Ausland

Die Bestände des Iran an angereichertem Uran sind nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) fast achtmal so hoch wie durch das Internationale Atomabkommen von 2015 erlaubt. In einem Bericht über die nuklearen Aktivitäten des Iran teilte die IAEA heute mit, statt der zulässigen Menge von 202,8 Kilogramm habe der Iran am 20. Mai 1571,6 Kilogramm angereichertes Uran besessen.

Dies hätten Inspektoren der IAEA ermittelt. Teheran verweigere zudem weiterhin den Zutritt zu zwei Anlagen, welche die Behörde im Rahmen ihrer Überprüfungsmission inspizieren wolle, hieß es weiter. Dies sei Anlass zu „ernsthafter Sorge“. Die Inspektoren bemühten sich demnach vier Monate lang vergeblich um Zugang. Es handelt sich um zwei von insgesamt drei Anlagen, welche die IAEA auf eine mögliche frühere Existenz von Material und nicht deklarierte Atomaktivitäten überprüfen will, die nichts mit dem aktuellen Programm Teherans zu tun haben.

Versuche zur Rettung des Abkommens

Die IAEA überwacht weltweit die für den zivilen Bedarf gelagerten Uranvorräte und hat im Fall der Islamischen Republik ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet. Im Juni 2015 hatten die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland in Wien nach jahrelangen Verhandlungen mit dem Iran ein Atomabkommen geschlossen. Es soll sicherstellen, dass die Islamische Republik zumindest in absehbarer Zeit nicht die Fähigkeiten zum Bau einer Atombombe erlangt.

Teheran hatte der Einhaltung von Obergrenzen bei der Urananreicherung zugestimmt. US-Präsident Donald Trump kündigte das Abkommen im Mai 2018 jedoch einseitig auf und verhängte neue Sanktionen gegen Teheran. Deutschland, Frankreich und Großbritannien versuchen, das Abkommen noch zu retten. Doch zieht sich der Iran inzwischen selbst schrittweise aus der Vereinbarung zurück – auch weil die EU ihr Versprechen nicht erfüllen konnte, die wirtschaftlichen Folgen der US-Strafmaßnahmen aufzufangen.

Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd hat US-Präsident Donald Trump die Polizei im ganzen Land zur Gleichbehandlung aller Bürger aufgerufen – unabhängig von ihrer Hautfarbe. „Das ist, was unsere Verfassung erfordert, und das ist es, worum es in unserem Land geht“, sagte Trump heute bei einem Auftritt im Weißen Haus anlässlich des überraschenden Rückgangs der US-Arbeitslosenquote.

Jeder Amerikaner müsse bei Begegnungen mit Sicherheitskräften die gleiche, faire Behandlung erfahren. Mit Blick auf die Arbeitsmarktdaten fügte Trump hinzu: „Hoffentlich schaut George jetzt gerade herunter und sagt, dass das eine großartige Sache ist, die in unserem Land geschieht. Dass es ein großartiger Tag für ihn ist, dass es ein großartiger Tag für alle ist.“

Trump hat Floyds Tod mehrfach scharf verurteilt und das Recht auf friedliche Proteste betont. Ihm wird jedoch vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und nicht genug Verständnis zu zeigen für den Zorn über Diskriminierung und Ungerechtigkeit im Land.

Ein australisches Gericht hat für morgen geplante Proteste der „Black Lives Matter“-Bewegung in Sydney mit Verweis auf die Ansteckungsgefahr mit dem neuartigen Coronavirus verboten. „Wir alle haben viel aufgegeben, um diese Krankheit zu besiegen. Jetzt ist nicht der Moment, die Vorsicht über Bord zu werfen“, sagte der zuständige Richter Desmond Fagan. Zu der Demonstration waren bis zu 10.000 Menschen erwartet worden. Die Veranstalter kündigten an, trotzdem zu demonstrieren.

Die Organisatoren wollen mit der Demonstration Solidarität mit den Protesten in den USA ausdrücken und zugleich kritisieren, dass im eigenen Land immer wieder Angehörige der australischen Ureinwohner, der Aborigines, in Polizeigewahrsam sterben. Die Polizei hatte mit Verweis auf die gesundheitlichen Risiken und mit Unterstützung konservativer Lokalpolitiker vor Gericht ein Verbot der Demonstration beantragt.

Die Anti-Rassismus-Proteste in den USA stoßen in Australien auf breite Resonanz. Das Land ringt selbst mit einem rassistischen Erbe. Mehr als 400 Aborigines starben in den vergangenen drei Jahrzehnten in Polizeigewahrsam.

EU

Die EU-Länder wollen die Außengrenzen der Union ab Juli graduell öffnen. Fast alle Mitgliedsstaaten sprechen sich für eine Verlängerung des Verbotes von nicht notwendigen Einreisen aus Drittstaaten von Mitte auf Ende Juni aus, wie EU-Kommissarin Ylva Johansson von der Videokonferenz der EU-Innenminister berichtete. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) nahm laut APA-Informationen nicht daran teil.

