COV Inland

In Oberösterreich dürften die CoV-Maßnahmen weiter verschärft werden. Hintergrund sind rasant steigende Infektionszahlen und immer vollere Spitäler. Wie aus dem Umfeld von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) zu hören war, zielt man auf private Partys in Garagen oder Stadeln ab. Neue rechtliche Maßnahmen mit dem Ziel, unkontrollierte Feiern zu unterbinden, könnten bereits heute präsentiert werden.

Es gebe für Veranstaltungen und in der Gastronomie klare gesetzliche Regeln. Man habe die Sperrstunde nicht vorverlegt, weil auch laut Experten das Infektionsrisiko in der Gastronomie unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften gering sei, hieß es. Die meisten Ansteckungen passieren im privaten Bereich. Daher sei jetzt einfach nicht die Zeit für Stadel- oder Garagenpartys, war aus dem Landhaus zu hören.

Erste nicht dringende Eingriffe verschoben

Hintergrund sind die zuletzt stark gestiegenen CoV-Zahlen. Auch die Lage in den Spitälern spitzt sich zu. Gestern wurde bekannt, dass man damit beginnt, nicht sofort nötige Eingriffe zu verschieben.

Angesichts der sehr personalintensiven Behandlung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten befürchtet man in den Krankenhäusern, an Kapazitätsgrenzen zu stoßen, wenn sich die Infektionskurve so weiterentwickelt wie zuletzt. Dann wären in Oberösterreich die für CoV-Patienten vorgehaltenen Plätze Anfang November aufgebraucht, was einen Totalstopp elektiver Leistungen bedeuten würde. Hinzu kommt, dass es täglich Hunderte Neuinfektionen im Bundesland gibt und sich diese Zahlen erst zeitverzögert in der Auslastung von Spitals- und Intensivbetten niederschlagen.

Die Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl von der MedUni Wien, die auch das Kanzleramt berät, hat gestern in der ZIB2 der Idee einer auf fünf Tage verkürzten Quarantäne eine Absage erteilt. Es sei aus medizinischer Sicht absolut nicht zu empfehlen, die Quarantäne auf weniger als acht Tage, besser zehn, zu senken. Erst ab dem zehnten Tag seien 95 Prozent der CoV-Patienten nicht mehr infektiös.

ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hatten sich zuvor für ein „Freitesten“ ausgesprochen. Menschen, die zwar engen Kontakt zu CoV-positiven Personen gehabt hätten, selbst aber nach fünf Tagen keine Symptome entwickelt hätten, könnten mit einem negativen Test wieder aus der Quarantäne entlassen werden, so die Idee. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte dem bereits eine Absage erteilt.

Virologin Puchhammer-Stöckl zur aktuellen CoV-Situation

Elisabeth Puchhammer-Stöckl von der MedUni Wien kommentiert die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Welle in Österreich.

Die aktuell stark steigende Zahl der Neuinfektionen nannte Puchhammer-Stöckl „besorgniserregend“, vor allem im Hinblick auf die Auslastung der Spitäler. „Man muss bedenken, das ist ja ein Zeitablauf. Die Belegung entspricht der Infektion, die vor zwei bis drei Wochen stattgefunden hat. Das heißt, es ist anzunehmen, dass das deutlich ansteigen wird“, so die Virologin.

„Schwer vorauszusagen“

Angesprochen auf einen möglichen Lockdown, den Experten ja auch für die Nachbarländer Schweiz und Deutschland mittlerweile für notwendig erachten, sagte die Expertin: „In diesen Ländern ist das wahrscheinlich so. Ich glaube, es ist schwer vorauszusagen. Ich hätte im Sommer nie gedacht, dass wir in diese Situation jetzt so schnell kommen. Auch in den anderen Ländern nicht. Derzeit versucht man es ohne Lockdown, auch ohne Schulschließungen.“ Einen „richtigen“ Lockdown mit Schulschließungen könne sie sich „nicht vorstellen – Schulen sollten immer offen bleiben, das ist so ein Konsens“. „Ich glaube, man sollte abwarten, wie sich die Zahlen in den nächsten Tagen verhalten.“

Zu ihrer am Sonntag publik gewordenen E-Mail, die an mehrere Personen der Taskforce des Gesundheitsministeriums gerichtet war und in dem sie davor warnte, dass die Kontrolle über das Infektionsgeschehen verloren gehen könnte, sagte Puchhammer-Stöckl, das sei als „Information“ gedacht gewesen – nicht als „große Warnung“. Es gehe darum, dass man bei den kleinen Clustern in Familien nicht mehr nachvollziehen könne, woher diese kommen, es werde mit der Nachverfolgung der Infektionen immer schwieriger. Wenn dieses Contact-Tracing nicht mehr funktionieren sollte, dann müsse man in weiterer Folge „ganz stark in den Schutz der vulnerable Gruppen gehen“.

Das Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat heute Nachmittag vor allem für die westlichen Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg Rekordwerte bei den 7-Tage-Inzidenzen ausgewiesen. Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der abgelaufenen Woche lagen knapp unter bzw. bereits über dem Wert von 300 je 100.000 Einwohner.

