Ukraine-Krieg

Die Popularität von Kreml-Chef Wladimir Putin in Russland schwindet zusehends. Grund dafür ist laut der britischen Investigativjournalistin Catherine Belton die Teilmobilmachung, die der russische Präsident „eigentlich nicht wollte“. Seien am Anfang des Ukraine-Krieges vor allem ethnische Minderheiten des Riesenreiches im Einsatz gewesen, so würden jetzt auch junge Russen rekrutiert, erklärte die Autorin und Russland-Expertin im APA-Interview nun.

Lediglich ältere Russen seien mehrheitlich bereit, in den Krieg zu ziehen, so die Autorin des Bestsellers „Putins Netz“. Diese seien aber oft schlecht trainiert und auch nicht derart motiviert wie ihre Gegner, die Ukrainer, die für die Freiheit ihres Landes kämpften. Da nun das eigene Leben vieler Russen bedroht sei, wachse der Widerstand zusehends.

„Korruption und schlechte Logistik in Armee“

Die Menschen hätten jetzt die Entscheidung, entweder gegen den Krieg aufzustehen, zu protestieren und dafür möglicherweise ins Gefängnis zu wandern, oder in die Ukraine geschickt zu werden und dort eventuell zu fallen. Notwendig sei die unbeliebte Teilmobilmachung geworden, weil auf russischer Seite immer mehr Verluste zu beklagen seien. Belton sprach von mittlerweile bis zu 40.000 gefallenen Russen – sie bezog sich dabei auf Angaben des britischen Außenministeriums. Außerdem gebe es in der russischen Armee zahlreiche Probleme wie Korruption, mangelnde Ausrüstung und schlechte Logistik.

FSB „einzige Institution, die noch funktioniert“

Ein weiteres Problem für den Kreml sei, dass die Unterstützung seitens Chinas und Indiens schwinde und es im Inlandsgeheimdienst FSB, der „einzigen Institution, die noch funktioniert“, so Belton, „patriotische Kräfte“ gebe, die Putin als zunehmende Gefahr für ihr Land sähen.

Dort gebe es durchaus Leute, welche sich nach einem Regimewechsel eine erneute Kooperation mit dem Westen bis hin zu einer verstärkten Integration vorstellen könnten. Auch viele junge Russen hegten Hoffnungen, dass sich die Beziehungen zu Europa und den USA wieder normalisierten.

Von Verhandlungen mit Putin „nach seinen Vorstellungen“ riet Belton ab. Denn es sei zu befürchten, dass der Kreml-Chef danach nicht aufhöre, weitere Ansprüche, etwa auf das Baltikum oder andere europäische Territorien, zu stellen.

Die geplante Gaspreisbremse muss nach Einschätzung der deutschen Bundesnetzagentur für fast zwei Jahre gelten. „Mindestens bis Sommer 2024 werden wir in irgendeiner Art von angespannter Situation sein“, sagte Netzagentur-Präsident Klaus Müller in einem Podcast des baden-württembergischen Finanzministers Danyal Bayaz (Grüne) jetzt. Der Gaspreisdeckel werde „mit Sicherheit“ bis dahin gebraucht. Die Mengen an russischem Gas, die ersetzt werden müssten, seien „riesengroß“.

Es müssten zunächst die sechs Flüssiggasterminals und die Anbindung ins Hinterland gebaut werden, damit viel Gas aus Belgien, Frankreich und Norwegen nach Deutschland strömen könne. „Das braucht einfach Zeit.“

Aufruf zum Sparen

Müller hält es für richtig, Bürgerinnen und Bürger bei den sprunghaft gestiegenen Gaskosten zu entlasten, pocht aber auch auf Anreize zum Sparen. „Wenn das Signal wäre, Gas wird wieder so billig wie früher, dann bin ich sicher, erleben wir eben keine Einsparungen oder zu wenige Einsparungen. Dann erleben wir, dass die Gasverbräuche nach oben gehen. Und dann sind wir schneller, als uns allen lieb ist, eben in einer Mangelsituation.“

Trotz der Bemühungen der Bundesregierung, Gas herbeizuschaffen und einzuspeichern, könne man auf Einsparungen nicht verzichten. Es sei zwar richtig, beim Gaspreisdeckel den Grundbedarf zu vergünstigen, aber der dürfe nicht so üppig ausfallen, „dass es keinen Sparimpuls mehr gibt“.