Die Öffnung solle verhältnismäßig, nicht diskriminierend und gemäß den Kriterien der Europäischen Krankheitsbekämpfungsbehörde (ECDC) erfolgen. Einhelligkeit herrschte laut der Innenkommissarin auch darüber, dass zuerst die Binnengrenzen geöffnet werden. Jene Länder, die ihre Reisebeschränkungen nicht bis zum 15. Juni aufheben, wollten das in Abhängigkeit von der epidemiologischen Situation bis zum Ende des Monats tun, hieß es.

Schweiz öffnet alle Grenzen

Die Schweiz kündigte heute an, am 15. Juni die Grenzen zu allen EU- und EFTA-Staaten und nicht nur gegenüber Österreich, Deutschland und Frankreich zu öffnen. Angesichts der Pandemielage erscheine das möglich, erklärte der Schweizer Bundesrat heute. Diese Linie entspreche derjenigen vieler europäischer Länder.

Damit öffnet das Nachbarland seine Grenzen auch zu seinem südlichen Nachbarland Italien. Bisher hatte die Schweiz nur ein Ende der Einreisebeschränkungen zu Österreich, Deutschland und Frankreich angekündigt. Die Gruppe der EFTA-Staaten umfasst neben den EU-Mitgliedstaaten Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz.

Deutsche dürfen bald nach Italien

Am Nachmittag kündigte auch der deutsche Außenminister Heiko Maas bei einer Pressekonferenz mit seinem italienischen Amtskollegen Luigi Di Maio an, die Reisewarnung für Italien auslaufen zu lassen. Di Maio dankte dem „deutschen Volk“ für die Unterstützung während der Coronavirus-Pandemie. „Unsere Freundschaft hat während der Pandemie ihre Solidität bewiesen. In der akutesten Zeit des sanitären Notstands hat Deutschland uns eine wichtige Unterstützung geleistet“, sagte der italienische Außenminister.

Di Maio sagte, dass er in diesen Tagen mit seinem österreichischen Amtskollegen ÖVP-Alexander Schallenberg in telefonischem Kontakt sei. „Wir haben die epidemiologischen Zahlen geprüft und sie dem österreichischen Gesundheitsministerium und der Regierung in Wien unterbreitet. Derzeit gibt es in Italien drei neue Ansteckungen pro 100.000 Einwohnern“, sagte Di Maio.

Italien hofft, dass ab dem 15. Juni wieder die komplette Reisefreiheit in ganz Europa hergestellt ist. So macht die italienische Regierung Druck auf die Regierung in Wien für die Öffnung der Grenzen nach Italien. Nach Angaben Di Maios dürfen Ausländer, die aus Ländern außerhalb des EU-Raums stammen, aber auch nach dem 15. Juni nicht nach Italien reisen.

Bis auf jene zu Italien sind die österreichischen Grenzen zu den Nachbarländern wieder vollständig offen. Das Heer zieht die Milizsoldaten vom Grenzeinsatz ab. Auch viele andere europäische Länder beenden ihre Beschränkungen. EU-Abgeordnete fordern nun die Wiederherstellung des Schengen-Systems.

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Inland

Mit 130 Milliarden Euro hat Deutschland ein riesiges Konjunktparket geschnürt. Das sollte als „Signal“ für Österreich gesehen werden, dass man auch hierzulande über derartige Pakete und konkrete Maßnahmen redet, so die Wirtschaftsexpertin Margit Schratzenstaller. Auch die Senkung der Mehrwertsteuer ist durch die Maßnahmen im Nachbarland Thema – und wird skeptisch gesehen.

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Andreas Huss, Vizeobmann der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), fordert entweder eine Reform oder eine Abschaffung des Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds (PRIKRAF). Hintergrund sind etwa Vorgänge um die Privatklinik Währing, für deren Aufnahme in den PRIKRAF sich der damalige FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache eingesetzt hatte. Auch andere wollen Aufklärung zur Kassenfinanzierung von Privatspitälern.

„Wenn eine Reform nicht gelingt, müssen wir den PRIKFAF abschaffen, und die Sozialversicherungen finanzieren die Leistungen wie zuvor mit Einzelverträgen im Einzelfall“, teilte Huss heute per Aussendung mit. „Da die Krankenversicherungsträger den PRIKRAF zu annähernd 100 Prozent finanzieren, müssen auch sie entscheiden und kontrollieren können, was mit dem Geld im Fonds finanziert wird“, sagte er und forderte „wie in der gesamten Sozialversicherung ein Aufsichtsrecht“ des Bundes.

SPÖ vermutet Verstrickung von ÖVP und WKÖ

SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher, der schon vor einigen Tagen die gänzliche Abschaffung der unter Türkis-Blau eingeführten Regelung gefordert hatte, ging noch einen Schritt weiter. „Seit dem gestrigen Ibiza-U-Ausschuss wissen wir, dass nicht nur Strache und seine Freunde Spenden von Privatkliniken bekommen haben, sondern auch Sebastian Kurz und seine ÖVP“, stellte er in einer Aussendung fest.

