COV Inland

In Österreich sind jetzt über 60 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Laut aktuellen E-Impfpass-Zahlen haben 60,06 Prozent der Menschen hierzulande einen vollständigen Impfschutz. Die Zahl der zumindest einmal geimpften Menschen liegt mit 63,58 Prozent nur knapp darüber.

Insgesamt gelten über 5,364 Mio. Menschen als vollständig geimpft, 5,680 Mio. sind zumindest teilweise geimpft. Über 10,75 Mio. Impfungen sind mittlerweile im E-Impfpass erfasst.

Die Impfrate sank über die vergangenen Wochen nochmals deutlich. In der Vorwoche wurden durchschnittlich 12.581 Impfungen pro Tag verabreicht – der Siebentageschnitt lag zuletzt Ende August über 20.000.

Zur Abfederung der negativen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Menschen mit Behinderung setzt das Sozialministerium mehr Geld ein. Konkret werden die Ausgaben des Ausgleichstaxfonds um rund 28 Mio. auf insgesamt 315 Mio. Euro erhöht, hieß es heute in einer Pressemitteilung. 264 Mio. Euro fließen in Projekt- und Individualförderungen, 51 Mio. Euro sind für integrative Betriebe vorgesehen.

Mit dem Geld sollen bestehende Maßnahmen bedarfsgerecht angeboten und ausgebaut werden. Zusätzlich will man Schwerpunkte auf spezielle Personengruppen (etwa Frauen mit Behinderungen und gehörlose Menschen) sowie auf Maßnahmen zur Stärkung der psychischen Gesundheit und der Bewusstseinsbildung setzen.

Den Bedarf an Verbesserung der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen habe die Pandemie noch verstärkt, heißt es aus dem Ministerium unter Verweis auf die aktuellen Arbeitslosenzahlen. Bei Menschen ohne gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen ist die Zahl zuletzt im Jahresvergleich um 25,8 Prozent gesunken, bei jenen mit Einschränkungen nur um 14,2 Prozent.

Anfang dieser Woche bleiben die CoV-Zahlen auf hohem Niveau konstant. Trotzdem müssen bereits jetzt auch in Niederösterreich einige Feste abgesagt werden. Der Grund dafür laut Veranstaltern: Die Kontrolle der „3-G-Regel“ sei nicht durchführbar.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Mehr als 15.000 Besucherinnen und Besucher haben sich indes bisher für den ersten Salzburger Rupertikirtag in der Pandemie online registriert. Das bestätigte der Salzburger Altstadtverband als Veranstalter. Diese Registrierung ist wegen der anhaltenden Pandemie heuer verpflichtend.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 149,8 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl weiterhin in Wien (210,8) und Oberösterreich (188). Am niedrigsten ist der Wert in Tirol (86,7) und dem Burgenland (91,6).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 1.240 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 1.240 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit starben laut Ministerien bisher 10.918 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 897 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 214 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Inland

Im Ministerrat ist heute die lange geplante Novelle zum Telekomgesetz (TKG) beschlossen worden. Mit dem Gesetz werden teils EU-Vorgaben umgesetzt, es bringt u. a. ein europaweit einheitliches Warnsystem für Krisen: Warnung werden dann etwa via SMS an die Bevölkerung versandt, beispielsweise bei Umweltkatastrophen.

Das von der EU vorgesehene europaweit standardisierte Bevölkerungswarnsystem sollte eigentlich bis Mitte 2021 umgesetzt werden, eine Einführung ist laut Ministerium im kommenden Jahr zu erwarten.

Damit werden im Katastrophenfall die Menschen regional und vollständig per Textnachricht informiert werden, sagte Infrastrukturministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) nach der Regierungssitzung.

Kompakte Zusammenfassung von Verträgen

Auch beim Konsumentenschutz bringt die Novelle Neuerungen. In Zukunft werde jeder Kunde bei Abschluss des Vertrages eine kompakte Kurzzusammenfassung des Vertrages erhalten, die der leichteren Verständlichkeit dienen soll, so Köstinger. Kommen wird auch ein leichterer Zugang zur Notrufnummer 112 für Menschen mit Behinderungen über einen „textbasierten“ Notruf.

Die grüne Klubobfrau Sigrid Maurer hob die verlängerten Kündigungsmöglichkeiten bei Mobilfunkverträgen hervor. Auch beim Wohnsitzwechsel werden Verbesserungen für Konsumenten geschaffen: Hier kommt ein Kündigungsrecht für Festnetzinternetverträge mit einer Frist von zwei Monaten. Längerfristig gebundene Verträge können damit bei Umzügen rascher gekündigt werden.

„Monitoringsystem“ für „Hochrisikozulieferer“

Eingeführt wird auch ein „Monitoringsystem“ für etwaige „Hochrisikozulieferer“ beim Aufbau von 5G-Netzen. Dieses zielt u. a. auf die Verhinderung allfälliger Spionage durch Herstellerländer ab und ist Teil der Umsetzung von EU-Vorgaben.

