Ausland

Im Gazastreifen haben sich gestern einem Agenturbericht zufolge Tausende Menschen auf den Weg nach Norden gemacht, nachdem sich Gerüchte über die Öffnung eines Kontrollpunktes verbreitet hatten. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, zogen die meisten Menschen zu Fuß auf der Küstenstraße von Süden nach Norden.

Tausende Palästinenser auf dem Weg nach Norden
Reuters/Ramadan Abed

Die Menschen hofften darauf, einen militärischen Kontrollpunkt auf der Al-Raschid-Straße passieren und so in die Stadt Gaza im Norden des Palästinensergebietes gelangen zu können. Die israelische Armee teilte AFP aber mit, die Berichte über eine Öffnung des Kontrollpunktes seien „nicht wahr“. Im Laufe des Tages verbreitete sich auch das Gerücht, die israelische Armee erlaube Frauen, Kindern und Männern über 50 die Rückkehr in den Norden. Auch diese Behauptung wurde von der Armee zurückgewiesen.

Nach Kriegsbeginn am 7. Oktober waren zahlreiche Zivilisten aus dem Norden des Gazastreifens in den Süden geflüchtet. Allein in der Stadt Rafah an der Grenze zu Ägypten haben nach UNO-Angaben mehr als 1,5 Millionen Palästinenser Zuflucht gesucht. Israel plant in Rafah trotz internationaler Kritik eine Bodenoffensive und bezeichnet die Stadt als letzte verbliebene Hochburg der radikalislamischen Hamas in dem Palästinensergebiet.

Das israelische Militär hat heute die Einberufung von Reservisten für einen Einsatz im Gazastreifen angekündigt. In Übereinstimmung mit der Lagebeurteilung werde man zwei Reservebrigaden für operative Aktivitäten an der Gaza-Front einberufen, wie das israelische Militär ohne Nennung weiterer Details gestern mitteilte.

Israel zog Anfang des Monats einige Soldaten aus Teilen des Gazastreifens ab. Als Hintergrund nannte das Militär Vorbereitungen für weitere Operationen – wobei diese auch einen weiter im Raum stehenden Einsatz in der südlichen Gaza-Grenzstadt Rafah umfassen könnte.

Ukraine-Krieg

In der Region Dnipro im Südosten der Ukraine sind ukrainischen Angaben zufolge gestern mindestens 15 Menschen durch herabfallende Trümmer eines abgeschossenen russischen Marschflugkörpers verletzt worden.

Zudem wurden rund 30 Wohnhäuser beschädigt, wie die regionale Militärverwaltung auf Telegram mitteilte. Weiter südlich wurden in der Stadt Nikopol mindestens vier Menschen durch russischen Artilleriebeschuss verletzt. Mehrere Häuser seien in Brand geraten, hieß es.

Die ukrainische Militärführung befürchtet in den kommenden Tagen in dem von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerk Saporischschja eine „Operation unter falscher Flagge“.

Die Verantwortung für die nicht näher beschriebene Aktion solle der Ukraine anschließend in die Schuhe geschoben werden, schrieb der Generalstab in Kiew gestern auf Facebook. „Russland ist der einzige Terrorist auf der Welt, der ein Kernkraftwerk als Geisel hält und es benutzt, um die Ukraine und die ganze Welt zu erpressen.“

Das Atomkraftwerk in Saporischschja
Reuters/Alina Smutko

Niemand außer Russland habe die Welt jemals so nahe an den Rand einer vorsätzlichen atomaren Katastrophe gebracht.

Von Russland besetzt und vermint

Das mit einer Leistungsfähigkeit von knapp sechs Gigawatt potenziell größte Atomkraftwerk Europas wurde kurz nach Beginn von Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine von russischen Truppen besetzt – und später vermint. Mehrfach geriet es unter Beschuss, worauf international die Sorge vor einem Atomunglück stieg.

Beide Kriegsparteien werfen sich gegenseitig immer wieder vor, einen Vorfall im AKW provozieren zu wollen. Alle sechs Reaktoren sind inzwischen im Kaltzustand.

