Ausland

Ein US-Gericht hat die Regierung von Präsident Donald Trump angewiesen, die geplanten Massenentlassungen während des teilweisen Regierungsstillstands vorerst zu stoppen. Bundesrichterin Susan Illston gab gestern in San Francisco einem Antrag von zwei Gewerkschaften statt, Entlassungen bei mehr als 30 Behörden bis zu einer endgültigen gerichtlichen Klärung auszusetzen.

Kurz zuvor hatte der Haushaltsdirektor des Weißen Hauses, Russell Vought, erklärt, dass mehr als 10.000 Bundesbedienstete wegen des „Shutdowns“ ihren Arbeitsplatz verlieren könnten.

Richterin verweist auf politische Motive

Illston begründete ihre Entscheidung mit öffentlichen Äußerungen von Trump und Vought, die nach ihrer Darstellung auf politische Motive für die Entlassungen hindeuteten. Trump habe etwa erklärt, die Kürzungen würden auf „Behörden der Demokraten“ abzielen. „In einem Rechtsstaat kann man das nicht tun“, sagte die von dem früheren demokratischen Präsidenten Bill Clinton ernannte Richterin.

Die Trump-Regierung hatte vergangene Woche mit umfangreichen Entlassungen begonnen. Bisher wurden nach Gerichtsunterlagen etwa 4.100 Beschäftigte bei acht Behörden gefeuert. Die Gewerkschaften argumentieren, dass Entlassungen keine wesentliche Dienstleistung sei, die während eines Finanzierungsstopps erbracht werden könne.

Trumps Republikaner haben zwar in beiden Kammern des Kongresses eine Mehrheit, benötigen aber im Senat mindestens sieben Stimmen der Demokraten, um ein Finanzierungsgesetz zu verabschieden. Die Demokraten fordern eine Verlängerung von Subventionen für die Krankenversicherung.

Pakistan und die afghanische Taliban-Regierung haben nach neuen Kämpfen einen vorübergehenden Waffenstillstand vereinbart. Die Waffenruhe sollte für 48 Stunden gelten und gestern beginnen, teilte das Außenministerium in Islamabad mit. Beide Seiten würden sich durch einen Dialog aufrichtig um eine Lösung für das komplexe Problem bemühen, hieß es in der Erklärung weiter.

Hintergrund der Spannungen zwischen den einstigen Verbündeten sind Forderungen der Regierung in Islamabad, die afghanische Taliban-Regierung müsse gegen Extremisten vorgehen. Diese würden von afghanischem Boden aus verstärkt Anschläge in Pakistan verüben.

Die Taliban bestreiten die Anwesenheit pakistanischer Kämpfer in Afghanistan. Entlang der 2.600 Kilometer langen Grenze kommt es regelmäßig zu Gefechten. Die Kämpfe der vergangenen Woche waren jedoch die schwersten seit der Machtübernahme der Taliban in Kabul im Jahr 2021.

US-Präsident Donald Trump hat den Geheimdienst CIA zu verdeckten Einsätzen in Venezuela ermächtigt. Das amerikanische Staatsoberhaupt bestätigte gestern einen Bericht der „New York Times“ über eine geheime Anweisung. Damit erhöhen die USA den Druck auf die sozialistische Regierung von Präsident Nicolas Maduro.

Trump hatte im August die militärische Präsenz in der Region erhöht und mehrere Kriegsschiffe in die Karibik entsandt. Die US-Regierung begründete den Einsatz mit der Bekämpfung von Drogenkartellen.

Erst kürzlich wurde ein Boot vor der Küste Venezuelas zerstört, auf dem sich nach Trumps Angaben sechs Drogenschmuggler befanden. Auch im August war ein Boot versenkt worden, das nach US-Angaben von Drogenschmugglern gesteuert wurde. Maduro sieht in dem Aufmarsch vor Venezuela Anzeichen für einen Versuch der USA, ihn zu stürzen. Die Regierung in Washington weist derartige Absichten zurück.

Die Afrikanische Union (AU) hat nach der Machtübernahme durch das Militär die Mitgliedschaft von Madagaskar suspendiert. Der südostafrikanische Inselstaat werde „mit unverzüglicher Wirkung“ suspendiert, sagte AU-Kommissionspräsident Mahamoud Ali Youssouf gestern der Nachrichtenagentur AFP.

