Inland

Anfang November hat die Bundesregierung das klimapolitisch wichtige Erneuerbaren-Wärme-Gesetz (EWG) im Ministerrat beschlossen. Dieses sieht den Ausstieg aus Gasheizungen bis 2040 und aus Ölheizungen bis 2035 vor und das bereits ab dem kommenden Jahr.

Laut einem Bericht der „Kleinen Zeitung“ wird daraus nun vorerst nichts, da weiterhin die notwendige Zweidrittelmehrheit fehlt. Ein Inkrafttreten vor Mitte des nächsten Jahres sei somit nicht mehr realistisch.

Laut der „Kleinen Zeitung“ sei das Gesetz aufgrund der fehlenden Zweidrittelmehrheit von der Tagesordnung des letzten heurigen Wirtschaftsausschusses am Mittwoch genommen worden, die Zeitung beruft sich dabei auf Verhandlerkreise.

Die Verzögerung liege laut dem Bericht allerdings nur bedingt an den Einwänden der für die Zweidrittelmehrheit notwendigen SPÖ-Mandatare und -Mandatarinnen. Tatsächlich bremse im Hintergrund auch die Wirtschaftskammer, die sich gegen die Regelungen sperre, heißt es. „Jeder Beistrich, der in den jetzigen Verhandlungen geändert werden soll, wird deshalb von der ÖVP blockiert, was am Ende alles verzögert“, wird ein Insider in dem Bericht zitiert.

Anlässlich des heutigen 29. Internationalen Tags der Menschen mit Behinderungen hat Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) mehr Geld für diese Personengruppe angekündigt. Einerseits stehen 2023 insgesamt 340 Millionen Euro aus dem Budget für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung zur Verfügung, das sind 30 Mio. Euro mehr als heuer. Damit soll auch ein Schwerpunkt auf die Verbesserung der beruflichen Teilhabe von Frauen mit Behinderungen gelegt werden.

Und andererseits werden für die Förderung von Projekten, die der Umsetzung der UNO-Behindertenrechtskonvention dienen, in den Jahren 2023 und 2024 jeweils 50 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt. Der im heurigen Juli vom Ministerrat beschlossene „Nationale Aktionsplan Behinderung 2022-2030“ bildet die zentrale Strategie zur Umsetzung der UNO-Behindertenrechtskonvention in Österreich.

Die Barrierefreiheitsanforderungen von Computern, Smartphones, E-Books, Bankomaten, Fahrkartenautomaten, E-Banking und weiteren Produkten und Dienstleistungen müssen künftig nach einem EU-weiten, einheitlichen Standard verbindlich festgeschrieben werden. Für diese Umsetzung hat das Sozialministerium ein neues Barrierefreiheitsgesetz ausgearbeitet, für das nach der Begutachtung nun eine Regierungsvorlage erarbeitet wird.

Die Bundesländer fordern vom Bund einen „Energieschutzschirm“ für Österreich analog zur deutschen Gaspreisbremse. „Man muss in die Gänge kommen“, hieß es gestern bei dem Treffen der Landeshauptleutekonferenz. Zudem wollen die Länder ein größeres Stück von den Steuerertragsanteilen.

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Heute ist der internationale Tag der Menschen mit Behinderung. In Wien wird das nicht unbemerkt bleiben: Im Stephansdom findet um 12 Uhr ein barrierefreier Gottesdienst statt. Die Fassade der Roßauer Kaserne wird am Abend von lila-violettem Licht angestrahlt.

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Christkindlmärkte kaum barrierefrei

Menschen mit Behinderung wird auf Christkindlmärkten kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Ganz im Gegenteil: Auf barrierefreien Plätzen werden oft sogar Barrieren geschaffen. Die Politik müsse hier Lösungen finden, wird appelliert.

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Die Schulen sollen in Eigenverantwortung Notfallpläne für den Fall eines Blackouts erstellen bzw. diese überarbeiten. In einem Rundschreiben hat das Bildungsministerium den Bildungsdirektionen einen „Denkleitfaden“ dazu übermittelt, den diese wiederum den Direktorinnen und Direktoren zukommen lassen sollen. Sie sollen damit „angeregt“ werden, sich präventiv mit einem längeren Stromausfall auseinanderzusetzen.

