Letzte Meldung

Die FPÖ wird dem Misstrauensantrag gegen Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zustimmen. Darauf legte sich Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) in der Tageszeitung „Österreich“ (Dienstag-Ausgabe) fest. FPÖ-Chef Norbert Hofer hatte das gestern Abend noch offengelassen. Mit den Stimmen der SPÖ droht Kurz damit die Abwahl durch das Parlament.

„Es wäre ja fast naiv von Kurz anzunehmen, dass wir Freiheitlichen nach dem Misstrauen von Kurz gegen uns kein Misstrauen gegen ihn haben. Wann immer die Sondersitzung stattfindet: Wer Vertrauen gibt, erhält Vertrauen. Wer Misstrauen gibt, kriegt Misstrauen“, sagte Kickl in „Österreich“.

„Kurz hat sich in eine Sackgasse manövriert und vielleicht nicht damit gerechnet, dass wir Freiheitliche eben nicht Regierungsämter mit aller Macht verteidigen wie andere“, so der scheidende Innenminister. Kickl schließt auch nicht aus, dass er selbst als Spitzenkandidat bei der Nationalratswahl antreten könnte.

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Die FPÖ wird dem Misstrauensantrag gegen Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zustimmen. Darauf legte sich Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) in der Tageszeitung „Österreich“ (Dienstag-Ausgabe) fest. FPÖ-Chef Norbert Hofer hatte das gestern Abend noch offengelassen. Mit den Stimmen der SPÖ droht Kurz damit die Abwahl durch das Parlament.

„Es wäre ja fast naiv von Kurz anzunehmen, dass wir Freiheitlichen nach dem Misstrauen von Kurz gegen uns kein Misstrauen gegen ihn haben. Wann immer die Sondersitzung stattfindet: Wer Vertrauen gibt, erhält Vertrauen. Wer Misstrauen gibt, kriegt Misstrauen“, sagte Kickl in „Österreich“.

„Kurz hat sich in eine Sackgasse manövriert und vielleicht nicht damit gerechnet, dass wir Freiheitliche eben nicht Regierungsämter mit aller Macht verteidigen wie andere“, so der scheidende Innenminister. Kickl schließt auch nicht aus, dass er selbst als Spitzenkandidat bei der Nationalratswahl antreten könnte.

Inland

Das Außenministerium und das Verteidigungsministerium haben gestern überraschend ihre Beteiligung an einer für heute in Wien angesetzten Konferenz des staatsnahen russischen Waldaj-Diskussionsclubs abgesagt. Acht von neun ursprünglich angekündigten Konferenzteilnehmern aus Österreich scheinen nun nicht mehr in der letzten Programmversion der Veranstaltung auf.

Die seit langer Zeit geplante Konferenz zur Zukunft multilateraler Diplomatie aus der Sicht von EU und Russland, die vom Waldaj-Diskussionsclub in Kooperation mit der Landesverteidigungsakademie (LAK) des Bundesheers sowie dem FPÖ-nahen Institut für Sicherheitspolitik (ISP) ausgerichtet hätte werden sollen, muss aber auch an einem anderen Ort stattfinden.

Die Landesverteidigungsakademie habe kurzfristig abgelehnt, Räumlichkeiten für die Veranstaltung zur Verfügung zu stellen, sagte Waldaj-Chef Andrej Bystrizki in einer Aussendung. Die Veranstaltung sei daher in das Grand Hotel Wien verlegt worden.

Kassier von Austria in Motion hätte auftreten sollen

Neben hochkarätigen Teilnehmern wie dem russischen Vizeaußenminister Aleksandr Gruschko und OSZE-Generalsekretär Thomas Greminger hätten heute auch der Generalsekretär im österreichischen Außenministerium, Thomas Peterlik, sowie der FPÖ-Parlamentsabgeordnete und ISP-Obmann Markus Tschank auftreten sollen.

Letzterer fungierte in der Vergangenheit als Kassier des Vereins Austria in Motion, der seit dem Wochenende in Zusammenhang mit möglichen FPÖ-Parteispenden genannt worden war. Der Vereinsobmann Markus Braun dementierte gestern jedoch gegenüber der APA, dass Einnahmen an die FPÖ weitergeleitet worden seien.