SPÖ-Nationalratsabgeordneter Rudolf Silvan sieht auch die Wirtschaftskammer (WKO) in die Causa verwickelt. Er teilte mit, ihm würden Berichte von Kliniken vorliegen, dass diesen zur Sicherung der Liquidität während der Coronavirus-Krise Vorauszahlungen aus dem staatlichen PRIKRAF-Fonds genehmigt worden sein sollen.

Kritik am Fonds kam auch vom Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB). „Die PRIKFRAF-Regelung finanziert 45 private Krankenanstalten auf Kosten von Millionen von Versicherten“, bemängelte Ingrid Reischl, Leitende Sekretärin im ÖGB und Kovorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger. „Die Regelung sollte im Sinne aller Versicherten neu gedacht werden und nicht nur wenigen Privilegierten dienen“, forderte sie.

In die Bresche für die Privatspitäler sprang Peter Lehner (ÖVP), Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger. Es sei „legitim, dass diese Krankenhäuser für die Erbringung von Versicherungsleistungen entsprechend entschädigt werden“. Etwa ein Drittel der Österreicher würden ihre Sozialversicherung mit einer privaten Versicherung ergänzen und so mitunter Privatspitäler nutzen, so Lehner.

WKÖ empört

Empört über die Debatten zeigte sich der Fachverband Gesundheitsbetriebe in der Wirtschaftskammer. Huss zeichne in der Öffentlichkeit ein falsches Bild des PRIKRAF, hieß es in einer Aussendung. Dessen Forderung nach einer Rücknahme der Aufstockung stößt auf Unverständnis, weil diese Aufstockung nur ein Ausgleich für eine gestiegene Zahl von Behandlungen sei.

Tirols LH-Stv. Josef Geisler (ÖVP) hat sich nach seinem Ausspruch („widerwärtiges Luder“) gegenüber einer WWF-Aktivistin nun auch telefonisch bei der jungen Frau entschuldigt. Im Zuge des zehnminütigen Gesprächs sei auch ein persönliches Treffen vereinbart worden, sagte eine Sprecherin Geislers zur APA. Das Gespräch soll im Laufe der kommenden Woche stattfinden, der genaue Zeitpunkt stehe noch nicht fest.

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Die Casinos-Ermittlungen haben nun den Alleinvorstand der staatlichen Beteiligungsholding ÖBAG, Thomas Schmid, ins Visier von Drogenermittlungen gebracht. Es geht um den Verdacht eines Verstoßes von Schmid gegen das Suchtmittelgesetz, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Nina Bussek, heute Nachmittag Berichte von „Standard“ und „profil“ bestätigte.

Der Aufsichtsrat der ÖBAG schaltete zudem die Rechts- und Complianceabteilung ein, wie das zuständige Finanzministerium von Gernot Blümel (ÖVP) bekanntgab. Es sei darüber vom Aufsichtsratschef Helmut Kern informiert worden.

Schmids Anwalt Thomas Kralik sprach gegenüber diesen Medien von einer höchstpersönlichen Angelegenheit seines Mandanten. Er gehe davon aus, dass die Ermittlungen eingestellt würden. Von den Oppositionsparteien SPÖ, FPÖ und NEOS kamen Rücktrittsforderungen.

Lange Karriere in ÖVP

Schmid ist ÖVP-nahe und gilt als Vertrauter von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Vor seiner Berufung an die Spitze der Staatsholding ÖBAG war der Tiroler Generalsekretär im Finanzministerium sowie Sprecher von zahlreichen ÖVP-Politikern.

Laut den Medienberichten hatte die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) verdächtige Daten auf Schmids Smartphone entdeckt. Diese legten für die WKStA nahe, dass Schmid und drei andere Personen zum Eigengebrauch „Suchtgift erworben, besessen, anderen angeboten und überlassen haben“.

Schmids Anwalt Kralik sagt dazu: „Uns ist bekannt, dass es ein derartiges Verfahren gibt, das allerdings ausschließlich den höchstpersönlichen Lebensbereich meines Mandanten betrifft und nichts mit seiner beruflichen Tätigkeit zu tun hat.“ Sein Mandant Schmid werde bei den Behörden Stellung nehmen, Kralik geht von einer Einstellung des Verfahrens aus.

Hinweise in Aktensammlung des „Ibiza“-Ausschusses

Schmid ist im Casinos-Verfahren einer der Beschuldigten. Er hat stets alle Vorwürfe zurückgewiesen. Die behördliche Auswertung seiner Chats lieferte offenbar Hinweise auf Kokainkonsum, so das Nachrichtenmagazin „profil“. Nachzulesen sei das im „Tagebuch“ der WKStA. Dieses ist für die Öffentlichkeit grundsätzlich nicht einsehbar, nun aber Teil der Aktensammlung des „Ibiza“-Ausschusses.

Heuer Anfang April habe die WKStA die Staatsanwaltschaft Wien im Wege eines Aktenvermerks über einen „Zufallsfund“ in Schmids Kommunikationsdaten informiert. Auf APA-Anfrage bei der WKStA verwies ein Sprecher auf die – für das Verfahren zuständige – Staatsanwaltschaft Wien. Die Beteiligungsholding ÖBAG verwaltet elf staatliche Beteiligungen, darunter jene an der OMV, Telekom Austria, Post und den Casinos Austria.