Gleich vorweg wird darin klargestellt, dass es dazu keine einheitlichen Vorgaben geben könne – zu unterschiedlich seien die regionalen und lokalen Bedingungen bzw. das Alter der betreuten Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig wird den Schulen geraten, sich auf so eine Situation am jeweiligen Standort vorzubereiten.

So sollten Schulen etwa wissen, wer im Ernstfall die zuständige behördliche Einsatzleitung ist und wie diese auch bei Ausfall der Telekommunikationssysteme erreicht werden kann. Außerdem müssten Eltern im Vorhinein über die Vorgangsweise im Fall eines Blackouts informiert und überlegt werden, wie nicht abgeholte Kinder nach Hause gebracht werden können.

Zudem sollte auch klar sein, wer Informationen von Klasse zu Klasse trägt und wer zur Beaufsichtigung der Schule vor Ort bleiben kann. Im Fall eines Blackouts sollen die Schulen auf weitere Anweisungen über das Radio warten und sämtliche Entscheidungen in einem Logbuch dokumentieren.

Ukraine-Krieg

Die Ukraine hat nach Daten des Landwirtschaftsministeriums in der Saison 22/23 bisher 29,6 Prozent weniger Getreide ausgeführt als in der vorherigen Saison. Insgesamt exportierte die Ukraine 18,1 Millionen Tonnen Weizen, Mais und Gerste. In der vorherigen Saison waren es noch 25,8 Millionen Tonnen. Wegen der russischen Invasion waren drei ukrainische Schwarzmeer-Häfen fast sechs Monate blockiert.

Nach Angaben der Regierung könnte die Ukraine in diesem Jahr etwa 51 Millionen Tonnen Getreide ernten. Im Jahr 2021 hatte die Ernte noch einen Rekord von 86 Millionen Tonnen erreicht. Seitdem hat die Ukraine jedoch wegen des Kriegs Agrarland verloren und geringere Erträge erzielt.

Bei mehreren Auslandsvertretungen der Ukraine sind nach Angaben des Außenministeriums in Kiew „blutige Päckchen“ eingegangen, die Tieraugen enthalten hätten. Schon in den vergangenen Tagen waren sechs Briefbomben an mehrere mit der Ukraine in Zusammenhang stehende Einrichtungen in Spanien verschickt worden.

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In der südukrainischen Region Cherson sind nach Angaben des ukrainischen Gouverneurs binnen 24 Stunden drei Menschen durch russischen Beschuss getötet worden. Sieben Menschen seien verletzt worden, teilte Jaroslaw Januschewytsch gestern auf Telegram mit. Die russischen Truppen hätten die gleichnamige Stadt Cherson und andere Teile der Region 42-mal innerhalb von 24 Stunden bombardiert.

Die am Westufer des Dnipro liegende Regionalhauptstadt wurde Mitte November nach monatelanger russischer Besatzung von ukrainischen Streitkräften befreit. Seither steht sie unter dem Beschuss russischer Truppen, die sich ans Ostufer zurückgezogen haben.

Die von der russischen Besatzungsmacht installierte Verwaltung in der Region Cherson kündigte an, Menschen mit eingeschränkter Mobilität aus der Stadt Kachowka in Sicherheit zu bringen. Damit solle heute begonnen werden, hieß es in einem auf Telegram geposteten Beitrag.

Ukraine trifft russisches Treibstofflager

Bei einem Raketenangriff der ukrainischen Streitkräfte wurde gestern ein Treibstofflager in Schachtjorsk im Donbas getroffen. Dabei seien mehrere Menschen zu Schaden gekommen, teilte der Bürgermeister Alexander Schatow von der dortigen prorussischen Verwaltung mit, wie die russische Staatsagentur TASS berichtete. „Das Tanklager wurde getroffen, leider gibt es Opfer.“

Über die Auswirkungen der beiden Raketeneinschläge in dem Lager wurden keine Angaben veröffentlicht. Nach russischer Darstellung setzten die ukrainischen Streitkräfte bei dem Angriff Artillerieraketenwerfer vom Typ HIMARS ein. Die Angaben ließen sich nicht überprüfen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Rückkehr weiterer Soldaten aus russischer Gefangenschaft gefeiert. „Es war ein besonderer Tag in einer besonderen Woche“, sagte Selenskyj am Abend in seiner täglichen Videoansprache. Zugleich kündigte er an, weitere Soldaten aus russischen Gefangenenlagern zurückzuholen.