Der Netzagentur-Chef empfahl der Regierung, jetzt schnell ein Modell für eine Gaspreisbremse vorzulegen. „Die Politik wird den Mut haben müssen, mindestens für diesen Winter 2022/2023 ein schnelles und einfach zu administrierendes Modell umzusetzen.“ Müller befürchtet, dass es viel Streit darum geben werde, wo man die Grenze für den Deckel einzieht.

IAEA-Chef Rafael Grossi will in der nächsten Woche Moskau und Kiew besuchen. Dort wolle er Gespräche über die Einrichtung einer Schutzzone rund um das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk (AKW) Saporischschja im Südosten der Ukraine führen, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Grossi und die Ukraine dringen auf eine Schutzzone um das größte AKW Europas, das immer wieder unter Beschuss gerät.

Ausland

Bei der Parlamentswahl im EU- und NATO-Land Lettland hat sich die liberalkonservative Regierungspartei Jauna Vienotiba von Ministerpräsident Krisjanis Karins durchgesetzt. Mit 18,9 Prozent der Stimmen geht die Partei als Sieger aus der Abstimmung hervor, wie die Daten der Wahlkommission in Riga heute Früh nach Auszählung in fast 95 Prozent aller Wahllokale zeigten.

Jauna Vienotiba gehört zur EVP-Fraktion im Europäischen Parlament. Die Wahl war von Russlands Krieg gegen die Ukraine und Sorgen über steigende Energiekosten überschattet.

Zweitstärkste Kraft wird das oppositionelle Bündnis der Bauern und Grünen (12,8 Prozent) vor dem neu gebildeten Wahlbündnis Vereinigte Liste (11,0 Prozent). Von Karins’ drei Koalitionspartnern schaffte den Angaben zufolge nur eine sicher den Sprung ins Parlament: die nationalkonservative Nationale Allianz (9,3 Prozent). Während die konservative klar an der Fünfprozenthürde scheiterte, liegt die liberale Partei Für die Entwicklung/Dafür! ganz knapp darüber.

Acht Parteien schafften Einzug

Mit Auszählung der übrigen Stimmen in der Ostsee-Republik könnten sich die Kräfteverhältnisse noch verschieben. Darauf setzt besonders die Oppositionspartei Harmonie. Die bisher stärkste politische Kraft in Lettland steht gegenwärtig bei nur 4,8 Prozent. Die Partei, deren Kernwähler vor allem aus der starken russischstämmigen Minderheit kommen und die bei den letzten Wahlen jeweils die meisten Stimmen gewann, ist damit der große Verlierer der Abstimmung.

Insgesamt schafften acht Parteien den Einzug in die Volksvertretung Saeima. Neben der Vereinigten Liste finden sich darunter drei weitere neue Gruppierungen. Karins zeigte sich nach der Stimmabgabe bereit, auch die kommende Regierung anzuführen. Es wird aber mit schwierigen Koalitionsverhandlungen gerechnet.

Eine Woche nach den Parlamentswahlen in Italien feilt die postfaschistische Wahlsiegerin Giorgia Meloni an ihrer Regierungsmannschaft. Vor der Regierungsbildung muss am 13. Oktober das neue Parlament eingesetzt werden. Meloni führte am Wochenende mit den Koalitionspartnern Lega und Forza Italia Gespräche über die Wahl der Präsidenten von Abgeordnetenkammer und Senat.

Meloni kam gestern mit Forza-Italia-Chef Silvio Berlusconi zu einem einstündigen persönlichen Treffen in dessen Residenz in Arcore zusammen. Berlusconi legt großen Wert darauf, dass seine Partei, die bei den vorgezogenen Parlamentswahlen auf acht Prozent der Stimmen gekommen ist, so stark wie die Lega vertreten sein wird, die neun Prozent der Stimmen erobert hat. So beansprucht Berlusconi für einen seiner Forza-Italia-Spitzenpolitiker den Posten des Senatspräsidenten.