Inland

Im Zusammenhang mit der Spionageaffäre um den ehemaligen BVT-Chefinspektor Egisto Ott und den U-Ausschuss zu „rot-blauem Machtmissbrauch“ dringen weitere Ermittlungsdetails an die Öffentlichkeit. Wie die „Krone“ gestern berichtete, sollen 2021 bei der Hausdurchsuchung bei Hans-Jörg Jenewein, dem aus der FPÖ ausgetretenen ehemaligen Nationalratsabgeordneten und FPÖ-Fraktionsvorsitzenden im BVT-Untersuchungsausschuss, ein Schlagring, Munitionsteile und einschlägige Handyfotos sichergestellt worden sein.

Konkret soll der einstige blaue Sicherheitssprecher Bilder von T-Shirts und Wimpel, die laut Akt „eindeutig nationalsozialistische Gesinnung erkennen lassen“, auf seinem Smartphone gehabt haben.

Ermittlungsverfahren läuft

Jenewein war damals die Anstiftung des langjährigen BVT-Mitarbeiters „O“ zum Amtsmissbrauch vorgeworfen worden. Dieser solle ihm angebliche Geheimnisse übermittelt haben, etwa die Namen der Polizisten, die in der „SoKo Tape“ zum „Ibiza“-Video ermittelten, oder Informationen über neue Projekte im Innenministerium. Das Ermittlungsverfahren läuft noch. Es wurden zahlreiche USB-Sticks, Ordner, Smartphones und andere IT-Geräte sichergestellt, wie der „Standard“ damals berichtete.

Im Mai sollen Jenewein und Ott, der sich nach seiner Festnahme Ende März weiter in Untersuchungshaft befindet, als Auskunftspersonen in den U-Ausschuss geladen werden.

ÖVP thematisiert Kickls Verhältnis zu Jenewein

ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker reagierte umgehend und thematisierte in einer Aussendung erneut das Verhältnis zwischen Jenewein und FPÖ-Chef Herbert Kickl. Es gebe zwei Möglichkeiten: „Entweder wusste Herbert Kickl nichts darüber, was Jenewein trieb. Das würde nicht unbedingt für seine Fähigkeit als Politiker oder für seine Menschenkenntnis sprechen. Es ist aber ohnehin die zweite Möglichkeit wahrscheinlicher, nämlich, dass Kickl über Jeneweins Handlungen informiert gewesen sein könnte.“ Kickl selbst hatte zuletzt im U-Ausschuss erklärt: „Es ist schlicht und ergreifend falsch zu behaupten, der Jenewein sei meine rechte Hand gewesen.“

Wirtschaft

Der Luftangriff des Iran auf Israel in der Nacht auf gestern hat zu zahlreichen Flugstreichungen bei der österreichischen Lufthansa-Tochter AUA geführt. Wie AUA-Sprecherin Sophie Matkovits der APA mitteilte, stellte die Airline in Abstimmung mit der Lufthansa Group die Destinationen Tel Aviv (Israel), Amman (Jordanien) und Erbil (Kurdenprovinz im Irak) bis mindestens inklusive Montag ein. Die Flüge nach Teheran bleiben bis Donnerstag ausgesetzt.

Bereits am Freitag hätten Austrian Airlines gemeinsam mit der Lufthansa Group entschieden, „den iranischen Luftraum zu umfliegen und damit die Flugverbindungen nach Teheran temporär einzustellen“, hieß es in der Stellungnahme. „Austrian Airlines beobachtet und bewertet kontinuierlich die Sicherheitslage im Nahen Osten und steht in engem Kontakt mit den Behörden. Die Sicherheit von Fluggästen und Crews hat stets oberste Priorität“, wurde weiters festgehalten.

Die Lufträume über Israel, Jordanien und dem Irak wurden AUA-Sprecherin Markovits zufolge von den jeweiligen Ländern im Lauf des Sonntags wieder geöffnet. „Entsprechend nutzt die Lufthansa Group diese Lufträume wieder.“ Flüge, die sich vergangene Nacht bereits in der Luft befanden, waren auf neue Routen umgeleitet worden.

Chronik

Ein Braunbär hat gestern in der Slowakei zwei Wanderer angegriffen und verletzt. Die beiden Männer hätten sich im Landschaftsschutzgebiet Polana in der Mittelslowakei außerhalb bewohnten Gebiets von einem markierten Wanderweg entfernt, sagte eine Sprecherin der staatlichen Naturschutzorganisation SOPSR der Nachrichtenagentur TASR.