Botschafter: „Mit Russland hat das nichts zu tun“

Von ursprünglich neun Österreichern, die für heute als Moderatoren oder Mitdiskutanten der Waldaj-Konferenz angekündigt waren, haben acht ihre Teilnahme abgesagt. Lediglich ein Vertreter der Nationalbank soll laut der letzten Programmvariante einen Vortrag halten.

Wenige Stunden vor Beginn hätten die österreichischen Koorganisatoren ihre Teilnahme abrupt abgesagt, kommentierte gestern Abend auf Facebook auch der russische Botschafter in Wien, Dmitri Ljubinski. Es sei jedoch nicht gelungen, die Veranstaltung zu sprengen. „Die innenpolitische Krise in Wien ist in vollem Gange. Mit Russland hat das aber alles nicht zu tun“, versicherte er.

Derzeit könne man „nicht oder noch nicht von einer Staatskrise sprechen“. Aber die Situation sei derzeit „alles andere als stabil“, hat Altbundespräsident Heinz Fischer gestern in der ZIB2 festgestellt.

Er regte an, im Parlament zu vereinbaren, dass bis zur Wahl keine Gesetze mit langfristigen finanziellen Folgen beschlossen werden. Dass er Übergangskanzler werden könnte, schloss Fischer aus.

Keine Mehrheit für ÖVP-Regierung

Das Schwierigste an dieser Situation sei, dass die ÖVP-Regierung – auch wenn sie anstelle der FPÖ-Minister mit Fachleuten bestückt werde – keine Mehrheit im Nationalrat habe. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) könne sich nur auf 62 der 183 Nationalratsabgeordneten stützen, 121 seien nicht an auf seiner Seite.

Altbundespräsident Heinz Fischer zur Regierungskrise

Das Schwierigste an der derzeitigen Lage sei, dass die ÖVP-Regierung keine Mehrheit im Nationalrat habe, so Fischer in der ZIB2. Dass er interimistisch von Kanzler Kurz übernehmen könnte, wies er zurück.

Damit könnte auch der angekündigte Misstrauensantrag gegen Kurz im Nationalrat Erfolg haben. Das „ist in dieser Form in der Geschichte der Zweiten Republik noch nie vorgekommen“, stellte Fischer fest.

Fischer weist Gerüchte über Kurz-Nachfolge zurück

Dann müsste der Bundespräsident eine „geeignete Persönlichkeit“ – die kein Politiker sein muss – mit der Regierungsbildung beauftragen, die dem Bundespräsidenten ein Kabinett vorschlägt. Dass er diese „Persönlichkeit“ – und somit Kanzler der Übergangsregierung – sein könnte, schloss Fischer aus: „Ich habe keinen Grund, es nicht auszuschließen.“

Jedenfalls habe es „das in Österreich noch nie gegeben, in anderen Ländern kommt das öfter vor“. Das Schwierigste für diese neue Regierung wäre, im Parlament mehrheitsfähig zu sein. Generell wäre es jetzt das Wichtigste, im Parlament zu mehr Konsens und einem besseren Gesprächsklima als in den letzten Wochen und Monaten zu finden. Und die Fraktionen sollten vereinbaren, dass sie in der Übergangszeit keine teuren Wahlzuckerln beschließen, merkte Fischer an.

Dominik Nepp nimmt die FPÖ in der Bundeshauptstadt unter seine Fittiche. Der 37-jährige gebürtige Wiener wurde gestern vom Parteivorstand als Nachfolger des abgetretenen Langzeitobmanns Heinz-Christian Strache designiert. Nepp übt derzeit die Funktion des nicht amtsführenden Vizebürgermeisters aus, zuvor war er Obmann im Rathausklub.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Nach seinem Rücktritt infolge des „Ibiza-Videos“ sah Strache im ORF-Interview indes die Schuld für einen Bruch der ÖVP-FPÖ-Koalition nicht bei sich. Er habe in seiner Erklärung „klar und deutlich sichtbar gemacht“, dass er nicht der Grund sei, dass „diese gut arbeitende Regierung platzt“.

Strache über das Ende der Koalition

Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache sieht die Schuld für das Ende der Koalition nicht bei sich. Das sagte er heute vor der Versammlung der Wiener FPÖ.