Salvini bekommt Innenministerium nicht

Meloni betonte, dass das Treffen mit Berlusconi in einer „konstruktiven Atmosphäre“ stattgefunden habe. Die Mitte-Rechts-Koalition werde eine „Regierung von Profil“ auf die Beine stellen, hieß es. Sowohl die Lega als auch die Forza Italia machen keinen Hehl daraus, dass sie wichtige Ministerien beanspruchen. Ausgeschlossen ist inzwischen, dass Lega-Chef Matteo Salvini das Innenministerium übernehmen könnte, das er bereits zwischen 2018 und 2019 inne hatte.

Gegen den 49-jährigen Mailänder läuft derzeit in Palermo ein Prozess wegen Freiheitsberaubung und Amtsmissbrauchs im Zusammenhang mit einem Flüchtlingsschiff, das der damalige Innenmister im August 2019 drei Wochen lang auf See gehalten hatte, bevor es landen durfte. Der Prozess gilt als Damoklesschwert für Salvini, der deswegen aus der neuen Regierung ausgeschlossen werden könnte.

Lega will Regionenministerium

Die Lega beansprucht laut Medienangaben das Regionenministerium für sich. Damit hofft Salvini, die Autonomie der italienischen Regionen zu stärken. Bei den Regierungsverhandlungen hat auch die Nummer zwei der Forza Italia, Antonio Tajani, das Sagen. Der ehemalige EU-Parlamentspräsident ist als möglicher Außenminister im Gespräch.

Als Wirtschaftsminister will Meloni laut Medienberichten EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta einsetzen. In dieser Woche spekulierte Italien heftig, wie die Ministerien unter den drei Parteien aufgeteilt werden könnten. Dazu nannte Meloni keine Details.

Melonis Partei ging mit 26 Prozent der Stimmen als stärkste Einzelpartei aus den Parlamentswahlen am vergangenen Sonntag hervor. Die postfaschistische Fratelli d’Italia (FdI/Brüder Italiens) befinden sich in einem Bündnis mit der Lega und der Forza Italia, die jedoch nur neun bzw. acht Prozent der Stimmen erhielten.

Angesichts eines großen Stromausfalls nach dem Hurrikan „Ian“ hat es in Kuba am dritten Tag in Folge seltene Proteste gegeben. Auf der vielbefahrenen Straße Linea in der Hauptstadt Havanna errichteten einige Anwohner des zentrumsnahen Stadtteils Vedado gestern Abend (Ortszeit) mit umgekippten Müllcontainern eine Straßensperre. Ein paar Dutzend Teilnehmer demonstrierten dort auf Töpfe schlagend, weil sie seit fünf Tagen weder Strom noch fließendes Wasser hatten.

Ein Regierungssprecher versucht aufgebrachte Menschen nach einem Stromausfall zu beruhigen in Havanna, Kuba
APA/AFP/Yamil Lage

Militärvertreter des sozialistischen Einparteienstaats versuchten vor Ort, mit Zusicherungen zu beschwichtigen, es werde an der Reparatur der Leitungen gearbeitet. Sie wurden aber mit wütenden Beschwerden über die langsame Arbeit des Staates niedergeschrien.

Manche Demonstranten forderten auch „Freiheit“. Später riefen sich Regierungsgegner und -befürworter gegenseitig Parolen zu. Zivilpolizisten nahmen mindestens eine Person fest. Nach Berichten in sozialen Netzwerken gab es auch in anderen Teilen Havannas Proteste.

Auch Wasserversorgung betroffen

„Ian“ war am Dienstag als Hurrikan der Kategorie drei von fünf über den Westen des Karibiklandes hinweggefegt. Es gab Überschwemmungen, nach Regierungsangaben wurden Tausende Häuser und ein großer Teil der Infrastruktur der Tabakindustrie im wichtigen Anbaugebiet Pinar del Rio zerstört. Es kam auch zu einem landesweiten Stromausfall. Bei vielen Menschen, auch in Gegenden der Hauptstadt, war die Stromversorgung bis gestern nicht wiederhergestellt. Betroffen war auch die Wasserversorgung, die über elektrische Pumpen funktioniert.

