Ausland

Kämpfe in Tripolis: Libyen bittet UNO um Hilfe

Libyens international anerkannte Regierung hat die Vereinten Nationen um Hilfe gegen die anhaltende Gewalt in der Hauptstadtregion Tripolis gebeten. Die UNO müsse „konkrete und effektive“ Maßnahmen gegen die Kämpfe ergreifen, damit „das Leben und der Besitz von Zivilisten“ geschützt werden könne, erklärte die Regierung der Nationalen Einheit heute.

Mehr als 100 Tote in einem Monat

Die UNO-Mission in Libyen (UNSMIL) müsse dem UNO-Sicherheitsrat „die Realität der blutigen Vorkommnisse in Libyen vor Augen führen“. Die Kämpfe um Tripolis ließen heute vorübergehend nach. Gestern waren aber bei Zusammenstößen 15 Menschen getötet und Dutzende verwundet worden, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums mitteilte.

Damit sei die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Kämpfe in den südlichen Vororten der Hauptstadt am 26. August auf mehr als 100 gestiegen. Trotz eines am 4. September von UNSMIL ausgehandelten Waffenstillstands wurde immer wieder gekämpft.

Guterres zeigt sich beunruhigt

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres sei „beunruhigt von der steigenden Anzahl von Verletzungen der Waffenruhe“, erklärte sein Sprecher gestern. Guterres rief die Milizen dazu auf, den Waffenstillstand zu respektieren und von „jeglichen Handlungen, die das Leid der Zivilbevölkerung verschlimmern würden, abzusehen“.

Seit dem von der NATO unterstützten Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in Libyen Chaos. Bewaffnete Milizen haben die Kontrolle über weite Teile des nordafrikanischen Landes.

Flüchtlingsboot vor Libanons Küste gesunken

Ein Boot mit 39 syrischen Flüchtlingen ist heute auf der Überfahrt nach Zypern vor der libanesischen Küste gesunken. Die meisten Schiffbrüchigen seien gerettet worden, hieß es in libanesischen Sicherheitskreisen. Ein fünfjähriger Bub sei ertrunken. Drei weitere Flüchtlinge seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Ihr Gesundheitszustand sei ernst.

Es sei das erste Mal seit etwa einem Jahr, dass eine Gruppe Flüchtlinge versucht habe, vom Libanon aus per Boot nach Europa zu gelangen, hieß es in den Sicherheitskreisen.

Bis zur Küste des EU-Mitglieds Zypern sind es vom Nordlibanon aus etwa 180 Kilometer. Im Libanon leben nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) rund eine Millionen registrierte syrische Flüchtlinge, die Regierung in Beirut spricht von 1,5 Millionen.

„Brexit“: May mit Ruf nach „Plan B“ konfrontiert

Nach der Absage der Europäischen Union an die britischen „Brexit“-Pläne wächst auf beiden Seiten die Nervosität. Der britischen Premierministerin Theresa May droht nach Medienberichten der Rücktritt weiterer Minister, falls sie nicht bis Montag einen „Plan B“ auf den Tisch legt. Der EU-„Brexit“-Experte Elmar Brok schätzte heute die Chancen auf eine rechtzeitige Einigung mit London auf nur noch 50 Prozent.

Die 27 bleibenden EU-Länder hatten beim informellen Gipfel in Salzburg diese Woche Mays Ideen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit nach dem EU-Austritt im März 2019 zurückgewiesen. May wertete das als Affront und verlangte in scharfen Worten mehr Respekt und neue Vorschläge aus Brüssel. EU-Ratschef Donald Tusk reagierte verwundert, da die Haltung der EU seit Wochen bekannt gewesen sei. Er pocht nach wie vor auf einen Kompromiss.

Verweis auf „britische Höflichkeit“

Der britische Außenminister Jeremy Hunt mahnte die EU-Politiker nun in einem BBC-Interview, „britische Höflichkeit nicht mit Schwäche zu verwechseln“. May droht allerdings zunächst vor allem innenpolitisch neuer Ärger.