„Wir werden keinen einzigen Ukrainer in russischen Gefängnissen, Lagern und ‚Isolationen‘ (Haftanstalten) zurücklassen. Wir denken an alle.“

Selenskyj hatte am Nachmittag in Kiew eine Reihe von ehemaligen Kriegsgefangenen getroffen und ihnen Medaillen verliehen. In den vergangenen Tagen hatten Russland und die Ukraine mehrmals Kriegsgefangene ausgetauscht. Nach Selenskyjs Angaben kamen auf diese Art seit Kriegsbeginn im Februar insgesamt 1.331 ukrainische Soldaten aus russischer Gefangenschaft frei.

In der Ukraine ist kurz nach der Entstehung ein Bild des Streetart-Künstlers Banksy von Kriminellen aus der Wand geschnitten worden. Im Kiewer Vorort Hostomel hätten Polizisten eine Gruppe von acht Personen im Alter zwischen 27 und 60 Jahren festgenommen, teilte der Polizeichef des Gebietes Kiew, Andrij Njebytow, gestern mit. Das Bild einer Frau im Morgenmantel mit Lockenwicklern und einer Gasmaske sei beschlagnahmt worden.

Bild des Streetart-Künstlers Banksy auf der Mauer eines zerstörten Hauses in Hostomel (Ukraine)
APA/AFP/Genya Savilov

Der Organisator sei ein im Jahr 1990 geborener Kiewer. Ein Motiv wurde zunächst nicht bekannt. Die Polizei war nach einem Anruf von Anwohnern aktiv geworden. Sie hatten beobachtet, wie das Bild aus der Wärmedämmung geschnitten wurde.

Das Kulturministerium wurde inzwischen eingeschaltet, um über das weitere Schicksal des Bildes zu entscheiden.

Im November war bekanntgeworden, dass der mysteriöse britische Künstler Banksy mehrere Werke in den vom russischen Angriffskrieg betroffenen Vororten von Kiew und in der ukrainischen Hauptstadt selbst hinterlassen hat. Russland ist Ende Februar in die Ukraine einmarschiert.

Ausland

Die US-Luftwaffe hat ihren neuen Tarnkappenbomber B-21 Raider vorgestellt – das erste neue Bombermodell der Air Force seit Jahrzehnten. Das Hightech-Flugzeug wurde gestern in einer aufwendigen Inszenierung auf dem Gelände des Rüstungskonzerns Northrop Grumman in Palmdale (Kalifornien) präsentiert.

B-21 Bomber auf Bühne
Reuters/David Swanson

Der B-21 ist dank neuester Technologie für gegnerische Radare noch schwieriger auszumachen als andere Tarnkappenbomber und kann theoretisch ohne Besatzung fliegen. Er kann sowohl atomar als auch konventionell bestückte Raketen abfeuern. Der Preis pro Flugzeug dürfte bei knapp 700 Millionen Dollar (rund 670 Millionen Euro) liegen, die US-Luftwaffe will mindestens hundert Maschinen kaufen. Der erste Flug ist für das kommende Jahr geplant.

Der B-21 soll in der Air Force schrittweise die bisherigen B-1- und B-2-Bomber ablösen, die aus der Zeit des Kalten Krieges stammen. „Der B-21 wird das Rückgrat unserer künftigen Bomberluftwaffe sein“, erklärte Air-Force-Sprecherin Ann Stefanek. Das Flugzeug verfüge über die Fähigkeit, in die „umkämpftesten Risikogebiete“ der Welt einzudringen und in jedem Ziel weltweit für Gefahr zu sorgen.

Der Name Raider ist eine Ehrung des Doolittle Raid – das englische Wort raid bedeutet Angriff – im Zweiten Weltkrieg. Monate nach dem japanischen Überraschungsangriff auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor im Dezember 1941 hatten US-Bomber unter Führung von Oberstleutnant James Doolittle in einem Gegenangriff Tokio attackiert. Es war der erste US-Angriff auf das japanische Festland und ein symbolisch wichtiger Erfolg für die US-Streitkräfte.

