Prozent zum geschäftsführenden Vorsitzenden der ÖGJ und damit zum Vertreter von rund 40.000 Lehrlingen gewählt, hieß es in einer Aussendung. Der Niederösterreicher folgt auf Susanne Hofer. Er ist Bürokaufmann bei der Stadt Wien und will sich vor allem für eine qualitativ hochwertige Lehrlingsausbildung und deren Aufwertung einsetzen.

Die Grünen pochen auf einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz für alle Eltern ab dem ersten Geburtstag des Kindes. Sie freue sich, „dass die ÖVP hier nun endlich umdenkt und unsere Forderungen fortan unterstützt“, meinte Meri Disoski, stellvertretende Klubobfrau und Frauensprecherin der Grünen, gestern in einer Aussendung. Wirtschaftskammer-Generalsekretär und ÖVP-Mandatar Karlheinz Kopf hatte im Nachrichtenmagazin „profil“ einen Rechtsanspruch gefordert.

Die Wirtschaftskammer setzt sich schon länger für einen Ausbau der Kinderbetreuung ein, zuletzt hatte etwa Vizepräsidentin Martha Schultz im Rahmen einer gemeinsamen Sozialpartner-Initiative einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag bis zum 14. Lebensjahr, „flächendeckend und leistbar“, verlangt.

„Wir haben ein Riesenarbeitskräftepotenzial bei Frauen“, erklärte nun APA-Angaben zufolge Kopf, viele Frauen wollten mehr arbeiten, könnten aber wegen fehlender Kindergartenplätze nicht. „Wir brauchen einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung – zuerst ab dem zweiten Geburtstag des Kindes, dann ab dem ersten Geburtstag des Kindes“, so Kopf, der zu Vorbehalten in der eigenen Partei anmerkt: „Ja, dafür müssen manche umdenken.“

COV Inland

Nach den Schülerinnen und Schülern wird nun auch für die restlichen künftigen K1-Kontaktpersonen die Coronavirus-Quarantäne entschärft. Wie das Gesundheitsministerium per Aussendung mitteilte, wird ab dem 27. September die behördliche Absonderung von 14 Tagen auf zehn Tage verkürzt. Zudem ist ein „Freitesten“ mittels PCR-Test für K1-Kontaktpersonen dann bereits ab dem fünften Tag der Quarantäne möglich.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 132,6 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Oberösterreich (177) und Wien (175,5). Am niedrigsten ist der Wert im Burgenland (63,8) und in Tirol (91,3).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 2.145 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.145 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit verstarben bisher laut Ministerium 10.961 Menschen an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 864 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 227 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Der Bezirk Braunau (Oberösterreich) hat am Wochenende die erste Hürde auf dem Weg zum Ende der seit einer Woche geltenden CoV-bedingten Ausreisekontrollen genommen.

Die Impfquote im Bezirk erreichte 50 Prozent, hieß es gestern aus dem Büro von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Am Vortag war diese mit 49,9 Prozent noch knapp darunter gelegen.

Wenn die 7-Tage-Inzidenz im Bezirk die Zahl 300 unterschreite, würden die Kontrollen enden, teilte der Sprecher mit. Gestern lag dieser Wert laut Covid-19-Dashboard des Landes Oberösterreich noch bei 311,8.

Ausland

Bei der Parlamentswahl auf Island zeichnet sich trotz Verlusten für die Partei von Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir eine Mehrheit für die bisherige Regierungskoalition ab. Erste Teilergebnisse aus den einzelnen isländischen Regionen deuteten in der Nacht darauf hin, dass Jakobsdóttirs Links-Grüne Bewegung mehrere Prozentpunkte verliert, während der kleinere ihrer beiden Bündnispartner, die bäuerlich-liberale Fortschrittspartei, zulegen kann.

Stärkste Kraft dürfte demnach erneut die ebenfalls in der Koalition befindliche konservative Unabhängigkeitspartei des Finanzministers und Ex-Regierungschefs Bjarni Benediktsson werden. Das isländische Parlament Althing – eines der ältesten Parlamente der Welt – hat 63 Sitze. 32 sind somit für eine Mehrheit notwendig. Ein Endergebnis der Wahl dürfte erst heute in der Früh feststehen.