Ein neuer Beirat in der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) soll alle zwei Jahre einen „Wahrnehmungsbericht“ über etwaige Hochrisikozulieferer erstellen.

Bringen soll das Paket auch eine Beschleunigung des Ausbaus von Breitband und Mobilfunknetzen. Vorgesehen ist hier etwa eine wettbewerbsrechtliche Vereinfachung von Kooperationen zwischen Betreibern und von Koinvestitionen im Bereich des Netzausbaus. Damit soll beispielsweise die gemeinsame Nutzung von Sendemasten erleichtert werden.

Vor der Landtagswahl in Oberösterreich am Sonntag hat gestern die Elefantenrunde mit der Spitzenkandidatin und den Spitzenkandidaten der im Parlament vertretenen Parteien stattgefunden. Die Themenpalette reichte vom Coronavirus über die Pflege bis zum Thema Asyl.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Viermal wurde der Ort gewechselt, mehr als fünfeinhalb Stunden hat das erweiterte Präsidium der SPÖ Vorarlberg gestern Abend über die Abhörvorwürfe und einen neuen Parteichef-Kandidaten diskutiert. Aber die Vorwürfe sind nicht vom Tisch, und eine Einigung gibt es auch nicht – aber immerhin einen neuen Kandidatenvorschlag.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Die im Jänner 2000 aus der Bundesverwaltung ausgegliederte Statistik Austria kommt seit Jahren nicht mit ihrem Budget aus und verbraucht ihre Reserven.

Wenn sich daran nichts ändert, könnte die Bundesagentur im Jahr 2023 in Zahlungsschwierigkeiten geraten, schreibt „Der Standard“ (Mittwoch-Ausgabe) und verweist auf den Geschäftsbericht für das Jahr 2020, der diese Woche veröffentlicht wurde. Auch heuer dürfte die Statistik Austria wieder rote Zahlen schreiben.

Drittes Verlustjahr in Folge

Auf 154.000 Euro belief sich der Verlust nach Steuern im vergangenen Jahr – es war das dritte Verlustjahr in Folge.

Das vor zwei Jahrzehnten festgelegte Jahresbudget von 50,4 Mio. Euro wurde vor zwei Jahren von der türkis-blauen Regierung um eine Million gekürzt, jetzt geht es sich seit einigen Jahren nicht mehr aus, und die in der Vergangenheit durch Effizienzsteigerungen und Personalabbau aufgebauten freien Rücklagen seien auf etwas mehr als sieben Mio. Euro zusammengeschmolzen, heißt es in dem Bericht.

Sollte das Budget nicht aufgestockt werden, könnte die Statistik Austria 2023 in Zahlungsschwierigkeiten geraten, heißt es im Bericht unter Verweis auf den Geschäftsbericht weiter. Dafür wäre eine gesetzliche Änderung notwendig – die Budgetverhandlungen für 2022 laufen aber noch.

Der Betriebsrat befürchtet, dass das Kanzleramt zuwartet und dann der Statistik garantiert, künftige Verluste abzudecken. „Wenn die Statistik in die Rolle des Bittstellers gedrängt wird, gefährdet das die Unabhängigkeit“, warnte Betriebsratschefin Judith Falkinger.

Die Hilfe für das von den radikalislamischen Taliban überrannte Afghanistan ist aus Sicht von Bundespräsident Alexander Van der Bellen nicht nur eine humanitäre Angelegenheit. Es gehe darum, einen „Vertrauensverlust“ des Westens insgesamt in der Region zu verhindern, sagte Van der Bellen gestern in der ZIB2. Es gehe nämlich darum, „die Menschen in Afghanistan, die auf uns, den Westen, vertraut haben, nicht im Stich zu lassen“.

Van der Bellen zur UNO-Generalversammlung

Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist in New York bei der 76. UNO-Generalversammlung. Er spricht über dort thematisierte Problematiken und wie sich Österreich für die Lösung einsetzen möchte.

„Meine Überlegung ist, dass die Länder, die sich der westlichen Welt zugehörig fühlen, ein Eigeninteresse haben, dass die Situation in Afghanistan nicht weiter eskaliert“, sagte Van der Bellen. Insofern sei die Hilfe für Afghanistan „eine ganz nüchterne außenpolitische Überlegung“, sagte der Bundespräsident auf eine Frage, ob Österreich Flüchtlinge aus Afghanistan aufnehmen solle.

Auch auf eine entsprechende Nachfrage äußerte sich der Bundespräsident ausweichend. Er kenne „einige Bürgermeister, gar nicht so wenige“, die sich bereiterklärt hätten, eine bestimmte Anzahl von Familien in ihrem Dorf aufzunehmen.

Hoffnung auf „besseres Impfergebnis“

Nicht einlassen wollte sich Van der Bellen auf die Diskussion, ob die FPÖ an den vergleichsweise geringen Impfraten in Österreich Schuld trage. „Das ist eine innenpolitische Diskussion, auf die ich ungern von New York aus eingehe.“ Zudem gebe es eine ähnliche Diskussion auch in anderen Ländern, so Van der Bellen. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass sich „im Laufe der Zeit die Einsicht durchsetzt“ und es schon in den kommenden Wochen in puncto Impfungen „zu einem besseren Ergebnis“ kommen werde.