Trotz Regens sind heute erneut viele Menschen zur Kundgebung „#BLACKLIVESMATTERVIENNA“ gegen Polizeigewalt und Rassismus vor die US-Botschaft in Wien geströmt. Eine Schätzung der Teilnehmerzahl wollte die Polizei vorerst nicht vornehmen. Viele Leute hielten Schilder in die Höhe, so war neben „Black Lives Matter“ etwa „A change is coming“, „Kann nicht atmen“ oder „Wir sind auch Wien“ zu lesen.

Demonstration #BLACKLIVESMATTERVIENNA gegen Polizeigewalt vor der US-Botschaft in Wien
APA/Hans Punz

Die US-Botschaft in Wien dankte schon im Vorfeld in einer Aussendung den Demonstranten „für das Zeichen der Solidarität mit der amerikanischen Zivilgesellschaft“. Die friedliche Ausübung des Rechts auf freie Meinungsäußerung sei eines der wichtigsten Freiheitsrechte und eine Österreich und die USA. „Wir stehen gemeinsam gegen Rassismus und Diskriminierung, nicht nur in den Vereinigten Staaten und Österreich, sondern weltweit. Die Vereinigten Staaten sind nicht perfekt, aber wir stehen immer für freie Meinungsäußerung und Bürgerrechte ein“, hieß es in der Stellungnahme der US-Botschaft.

COV Inland

Nach der Anti-Rassismus-Demo mit 50.000 Teilnehmern in Wien will Gesundheitsminister Rudi Anschober künftig bei Großkundgebungen einen besseren Coronavirus-Pandemieschutz sicherstellen. Anschober zeigte sich in einer Stellungnahme heute aber gleichzeitig erfreut darüber, „dass so viele Menschen gegen Rassismus aktiv werden und ihren Beitrag leisten für eine gerechte und faire Gesellschaft“.

„Die Abhaltung von Demonstrationen ist ein Grundrecht unserer Gesellschaft, das sichergestellt werden muss. Der Schutz vor der Ausbreitung der Pandemie u. a. durch die Einhaltung des Mindestabstands ist jedoch auch eine Notwendigkeit und Verpflichtung. Beides muss und kann gemeinsam verwirklicht werden. Das wollen und werden wir für die Zukunft absichern“, so der grüne Gesundheitsminister, der für Montag Vertreter der Stadt Wien, der Wiener Exekutive, Gesundheitsbehörde, Gesundheitsministerium und der Veranstalter zu einem runden Tisch eingeladen hat.

Der Minister verwies darauf, dass auch die Veranstalter von der enormen Beteiligung an der Großdemo überrascht wurden. Mit 2.000 bis 3.000 Teilnehmern sei gerechnet worden, 50.000 seien gekommen. Es handelte sich damit um die erste Großkundgebung seit Beginn der Coronavirus-Kkrise. „Ich war gestern aufgrund von Terminen nicht dabei, aber Fotos zeigen mir, dass sehr viele Masken verwendet haben, viele auf den Mindestabstand geachtet haben. Einige Fotos sind aber auch irritierend.“ Verpflichtenden Abstandsregelungen seien teilweise nicht eingehalten worden.

75 Menschen befinden sich im Moment wegen des Coronavirus in Spitalsbehandlung, das sind um zwölf weniger als noch am Vortag. 20 davon sind derzeit auf der Intensivstation (Stand: 16.00 Uhr). Die Anzahl der Verstorbenen liegt der Definition des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) zufolge derzeit bei 645. Es wurden bisher 479.449 Tests durchgeführt.

Die Anzahl der Coronavirus-Fälle in Österreich insgesamt ist leicht gestiegen. Aktuell gelten laut Gesundheitsministerium 429 Menschen als erkrankt, elf mehr als am Vortag. 16.747 Coronavirus-Fälle wurden bisher hierzulande gezählt.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten zur Zahl der Coronavirus-Infektionen weiter aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Wichtig: Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

Mehr dazu in Daten und Karten und Daten-Updates und Quellen

SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner fordert österreichweit einen Gastronomiegutschein in Höhe von 50 Euro pro Mehrpersonenhaushalt, um den heimischen Cafes und Restaurants in der Coronavirus-Krise wirtschaftlich unter die Arme zu greifen. Bisher hat der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) eine derartige Gutscheinaktion angekündigt, beschlossen wurde sie aber noch nicht.

Ein österreichweiter Gastrogutschein – nach Vorbild des Wiener Modells – würde 160 Mio. Euro pro Jahr kosten, sagte Rendi-Wagner heute bei einer Pressekonferenz in Wien. Diese Kosten seien aber Investitionen, um Arbeitsplätze in der heimischen Gastronomie zu sichern. Für Einpersonenhaushalte soll es in Wien einen Gastrogutschein in Höhe von 25 Euro geben.

