Inland

Am 75. Tag des Korruptionsprozesses in der Causa BUWOG gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere sind heute erstmals Zeugen am Wort. Rund 160 wurden vorerst beantragt, weitere könnten dazu kommen. Den Reigen eröffnen zwei Mitarbeiter aus dem Kabinett von Grasser, später folgen seine ehemalige Assistentin und sein früherer Kabinettschef.

Am Donnerstag ist dann eine stellvertretende Sektionsleiterin und ein weiterer Kabinettsmitarbeiter geladen. Der vorerst prominenteste Zeuge ist am 26. Februar der ehemalige Finanzstaatssekretär Alfred Finz (ÖVP).

Erörtert werden die Privatisierung der Bundeswohnungen (BUWOG u.a.) und die Einmietung der Finanzbehörden in den Linzer Terminal Tower. Die Staatsanwaltschaft wirft Grasser, dem früheren FPÖ-Generalsekretär und Lobbyisten Walter Meischberger, dem ehemaligen Immobilienmakler Ernst Karl Plech und dem Ex-Lobbyisten Peter Hochegger einen Tatplan vor, um bei Privatisierungen der Republik unerlaubt mitzupartizipieren. Hochegger hat dazu ein Teilgeständnis abgelegt, alle anderen haben auf nicht schuldig plädiert.

Während ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann gestern Details der Herbstferien geklärt hat, wird der Ruf nach einer generellen Reform der Schulferien laut. So fordert NEOS eine „zukunftsfitte Lösung“ der Schulferien. Die Herbstferien seien nur eine „halbe Sache“.

Auch Jetzt (ehemals Liste Pilz) kann zwar den Herbstferien etwas abgewinnen, fordert allerdings ebenfalls, sich des Problems der Ferienbetreuung anzunehmen.

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Ausland

Stockschläge und Fausthiebe, verheerende hygienische Zustände in hoffnungslos überfüllten Sammelunterkünften, Mangel an Trinkwasser, Nahrung und Medikamenten – der Europarat hat sich abermals alarmiert über die Lage von Flüchtlingen in Griechenland geäußert. Zahlreiche Migranten und Migrantinnen, unter ihnen schwangere Frauen, Mütter mit kleinen Kindern sowie unbegleitete Minderjährige, seien unter „unmenschlichen und entwürdigenden“ Bedingungen zusammengepfercht, stellte das Anti-Folter-Komitees (CPT) des Europarats in einem heute veröffentlichten Bericht fest.

Eine Delegation des Komitees, darunter ein Arzt, hatte im April vergangenen Jahres mehrere Erstaufnahme- sowie Abschiebelager besucht – in der Evros-Region entlang der Landgrenze zur Türkei, auf Inseln in der Ägäis sowie in Athen. Besonders alarmierende Zustände fanden die Experten des Europarats in dem Lager von Fylakio nahe der türkischen Grenze vor – einem der mit Hilfe der EU eingerichteten „hotspots“, in denen Flüchtlinge identifiziert und registriert werden.

Überfüllte Schlafsäle

Zum Zeitpunkt des Besuchs waren in dem Lager 319 Personen untergebracht, manche über mehrere Wochen. Unter ihnen waren 128 Minderjährige, von denen etwa die Hälfte ohne Begleitung von Erwachsenen auf der Flucht waren. Die Schlafsäle seien so überfüllt gewesen, dass es pro Person kaum mehr als einen Quadratmeter Platz gegeben habe.

Ähnliche Zustände herrschten dem Bericht zufolge auf den Stationen der griechischen Grenzpolizei von Isaakio und Tychero sowie im Abschiebelager Moria auf der Insel Lesbos – schmutzige Matratzen und Decken, extrem verdreckte sanitäre Anlagen voller Müll, verstopfte Toiletten sowie Mangel an Waschgelegenheiten. Aufgrund der verheerenden hygienischen Bedingungen litten demnach zahlreiche Migranten unter Krätze.

US-Präsident Donald Trump hat das venezolanische Militär mit eindringlichen Worten zur Abkehr von Staatschef Nicolás Maduro aufgerufen. Die Soldaten müssten sich entscheiden, ob sie „das großzügige Amnestie-Angebot“ des selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaido annehmen oder weiter an der Seite Maduros stehen, sagte Trump in einer Rede vor Vertretern der venezolanischen Gemeinschaft in Miami. Wer den zweiten Weg wähle, für den gebe es „keinen Ausweg“ mehr. „Sie werden alles verlieren“, warnte Trump.