Van der Bellen betonte Unschuldsvermutung

Van der Bellen wurde auch befragt, ob er bei einer Anklage gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz oder Finanzminister Gernot Blümel (beide ÖVP) an deren Amtsfähigkeit zweifeln würde. Der Bundespräsident hob daraufhin die Unschuldsvermutung hervor. Er habe nämlich schon „mehrere Prozesse“ erlebt, bei denen eine „fundierte Anklage“ erhoben wurde und es dann einen Freispruch gegeben habe.

Als Beispiel nannte er den Wiener Neustädter Tierschützerprozess, bei dem die Beschuldigten „monatelang nicht nur angeklagt, sondern eingesperrt“ gewesen seien und in dem darauffolgenden Jahr „alle freigesprochen“ worden seien. „Die Anklage ist eine Sache, die Entscheidung des Gerichts ist eine andere.“

Über die folgende Frage, wie er bei einer Verurteilung von Kurz oder Blümel handeln würde, wollte Van der Bellen „nicht spekulieren“. Er verwies darauf, dass er sich auf der „Weltbühne“ New York befinde, wo er die Gelegenheit nutze, zahlreiche Amtskollegen zu treffen, die er sonst nicht sehen könne, etwa aus Afrika oder Costa Rica.

Der „Ibiza“-Untersuchungsausschuss wird heute mit der Debatte des Abschlussberichts im Nationalrat ad acta gelegt. Der Bericht wurde vor wenigen Wochen von Verfahrensrichter Wolfgang Pöschl vorgelegt.

Zuletzt hatte NEOS angekündigt, einen weiteren U-Ausschuss für möglich zu halten. Man werde noch Gespräche mit den anderen Parteien suchen. Im Fokus sollen mögliche Interventionen auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaften liegen, hieß es.

Comeback der Sonderbetreuungszeit

Wichtigster Beschluss der Sitzung ist das Comeback der Sonderbetreuungszeit, die rückwirkend mit Anfang September Eltern bis Jahresende drei Wochen bezahlte Betreuungszeit für von Coronavirus und -quarantäne betroffene Kinder ermöglicht. Dazu kommt eine Dringliche Anfrage von NEOS an den Gesundheitsminister zum vermeintlichen Regierungsversagen u. a. beim Impfen.

Den Beginn der ersten Sitzung nach der Sommerpause, die angesichts der bevorstehenden Oberösterreich-Wahl wohl einiges emotionales Kapital hat, bilden zwei Aktuelle Stunden. Jene, für die von der FPÖ das Thema vorgegeben werden konnte, dreht sich um Asyl, die Europa-Edition wird von der ÖVP mit Standortfragen befüllt.

Ausland

Das von den Demokraten dominierte US-Repräsentantenhaus hat für eine Aussetzung der Schuldenobergrenze gestimmt. Der Gesetzentwurf, der eine Haushaltssperre ab der kommenden Woche verhindern soll, wurde mit 220 zu 211 Stimmen angenommen. Die oppositionellen Republikaner stimmten geschlossen dagegen und kündigten Widerstand gegen die Vorlage im Senat an.

Der Gesetzentwurf sieht vor, den laufenden Haushalt bis Anfang Dezember zu verlängern. Damit soll ein „Shutdown“, also die Stilllegung von Bundesbehörden, nach Ablauf des Haushaltsjahres am kommenden Donnerstag abgewendet werden.

Die Vorlage der Demokraten umfasst 28,6 Milliarden Dollar (24,4 Mrd. Euro) Nothilfe für die von Naturkatastrophen wie dem Hurrikan „Ida“ und Waldbränden betroffenen Bundesstaaten. Zudem sind 6,3 Milliarden Dollar zur Unterstützung von afghanischen Staatsbürgerinnen und -bürgern vorgesehen, die nach der Machtübernahme der Taliban aus Kabul evakuiert worden waren.

Warnung vor „historischer Finanzkrise“

Die Demokraten wollen mit dem Gesetzentwurf zugleich die Schuldenobergrenze bis Dezember 2022 aussetzen. Daher wird damit gerechnet, dass die Initiative im Senat scheitert, wo die Demokraten auf die Unterstützung der Republikaner angewiesen sind, um auf die nötige Mehrheit von 60 der 100 Stimmen in der Kammer zu kommen.

US-Finanzministerin Janet Yellen hatte den Kongress am Montag mit einer Warnung vor einer drohenden „historischen Finanzkrise“ und „wirtschaftlichen Katastrophe“ erneut aufgerufen, die Schuldenobergrenze anzuheben. „Die USA sind noch nie in Zahlungsverzug geraten. Nicht ein einziges Mal“, schrieb Yellen in einem Beitrag für das „Wall Street Journal“. Sollte dies jetzt passieren, könnte dies zu stark steigenden Zinsen, einem Absturz der Aktienkurse und „weiteren finanziellen Tumulten“ führen.