Rendi-Wagner: Hilfen kommen nicht oder zu spät an

Die SPÖ-Chefin übte erneut Kritik an den Coronavirus-Hilfen der türkis-grünen Regierung. „Die versprochenen Hilfen, diese versprochenen Millionen kommen bei sehr, sehr vielen betroffenen Unternehmerinnen und Unternehmern, in diesem Fall Wirtinnen und Wirte, zum Teil gar nicht an oder sie kommen zu spät an“, sagte Rendi-Wagner.

„Es sind wertvolle Wochen verstrichen.“ Die Hilfen seien außerdem „hochbürokratisch“ organisiert. Die Regierung präsentiere sich als „Almosengeber“, kritisierte die SPÖ-Vorsitzende. Die Epidemiegesetz-Novelle von ÖVP und Grünen Mitte März habe die Entschädigungsregeln für Betriebe außer Kraft gesetzt.

Die SPÖ fordert von der Regierung seit Längerem zumindest für Betriebe bis 25 Mitarbeiter eine „volle Entschädigungsleistung für die Zeit des Verdienstentgangs“ und das größte Investition- und Beschäftigungsprogramm der Zweiten Republik. Rendi-Wagner lobte das geplante 130-Mrd.-Euro-Konjunkturpaket in Deutschland. Angesichts der Rekordarbeitslosigkeit in Österreich müsse man nun schnell handeln. „Der Faktor Zeit ist entscheidend.“

COV Ausland

US-Präsident Donald Trump sieht die Coronavirus-Krise in seinem Land als „weitgehend“ überstanden an. Trump äußerte sich heute im Rosengarten des Weißen Hauses, nachdem die Arbeitslosenquote für den Mai überraschend auf 13,3 Prozent gesunken war. Das ist zwar ein nach wie vor sehr hoher Wert, aber ein Rückgang im Vergleich zum April.

Die USA hätten vor der Coronavirus-Krise die „großartigste Wirtschaft der Weltgeschichte“ gehabt, sagte Trump. „Und diese Stärke hat uns erlaubt, diese furchtbare Pandemie zu überstehen.“ Die Pandemie sei „weitgehend“ überstanden.

Mit Blick auf die Zahl von mehr als 100.000 Coronavirus-Toten in den USA – die mit Abstand höchste Zahl weltweit – sagte Trump, ohne die Arbeit seiner Regierung wären noch viel mehr Menschen ums Leben gekommen. „Wir haben jede Entscheidung richtig getroffen.“

Das Krisenmanagement des Präsidenten im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie ist von vielen Seiten kritisiert worden. Trump hatte die Gefahr durch das Virus lange Zeit kleingeredet. Er selbst bestreitet jeden Fehler im Umgang mit der Pandemie.

Die Zahl der gestorbenen Coronavirus-Infizierten ist in Großbritannien heute auf mehr als 40.000 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium in London mit. Das Vereinigte Königreich ist nach offiziellen Zahlen das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas.

Zählt man die Todesfälle hinzu, bei denen eine Covid-19-Erkrankung erst nach dem Tod diagnostiziert wurde, liegt die Zahl der Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) zufolge sogar bei mehr als 48 000. Die Regierung in London steht seit Wochen in der Kritik, zu langsam und falsch reagiert zu haben. Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen wurden vergleichsweise spät eingeführt, zudem herrschte ein Mangel an Testkapazitäten und Schutzkleidung für medizinisches Personal.

Kritik an Lockerungen

Die Zahl der Neuinfektionen ist in den vergangenen Wochen offiziellen Zahlen zufolge zurückgegangen. Trotzdem hatten sich einige Experten kritisch zu den Anfang der Woche in Kraft getretenen Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in England geäußert.

Treffen von bis zu sechs Personen in privaten Gärten und Parks sind nun wieder möglich, solange der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten wird. Bisher waren nur Treffen von zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten erlaubt. Läden mit Verkaufsfläche im Freien durften wieder aufmachen. Auch der Schulbetrieb wurde in Teilen wieder aufgenommen. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland bestimmen selbst über ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Doch auch dort wurden in dieser Woche Lockerungen eingeführt.

Wegen stark steigender Coronavirus-Zahlen in der russischen Hafenstadt Sewerodwinsk wird die als Standort für die Produktion atomarer U-Boote bekannte Großstadt in der Nacht auf heute vollständig abgeriegelt.

Der Gouverneur der nordrussischen Region Archangelsk verfügte per Dekret die komplette Abschottung der 180.000-Einwohner-Stadt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden stieg die Zahl der bestätigten Infektionen in Sewerodwinsk zuletzt auf mehr als 1.000.

„Sie müssen es eine Woche oder zehn Tage durchhalten, damit die Infektionsrate nicht weiter steigt“, sagte der Gouverneur Alexander Zybulsky. Die Behörden hätten sich die Entscheidung für die Abriegelung nicht leicht gemacht, sie sei aber „wirklich nötig“, betonte er weiter.