Der britische „Telegraph“ berichtete – allerdings ohne näher genannte Quelle –, schon am Montag stehe ein Knackpunkt bevor: Entweder May lege neue „Brexit“-Pläne vor, oder weitere Kabinettsmitglieder könnten zurücktreten, so etwa Arbeitsministerin Esther McVey und Entwicklungshilfeministerin Penny Mordaunt. Aus Protest hatten schon Außenminister Boris Johnson und „Brexit“-Minister David Davis ihre Ämter aufgegeben. Beide sind „Brexit“-Hardliner.

May steht kurz vor dem Parteitag der Konservativen besonders unter Druck. Sie regiert seit einer verpatzten Neuwahl im vergangenen Jahr mit einer hauchdünnen Mehrheit und ist von Revolten von mehreren Seiten bedroht. Immer wieder wird über ihren Rücktritt spekuliert.

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Causa Maaßen: Hektische Lösungssuche in Berlin

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD ringen angesichts des deutschen Koalitionsstreits über die Zukunft von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen um eine für alle Koalitionäre akzeptable Lösung. Alle Seiten arbeiteten an einer tragfähigen und nach außen vertretbaren Lösung noch an diesem Wochenende, hieß es heute in Koalitionskreisen. Diese müsse gut vorbereitet sein.

Beobachter gehen davon aus, dass die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Innenminister Horst Seehofer (CSU) und die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles schon vor einem für morgen geplanten Treffen versuchen, eine Einigungslinie zu finden. Demnach dürften sich die drei Parteichefs im Umfeld des für Sonntagnachmittag im Kanzleramt geplanten Dieselgipfels treffen, um einen Kompromiss zu erzielen.

Die Entscheidung, den wegen seiner Äußerungen zu den Chemnitz-Ausschreitungen vom Chefsessel des Verfassungsschutzes ins Innenministerium zu versetzen, sorgt für deutsche CDU/CSU-SPD-Koalition für einen neuerlichen Härtetest. Nach Empörung aus allen Lagern, soll die Causa nun über das Wochenende geklärt werden.

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Russland rückt von Weltraumprojekt mit USA ab

Ein gemeinsames Projekt von Russland mit den USA zum Bau einer Raumstation in der Mondumlaufbahn steht vor dem Aus. „Die Russische Föderation kann es sich nicht erlauben, die zweite Geige dabei zu spielen“, sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogoschin, heute der Nachrichtenagentur RIA. Möglicherweise werde Russland Pläne vorantreiben, eine eigene Raumstation zu entwickeln.

Im vergangenen Jahr hatten Roskosmos und die US-Weltraumbehörde NASA vereinbart, zusammen die Station „Deep Space Gateway“ als Stützpunkt für weitere gemeinsame Projekte zu entwickeln. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind wegen der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014 und der vermuteten russischen Einmischung in die US-Präsidentenwahl 2016 belastet und haben sich jüngst durch die Verhängung neuer Sanktionen gegen Russland weiter verschlechtert.

China droht USA wegen Rüstungssanktionen

China hat die sofortige Rücknahme der neuen US-Sanktionen wegen der Waffengeschäfte mit Russland gefordert und andernfalls mit nicht näher bezeichneten Konsequenzen gedroht. Die Entscheidung, Kampfflugzeuge und Raketensysteme in Russland zu kaufen, sei ein normaler Vorgang zwischen souveränen Staaten, erklärte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Wu Qian, heute.

Die USA hätten kein Recht, sich da einzumischen. Mit ihrem Vorgehen bewiesen sie ihr Vormachtstreben, hieß es in der auf der Internetseite des Ministeriums veröffentlichten Erklärung.

USA: Strafmaßnahmen zielen auf Russland ab

Die USA hatten am Donnerstag Strafmaßnahmen gegen China verhängt. Diese richten sich gegen die für Waffen und Ausrüstung zuständige Entwicklungsabteilung des chinesischem Militärs und deren Leiter, Li Shangfu. Gleichzeitig setzte die US-Regierung 33 weitere Personen und Einrichtungen, die in Zusammenhang mit dem russischen Militär und Geheimdienst gebracht werden, auf eine Sanktionsliste. Mit ihnen dürfen somit keine Geschäfte mehr gemacht werden.

Bei den Waffengeschäften geht es um den vereinbarten Verkauf von zehn russischen Kampfjets vom Typ SU-35 und dem Boden-Luft-Raketensystem S-400 an China. Li und seine Abteilung dürfen gemäß der Sanktionen keine Exportlizenzen mehr beantragen und nicht mehr am US-Finanzsystem teilhaben. Ein US-Regierungsvertreter sagte, die Strafmaßnahmen zielten auf Russland ab, auch wenn die USA sich derzeit einen Handelsstreit mit China lieferten.