Die Militärjunta in Myanmar hat nach UNO-Angaben mindestens sieben Studierende zum Tode verurteilt. Die Urteile seien am Mittwoch von einem Militärgericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefällt worden, erklärte der UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk. Die Junta nutze Todesurteile als „politisches Mittel zur Unterdrückung der Opposition“.

Die Militärführung zeige weiterhin keine Bereitschaft, die Gewalt im Land zu beenden „und die Bedingungen für einen politischen Dialog zu schaffen“.

Medienberichten zufolge waren die sieben Studenten aus Yangon im April festgenommen worden. Sie wurden demnach beschuldigt, an einer Schießerei in einer Bank beteiligt gewesen zu sein. „Die Verhängung der Todesstrafe gegen die Studenten ist ein Racheakt des Militärs“, erklärte die Studierendenvereinigung der Dagon-Universität in Rangun. Nach UNO-Angaben sitzen inzwischen 139 zum Tode verurteilte Häftlinge in den Gefängnissen des Landes.

Die UNO geht außerdem Berichten nach, wonach vier weitere jugendliche Aktivisten am Donnerstag ebenfalls zum Tode verurteilt wurden. Türk warf der Junta vor, mit den Verfahren vor den Militärgerichten „gegen die grundlegenden Prinzipien eines fairen Prozesses“ zu verstoßen. Die Anhörungen dauerten manchmal nur wenige Minuten und den Inhaftierten werde oft der Kontakt zu Anwältinnen und Anwälten und ihren Familien untersagt.

Wirtschaft

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat ihre Kreditbewertung für Elon Musks Onlineplattform Twitter wegen eines „Mangels an ausreichenden Informationen“ zurückgezogen. Das teilte das Unternehmen gestern (Ortszeit) in Chicago mit.

Musk hatte Twitter Ende Oktober für rund 44 Milliarden Dollar gekauft. Der Unternehmer nahm den Kurznachrichtendienst von der Börse, sodass dieser keine öffentlichen Geschäftsberichte mehr vorlegen muss.

Im Zuge der Übernahme bürdete Musk Twitter Schulden in Milliardenhöhe auf. S&P hatte die Bonitätsnote am 1. November aufgrund dieser Belastungen um fünf Stufen auf „B-“ gesenkt – und damit noch tiefer in den Ramschbereich für hochspekulative Investments. Außerdem hatten die Kreditwächter das Rating unter verschärfte Beobachtung genommen. Nun sieht S&P aufgrund mangelnder Einblicke in die Finanzlage aber gar keine Möglichkeit zur Bewertung mehr.

Macron traf Musk bei USA-Besuch

Bei seinem USA-Besuch traf Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Musk. Macron schrieb gestern (Ortszeit) in einem Tweet, er sei am Nachmittag mit ihm zusammengekommen und habe eine „klare und ehrliche Diskussion“ geführt. Musk habe sich dazu bekannt, gegen terroristische und gewalttätige bzw. extremistische Inhalte vorzugehen und Kinder online besser zu schützen. „Absolut“, antwortete Musk in einem Tweet auf Französisch.

Seit Musks Übernahme von Twitter gibt es verbreitete Sorgen, dass unter seiner Führung und nach dem von ihm durchgeführten großen Stellenabbau mehr Hassreden und Beschimpfungen auf der Plattform landen könnten. Der Tech-Milliardär hatte solche Sorgen selbst mit wiederkehrender Kritik ausgelöst, Twitter habe zu sehr die Redefreiheit auf der Plattform eingeschränkt.

Twitter will sich mehr auf Automatisierung stützen

Twitter will sich in Zukunft bei der Moderierung von Inhalten mehr auf Automatisierung verlassen. „Das Wichtigste, was sich geändert hat, ist, dass das Team jetzt ermächtigt ist, so schnell und aggressiv wie möglich zu handeln“, sagte die neue Twitter-Chefin für Vertrauen und Sicherheit, Ella Irwin, in einem Interview mit Reuters.

Laut Irwin will Twitter nun die Automatisierung vorantreiben, anstatt sich auf zeit- und arbeitsintensive menschliche Überprüfungen schädlicher Inhalte zu verlassen.

