Inland

Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird heute um 13.00 Uhr die Übergangsregierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) angeloben. Erste Namen waren bereits am Vorabend durchgesickert, eine Bestätigung gab es noch nicht.

Der ORF hat aus Regierungskreisen die Namen der Liste der Übergangsminister und Übergangsministerinnen erfahren. Es handelt sich dabei um Experten und Expertinnen, die den ausgetretenen FPÖ-Ministern nachfolgen sollen. Noch nicht fest steht, wann und ob überhaupt ein Ministerrat stattfindet.

Genannt wurden bereits der ehemalige OGH-Präsident Eckart Ratz als Innenminister, das Sozialressort soll Ex-Sektionschef Walter Pöltner, vormals SPÖ-Mitglied, leiten. Die Chefin der Austro Control, Valerie Hackl, übernimmt dem Vernehmen nach die Infrastruktur, die Landesverteidigung der Offizier Johann Luif. Eine offizielle Bestätigung durch Kurz wird für den Vormittag erwartet.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat die Auslieferung des freiheitlichen Nationalratsabgeordneten Markus Tschank beantragt. Das berichtete die ZIB2 gestern.

WKStA ermittelt gegen Abgeordneten Tschank

Der in dem „Ibiza-Video“ von Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache erwähnte Verein wird ein Fall für die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft.

Tschank war für Vereine tätig, die möglicherweise in Zusammenhang mit Parteispenden an die FPÖ stehen könnten. Der Anwalt ist auch designierter Finanzreferent seiner Partei.

Mehr als 1.000 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Gemeindepolitiker und Gemeindepolitikerinnen werden in den kommenden Tagen im burgenländischen Rust bei der Generalversammlung des Städtebunds unter dem Motto „Deine Stadt, dein Europa“ sein. Zur Eröffnung kommen unter anderen Städtebund-Präsident Michael Ludwig (SPÖ) und ÖVP-Justizminister Josef Moser.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Der nach der „Ibiza-Affäre“ aus allen Funktionen zurückgetretene ehemalige FPÖ-Politiker Johann Gudenus sorgt sich, dass es nicht bei dem bisher veröffentlichten Videomaterial bleiben wird. „Ich befürchte weiteres Material, das mich in kompromittierenden Situationen zeigt“, sagte er gestern zur APA. Das sei neben dem bekannten Video ein weiterer Grund für den vollständigen Rückzug aus der Politik gewesen.

„Benebelt, naiv und vertrauensselig – in dieser Kombination ein echtes Desaster“, kommentierte Gudenus die bereits veröffentlichten Aufnahmen. Aus Angst um die Veröffentlichung weiteren Materials habe er alle Funktionen zurückgelegt – um noch größeren Schaden abzuwenden. „Es tut mir aufrichtig leid, dass ich dieses einmalige Treffen auf Ibiza mitorganisiert und damit Heinz-Christian Strache überhaupt erst mit dieser Causa in Verbindung gebracht habe.“

„Ausnahmesituation“

Zu seinem Zustand während des heimlich mitgeschnittenen Treffens sagte Gudenus: „Ich war in dieser längeren Zeitspanne sichtlich in einer Ausnahmesituation. Erschöpft, überarbeitet, nahe einem Burn-out und in einer persönlichen Krise. Zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol, gemixt mit Energydrinks, und psychotrope Substanzen, um die innere Anspannung und Unruhe zu bekämpfen.“

Gudenus sieht sich damit als „willkommenes und willfähriges Opfer“, das man „womöglich zusätzlich mit K.-o.-Tropfen oder ähnlichen Substanzen und Drogen“ gefügig gemacht habe. „Mir fehlen streckenweise Erinnerungen über Stunden hinweg, und ich weiß auch nicht mehr, was ich in diesen Zuständen von mir gegeben habe bzw. welche Handlungen daraus resultierten“, so der einstige geschäftsführende Klubchef im Nationalrat.