Die Nordatlantik-Insel Island mit ihren rund 360.000 Einwohnern wird seit vier Jahren von Jakobsdóttir regiert. Die Chefin der Links-Grünen war nach der letzten Parlamentswahl 2017 mit der Unabhängigkeitspartei und der Fortschrittspartei eine ungewöhnliche Koalition über die politische Mitte hinweg eingegangen. Umfragen hatten im Vorfeld darauf hingedeutet, dass es knapp werden könnte mit einer erneuten Mehrheit für diese drei Parteien.

Wegen Lieferproblemen mit Lebensmitteln und Benzin in Großbritannien hat die Regierung ausnahmsweise 10.500 Arbeitsvisa für ausländische Fachkräfte genehmigt. Damit sollen 5.000 Lastwagenfahrer und 5.500 Spezialisten für die Geflügelverarbeitung ins Land geholt werden, wie das Verkehrsministerium in London in der Nacht mitteilte. Mit der Übergangsregelung sollen sie bis Weihnachten in Großbritannien arbeiten können. Die Regierung erhofft sich von dem Schritt, vor dem Fest wieder Supermarktregale und Spielzeuggeschäfte aufzufüllen.

100.000 Lkw-Fahrer fehlen

In Großbritannien fehlen nach Angaben des Branchenverbands Road Haulage Association etwa 100.000 Lkw-Fahrer. Deshalb blieben in den vergangenen Wochen immer wieder Supermarktregale leer. Zuletzt gab es auch Probleme bei der Lieferung von Benzin und Diesel an Tankstellen. Auch andere Industriezweige klagen über enorme Lücken am Arbeitsmarkt. Ein Grund dafür sind die strengen Einwanderungsregeln seit dem Brexit, die den Zuzug von Fachkräften erschweren.

Die Visa sollen von Oktober an verfügbar sein, wie Verkehrsminister Grant Shapps sagte. Zusätzlich setzt die Regierung beim Bemühen um mehr Lastwagenfahrer auf ein Maßnahmenpaket. Vorgesehen ist unter anderem, dass die Armee Fahrlehrer abstellt, um den enormen Rückstau an Fahrprüfungen aufzuarbeiten.

Die Schweizer entscheiden bei einer Volksabstimmung heute über die „Ehe für alle“. Das Parlament hatte die Zulassung der Ehe für schwule und lesbische Paare als eines der letzten in Westeuropa beschlossen, aber Gegner wollen sie mit Hilfe eines Referendums verhindern. Sie wollen die Ehe nur als Verbindung zwischen Mann und Frau akzeptieren.

Den Initiatoren sind vor allem Adoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare oder Samenspenden für lesbische Paare ein Dorn im Auge. Ihre Chancen sind aber schlecht: In jüngsten Umfragen sprachen sich mehr als 60 Prozent für die „Ehe für alle“ aus.

Abgestimmt wird auch über eine Initiative der Jungsozialisten, die die Reichsten im Land bei der Kapitalbesteuerung stärker zur Kasse bitten wollen. Auch sie dürften nach den Umfragen scheitern.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat eine Kontaktaufnahme der Behörden im westafrikanischen Mali zu einem privaten russischen Militärunternehmen bestätigt. „Sie haben sich an eine private Militärfirma aus Russland gewandt“, sagte Lawrow in New York. In Frankreich und anderen westlichen Ländern hatten zuletzt Berichte über einen möglichen Einsatz von Truppen der russischen Söldnerfirma Wagner in Mali große Besorgnis ausgelöst.

Es mehrten sich Stimmen, in einem solchen Fall zu prüfen, ob man sich nicht mit seinen Truppen aus Mali zurückzieht. Zur Erläuterung sagte Lawrow der Agentur Interfax zufolge gestern bei einer Pressekonferenz am Rande der UNO-Vollversammlung: „So, wie ich das verstehe, im Zusammenhang damit, dass Frankreich sein militärisches Kontingent erheblich kürzen möchte, das sich dort aufhielt und (…) Terroristen bekämpfen sollte.“ Den Namen Wagner nannte Lawrow nicht. Er betonte lediglich, dass Moskau mit Malis Kontakt zu der privaten Militärfirma nichts zu tun habe.

Regierung sprach von Gerüchten

Die malische Regierung hatte vor rund einer Woche erklärt, dass es sich bei den angeblichen Plänen, die russische Söldnerfirma Wagner anzuheuern, lediglich um Gerüchte handle. Nach Informationen aus der Hauptstadt Bamako soll es der durch einen Putsch an die Macht gekommenen Führung vor allem um den eigenen Personenschutz gehen.