Venezuela erwartet nach Angaben von Maduro 300 Tonnen Hilfsgüter aus Russland. Die humanitäre Hilfslieferung mit Medikamenten werde morgen ankommen, sagte der Linksnationalist gestern bei einem im Fernsehen übertragenen Auftritt. Seine Regierung habe die Lieferung „mit Würde bezahlt“, die Güter würden „legal“ ins Land kommen. Dann fügte er hinzu, die Hilfsgüter stammten von Russland, China, der Türkei, anderen Ländern und der UNO.

Maduro: US-Hilfslieferungen nur Vorwand

Zugleich bezeichnete Maduro die geplanten US-Hilfslieferungen auf Bitten Guaidos erneut als „Show“ und „Bauernfängerei“. Der Staatschef weigert sich kategorisch, US-Hilfen ins Land zu lassen. Er sieht sie als Vorwand, um den Boden für eine US-geführte Militärintervention zu bereiten.

In Venezuela herrscht seit Wochen ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und Guaido, der sich Ende Jänner zum Übergangspräsidenten erklärt hatte. Die USA erkannten ihn als eines der ersten Länder an. Mittlerweile sind es bereits rund 50 Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und viele andere europäische Länder. Maduro kann sich bislang aber auf den Rückhalt der Armeeführung verlassen.

Nach ihrer Annäherung im vergangenen Jahr erwägen die USA und Nordkorea nach Medienberichten die Einrichtung eines Verbindungsbüros im jeweils anderen Land. Die US-Regierung könnte einige Verbindungsbeamte nach Nordkorea entsenden, um dort ein Büro einzurichten, berichtete der amerikanische Nachrichtensender CNN unter Berufung auf hochrangige Diplomaten gestern. Es wäre ein erster Schritt zur Normalisierung der Beziehungen. Die Gespräche darüber seien noch vorläufig.

Hintergrund der Überlegungen sind die Vereinbarungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bei ihrem historische Gipfeltreffen im vergangenen Juni in Singapur. Beide Seiten waren sich einig, neue bilaterale Beziehungen schaffen zu wollen. Kim und Trump wollen sich Mitte der nächsten Woche erneut in Hanoi treffen.

Mangelndern Fortschritt bei Gesprächen

Kim hatte sich auch zu einer „kompletten Denuklearisierung“ bereiterklärt. Doch gab es bisher keine konkreten Zusagen, bis wann das kommunistisch regierte Land sein Atomwaffenarsenal abrüstet und wie die Gegenleistungen Washington aussehen könnten.

Angesichts des mangelnden Fortschritts bei den Gesprächen seit dem Gipfel erwarte Nordkorea eine „bedeutende Geste vonseiten der USA“, wurden die Diplomaten von CNN zitiert. Eine erste Maßnahme könnte der Austausch von Vebindungsbeamten sein. Die Idee sei nicht neu. Entsprechende Verhandlungen habe es infolge des Rahmenabkommens zwischen beiden Seiten von 1994 gegeben, in dem sich Nordkorea zur Einfrierung seines Atomprogramms verpflichtet hatte. Ein Jahr später habe Nordkorea die Pläne jedoch wegen neuer Spannungen gestrichen.

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo hat sich ein Verdächtiger bei der Flucht vor der Polizei in die Luft gesprengt und zwei Sicherheitskräfte getötet. Bei der Explosion im Stadtzentrum wurden gestern zudem drei Polizisten verletzt, wie das ägyptische Innenministerium mitteilte. Auch der flüchtige Verdächtige starb durch die Detonation.

Die Polizei hatte nach dem Fund eines Sprengsatzes nahe einer Moschee vergangene Woche nach dem Mann gefahndet. „Als Sicherheitskräfte denn Mann umzingelten um ihn festzunehmen und zu kontrollieren, ist ein Sprengsatz in seinem Besitz detoniert“, erklärte das Innenministerium. Am vergangenen Freitag war ein Sprengsatz nahe einer Moschee in der Stadt Gizeh entdeckt und entschärft worden.

