Inland

Die Soko „Ibiza“ des Bundeskriminalamts und die Staatsanwaltschaft Wien haben heute laut einem Ö1-Bericht bei dem Anwalt, der an der Aufnahme des Videos beteiligt gewesen sein soll, eine Hausdurchsuchung durchgeführt.

Dieser Anwalt soll dem ehemaligen FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus zunächst erzählt haben, dass eine vermögende Russin an einem Grundstück der Familie Gudenus und an anderen Investitionen interessiert sei. Dadurch soll es letztlich auch zu dem Gespräch mit der vermeintlichen Oligarchennichte auf Ibiza gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Durchsuchung der Räumlichkeiten bisher noch nicht.

Die ÖVP geht offenbar mit einer langjährigen Forderung von Mietervereinigung, Gewerkschaft und SPÖ in den Nationalratswahlkampf. Die Volkspartei will nun auch, dass die Maklerprovision künftig nur noch von Vermieterseite bezahlt werden muss. Derzeit dürfen Maklerinnen und Makler den Mieterinnen und Mietern bis zu zwei Monatsmieten als Provision verrechnen.

Wenn ein Vermieter einen Immobilienmakler einschaltet, soll dieser nun die Kosten übernehmen. Dieses „Bestellerprinzip“ gibt es bereits in mehreren Ländern, etwa in Deutschland und den Niederlanden.

SPÖ begrüßt Forderung

SPÖ und Mietervereinigung begrüßten die ÖVP-Forderung. Der stellvertretende SPÖ-Klubvorsitzende Jörg Leichtfried verwies heute auf einen Antrag der SPÖ für eine Änderung des Maklergesetzes. Dieser sei seit Langem im Bautenausschuss des Nationalrats. Die SPÖ will den Antrag im September auf die Tagesordnung bringen und beschließen.

„Wir nehmen ÖVP-Chef Sebastian Kurz nach der Wahl beim Wort und werden ihn gerne an die versprochene Abschaffung der Maklergebühren für Mieter erinnern“, hieß es von der Mietervereinigung. „Die sich andeutende wohnpolitische Neuorientierung der Volkspartei ist – unabhängig von dieser konkreten Maßnahme – begrüßenswert“, so FPÖ-Bautensprecher Philipp Schrangl in einer Aussendung.

Immobranche dagegen

In der Immobilienbranche stößt der Vorschlag auf wenig Gegenliebe. „Die Abschaffung der Maklerprovisionen für Mieter bei der Vermittlung von Immobilen ist wenig geeignet, leistbares Wohnen nachhaltig zu fördern“, so Georg Edlauer, Obmann des WKÖ-Fachverbandes der Immobilen- und Vermögenstreuhänder, in einer Aussendung. In Deutschland seien die Mieten durch Einrechnung der Maklerprovision stärker gestiegen, so Edlauer. Ein positiver Effekt für einzelne Mieter habe zu einer Gesamtsteigerung der Mietpreise geführt.

Kurz wünscht sich mehrere Koalitionsoptionen

ÖVP-Chef Kurz hofft indes auf mehrere Koalitionsoptionen nach der Nationalratswahl im September. Nach der Parlamentswahl 2017 habe es für die ÖVP nur die Option „Türkis-Blau“ gegeben, dieses Mal – „wenn wir gewinnen sollten, wenn wir dazugewinnen sollten“ – sehe es hoffentlich anders aus. „Und dann werden wir versuchen, die beste Option für Österreich auszuwählen“, so Kurz, der sich heute in Vorarlberg auf Wahlkampftour befindet.

Er schloss aber auch eine Koalition mit den Freiheitlichen nicht aus. Im Wahlkampf werbe die ÖVP mit ihren Inhalten, „wir haben eine Vision für Österreich“, sagte Kurz. Das Land könne „noch erfolgreicher und besser werden“, unterstrich der ÖVP-Chef. Man wolle sich gleich nach der Wahl – „sollten wir gewählt werden“ – an die Umsetzung machen.

Aus seiner Sicht sei ganz entscheidend, „dass wir als Standort Österreich erfolgreich sind“. Diesbezüglich nannte Kurz die Wirtschaft und Arbeitsplätze, aber auch die Möglichkeit der Finanzierung von Sozialstaat, Gesundheits- und Pensionssystem. Daher gelte es, „unseren Weg fortzusetzen, was die Deregulierung betrifft, was aber auch die Steuerentlastung betrifft“.