Der Regierungswechsel in Madagaskar sei auf verfassungswidrige Weise geschehen, fügte er zur Begründung an.

Tags zuvor hatte das madagassische Parlament für die Absetzung von Präsident Andry Rajoelina votiert, der Berichten zufolge ins Ausland geflohen war. Daraufhin beanspruchte der Chef der Elite-Militäreinheit CAPSAT, Michael Randrianirina, die Macht in dem Land.

Zudem stellte das Verfassungsgericht die „Vakanz“ des Präsidentenamtes fest und forderte Randrianirina auf, die Aufgaben des Staatschefs auszuüben.

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen hat im Kampf gegen ein drohendes politisches Aus einen Rückschlag erlitten. Das höchste Verwaltungsgericht des Landes wies gestern eine Klage der Politikerin gegen Bestimmungen des Wahlrechts zurück. Le Pen wollte damit erreichen, dass sie nicht von der Teilnahme an Parlamentswahlen ausgeschlossen werden kann.

Hintergrund ist ein anderes juristisches Verfahren, in dem es um ein mögliches Ämterverbot geht. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob Le Pen bei der Präsidentschaftswahl 2027 als Spitzenkandidatin des rechtsextremen Rassemblement National antreten darf.

Die Richter lehnten die Klage Le Pens gegen das Wahlrecht mit der Begründung ab, sie ziele nicht auf die Aufhebung von Vorschriften, sondern auf eine Gesetzesänderung ab. Die von ihr angefochtenen Artikel seien zudem entweder nicht existent oder stünden in keinem Zusammenhang.

Ungeachtet des Urteils kündigte Le Pens Anwalt an, dass seine Mandantin im Falle vorgezogener Parlamentswahlen beabsichtige, im Departement Pas-de-Calais erneut für einen Sitz im Abgeordnetenhaus zu kandidieren.

Le Pen wegen Veruntreuung verurteilt

Le Pen und andere Mitglieder ihrer Partei wurden im vergangenen März wegen der Veruntreuung von Geldern verurteilt. Ein Pariser Strafgericht hatte gegen die Rechtspopulistin eine vierjährige Haftstrafe und eine Geldstrafe von 100.000 Euro verhängt.

Besonders traf Le Pen jedoch das verhängte fünfjährige Verbot, öffentliche Ämter auszuüben. Es ist trotz laufender Berufungsverfahren sofort vollstreckbar. Le Pen hat das Verfahren und das Urteil als politisch motiviert kritisiert. Eine endgültige Entscheidung in dem Strafverfahren wird im Jänner erwartet.

US-Pentagon-Chef Pete Hegseth hat gestern auf einem Flug von Europa Richtung Washington nach Angaben seines Sprechers wegen eines Risses in einer Flugzeugscheibe eine außerplanmäßige Zwischenlandung einlegen müssen.

Das Flugzeug des Verteidigungsministers, den die US-Regierung seit kurzem „Kriegsminister“ nennt, landete in Großbritannien, wie der Pentagon-Sprecher auf der Plattform X mitteilte.

US-Pentagon-Chef Pete Hegseth
picturedesk.com/Nicolas Tucat

Hegseth war in Brüssel beim NATO-Verteidigungsministertreffen. Der Minister und alle anderen Insassen seien wohlauf. Hegseth schrieb auf X: „Alles gut. Gott sei Dank.“

Inland

Die verpflichtende Erwachsenenvertretung durch Anwälte und Notare wird mit Mitte 2028 zeitlich beschränkt. Das hat der Nationalrat gestern mit den Stimmen von Koalition und Grünen beschlossen. Bis dahin sollen die Ressourcen geschaffen sein, dass entsprechend geschultes Personal in ausreichender Zahl zur Verfügung steht. Auch der Bezug von Familienleistungen für Vertriebene aus der Ukraine wurde im Nationalrat leicht modifiziert.

Neben dem Gericht sollen auch Betroffene die Möglichkeit erhalten, per Antrag die Notwendigkeit der Erwachsenenvertretung jederzeit neu bewerten zu lassen. Für Betreuende soll es eine Anregungsmöglichkeit geben.

Die FPÖ lehnte die Vorlage als einzige Fraktion ab, da sie nur „kosmetische Verbesserungen“ sah, wie der Abgeordnete Harald Stefan formulierte. Die Situation für Betroffene sei nicht besser geworden, sondern nur weniger schlecht: „Das ist uns nicht genug.“ Auch für die Grünen ist die Frist zu lange, man rang sich aber zu einer Zustimmung durch.