„Damit weise ich aber nicht die Schuld von mir“, so Gudenus, „denn ich bin selbst naiv in die Falle gegangen und habe in dieser Stresssituation viel zu spät erst einen Psychotherapeuten aufgesucht, der mir aus dieser verfahrenen Situation in zahlreichen Sitzungen wieder heraushelfen konnte.“ Heute sei er, Gudenus, „mehr als froh, dieser prekären Situation wieder entkommen zu sein, und erkenne mit Scham und Bedauern, was ich in dieser Zeit aufgeführt habe“.

Der Ex-FPÖ-Politiker Johann Gudenus hat weitere Details erzählt, wie es angeblich zu dem Treffen mit dem Lockvögeln gekommen war. Die „Ibiza-Affäre“ soll ihren Anfang am 24. März 2017 in einem Wiener Innenstadtlokal genommen haben, wo man mit der vermeintlichen Oligarchennichte, ihrem deutschen Mittelsmann und einem Wiener Anwalt in Kontakt trat, erzählte er dem „Kurier“ (Mittwoch-Ausgabe).

Gudenus bezeichnete den Anwalt mit Kanzlei in der Wiener Innenstadt als zentrale Figur. Dieser soll die Personen überhaupt erst zusammengebracht haben. Schon früher soll er einem der ÖVP nahestehenden PR-Berater belastendes Material gegen FPÖ-Politiker angeboten haben.

Der „Presse“ erzählte Gudenus, er habe den weiblichen Lockvogel zwei- bis dreimal in Wien gesehen, deren Vertrauten etwas öfter. Nach der verhängnisvollen Zusammenkunft auf Ibiza habe man die Frau nicht mehr gesehen.

Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hat kurz vor seinem unfreiwilligen Abgang die Verordnung zur Senkung des Stundenlohns für Asylwerberinnen und Asylwerber für gemeinnützige Tätigkeiten auf 1,50 Euro erlassen. Man habe sich mit der ÖVP auf diese Maßnahme geeinigt, sagte er gestern, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) habe sich damit aber in seiner Partei nicht durchsetzen können.

Lesen Sie mehr …

Ausland

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgefordert, im Konflikt um die Ostukraine auf die Regierung in Kiew zuzugehen.

Russland solle die „notwendigen Gesten machen, um günstige Bedingungen für einen Dialog zu schaffen“, hieß es in einer heute veröffentlichten Erklärung des Elysee-Palasts nach einem Telefongespräch zwischen Macron, Merkel und Putin. Die drei Politiker sprachen darüber hinaus auch über den Europarat, Syrien und den Iran.

Macron und Merkel hätten „betont, dass der Moment gekommen ist, Entscheidungen zu treffen, um den Konflikt in der Ostukraine zu beenden, der auf den Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union lastet“, so der Elysee-Palast. Nach Angaben des deutschen Regierungssprechers Steffen Seibert wiederholten Merkel und Macron zudem ihre Kritik an den jüngsten russischen Dekreten zur erleichterten Einführung der russischen Staatsangehörigkeit für ukrainische Staatsbürger.

Offene Fragen „rasch lösen“

Das Telefonat der drei Politiker fand einen Tag nach der Amtseinführung des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski am Montag statt. Die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine sind seit Jahren schwer belastet. Russland hatte 2014 die ukrainische Halbinsel Krim annektiert und unterstützt außerdem separatistische Kämpfer im Osten des Landes.

Merkel und Macron unterstrichen den Angaben zufolge in dem Telefonat, dass Russland einen Platz im Europarat habe. Noch offene Fragen müssten rasch gelöst werden, damit Russland mit allen Rechten und Pflichten Mitglied bleiben könne. Die russische Delegation boykottiert die Arbeit der Parlamentarierversammlung, seit diese im April 2014 als Reaktion auf die Annexion der Krim Sanktionen verhängte. Den 18 russischen Abgeordneten wurde unter anderem das Stimmrecht entzogen.