Die Partei JETZT hat heute im burgenländischen Rust die ersten Punkte ihres Wahlprogramms präsentiert. Als zentrales Thema nannte Listengründer Peter Pilz dabei die Verteidigung des Rechtsstaats. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingen werde, auch im nächsten Nationalrat vertreten zu sein – als Opposition und „als Gegenpol gegen Sebastian Kurz, die FPÖ und die ÖVP im Parlament“.

Die Programmpräsentation erfolgte im Beisein von Kandidatinnen und Kandidaten auf Bundes- und Landesebene. JETZT sei „die einzige Opposition“, sagte die Zweite auf der Bundesliste und Spitzenkandidatin in Wien, Maria Stern. Man schreibe nur das ins Programm, was man vorhabe, in der nächsten Legislaturperiode auch durchzusetzen, sagte Pilz mit einem Seitenhieb auf die Wahlprogramme der Mitbewerberinnen und Mitbewerber.

„Vier Beiwagerl für Sebastian Kurz“

Das Wahlprogramm entstehe in einer besonderen politischen Situation: Es sei aus heutiger Sicht „klar, wer nach dem 29. September Bundeskanzler wird“ – das sei der Spitzenkandidat der ÖVP, meinte Pilz. Es gebe weiters „vier Beiwagerl für Sebastian Kurz“ – ein rotes, ein blaues, ein rosa und ein grünes.

Die wichtigste Frage im Hinblick auf die Nationalratswahl sei: „Wer ist der Gegenpol zur türkisen ÖVP, wer ist die Kontrolle, wer ist vollkommen unbestechlich und auf wen können sich die Menschen in der nächsten Legislaturperiode zu 100 Prozent verlassen?“

Pilz „garantiert“ „Ibiza“-U-Ausschuss

Die „Ibiza-Parteien“ FPÖ und ÖVP seien „die Parteien des organisierten Machtmissbrauchs und der organisierten politischen Korruption“, sagte Pilz. „Die Bekämpfung der organisierten politischen Korruption war noch nie wo wichtig wie in der kommenden Legislaturperiode.“

Wenn JETZT wieder im Nationalrat sei, „dann sind wir der Stachel in der Regierung, dann können sich die Menschen darauf verlassen, dass aufgeklärt wird. Und das beginnt am Tag der Angelobung des neuen Nationalrates“, kündigte Pilz an: „Wir garantieren Ihnen eines: An diesem Tag der Angelobung wird der Ibiza-Untersuchungsausschuss eingesetzt.“ Zur Stärkung des Rechtsstaats gehört für JETZT zudem eine Stärkung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA).

EU

Großbritannien will ab 1. September an den meisten EU-Sitzungen in Brüssel nicht mehr teilnehmen. Das Land werde die Europäische Union ohnehin zum 31. Oktober verlassen und wolle, wie von Premierminister Boris Johnson angekündigt, die Zeit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im nationalen Interesse sinnvoller einsetzen, erklärte die britische Regierung heute.

Die EU-Sitzungen seien unglaublich arbeitsintensiv, erläuterte Brexit-Minister Stephen Barclay. „Ab jetzt werden wir nur noch zu Treffen gehen, die wirklich wichtig sind, was unsere Anwesenheit auf weniger als die Hälfte verringert und Hunderte Stunden einspart.“ Das werde Ministerinnen und Ministern sowie Beamtinnen und Beamten mehr Zeit zur Vorbereitung des Brexit und zum Ergreifen der künftigen Chancen geben.

Offizielle Begründung ist, dass sich die EU-Gremien schon jetzt meist mit der Zeit nach dem Brexit-Termin befassen. Es sei aber nicht die Absicht, das Funktionieren der EU zu behindern, hieß es weiter.

Tusk will an „Backstop“ festhalten

EU-Ratschef Donald Tusk reagierte indes kühl auf den neuen Vorstoß Johnsons zur Änderung des Brexit-Abkommens. Die „Backstop“-Klausel für Irland, die Johnson streichen will, sei eine Versicherung, dass auf der irischen Insel keine harte Grenze entstehe, schrieb Tusk heute auf Twitter. „Jene, die den ‚Backstop‘ ablehnen und keine realistische Alternative vorschlagen, unterstützen die Errichtung einer Grenze. Auch wenn sie das nicht zugeben.“

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte indes in Brüssel, Johnsons Brief habe keine konkreten Vorschläge enthalten. EU-Ratspräsident Tusk und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker würden eine offizielle Antwort auf das Schreiben vorbereiten.