Abschottung für Stadt nicht neu

Wegen der hohen Infektionsrate gilt in Sewerodwinsk bereits eine Masken- und Handschuhpflicht. Fast die Hälfte der Erwerbstätigen in Sewerodwinsk ist bei staatlichen Werften wie Sewmasch und Swesdoschka beschäftigt. Zu Sowjetzeiten war Sewerodwinsk wegen der Rolle der Stadt bei der Produktion atomar betriebener U-Boote von der Außenwelt abgeschnitten. Nur Besucher, die einen speziellen Ausweis vorzeigen konnten, durften die Stadt betreten.

„Wie vor 29 Jahren ist Sewerodwinsk wieder verschlossen“, kommentierte die Nachrichtenagentur Region 29. Ganz so strikt wie zu Zeiten des Kalten Krieges sind aber auch die Coronavirus-Regeln nicht: So dürfen die Bewohner von Sewerodwinsk die Stadt beispielsweise verlassen, um sich medizinisch behandeln zu lassen oder um in ihre Wochenendhäuser zu fahren.

Gemessen an den Infektionszahlen ist Russland inzwischen das drittstärkste von der Pandemie betroffene Land weltweit. Fast 450.000 Infektionen wurden landesweit nachgewiesen, mehr als 5.500 Menschen starben. Zu neuen Infektionsherden haben sich zuletzt die Regionen Archangelsk und Sibirien entwickelt.

Wirtschaft

Der gesamte Wirecard-Vorstand um Firmenchef Markus Braun ist wegen des Verdachts auf Marktmanipulation von der Finanzaufsicht BaFin angezeigt worden. Die Staatsanwaltschaft München I und die Polizei durchsuchten am Freitag die Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters im Münchener Vorort Aschheim, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte.

Die deutsche Finanzmarktaufsicht BaFin habe Strafanzeige gegen Verantwortliche des Konzerns mit dem aus Österreich stammenden Firmenchef Markus Braun gestellt. Es geht um den Verdacht auf Marktmanipulation im Vorfeld der Veröffentlichung eines Sonderprüfberichts von KPMG.

Wirecard bestätigte die Durchsuchungen und erklärte: „Die Ermittlungen richten sich nicht gegen die Gesellschaft, sondern gegen ihre Vorstandsmitglieder.“ Das Unternehmen kooperiere mit den Ermittlungsbehörden und der Vorstand sei zuversichtlich, dass der Sachverhalt sich aufklären werde und die Vorwürfe sich als unbegründet erweisen werden. Die Aktien von Wirecard brachen im Frankfurter Späthandel um mehr als zwölf Prozent ein.

Irreführende Signale für den Aktienkurs

Die BaFin fand laut Staatsanwaltschaft Hinweise darauf, dass der Vorstand in zwei Börsen-Pflichtmitteilungen am 12. März und 22. April irreführende Signale für den Aktienkurs der Wirecard gegeben hat. Daraufhin sei ein Verfahren eingeleitet worden gegen Braun und seine drei Vorstandskollegen – Finanzchef Alexander von Knoop, der fürs operative Geschäft zuständige Jan Marsalek und Vorständin Susanne Steidl.

Eine BaFin-Sprecherin fügte auf Nachfrage hinzu, dass die Untersuchung, ob Wirecard über die beiden betreffenden Adhoc-Mitteilungen hinaus möglicherweise irreführend kommuniziert und damit Marktmanipulation begangen hat, noch nicht abgeschlossen sei.

Der britische Luxusautobauer Bentley will unter anderem wegen der Coronavirus-Krise 1.000 Jobs abbauen. Das teilte das zum Volkswagen-Konzern gehörende Unternehmen heute mit. Grund dafür sei eine „beträchtliche Senkung der Prognose der künftigen Umsätze“, hieß es in der Mitteilung. Eine „sofortige Reduktion der Belegschaft“ sei daher notwendig.

Der Stellenabbau solle aber zunächst auf freiwilliger Basis erfolgen. Dafür seien den 4.200 Mitarbeitern finanzielle Angebote gemacht worden. Der Autobauer hofft darauf, dass knapp ein Viertel davon freiwillig Gebrauch macht.

Zukünftige Entlassungen könnten aber nicht ausgeschlossen werden, hieß es weiter. Die Maßnahme sei Teil eines größeren Umbauprogramms. „Covid-19 ist nicht die Ursache für diese Maßnahme, aber ein Beschleuniger“, sagte Bentley-Geschäftsführer Adrian Hallmark.

Sport

Die afroamerikanischen Stars der National Football League (NFL) haben sich in einem emotionalen Video direkt an die Verantwortlichen der Liga gewandt und ein klares Bekenntnis gegen Rassismus gefordert. Angeführt von Quarterback Patrick Mahomes von Super-Bowl-Champion Kansas City Chiefs, richteten die Spieler in dem Video der NFL ihren Wunsch nach klaren Worten gegen die aktuelle Situation in den USA aus.

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Die heimische Eishockeyliga hat beim Sportministerium ihr „Return to Play“-Konzept eingereicht. Das in Zusammenarbeit mit den Vereinen und Verbänden erstellte Programm ziele neben der Erhaltung der Gesundheit und unter Einhaltung der Regierungsvorgaben darauf ab, eine rasche Rückkehr zum strukturierten Trainings- und internationalen Wettkampfbetrieb zu ermöglichen, hieß es heute.