Im Ringen um die Macht in Venezuela will die Regierung von Staatspräsident Nicolas Maduro einen Dialog mit den USA und „keinen Krieg“. Das sagte Außenminister Jorge Arreaza gestern Abend (Ortszeit) in Kubas Hauptstadt Havanna. „Wir bereiten uns vielleicht darauf vor, weil uns die Umstände dazu zwingen, aber wir wollen Frieden“, sagte Arreaza. Er äußerte sich während eines Treffens des Rats der Bolivarischen Allianz (ALBA), eines Zusammenschlusses mehrerer Länder, den Kuba und Venezuela anführen.

Seit Wochen tobt in dem südamerikanischen Land ein Machtkampf zwischen Maduro und dem Oppositionellen Juan Guaido, der sich selbst zum Interimspräsidenten des Landes ernannt hat. Washington hat wie viele EU-Staaten und zahlreiche Länder in Lateinamerika Guaido als Staatsoberhaupt anerkannt und verlangt einen Machtwechsel. Dabei schlossen die USA in der Vergangenheit auch eine militärische Aktion nicht aus. China, Russland, die Türkei sowie Kuba, Bolivien und Nicaragua hingegen stützen weiterhin Maduro.

„Von Havanna aus rufen wir die USA zu einem Dialog auf, zum gegenseitigen Respekt, zur Beendigung der militärischen Bedrohung, zur Beendigung der Arroganz, zur Beendigung der Blockade gegen das Volk von Venezuela“, sagte Arreaza während des ALBA-Treffens. Der kubanische Außenminister Bruno Rodriguez sagte zu Beginn der Sitzung, die Androhung, Gewalt gegen Venezuela einzusetzen, sei die größte Gefahr für den Frieden und die Sicherheit in der Region.

Die USA haben nach eigenen Angaben „Hinweise“ auf eine möglichen neuen Chemiewaffenangriff der Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. In einer Erklärung des US-Außenministeriums gestern ist die Rede von einer „mutmaßlichen Chlorgasattacke im Nordwesten Syriens am Morgen des 19. Mai“. Den Hinweisen werde nachgegangen. Die Chemiekampfstoffe könnten während der Offensive in der von Dschihadisten kontrollierten Region Idlib zum Einsatz gekommen sein.

„Wir wiederholen unsere Warnung, falls das Assad-Regime Chemiewaffen benutzt, die USA und unsere Verbündeten werden schnell und in angemessener Weise antworten“, sagte Außenamtssprecherin Morgan Ortagus. Zugleich warf sie Russland, dem Hauptverbündeten Assads in Syrien, eine „Desinformationskampagne“ vor. Es sei „nicht zu leugnen“, dass „das Assad-Regime Schuld an schrecklichen Chemiewaffenattacken trägt“. Damaskus gibt an, seit einem Abkommen von 2013 über keine Chemiewaffen mehr zu verfügen.

Aktivisten: Dutzende Tote bei Rebellenoffensive

Syrische Rebellen haben Aktivisten zufolge indes eine breit angelegte Gegenoffensive eingeläutet, um die an Regierungstruppen verlorenen Gebiete im Nordwesten des Landes zurückzuerobern. Die Angreifer hätten ihre Attacke in der Provinz Hama gestern Abend mit einem Selbstmordattentat begonnen und den Streitkräften Gefechte geliefert, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien mit. Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netzwerk aus Informanten in Syrien beruft, sind von unabhängiger Seite schwer überprüfbar.

Bei den Kämpfen um die Vormachtstellung in dem Ort Kfar Nabude seien 26 Soldaten und 18 Rebellen getötet worden. Zusammen mit ihrem Verbündeten Russland – und unterstützt durch Luftangriffe – hatten die Truppen Assads den Rebellen zuletzt Einflussgebiete in Hama und der Provinz Idlib abgerungen. Der Beobachtungsstelle zufolge fielen mehr als ein Dutzend Dörfer und Kleinstädte an die Armee.