„Sie wurden mit Verletzungen im Gesicht sowie an Armen und Beinen per Hubschrauber ins Krankenhaus Banska Bystrica geflogen“, teilte die Sprecherin mit.

Der Rettungsdienst konkretisierte anschließend auf Facebook, beide Verletzte im Alter von 49 und 39 Jahren seien während des Hubschraubertransports bei vollem Bewusstsein gewesen. Das Krankenhaus teilte TASR später mit, der ältere von beiden habe ein Polytrauma, also mehrere schwere Verletzungen zugleich, erlitten.

Über 1.000 Bären in der Slowakei

Er müsse vor allem im Gesichtsbereich operiert werden. Der jüngere sei mit einer weniger schweren Schulterverletzung davongekommen.

Nach offizieller Zählung gibt es in der Slowakei rund 1.100 bis 1.200 freilebende Bären. Wegen zuletzt gehäufter Zwischenfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, sind Rufe lauter geworden, ihre Zahl durch gezielte Abschüsse zu reduzieren.

Bei einem Erdrutsch in Indonesien sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. In zwei betroffenen Dörfern in der Provinz Südsulawesi seien 19 Tote und zwei Überlebende aus den Schlamm- und Trümmermassen geborgen worden, gab der Chef der örtlichen Katastrophenschutzbehörde, Sulaiman Malia, gestern bekannt.

Zerstörtes Haus bei einem Erdrutsch
APA/AFP/Basarnas

Die Suche nach weiteren Opfern dauere an, fügte Malia hinzu. Zwei Menschen, die als vermisst gemeldet wurden, seien vermutlich verschüttet worden.

Der Bezirk Tana Toraja und die umliegenden Gebiete seien vor dem Unglück „von heftigen Regenfällen heimgesucht worden, insbesondere in der vergangenen Woche“, sagte Malia. Die Regenfälle hätten den Boden an Berghängen aufgeweicht, was zu den Erdrutschen geführt habe. Dabei seien auch Wohnhäuser verschüttet worden.

Nach der gestrigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gibt es keinen Mitspieler oder Mitspielerin mit den sechs Richtigen. Das bedeutet Dreifachjackpot – im Topf liegen, zusätzlich zum 1. Rang der nächsten Runde, 1.948.313,94 Euro.

Es sind folgende Gewinnzahlen
ermittelt worden:

9 15 19 26 31 45/Zusatzzahl: 28

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

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5 4 6 7 4 6

Alle Angaben ohne Gewähr

Panorama

Ausgelassene Wasserschlachten mit farbenprächtigen Plastikgewehren: In Thailand wird wieder das berühmte Wasserfest Songkran gefeiert, das traditionelle Neujahrsfest nach dem Mondkalender. Zwischen 13. und 15. April wird es dabei traditionell sehr nass – eine willkommene Abkühlung bei Temperaturen von fast 40 Grad in vielen Landesteilen. Auch viele Touristen und Touristinnen waren angereist, um dem Fest beizuwohnen.

Gefeiert und gespritzt wird vor allem in der Hauptstadt Bangkok – und hier speziell auf berühmten Straßen wie der Silom Road im Zentrum und der Backpackermeile Khao San Road. Aber auch auf den Inseln des Landes bleibt fast niemand trocken. Auf Gehsteigen und in Supermärkten gab es schon seit Tagen kunterbunte Wassergewehre und -pistolen zu kaufen.

Songkran Festival in Bangkok
Reuters/Chalinee Thirasupa

Viele Thais haben wegen Songkran eine ganze Woche frei und fahren aus den Städten auf das Land zu ihren Familien. Das Wasserfest hat aber auch ernstere Seiten: Es steht für Säuberung und Erneuerung. So reinigen die Menschen vor Beginn der Feiern ihre Häuser und bereiten alles für die Festlichkeiten vor – darunter Speisen für buddhistische Tempelzeremonien. Das Wort Songkran steht für den Übergang in das Sternbild des Widders, des ersten Tierkreiszeichens.