Die deutsche Regierung will Strom- und Gasversorgern einem Zeitungsbericht zufolge Preiserhöhungen für 2023 generell untersagen. Das gehe aus dem vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwurf zu den Preisbremsen hervor, berichtet die „Bild“ heute.

Hunderte bereits beschlossene Erhöhungen zum Jahreswechsel seien demnach illegal. Der Versorger müsse im Streitfall dem Bundeskartellamt beweisen, dass die Börsenpreise die Erhöhung rechtfertigten, berichtet das Blatt unter Berufung auf eine Sprecherin des deutschen Wirtschaftsministeriums.

Erhebliche Aufschläge geplant

Solange der Versorger das nicht könne, bleibe die Erhöhung verboten. Hintergrund sei der Erstattungsanspruch, der für Gaslieferanten aus den von der Regierung beschlossenen Energiepreisbremsen gegen den Staat erwachse, hieß es aus Kreisen der Ampelkoalition aus SPD (Sozialdemokraten), FDP (Liberale) und Grünen.

Unter Berufung auf Zahlen des Verbraucherportals Check24 berichtet „Bild“, dass es zum 1. Jänner erhebliche Preisaufschläge gebe: 457 Gasversorger planen demnach ein Plus um durchschnittlich 56 Prozent, davon betroffen wären 3,6 Millionen Haushalte. 636 Stromversorger planten Erhöhungen um durchschnittlich 60 Prozent für 7,5 Millionen Haushalte.

Verbraucherschützer: Zahlung zurückhalten

„Verbraucher dürfen die Zahlung der Erhöhung zurückhalten“, sagte die Chefin des Bundes der Energieverbraucher, Leonora Holling, dem Blatt. Die geplanten Erhöhungen stünden nicht im Verhältnis zur Preisentwicklung an der Börse. „Wir raten Verbrauchern, Widerspruch einzulegen.“

Als Grundlage für die in Niederösterreich angestrebte Energieunabhängigkeit wird das Stromnetz stark ausgebaut. Das ist notwendig, um genügend Netzkapazitäten zu schaffen und um neue Ökostromanlagen ans Netz anschließen zu können.

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Ob Tiefkühlpizza, Babybrei oder Mineralwasser – auf vielen Produkten im Supermarkt prangen Labels wie „klimapositiv“ oder „CO2-neutral“. Oft entpuppt sich das aber als reiner Marketingschmäh. Statt die Produkte klimafreundlich herzustellen, kaufen die Unternehmen im Nachhinein einfach CO2-Zertifikate. Foodwatch kritisiert das „dreiste Greenwashing“ und fordert ein Verbot von Werbung mit irreführenden Klimabegriffen.

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Sport

Kamerun hat einen 1:0-Sieg über Brasilien bei der WM in Katar gefeiert, das Achtelfinale aber trotzdem verpasst. Gestern gelang den „unbezähmbaren Löwen“ dank eines Tores von Vincent Aboubakar in der Nachspielzeit (92.) ein am Ende glücklicher Erfolg. Da die Schweiz im Parallelspiel allerdings Serbien mit 3:2 bezwang, war die K.-o.-Phase für Kamerun außer Reichweite. Brasilien wurde trotz der Niederlage Gruppensieger.

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Südkorea steht zum dritten Mal in der Geschichte im Achtelfinale einer Weltmeisterschaft. Die „Taeguk Warriors“ feierten gestern in al-Rajjan einen 2:1 (1:1)-Erfolg über Gruppensieger Portugal und sicherten sich aufgrund der höheren Anzahl an erzielten Toren bei gleicher Tordifferenz im Vergleich mit Uruguay (2:0 gegen Ghana) Platz zwei in Gruppe H. Das entscheidende Tor machte der Ex-Salzburger Hwang Hee Chan (91.). Die Portugiesen sind trotz der Niederlage Gruppensieger.

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Nach Mexiko ist auch Uruguay gestern bei der Fußballweltmeisterschaft nur um ein Tor am Aufstieg ins Achtelfinale gescheitert. Die Südamerikaner gewannen zwar zum Abschluss der Gruppe H gegen Ghana mit 2:0, Südkorea stieg aber nach einem 2:1 gegen Portugal hinter den Europäern auf. Ein Doppelschlag war für Uruguay zu wenig.