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich ist in Mali mit besonders vielen Soldaten präsent. Es setzt sich für eine Stabilisierung der Sahel-Region ein. Zuletzt heiße es aber, ein größerer teil der Soldaten sollen abgezogen werden.

Warnung vor Wagner

Auch das Bundesheer ist an zwei internationalen Einsätzen in Mali beteiligt – an der EU-Ausbildungsmission EUTM und an der UNO-Mission MINUSMA. EUTM hat nach eigenen Angaben 15.000 malische Soldaten geschult. Der Erfolg gilt als mäßig, teils fehlt es in Mali schon an der Buchführung, wo Soldaten, Sold und Waffen geblieben sind.

Die Verteidigungsminister von 13 europäischen Ländern hatten erst am Freitag einen möglichen Einsatz der russischen Söldnertruppe Wagner in Mali als „inakzeptabel“ zurückgewiesen. „Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Wagner-Gruppe im malischen Theater auftritt“, sagte der schwedische Verteidigungsminister Peter Hultqvist bei einem Treffen der Europäischen Interventionsinitiative (EI2) am Freitag in Stockholm. Österreich gehört der Initiative nicht an.

Zum Schluss des Bundestagswahlkampfs hat die scheidende deutsche Kanzlerin Angela Merkel nochmals mit Nachdruck für Unionskanzlerkandidat Armin Laschet und Stimmen für CDU und CSU geworben. „Es geht morgen darum, dass Deutschland stabil bleibt“, sagte sie gestern beim letzten Wahlkampfauftritt zusammen mit Laschet in dessen Heimatstadt Aachen. „Und es ist nicht egal, wer Deutschland regiert.“ SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sprach an seinem Wohnort und Wahlkreis Potsdam.

Laschet warnte erneut vor einer Beteiligung der Linken an einer Regierung im Bund. Die Linke wolle raus aus der NATO und „eine andere Republik“. Er prophezeie, „wenn es morgen eine Mehrheit gäbe für Rot-Rot-Grün, werden sie es machen“. Deshalb müssten die letzten Stunden genutzt werden, jeden darauf hinzuweisen: „Wenn Ihr Stabilität in Deutschland wollt, muss morgen die CDU/CSU auf Platz eins liegen.“

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel neben CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet
AP/Martin Meissner

Merkel lobte Laschets Führungsstil und seinen Beitrag für die Einigung Europas. Er habe als Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen erfolgreich geführt. Wo immer er „steht und geht, wo immer er zu uns gesprochen hat“, habe er auch über das Einigungswerk der Europäischen Union gesprochen. Laschets Handeln sei geprägt davon, „Brücken zu bauen und die Menschen mitzunehmen“. Er habe in seinem ganzen politischen Leben gezeigt, dass er für Zusammenhalt und die CDU stehe, nicht nur theoretisch, „sondern mit Leidenschaft und Herz“.

Mit Scholz „wird das Leben bezahlbar“

Scholz stellte in Potsdam noch einmal die Sozialpolitik in den Mittelpunkt. Mit ihm als Bundeskanzler werde „das Leben bezahlbar“, sagte Scholz gestern in der brandenburgischen Hauptstadt. Er sprach die Themen Wohnung, Pensionen und Mindestlohn an. Zudem ging Scholz auf den Kampf gegen die Klimakrise ein.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei seiner Rede in Potsdam
Reuters/Hannibal Hanschke

Der SPD-Kanzlerkandidat hielt in Potsdam nur eine sehr kurze Rede; das Publikum konnte anschließend aber Fragen stellen. Scholz sagte, er werde sich dafür einsetzen, dass es in Deutschland genug bezahlbare Wohnungen gebe.

Auch andere Parteien nutzten den Tag vor der Wahl noch für Kundgebungen. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hatte gestern keine offiziellen Wahlkampfveranstaltungen mehr.

Die radikalislamischen Taliban haben gestern in der westlichen Stadt Herat Berichten zufolge die Leichen von vier mutmaßlichen Entführern aufgehängt, die sie zuvor erschossen hatten. Der Vizegouverneur der Provinz Herat, Schir Ahmed Muhadschir, erklärte, das Aufhängen der Leichen an Kränen solle eine „Lektion“ dafür sein, dass Entführungen nicht geduldet würden.