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Chronik

Eine Woche nach dem verheerenden Ölunfall in einem sibirischen Kraftwerk haben die Behörden nach eigenen Angaben die Ausbreitung der Umweltverschmutzung gestoppt. Die Eindämmung sei mit Hilfe schwimmender Barrieren auf dem Fluss Ambarnaja gelungen, sagte die Sprecherin des Krisenstabs heute. Nun sei mit dem Abpumpen des Öls begonnen worden. Russlands Generalstaatsanwalt ordnete eine Überprüfung aller gefährlichen Anlagen in Permafrostgebieten an.

Luftaufnahme des mit Dieselöl verschmutzten Flusses Ambarnaya in der Nähe von Norilsk (Russland)
APA/AFP/2020 Planet Labs Inc

Das Büro des Generalstaatsanwalts teilte mit, Ursache für das Auslaufen des Diesels sei ersten Untersuchungsergebnissen zufolge bei einem Tank ein „Absacken des Bodens und des Betonfundaments“, wodurch der Tank beschädigt worden sei. In Gebieten, die vom Schmelzen des Permafrostbodens betroffen seien, sollten Einrichtungen, von denen eine Gefahr ausgehen könne, „gründlich überprüft“ werden.

Russland ist vom Klimawandel besonders betroffen, weil sich ein Großteil der wichtigen Infrastruktur in Permafrostgebieten befindet, der wegen der steigenden Temperaturen zu schmelzen beginnt. 65 Prozent des Territoriums besteht aus Permafrost, und schon 2018 hatte das Umweltministerium gewarnt, dass durch den schmelzenden Permafrost Rohrleitungen und Einrichtungen beschädigt werden können und vergrabene giftige Abfälle freigesetzt werden können.

Eine ungewöhnliche Wetterlage hat Teile Venedigs unter Wasser gesetzt. Das Hochwasser stieg in der Nacht auf heute auf 116 Zentimeter über den normalen Meeresspiegel, teilte die Kommune mit. Der Markusplatz stand somit auch unter Wasser, er ist nämlich der tiefste Punkt in Venedig.

Markusplatz in Venedig unter Wasser
AP/Luigi Costantini

Hochwasser ist in Venedig vor allem im Herbst und Winter üblich, aber auch im Juni kommt es durchaus vor. So flutete das Wasser zuletzt im Juni 2016 und 2002 Teile der UNESCO-Stadt. Im vergangenen November hatte ein Hochwasser verheerende Schäden angerichtet. Damals stand das Wasser 187 Zentimeter über Normalnull.

Der Tourismus in Venedig ist wegen der Coronavirus-Krise komplett zum Erliegen gekommen, erst langsam kehren die ersten Besucher zurück. Seit dem 3. Juni dürfen auch EU-Bürger wieder nach Italien einreisen – Österreicherinnen und Österreicher müssen bei der Rückkehr jedoch in selbst überwachte Heimquarantäne bzw. einen negativen Test vorlegen. Und gleich machten zwei Besucher – mutmaßlich Deutsche – Schlagzeilen, die diese Woche laut italienischen Medien in den Canal Grande gesprungen waren und unter der Rialto-Brücke schwammen. Das ist verboten und wird mit hohen Strafen geahndet.

Bürgermeister Luigi Brugnaro hatte bereits am 31. Mai, noch bevor die italienischen Grenzen aufgingen, viele deutsche Touristen gezählt. „Zusammen mit einem Haufen anderer Leute sind unglaublicherweise auch 200 Deutsche angekommen. Fragt mich nicht, wie sie das geschafft haben, aber sie sind hier. Die Deutschen hält keiner auf“, sagte er in einem TV-Interview.

Kultur

Auch die Live-Kultur kehrt nach Wien zurück: Die Stadt wird heuer die Eventserie „Kultursommer 2020“ organisieren, die mit Konzerten, Theatern, Lesungen, Kabarett oder Tanz aufwartet. Im Juli und August sollen rund 2.000 Künstlerinnen und Künstler insgesamt 800 Aufführungen an 25 Spielstätten absolvieren. Der Eintritt ist frei, der Zutritt angesichts der Coronavirus-Maßnahmen aber streng reglementiert.

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Das Pariser Centre Pompidou empfängt nach der coronavirusbedingten Zwangspause am 1. Juli mit der angekündigten Christo-Schau wieder seine ersten Besucher.

Die Ausstellung des kürzlich verstorbenen Verhüllungskünstlers konnte wegen der Pandemie nicht wie geplant am 18. März eröffnet werden. Die bis zum 19. Oktober dauernde Werkschau „Christo und Jeanne-Claude Paris“ legt einen Schwerpunkt auf die Verhüllung der Pariser Brücke Pont Neuf im Jahr 1985 sowie auf das Projekt der Verpackung des Pariser Triumphbogens, das trotz des Todes des Künstlers im September 2021 stattfinden soll. Christo war am 31. Mai im Alter von 84 Jahren gestorben.