Kubas Stromnetz war schon vor dem Sturm in schlechtem Zustand, es kommt zu häufigen Ausfällen. Diese waren auch ein Auslöser für Demonstrationen gegen die Regierung am 11. Juli 2021 – den wohl größten seit der kubanischen Revolution von 1959. Hunderte Teilnehmer wurden zu teils langen Haftstrafen verurteilt.

Überschattet von heftiger Kritik an den Wirtschaftsplänen von Premierministerin und Parteichefin Liz Truss beginnt die Konservative Partei morgen Nachmittag ihren Parteitag. Bis Mittwoch diskutieren Hunderte Delegierte aus ganz Großbritannien, aber auch Vertreter aus Wirtschaft und Gesellschaft über den künftigen Kurs der Regierungspartei.

Bei zahlreichen Veranstaltungen im Stil einer Konferenz sollen Mitglieder auch in Bereichen wie Anwerbung und Social Media geschult werden. Jeden Tag sind Reden von Spitzenpolitikerinnen und -politikern geplant. Regierungschefin Truss spricht erst zum Abschluss am Mittwochmittag.

Bereits stark unter Druck

Die Nachfolgerin von Boris Johnson steht bereits nach wenigen Wochen im Amt erheblich unter Druck. Grund sind die angekündigten und nicht gegenfinanzierten Steuersenkungen. Weil Finanzminister Kwasi Kwarteng dafür neue Schulden im Wert von Dutzenden Milliarden Pfund aufnimmt, brach das Pfund ein und die Zinsen von langlaufenden britischen Staatsanleihen legten erheblich zu.

Die Zentralbank musste eingreifen. Truss und Kwarteng halten dennoch an ihrem Kurs fest, der auch innerhalb der Partei höchst umstritten ist.

Das traditionell russlandfreundliche EU-Land Bulgarien schreitet heute erneut zur Wahlurne. Auch nach drei Parlamentswahlen seit Frühjahr 2021 wurde keine dauerhaft stabile Mehrheit gefunden – zu zerklüftet ist die Politlandschaft, zu tief die Gräben zwischen den Parteien. Mit einem Fortschritt ist auch dieses Mal kaum zu rechnen.

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Im Iran haben die systemkritischen Proteste gestern in mehreren Landesteilen angedauert. Augenzeugen zufolge blockierten in der Hauptstadt Teheran Tausende Demonstrantinnen und Demonstranten mehrere Hauptstraßen und skandierten Slogans gegen die politische Führung der islamischen Republik. Frauen nahmen erneut ihre Kopftücher ab und riefen „Freiheit, Freiheit“.

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Inland

In sieben Jahren soll Österreich nur noch Strom aus erneuerbarer Energie produzieren. Die Bundesregierung hat daher im Zuge des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) eine Verordnung erlassen, mit der Betreiber von Ökostromanlagen einen Zuschuss zur Erzeugung bekommen, wenn die Marktpreise zu niedrig sind. Damit soll der Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich vorangetrieben werden.

Die sogenannte Marktprämienverordnung ist heute in Kraft getreten, teilte das Klimaministerium mit. Erstmals werde die Förderung von Ökostromanlagen für zwei Jahre festgeschrieben. Für die Jahre 2022 und 2023 stehen Kontingente von je 700 Megawatt Photovoltaik, 15 Megawatt Biomasse, und 1,5 Megawatt Biogas zur Verfügung. Dazu kommen 2022 390 Megawatt Windkraft und 90 Megawatt Wasserkraft sowie 2023 400 Megawatt Windkraft und 170 Megawatt Wasserkraft zur Stromerzeugung, so das Ministerium.

„Die Marktprämienverordnung ist ein zentraler Baustein, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Österreich weiter voranzutreiben“, so Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) in der Aussendung.

Die FPÖ hat bisher deutlich mehr in den Präsidentschaftswahlkampf ihres Kandidaten Walter Rosenkranz investiert, als die Grünen für Amtsinhaber Alexander Van der Bellen ausgegeben haben. Das zeigt die heute veröffentlichte Großspendenmeldung der Kandidaten. Hier scheint die FPÖ mit 2,2 Mio. Euro auf, die Grünen mit 1,5 Mio. Euro. Allerdings weist Van der Bellen auch 600.000 Euro Privatspenden aus. Damit hat er insgesamt 2,1 Mio. Euro.