„So werden Entführer bestraft“

Die Zurschaustellung der Leichen ist die schwerste öffentliche Bestrafung seit der Machtübernahme der Taliban Mitte August. Auf einem Video war einer der erschossenen Männer zu sehen, der von einem Kran herabhing und auf seiner Brust die Warnung trug: „So werden Entführer bestraft.“

Muhadschir sagte, die Sicherheitskräfte seien darüber informiert worden, dass ein Geschäftsmann und dessen Sohn in Herat entführt worden seien. Daraufhin habe die Polizei die Ausfallstraßen gesperrt und die Taliban hätten an einem Kontrollpunkt Stellung bezogen.

Dort habe es einen Schusswechsel gegeben. Nach einem Feuergefecht von wenigen Minuten sei „einer unserer Mudschahedin verletzt“ gewesen, während „alle vier Entführer getötet worden“ seien, sagte Muhadschir in einer Erklärung, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

Explosion bei Taliban-Konvoi

Unterdessen ist bei der Explosion eines Sprengsatzes bei einem Konvoi der Taliban im Osten Afghanistans mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Sieben weitere Personen seien bei dem Vorfall gestern Früh in der Provinz Nangarhar verletzt worden, berichteten örtliche Medien und Quellen.

Ein Taliban-Sprecher bestätigte der dpa eine Explosion in der Provinzhauptstadt Jalalabad, ohne Details zu nennen. Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, eine am Straßenrand versteckte Bombe sei detoniert, als der Konvoi das Gebiet durchquert habe.

In Nangarhar, einst Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), hat die Zahl der gezielten Tötungen und Explosionen zugenommen, seit die Taliban Mitte August die Kontrolle über Afghanistan übernommen haben. Der IS hatte einige der jüngsten Anschläge für sich reklamiert. Die Taliban und der IS haben in der Vergangenheit gegeneinander gekämpft.

COV Ausland

Mehrere tausend Menschen haben sich gestern in mehreren italienischen Städten an Demonstrationen gegen den Beschluss der italienischen Regierung beteiligt, ab dem 15. Oktober die sogenannte „3-G“-Regel auf alle Arbeitnehmer auszudehnen. Die größten Demonstrationen fanden in Rom, Mailand, Turin und Triest statt.

Auf dem Lateranplatz in Rom versammelten sich mehrere tausende Personen und skandierten Slogans gegen die „3-G“-Pflicht, die sie als „Erpressung“ bezeichneten. Sie warnten vor „Gefahr für die Demokratie“ und kritisierten die Pflicht für alle Arbeitnehmer im öffentlichen und privaten Bereich, den Grünen Pass als Nachweis vorzulegen. Italien ist das erste Land weltweit, das die „3-G“-Regel für alle Beschäftigten einführt.

In einigen Bereichen bereits Pflicht

Derzeit muss der Pass bereits in den Innenräumen von Restaurants, in Kinos oder Sportstadien, in Intercity-Zügen, Bussen und auf Inlandsflügen vorgelegt werden. Es gilt außerdem in Italien eine Impfpflicht für das Gesundheitspersonal sowie für die Mitarbeiter von Seniorenheimen.

Mit dem Grünen Pass wird nachgewiesen, dass der Inhaber oder die Inhaberin gegen Covid-19 geimpft ist, in den vergangenen 48 Stunden negativ getestet wurde oder ob er kürzlich von der Krankheit genesen ist. Zu den Protestkundgebungen hatten mehrere Organisationen aufgerufen, die sich gegen die Pflicht zum Grünen Pass wehren.

Spannungen in Mailand

In Mailand kam es zu Spannungen zwischen Demonstranten und der Polizei, als eine Menge aus etwa 1.500 Personen versuchte, eine Sperre zu durchbrechen und ein Areal unweit des Domplatzes zu erreichen, wo eine Wahlkampfrede von Giorgia Meloni, Chefin der rechten Oppositionspartei „Fratelli d’Italia“ (FdI/Brüder Italiens) im Gange war. Es gab keine Verletzten, berichtete die Polizei.