Nach einem Treffen des britischen Premierministers Boris Johnson mit US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus scheint ein bilaterales Freihandelsabkommen in weite Ferne gerückt zu sein. Britische Medien berichteten heute, dass London nun einen Beitritt zum nordamerikanischen Handelsabkommen USMCA zwischen den USA, Kanada und Mexiko anstrebe.

„Es gibt mehrere Möglichkeiten dafür“, zitierte die Zeitung „Times“ eine Regierungsquelle. Wie es weitergeht, liege an der US-Regierung. Zudem will sich Großbritannien dem Handelsabkommen CPTPP der Pazifikanrainerstaaten anschließen.

In Handelsfragen sei der Besuch in Washington für Johnson ein Rückschlag gewesen, kommentierte der britische Sender Sky News. Zwar sagte Biden, dass beide Länder weiter über ein Handelsabkommen verhandelten. Er stellte jedoch klar, dass das Thema für ihn keinen Vorrang hat. Vor allem der Konflikt zwischen der EU und Großbritannien über Brexit-Regeln für die britische Provinz Nordirland bereitet Biden Sorgen, wie er erneut deutlich machte.

Die Freiheit, auf eigene Faust Handelsabkommen vor allem mit den USA zu schließen, war eines der wichtigsten Argumente für den EU-Austritt Großbritanniens. Doch bisher sind Abkommen mit den größten Märkten wie den USA, Indien und China nicht in Sicht.

Die militant-islamistischen Taliban wollen nach ihrer Eroberung Afghanistans bei der Generaldebatte der UNO-Vollversammlung sprechen. Die Vereinten Nationen haben nach Informationen der dpa einen Brief von Taliban-Außenminister Amir Chan Motaki erhalten.

Darin erbittet das Außenministerium des „Islamischen Emirats von Afghanistan“ die Teilnahme an der 76. Generaldebatte. In dem Schreiben argumentieren die Taliban, dass der geflohene Präsident Ashraf Ghani „gestürzt“ sei und andere Länder ihn nicht mehr als Staatsoberhaupt anerkannten.

Das UNO-Sekretariat leitete das Schreiben an einen zuständigen Ausschuss zur Prüfung weiter. Wer für Afghanistan bei der bis Montag laufenden Debatte sprechen soll, blieb zunächst unklar.

Zum Auftakt der Generaldebatte der UNO-Vollversammlung ist der wachsende Konflikt zwischen den USA und China im Fokus gestanden. US-Präsident Joe Biden versicherte in seiner Rede, keinen „neuen Kalten Krieg“ mit China anzustreben. Die USA seien zwar bereit zu einem „Wettbewerb“ mit anderen Nationen, wollten aber keinen „neuen Kalten Krieg oder eine in starre Blöcke geteilte Welt“.

Lesen Sie mehr …

COV Ausland

In der australischen Metropole Melbourne haben den dritten Tag in Folge Hunderte Menschen gegen eine Coronavirus-Impfpflicht für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Baubranche und den Lockdown in der Region protestiert.

Schwer bewaffnete Polizei habe die Gruppe der Protestierenden umstellt und mehrere Menschen festgenommen, berichtete die Nachrichtenagentur AAP.

Der Vizepremier der Region, James Merlino, zeigte sich entsetzt über die Kundgebungen. „Ich werde das nicht einmal Protest nennen, weil es kein Protest ist. Das ist ein Mob, der kriminell handelt“, sagte er. Die Teilnehmer würden das Gesundheitspersonal, sich selbst und die Menschen in Victoria gefährden.

Wochenlanger Lockdown

Die Regionalregierung hatte zuletzt angeordnet, dass sich alle Angestellten der Bauindustrie gegen das Virus impfen lassen müssen. Am Montag kündigten die Behörden an, dass der gesamte Sektor in der Region zwei Wochen geschlossen wird. Am 5. Oktober müssen Beschäftigte dann nachweisen, dass sie zumindest eine Impfdosis erhalten haben, bevor sie zur Arbeit zurückkehren.

Der Bundesstaat im Osten des Landes befindet sich seit Wochen erneut im Lockdown – es ist bereits das sechste Mal seit Beginn der Pandemie. Schon am Wochenende war es in Melbourne deshalb zu Protesten gekommen. Hunderte Teilnehmer wurden festgenommen. Auch in anderen Städten, darunter Sydney und Brisbane, gab es am Wochenende Demos gegen die strikten CoV-Maßnahmen.

Die Zahl der bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldeten Covid-19-Fälle ist gesunken. Vorige Woche wurden der WHO 3,67 Millionen Fälle gemeldet, neun Prozent weniger als in den sieben Tagen zuvor, wie die UNO-Behörde gestern in Genf berichtete. Zuvor waren die Zahlen seit Anfang Juni kontinuierlich angestiegen und hatten im August ein Plateau erreicht.