Ägypten wird seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Sommer 2013 immer wieder Ziel von Anschlägen von Islamisten. Im Norden der Sinai-Halbinsel kämpfen die Sicherheitskräfte gegen einen Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Ein regierungsnaher Richter in Nicaragua hat nach Medienberichten einen Anführer der zivilen Opposition zu einer Haftstrafe von 216 Jahren verurteilt. Medardo Mairena wurde wegen den Vorwürfen des Terrorismus und organisierter Kriminalität zu einer dreifachen lebenslangen Strafe verurteilt, berichteten lokale Medien gestern.

Der Anführer der Bewegung der Landwirte, der auch am Friedensdialog mit der autoritären Regierung unter Präsident Daniel Ortega teilgenommen hatte, müsse aus verfassungsrechtlichen Gründen zwar nur 30 Jahre der Strafe absitzen, so Richter Edgard Altamirano. Mairena dürfe das Gefängnis aber nicht vor 2048 verlassen.

Das mittelamerikanische Land kommt seit fast einem Jahr nicht zur Ruhe. Im April 2018 wollte Präsident Ortega eine Sozialreform durchsetzen, die Menschen gingen dagegen auf die Straßen. Zwar wurde die Reform zurückgenommen, aber regierungsnahe Schlägertrupps und die Polizei griffen die Proteste an. Seither sind laut Menschenrechtsgruppen mindestens 500 Menschen ums Leben gekommen. Hunderte wurden festgenommen oder sind verschwunden.

Der Kurs Australiens in der Flüchtlingspolitik sorgt in regelmäßigen Abständen für Schlagzeilen. Derzeit ist es allerdings der Unternehmenssitz einer Sicherheitsfirma, die für den Betrieb von Camps zuständig ist. Dabei habe es sich bis vor Kurzem um eine Strandhütte gehandelt, hieß es gestern – ungewöhnlich nicht nur, weil das Unternehmen jeden Monat Millionen aus Canberra überwiesen bekommt.

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Sport

Sebastian Vettel hat mit seinem neuen Ferrari einen Testauftakt nach Maß hingelegt. Der vierfache Formel-1-Weltmeister spulte mit seinem „SF90“ gestern 169 Runden bzw. fast 800 Kilometer und damit rund zweieinhalb Renndistanzen ab. Damit nicht genug: Vettel pulverisierte am ersten von vier Tagen der ersten Testphase auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona gleich die Bestzeit aus dem Vorjahr.

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EU

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hält es nicht für völlig undenkbar, dass die Briten wegen einer Verschiebung des Brexit noch einmal an der Europawahl teilnehmen. Er könne sich das nur schwer vorstellen und würde es „für einen Treppenwitz der Geschichte“ halten, sagte Juncker in einem Interview der „Stuttgarter Zeitung“ (Dienstag-Ausgabe). „Aber ausschließen kann ich auch das nicht.“ Beim Brexit seien „schon so viele Zeitpläne über den Haufen geworfen worden“.

Juncker fügte hinzu: „In Sachen Brexit ist es wie vor Gericht und auf hoher See: Man ist in Gottes Hand. Und immer ist es ungewiss, wann Gott richtig zugreift.“

Durch Verzögerungen möglich

Großbritannien will nach derzeitigem Stand der Dinge Ende März aus der EU austreten. Ein zwischen Premierministerin Theresa May und den übrigen 27 EU-Staaten vereinbartes Austrittsabkommen stößt im Parlament in London allerdings auf heftigen Widerstand. Neben einem chaotischen Bruch mit weitreichenden Folgen für die Wirtschaft ist deswegen derzeit auch eine Verschiebung des Austritts denkbar.

Würde der Brexit über den Sommer hinaus verzögert, müssten die Briten eventuell noch einmal an der Europawahl teilnehmen. Diese wird vom 23. bis 26. Mai 2019 abgehalten. In Österreich ist der 26. Mai der Wahltermin.

Wirtschaft

Die angeschlagene deutsche Bekleidungskette Tom Tailor soll komplett chinesisch werden. Das chinesische Konglomerat Fosun erklärte in der Nacht auf heute, es habe sich entschieden, ein Übernahmeangebot für das Modeunternehmen vorzulegen. Dieses sieht demnach eine Zahlung von 2,26 Euro pro Tom-Tailor-Aktie vor. Die Veröffentlichung der Angebotsvorlage muss den Angaben zufolge noch von der deutschen Finanzaufsicht Bafin genehmigt werden.