Zu einem großen Protestzug kam es am Vormittag in Triest. „Kein Grüner Pass, keine Apartheid“ war auf zwei großen Transparenten zu lesen. Das gesamte Stadtzentrum wurde blockiert. Einige Demonstranten verglichen die Gesundheitsmaßnahmen mit „verkapptem Faschismus“, andere riefen Slogans gegen Italiens Ministerpräsident Mario Draghi. Nach Angaben der Organisatoren nahmen 20.000 Menschen an der Demonstration teil, eine der größten der vergangenen Jahre in Triest. Als der Protestzug vor dem regionalen Sitz der öffentlich-rechtlichen TV-Anstalt RAI vorbeikam, stoppten die Demonstranten und skandierten Slogans gegen die Medien.

Im Streit um den Pandemie-Kurs der Niederlande hat Premierminister Mark Rutte gestern Wirtschaftsstaatssekretärin Mona Keijzer fristlos entlassen. Der ungewöhnliche Schritt folgt auf Kritik von Keijzer an der Einführung eines CoV-Passes, die sie im Interview mit der Zeitung „De Telegraaf“ (Samstag-Ausgabe) geäußert hatte. Wie Rutte nach einer Mitteilung der Regierung sagte, vertrügen die Äußerungen der Staatssekretärin sich nicht mit den kürzlichen Beschlüssen des Ministerrats.

Umstrittener Schritt

Zwar wurde in den Niederlanden heute die 1,5-Meter-Abstandsregel zum Schutz vor einer-Infektion abgeschafft. An die Stelle tritt aber ein heftig umstrittener CoV-Pass. Fortan muss jeder ab einem Alter von 13 Jahren vor dem Besuch von Gaststätten, Kultur- oder Sportveranstaltungen nachweisen, dass er geimpft, getestet oder genesen ist. Keijzer hatte dem „Telegraaf“ gesagt: „Wenn wir in einer Gesellschaft gelandet sind, in der man voreinander Angst haben muss, es sei denn, dass man einen Nachweis vorlegt, dann muss man sich (…) fragen: Wollen wir diese Richtung wählen?“

Rutte entschloss sich nach Zustimmung des Wirtschaftsministers und nach Beratung mit den drei Vizeministerpräsidenten zur fristlosen Entlassung von Keijzer. Wirtschaftsminister Stef Blok übernimmt ihre Aufgaben, teilte die Regierung mit.

Tausende bei Protesten

Mehrere Tausend Menschen demonstrierten heute in Den Haag gegen die Pandemiepolitik und die Einführung des CoV-Passes. „Die Tyrannei vertreiben“ stand auf einem Transparent. „QR ist Ausweis“, hieß es unter Verwendung des deutschen Wortes auf einem anderen Plakat in Anspielung auf Ausweiskontrollen der Nazis, die in den besetzten Niederlanden eine Ausweispflicht zur Judenverfolgung einführten.

Sport

RB Leipzig hat sich gestern in der deutschen Bundesliga nach bisher durchwachsenen Saisonleistungen den Frust von der Seele geschossen. Die Auswahl von Ex-Salzburg-Trainer Jesse Marsch überrollte Hertha BSC mit 6:0 (3:0) und fuhr damit in der sechsten Runde den zweiten Sieg ein. Hoffenheim versetzte indes dem VfL Wolfsburg die erste Saisonpleite, den 3:1-Heimsieg ebnete dabei Christoph Baumgartner mit dem Treffer zum 2:1.

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Einer der bekanntesten Namen im italienischen Fußball ist gestern wieder in der Torschützenliste der Serie A aufgetaucht. Der 19-jährige Daniel Maldini, Sohn von Milans Sportdirektor und Rekordspieler Paolo Maldini sowie Enkel des früheren italienischen Teamchefs Cesare Maldini, hat sein erstes Tor für Milan in einem Pflichtspiel erzielt.

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Lando Norris wird heute (14.00 Uhr live in ORF1) beim Grand Prix von Russland erstmals in seiner Karriere ein WM-Rennen vom ersten Startplatz aus in Angriff nehmen. Der britische McLaren-Pilot pokerte gestern in Sotschi hoch und wurde dafür mit der Poleposition vor Ferrari-Pilot Carlos Sainz und George Russel im Williams belohnt. Mercedes erlitt hingegen eine saftige Watschen.

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Champions-League-Sieger Chelsea hat am sechsten Spieltag der englischen Premier League die erste Niederlage der Saison kassiert. Im Spitzenspiel gegen Meister Manchester City unterlagen die „Blues“ gestern daheim mit 0:1. In der von Taktik geprägten Partie an der Stamford Bridge erzielte Gabriel Jesus in der 53. Minute den Treffer für die Gäste.