Fast alle Kontinente verzeichneten Rückgänge. Nur in Afrika gab es einen leichten Anstieg. Die weltweite Zahl der Todesfälle sank im Wochenvergleich um sieben Prozent auf knapp 60.000. Der statistische Bericht der WHO enthielt keine Erklärungen für die Entwicklung der Zahlen.

Brasiliens Gesundheitsminister Marcelo Queiroga ist während einer Dienstreise mit Staatspräsident Jair Bolsonaro in New York positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er werde in den USA in Quarantäne bleiben, schrieb Queiroga gestern Abend (Ortszeit) auf Twitter.

Er ist Medienberichten zufolge das zweite Mitglied der brasilianischen Delegation in New York, bei dem das Ergebnis eines Coronavirus-Tests positiv ausfiel. Bei weiteren Mitgliedern waren die Tests negativ.

Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost und spricht sich immer wieder gegen den Gebrauch von Masken und andere eindämmende Maßnahmen aus. Zuletzt sorgte er zum Auftakt der UNO-Generaldebatte in New York mit Aussagen über sein Vorgehen in der Pandemie für Verwunderung. So pries Bolsonaro etwa den vorbeugenden Einsatz von Medikamenten, deren Wirksamkeit gegen das Coronavirus nicht nachgewiesen ist.

Bolsonaro hat mehrmals betont, dass er selbst noch nicht gegen das Virus geimpft ist. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio schickte eine Botschaft an Bolsonaro, in der es hieß: „Man muss sich impfen lassen, wenn man hierherkommen will.“

Wirtschaft

Elektroautos haben nach einer Untersuchung der deutschen Allianz-Versicherung im Schnitt höhere Reparaturkosten bei gemeldeten Unfallschäden als Autos mit Verbrennungsmotoren. Bei Elektroautos fielen im Schnitt zwar nicht mehr Schäden an als bei Autos mit Benzin- oder Dieselmotor, wie die Allianz Deutschland heute mitteilte. Doch die Reparaturen seien häufig teurer.

Laut Allianz liegt in der Vollkaskoversicherung der durchschnittliche Schadensaufwand bei reinen Elektroautos um zehn Prozent höher, bei Plug-in-Hybriden sogar um 50 Prozent. Nach Kollisionen seien die Reparaturkosten reiner Elektroautos im Schnitt um 30 Prozent teurer.

Die Unfall- und Sicherheitsforscher des Allianz-Zentrums für Technik haben für ihre Untersuchung Schadendaten aus den Jahren 2018 bis 2020 ausgewertet.

Sowohl nach der Allianz-Auswertung als auch nach Angaben des Autoindustrieverbands VDA ist das Brandrisiko bei E-Autos nicht höher als bei einem Verbrenner – allerdings dauert laut VDA das Löschen länger, und der Löschmittelbedarf ist in der Regel höher.

Umwelt & Klima

Klimawandel, Übernutzung und Umweltverschmutzung stellen eine nie da gewesene Belastung für die Meere weltweit dar. Darauf weist ein Wissenschaftlerteam im fünften Meereszustandsbericht des Copernicus Marine Service hin.

So schrumpfe aufgrund der Erwärmung die Fläche des arktischen Eises in alarmierendem Tempo, in den vergangenen beiden Jahren sei ein Rekordtief erreicht worden. Auch der Anstieg des Meeresspiegels und der Wassertemperatur sei besorgniserregend.

Mehr dazu in science.ORF.at

China will zur Bekämpfung des Klimawandels in Zukunft keine neuen Kohlekraftwerke im Ausland mehr bauen, wie Präsident Xi Jinping gestern (Ortszeit) in seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York gesagt hat.

„China wird andere Entwicklungsländer bei der Entwicklung grüner und kohlenstoffarmer Energien stärker unterstützen und keine neuen Kohlekraftwerke im Ausland bauen“, so Xi in einer vorab aufgezeichneten Videoansprache.

Sehr positive Reaktionen

Chinas Ankündigung folgt damit auf ähnliche Schritte zur Eindämmung des Klimawandels, wie sie Südkorea und Japan schon Anfang des Jahres eingeleitet haben. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres und der US-Klimabeauftragte John Kerry forderten China auf, dem Beispiel seiner asiatischen Partner zu folgen. Kerry begrüßte Xis Ankündigung in einer Erklärung und nannte sie einen „großartigen Beitrag“.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres begrüßte sowohl Chinas Schritt in Sachen Kohle als auch US-Präsident Joe Bidens Versprechen, mit dem US-Kongress zusammenarbeiten zu wollen, um die Mittel zur Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Bewältigung des Klimawandels bis 2024 auf 11,4 Mrd. Dollar (9,7 Mrd. Euro) pro Jahr zu verdoppeln.

Sport

Österreichs Kletterasse haben es wieder geschafft. Bei den Weltmeisterschaften in Moskau räumten gestern Jessica Pilz in der Kombination und Jakob Schubert im Vorstieg die Goldmedaillen ab. Für die Niederösterreicherin Pilz war es ihre dritte WM-Medaille. Der Tiroler Schubert, der bei den Olympischen Spielen Bronze in der Kombination gewonnen hatte, jubelte über seinen vierten WM-Titel, der dritte im Vorstieg nach 2012 und 2018.