Scharfe Kritik aus Moskau

Russland hatte die Sanktionen gestern ebenfalls scharf verurteilt. Der stellvertretende Außenminister Sergej Rjabkow warf den USA vor, gedankenlos die globale Stabilität zu unterhöhlen, indem es die Spannungen in den amerikanisch-russischen Beziehungen schüre.

Ausschreitungen bei Anti-Salvini-Demo in Bari

Eine Demonstration gegen den italienischen Innenminister Matteo Salvini und dessen Einwanderungspolitik ist gestern Abend im süditalienischen Bari in Krawalle ausgeartet. Während des Protestzugs kam es zu Auseinandersetzungen mit rechtsradikalen Aktivisten.

Die Polizei musste eingreifen, zwei Demonstranten wurden verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert, berichteten italienische Medien heute. Die Demonstration wurde von dem Anti-Rassismus-Verband „Nie mit Salvini“ organisiert. Aktivisten der rechtsextremen Organisation CasaPound wiesen den Vorwurf zurück, die Demonstranten provoziert und sie mit Knüppeln angegriffen zu haben. Sie hätten lediglich auf einen Versuch der linken Demonstranten reagiert, ihren Parteisitz anzugreifen.

Die Verletzten wurden mit Gesichts- und Kopfwunden ins Spital eingeliefert. Zu den Verletzten gehört auch ein Assistent der linken Europaabgeordneten Eleonora Forenza, die sich an der Kundgebung beteiligte. Circa 30 CasaPound-Aktivisten wurden in eine Polizeikaserne gebracht; die Polizei stellte ihre Identitäten fest.

Inland

KV-Verhandlungen: Kritik an „PR-Schmäh“ der Regierung

Mit der Aufforderung der Sozialpartner zu guten Lohnabschlüssen haben Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) Gewerkschaft, SPÖ und auch NEOS verärgert.

Der Appell der Regierungsspitze schlage „dem Fass den Boden aus“, meinte SPÖ-Sozialsprecher Beppo Muchitsch in einer Aussendung. Denn: „Kurz und Strache greifen den Menschen ins Geldbörsel, nehmen ihnen Gesundheit, Geld und Freizeit.“ Dann die Sozialpartner zu höheren Gehaltsabschlüssen aufzufordern sei „ein Hohn“.

Zu richten wäre dieser Appell nur an „die Auftraggeber des neuen Arbeitszeitgesetzes, das den Menschen Gesundheit, Zeit und Geld nimmt“, nämlich Arbeitgeberverbände und Industriellenvereinigung. Denn „an der Gewerkschaft werden höhere Löhne nicht scheitern“.

„Bizarr“

„Bizarr“ und „wohl nur der nächste PR-Schmäh ihrer Berater“ ist der Appell aus der Sicht von FSG-Chef Rainer Wimmer. „Die Regierung legt auf die Sozialpartnerschaft und besonders auf die Gewerkschaft keinen Wert. Das hat sie in den letzten Wochen und Monaten mit einer ausgesprochenen arbeitnehmerfeindlichen Politik deutlich bewiesen. Ihre unehrlichen Empfehlungen sind entbehrlich“, richtete er Kurz und Strache per Aussendung aus.

Letzteres mahnte auch NEOS-Arbeitsmarktsprecher Gerald Loacker ein. Denn sonst würde von guten Gehaltsabschlüssen letztlich „wieder nur der Finanzminister“ profitieren.

Verweis auf „zweiten Schritt“

Wie Kurz und Strache zuvor in einer gemeinsamen Stellungnahme mitteilten, sollen die Sozialpartner bei den angelaufenen Kollektivvertragsverhandlungn „sicherstellen, dass die Arbeitnehmer von der guten wirtschaftlichen Entwicklung in unserem Land profitieren“. Auch wenn es „gute Tradition in Österreich“ sei, dass die Sozialpartner die Lohnverhandlungen führen, „sieht es die Bundesregierung dennoch in ihrer Verantwortung, den Aufruf an alle Verhandlungspartner zu richten“, wird in der Stellungnahme der ungewohnte Schritt durch die Regierungsspitze gerechtfertigt.