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Chronik

Ein 56-jähriger österreichischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Kroatien soll in der Nacht auf gestern in Zagreb seine drei Kinder getötet haben. Er soll anschließend versucht haben, sich das Leben zu nehmen, war am Nachmittag aber im stabilen Zustand. Der Wiener wird verdächtigt, seine eigenen Kinder erstickt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen dreifachen schweren Mordes, wofür dem Vater eine Höchststrafe von 50 Jahren droht.

Mann bei Bewusstsein

Der Mann sei stabil und auch bei Bewusstsein, sagte der Leiter des Zagreber Krankenhauses der Barmherzigen Schwestern, Davor Vagic, gestern Nachmittag bei einer Pressekonferenz. Zu dem Zeitpunkt, als der Verdächtige mit dem Krankenwagen in Begleitung der Polizei eingeliefert wurde, befand er sich laut Vagic in einem Zustand „eingeschränkten Bewusstseins“.

Wegen des Verdachts, dass der Mann unter Einfluss von Psychopharmaka stand, wurden laut dem Chefarzt derzeit alle dahin gehenden Untersuchungen durchgeführt, ehe man dazu definitiv eine Aussage machen könne, fügte Vagic hinzu. Im Krankenhaus wird der Mann von der Polizei bewacht.

Polizei vor Wohnhaus in Zagreb
APA/AFP/Denis Lorovic

Abschiedsbrief auf Facebook

Der Österreicher soll in der Nacht seinen vierjährigen Sohn und siebenjährige Zwillinge (ein Mädchen und einen Buben) in seiner Wohnung ermordet und anschließend versucht haben, sich das Leben zu nehmen. Vermutet wurde, dass er entweder Tabletten oder ein Gift eingenommen haben könnte. Die Polizei wurde von einem Freund alarmiert, der einen Abschiedsbrief des Wieners auf Facebook gesehen hatte. Als die Beamten schließlich gegen 2.00 Uhr in der Wohnung eintrafen, fanden sie die leblosen Kinder und den Vater.

Der Mann war von der Mutter der Kinder geschieden, die Geschwister hatten bei ihm das Wochenende verbracht. Die Mutter, die zum Zeitpunkt der Tat nicht in Zagreb war, soll in der Früh im Krankenhaus in Dubrovnik die Nothilfe aufgesucht haben. Laut Polizeiangaben habe es eine zurückliegende Intervention wegen Gewalt in der Familie gegeben.

Das zuständige Kinderamt hatte mit der Familie lediglich im Jahr 2018 während der Scheidung zu tun. Damals seien die Eltern gemeinsam zu einer Beratung erschienen, wo sie eine Vereinbarung über gemeinsames Sorgerecht abgegeben hatten. Danach waren den Behörden keine Vorfälle mehr bekanntgeworden, sagte die Staatssekretärin im Familienministerium, Margareta Madjeric, laut Medienberichten.

„Auf Wiedersehen, alle zusammen“

Kroatische Medien veröffentlichten auf ihren Websites unter anderem den Abschiedsbrief des 56-Jährigen. „Auf Wiedersehen, alle zusammen. Ich werde gehen, weil ich nicht mehr kann“, schrieb der Österreicher auf Englisch und erwähnte finanzielle Probleme sowie eine kürzlich beendete Beziehung. „Alles was ich in den letzten eineinhalb Jahren versucht habe, hat mich nicht zurück zur Arbeit gebracht“, schrieb er weiter und, dass nicht einmal seine „Freimaurer-Brüder“ ihm helfen wollten.

Der Mann, der in Zagreb lebt und arbeitet, betrieb in Kroatien ein Unternehmen, das laut der Tageszeitung „Jutarnji List“ im Juli 2020 gegründet wurde. Er schien auch in weiteren, aber nicht mehr aktiven kroatischen Unternehmen auf, und war seit 2007 in dem Land beruflich tätig, betrieb aber auch eine Firma in Wien.

Eine Sprecherin des Außenministeriums bestätigte am Nachmittag „den Tod dreier minderjähriger österreichischer Staatsbürger in Zagreb“. Die Botschaft versucht, mit den Angehörigen Kontakt aufzunehmen.