Leichte Einschränkung für Ukrainer bei Familienleistung

Künftig ist es für den Erhalt von Familienbeihilfe und Kindergeld erforderlich, entweder einer Beschäftigung nachzugehen oder dem AMS zur Verfügung zu stehen. Ablehnend äußerten sich auch hier nur die Freiheitlichen, die die Leistungen auf österreichische Familien beschränken wollen.

Die nunmehrige Regelung ist bis Mitte kommenden Jahres befristet. SPÖ-Mandatar Bernhard Herzog äußerte die Hoffnung, dass sich bis dahin die Situation in der Ukraine verbessert hat. Die Neuausrichtung der Familienleistungen sah er als sinnvoll an, sei doch die Zielrichtung Integration in den Arbeitsmarkt.

Integrationsministerin Claudia Plakolm (ÖVP) betonte, dass der Schutz für Ukrainerinnen und Ukrainer außer Frage stehe. Gleichzeitig gebe es aber auch einen Spardruck. Daher müsse man bei Familien- und Sozialleistungen auch gezielter vorgehen. NEOS und Grüne begrüßten die Vorlage, auch wenn Letztere in Details, etwa Studierende betreffend, Kritik übten.

Von der Verpflichtung gibt es auch gewisse Ausnahmen. Diese gelten etwa für Personen, die jünger als 18 oder älter als 65 Jahre sind und für Personen, die erheblich behinderte Kinder zu betreuen haben.

Der Nationalrat hat gestern Abend die Investitionsprämie verdoppelt. Gegenstimmen kamen dabei nur von den Grünen, auch wenn deren Budgetsprecher Jakob Schwarz die Maßnahme „nicht unvernünftig“ nannte. Er vermisste eine Gegenfinanzierung bzw. befürchtete er, dass die Ausgaben mit Einsparungen bei Klimamaßnahmen kompensiert würden.

Nationalratssitzung
ORF/Lukas Krummholz

Ein Ja kam diesmal von der FPÖ, deren Abgeordneter Arnold Schiefer daran erinnerte, dass der ursprüngliche Antrag dazu von seiner Partei gekommen sei.

SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer verstand alle, die größere Maßnahmen befürworteten. Doch habe man ganz enge budgetäre Rahmenbedingungen geerbt. Ähnlich äußerte sich seitens NEOS Michael Bernhard: „Es ist nicht mehr möglich, weil die Kassen bei der Übergabe leer waren.“ Zudem sei bei der Investitionsprämie eine ökologische Komponente gegeben.

Stärkere Begünstigung bei Ökoinvestitionen

Tatsächlich soll der Beitrag für Investitionen in die Ökologisierung befristet von 15 auf 22 Prozent angehoben werden. Bei anderen Investitionen soll er sich von zehn auf 20 Prozent verdoppeln. Die Begünstigungen betreffen Investitionen und Anschaffungen zwischen dem 1. November dieses Jahres und dem 31. Dezember 2026.

Diese Maßnahme sei ein „ganz wichtiger Motor“, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, betonte Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP). Die Erhöhung diene dabei dazu, Optimismus und Zuversicht in der Wirtschaft zu unterstützen, wie VP-Mandatar Andreas Ottenschläger betonte.

Ukraine-Krieg

Nach Meinung des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj können die am Freitag in Washington anstehenden Gespräche mit US-Präsident Donald Trump ein Ende des Krieges mit Russland näher bringen. „Gerade die Vereinigten Staaten haben die Möglichkeit, einen solch globalen Einfluss auszuüben“, sagte Selenskyj gestern in seiner abendlichen Videobotschaft.

Die vorliegende Tagesordnung sei sehr inhaltsreich. „Wir haben unseren Teil der Hausaufgaben vor dem Treffen mit Präsident Trump gemacht – sowohl den militärischen als auch den wirtschaftlichen“, versicherte das Staatsoberhaupt.

Die Vorbereitungen für das Gespräch mit dem US-Präsidenten seien von einer bereits in den USA befindlichen ukrainischen Delegation gemacht worden. Es habe Treffen mit US-amerikanischen Rüstungs- und Energieunternehmen gegeben. „Solche Sachen wie Patriot(-Flugabwehrsysteme) und Tomahawk(-Marschflugkörper) sind in der Lage, ein dauerhaftes Fundament für einen Frieden zu legen“, so Selenskyj.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als dreieinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Am Freitag wird Selenskyj im Weißen Haus zu Gesprächen mit Trump erwartet. Als eines der Hauptthemen gilt die von Kiew gewünschte Freigabe für einen Verkauf von US-Marschflugkörpern des Typs Tomahawk.