EU

Der „Ibiza-Skandal“ war gestern auch großes Thema bei einem Vortrag des niederländischen Populismusforschers Cas Mudde in Brüssel. Er glaubt, dass die Ereignisse in Österreich international einen Denkprozess auslösen könnten, was mögliche Koalitionen mit Rechtspopulisten angeht.

Parteien würden sich „die rechten Parteien in ihren Staaten genau ansehen“ und sich die Frage stellen, ob sich die Risiken eines Bündnisses „für ein paar Sitze mehr“ rentieren. Rechtspopulistische Parteien dürften nach dem Skandal in Österreich nun wieder stärker in die Pflicht genommen werden, so Mudde.

„Dachte, Orban sei die Zukunft“

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) habe sich indes laut Mudde in der Vergangenheit strategisch rechts positioniert: „Er dachte, Orban sei die Zukunft und Merkel die Vergangenheit.“ Allerdings hält der Forscher den ungarischen Premier Viktor Orban in der Europäischen Volkspartei für zunehmend isoliert.

Welche Rolle rechtspopulistische Parteien in Europa nach der EU-Wahl spielen, entscheidet sich für Mudde einerseits am Kurs der Konservativen, andererseits an der Frage, ob es die Rechten schaffen, im europäischen Parlament eine eigene Fraktion zu formieren.

„Werden fundamental gespalten bleiben“

Mudde zeigt sich dahingehend skeptisch: „Ich kann nicht ausschließen, dass die Rechten zusammenarbeiten werden. Aber sie werden weiter fundamental gespalten bleiben.“ Laut ihm habe das vom italienischen Lega-Innenminister formierte Bündnis bisher Mobilisierungsprobleme. Das habe sich bei einer Kundgebung des Bündnisses in Mailand am Samstag gezeigt.

An den Treffen hätten weder Vertreter der ungarischen FIDESZ noch der polnischen PiS teilgenommen. Anwesend waren rund ein Dutzend Politiker, unter anderen Jörg Meuthen von der deutschen AfD, Geert Wilders von der niederländischen Freiheitspartei (PVV) und Marine Le Pen vom französischen Rassemblement National.

Der FPÖ-Spitzenkandidat für die Europawahl, Harald Vilimsky, ließ sich wegen des Skandals in Mailand von dem Abgeordneten Georg Mayer vertreten.

Der Chef der britischen Brexit-Partei, Nigel Farage, ist gestern bei einem Wahlkampfauftritt im englischen Newcastle mit einem Milchshake beworfen worden. In einem Video auf der Website der Zeitung „Guardian“ ist zu sehen, wie der 55 Jahre alte Politiker von Fotografen und Sicherheitsleuten umringt eine Straße überqueren will, als ihm ein Mann das Getränk entgegenschleudert.

Milchshake-Attacke auf Brexit-Parteichef Farage
Reuters/Scott Heppell

Im Kurznachrichtendienst Twitter machte Farage proeuropäische Politiker für den Vorfall verantwortlich. „Damit eine zivilisierte Demokratie funktioniert, braucht man die Zustimmung der Verlierer. Politikerinnen und Politiker, die das Ergebnis des Referendums nicht akzeptieren, haben uns hierher geführt.“ Ein normaler Wahlkampf ist aus seiner Sicht wegen radikalisierter EU-Befürworter inzwischen kaum noch möglich.

Farage trat nach Brexit-Votum aus Ukip aus

Farage führt mit seiner neu gegründeten Brexit-Partei die Umfragen für die Europawahl am 23. Mai in Großbritannien an. Farage hatte wohl maßgeblichen Anteil daran, dass es überhaupt zu einer Volksabstimmung über den EU-Austritt kam.

Bei der Europawahl vor fünf Jahren wurde die Ukip-Partei (United Kingdom Independence Party) unter seiner Führung stärkste britische Kraft und setzte die regierenden Konservativen damit zusätzlich unter Druck. Die Briten entschieden sich beim Referendum 2016 mit knapper Mehrheit für den Austritt. Farage trat später aus der Ukip-Partei aus.

Eigentlich hätte Großbritannien die Staatengemeinschaft bereits am 29. März verlassen sollen. Weil das Parlament das Austrittsabkommen von Premierministerin Theresa May aber dreimal abgelehnt hat, wurde Frist für den EU-Austritt inzwischen bis 31. Oktober verlängert.