Konkret hielt Tirol bei einer Inzidenz von 300,5, Vorarlberg bei 299,3 und Salzburg bei 292,0. Zum Vergleich: Am 16. Oktober – vor noch nicht einmal zwei Wochen – lagen Tirol und Salzburg bei jeweils 139,8, Vorarlberg bei 124,8.

7-Tage-Inzidenz österreichweit bei 214

Die vom Bund und den jeweiligen Ländern gesetzten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben also nicht verhindert, dass die Infektionszahlen davongaloppieren. Auch in den anderen Bundesländern stieg der Wert zuletzt deutlich, Wien und Oberösterreich halten deutlich über 200. Österreichweit liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 214.

Die Zahl der aktiven Coronavirus-Fälle liegt laut den Zahlen des AGES-Dashboards bei 33.896. Das neue Dashboard ersetzte unlängst jenes des Gesundheitsministeriums. Damit ging ein Zahlensprung bei den aktuell Infizierten einher, da im neuen System Genesene langsamer eingemeldet werden.

Zahl der Toten übersteigt 1.000er-Marke

Zudem werden neue Fälle nicht mehr dem Einmeldezeitpunkt zugewiesen, sondern dem Termin der Labordiagnose, der schon Tage zuvor stattgefunden haben kann. Das macht die Kurve des Epidemieverlaufs genauer, verändert aber die bisher gern als Kennwert verwendete Zahl der neu gemeldeten Infektionen, die aber vom Innen- und Gesundheitsministerium weiterhin in der Früh kommuniziert wird. Das waren heute (9.30 Uhr) 2.835.

1.400 Personen müssen wegen einer Infektion im Spital behandelt werden, 203 davon auf der Intensivstation. Beide Zahlen stiegen zuletzt deutlich. Die Zahl überstieg die 1.000er-Marke: 1.006 Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

Die Coronavirus-Situation in Österreich hat sich rapide verschlechtert. Das könnte heftige wirtschaftliche Folgen haben – und zwar unabhängig davon, ob das gesellschaftliche Leben wie im Frühjahr komplett heruntergefahren wird. Im für die heimische Wirtschaft besonders wichtigen Wintertourismus zeichne sich wegen Reisewarnungen und steigenden Infektionszahlen ein „schleichender Lockdown“ ab, warnt der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), Christoph Badelt.

Lesen Sie mehr …

COV Ausland

Angesichts steigender CoV-Zahlen hat Tschechien erstmals eine nächtliche Ausgangssperre eingeführt. Zum Start galt sie in der Nacht auf heute zunächst seit Mitternacht bis 05.00 Uhr – danach jeweils zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr – in dieser Zeit dürfen die Menschen ihre Häuser nicht verlassen. Die Regierung begründete den Schritt damit, dass private Feiern und Treffen verhindert werden sollen.

Restaurantbesuch: Minister muss gehen

Unterdessen muss Gesundheitsminister Roman Prymula nach einem Verstoß gegen die von ihm selbst erlassenen CoV-Maßnahmen seinen Posten räumen: Präsident Milos Zeman werde Prymula entlassen und morgen den Arzt Jan Blatny zu seinem Nachfolger ernennen, teilte ein Sprecher des Präsidenten gestern mit. Blatny ist der stellvertretende Leiter eines Krankenhauses in der zweitgrößten Stadt Brno und hat bisher keine politische Erfahrung.

Prymula stand seit vergangener Woche massiv unter Druck: Ein Paparazzo hatte den Minister beim Verlassen eines Restaurants in Prag fotografiert, das wegen der strikten CoV-Regeln eigentlich geschlossen sein sollte.

Prymula hatte angesichts der rasanten Ausbreitung des Coronavirus vergangene Woche strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen erlassen. Nur noch Wege zur Arbeit, zur Familie und zum Arzt sind erlaubt. Auch viele Geschäfte mussten schließen.

Bei einer Demonstration gegen die Anti-Covid-Maßnahmen der italienischen Regierung ist es gestern Abend in Rom zu Ausschreitungen gekommen. Einige vermummte Demonstranten, die sich auf der zentralen Piazza del Popolo versammelt hatten, setzten Müllcontainer in Brand und warfen Knallkörper und Rauchbomben gegen die Polizei, die mit Tränengas und Wasserwerfern reagierte.

Die Ermittler vermuten eine gemeinsame Regie hinter den gewaltsamen Protesten, die seit Freitag in verschiedenen italienischen Städten ausgebrochen sind. Am Vorabend waren Demonstranten in Mailand und Turin in Geschäfte eingedrungen, hatten diese verwüstet und geplündert. In beiden Städten kam es zu Festnahmen. Zu den Demonstranten in Turin zählten auch Gruppen aus der Hooligan-Szene.

Ausschreitungen bei Protesten in Rom

Mit Wasserwerfern vertrieben die Einsatzkräfte Demonstranten in Rom.