In der Stellungnahme verweist die Regierung einmal mehr auf eigene „erste spürbare Maßnahmen zur Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie der Wirtschaft“. Nun seien „in einem zweiten Schritt die Sozialpartner am Zug“, heißt es.

Die Regierung weist darauf hin, dass die Haushaltseinkommen in der EU seit 2001 jährlich um durchschnittlich 1,077 Prozent gewachsen seien, in Österreich aber mit 0,56 Prozent praktisch nur halb so stark. Zwischen 2010 und 2016 sei in Summe der Reallohn in Österreich zurückgegangen, einzig 2012 und 2016 habe es Zuwächse gegeben.

Salzburg-Gipfel: Reimon verzichtet auf Anzeige gegen Polizei

Der Schlag eines Polizisten auf den Kopf des grünen EU-Abgeordneten Michel Reimon bei einer Demonstration anlässlich des EU-Gipfels in Salzburg am Donnerstag wird keine Anzeige nach sich ziehen. Der Beamte habe sich bei ihm entschuldigt, bestätigte Reimon heute gegenüber dem ORF-Landesstudio Burgenland. Es habe auch ein Gespräch mit der Einsatzleitung gegeben. Die Sache sei damit „gegessen“.

Reimon war in Salzburg von einem Schlagstock erwischt worden. Er sei als Beobachter dabei gewesen und von der Demoleitung gebeten worden, zu vermitteln, sagte der EU-Abgeordnete.

Zu dem Zwischenfall sei es bei einem aufgeheizten Streit zwischen den Demonstranten und der Polizei über die Route des Protestzugs gekommen. Er habe versucht, kalmierend einzugreifen. Bei der Schubserei habe ein Beamter die Nerven verloren und mehrere Demonstrationsteilnehmer sowie ihn „sehr unsanft behandelt“.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Sport

Chronik

Großbrand in bayrischer Flüchtlingsunterkunft

Im einer Flüchtlingsunterkunft im bayerischen Bamberg ist heute ein Großbrand ausgebrochen. Wie die Polizei mitteilte, gelang es jedoch, alle Menschen, die sich in dem Gebäude aufhielten, rasch in Sicherheit zu bringen. Verletzt wurde demnach niemand.

Die Behörden wurden laut Polizei gegen Mittag zunächst durch einen vorbeifahrenden Autofahrer alarmiert. In dem Gebäude befand sich zu diesem Zeitpunkt neben den dort untergebrachten Flüchtlingen auch das Sicherheitspersonal.

Die Löscharbeiten dauerten am Nachmittag an. Die Polizei teilte aber mit, das Feuer sei unter Kontrolle. Zeitweise war der gesamte Dachstuhl in Flammen gestanden. Die Polizei rief die Anrainer zunächst auf, wegen der starken Rauchentwicklung Türen und Fenster geschlossen zu halten. Diese Warnung wurde am Nachmittag wieder aufgehoben.

Fährunglück im Victoriasee: Retter bergen Überlebenden

Zwei Tage nach dem Fährunglück auf dem Victoriasee ist den Helfern am Samstag die kaum mehr erhoffte Bergung eines Überlebenden geglückt. Der Maschinist habe sich in einem „speziellen Raum“ mit ausreichend Luft zum Überleben eingesperrt, sagte der Parlamentarier Joseph Mkundi aus dem Ukerewe-Distrikt AFP. Damit stieg die Zahl der Überlebenden auf 41. Gleichzeitig sei die Zahl der Todesopfer auf 170 gestiegen, erklärte Mkundi.

Die gekenterte Fähre auf dem Victoriasee in Tansania
APA/AFP

Heute Früh (Ortszeit) hatte der staatliche Fernsehsender TBC die Zahl der Toten noch auf 151 beziffert. Die Such- und Bergungsarbeiten wurden fortgesetzt.

50 Meter vor Anlegestelle gekentert

Die Fähre „MV Nyerere“ war am Donnerstag im südlichen Teil des Sees gekentert, nur rund 50 Meter vom Anleger auf der Insel Ukara entfernt. Die Unglücksursache war zunächst unklar – doch die veröffentlichten Zahlen bedeuten, dass die Fähre, ausgelegt für 100 Passagiere, heillos überladen war. Nach ersten Schätzungen waren mehr als 300 Menschen an Bord, die exakte Zahl ist nach wie vor nicht bekannt.