Lesen Sie mehr …

Das österreichische Fußballnationalteam der Frauen hat auch sein zweites Spiel in der WM-Qualifikation klar gewonnen. Nach dem 8:1 zum Auftakt in Lettland setzte sich die Auswahl von Teamchefin Irene Fuhrmann gestern in Skopje gegen Nordmazedonien mit 6:0 (3:0) durch. Hoffenheim-Angreiferin Nicole Billa erzielte drei Tore für die souveräne ÖFB-Elf.

Lesen Sie mehr …

Zum Auftakt der zweiten Runde im Uniqa-ÖFB-Cup hat es gestern eine Überraschung gegeben. Die Wiener Austria verabschiedete sich beim Zweitliganachzügler Kapfenberger SV mit 4:5 im Elfmeterschießen aus dem Bewerb. Weiter sind hingegen die Oberhausclubs WAC (6:1 in Siegendorf), TSV Hartberg (1:0 bei Union Gurten) und SV Ried (3:1 bei Vorwärts Steyr), dafür kam für Zweitliga-Leader Austria Lustenau mit einem 0:1 in Weiz das Aus.

Lesen Sie mehr …

Medien

Zum Moderatorenteam des BBC-Kinderfernsehens CBeebies gehört in Zukunft auch ein junger Mann mit Downsyndrom. Wie der Sender per Twitter mitteilte, soll George Webster bald in dem Programm „CBeebies House“ zu sehen sein.

In einem Clip des Senders, der am Montag veröffentlicht wurde, sagte der 20-Jährige: „Ich bin so stolz und freue mich so sehr darauf, loszulegen.“ Seine Familie habe ihm stets gesagt, er könne alles erreichen, so Webster weiter und fügte hinzu: „Und seht mal her, hier bin ich. Im CBeebies House!“

In kleinen Ausschnitten aus der Sendung ist er beispielsweise dabei zu sehen, wie er Essen zubereitet oder sich mit dem Maskottchen Dodge, einer Hundehandpuppe, unterhält. Webster, der auch als Tänzer und Schauspieler engagiert wurde, hatte zuvor mit einem Video des BBC-Schulfernsehens über das Downsyndrom aufgeklärt und damit auf sich aufmerksam gemacht.

Chronik

Heute findet im Landesgericht Wien der zweite Rechtsgang im Fall jener 31-Jährigen statt, die ihre drei Kinder erstickt haben soll. Sie war wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof (OGH) hob das Urteil aber aus formalen Gründen auf.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Ein Sportwagen wurde gestern auf der Alpenstraße bei Anif (Salzburg) in Richtung Salzburg geblitzt. Der 35-jährige Lenker beschleunigte seinen Wagen auf der Überholspur auf fast 140 km/h.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Bei der „Operation Achilles“ gegen das organisierte Verbrechen sind 800 Verdächtige in 16 Ländern festgenommen worden, mehr als 80 in Österreich. Nun geht der erste große Prozess in Wien über die Bühne: Ein 39-Jähriger soll kiloweise mit Drogen gedealt haben.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Der Bundesstaat Victoria an Australiens Ostküste ist von einem Erdbeben erschüttert worden. Das Beben der Stärke 6,0 habe sich heute Früh (Ortszeit) in Mansfield etwa 200 Kilometer nordöstlich der Millionenstadt Melbourne ereignet, teilten die Behörden mit.

Die Erdstöße waren auch in der Hauptstadt Canberra und in Sydney im angrenzenden Bundesstaat New South Wales zu spüren. Eine Tsunami-Warnung gab das nationale Meteorologieamt nicht aus.

Beben in Australien eher selten

Das Netzwerk GeoNet in Neuseeland teilte mit, es habe sich um das stärkste Beben auf dem australischen Festland seit 1997 gehandelt. Anders als im Nachbarland Neuseeland seien Beben in Australien sehr selten. Laut dem US Geological Service (USGS) war es erst das achte Erdbeben in der Region mit einer Stärke von über 5,0 seit 1973.

Lokale Medien berichteten, Gebäude hätten gewackelt, und Gegenstände seien aus Regalen gefallen. Berichte über größere Schäden gab es aber nicht.

Vor einem Hamburger Gericht findet heute der Prozess um den Diebstahl des Porsches von Sänger Udo Lindenberg statt.

Ein 26-Jähriger ist angeklagt, den Sportwagen entweder selbst aus der Tiefgarage des Hamburger Nobelhotels Atlantic gestohlen oder später von den unbekannten eigentlichen Tätern übernommen zu haben. Lindenbergs Porsche 911R war im Juli vergangenen Jahres verschwunden.

Den Wagen des deutschen Musikers entdeckten und beschlagnahmten Polizisten bereits wenige Tage nach dem Diebstahl mit gefälschten Kennzeichen in der Gemeinde Ahrensburg bei Hamburg.