Wirtschaft

Ein Konsortium um den Chipkonzern Nvidia und den Vermögensverwalter BlackRock legt 40 Milliarden Dollar für einen Betreiber von Rechenzentren auf den Tisch.

„Mit dieser Investition kommen wir unserem Ziel näher, die für die Zukunft künstlicher Intelligenz notwendige Infrastruktur bereitzustellen“, sagte gestern BlackRock-Chef Larry Fink, der auch Verwaltungsratsvorsitzender des Konsortiums Artificial Intelligence Infrastructure Partnership (AIP) ist.

50 Standorte

Das Übernahmeziel, die US-Firma Aligned Data Centers, entwirft, baut und betreibt Rechenzentren für Cloud-Anbieter und andere Firmen. Die bereits bestehenden oder geplanten Serverfarmen mit einer Leistungsaufnahme von insgesamt mehr als fünf Gigawatt verteilen sich auf 50 Standorte in Nord- und Südamerika.

Das ist die erste Investition der AIP, die potenziell bis zu 100 Milliarden Dollar ausgeben will. Zu dem Konsortium gehören die Staatsfonds Kuwaits und Singapurs sowie der Softwarekonzern Microsoft und die KI-Firma des Milliardärs Elon Musk, xAI.

Rasch wachsende Nachfrage nach Rechenzentren

Weltweit investieren Unternehmen mehrstellige Milliardenbeträge in den Auf- und Ausbau von Rechenzentren, um der rasant wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Haupttreiber ist der Siegeszug der künstlichen Intelligenz (KI), die zur Verarbeitung ihrer riesigen Datenmengen leistungsstarke Computer benötigt.

Um sich die hierfür notwendigen Ressourcen zu sichern, gehen Unternehmen der Branche verstärkt Kooperationen ein. So beteiligte sich die Chipfirma Nvidia am Rivalen Intel, um ihre Abhängigkeit vom Auftragsfertiger TSMC zu verringern. Sie übernahm zudem einen größeren Anteil am ChatGPT-Entwickler OpenAI.

OpenAI schloss zudem einen langfristigen Liefervertrag mit dem Halbleiteranbieter AMD ab und ließ sich die Möglichkeit eines Einstiegs bei dem Intel-Rivalen einräumen.

Chronik

Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat niemand auf die sechs Richtigen getippt, das bedeutet Doppeljackpot. Im Topf liegen zusätzlich zum ersten Rang der nächsten Runde 1.630.983,64 Euro.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

2 14 34 38 40 41/Zusatzzahl: 44

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

8 12 13 16 29 34

Die richtige Joker-Zahl:

5 2 8 1 4 1

Alle Angaben ohne Gewähr

Zwei Explosionen haben gestern Abend (Ortszeit) die afghanische Hauptstadt Kabul erschüttert. Wie AFP-Reporter aus dem Zentrum der Stadt berichteten, stieg nach den Explosionen eine schwarze Rauchwolke auf, zahlreiche Krankenwagen fuhren durch die Stadt, und Sicherheitskräfte der Taliban riegelten das Zentrum ab. Nach Angaben des Taliban-Sprechers Zabihullah Mujahid explodierten ein Öltank und ein Stromtransformator.

Rauchsäule nach Explosion in Kabul
APA/AFP

Bereits in der vergangenen Woche hatten sich in Kabul und Umgebung mehrere Explosionen ereignet. Eine afghanische Militäreinheit hatte von „Luftangriffen“ durch Pakistan gesprochen. Daraufhin eskalierte der Konflikt mit Gefechten an der gemeinsamen Grenze und Dutzenden Toten und Verletzten auf beiden Seiten.

Seit der Rückkehr der radikalislamischen Taliban an die Macht in Afghanistan im August 2021 hat es wiederholt Kämpfe zwischen Einheiten der beiden Nachbarländer gegeben. Pakistan wirft Afghanistan seit Längerem vor, Milizen Schutz zu gewähren, die Angriffe in Pakistan verüben. Die Taliban-Regierung in Kabul bestreitet das.