EU-Sprecherin: Nicht die Zeit für Schuldzuweisungen

Die EU-Behörde setze sich für einen geordneten Brexit ein, der „im besten Interesse“ für beide Parteien sei, und sei bereit, jeden vorgelegten Vorschlag den „Backstop“ betreffend zu analysieren, hieß es. Auf Stimmen in Großbritannien, denen zufolge ein Austritt mit oder ohne Abkommen nun in den Händen der EU liege, antwortete die Sprecherin, dass jetzt nicht die Zeit für Schuldzuweisungen sei.

Der von Johnsons Amtsvorgängerin Theresa May mit der EU ausgehandelte Brexit-Vertrag sieht vor, dass keine Grenzkontrollen an der Grenze Irlands zum britischen Nordirland eingeführt werden sollen. Die EU besteht auf der Notfallklausel, um Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland auszuschließen. Denn eine Teilung der Insel durch eine harte Grenze könnte alte Konflikte in der ehemaligen Bürgerkriegsregion wieder aufflammen lassen.

Johnson hatte in einem Brief an Tusk die Streichung der Klausel verlangt und vage andere „Verpflichtungen“ ins Spiel gebracht, ohne das auszuführen. Johnson will sein Land am 31. Oktober aus der EU herausführen, notfalls auch ohne vertragliche Vereinbarung mit der EU.

Merkel: Brexit-Abkommen darf nicht aufgemacht werden

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wies einen Tag vor ihrem Treffen mit Johnson dessen Forderung nach Nachverhandlungen des Austrittsabkommens mit der EU zurück. „In dem Moment, wo wir eine praktische Regelung haben, wie wir das Good-Friday-Agreement (Friedensabkommen mit Nordirland, Anm.) einhalten können, und trotzdem die Grenze des Binnenmarktes (…) definieren können, brauchen wir den ‚Backstop‘ nicht mehr“, sagte Merkel in Reykjavik am Rande eines Treffens mit Regierungsvertretern skandinavischer Staaten.

Merkel fügte hinzu: „Wir werden natürlich über praktische Lösungen nachdenken“ – und die könne man auch „in kurzer Zeit finden“. Die EU sei dazu bereit. „Aber dazu müssen wir das Austrittsabkommen nicht aufmachen.“

Ausland

Die spanische Regierung wird ein Marineschiff zum vor der italienischen Insel Lampedusa liegenden Rettungsschiff „Open Arms“ schicken. Die „Audaz“ solle die „Open Arms“ von dort bis zum Hafen von Palma de Mallorca begleiten, hieß es heute in einer Mitteilung. Das Schiff werde seit dem Morgen nahe der andalusischen Stadt Cadiz für die Überfahrt vorbereitet. Die Regierung in Madrid halte das für die „angemessenste Lösung“, hieß es.

Sie hatte der „Open Arms“ nach einer wochenlangen Weigerung Italiens, die Geflüchteten an Land zu lassen, gestern den nächstgelegenen spanischen Hafen angeboten. Das sind Menorca oder Mallorca. Jedoch sah sich die NGO nicht in der Lage, in der prekären Lage an Bord allein noch tagelang quer über das Mittelmeer zu fahren.

Menschen sprangen ins Meer

Heute sprangen laut Berichten erneut mehrere Menschen von dem Rettungsschiff ins Meer. Ein Mann, der von der Küstenwache gerettet wurde, weigerte sich, an Bord des Schiffes zurückzukehren. Wegen seines vehementen Protests wurde er nach Lampedusa gebracht, berichteten italienische Medien.

Bereits am Sonntag waren vier Menschen von der „Open Arms“ ins Meer gesprungen, um zu versuchen, nach Lampedusa zu schwimmen. Sie waren von Mitgliedern der Crew wieder an Bord gebracht worden.

„Mit diesem Vorfall beginnt der 19. Tag dieser Entführung“, kommentierte Oscar Camps, Gründer der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms, Betreiberin des Schiffes mit noch 99 Menschen an Bord. Eine Onlinepetition für die Landung des Schiffs mit dem Slogan „Lasst sie landen“ sammelte innerhalb weniger Stunden auf der Internetplattform Change.org 3.000 Unterschriften.

Salvini will Schiff nicht anlegen lassen

Der italienische Innenminister Matteo Salvini verweigert den Menschen weiterhin die Landung. „Italien ist nicht mehr Europas Flüchtlingslager. Die Italiener schätzen meinen Umgang mit der nationalen Sicherheit“, sagte der Innenminister und Chef der rechten Regierungspartei Lega im Interview mit dem Radiosender Radio 24.