Tassilo Wallentin wird von Multimillionär Frank Stronach unterstützt. Stronach hat Wallentin laut dessen im Internet veröffentlichter Meldung 148.000 Euro gespendet – darunter Inserate in der „Krone Bunt“. In der Sonntags-Beilage der „Kronen Zeitung“ hatte Wallentin ab 2013 eine Kolumne verfasst. Sie wurde mit Bekanntgabe seiner Kandidatur eingestellt. Die anderen Kleinkandidaten – Dominik Wlazny, Gerald Grosz und Michael Brunner – haben, soweit heute Vormittag ersichtlich, keine Spenden veröffentlicht.

Die Bugdets im Detail

Deutlich größere Budgets haben Amtsinhaber Van der Bellen und FPÖ-Kandidat Rosenkranz zur Verfügung. Rosenkranz hat bisher 2.202.041,96 Euro von der FPÖ gemeldet. Private Spenden gibt es nach Angaben seines Sprechers nicht. Van der Bellen finanziert seinen Wahlkampf dagegen wie schon 2016 teils durch Zuwendungen der Grünen und teilweise durch private Spenden.

Den im Internet veröffentlichten Angaben zufolge haben die Grünen bisher 1.542.264,11 Euro in Van der Bellens Wahlkampf investiert. Davon hat 1,2 Mio. Euro die Bundespartei bezahlt, 150.000 Euro die Wiener, 138.300 Euro die oberösterreichische und 20.111,11 Euro die Tiroler Landespartei. Zusätzlich hat Van der Bellen bisher knapp 600.000 Euro private Spenden ausgewiesen.

Großspender bei Van der Bellen voran

Im Vergleich zu 2016 hat sich das Verhältnis von Groß- und Kleinspenden bei Van der Bellen heuer umgekehrt: Im stark polarisierten Wahlkampf gegen FPÖ-Kandidat Norbert Hofer erhielt Van der Bellen den Großteil seiner Spendeneinnahmen von Kleinspendern. Diesmal sind die Großspender deutlich vorne. Allen voran Unterstützer aus dem letzten Wahlkampf wie Medienmanager Gerhard Zeiler und die Privatstiftung des Bauindustriellen Hans Peter Haselsteiner mit je 50.000 Euro sowie der steirische IV-Präsident Stefan Stolitzka. Zwei Firmen in seinem Nahebereich (SLE Schuh und STP Wohnungserrichtungs- und Immobiliengesellschaft) haben in Summe 80.000 Euro beigetragen.

Dazu kommen noch Sachspenden für Wahlkampfgeschenke: 10.080 Viertellieter-Flaschen von Almdudler (11.340 Euro) sowie 200.000 Euro Kressesamen vom Biosamenhändler Samen Maier (45.200 Euro). Die bisher 1.020 Kleinspenden unter 3.500 Euro haben Van der Bellen der Meldung zufolge 209.004,80 Euro eingebracht.

Im Missbrauchsfall um einen Sportlehrer, der bis zu seinem Suizid im Mai 2019 an einer Wiener Mittelschule mehr als zwei Dutzend Buben im Alter von neun bis 14 Jahren missbraucht haben dürfte, ist die Wiener Bildungsdirektion Vorwürfen von Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) und Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) entgegengetreten.

Raab hatte zuvor ein „erschütterndes Systemversagen aller befassten Wiener Behörden“ geortet und „hundertprozentige Aufklärung“ verlangt.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Verweis auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

„Die Bildungsdirektion arbeitet seit 2019 daran, die Vorfälle aufzuarbeiten“, stellte die Bildungsdirektion gestern Abend klar. Man kenne keine Details der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, die nach dem Freitod des Sportlehrers zunächst mit 6. Juni 2019 eingestellt wurden, und habe auch keine Akteneinsicht, hieß es in einer der APA übermittelten Stellungnahme.

Angesichts der Einstellung dieser Ermittlungen sei zur weiteren Aufklärung eine Kommission – bestehend aus Mitgliedern der Bildungsdirektion, der Kinder- und Jugendanwaltschaft (KJA) und der Kinder- und Jugendhilfe der Stadt Wien – eingesetzt worden, „die mit Hochdruck daran arbeitet, die Geschehnisse an der betroffenen Schule aufzuklären“.