Restriktive Maßnahmen in Kraft

Premier Giuseppe Conte verurteilte bei einer Pressekonferenz am Abend die Ausschreitungen. Proteste seien verständlich, allerdings werde die Regierung keine Gewalt tolerieren, sagte der Regierungschef. Conte hatte am Sonntag weitere restriktive Maßnahmen vorgestellt, die am Montag in Kraft getreten sind. Bars und Restaurants müssen nun ab 18.00 Uhr schließen. Maximal vier Personen dürfen an einem Tisch in Lokalen sitzen. Take-away-Dienste sind weiterhin vorgesehen. Kinos, Theater, Spielhallen, Clubs, öffentliche Sportstätten und Schwimmbäder werden ganz geschlossen.

Das italienische Gesundheitsministerium hat heute 21.994 neue positive Coronavirus-Tests gemeldet, ein Rekord. Innerhalb von 24 Stunden wurden 174.000 Tests durchgeführt. 12,6 Prozent der Abstriche fielen positiv aus. Zudem gab das Ministerium 221 weitere Todesfälle bekannt. Damit wurde in dem rund 60 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Land zum ersten Mal seit Mitte Mai die Marke von 200 Toten pro Tag überschritten. Die Zahl der verstorbenen Infizierten stieg seit Beginn der Epidemie im Februar somit auf 37.700.

Nach einem sprunghaften Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen in Schweden hat die Gesundheitsbehörde die Menschen im Süden des Landes aufgefordert, ihre sozialen Kontakte stark einzuschränken.

Drei Wochen lang sollen die Bewohnerinnen und Bewohner der südlichen Region Schonen mit der Hauptstadt Malmö sich möglichst nicht mit Menschen außerhalb des eigenen Haushalts treffen und öffentliche Verkehrsmittel meiden, wie die Behörde gestern mitteilte. Eine ähnliche Maßnahme gilt bereits seit vergangener Woche für die Region Uppsala bei Stockholm.

„Harter Herbst“

Das Gesundheitsamt empfiehlt außerdem, kulturelle Veranstaltungen sowie Geschäfte, Museen, Bibliotheken und Turnhallen zu meiden. „Dies ist ein harter Herbst, und es wird wahrscheinlich noch schlimmer werden, bevor es vorbei ist“, sagte Schwedens Chefepidemiologe Anders Tegnell vor Journalisten. Die Regierung berate derzeit über eine Ausweitung der Empfehlungen auf weitere Teile des Landes.

Schweden geht in der Coronavirus-Krise bisher einen Sonderweg: Die Regierung verzichtet auf das Verhängen von Regeln und Einschränkungen und spricht stattdessen Empfehlungen für die Bürger aus. Dabei vertraut sie auf das Verantwortungsbewusstsein der Menschen. Bis heute registrierte das Land mit seinen 10,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern insgesamt 115.785 Infektionen und 5.918 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Im Vorfeld des heute anstehenden Coronavirus-Gipfeltreffens zwischen der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der 16 deutschen Bundesländer rechnet der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mit einer Verständigung auf tiefgreifende Maßnahmen.

„Wir werden für Deutschland einiges beschließen, was weh tut und nicht schön ist“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe). „Die Lage ist weit dramatischer, als viele glauben“, sagte Bouffier mit Blick auf die Entwicklung der Pandemie. Konkret warnte er vor einer Überlastung der Krankenhäuser. „Bei uns laufen die Betten zu“, sagte der Ministerpräsident. „Schon heute gehen wir an die Grenzen.“

Über die Bandbreite der anstehenden Maßnahmen wird in Deutschland seit Tagen heftig diskutiert. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung steht auch eine Art „Mini-Lockdown“ auf der Agenda. Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr sollten etwa Schulen und Kitas weitgehend geöffnet bleiben. Auch der Einzelhandel solle mit neuen Einschränkungen offen bleiben. Laut „Bild“-Zeitung will das Kanzleramt vor allem bei Gastronomie und Veranstaltungen hart vorgehen.

Drosten für baldigen Lockdown

Auch der deutsche Virologe Christian Drosten spricht sich für einen zeitlich begrenzten Lockdown aus. „Wenn die Belastung zu groß wird, dann muss man eine Pause einlegen“, sagte der Wissenschafter in der heute veröffentlichten Folge des „Coronavirus-Updates“ von NDR-Info. „Dieses Virus lässt nicht mit sich verhandeln. Dieses Virus erzwingt bei einer bestimmten Fallzahl einfach einen Lockdown.“

Momentan sei die Inzidenz in Deutschland noch vergleichsweise niedrig. „Wenn wir jetzt einmal auf die Bremse treten würden, dann hätte das einen ganz nachhaltigen Effekt.“ Drosten beschrieb den Vorteil eines befristeten Lockdowns, der zum Beispiel auch Ausnahmen wie geöffnete Schulen machen könne: „Alle wissen von vorneherein, der ist zeitlich befristet.“ Etwa drei Wochen – etwas mehr als eine Quarantänezeit brauche man aus Sicht des Wissenschaftlers dafür. „Die Inzidenz ist danach erheblich gesenkt und ist dann auch unter bestimmten Umständen auf lange Frist gesenkt.“

In der australischen Stadt Melbourne haben zahlreiche Menschen die Wiedereröffnung von Bars nach dem monatelangen Coronavirus-Lockdown gefeiert. Die Ausgangssperre wurde um Mitternacht (Ortszeit) aufgehoben. Der am schwersten von der Pandemie betroffene Bundesstaat Victoria hatte zuvor einen „doppelten Donut“, also null Neuinfektionen und null Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert.