Die spanische Regierung, welche dem Schiff eine Landung in einem spanischen Hafen angeboten hatte, kritisierte Salvinis Vorgehen dagegen als „eine Schande für die gesamte Menschheit“. Der Vorsitzende der rechten Lega-Partei verfolge „ausschließlich“ wahltaktische Ziele.

Im Kampf um die strategisch wichtige Rebellenhochburg Chan Scheichun in Syrien hat die Armee von Präsident Baschar al-Assad einen wichtigen Sieg errungen. Bewaffnete Rebellen zogen sich nach Angaben von Beobachtern heute aus der Region um die heftig umkämpfte Stadt zurück. Die Türkei, die in der Gegend einen Beobachtungsposten unterhält, teilte jedoch mit, sich nicht zurückziehen zu wollen.

In der Nacht war es Bodentruppen der syrischen Armee gelungen, bis nach Chan Scheichun vorzudringen. Wegen der neuen Eskalation sind Tausende Menschen auf der Flucht. Chan Scheichun wird seit fünf Jahren von Rebellen gehalten. Vor zwei Jahren starben hier bei einem Giftgasangriff mit Sarin Dutzende Menschen. Die Stadt liegt im Süden der Provinz Idlib – der letzten großen Region Syriens, die noch von Rebellen kontrolliert wird.

Mit dem Vorstoß nach Chan Scheichun drohten Rebellen im Süden der Stadt abgeschnitten und umzingelt zu werden. Daher hätten sie sich aus zahlreichen Orten der Gegend in Richtung Norden zurückgezogen und das Gebiet den Regierungstruppen überlassen, sagte Rami Abdel Rahman von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte gilt als oppositionsnahe, sie bezieht ihre Informationen von Aktivisten aus Syrien. Ihre Angaben sind für Medien nur schwer überprüfbar.

Cavusoglu: „Regime sollte nicht mit dem Feuer spielen“

Die Region ist inzwischen heftig umkämpft. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte während einer Pressekonferenz in Ankara, dass die Türkei nicht die Absicht habe, den Beobachtungsposten Nummer neun zu evakuieren, der südlich von Chan Scheichun in Murk steht. „Wir haben nicht die Absicht, ihn woanders aufzustellen“, sagte Cavusoglu. Am Vortag war ein türkischer Konvoi auf dem Weg zu diesem Posten aus der Luft angegriffen worden. Cavusoglu warnte: „Das Regime sollte nicht mit dem Feuer spielen.“

Die Türkei unterhält in der Region insgesamt zwölf Beobachtungsposten. Der politische Analyst und Militärexperte Metin Gürcan twitterte, es seien lokalen Quellen zufolge Verhandlungen mit Moskau um den Posten Nummer neun im Gange. Moskau wolle, dass der Posten verlegt werde. Das bedeute jedoch den vollständigen Rückzug der Türkei aus dem Süden von Idlib.

Der chinesische Botschafter in Wien, Li Xiaosi, hat mit einem Eingreifen Pekings bei weiteren gewaltsamen Protesten in Hongkong gewarnt. Im Ö1-Mittagsjournal sagte der Botschafter, „kein Staat und keine Regierung werden gewaltsame Tätigkeiten erlauben“. Er warf dem Westen vor, von Demonstrantinnen und Demonstranten ausgeübte Gewalt sowie „Hass und Hetze“ in Sozialen Netzwerken „leider verharmlost“ zu haben.

Wenn sich die Lage weiter verschlechtere „und Hongkong ins Chaos stürzt, wird die Zentralregierung nicht tatenlos zusehen“, so der Diplomat. Die Armee und die Polizei seien jederzeit bereit, die Souveränität und territoriale Integrität sowie Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen. Die Regierung in Hongkong sei zwar zuständig für Ordnung und Stabilität, „kann aber bei Bedarf die Zentralregierung um Hilfe bitten“, betonte er.

„Werden nicht zulassen, dass Situation weitergeht“

Die Frage, wann das geschehen würde, beantwortete Li Xiaosi so: „Wenn die Lage sich verschlechtert und außer Kontrolle gerät. Wir werden keine Gewalttätigkeiten erlauben. Wir werden nicht zulassen, dass diese Situation weitergeht.“

Li Xiaosi verwies darauf, dass das Prinzip ein Land und zwei Systeme" das beste Modell für Hongkong" sei. Die Bürger in Hongkong würden „demokratische Rechte genießen, die in der britischen Kolonialzeit nie da waren. Die Gesellschaft bleibt stabil, die Wirtschaft floriert.“

Angebliche Festnahme in britischem Konsulat in Hongkong

In der früheren britischen Kolonie Hongkong gibt es seit Wochen Massendemonstrationen für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. China forderte Großbritannien bereits mehrfach auf, jegliche „Einmischung“ in den Konflikt zu unterlassen. Für Spannungen sorgen nun auch Berichte, ein Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong sei festgenommen worden.