Bildungsdirektion: Von möglichen Mittätern nichts gewusst

Von zwei möglichen Mittätern des Pädagogen, gegen die eine Opferanwältin am vergangenen Montag bei der Staatsanwaltschaft Wien eine Sachverhaltsdarstellung wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Unmündigen und Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses eingebracht hatte, habe man bis dahin nichts gewusst. „Im Oktober 2021 wurde der Bildungsdirektion für Wien von der Staatsanwaltschaft auf Anfrage mitgeteilt, dass keine Anhaltspunkte für die Existenz von Mittätern vorliegen“, präzisierte eine Sprecherin gegenüber der APA.

Sport

Die Pole für den Grand Prix von Singapur ist gestern in einem spannenden Qualifying an Charles Leclerc gegangen. Der Monegasse stellte für das heutige Rennen zum neunten Mal in dieser Saison seinen Ferrari auf die beste Startposition. Knapp dahinter landeten Sergio Perez (Red Bull) und Lewis Hamilton (Mercedes). Max Verstappen musste seinen letzten Angriff auf die Pole auf Anordnung des Teams abbrechen, landete damit nur auf dem achten Platz und war entsprechend sauer.

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Die WSG Tirol bleibt für Rapid ganz klar ein Lieblingsgegner. Die Hütteldorfer setzten sich gestern im Tivoli Stadion in Innsbruck in der zehnten Runde der Admiral Bundesliga gegen die Gastgeber mit 5:0 (1:0) durch. Die Wiener nahmen damit zum siebenten Mal in Folge im Duell mit der WSG drei Punkte mit. Durch den Kantersieg verbesserten sich die Wiener in der Tabelle vorerst auf den fünften Platz. Die Tiroler sind Neunter.

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Borussia Dortmund hat gesterm in der deutschen Bundesliga den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Beim 1. FC Köln setzte es eine 2:3-Niederlage, wobei Österreichs Legionäre Florian Kainz und Dejan Ljubicic mit je einem Treffer aufzeigten. Michael Gregoritsch traf beim 2:1-Heimsieg gegen den 1. FSV Mainz sehenswert. Union Berlin bleibt unterdessen trotz der ersten Saisonniederlage (0:2 in Frankfurt) auf dem ersten Rang.

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Arsenal wird auch nach der neunten Runde die Tabelle der englischen Premier League anführen. Die „Gunners“ setzten sich gestern im Nordlondoner Derby gegen Tottenham Hotspur mit 3:1 (1:1) durch und liegen vorerst vier Punkte vor Titelverteidiger Manchester City, der heute ebenfalls in einem Derby ManUnited empfängt. Die „Spurs“ sind nach der ersten Saisonniederlage punktegleich mit den „Citizens“ Dritter.

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Coronavirus

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 856,1 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 12.274 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 20.754 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.421 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 69 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist mit dieser Datenquelle bundesweit nicht möglich.

Im Berichtsschema der AGES werden die Daten nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Chronik

Seit gestern gilt eine Novelle der Straßenverkehrsordnung, die den Radfahrern und Radfahrerinnen im Straßenverkehr mehr Rechte geben soll. Die Novelle soll auch für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen, denn in den vergangenen beiden Jahren nahmen die Unfälle mit Radfahrern und vor allem mit E-Scootern deutlich zu.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Gestern ist der jährliche österreichweite Zivilschutzprobealarm über die Bühne gegangen. Insgesamt 8.302 Sirenen wurden auf ihre Funktionstüchtigkeit getestet, dabei funktionierten 99,57 Prozent (8.266 Sirenen) einwandfrei.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Die Masche ist bekannt: Ältere Personen werden am Telefon dazu aufgefordert, angeblichen Polizisten Wertsachen auszuhändigen. In Wien gibt ein aufgezeichnetes Telefonat nun seltene Einblicke in einen solchen Betrugsversuch.

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Drei Tage nachdem Hurrikan „Ian“ die Küste im US-Bundesstaat Florida erreicht hat, wird das Ausmaß der Schäden immer deutlicher sichtbar.