Ob der Angeklagte das Auto im Wert von 600.000 Euro zusammen mit anderen Tätern selbst aus der Tiefgarage entwendet oder diesen später als Hehler übernommen hatte, blieb bei den Ermittlungen unklar. Er ist zusätzlich wegen dreier Autodiebstähle im Jahr 2019 angeklagt.

IT

Die Zahl automatisierter Cyberangriffe hat im ersten Halbjahr 2021 weltweit um 41 Prozent auf geschätzt 1,2 Mrd. Einzelfälle zugenommen. Das geht aus einer Analyse des britischen Unternehmens Lexisnexis hervor. Kriminelle nutzen dabei ferngesteuerte Bot-Netzwerke, um Spam zu versenden und persönliche Kontaktinformationen zu stehlen.

Mehr dazu in help.ORF.at

Das litauische Verteidigungsministerium hat Verbraucherinnen und Verbrauchern empfohlen, den Kauf chinesischer Mobiltelefone zu vermeiden und vorhandene Handys besser zu entsorgen.

Wie Litauens staatliche Cybersicherheitsbehörde gestern mitteilte, waren einem Regierungsbericht zufolge eingebaute Zensurfunktionen in den Mobiltelefonen festgestellt worden.

Die in Europa verkauften Handys des chinesischen Smartphone-Giganten Xiaomi würden Begriffe wie „Freies Tibet“, „Es lebe die Unabhängigkeit Taiwans“ und „Demokratiebewegung“ erkennen und zensieren, so die Behörde.

Auch in P40-5G-Telefonen des chinesischen Herstellers Huawei sei eine Sicherheitslücke gefunden worden. „Unsere Empfehlung ist, keine neuen chinesischen Telefone zu kaufen und die bereits gekauften so schnell wie möglich loszuwerden“, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Margiris Abukevicius bei der Vorstellung des Berichts.

Science

Ein Forschungsteam der TU Wien hat ein neues Quanten-Übertragungsprotokoll entwickelt, das eine höhere Datenübertragungsrate erlaubt und gleichzeitig robuster gegen Störungen ist – nach Eigenangaben ist das ein Quantenkryptografie-Rekord.

Mehr dazu in science.ORF.at

Zwischen Podersdorf und Illmitz im Burgenland führen Archäologinnen und Archäologen derzeit wieder wissenschaftliche Grabungen durch. Dabei wird untersucht, wie stark das Gebiet schon im zweiten und dritten Jahrhundert, also unter den Römern, landwirtschaftlich genutzt wurde.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Leute

Der US-Schauspieler Willie Garson – bekannt als Stanford aus „Sex and the City“ – ist tot. Er starb gestern (Ortszeit) im Alter von 57 Jahren, wie zahlreiche US-Medien unter Berufung auf den US-Sender HBO sowie Garsons Familie berichteten.

US-Schauspieler Willie Garson
AP/HBO

Garson war vielen am besten aus der Serie „Sex and the City“ als Carries bester Freund Stanford bekannt. Der 1964 in New Jersey geborene Schauspieler hatte seinen Durchbruch in Hollywood mit Gastauftritten in US-Sitcoms wie „Cheers“ und „Familienbande“. Zuletzt stand er für die „Sex and the City“-Neuauflage vor der Kamera.

Kultur

Konzerte von Los Angeles bis Mumbai mit etlichen Größen aus der Musikszene: mit diesem Aufgebot will das Global Citizen Live am Wochenende Gelder für die Umwelt und gegen Armut sammeln. Fans, Engagierte und die Künstlerinnen und Künstler selber sollen dazu Aufrufe an Wirtschaft und Politik formulieren oder haben sich bereits eingesetzt. 24 Stunden lang wird dann für den guten Zweck musiziert.

Der Startschuss fällt am Samstagnachmittag (17.30 Uhr) in Paris. Vor der Kulisse des Eiffelturms besingen hier unter anderen Elton John, Ed Sheeran und Stormzy Fans auf dem Champ de Mars und vor den Bildschirmen daheim. Im New Yorker Central Park sind Auftritte von Billie Eilish, Coldplay und Lizzo geplant. Insgesamt beteiligen sich mehr als 70 internationale Stars an dem globalen Event, das auch Konzerte in Los Angeles, Lagos, Rio de Janeiro und Mumbai umfasst.

Auch Macron und von der Leyen treten auf

Aber nicht nur Berühmtheiten aus der Musikwelt sind am Wochenende dabei. In Paris haben sich etwa Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angekündigt. In New York gibt es mit Prinz Harry und Herzogin Meghan hohen Besuch.

Die Tickets für die Shows konnten Engagierte etwa beim Unterschreiben von Petitionen oder mit dem Verfassen von Tweets gewinnen. Verlost wurden die Karten aus Klimaschutzgründen hauptsächlich in den Ländern, in denen die Konzerte stattfinden.