Schwere Unwetter haben im Süden Russlands erhebliche Probleme verursacht. Wegen Gewittern hätten mehrere Flugzeuge in Sotschi am Schwarzen Meer nicht landen und starten können, meldete die Agentur Interfax gestern unter Berufung auf die Stadtverwaltung. Eine Fernstraße sei zwischenzeitlich wegen Überflutung komplett gesperrt gewesen. Später ereignete sich an derselben Straße ein Steinschlag; zunächst konnte deshalb nur eine von zwei Fahrbahnen genutzt werden.

Der Zivilschutz der Region veröffentlichte ein Video von überschwemmten Straßen und Rettungskräften, die mit Wasser vollgelaufene Gebäude auspumpten. Für das gesamte Wochenende warnte die Behörde vor weiteren Stürmen und Gewittern. Aufgrund des anhaltenden Starkregens war heute auch das letzte Freie Training vor dem Formel-1-Rennen in Sotschi abgesagt worden. Die Qualifikation zum Großen Preis von Russland später am Tag konnte aber gefahren werden.

Eine vermisste Frau hat gestern auf dem Hochschwab im steirischen Bezirk Bruck-Mürzzuschlag nur noch tot geborgen werden können. Die 30-Jährige wollte am Freitag am Nachmittag nach Seewiesen absteigen, kam dort aber nie an.

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Nach dem Brand in einem Mehrparteienhaus in Villach vor fast zwei Monaten ist eine 30-jährige Mieterin nun in Untersuchungshaft genommen worden. Ihr Motiv soll Geldnot gewesen sein. Dutzende Menschen mussten beim Brand in Sicherheit gebracht werden, mehrere Mieter wurden verletzt.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Kultur

Das rumänische Sozialdrama „Blue Moon“ ist gestern Abend auf dem 69. Internationalen Filmfestival von San Sebastian mit der „Goldenen Muschel“ ausgezeichnet worden. Der Film von Alina Grigore handelt von zwei jungen Frauen, die hilflos und machtlos versuchen, aus den familiären Traditionen und der sexuellen Unterdrückung zu fliehen, um ein menschenwürdiges Leben zu leben.

Chastain überzeugt in „The Eyes of Tammy Faye“

Hollywoodstar Jessica Chastain und die junge dänische Darstellerin Flora Ofelia Hofmann Lindahl wurden unterdessen ex aequo mit der Silbernen Muschel für „beste schauspielerische Leistung“ gewürdigt. Nach der Berlinale hatte auch das Festival von San Sebastian beschlossen, bei den Preisen nicht mehr geschlechterspezifisch zwischen Schauspielern und Schauspielerinnen zu unterscheiden.

Chastain stellt in Michael Showalters Film „The Eyes of Tammy Faye“ überwältigend die auf Tatsachen beruhende Geschichte der US-amerikanischen Sängerin und TV-Evangelistin Tammy Faye dar. Sie war ein gefeierter TV-Star bis ihr Ehemann, der Fernsehprediger Jim Bakker, mit ihren gemeinsamen TV-Sendungen im Namen Gottes ein Vermögen erschwindelte. Chastain gilt auch als Oacar-Kandidatin.

Jurypreis geht nach Belgien

Die erst 16 Jahre alte dänische Darstellerin Flora Ofelia überzeugte hingegen mit einer bewegenden Darstellung des kleinen Bauernmädchens Lise in „As in Heaven“, die durch den tragischen Einfluss von Religion und Traditionen im 19. Jahrhundert ihre Zukunft davonschwimmen sieht.

Die dänische Filmemacherin Tea Lindeburg wurde mit „As in Heaven“ zudem für die „beste Regie“ ausgezeichnet. Der Preis für das „beste Drehbuch“ ging an den Briten Terence Davies für seinen Film „Benediction“, der die Geschichte des homosexuellen Poeten Siegfried Sassoon erzählt. Etwas überraschend wurde der begehrte Jurypreis heuer an den belgischen Festivalbeitrag „Earwig“ von Lucile Hadzihalilovic verliehen. Der französische Drogenskandal-Film „Undercover“ bekam den Preis für die „beste Fotografie“.

Im „New Directors“-Wettbewerb konnte sich die junge russische Filmemacherin Lena Lanskih mit ihrem ersten Langspielfilm „Unwanted“ durchsetzen. Der Publikums-Preis ging in diesem Jahr an die Französin Celine Sciammas „Petite Maman“. Für ihren bewegenden Film über die Gewalt gegen Mädchen in Mexiko wurde Tatiana Huezo mit ihrem Film „Noche de fuego“ als bester lateinamerikanischer Festivalbeitrag geehrt.