Victorias Premierminister Daniel Andrews sagte, zum ersten Mal seit Monaten seien nun wieder Besuche in anderen Haushalten erlaubt. Auch Schönheitssalons und Einzelhandelsgeschäfte dürfen wieder Kunden empfangen. Fitnessstudios bleiben noch bis 8. November geschlossen.

Anhand der zahlreichen Tests habe die Regierung eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie stark das Virus noch im Umlauf sei, fügte Andrews hinzu. In ganz Victoria gibt es derzeit nur noch 87 aktive Coronavirus-Fälle und eine Handvoll CoV-Patienten im Krankenhaus.

Victoria ist der am schwersten von der Pandemie betroffene Bundesstaat Australiens und bleibt weiterhin abgeschnitten vom Rest des Landes. Es gelten extrem strenge Auflagen, die Grenzen zwischen den einzelnen Bundesstaaten sind geschlossen.

Bei einem landesweiten Streik inmitten der Coronavirus-Krise haben in Spanien Hunderttausende Ärztinnen und Ärzte bessere Arbeitsbedingungen und mehr Anerkennung gefordert. Nach Angaben des staatlichen Ärztegewerkschaftsbunds CESM nahmen gestern rund 85 Prozent der insgesamt 267.000 Ärzte an der Arbeitsniederlegung teil. Die meisten legten jedoch nur symbolisch ihre Arbeit nieder und behandelten ihre Patienten weiter.

Demonstration von medizinischem Personal in Spanien
APA/AFP/Pierre-Philippe Marcou

In Madrid protestierten rund 50 Ärzte in weißen Laborkitteln vor dem Parlament. Auf ihren Schildern war ein schwarzer Stiefel zu sehen, der im Begriff ist, eine Gruppe von Angestellten des Gesundheitswesens zu zertrampeln. Es handelte sich um den ersten landesweiten Ärztestreik seit 1995.

„Verpfuschter Erlass“

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe, sei ein Regierungserlass gewesen, wonach Ärzte bei Bedarf unabhängig von ihrem Fachgebiet für Krankenhausdienste eingeteilt werden können, sagte der Gastroenterologe Sergio Casabona laut AFP. Der Chirurg Pablo Cereceda, der ebenfalls an den Protesten teilnahm, nannte die Maßnahme einen „verpfuschten Erlass, der die Unfähigkeit (der Behörden, Anm.) offenbart, sich dieser Pandemie zu stellen“.

Nach Ansicht des Gesundheitsministeriums ist der Beschluss notwendig, um im Kampf gegen das Coronavirus nicht die Kontrolle zu verlieren.

Sprunghafter Anstieg bei Totenzahlen

In den vergangenen Wochen sind in dem rund 47 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Land die Infektionen mit dem Coronavirus genauso wie die Zahl der Toten erneut sprunghaft gestiegen. Binnen 24 Stunden seien aus den Regionen insgesamt 267 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium gestern Abend in Madrid mit. Die höchsten Werte waren in Spanien Ende März und Anfang April mit zum Teil deutlich mehr als 900 Toten innerhalb eines Tages registriert worden.

Spanien war in der vergangenen Woche das erste EU-Land mit mehr als einer Million bestätigter Coronavirus-Fälle. Das Virus forderte in dem Land mehr als 35.000 Menschenleben.

Inland

Mit der Novelle des Universitätsgesetzes (UG) plant die Regierung laut APA-Informationen eine Verschärfung der Studienbedingungen: Laut dieser müssen Studierende künftig eine Mindestleistung von 16 ECTS-Punkten pro Jahr erbringen, ansonsten erlischt ihre Zulassung.

Mehr dazu in science.ORF.at

Eine „Koalition auf Augenhöhe“: Das hat Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im „Wien heute“-Interview versichert, falls es mit NEOS nach den heute beginnenden Koalitionsverhandlungen zu einer gemeinsamen Regierung kommt. Bei der Mandatszahl im Gemeinderat liegen die beiden Parteien jedoch weit auseinander.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Grüne enttäuscht

Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) zeigte sich über die Entscheidung der SPÖ zerknirscht. Gleichzeitig warnte sie vor einem Richtungswechsel mit NEOS, etwa im Gesundheitssystem oder beim Klimaschutz.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Ausland

Polizisten in der Stadt Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania haben einen 27-jährigen Schwarzen erschossen. Der Mann sei mit einem Messer bewaffnet gewesen und habe dieses trotz mehrfacher Aufforderungen nicht fallen gelassen, erklärte ein Polizeisprecher. Der Verdächtige habe sich auf die Polizisten zubewegt, woraufhin zwei Beamte mehrfach auf ihn gefeuert hätten, sagte der Sprecher einem örtlichen Fernsehsender. Nach dem Vorfall am Montagnachmittag kam es in der Nacht auf gestern zu Ausschreitungen, wie die Zeitung „Philadelphia Inquirer“ berichtete. Dabei seien mehrere Polizisten verletzt worden, es habe auch Festnahmen gegeben.