Die Zahl der bestätigten Todesfälle stieg auf mindestens 50. Noch konnten die Suchmannschaften aber nicht in alle betroffenen Gebiete vordringen. Etwa 10.000 Menschen werden weiterhin vermisst, erklärte Kevin Guthrie, Chef des Notfallmanagements im Bundesstaat Florida.

Luftaufnahme der überschwemmten Brücke zwischen Fort Myers und Pine Island, Florida
AP/Gerald Herbert

In Florida waren gestern noch rund 1,2 Millionen Haushalte ohne Strom, in den Bundesstaaten South und North Carolina sowie in Virginia weitere 300.000.

Hurrikan „Ian“ hatte am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde Floridas Ostküste erreicht und war am Freitag abgeschwächt in der Hafenstadt Georgetown in South Carolina angekommen. Nach Angaben des Analysehauses CoreLogic rechnen Versicherer mit Schäden in Höhe von 28 bis 47 Milliarden Dollar.

„Ian“ hat sich inzwischen zu einem posttropischen Wirbelsturm abgeschwächt. Nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums ist die Gefahr aber noch nicht gebannt. Man müsse in North und South Carolina, Virginia und West Virginia weiter mit Sturmfluten und starken Winden rechnen, hieß es.

Bei einem schweren Verkehrsunfall in Indien sind heute 26 Menschen gestorben, nachdem ein Traktor mit einem Anhänger voller Pilger in einen Tümpel gekippt ist. Bei dem Unfall seien 16 weitere Menschen verletzt worden, wie der örtliche Behördenvertreter Sudheer Kumar mitteilte.

In Tümpel gestürzter Traktoranhänger in Ghatampur, Indien
AP

Den Angaben zufolge befand sich der Anhänger mit 50 Menschen, hauptsächlich Frauen und Kinder, im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh auf dem Rückweg von einem hinduistischen Tempel, als das Unglück passierte.

Auf Indiens schlecht gewarteten Straßen sterben laut Regierungsangaben jährlich rund 150.000 Menschen bei Verkehrsunfällen. Zu den Hauptfaktoren zählen überhöhte Geschwindigkeit und das Missachten der Sicherheitsregeln. Insbesondere in ländlichen Gebieten sind von Traktoren gezogene Anhänger ein übliches Transportmittel.

Im Fall des in ihrem Haus erschossenen neun Jahre alten Mädchens aus Liverpool ist ein 34-Jähriger wegen Mordes angeklagt worden. Das teilte die Polizei gestern Abend mit, nachdem der Verdächtige am Donnerstag festgenommen wurde.

Der Vorfall Ende August hatte in ganz Großbritannien für Entsetzen gesorgt. Berichten zufolge wurde das Mädchen zufällig zum Opfer, als seine Mutter die Tür öffnete, um nach der Ursache für den Lärm auf der Straße zu sehen. Ein 35-jähriger Mann drängte sich daraufhin ins Haus, um sich vor seinem bewaffneten Verfolger zu retten. Der feuerte mehrere Schüsse durch die halbgeöffnete Tür in den Hausflur und traf das Mädchen tödlich.

Es handelte sich nach ersten Erkenntnissen vermutlich um einen Bandenkrieg in der Liverpooler Unterwelt.

Wirtschaft

Die Hauptaufgabe des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) ist früher gewesen, Menschen bei Problemen mit Onlineshops zu helfen. Daraus entwickelte sich die Internet Ombudsstelle, eine Streitschlichtung, die jährlich 10.000 Fälle bearbeitet. Das ÖIAT führt mit der Watchlist Internet außerdem eine Schwarzliste betrügerischer Internetseiten und organisiert Workshops zum Thema Netzsicherheit.

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Mittlerweile haben die meisten Menschen in Österreich Post von ihrem Energieanbieter bekommen. Bestehende Tarife werden stark angehoben, laufende Verträge werden gekündigt. Aber ist das eigentlich legal? Muss man Preiserhöhungen widerspruchslos hinnehmen, egal wie intensiv diese ausfallen? Kann ein Energieanbieter Bestandsverträge treuer Kundinnen und Kunden kündigen?