Chinesen halten bereits ein gutes Drittel

Kurz vor Bekanntgabe des geplanten Übernahmeangebots hatte Fosun seine Beteiligung an Tom Tailor über eine Kapitalerhöhung deutlich ausgebaut. Fosun habe für gut 3,8 Mio. Aktien 8,6 Mio. Euro gezahlt, teilte Tom Tailor mit. Der chinesische Konzern hält demnach nun bereits 35,35 Prozent der Anteile der Kette.

Der Erlös aus der Kapitalerhöhung soll den Angaben zufolge die Finanzierungssituation von Tom Tailor stärken und in die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen der Tochtermarke Bonita fließen. Die Kapitalerhöhung sei „ein wichtiger Schritt“, um das Wachstum der Kernmarke Tom Tailor in einem „schwierigen Umfeld“ zu stärken und die Restrukturierung von Bonita voranzutreiben, erklärte Vorstandschef Heiko Schäfer.

Brasilien fordert nach der Verschärfung von Stahl-Einfuhrregeln von der Europäischen Union Entschädigung. Die brasilianische Regierung erklärte gestern weiter, sie habe die Welthandelsorganisation WTO darüber informiert, dass sie gegebenenfalls Gegenmaßnahmen ergreifen werde. Die Regierung in Brasilia bleibe aber offen für einen Dialog.

Einem Regierungsinsider zufolge verlangt Brasilien 180 Millionen Euro. Sollte die EU nicht zahlen, könnte das den Weg für Brasilien öffnen, seinerseits Zölle auf europäische Produkte wie Milchpulver zu erheben. Die EU hatte am 1. Februar Begrenzungen für Stahlimporte aus wichtigen Exportländern wie China oder Russland eingeführt als Gegenreaktion auf die Zölle von US-Präsident Donald Trump.

ÖBB-Caterer Josef Donhauser ist nicht mehr am insolventen Raststättenbetreiber Rosenberger interessiert. Er sagte dem „Kurier“ (Dienstag-Ausgabe), nach Prüfung diverser Unterlagen und dem Unternehmensbild, das sich gezeigt habe, „ist unser Interesse abgeflaut“ – nicht zuletzt wegen der komplexen Verträge mit den Verpächtern, wie es heißt.

Neben Donhauser hatte die „Kronen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe) auch Landzeit-Chef Wolfgang Rosenberger als möglichen Kaufinteressenten genannt. Branchenkenner vermuten laut dem neuen „Kurier“-Bericht, dass der Mitwerber Landzeit, der 16 Raststätten an guten Standorten betreibt, weniger an der gesamten Rosenberger-Kette interessiert ist, sondern nur an einzelnen Standorten.

Chronik

Ein Duo ist gestern Abend bei einem Einbruch in St. Valentin (Niederösterreich) vom Hausbesitzer überrascht worden. Dieser gab zwei Schüsse ab. Einer der beiden Männer wurde am Oberschenkel angeschossen, berichtete Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner. Die Einbrecher flohen mit einem Pkw, in Ennsdorf ließ der Lenker den Verletzten aussteigen. Der 47-Jährige wurde dort blutend entdeckt und in ein Linzer Spital gebracht.

Sein Komplize war in den späten Abendstunden weiterhin auf der Flucht. Eine verstärkte Fahndung nach dem Verdächtigen war in Niederösterreich und im angrenzenden Oberösterreich im Gange. Neben Streifen aus dem Bezirk Amstetten waren auch Beamte aus den Bezirken Linz-Land und Perg in Oberösterreich sowie das Landeskriminalamt Niederösterreich in die Fahndungs- und Ermittlungsmaßnahmen eingebunden, sagte Schwaigerlehner. Weiters lief die Tatortarbeit, auch Einvernahmen – u. a. des Hausbesitzers – standen noch an. „Die Erhebungen laufen auf Hochtouren“, so der Sprecher.