Karte von Tansania und dem Victoriasee
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Tansanias Präsident John Magufuli warf den Verantwortlichen „Fahrlässigkeit“ vor und ordnete die Festnahme der Fährbetreiber an. Als Erster wurde nach einem Bericht der Zeitung „The Citizen“ der Kapitän der Unglücksfähre in Gewahrsam genommen, der sich nach Angaben des Staatschefs zum Zeitpunkt des Kenterns nicht an Bord befunden hatte. Er habe das Ruder jemandem überlassen, der für das Führen eines Schiffes keine Ausbildung habe.

Auf dem Victoriasee in Ostafrika ereigneten sich bereits mehrere schwere Schiffsunglücke. Überladung ist dabei immer wieder eine der Ursachen. Im Jahr 1996 etwa waren beim Untergang einer Fähre im tansanischen Teil des Sees schätzungsweise tausend Menschen ertrunken. Mit einer Fläche von rund 68.800 Quadratkilometern ist der Victoriasee einer der größten Seen der Erde. Er liegt zwischen Tansania, Kenia und Uganda.

Fünf Verletzte bei Messerangriff in New Yorker Geburtshaus

Bei einer Messerattacke in einem mutmaßlich illegal betriebenen Geburtshaus in New York sind drei Babys und zwei Erwachsene verletzt worden. US-Medien berichteten gestern Abend, die Einrichtung nehme asiatische Frauen auf, die ihr Kind in den USA zur Welt bringen wollten, um ihm die US-Staatsbürgerschaft zu ermöglichen. Die Hintergründe der Tat im Stadtteil Queens waren zunächst unklar.

Nach Angaben der Polizei wurde im Keller der Einrichtung als mutmaßliche Täterin eine 52-jährige Angestellte festgenommen, die versucht habe, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Alle Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht, seien aber nicht in Lebensgefahr.

Die verletzten Babys, zwei Mädchen und ein Bub, seien zwischen 13 Tagen und vier Wochen alt. Bei den zwei erwachsenen Verletzten handle es sich um einen Vater und eine weitere Mitarbeiterin. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stach die mutmaßliche Täterin auf jedes Opfer mehrfach ein. Zum Zeitpunkt der Tat kurz vor 4.00 Uhr Ortszeit hielten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft neun Babys und einige Eltern in dem Haus auf.

Zunächst war die Einrichtung für einen Kinderhort gehalten worden. Am Abend berichteten jedoch der Sender ABC und die Zeitung „Wall Street Journal“, dass es sich um ein Geburtshaus handle.

Wirtschaft

Italiens Notenbankchef warnt vor höherem Budgetdefizit

Italiens Notenbank-Chef Ignazio Visco hat die Regierung in Rom vor einem wachsenden Haushaltsdefizit im kommenden Jahr gewarnt. Wenn das Defizit steige, aber das strukturelle Wirtschaftswachstum nicht gleichzeitig ankurbelt werde, könnten sich die Schulden in eine nicht mehr tragbare Richtung entwickeln, sagte Visco heute auf einer Konferenz in Varenna.

Regierung berät über Etatplanung für 2019

Dann würde sich der Ausblick für die Staatsfinanzen weiter verschlechtern, die Zweifel der Investoren zunehmen und die Risikoprämie für Staatsanleihen steigen. Die Regierung berät derzeit über die Etatplanung für 2019. Die Eckdaten müssen bis Donnerstag an die EU-Kommission geschickt werden. Vize-Ministerpräsident Luigi Di Maio von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung sagte gestern, die Regierung sehe kein Problem in einem steigenden Defizit im kommenden Jahr. Sie erwarte, dass der Fehlbetrag ab 2020 wieder sinken werde.

Befürchtungen, die Regierung in Rom könnte mit massiven Ausgabensteigerungen eine neue Schuldenkrise auslösen, hatten im Sommer an den Anleihenmärkten Nervosität ausgelöst. Für Kontroversen hat insbesondere das sogenannte Bürgereinkommen gesorgt, das armen Italienerinnen und Italienern ein Einkommen von bis zu 780 Euro pro Monat garantieren soll. EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici rief die Regierung in Rom am Donnerstag in einem Interview mit Reuters TV zu einer verlässlichen Haushaltspolitik und einer Reduzierung des Defizits auf.