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Coronavirus

In China werden trotz hoher Neuinfektionszahlen immer mehr CoV-Auflagen gelockert. In der Hauptstadt Peking wurden heute Teststationen geschlossen und abgebaut. Für den Gang in den Supermarkt ist kein negativer Test mehr nötig, ab Montag darf auch die U-Bahn ohne einen solchen Nachweis wieder genutzt werden. Zum Betreten von Büros und anderer Gebäude muss aber nach wie vor vorgelegt werden, dass keine Coronavirus-Infektion vorliegt.

An den verbliebenen Teststationen bildeten sich daher weiter lange Schlangen. Auch in Shenzhen darf der öffentliche Nahverkehr wieder ohne CoV-Test genutzt werden, der Zugang zu Parks ist ebenfalls ohne Auflagen möglich. Die Städte Chengdu und Tianjin hatten dies bereits angekündigt.

Am vergangenen Wochenende hatte es in vielen Städten Chinas Proteste gegen die strenge Auslegung der Null-Covid-Politik von Präsident Xi Jinping gegeben. Diese stützt sich insbesondere auf vergleichsweise lange, strenge Lockdowns. Das bremst die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt allerdings aus, das für dieses Jahr erwartete Wachstum dürfte eines der schwächsten seit fast einem halben Jahrhundert sein. Die Menschen sind immer weniger willens, sich den Maßnahmen zu beugen. Die jüngste Welle des zivilen Ungehorsams war beispiellos.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 360,1 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 5.342 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 21.225 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

1.000 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, 57 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist mit dieser Datenquelle bundesweit nicht möglich.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Chronik

Ein Pkw ist gestern am frühen Abend auf dem Wiener Ring beim Burgtheater in eine Straßenbahn gekracht. Der Straßenbahnverkehr entlang der Ringstraße kam daher zwischenzeitlich zum Erliegen. Bei dem Unfall wurde eine Frau leicht verletzt.

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Ein Rosenverkäufer ist gestern Abend in der Stadt Salzburg schwer verletzt worden. Ein 51-Jähriger schubste den Verkäufer vor einem Lokal und prügelte auch noch auf ihn ein, als dieser bereits auf dem Boden gelegen war.

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Nach einem wochenlangen Gerichtsdrama mit über 40 Zeugenaussagen liegt das Schicksal von Harvey Weinstein nun in der Hand der Jury. In dem Prozess gegen den früheren Filmproduzenten wegen sexueller Übergriffe haben sich die zwölf Geschworenen gestern (Ortszeit) in Los Angeles zu Beratungen über das Urteil zurückgezogen. Eine schnelle Entscheidung gab es nicht. Am Montag sollten sie zur Urteilsfindung wieder zusammentreffen.

Die Jury muss über sieben Anklagepunkte, darunter Vergewaltigung und andere sexuelle Übergriffe, entscheiden. Es geht um Vorwürfe von vier Frauen in einem Zeitraum von 2004 bis 2013. Die meisten Übergriffe sollen in Hotels in Beverly Hills stattgefunden haben. Im Falle eines Schuldspruchs in allen Punkten droht dem 70-Jährigen eine jahrzehntelange Haftstrafe.

In ihren Abschlussplädoyers hatten Verteidigung und Anklage noch einmal drastische Worte benutzt. Staatsanwältin Marlene Martinez bezeichnete Weinstein zum Ende des Prozesses als „degenerierten Vergewaltiger“, wie im Gericht anwesende Journalisten berichteten. Er habe seine Macht dazu benutzt, Frauen nachzustellen und wie ein Raubtier zu handeln. Sein Hotelzimmer sei für die Frauen zur Falle geworden.

Klägerinnen beschrieben Missbrauch

Die Verteidigung argumentierte, dass sexuelle Handlungen einvernehmlich waren und dass einige der vorgebrachten Vorwürfe von den Frauen frei erfunden waren. Weinstein-Anwalt Mark Werksman hatte schon zum Auftakt des Prozesses im Oktober gegen die Klägerinnen ausgeholt. Sie würden lügen, Begegnungen erfinden oder sie nun unter dem Eindruck der „#MeToo“-Bewegung völlig anders darstellen. Die Frauen hätten damals mit seinem Mandanten einvernehmlich Sex gehabt, um in Hollywood weiterzukommen, sagte Werksman. Das sei in der Branche so üblich gewesen.