Die indonesische Insel Java ist heute von einem Erdbeben der Stärke 5,9 erschüttert worden. Das Zentrum des Bebens lag etwa 160 Kilometer südöstlich des Malang-Bezirks in einer Tiefe von zehn Kilometern, wie die Geophysische Agentur in Jakarta mitteilte.

Über eventuelle Schäden oder Opfer lagen zunächst keine Angaben vor. Ein Tsunami-Warnung sei nicht veranlasst worden, hieß es von Seiten der Behörden.

Wilderer haben in Sibirien nach Angaben von Umweltschützern mehr als 1.000 Rentiere erschossen. Das Fleisch und die Geweihe der Tiere seien in mehreren Lastwagen in der russischen Teilrepublik Jakutien im Nordosten Russlands entdeckt worden, teilte die Organisation WWF mit. Der Fund, der zu großen Teilen in Säcken verpackt war, wiege mehrere Tonnen. Die Polarhirsche seien vermutlich auf der Taimyr-Halbinsel in der Region Krasnojarsk getötet worden. Umweltschützer hätten den Transport zusammen mit den örtlichen Behörden vor einer Woche gestoppt, hieß es.

Die Jagd auf Tundra-Rentiere gebe es seit Jahrtausenden, erklärte die für die russische Arktis zuständige WWF-Expertin Eva Klebelsberg. „Doch seit einigen Jahren bemerken wir einen massiven Anstieg der Wilderei.“ Eine solche Population könne in Verbindung mit dem Klimawandel schnell verschwinden, warnte sie. Nach Angaben der örtlichen Behörden gibt es aktuell noch etwa 400.000 Rentiere. Die Zahl sei in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

„Nur die Spitze des Eisbergs“

„Der Konvoi stellt wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs dar. Die Tiere werden beim Durchschwimmen der Flüsse erschossen oder die Geweihe dabei einfach abgesägt“, so Klebelsberg. Die Geweihe würden zu Pulver verarbeitet und vor allem nach China als vermeintliches Heilmittel verkauft. „Zungen und Fleisch sind als Delikatesse gefragt.“

Die Behörden in der russischen Region haben nach eigenen Angaben mittlerweile ein Dekret erlassen, das ein Absägen des Geweihes bei noch lebenden Tieren unter Strafe stelle. Das sei eines der größten Probleme. Das Verbot gelte für die nächsten fünf Jahre. Wilderern drohten mehrere Jahre Haft.

Die Feuerwehr hat mit einem Großaufgebot sechs Menschen aus einem brennenden Hotelzimmer in Berlin gerettet. Zwei davon erlitten Rauchgasvergiftungen und wurden ins Krankenhaus gebracht, wie eine Sprecherin der Feuerwehr heute mitteilte.

Da Hotelgäste aus insgesamt 115 Zimmern in Sicherheit gebracht werden mussten, war die Feuerwehr mit rund 95 Mann im Einsatz. Zwei Stunden nach dem Alarm war das Feuer weitgehend gelöscht. Die Sprecherin ging in der Früh davon aus, dass große Teile des Hotels zeitnah wieder begehbar sein würden. Wie das Zimmer im fünften Obergeschoss in Brand geraten konnte, war zunächst unklar.

Kultur

Der Kinostart für den neuen James-Bond-Film ist erneut verschoben worden. „Wir sind hellauf begeistert, am 8. April 2020 Bond 25 zu veröffentlichen“, teilten die Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli mit.

Bleibt es bei diesem Termin, kehrt 007 im nächsten Jahr unmittelbar vor Ostern zurück. Allerdings wurde der Start bereits mehrfach verschoben: Ursprünglich war der Kinostart in Großbritannien für Ende Oktober 2019 geplant. Zuletzt sollte das 25. Bond-Abenteuer am 14. Februar 2020 herauskommen.

Es wird voraussichtlich der letzte Einsatz von Daniel Craig (50) als Geheimagent. Im August 2018 kam es zu einem Eklat, als Danny Boyle nach Meinungsverschiedenheiten als „Bond 25“-Regisseur absprang. Sein Nachfolger ist der Amerikaner Cary Fukunaga, der auch bei der Netflix-Serie „Maniac“ Regie führte.

Hardrock-Ikone Ozzy Osbourne hat eine Lungenentzündung und muss deshalb weitere Konzerte in Australien, Neuseeland und Japan absagen.