China sagt nach neuen Zöllen Handelsgespräche mit USA ab

Die chinesische Regierung hat nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ die für kommende Woche geplanten Handelsgespräche mit den USA abgesagt. Grund dafür sei die neueste Runde von Strafzöllen, die von beiden Seiten in dieser Woche verhängt wurden.

Ursprünglich wollte Chinas Vizepremier Liu He in der kommenden Woche auf Einladung von Finanzminister Steven Mnuchin nach Washington reisen. Dort sollte über eine Deeskalation des aktuellen Handelskriegs zwischen China und den USA gesprochen werden.

Neue US-Zölle auf Hälfte aller Importe aus China

US-Präsident Donald Trump hatte Anfang dieser Woche aber beschlossen, die Hälfte aller Wareneinfuhren aus China mit Sonderzöllen zu überziehen. Zu den bereits eingeführten Abgaben auf Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar (42,5 Mrd. Euro) werden am 24. September Zölle auf chinesische Waren im Volumen von weiteren 200 Milliarden Dollar folgen.

Peking kündigte daraufhin Vergeltung an. So sollen US-Importe im Wert von 60 Milliarden Dollar mit Extrazöllen belegt werden, teilte das chinesische Handelsministerium mit.

Gesundheit

Zahl der Toten durch West-Nil-Fieber steigt

In Europa sind in diesem Jahr bereits 115 Menschen nachweislich am West-Nil-Fieber gestorben. Das sind nach Angaben des EU-Gesundheitszentrums ECDC von gestern 25 registrierte Fälle mehr als in der Vorwoche. Das Virus wird durch Mücken übertragen und grassiert derzeit innerhalb der EU vor allem in Südeuropa.

Bis Donnerstag hatten die EU-Staaten dem Zentrum 1.134 Fälle von West-Nil-Fieber für dieses Jahr gemeldet, 186 mehr als in der Vorwoche. Doch die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen, denn die meisten Erkrankten haben keine oder nur harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen. Nur etwa jeder 150. Infizierte erkrankt nach Auskunft des deutschen Robert-Koch-Instituts schwer, etwa mit Hirnhautentzündung. In der Regel seien das ältere Menschen mit Vorerkrankungen.

In seltenen Fällen ist die Krankheit tödlich, dennoch sterben in Südeuropa derzeit zahlreiche Menschen daran. Besonders viele Todesfälle registrierte in diesem Jahr Italien (35), gefolgt von Serbien (29) und Rumänien (25). Für Griechenland wurden 24 Tote genannt, das griechische Gesundheitsministerium sprach dagegen bereits von 28 Toten.

Science

Japanische Roboter auf Asteroiden gelandet

Zwei kleine Roboter der japanischen Raumsonde „Hayabusa2“ sind 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt auf dem Asteroiden Ryugu gelandet. Das gab die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa heute bekannt.

Die beiden trommelförmigen Roboter sollen vor dem für Oktober geplanten Aufsetzen der deutsch-französischen Landeeinheit „Mascot“ Aufnahmen von der Oberfläche des Himmelskörpers machen und die Temperatur auf dem Asteroiden messen. Die Forscher wollen mit der Mission den Ursprüngen unseres Sonnensystems auf die Spur kommen.

Seit Ende 2014 im All

Die beiden Kundschafter „Rover-1A“ und „Rover-1B“ mit dem gemeinsamen Namen „Minerva II“ sind mit jeweils vier beziehungsweise drei Kameras ausgerüstet. Sie sollen zusammen Stereoaufnahmen von der Oberfläche des Asteroiden machen, hieß es. Die Roboter kommunizieren mit „Hayabusa2“ über ein OME-E genanntes Gerät an Bord der Raumsonde. Dieses wird später auch zur Kommunikation mit dem deutsch-französischen Lander „Mascot“ genutzt.

„Hayabusa2“ startete im Dezember 2014 in Japan und erreichte nach fast vier Jahren im All Ende Juni ihr Ziel. Die Sonde soll sich dem Asteroiden während der Mission so annähern, dass sie im dichten Überflug Material von seiner Oberfläche einsaugen und im Jahr 2020 zur Erde bringen kann.