Teils unter Tränen hatten die vier Klägerinnen und weitere Zeuginnen den mutmaßlichen Missbrauch beschrieben. Sie berichteten von erzwungenem Oralverkehr, Vergewaltigung und anderen gewaltsamen Übergriffen. Dabei wurden intime Details und Auffälligkeiten von Weinsteins angeblich deformierten Genitalien angesprochen.

Die Ermordung eines jungen Mannes in einer katholischen Kirche hat in Tschechien für Bestürzung gesorgt. Der 18-Jährige wurde in dem Gotteshaus in der Gemeinde Baska bei Frydek-Mistek tot aufgefunden, wie eine Polizeisprecherin gestern mitteilte. Er war in der Gemeinde ehrenamtlich als Organist tätig und hatte für Proben einen Schlüssel zu der Kirche.

Bekannter des Opfers verhaftet

Die Polizei nahm einen 20 Jahre alten Bekannten des jungen Mannes fest, dem Mord in einem besonders schweren Fall zur Last gelegt wird. Er soll sein Opfer aus nicht näher benannten persönlichen Gründen in der Kirche des Heiligen Wenzel angegriffen und getötet haben. Bei einer Verurteilung drohen ihm nach Polizeiangaben bis zu 20 Jahre Haft.

Baska hat knapp 4.000 Einwohner und liegt im äußersten Osten Tschechiens. Der Bischof der zuständigen Diözese Ostrava-Opava, Martin David, bekundete seine Anteilnahme. Er habe dem jungen Mann erst vor Kurzem die Firmung erteilt. Die Nachricht von seinem Tod erfülle ihn mit großem Schmerz. Er bete für ihn und seine Familie.

Einen Monat nach dem Tod von US-Rapper Takeoff in Houston ist ein Tatverdächtiger festgenommen worden. Gegen den 33-Jährigen sei Anklage wegen Mordes erhoben worden, teilte die Polizei der texanischen Stadt gestern mit. Er soll den 28 Jahre alten Takeoff – mit bürgerlichem Namen Kirsnick Khari Ball – am 1. November in Houston erschossen haben. Zudem wurde ein 22-Jähriger in Zusammenhang mit dem Vorfall wegen unerlaubten Waffenbesitzes angezeigt.

Polizei: Rapper war „unbeteiligter Zuschauer“

Ermittlern zufolge ereignete sich der tödliche Vorfall nach einer privaten Party in einer Bowlingbahn. Während eines Streits seien Schüsse gefallen. Sergeant Michael Burrow beschrieb den Rapper als „unbeteiligten Zuschauer“. Er sei unbewaffnet und nicht in den Streit verwickelt gewesen. „Wir haben einen guten Mann verloren“, sagte Polizeichef Troy Finner.

Zusammen mit den Rappern Quavo und Offset bildete Takeoff die Grammy-nominierte Gruppe Migos aus Atlanta im Bundesstaat Georgia. Migos feierte mit Hits wie „Versace“, „Bad and Boujee“ und „MotorSport“ Erfolge. Bei einer großen Trauerfeier Mitte November nahmen Tausende Abschied. Auch Musiker wie Drake, Justin Bieber, Chloe Bailey und Yolanda Adams zollten ihm Tribut. Seine Familie gründete eine Stiftung, die mit Gemeindeprojekten gegen Schusswaffengewalt vorgehen soll.

Umwelt & Klima

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will Elektroautos in Deutschland zu potenziellen Stromspeichern machen. „Wir brauchen batterieelektrische Speicher, die meisten davon werden wir auf der Straße sehen: in Form von Autos, die Energie aufnehmen, zum richtigen Zeitpunkt wieder ins Netz einspeisen und dafür Geld bekommen“, sagte Habeck der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

„Braucht intelligente Messgeräte“

Dafür brauche es intelligente Messgeräte, die helfen, den Verbrauch zu steuern. „Das nötige Gesetz werden wir noch dieses Jahr in die Ressortabstimmung geben“, kündigte Habeck an. „Damit schaffen wir die Voraussetzung für digitale Preissignale im Markt.“ Das sei auch deswegen nötig, weil der Strombedarf in Deutschland bis 2030 von heute 560 Terawattstunden im Jahr auf dann 750 Terawattstunden steigen werde.