„Fragen, die beantwortet werden müssen“

Bürgermeister Jim Kenney erklärte mit Blick auf den Vorfall, der von Passanten mit Smartphones gefilmt wurde: „Ich habe das Video dieses tragischen Vorfalls gesehen. Es wirft schwierige Fragen auf, die beantwortet werden müssen.“ Polizeichefin Danielle Outlaw versprach eine gründliche Untersuchung des Falls, um „die vielen unbeantworteten Fragen“ zu klären. Die Polizei war wegen eines Berichts über einen Vorfall häuslicher Gewalt, der sich auf das spätere Opfer bezog, zu dem Ort im Westen Philadelphias gekommen.

In den USA war es seit Ende Mai landesweit zu Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt gekommen. Der Auslöser der Proteste war die brutale Tötung des unbewaffneten Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis gewesen.

Präsidentschaftskandidat Joe Biden sprach den Angehörigen des Toten sein Mitgefühl aus, verurteilte aber auch die Ausschreitungen: „Gleichzeitig entschuldigt Wut über die sehr realen Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft keine Gewalt“, hieß es weiter. Angriffe auf Polizisten und die Zerstörung kleiner Unternehmen brächten keine Gerechtigkeit.

Bei einem Flüchtlingsbootsunglück im Ärmelkanal sind gestern vier Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten seien auch zwei Kinder, teilten die französischen Behörden mit. Rund 20 Menschen hatten den Angaben zufolge versucht, mit einen Fischerboot von Frankreich nach Großbritannien zu gelangen, als es in Seenot geriet. Mindestens ein weiterer Mensch, möglicherweise ein Kind, wird noch vermisst.

Den Angaben zufolge konnte ein Mann nur noch tot im Wasser geborgen werden. Eine Frau und zwei Kinder im Alter von fünf und acht Jahren konnten gerettet werden, starben jedoch wenig später. Die Behörden gehen davon aus, dass sich etwa 20 Menschen in dem Boot befanden. Mehrere litten an Unterkühlung und wurden in Krankenhäuser in Frankreich gebracht.

Zahlreiche Flüchtlinge haben in den vergangenen Monaten versucht, über die gefährliche und stark befahrene Ärmelkanal-Route nach Großbritannien zu gelangen. Im Jahr 2019 wurden vier Todesfälle verzeichnet, in diesem Jahr sind es bereits sieben. Großbritannien wirft Frankreich vor, nicht genug zu tun, um die Überfahrten zu stoppen.

Die konservative Juristin Amy Coney Barrett ist vollwertiges Mitglied des obersten Gerichts der USA. Sie wurde gestern vom Vorsitzenden Richter John Roberts vereidigt. Das Gericht veröffentlichte ein Bild der Zeremonie im kleinen Rahmen.

Die Kandidatin von US-Präsident Donald Trump war erst wenige Stunden zuvor vom US-Senat bestätigt worden. Kurz darauf legte sie im Weißen Haus den Eid auf die Verfassung ab – die erste Stufe des Vereidigungsverfahrens.

Mit der 48-jährigen Barrett wird die Mehrheit der Konservativen am obersten Gericht auf sechs der neun Sitze ausgebaut. Das könnte die Entwicklung der US-Gesellschaft auf Jahrzehnte beeinflussen. Die Richter werden auf Lebenszeit ernannt, und der Supreme Court hat oft das letzte Wort bei kontroversen Fällen – unter anderem zum Recht auf Abtreibung, zur Gesundheitsversorgung und zur Einwanderungspolitik.

Lesen Sie mehr …

Wirtschaft

Mercedes-Benz steigt stärker bei dem kriselnden britischen Luxuswagenhersteller Aston Martin Lagonda ein. Die Daimler-Pkw-Tochter werde den Briten Zugang zu neuen Technologien ermöglichen, teilten die Unternehmen gestern in Stuttgart und Gaydon mit. Man stocke den Anteil von derzeit 2,6 Prozent auf bis zu maximal 20 Prozent auf, hieß es.

Die Deutschen erhalten in den kommenden drei Jahren neu auszugebende Aktien von Aston Martin in mehreren Schritten bis zu einem Gesamtwert von 286 Millionen Britischen Pfund (315 Mio. Euro). Aston Martin erhält unter anderem Hybrid- und Elektroantriebsstränge der nächsten Generation sowie andere Fahrzeugkomponenten und -systeme. Die Briten, die unter anderem für die Autos aus den James-Bond-Filmen bekannt sind, leiden seit geraumer Zeit unter einer Flaute und setzen große Hoffnungen in den ersten eigenen SUV namens DBX.