„Ozzy leidet seit kurzem an einer Lungenentzündung und hat einige Zeit im Krankenhaus verbracht. Er hat das Schlimmste hinter sich“, wird seine Ehefrau Sharon Osbourne in einer kurzen Mitteilung zitiert, die heute Früh über den Twitter-Account des 70-Jährigen verschickt wurde. „Seine Ärzte haben ihm geraten, zuhause zu bleiben und sich volle sechs Wochen zu erholen.“

Europatournee bereits im Jänner abgesagt

Osbourne hatte Ende Jänner bereits seine geplante Europatournee abgesagt. In einer Mitteilung hatte Osbourne davon gesprochen, dass eine schwere Infektion der oberen Atemwege diagnostiziert worden sei, die sich zu einer Lungenentzündung entwickeln könne. Dieser Fall ist nun offenkundig eingetreten.

Ozzy Osbourne
APA/AFP/Getty Images/Frazer Harrison

Seine Ehefrau hatte sich vor einer Woche auf Twitter für die Unterstützung und Genesungswünsche bedankt: „Wir sind überwältigt und wirklich berührt von der Aufmerksamkeit aller.“

Serbien trauert um seinen bekanntesten Sänger Saban Saulic, der am Samstag bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn A2 bei Gütersloh in Deutschland ums Leben kam. Die serbischen Medien berichteten unter Berufung auf Familienangehörige von dem Tod des 67-Jährigen, der in seiner Heimat als „König der Volksmusik“ galt.

„Die schönste Stimme ist verstummt“, teilte die Familie in einer Erklärung an die Öffentlichkeit mit. Die Angehörigen hofften, dass er als „Künstler, einzigartiger Sänger und vor allem als großartiger Mensch“ in Erinnerung bleibe.

„Ich kann es nicht glauben“

„Er hatte keine Chance“, titelte etwa die Zeitung „Blic“ über dem Bericht über den Unfall. Ein von einem angetrunkenen Mann gesteuertes, größeres Auto sei vor einer Baustelle mit Wucht auf den Kleinwagen aufgefahren, in dem Saulic auf dem Beifahrersitz gesessen hatte.

Kollegen und Kolleginnen von Saulic äußerten sich bestürzt. „Ich kann es nicht glauben“, sagte der Sänger Halid Beslic in Bosnien-Herzegowina. „Mir fehlen die Worte“, sagte die serbische Sängerin Snezana Djurisic. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic kondolierte der Familie von Saulic, wie die Zeitung „Politika“ berichtete. Auch Außenminister Ivica Dacic sprach der Familie „als Freund und großer Verehrer von Saban“ sein Beileid aus. „Ich bin sicher, dass sein Werk weiterleben wird“, zitierte die Agentur Tanjug aus dem Schreiben.

Die österreichische Popband Bilderbuch hat sich für den Verkauf ihrer neuen Platte „Vernissage My Heart“ eine besondere Aktion einfallen lassen. Auf ihrer Website bietet die Gruppe einen europäischen Pass an, den sich jede bzw. jeder Interessierte mit ein paar Klicks ausstellen und dann online teilen kann.

Unter dem Motto „Europa 22“, benannt nach einem Song des neuen Albums, gehe es um ein „Leben ohne Grenzen“ und „Freedom zu verschenken“, wie aus den Lyrics zitiert wird. Dieser „EU-Passport“ wurde schon eifrig geteilt: Neben befreundeten Künstlern wie etwa Jan Böhmermann, Dendemann und Mavi Phoenix hat diese Möglichkeit auch die deutsche Justizministerin Katarina Barley (SPD) genutzt.

Science

Leute

Ein Kussfoto auf dem New Yorker Times Square machte ihn weltberühmt: Der US-Marinesoldat George Mendonsa, der 1945 bei einer Weltkriegssiegesfeier eine ihm unbekannte Frau küsste, ist knapp 74 Jahre nach dem Schnappschuss gestorben. Der 95-Jährige habe nach einem Sturz in einem Altersheim einen tödlichen Anfall erlitten, sagte gestern seine Tochter dem „Providence Journal“.