Bei Straßenkämpfen nach der Wiederwahl des indonesischen Präsidenten Joko Widodo sind heute in Jakarta mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Zudem gab es mehr als 200 Verletzte, wie der Gouverneur der Hauptstadt, Anies Baswedan, heute mitteilte. Auslöser der Proteste sind Vorwürfe des unterlegenen Gegenkandidaten Prabowo Suhanto, bei der Wahl habe es schweren Betrug gegeben.

Mehrere hundert seiner Anhänger und Anhängerinnen zogen daraufhin gestern Abend vor das Gebäude der staatlichen Wahlkommission. Aus der Menge flogen nach Augenzeugenberichten Steine auf die Sicherheitskräfte. Mehrere Autos gingen in Flammen auf.

Zerstörtes Auto
APA/AFP/Bay Ismoyo

Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Zudem sollen Beamte mit Gummigeschoßen auf die Demonstranten gefeuert haben. Dafür gab es aber keine Bestätigung. Mindestens 20 Menschen wurden festgenommen.

Vorwurf der Wahlmanipulation

Prabowo wirft dem Präsidenten vor, die Wahl Mitte April manipuliert zu haben. Die Wahlkommission weist das zurück. Dem amtlichen Endergebnis zufolge gewann Joko klar. Für den 57 Jahre alten Staatschef stimmten laut Kommission 55,5 Prozent. Sein Gegenkandidat kam lediglich auf 44,5 Prozent.

Prabowo hatte nach der Bekanntgabe seiner abermaligen Niederlage angekündigt, „mit allen legalen Mitteln“ dagegen vorzugehen. Der Ex-General hatte auch schon 2014 verloren und die Wahl dann vor Gericht angefochten – ohne Erfolg.

Indonesien – ein Staat aus mehr als 17.000 Inseln – ist die drittgrößte Demokratie und das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. Von mehr als 260 Millionen Einwohnerinnen und EInwohnern sind annähernd 90 Prozent Muslime. Lange Zeit galt Indonesien als Modell für einen toleranten Islam. Zuletzt gewannen konservative Kräfte an Einfluss.

Aus Protest gegen die Einführung strikter Abtreibungsgesetze in Georgia haben mehrere Filmemacherinnen Drehs in dem US-Bundesstaat abgesagt. Die Schauspielerinnen und Autorinnen Kristen Wiig und Annie Mumolo („Brautalarm“) würden ihre geplante Komödie „Barb and Star Go to Vista Del Mar“ nach Angaben eines Sprechers nicht in Georgia drehen, berichtete das US-Branchenblatt „Variety“ gestern.

Zudem gab TV-Regisseurin Reed Morano („The Handmaids’s Tale“) gestern bekannt, keine Szenen für die geplante Thrillerserie „The Power“ in dem Staat zu drehen. Es fühle sich falsch an, dort die Show zu produzieren und Steuervergünstigungen von einem Staat mit derart restriktiver Abtreibungspolitik anzunehmen, so Morano auf Instagram.

Der republikanische Gouverneur in Georgia hatte kürzlich ein Gesetz unterzeichnet, das Schwangerschaftsabbrüche verbietet, sobald ein Herzschlag des Fötus feststellbar ist. Es ist eine der schärfsten Abtreibungsregeln in den USA.

EU

Unmittelbar vor Beginn der Europawahl sieht EU-Justizkommissarin Vera Jourova die Gefahr von Wahlmanipulation durch großangelegte „Fake-News“-Kampagnen nicht gebannt. „Die Tatsache, dass wir zu diesem Zeitpunkt nichts von einem großen Desinformations-Angriff wissen, heißt nicht, dass es ihn nicht gibt“, sagte Jourová der dpa.

Vielleicht sei ein solcher Angriff bisher einfach nicht entdeckt worden. Zudem wies sie darauf hin, dass die Europawahl längst nicht vorüber sei. „Wir haben noch mehrere Tage vor uns. Das ist keine Paranoia, das ist Vorsicht.“ Es komme darauf an, vorbereitet zu sein. Die Europawahl beginnt morgen in Großbritannien und den Niederlanden, bis Sonntag wird in allen 28 EU-Ländern gewählt.