Das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen haben das Buchungsverhalten der Thermengäste in Niederösterreich verändert. Anstatt lange im Vorhinein zu buchen, wird die Entscheidung für einen Thermenurlaub meist nur noch kurzfristig getroffen.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Sport

Dominic Thiem hat gestern das Achtelfinale der Erste Bank Open erreicht. Der US-Open-Champion gewann sein Auftaktspiel in der Wiener Stadthalle gegen den Tour-Neuling Witali Satschko mit mehr Mühe als erwartet und nach einer Spielzeit von 1:46 Stunden mit 6:4 7:5. Für eine erfolgreiche Titelverteidigung wird Thiem allerdings noch eine Steigerung brauchen.

Lesen Sie mehr …

Salzburg-Gegner FC Bayern München hat gestern einen umkämpften 2:1-Sieg bei Lokomotive Moskau gefeiert und führt die Gruppe A nach dem zweiten Spieltag ohne Punkteverlust an. Den Siegestreffer des deutschen Meisters erzielte Joshua Kimmich mit einem Volleyschuss in der 79. Spielminute. Borussia Mönchengladbach dagegen vergab den Sieg gegen Real Madrid und musste sich mit einem 2:2 (1:1) begnügen. Siege feierten Liverpool (2:0 gegen Midtjylland) und ManCity (3:0 in Marseille).

Lesen Sie mehr …

100-m-Weltmeister Christian Coleman ist von der Integritätskommission (AIU) des Leichtathletik-Weltverbandes (World Athletics) wegen dreier verpasster Dopingtests innerhalb von zwölf Monaten für zwei Jahre bis 13. Mai 2022 gesperrt worden. Der US-Amerikaner versäumt damit die Olympischen Spiele in Tokio. Er hat die Möglichkeit, vor dem Obersten Sportgericht in Lausanne zu berufen.

Lesen Sie mehr …

Chronik

Ein Verkehrsunfall gestern Nachmittag auf der Südautobahn (A2) in Bad St. Leonhard im Lavanttal hat drei Menschenleben gefordert. Wie die Polizei heute Früh mitteilte, fuhr eine 26-jährige Frau aus Graz-Umgebung mit ihrem Pkw in den Großliedltunnel ein, wo das Fahrzeug aus unbekannten Gründen zum Stillstand kam. Die Frau begab sich dann zum Heck des Pkw, in dem noch drei weitere Personen saßen. Einem nachkommenden Lkw-Lenker gelang es nicht mehr, auszuweichen.

Der 35-jährige Kraftfahrer dürfte das angehaltene Fahrzeug nicht sofort erkannt haben. Er versuchte, mit seinem Sattelzugfahrzeug nach links auszuweichen. Im Zuge dessen erfasste er mit seinem Lkw die 26-Jährige, die dabei tödliche Verletzungen erlitt. Dann prallte er mit der rechten Fahrzeugseite gegen das Heck des Pkw, der etwa 60 Meter weit nach vorne geschleudert wurde. Dabei erlitt eine im Fahrzeug links hinten sitzende 79-jährige Frau tödliche Verletzungen.

Ein auf dem Beifahrersitz befindlicher 91-jähriger Mann und ein 14-jähriger Schüler wurden von Ersthelfern aus dem Wagen geborgen. Der 91-Jährige wurde nach notärztlicher Erstversorgung in das LKH Wolfsberg gebracht, wo er seinen schweren Verletzungen erlag. Der 14-Jährige wurde mit schweren Verletzungen vom Rettungshubschrauber „C 11“ in das Klinikum Klagenfurt/WS geflogen. Der Lenker des Sattelkraftfahrzeuges wurde bei dem Unfall nicht verletzt. Ein bei ihm vorgenommener Alkotest verlief negativ.

Der unter anderem wegen Sexhandels angeklagte Gründer der sektenähnlichen Organisation Nxivm, Keith Raniere, muss für den Rest seines Lebens hinter Gitter. Ein Gericht im Stadtteil Brooklyn legte heute das Strafmaß von 120 Jahren für den 60-Jährigen fest, nachdem er im Juni 2019 unter anderem wegen Sexhandels, sexueller Ausbeutung und Betrugs verurteilt worden war. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine lebenslange Haftstrafe gefordert, die Verteidigung 15 Jahre.

Vor der Verkündung hatten 15 Opfer Ranieres vor Gericht stundenlang von seinen Verbrechen und ihrem Leiden berichtet. Der 60-Jährige hat bisher keine Reue gezeigt und zuletzt immer wieder erfolglos ein neues Verfahren gefordert.

Raniere hatte Ende der 90er Jahre die Organisation Nxivm gegründet, die offiziell als Selbsthilfegruppe vermarktet wurde, inoffiziell aber eine Art Sexkult gewesen sein soll. Frauen sollen dort sexuell missbraucht und sogar mit Ranieres Initialen gebrandmarkt worden sein. Anfang Oktober war bereits die Millionenerbin Clare Bronfman als Mithelferin Ranieres zu 81 Monaten Haft verurteilt worden.

In Oberösterreich ist gestern ein 56-jähriger Arbeiter bei einem Sturz von einem ungesicherten Balkon tödlich verunglückt. Der Mann dürfte bei Arbeiten an einem Rohbau in Schalchen (Bezirk Braunau) etwa dreieinhalb Meter abgestürzt sein, gab die Polizei am Abend bekannt.