Global Citizen: Aufmerksamkeit für Probleme der Welt

Mit dem Event will die Organisation Global Citizen Aufmerksamkeit auf Probleme in der Welt lenken. Konkret fordern sie etwa finanzielle Unterstützung für den Klimaschutz in ärmeren Ländern, Gelder für den Kampf gegen Hungersnöte und Spenden von CoV-Impfstoffen. Die Idee ist, viele Menschen dazu zu bewegen, sich zu engagieren. Zahlen sollen am Ende aber Unternehmen und Staaten.

Bereits in der Vergangenheit hat die Initiative mit Musikstars zusammengearbeitet. Im Mai wurden bei Vax Live mehr als 300 Millionen US-Dollar für CoV-Impfungen zugesagt. Im vergangenen Jahr waren es bei zwei Events insgesamt mehr als sieben Milliarden Dollar.

Erwin Wurm rückt zum Protagonisten der römischen Kulturszene auf. Die elegante Meile Via Veneto, einst Treffpunkt der Glamour-Welt zu Zeiten von Roms „Dolce Vita“, dient als Kulisse für 14 Installationen des österreichischen Kunststars, die ab Samstag im Rahmen der Freilichtschau „Via Veneto Contemporanea“ gezeigt werden.

Die von Catherine Löwe kuratierte Open-Air-Ausstellung umfasst einige ikonische Werke des Künstlers. Eingerahmt vom antiken Bogen der Porta Pinciana steht „Big Mutter“ (2015), eine große Wärmflasche mit Beinen, eine Hommage an die Fürsorge und Zuneigung, die Mütter ihren Kindern entgegenbringen.

Zu sehen ist außerdem das ikonische „Fat House“ (2003), das an die Exzesse und die Völlerei im Kino von Federico Fellini erinnert, der in seinen Filmen die „Dolce Vita“ in den Lokalen auf der Via Veneto gezeigt hat.

Mythos „Dolce Vita“

Anlässlich der bis zum 14. November laufenden Schau werden in Rom eine Reihe von Filmen gezeigt, die dem Mythos der „Dolce Vita“ gewidmet sind. Vorgesehen ist ein spezielles Programm mit der Vorführung von einigen Meisterwerken Fellinis wie „La dolce vita“ und „Otto e mezzo“.

Der Eröffnung der Ausstellung ist eine Diskussion über die schlechte Instandhaltung der Via Veneto vorausgegangen. Der Ort, an dem Wurms Wärmflasche installiert wird, sei verwahrlost, kritisieren Geschäfts- und Lokalinhaber der Gegend. Müll und Unkraut sammelten sich am Straßenrand, Obdachlose hausten unweit des spätantiken römischen Stadttores, auf das die Via Veneto zuläuft.

Die Polemik um den Zustand der Via Veneto erschwert den Wahlkampf der seit 2016 amtierenden Bürgermeisterin Virginia Raggi, die bei der am 3. und 4. Oktober geplanten Kommunalwahl auf eine Wiederwahl hofft.

Trotz Beschwerden aus Lateinamerika hat in München eine Auktion präkolumbischer Kunstgegenstände stattgefunden. Das teilte eine Mitarbeiterin des Auktionshauses Gerhard Hirsch Nachfolger gestern auf Nachfrage mit. Mexikos Regierung hatte gut eine Woche zuvor die Absage der Auktion gefordert. 74 der insgesamt 324 Artefakte – etwa Figuren, Masken und Gefäße – seien Eigentum der mexikanischen Nation, ihr Verkauf eine Straftat nach mexikanischem Recht.

Vom Auktionshaus hieß es: „Alle von uns angebotenen Objekte verfügen über Provenienznachweise, die belegen, dass die Objekte sich legal in Deutschland befinden.“

Gemeinsame Erklärung von elf Botschaftern

Botschafter elf lateinamerikanischer Länder sprachen sich in einer gemeinsamen Pressekonferenz in der mexikanischen Botschaft in Berlin gegen die Durchführung der Auktion aus. Dabei waren Vertreter von Regierungen mit verschiedener politischer Ausrichtung – etwa Venezuela, Kuba, Chile und Kolumbien.

„Diese Art von Handel ist untrennbar mit der Ausplünderung, Unterdrückung und Ausrottung der ursprünglichen Völker verbunden“, schrieb der mexikanische Botschafter Francisco Quiroga auf Twitter.

Zur Auktion gehörten auch Gegenstände aus Peru, Bolivien, Costa Rica, Panama, Guatemala, Kolumbien und Ecuador. Manche von ihnen waren mehr als 2.500 Jahre alt. Es gab zunächst keine Angaben darüber, welche von ihnen ersteigert wurden und für wie viel Geld. Im Katalog waren Preise von bis zu 100.000 Euro angegeben.

Die mexikanische Kulturministerin Alejandra Frausto twitterte auf Deutsch: „Zum deutschen Auktionshaus [Gerhard Hirsch] und seinen Sammlern sagen wir Mexikaner: #meinErbeistNICHTzuverkaufen“. In einem Brief an das Auktionshaus hatte sie zuvor geschrieben, bei Mexikos Generalstaatsanwaltschaft sei Anzeige erstattet worden.