Warnung vor Kampagnen aus Russland

Immer wieder hatte die EU-Kommission in den vergangenen Monaten vor „Fake News“ im Wahlkampf sowie gesteuerten Kampagnen vor allem aus Russland gewarnt. Nach Einschätzung von Experten und Expertinnen könnten Desinformationskampagnen etwa die Debatte vor dem Brexit-Referendum in Großbritannien und den US-Wahlkampf 2016 beeinflusst haben.

Deshalb hat die EU-Kommission mit den EU-Staaten unter anderem ein Frühwarnsystem zum besseren Austausch von Informationen eingerichtet. Zudem haben Unternehmen wie Facebook, Twitter, Mozilla und Google einen freiwilligen Verhaltenskodex im Kampf gegen „Fake News“ unterschrieben.

Die britische Premierministerin Theresa May sieht eine „letzte Chance“ für den Brexit: Gestern hat sie im britischen Unterhaus einen „neuen Brexit-Deal“ vorgestellt. Mit zehn Punkten sollen Abgeordnete davon überzeugt werden, sich doch noch hinter Mays Brexit-Pläne zu stellen. Vorgesehen ist offenbar auch die Möglichkeit eines weiteren Referendums, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

Lesen Sie mehr …

Wirtschaft

Österreich hat von seiner Entscheidung für einen EU-Beitritt vor 25 Jahren im Vergleich zu anderen Ländern überdurchschnittlich stark profitiert. Laut einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) im Auftrag des Wirtschaftsministeriums hat die Mitgliedschaft in der Union mehr Wirtschaftswachstum, mehr Beschäftigung und eine niedrigere Inflation für Österreich gebracht.

So sei das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) Österreichs im Zeitraum zwischen 1995 und 2014 insgesamt um rund 16 Prozent höher ausgefallen, als das ohne einen EU-Beitritt der Fall gewesen wäre. Dank der schneller wachsenden Wirtschaft sei außerdem die Beschäftigung gestiegen.

Mehr Arbeit, mehr Wachstum, niedrigere Preise

„Die Gesamtbeschäftigung in Österreich wäre ohne den Beitritt zur EU heute um rund 13 Prozent geringer“, heißt es in der Studie. Die Teuerung sei dagegen um etwa 2,4 Prozent gebremst worden, da mit dem EU-Beitritt tarifäre und nicht tarifäre Handelshemmnisse innerhalb der EU abgeschafft und Importe so billiger wurden, geht aus der Studie hervor.

Die österreichischen Exporte in andere EU-Mitgliedsländer seien indessen nach dem Beitritt bis 2014 um insgesamt rund 46 Prozent gestiegen. „Dieser Handelsimpuls ist deutlich stärker ausgeprägt als für Finnland (plus 13 Prozent) und Schweden (plus sechs Prozent)“, schreibt das WIFO. Die beiden Länder sind wie Österreich mit Beginn des Jahres 1995 der EU beigetreten.

Die Regierung in Peking ist nach Angaben des chinesischen Botschafters in den USA offen für weitere Handelsgespräche. „Unser Tor ist immer noch offen“, sagte Cui Tiankai dem US-Sender Fox News. Nach dem Ende der jüngsten Runde am 10. Mai wurden keine weiteren Gespräche in dem Handelsstreit vereinbart.

Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer will morgen mit Vertretern der Europäischen Union und Japan über eine gemeinsame Haltung gegenüber anderen Ländern sprechen. Dabei dürfte es vor allem um chinesische Subventionen gehen.

Sport

Medien

Die News-App von ORF.at ist ab sofort auch für Android-Tablets und iPads erhältlich. Anlässlich der EU-Wahl am Sonntag wurden die Funktionen der ORF.at-Wahl-App mit aktuellen Trendrechnungen, Ergebnissen und Analysen in die News-App integriert. Das Erscheinungsbild der News-App auf Smartphones wurde leicht überarbeitet.

Die ORF.at-News-App für Smartphone und Tablet
ORF.at

Systemvoraussetzung für den Betrieb der neuen Version der ORF.at-News-App ist ein Gerät mit Android ab Version 4.1 oder iOS ab Version 11.0.