Viele internationale Stars

San Sebastian gehört neben Cannes, Berlin und Venedig zu den weltweit wichtigsten Filmfestivals überhaupt. Das Festival begeisterte heuer mit erstklassigen Filmbeiträgen – aber auch mit vielen internationalen Stars: Jessica Chastain, Penelope Cruz, Antonio Banderas, Stanley Tucci und Javier Bardem präsentierten ihre neusten Filme.

Unterdessen wurden Johnny Depp und Marion Cotillard in San Sebastian mit den diesjährigen „Donostia“-Ehrenpreisen für ihre Schauspielkarriere ausgezeichnet. Im Vorfeld führte vor allem die Preisvergabe an Hollywoodstar Depp zu Protesten, da ein Prozess wegen häuslicher Gewalt gegen ihn bevorsteht. Depp verteidigte sich in San Sebastian erneut gegen die Vorwürfe seiner Ex-Frau, Schauspielerin Amber Heard und kritisierte das Bewegungen wie #MeToo mit einer guten Absicht entstanden seien, heuer aber vollkommen außer Kontrolle seien.

Mit einem Auftritt vor dem Eiffelturm in Paris hat der britische Sänger Elton John gestern den Startschuss für ein weltweites Musikfestival der Nichtregierungsorganisation Global Citizen gegeben. Der 74-Jährige gab Hits wie „Rocket Man“ und „This is Your Song“ zum Besten und rief zu einem gerechten Zugang zu Coronavirus-Impfstoffen auf der ganzen Welt auf.

Im Laufe des Wochenendes treten bei dem Festival Global Citizen Live internationale Größen der Musikbranche wie Coldplay, Metallica, Jennifer Lopez und Billie Eilish auf. Die Konzerte in New York, Paris, London, Seoul, Rio, Sydney, Mumbai und anderen Städten werden über 24 Stunden hinweg von Fernsehsendern und in Onlinemedien übertragen.

Ziel der Konzerte ist es, für mehr Klimabewusstsein, faire Coronavirus-Impfstoffverteilung und den Kampf gegen Hunger und Armut zu werben. Global Citizen setzt mit der Veranstaltung den Schlusspunkt einer Woche, die unter anderem durch die Generaldebatte der UNO-Vollversammlung in New York und weltweite Fridays-for-Future-Demonstrationen ganz im Zeichen des Klimaschutzes stand.

Sie ist eines der Gebäude der klassischen Moderne, war einmal Zentrale des britischen Geheimdienstes nach 1945 in Wien – und über Jahre hinweg ein Streitfall zwischen zwei Besitzern. Jetzt ist die Villa Beer in Wien-Hietzing in neuer Hand, kann wie an diesem Wochenende besucht werden – und soll bald ein Museum sein, das vor allem die Arbeit ihres Erbauers, Josef Frank, als Objekt und Studienort zelebriert.

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Das Kremser donaufestival musste coronavirusbedingt vom Frühjahr in den Herbst verschoben werden. Es findet nun an den beiden ersten Oktober-Wochenenden statt: Vielfältiges zwischen Performance, Musik und Kunst.

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Gesundheit

Die Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz (AG-Hi) in der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft fordert Gratistests zur Früherkennung von Herzschwäche. Angesichts von 250.000 an Herzschwäche leidenden Menschen in Österreich sei es zudem notwendig, eine „Disease-Management Programm“ unter Berücksichtigung der regionalen Voraussetzungen umzusetzen, hieß es gestern in einer Aussendung der Gesellschaft.

Geht es nach dem Leiter der Arbeitsgruppe, Christopher Adlbrecht, hätten sich in den vergangenen Jahren die Therapiemöglichkeiten für Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz entscheidend verbessert. „Vor allem bei frühzeitigem Therapiebeginn kann nicht nur das Leben verlängert und der Krankenhausaufenthalt reduziert, sondern vor allem auch die Lebensqualität verbessert werden.“

Die Kardiologin Anna Rab begründete die Forderungen, damit, dass die Herzschwäche „die Pandemie in der Kardiologie“ sei. Die Sterblichkeitsrate übersteige jene der Krebserkrankungen. Gerade die Früherkennung sei besonders wichtig, so die Leitende Kardiologin des LKH Villach.