Der tödlich Verunglückte hatte ab 8.00 Uhr alleine am Rohbau gearbeitet. Am Nachmittag kurz nach 15.00 Uhr wurde der leblose Mann von einem 66-jährigen Elektriker entdeckt, der sofort die Rettungskette in Gang setzte. Nach einer halbstündigen Reanimation durch das Rote Kreuz Mattighofen konnte jedoch nur noch der Tod festgestellt werden, so die Polizei.

Bei einer fast zweiwöchigen Schwerpunktaktion in Europa gegen Autodiebstähle hat es in Österreich im Oktober insgesamt sieben Festnahmen gegeben. Außerdem wurden Fahrzeuge im Wert von rund einer halben Million Euro sichergestellt, berichtete das Bundeskriminalamt (BK) gestern Abend in einer Aussendung. Insgesamt wurden hierzulande 1.264 Fahrzeuge und 1.556 Personen überprüft sowie acht Kfz sichergestellt. Drei der Festnahmen erfolgten wegen Schlepperei.

Zwei Festnahmen gab es nach einem Firmeneinbruch in Niederösterreich und zwei bei Fahrzeugsicherstellungen in Salzburg. Die insgesamt acht in Wien und Salzburg sichergestellten Fahrzeuge hatten einen Gesamtwert von rund 450.000 Euro. Das teuerste Fahrzeug war 150.000 Euro wert.

Bei der Schwerpunktaktion ging es laut BK „um grenzüberschreitenden Kfz-Kriminalität einschließlich des Schmuggels von gestohlenen Fahrzeugen über die Außengrenzen“. Der Diebstahl von landwirtschaftlichen Maschinen und der Diebstahl von Booten und Kfz-Bestandteilen sowie Dokumentenfälschungen waren ebenso Teil der Kontrollen.

Science

Halbzeit für „Perseverance“: Der im Juli zum Mars gestartete Rover der US-Raumfahrtbehörde NASA hat die Hälfte der Strecke geschafft. Rund 235 Millionen Kilometer habe der Rover bereits zurückgelegt, teilte die NASA gestern (Ortszeit) mit. Dieselbe Anzahl habe er nun noch vor sich, bevor er am 18. Februar 2021 am Mars ankommen soll.

„Auch wenn ich nicht glaube, dass es Kuchen geben wird, insbesondere, weil die meisten von uns von Zuhause aus arbeiten, ist das doch ein ziemlich toller Meilenstein“, sagte NASA-Forscherin Julie Kangas.

„Perseverance“ (dt.: Ausdauer, Durchhaltevermögen) war Ende Juli vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral zu seiner Reise zum Roten Planeten gestartet. Der mehr als eine Tonne schwere unbemannte Roboter von der Größe eines Kleinwagens soll im Februar 2021 in einem ausgetrockneten See, dem „Jezero Crater“, auf dem Mars landen. Seine Aufgabe auf dem Mars ist es, nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens zu suchen sowie das Klima und die Geologie des Planeten zu erforschen und Proben von Steinen und Staub zu nehmen

Kultur

Hollywoodstar George Clooney zeigt sich in dem Trailer zu dem Science-Fiction-Thriller „The Midnight Sky“ als einsamer Forscher mit grauem Vollbart. Clooney, der auch Regie führte, spielt in der Hauptrolle einen Wissenschaftler in der Arktis, der sich nach einer Katastrophe in einer postapokalyptischen Welt wiederfindet. Auf seine Frage „Ist da draußen irgendjemand?“, kommt kein Signal zurück.

Trailer seit gestern online

Netflix stellte den düsteren Trailer gestern (Ortszeit) ins Netz, knapp zwei Monat vor dem geplanten Start bei dem Streaminganbieter am 23. Dezember. In dem Film, basierend auf der Romanvorlage „Good Morning, Midnight“, sind der Forscher und ein kleines Mädchen möglicherweise die einzigen Überlebenden. Er will die kleine Besatzung eines Raumschiffs warnen, auf die zerstörte Erde zurückzukehren. Dafür muss er eine gefährliche Reise durchs Eis antreten. Neben Clooney spielen unter anderem Felicity Jones, David Oyelowo, Kyle Chandler und Demian Bichir mit. Das Drehbuch stammt von „The Revenant“-Autor Mark L. Smith.

Roter Teppich, Blitzlichter, aber keine Stars: Gestern hat eine symbolische Ersatzveranstaltung für das berühmte Filmfestival im südfranzösischen Cannes begonnen. „Wir haben uns gesagt, wir können Cannes dieses Jahr nicht ausfallen lassen“, sagte der Verantwortliche Thierry Fremaux bei der Eröffnung. Das Festival soll unter strikten Hygienemaßnahmen in kleinem Rahmen bis morgen stattfinden.

„Unsere Anwesenheit hier ist eine Verantwortung, es macht Spaß, weil es Kultur ist, und es ist auch eine freundliche und liebevolle Demonstration“, sagte der Präsident des Festivals, Pierre Lescure. Alle notwendigen gesundheitlichen Vorkehrungen seien getroffen worden, fügte er hinzu.