Kostenloser Download

Die ORF.at-Wahl-App wird zur EU-Wahl nicht aktualisiert. Die Sport-App von ORF.at, die derzeit noch ausschließlich auf Smartphones verfügbar ist, wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2019 ebenfalls auf Tablets laufen.

Links zum kostenlosen Download der ORF.at-News-App sowie nähere Informationen finden Sie auf der dazugehörigen Support-Seite.

Chronik

Ein Mann hat im Südosten Brasiliens Medienberichten zufolge seine Ex-Freundin erstochen und anschließend in einer nahe gelegenen Kirche drei Menschen erschossen.

Der 39-jährige Ex-Militärangehörige drang gestern Abend (Ortszeit) in das Gotteshaus in der Stadt Paracatu im Staat Minas Gerais ein, um den Pastor zu töten, der mit seiner Ex-Freundin verheiratet war, wie das Nachrichtenportal Globo unter Berufung auf die Polizei berichtete. Der Geistliche habe flüchten können.

Der mutmaßliche Täter erschoss dem Bericht zufolge aber den Vater des Pastors sowie zwei Frauen. Alarmierte Sicherheitskräfte schossen daraufhin auf den mutmaßlichen Täter. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Aufgebrachte Menschen wollten Globo zufolge das Krankenhaus stürmen, um sich an dem Mann zu rächen. Doch die Militärpolizei habe das verhindert.

Die mexikanische Regierung versteigert eine ganz spezielle Autoflotte mit zwielichtigen Vorbesitzern: Am Sonntag sollen bei einer Auktion in der ehemaligen Präsidentenresidenz Los Pinos in Mexiko-Stadt von Drogenkartellen beschlagnahmte Fahrzeuge verkauft werden.

Versteigert werden 82 Autos – vom VW-Käfer zum Startpreis von 10.000 Pesos (470 Euro) bis zu einem Lamborghini Murcielago ab 1,47 Millionen Pesos (69.000 Euro). Im Angebot sind auch gepanzerte Geländewagen aus dem Fuhrpark des Präsidialamts sowie von Verbrechersyndikaten beschlagnahmte Autos der Marken Mercedes Benz, BMW und Porsche.

Luxusautos in Mexiko
APA/AFP/Pedro Pardo

„Alles, was wir beschlagnahmen, soll den Menschen zugutekommen“, sagte der linksnationalistische Präsident Andres Manuel Lopez Obrador gestern. Die Einnahmen der Aktion seien für Dörfer im armen Bundesstaat Guerrero bestimmt. Später sind auch noch Versteigerungen von Immobilien und Schmuck geplant.

Außerdem will Lopez Obrador den Präsidentenjet und die Hubschrauberflotte der Regierung verkaufen. Kritiker und Kritikerinnen werfen dem Präsidenten wegen seiner zur Schau getragenen Bescheidenheit Populismus vor.

Kultur

Die Schriftstellerin Jokha Alharthi aus Oman hat den renommierten Literaturpreis Man Booker International 2019 gewonnen. Ausgezeichnet wurde Alharthi für ihren Roman „Celestial Bodies“ (Himmelskörper), wie die Jury gestern am späten Abend in London mitteilte.

In dem Buch geht es um die Erinnerungen dreier betagter omanischer Schwestern an Familienbande und Schicksale, verknüpft mit der postkolonialen Geschichte des Landes im Süden der arabischen Halbinsel. Es ist der erste Roman einer Autorin aus Oman, der ins Englische übersetzt wurde.

Alharthis „kunstvolles“ Werk greife „tiefgreifende Fragen von Zeit und Sterblichkeit sowie verstörende Aspekte unserer gemeinsamen Geschichte“ auf, heißt es in der Mitteilung der Jury. „Ein Buch, das Kopf und Herz gleichermaßen gewinnt und es wert ist, darüber zu verweilen.“

Weit mehr als eine Million Zuschauerinnen und Zuschauer der Fantasyserie „Game of Thrones“ haben sich für eine Neufassung der letzten Staffel ausgesprochen. Die vor zwei Wochen gestartete Aktion auf der Plattform Change.org erhielt nach der Ausstrahlung des Finales am Sonntagabend (US-Zeit) noch einmal kräftig Zulauf an Unterschriften.