„Wir sind äußerst besorgt über Berichte, wonach ein Mitglied unseres Teams bei seiner Rückkehr von Shenzhen nach Hongkong festgenommen wurde“, teilte das britische Außenministerium mit. London rief die chinesischen Behörden auf, zur Aufklärung des Falls beizutragen.

Nach Angaben des Hongkonger Nachrichtenportals HK01 war der Konsulatsmitarbeiter Anfang August von einer Reise nach Shenzhen nicht zurückgekehrt. Die chinatreue Regierungschefin Carrie Lam signalisierte unterdessen Gesprächsbereitschaft. Lam kündigte heute eine „Plattform zum Dialog an“. Sie und ihre Regierung seien „entschlossen zuzuhören, was die Leute uns zu sagen haben“.

Twitter und Facebook werfen China Kampagne rund um Hongkong vor

Twitter und Facebook warfen China vor, über die Onlineplattformen gezielt Stimmung gegen die Demokratiebewegung in Hongkong zu machen. Twitter erklärte, eine „staatlich unterstützte“ Informationskampagne gegen die Protestbewegung aufgedeckt zu haben, weshalb 936 Konten gesperrt worden seien. Über die Nutzerkonten wurden nach Angaben von Twitter Botschaften verbreitet, mit denen die Demokratiebewegung in Misskredit gebracht werden sollte.

„Auf Grundlage unserer intensiven Nachforschungen haben wir verlässliche Beweise für eine koordinierte staatlich unterstützte Operation“, sagte ein Twitter-Sprecher. Auf den gesperrten Konten seien unter anderem Artikel von Hongkonger Zeitungen geteilt worden, welche die Demonstranten als „Aufständische“ bezeichnet hatten.

Auch Facebook sperrte Konten

Twitter ist in Festlandchina blockiert. Laut dem Kurzbotschaftendienst wurden aber virtuelle private Netzwerke genutzt, um den tatsächlichen Standort des Nutzers zu verschleiern.

Facebook erklärte, nach einem Hinweis von Twitter sieben Seiten, drei Gruppen sowie fünf Nutzerkonten mit etwa 15.500 Abonnentinnen und Abonnenten gesperrt zu haben. Mit „Täuschungstaktiken“ wie falschen Nutzerkonten seien Botschaften zu Hongkong verbreitet worden, erklärte Facebook-Onlinesicherheitschef Nathaniel Gleicher. Nachforschungen hätten ergeben, dass es Verbindungen zwischen den Urhebern und der chinesischen Regierung gebe.

Krankenhauspatient von Polizisten misshandelt

Unterdessen wurden zwei Polizisten in Hongkong festgenommen, weil sie einen älteren Krankenhauspatienten misshandelt haben sollen. „Es ist klar, dass die von den Polizisten begangenen Taten ungesetzlich waren“, sagte Polizeisprecher John Tse.

In Videoaufnahmen ist zu sehen, wie uniformierte Polizisten den auf einer Krankenhausliege liegenden Mann abwechselnd mit Stöcken schlagen und ihm ein Tuch auf den Mund drücken. Die Misshandlung dauerte mehrere Minuten an. Der Polizeisprecher kündigte eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls an. Die beiden beteiligten Polizisten seien wegen Körperverletzung festgenommen worden.

Pakistan will sich angesichts des Kaschmir-Konflikts mit Indien an das höchste UNO-Gericht, den Internationalen Gerichtshof (IGH), in Den Haag wenden. „Es wurde eine grundsätzliche Entscheidung getroffen, das umstrittene Kaschmir vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen“, wurde Außenminister Shah Mehmood Qureshi heute von lokalen Medien zitiert.

Die Entscheidung sei unter Berücksichtigung aller rechtlichen Aspekte getroffen worden, zitierte der lokale Sender GeoTV Qureshi. Der Sonderassistent des Ministerpräsidenten, Firdous Ashiq Awan, habe nach einer Kabinettssitzung gesagt, dass das Kabinett eine grundsätzliche Genehmigung erteilt habe, berichtete die Zeitung „Dawn“.