Der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der französischen Raumfahrtagentur CNES entwickelte Lander „Mascot“, dessen Landung auf dem Asteroiden Anfang Oktober erfolgen soll, wird auf Ryugu bleiben. Der Name Ryugu steht für den Unterwasserpalast eines Drachenkönigs aus der japanischen Überlieferung.

Kultur

Religion

China und Vatikan schließen vorläufiges Abkommen

Der Vatikan und China haben ein „vorläufiges Abkommen“ über die strittige Frage von Bischofsernennungen getroffen. Das teilte das vatikanische Presseamt heute mit. Die Vereinbarung solle die „Bedingungen für eine weitere Zusammenarbeit auf bilateraler Ebene“ schaffen. Der Inhalt des Abkommens wurde nicht mitgeteilt. Geschätzt rund 13 Millionen von etwa 1,3 Milliarden Einwohnern der Volksrepublik China sind Katholiken; die Behörden verzeichnen jedoch lediglich sechs Millionen. Als kleine Minderheit haben die Katholiken mit rund 100 Diözesen dennoch landesweit funktionierende Kirchenstrukturen.

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Papst: Litauen als Brücke zwischen Ost- und Westeuropa

Litauen dient nach den Worten von Papst Franziskus als Brücke zwischen Ost- und Westeuropa. Damit leiste das Land einen besonderen Beitrag für die EU, sagte er zum Beginn seiner Baltikumreise heute in Vilnius. In seiner ersten Rede im Präsidentenpalast mahnte er, Toleranz, Gastfreundschaft, Respekt und Solidarität lebendig zu halten. Diese Werte hätten Litauen erlaubt, als Nation zu wachsen und nicht unterzugehen.

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Lifestyle

„O’zapft is“: 185. Oktoberfest in München eröffnet

Mit zwei Schlägen hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) heute das erste Fass Bier angezapft und damit das 185. Oktoberfest eröffnet. Erstmals war Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Anzapfbox im Schottenhamel-Zelt dabei – er erhielt traditionsgemäß die erste Maß Festbier.

Während Böllerschüsse den Start des größten Volksfests der Welt verkündeten, stießen Reiter und Söder auf eine friedliche Wiesn an. Danach bekamen auch die Wiesn-Gäste in den Zelten das erste Bier. Die Maß Bier kostet dieses Jahr bis zu 11,50 Euro.

Sechs Millionen Besucher erwartet

Hunderte Gäste, der Großteil in Dirndl und Lederhose, hatten bereits in der Früh bei herbstlichem Wetter auf den Einlass gewartet. Um 9.00 Uhr kam über die Lautsprecheranlage – auf Deutsch, Englisch und Bairisch – der ersehnte Satz: „Liebe Festgäste, willkommen auf dem Oktoberfest. Wir öffnen jetzt das Festgelände.“

In München rennen Wiesn-Besucher beim Einlass auf das Oktoberfestgelände
APA/dpa/Angelika Warmuth

Bis zum 7. Oktober werden sechs Millionen Gäste erwartet. Rund 600 Polizeibeamte und viele hundert Ordner sollen an den 16 Festtagen für Sicherheit sorgen. Das Gelände ist auch dieses Jahr umzäunt, an den Eingängen wird stichprobenartig kontrolliert. Es gibt noch mehr Videokameras und zusätzliche Beamte mit Bodycams.

Panorama

Mit Rettung zum Strand: Mann wollte „letztes Mal Meer sehen“

Ein Zwischenstopp eines Rettungswagens vom Roten Kreuz am Strand von Marina di Carrara (Region Toskana) rührt derzeit viele Italiener. Die Einsatzkräfte konnten einem 88-Jährigen nicht den Wunsch abschlagen, ein möglicherweise letztes Mal das Meer zu sehen.

Das vom Roten Kreuz der Stadt Ivrea auf Facebook veröffentlichte Bild wurde zigfach geteilt. „Ich möchte mich bei den vier freiwilligen Engeln vom Roten Kreuz bedanken, die meinen Vater im Rettungswagen von Carrara nach Ivrea brachten und ihm auf diesem Weg ermöglichten, möglicherweise das letzte Mal das Meer zu sehen“, lautete ein Kommentar, den der Sohn des 88-Jährigen dazu veröffentlichte.