Gestern waren es nahezu 1,4 Millionen, die vom Produktionssender HBO einen Neudreh von Staffel acht mit „kompetenten Drehbuchschreibern“ forderten. Die Autoren David Benioff und D. B. Weiss hatten seit Beginn der Ausstrahlung 2011 in der preisgekrönten Megaproduktion federführend die Skripte verfasst.

Fans hatten bereits auf die vorletzte Folge tief enttäuscht im Internet reagiert. Sie kritisierten Charakterentwicklungen und Logiklücken in der Handlung. Auch die finale 73. Folge, „Der Eiserne Thron“, versöhnte Medienkritikerinnen und -kritiker wie auch Fans weltweit nur bedingt.

„Respektlos gegenüber der Crew“

HBO hat bisher nicht auf die Petition reagiert – „Game of Thrones“-Stars hingegen schon. „Ich halte das für respektlos gegenüber der Crew, den Schreibern und den Machern, die über zehn Jahre unermüdlich gearbeitet haben – allein elf Monate Dreh für die letzte Staffel“, sagte Sophie Turner – als Sansa Stark einer der Hauptcharaktere – gestern der „New York Times“.

Isaac Hempstead-Wright, der ihren Bruder Bran Stark spielte, nannte die Forderungen im „Hollywood Reporter“ „absurd“. „Es ist lächerlich, dass Leute glauben, sie können ein anderes Ende einfordern, weil sie es nicht mögen.“ Er nehme das persönlich, obwohl er das nicht sollte.

Martin deutet anderes Ende an

Seit der Ausstrahlung diskutierten Fans leidenschaftlich über Charaktere und Wendungen der Serie, tauschten sich über Theorien aus, befeuert auch durch die Literaturgrundlage „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R. R. Martin, der seine Romanreihe bisher aber nicht zu Ende geschrieben hat. Ein wenig Hoffnung für geknickte Fans verbreitete Martin jedoch.

Nach der Ausstrahlung des Finales ließ der 70-Jährige auf seiner Website durchblicken, dass seine Bücher etwas anders enden könnten. Und er fügte hinzu: „Wie wäre es damit: Ich werde es schreiben. Ihr lest es. Und dann kann sich jeder dazu seine Gedanken machen und sie im Internet darlegen.“

Science

Leute

US-Schauspielerin Lisa Kudrow sagt, sie habe für ihre Rolle in der Sitcom „Friends“ freiwillig gehungert. Der Grund: Sie fand sich zu dick, wie die 55-Jährige in einem Interview für den Podcast „WTF with Marc Maron“ nun verriet. Von 1994 bis 2004 mimte Kudrow Phoebe Buffay in der Erfolgsserie.

„Du siehst dich im Fernsehen und denkst: Oh mein Gott, ich bin ein Berg von einer Frau“ – vor allem habe sie so gedacht, wenn sie sich mit ihren Schauspieler-Kolleginnen Courteney Cox und Jennifer Aniston verglichen habe, die in der Serie Monica und Rachel spielten. Beide sind deutlich kleiner als Kudrow.

Enttäuscht zeigt sich Kudrow im Nachhinein darüber, dass sie für das Ergebnis ihres Hungerns immer nur Komplimente bekommen habe: „Leider ist es so, dass du als Frau gut aussiehst, wenn du untergewichtig bist.“ Die Abmagerungskur hinterließ jedoch ihre Spuren: „Als ich zu dünn war, war ich andauernd krank.“ Inzwischen habe sie eine gesündere Einstellung zu sich, zum Beispiel zum Altern: „Du bist älter, das ist eine gute Sache. Warum sollte das schlimm sein?“

Festwochen