Islamabad hatte kurz nach der Entscheidung Indiens, jenen Teil der Himalaya-Region, den es kontrolliert, die Teilautonomierechte zu entziehen, angekündigt, das Thema in allen globalen Foren anzusprechen.

Die USA haben Griechenland und alle Häfen im Mittelmeer gewarnt, den aus Gibraltar kommenden iranischen Supertanker andocken zu lassen. Geschäfte mit dem Schiff entsprächen einer Unterstützung von Terroristen, erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums heute. Athen hat nach eigenen Angaben bisher aber ohnehin keine offizielle Anfrage über eine Anlegeerlaubnis.

Der Tanker soll nach US-Angaben im Dienst der iranischen Revolutionsgarden stehen, die von den USA als Terrororganisation eingestuft werden. Terroristen zu unterstützen, könne hohe Geld- und langjährige Haftstrafen nach sich ziehen, warnte das Außenministerium.

Der von Gibraltar freigegebene iranische Supertanker „Adrian Darya-1“ schien zuletzt auf dem Weg in die griechische Hafenstadt Kalamata. Zunächst hatte das Schiff jedoch griechischen Behörden zufolge keine offizielle Anfrage gestellt, um dort anzulegen. Das Schiff war zuvor mehr als sechs Wochen in Gibraltar unter dem Vorwurf festgehalten worden, das EU-Embargo gegen Syrien zu unterlaufen. Danach hatte der Iran einen britischen Tanker festgesetzt.

Iran kündigte Gespräche mit Macron an

Aus Athen hieß es, es liege keine Anfrage vor. Griechische Marinebehörden teilten indes mit, sie verfolgten die Mittelmeer-Route des mittlerweile freigegebenen Schiffs und kooperierten mit dem griechischen Außenministerium.

Unterdessen kündigte der iranische Außenminister Mohammad Jawad Zarif laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA für Freitag Gespräche mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron sowie Außenminister Jean-Yves Le Drian in Paris an. In der nächsten Woche sei außerdem ein Besuch in China geplant.

Macrons diplomatischer Berater Emmanuel Bonne hatte bereits Anfang Juli in Teheran Gespräche geführt, um ein Scheitern des internationalen Atomabkommens mit dem Iran zu verhindern. Nach jahrelangen Verhandlungen hatten sich im Juli 2015 der Iran, die Gruppe der fünf UNO-Vetomächte, darunter Frankreich, sowie Deutschland auf ein umfassendes Atomabkommen geeinigt. US-Präsident Trump kündigte es im Mai 2018 auf.

USA verhängten neue Sanktionen

Seit dem Ausstieg verhängte Washington eine Reihe neuer Sanktionen gegen den Iran. Der Iran antwortete unter anderem mit der Drohung, seine Urananreicherung zu erhöhen und machte dies Anfang Juli wahr.

Der Fall des iranischen Öltankers hatte die diplomatischen Spannungen zwischen dem Iran und westlichen Staaten weiter verschärft. Zwei Wochen nach der Festsetzung der „Grace 1“ setzte der Iran im Persischen Golf das britische Schiff „Stena Impero“ fest und hatte zuletzt mit „schwerwiegenden Konsequenzen“ bei einer dauerhaften Beschlagnahmung seines Öltankers gedroht.

Das Schild ist immer mit dabei: „Skolstrejk för klimatet“ („Schulstreik für das Klima“). Seit einem Jahr mobilisiert die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg gegen die Klimakrise. Am ersten Schultag nach den Sommerferien im vergangenen Jahr, dem 20. August 2018, platzierte sich die damals 15-Jährige mit ihrem Streikschild vor den Schwedischen Reichstag in Stockholm.

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Wirtschaft

Die Investorengruppe Lilihill hat gestern ihre Pläne für den Neubau des Flughafens in Klagenfurt bekanntgegeben. In der geplanten Aviation City sollen nicht nur ein Flughafen, sondern auch ein Logistikzentrum, ein Technologiepark und ein Messezentrum gebaut werden. Nun mehren sich Stimmen, die am Umfang des Projektes zweifeln, so auch von Luftfahrtexperte Kurt Hoffmann.

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Sport

Österreichs Ski-Asse finden bei den Trainingskursen in Ushuaia in Argentinien derzeit gute Bedingungen vor. Mit ausreichend Schnee und Temperaturen von bis zu minus zehn Grad ist es tief winterlich. Der Fokus für die Speed-Fahrer lag bisher auf Technik-Training mit Riesentorlauf-Skiern. Nun wechseln sie auf die langen Latten, so lange Abfahrten wie in Chile finden sie allerdings nicht vor.