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Kultur

Der Regisseur Ulrich Seidl hat sich nach den Vorwürfen rund um die Drehbedingungen seines Films „Sparta“ zu Wort gemeldet. In einem Interview mit „profil“ sprach er von einer „grotesken Verdrehung“ gewisser Medien, es so darzustellen, als wären am Dreh beteiligte Kinder „permanentem Machtmissbrauch“ ausgesetzt gewesen. Auch sei er mittlerweile nach Rumänien gefahren, um den Film zu zeigen. „Mir selbst werfen die Familien – jetzt, wo sie den Film kennen – nichts mehr vor.“

Das deutsche Wochenmagazin „Spiegel“ hatte Anfang September nach Gesprächen mit Drehbeteiligten berichtet, die Familien rumänischer Laiendarsteller wären nicht korrekt über das Filmthema Pädophilie informiert worden und Kinder hätten sich am Set unwohl gefühlt. Seidl bestreitet das. Die Kinder seien von Pädagoginnen betreut worden. Es gebe auch Arbeitsverträge, die das beweisen.

„Nichts passiert“

„Ich bin ganz sicher, dass an meinem Set nichts passiert ist, das ein Kind in irgendeiner Form beschädigt hätte, weder psychisch noch physisch“, so Seidl. Die Eltern seien im Detail informiert worden, worum es in „Sparta“ gehe. „Wir haben gesagt: Es geht um einen Mann, der sich mit Kindern umgeben will und sich zu ihnen hingezogen fühlt, der auch mit ihnen zärtlich ist.“ Seidl selbst habe das gemeinsam mit einer Dolmetscherin so erzählt.

Warum dennoch der Wunsch bestand, den Medien Missstände zu melden? Seidl vermutet, dass eine Szene, in der ein Kind von einem bösen Stiefvater gedemütigt wird und zu weinen anfängt, ausschlaggebend gewesen sein könnte. Mitarbeiter, die nur kurz am Dreh beteiligt waren und mit Seidls Arbeitsweise nicht vertraut sind, könnten etwas Falsches abgeleitet haben.

„Sparta“ hätte am Filmfestival von Toronto Weltpremiere feiern sollen. Die Veranstalter entschieden sich jedoch nach den erhobenen Vorwürfen dagegen. So kam es beim Internationalen Filmfestival von San Sebastian vor Kurzem zur Weltpremiere. In Österreich ist der Film erstmals im Rahmen der 60. Viennale Ende Oktober zu sehen.

Science

Die All-interessierten Milliardäre Elon Musk und Jared Isaacman dürfen mit Erlaubnis der US-Raumfahrtbehörde NASA in den kommenden Monaten untersuchen, ob sich das Weltraumteleskop „Hubble“ mithilfe des „Dragon“-Raumschiffes in eine stabilere Umlaufbahn verfrachten lässt. Musks Raumfahrtfirma SpaceX und der Technologieunternehmer Isaacman, der im Vorjahr Teil der ersten nur mit Privatpersonen besetzten Raumfahrtmission war, hätten das Projekt vorgeschlagen, so die NASA.

Geld bekämen sie dafür von der Raumfahrtbehörde zumindest zunächst nicht, hieß es weiter. Das Weltraumteleskop „Hubble“ ist seit 1990 in einer Höhe von etwa 550 Kilometern über der Erde im Einsatz. Wenn es in eine höhere und stabilere Umlaufbahn versetzt werden könnte, könnte es nach Einschätzung der NASA möglicherweise mehrere Jahre länger betrieben werden als in seinem derzeitigen Orbit.

Rund sechs Monate lang soll diese Möglichkeit nun untersucht werden – ob sie dann auch wirklich umgesetzt werden soll, wird laut NASA erst danach entschieden.

Mit Benito Mussolini wurde er zur festen Größe im öffentlichen Bewusstsein, seit dem italienischen Wahlkampf hat „Faschismus“ als politischer Schlüsselbegriff wieder Konjunktur. Darüber, wer Faschist ist und wer nicht, herrscht ein langer Deutungskampf, der sich bis in neueste Publikationen wie Paul Masons jüngstes Buch zieht.

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Panorama

Nach dem Zweiten Weltkrieg in Graz erstmals in Serie produziert, hat der Puch 500 als preiswertes Auto schnell an Beliebtheit gewonnen – nun feiert das „Puch-Schammerl“ sein 65-Jahr-Jubiläum.

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