Bild ging um die Welt

Mendonsa hatte die damalige Zahnarzthelferin Greta Zimmer Friedman am 14. August 1945 bei den Feiern auf dem New Yorker Times Square aus Übermut und Freude über das Kriegsende gepackt und geküsst. Die beiden kannten einander nicht. Die Szene wurde von dem Fotografen Alfred Eisenstaedt festgehalten und ganzseitig im Magazin „Life“ gedruckt. Das Bild ging um die Welt.

George Mendonsa
APA/AP/U.S. Navy/Victor Jorgensen

Friedman war 2016 im Alter von 92 Jahren gestorben. In einem Interview im Jahr 2005 hatte sie gesagt, die Szene sei nicht „romantisch“ gewesen. „Es war nur ein Ereignis im Sinne von ‚Gott sei Dank, der Krieg ist vorbei‘.“

Lifestyle

Ein kleines Restaurant in einem abgelegenen südafrikanischen Fischerdorf ist bei den neu ins Leben gerufenen World Restaurant Awards mit dem Hauptpreis ausgezeichnet worden. Das „Wolfgat“ von Koch Kobus Van der Merwe wurde gestern Abend bei einer Gala in Paris zum „Restaurant des Jahres“ gekürt.

Koch Kobus Van der Merwe
APA/AFP/Thomas Samson
Van der Merwe serviert Speisen „pur, roh und unbehandelt“

Das rund 150 Kilometer von Kapstadt entfernt liegende Restaurant mit Platz für nur 20 Gäste setzt radikal auf frische Produkte aus der Region. Serviert werden unter anderem Muscheln, Austern und Seegras, aber auch Gräser, die in den Dünen um das Restaurant wachsen. Seine Philosophie sei es, Lebensmittel so wenig wie möglich zu bearbeiten und sie „pur, roh und unbehandelt“ zu servieren, sagte der 38-jährige Van der Merwe. Ein siebengängiges Degustationsmenü in dem erst vor zwei Jahren eröffneten Restaurant kostet umgerechnet 53 Euro.

Die sechs Mitarbeiter sind überwiegend Frauen ohne formelle Ausbildung. „Ich kann es kaum erwarten, mit ihnen ein großes Glas südafrikanischen Sekt zu trinken“, sagte der Koch.

„Bester Koch ohne Tattoo“

Als beste Neueröffnung wurde das Restaurant „Inua“ des deutschen Kochs Thomas Frebel in Tokio ausgezeichnet. Frebel hatte früher unter anderem im legendären „Noma“ von Starkoch René Redzepi in Kopenhagen gearbeitet.

Insgesamt wurden bei der Verleihung der World Restaurant Awards Preise in 18 Kategorien vergeben – darunter für die beste Spezialität des Hauses, die originellste Küche, die beste Atmosphäre oder das beste Restaurant, bei dem keine Reservierung benötigt wird. Einige Auszeichnungen sind offenbar eher spaßhaft gemeint: So wurde die französische Küchenlegende Alain Ducasse als Koch des Jahres ohne Tattoo ausgezeichnet.

Der Jury gehörten jeweils 50 Frauen und 50 Männer an – bekannte Köche, Journalisten oder sogenannte Influencer. Hinter den World Restaurant Awards steht unter anderem einer der Macher des Rankings „World’s 50 Best Restaurants“, eine Konkurrenz zur französischen Feinschmeckerbibel Guide Michelin.

Das dänische Spitzenrestaurant „Noma“ hat seine Michelin-Sterne zurück. Ein knappes Jahr nach seiner Wiedereröffnung in Kopenhagen wurde das Lokal des Kochs Rene Redzepi (41) gestern bei der Bekanntgabe der nordischen Sternelokale in Aarhus wieder mit zwei Sternen ausgezeichnet. Diese Bewertung hatte es durch seinen Umzug verloren. Einziges dänisches Restaurant mit drei Sternen bleibt das „Geranium“, das seine Gäste ebenfalls in der dänischen Hauptstadt bekocht.

Eingang des Restaurants Noma in Kopenhagen (Dänemark)
APA/dpa/Nikolai Linares

Das „Noma“ war in den Jahren 2010 bis 2014 viermal zum besten Restaurant der Welt gekürt worden. Sein Name setzt sich aus den dänischen Begriffen für „nordisch“ und „Essen“ („nordisk“ und „mad“) zusammen.