Von Christo verhängte Brücke Pont Neuf in Paris 1985
APA/AFP/Pierre Guillaud

Ursprünglich war das Projekt für dieses Jahr geplant, wegen der Pandemie musste es jedoch verschoben werden. Seit den 1990er Jahren realisierte Christo seine gigantischen Installationen zusammen mit seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude.

Zu den berühmtesten Projekten zählte neben dem Pont Neuf auch die Verhüllung des deutschen Reichstags im Juni 1995. Die Wiedereröffnung des Centre Pompidou findet unter strengen Sicherheitsmaßnahmen statt, die das Museum zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen will.

Die US-Rockband Aerosmith hätte im Rahmen ihrer Jubiläumstour am 9. Juli auch nach Österreich kommen sollen. Wegen der Coronavirus-Krise verschiebt sich die Europatournee nun jedoch um ein Jahr: Dafür wird Wien am 15. Juli 2021 den krönenden Abschluss für die Tour der Band bilden.

Steven Tyler und Joe Perry von Aerosmith
APA/AFP/Getty Images/Emma Mcintyre

Science

Religion

Die berühmte Al-Ashar-Moschee in der ägyptischen Hauptstadt Kairo hat heute nach zweimonatiger Sperre wegen der Coronavirus-Pandemie zum ersten Mal wieder ein Freitagsgebet abgehalten. Teilnehmen durften jedoch nur 20 Imame und Mitarbeiter der Moschee. Diese mussten sich bei dem live im Fernsehen übertragenen Gebet an die Abstandsregeln halten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Al-Ashar-Moschee in Kairo (Ägypten
APA/AFP/Khaled Desouki

Ägypten hatte im März die Moscheen geschlossen, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. In diese Zeit fiel auch der für Muslime sehr wichtige Fastenmonat Ramadan. Das Land plant, Moscheen und auch die Kirchen des Landes Mitte Juni wieder umfassend zu öffnen.

In Ägypten sind bisher fast 30.000 Infektionen mit dem Coronavirus sowie mehr als 1.100 Tote gezählt worden. Das Land hat begonnen, einige restriktive Maßnahmen zu lockern, um Wirtschaft und Tourismus langsam wiederzubeleben. In der vergangenen Woche war die Zahl der täglichen Neuinfektionen jedoch wieder auf über 1.000 gestiegen.

Panorama

Das mittelalterliche toskanische Dorf Fabbriche di Careggine könnte bald eine Renaissance erleben. Laut der Reiseplattform Lonely Planet liegt das Dorf seit 25 Jahren permanent unter Wasser und könnte bald trockengelegt werden.

Fabbriche di Careggine
Public Domain

Das Dorf wurde im 13. Jahrhundert gegründet und in den 1940er Jahren verlassen. Damals wurde der Ort wegen eines Staudammbaus am Fluss Edron durch den künstlichen Vagli-See überflutet, und alle Bewohner mussten umsiedeln. Seither wurde der See viermal entwässert, zuletzt 1994. Bald soll der See erneut geleert werden, so Lonely Planet, und somit wird auch das versunkene „Geisterdorf“ unter der Wasseroberfläche enthüllt.

Der Staudamm gehört dem italienischen Energiekonzern ENEL. Das Unternehmen prüft derzeit laut der Plattform eine neuerliche Entleerung im kommenden Jahr.

Staudamm
Getty Images/iStockphoto/Goldfinch4ever

Leute

Die australische Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett hat die Coronavirus-Pandemie in ihrer Wahlheimat Großbritannien bisher gut überstanden – abgesehen von einer leichten Kopfverletzung bei einem Kettensägenunfall.

Die australische Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett
APA/AFP/Getty Images/Getty Images

Diesen Vorfall erwähnte die Schauspielerin ganz nebenbei in einem Podcast der australischen Ex-Regierungschefin Julia Gillard. „Mir geht es gut“, sagte Blanchett. „Ich hatte gestern einen kleinen Kettensägenunfall, was sehr, sehr aufregend klingt, aber das war es nicht.“

Abgesehen von „einem kleinen Schnitt am Kopf“ habe sie nichts davongetragen, sagte die 51-Jährige. Gillard entgegnete ähnlich lässig: „Passen Sie mit dieser Kettensäge auf. Sie haben einen sehr berühmten Kopf, ich glaube nicht, dass die Leute wollen würden, dass auch nur ein kleines Stück herausgeschnitten wird.“

Blanchett lebt mit ihrer Familie in der Nähe der Stadt Tunbridge Wells südlich von London. Wegen der Krise nahm sie sich eine Auszeit, um ihrem ältesten Sohn beim Lernen zu helfen. Seine Prüfungen seien wegen der Pandemie verschoben worden, erzählte die Schauspielerin. Nach dieser Erfahrung mit Homeschooling habe sie „riesigen Respekt“ vor dem Lehrerberuf. Lehrer sollten besser für ihre Arbeit bezahlt werden, sagte Blanchett.