Bei der Veranstaltung werden insgesamt vier Kurzfilme – zwei französische Filme und zwei Produktionen aus dem Ausland – gezeigt. Am Ende wird die Goldene Palme als Preis für den besten Film verliehen. Die Zuschauer müssen Abstand voneinander halten und eine Maske tragen. Das eigentliche Filmfestival von Cannes war im Mai aufgrund der Pandemie ausgefallen. Dafür wurden im Juni 56 Filme virtuell vorgestellt.

Eine auf den ersten Blick unscheinbare, aber kostbare Perle bei dieser Viennale ist „Jetzt oder Morgen“ der jungen Regisseurin Lisa Weber, die den Alltag einer Familie im transdanubischen Wien zeigt. Die „bildungsfernen Schichten“, wer ist das? So machtvoll kann „Reality-TV“ (oder eben „Reality-Kino“) sein – und so wertschätzend.

Mehr dazu in ORF.at/viennale20

Leute

Reality-Star Kim Kardashian hat mit ihrem Bericht über ihre Party zum 40. Geburtstag einen Shitstorm auf Twitter provoziert. Nach umfassenden Gesundheitschecks habe sie ihre engsten Freunde und Verwandten auf eine private Insel eingeladen und dort für mehrere Tage so getan, „als wäre alles normal“.

Kardashian, deren Mann Kanye West (43) im Frühjahr selbst an Covid-19 erkrankt war, erklärte, dass vor der Pandemie wohl niemand den einfachen Luxus von gemeinsamen Reisen und Zeit mit den Liebsten so richtig zu schätzen gewusst habe. Sie nehme keinen einzigen Tag im Leben als selbstverständlich hin in diesen Zeiten, in denen man daran erinnert werde, was wirklich wichtig sei.

Die Reaktionen auf ihre mehrteiliges und mit Fotos des luxuriösen Ausflugs garnierten Postings fielen teils heftig aus. „Menschen sterben, während du dich darin weidest, wie gesegnet du bist“, heißt es etwa in den Kommentaren.

„Zu meinem Geburtstag habe ich die Kündigung erhalten, meine Mutter habe ich seit März nicht gesehen“, schrieb eine Twitter-Userin, „Mein Vater ist gestorben, und es gab kein Begräbnis“, ein anderer. Mit unzähligen Berichten über ihre eigene Situation reagierten Userinnen und User auf Kardashians Inselberichte, von denen sie selbst schrieb, dass ihr klar sei, „dass das im Moment für die meisten Menschen völlig unerreichbar ist.“

Lange Jahre firmierte Bill Gross, Investmentmanager und Mitgründer der Fondsgesellschaft Pacific Investment Management Company (PIMCO), in der Finanzwelt als „Anleihenkönig“. Mittlerweile hat er sich in den Ruhestand zurückgezogen – und macht anderweitig Schlagzeilen.

Wie die „L.A. Times“ am Montag berichtete, sind der 76-jährige Milliardär und seine Partnerin, die ehemalige Tennisspielerin Amy Schwartz, in einen skurrilen Nachbarschaftsstreit unter Begüteten verwickelt. Stein des Anstoßes sei eine sechs Meter breite, beleuchtbare und rund eine Million Dollar teure Glasskulptur in Gross’ Garten, die von einem Netz geschützt wird.

Das Netz wiederum störe Gross’ Nachbarn, den 56-jährigen Tech-Unternehmer Mark Towfiq. Weil dieses entgegen Gross’ Angaben dauerhaft installiert worden sei und Towfiqs Sicht störe, habe Towfiq nach gescheiterten Appellen an Gross eine Beschwerde bei den Behörden von Laguna Beach eingebracht. Diese informierten Gross darüber, dass er für Netz, Beleuchtung und Skulptur selbst Genehmigungen einholen müsse.

„Gilligans Island“-Intro in Endlosschleife

Laut Towfiq sei der Streit daraufhin eskaliert: Unter anderem wirft Towfiq seinem Nachbarn vor, dass dieser Tag und Nacht Musik in unerträglicher Lautstärke spiele – darunter in Endlosschleife das Intro der Serie „Gilligans Island“. Towfiq und seine Frau hätten bereits zweimal aus ihrem eigenen Haus flüchten müssen, um der akustischen Belastung zu entgehen. Das Paar konnte eine einstweilige Verfügung gegen Gross und Schwartz erwirken, die es nun verlängern will – denn bei ihren Nachbarn handle es sich um „Bullys“.

Gross konterte mit einer eigenen Anzeige, in der er Towfiq vorwarf, eine ungesunde Obsession gegenüber ihm und seiner Partnerin entwickelt zu haben. Towfiq habe ihre Privatsphäre missachtet, indem er das Paar „insbesondere bei Schwimmen“ beobachtet und Überwachungskameras Richtung ihres Grundstückes installiert habe. Beide Seiten weisen die jeweiligen Vorwürfe zurück, nun ist wieder das Gericht am Zug.