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Chronik

Ein 54-Jähriger ist heute Nachmittag bei einem Streit in einer Wohnung in Krems an der Donau in Niederösterreich schwer verletzt worden. Der Mann erlitt zwei Messerstiche in die Brust und wurde in das Universitätsklinikum Krems gebracht, teilte die Polizei mit. Unter Tatverdacht stehe die Ehefrau, sie wurde vorläufig festgenommen, wurde ein „Kurier“-Bericht bestätigt. Ein Alkotest bei der 41-Jährigen ergab 1,9 Promille.

Der Verletzte befand sich in stabilem Zustand. „Derzeit besteht keine akute Lebensgefahr“, sagte Polizeisprecher Heinz Holub. Tatwaffe war laut Polizei ein Küchenmesser.

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Die Polizei in Rio de Janeiro hat in der brasilianischen Millionenstadt die Entführung eines Busses beendet. Der Geiselnehmer sei von einem Elitescharfschützen erschossen worden, als er das auf einer Brücke stehende Fahrzeug kurz verließ und wieder einsteigen wollte, berichtete das Portal G1 heute unter Berufung auf die Militärpolizei.

Einsatzkräfte in Rio
AP/Leo Correa

Alle 37 Menschen an Bord des Busses seien unverletzt geblieben. Der Mann habe eine Spielzeugwaffe gehabt, hieß es. Sein Motiv war zunächst nicht bekannt.

Der Bewaffnete hatte den Bus in der Früh auf einer stark befahrenen Brücke, die Rio mit der Stadt Niteroi verbindet, in seine Gewalt gebracht. Beamte verhandelten den Berichten zufolge mehr als drei Stunden mit ihm. In der Zeit habe er fünf bis sechs Geiseln freigelassen, hieß es. Über die Zahl der Passagiere hatte es widersprüchliche Angaben gegeben. Die Brücke war stundenlang in beide Richtungen gesperrt.

Löwen haben einen Mann in Südafrika angegriffen und getötet. Das Opfer war nach Angaben der Rettungskräfte der Besitzer der Tiere, die im nördlich der Hauptstadt Pretoria gelegenen Dinokeng-Naturschutzgebiet lebten.

„Es ist der Eigentümer der Löwen“, sagte der Sprecher des Rettungsdienstes Best Care, Xander Loubser, dem Rundfunksender Jacaranda FM und betonte: „Er erlitt zahlreiche offene Wunden und Bissspuren durch die Löwen.“ Um an die Leiche zu gelangen, erschossen heute Wildhüter die Tiere.

„Ich kann bestätigen, dass der Patient und die drei Löwen tot sind“, so Loubser. Der Eigentümer hatte nach ersten Erkenntnissen offenbar einen defekten Zaun im Gehege der Tiere reparieren wollen. Die genauen Umstände des Unglücks waren jedoch zunächst unklar. Nach Angaben des Fernsehsenders eNCA standen die Anrainerinnen und Anrainer unter Schock.

Vor der griechischen Insel Poros südlich von Athen ist ein Privathubschrauber ins Meer gestürzt. Der Hubschrauber sei heute Mittag gesunken, an Bord seien ein griechischer Pilot und zwei russische Passagiere gewesen, über deren Verbleib bisher keine Erkenntnisse vorlägen, berichteten griechische Medien.

Die Insel Poros sei seither ohne Strom, weil der Hubschrauber bei seinem Absturz die Stromleitung zwischen der Insel und dem Festland kappte, berichtete der griechische Nachrichtensender Skai unter Berufung auf den Bürgermeister von Poros. Ersten Vermutungen zufolge handelt es sich bei der Unfallursache um einen maschinellen Schaden, woraufhin der Hubschrauber in Brand geraten und abgestürzt sei und dabei Stromkabel mit sich gerissen haben soll.

Eine Videoaufnahme zeigt Rauchwolken, der private Filmer spricht dabei von einer „Explosion“. Der Hubschrauber soll anschließend gesunken sein. Der Helikopterservice sei Bestandteil eines renommierten Hotels, hieß es.

Science

Kultur

Der 25. James-Bond-Film, der bisher unter dem Arbeitstitel „Bond 25“ geführt wurde, heißt „No Time To Die“. Das gab die Produktionsfirma des neuen Agentenabenteuers heute auf der offiziellen 007-Website und in sozialen Medien bekannt. Dazu veröffentlichten sie ein kurzes Video mit Hauptdarsteller Daniel Craig. „No Time To Die“ soll am 3. April 2020 in Großbritannien starten.