Kultur

Zu Biedermeierzeiten lockt das Tanzvergnügen die Wienerinnen und Wiener auch in die Vorstadt. So wird der Sperlsaal in der damals vorgelagerten Leopoldstadt zu einem der beliebtesten Vergnügungsetablissements. Hier dreht sich das elegante Wien zu den schwungvollsten Walzerklängen. Vor allem für Johann Strauss Vater wird „der Sperl“ zum Stammlokal und zur ersten Bühne für eine Vielzahl seiner Werke.

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Vor etwas mehr als drei Jahren ist Lotte Tobisch gestorben. Sie war über Jahrzehnte hinweg eine prägende Persönlichkeit des Wiener Gesellschafts- und Kulturlebens. Eine Ausstellung in der Wien-Bibliothek zeigt ihr Leben von Opernball bis Maggi-Werbung.

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Der Wiener Staatsoperndirektor Bogdan Roscic verzichtet künftig auf einen Musikdirektor für das Haus am Ring. „Ab September 2025 wird das Haus keinen Musikdirektor haben“, sagte er in einem Interview mit dem „Standard“ (Samstag-Ausgabe). Stattdessen will er sich nach dem bereits angekündigten Abgang des amtierenden Musikdirektors Philippe Jordan auf die „intensive Zusammenarbeit mit einer Gruppe wichtiger Dirigenten“ konzentrieren.

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Mit ihrer Mystery-Serie „1899“ wollen Drehbuchautorin Jantje Friese und Regisseur Baran bo Odar an ihren großen Erfolg der Zeitreiseserie „Dark“ anschließen. In „1899“ erkunden sie nun die dunklen Geheimnisse der Reisenden eines riesigen Dampfschiffes. Zwei Wochen nach Start ist die Serie fix in den Top Ten der Netflix-Charts einzementiert und drauf und dran, den „Dark“-Erfolg zu wiederholen. Zu Recht?

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Panorama

Die Millionenmetropole New York ist auf der Suche nach einem obersten Rattenfänger. „Ratten werden dieses Jobangebot hassen“, heißt es in der auf der Webseite der Stadtverwaltung veröffentlichten Ausschreibung. Gesucht werde jemand mit einem Bachelor-Abschluss und mehreren Jahren Berufserfahrung unter anderem in der Stadtplanung. Gefordert sind auch die Beherrschung mehrerer Computerprogramme sowie eine „generell knallharte Aura“.

Bewerber und Bewerberinnen bräuchten einen „Killerinstinkt, den echten Feind zu bekämpfen – die unerbittliche Rattenbevölkerung von New York City“, heißt es weiter in der Ausschreibung. Der oder die Auserwählte bekäme für seine Tätigkeit als oberster Rattenbekämpfer bzw. oberste Rattenbekämpferin dann aber auch bis zu 170.000 Dollar (rund 161.000 Euro) pro Jahr. Die vielen Ratten, die unter anderem Krankheiten übertragen können, werden in der Millionenmetropole New York schon seit Längerem als großes Problem angesehen.

Er kam kurz nach dem Tod Napoleons zur Welt und gilt als das älteste lebende Landtier: Jonathan, eine Seychellen-Riesenschildkröte, feiert am Wochenende seinen 190. Geburtstag auf der Insel St. Helena im Südatlantik, wo der französische Kaiser 1821 im Exil gestorben war.

Riesenschildkröte Jonathan
APA/AFP/Gianluigi Guercia

Wissenschaftler haben anhand von Messungen seines Panzers errechnet, dass Jonathan um das Jahr 1832 geschlüpft ist. 50 Jahre später wurde er von den Seychellen ins britische Überseegebiet St. Helena gebracht. Dort lebt er seitdem im Garten der Residenz des Gouverneurs.

Wie das Guinness-Buch der Rekorde in diesem Jahr offiziell bestätigt hat, ist Jonathan das älteste lebende Landtier und die älteste Schildkröte der Welt. Als Höhepunkt der Geburtstagsfeierlichkeiten wird dem Jubilar am Sonntag eine Geburtstagstorte aus seinen Lieblingsspeisen serviert: Nach Angaben seiner Pfleger mag er besonders gerne Karotten, Salat, Gurken, Äpfel und Birnen.