Die Dreharbeiten für den Film, in dem neben Craig auch Oscar-Gewinner Rami Malek („Bohemian Rhapsody“), Lashana Lynch („Captain Marvel“) und Rückkehrerin Lea Seydoux aus dem letzten Bond-Film „Spectre“ (2015) mitspielen, laufen bereits seit einigen Monaten. Regie führt der US-Amerikaner Cary Joji Fukunaga. Nach Drehs in Norwegen und London laufen derzeit die Vorbereitungen für Filmarbeiten im italienischen Matera. „No Time To Die“ wird voraussichtlich Craigs letzter Einsatz als Geheimagent sein.

Gleich fünf Österreicherinnen haben es auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2019 geschafft: Raphaela Edelbauer mit „Das flüssige Land“, Andrea Grill mit „Cherubino“, Angela Lehner mit „Vater unser“, Eva Schmidt mit „Die untalentierte Lügnerin“ und Marlene Streeruwitz mit „Flammenwand.“

Auch der 1992 in Neu-Delhi geborene und in Wien lebende Autor Tonio Schachinger ist mit seinem Debütroman „Nicht wie ihr“ nominiert. Die 20 Titel umfassende Liste wird am 17. September auf eine sechs Titel umfassende Shortlist verkürzt. Der Sieger wird am 14. Oktober, am Vorabend der Eröffnung der Buchmesse, in Frankfurt gekürt.

Zwei Österreicherinnen in Jury

In der siebenköpfigen Jury, die den deutschsprachigen „Roman des Jahres“ wählt, befinden sich heuer mit der Wiener Buchhändlerin Petra Hartlieb und der Literaturkritikerin Daniela Strigl auch zwei Österreicherinnen.

Der Preis ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert: Der Sieger bzw. die Siegerin erhält 25.000 Euro, die übrigen Autorinnen und Autoren der Shortlist jeweils 2.500 Euro. 2018 wurde Inger-Maria Mahlkes Roman „Archipel“ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Im Jahr davor erhielt der österreichische Schriftsteller Robert Menasse für seinen Roman „Die Hauptstadt“ die Auszeichnung.

Leute

US-Präsident Donald Trump ist zum zehnten Mal Großvater geworden. Die Frau seines Sohns Eric brachte eine Tochter zur Welt, teilte Eric Trump gestern auf Twitter mit. Es ist bereits das zweite Kind des Paares.

„@LaraLeaTrump und ich freuen uns, Carolina Dorothy Trump auf der Welt willkommen zu heißen. Wir lieben dich jetzt schon!“, schrieb der Präsidentensohn auf Twitter. Der US-Präsident selbst hat fünf Kinder von drei verschiedenen Frauen. Sein ältester Sohn Donald Junior ist Vater von fünf Kindern, Trumps Tochter Ivanka hat drei Kinder.

Trumps dritter Sohn Eric arbeitet zusammen mit seinem Bruder Donald in führender Position in der Trump-Organisation. Seine Frau Lara kümmert sich um Tierschutzprojekte und die Eric-Trump-Stiftung, die Krankenhausaufenthalte für Kinder finanziert. Sie ist auch in die Kampagne für Trumps Wiederwahl eingebunden und verteidigt häufig bei Auftritten im Fernsehen die Politik des US-Präsidenten.

Der beliebte schwedische YouTube-Star PewDiePie hat mit seiner italienischen Freundin Marzia Bisognin den Bund fürs Leben geschlossen. „Wir sind verheiratet!!!“, schrieb der 29-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Felix Kjellberg heißt und als Videospielexperte auf YouTube fast 100 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten hat, heute auf Twitter. „Ich könnte gar nicht glücklicher sein“. Auf Twitter folgen PewDiePie mehr als 18 Millionen Menschen.

Noch deutlicher äußerte sich Marzia, eine Modedesignerin und Unternehmerin, die im Internet ebenfalls eine Persönlichkeit ist: „Gestern, am 19. August – nach genau acht Jahren, seit wir uns kennenlernten – haben wir mit unseren engsten Freunden und den Familien unsere Hochzeit gefeiert“, schrieb sie auf Instagram.

Der Eintrag bekam am Nachmittag mehr als eine Million Mal einen „Gefällt mir“-Klick. Den Ort der Vermählung nannten sie nicht. Das Paar hat in der jüngeren Vergangenheit im englischen Brighton, aber auch in Italien und Schweden gelebt.

Panorama

Salzburger Festspiele