Ausland

In Australien kann das Mitte-rechts-Bündnis von Premierminister Scott Morrison im neuen Parlament mit einer eigenen Mehrheit weiterregieren. Nach ihrem überraschenden Erfolg bei der Wahl am Samstag haben Liberale und Nationale Partei im Parlament mindestens 76 von 151 Mandaten sicher, wie die Wahlkommission heute in Canberra nach Auszählung weiterer Stimmen mitteilte.

Damit ist die Mehrheit, um allein eine Regierung bilden zu können, erreicht. Nach Berechnungen der Kommission werden vermutlich noch weitere zwei Mandate hinzukommen.

Amtliches Endergebnis lässt auf sich warten

Die letzten Monate vor der Wahl hatte Morrison keine eigene Mehrheit mehr, sondern nur noch mit Unterstützung unabhängiger Abgeordneter regieren können. Vor der Wahl galt die Labor-Opposition unter dem bisherigen Parteichef Bill Shorten als klarer Favorit. Schließlich setzte sich aber Morrison durch. Shorten erklärte daraufhin seinen Rücktritt. Das amtliche Endergebnis wird vermutlich erst Ende Mai oder Anfang Juni bekanntgegeben.

Im künftigen Parlament von Canberra werden die bisherigen Regierungspartner, Morrisons Liberale und die kleinere Nationale Partei, nun vermutlich 78 Sitze haben. Labor stellt 67 Abgeordnete. Auf die Grünen entfällt ein Mandat, auf Unabhängige fünf Sitze. Die Auszählung verzögert sich, weil es ungewöhnlich viele Briefwähler gab.

Der australische Rechtsextremist Brenton Tarrant, der für die tödlichen Anschläge auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch verantwortlich gemacht wird, ist formell wegen Terrorismus angeklagt worden. Das teilte die neuseeländische Polizei gestern mit.

Neben der Terroranklage muss sich Tarrant auch wegen Mordes in 51 Fällen sowie versuchten Mordes in 40 Fällen verantworten. Der Rechtsextremist hatte am 15. März zwei Moscheen in Christchurch gestürmt und das Feuer auf die Gläubigen eröffnet. 51 Menschen wurden getötet. Die Taten übertrug er live im Internet.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro hat sich für eine vorgezogene Parlamentswahl ausgesprochen. „Wir werden die einzige Institution legitimieren, die in den vergangenen fünf Jahren nicht legitimiert wurde“, sagte Maduro gestern vor Anhängern. Die Opposition hatte 2015 die Mehrheit in der Nationalversammlung gewonnen, die nächste reguläre Wahl steht Ende 2020 an.

„Wir werden uns Wahlen stellen“, sagte Maduro. Er hatte bereits in der Vergangenheit angekündigt, schon davor eine Abstimmung anzustreben. Westliche Länder haben Oppositionschef Juan Guaido als Übergangspräsidenten anerkannt. Maduro wirft ihm vor, mit Hilfe der USA einen Putsch gegen seine sozialistische Regierung voranzutreiben, und hat angekündigt, ihn vor Gericht zu stellen.

Tief in der Wirtschaftskrise

Venezuela ist unter Maduro tief in eine Wirtschaftskrise geraten. Das Land leidet unter extremer Inflation sowie einem Mangel an Grundnahrungsmitteln und Medikamenten. Die Lage hat zu einer Massenflucht in Nachbarländer geführt.

Maduro macht dafür einen von den USA geführten Wirtschaftskrieg verantwortlich, der einen Umsturz zum Ziel habe. Kritiker sehen als Gründe für den Abschwung aber auch Inkompetenz von Maduros Regierung, nicht funktionierende Währungskontrollen sowie Korruption.

Im Streit über die Offenlegung seiner Finanzunterlagen hat US-Präsident Donald Trump eine Niederlage erlitten. Trump hatte sich vor Gericht gegen den Versuch der Demokraten im Kongress gewehrt, über eine Buchhaltungsfirma Einsicht in dessen Finanzen zu bekommen. Ein Bundesrichter wies Trumps Einwände gestern (Ortszeit) in Washington jedoch zurück.

Das Gericht entschied, dass der Präsident die Aufforderung aus dem Kongress nicht blockieren könne. Mit ihrer neu gewonnen Mehrheit im Repräsentantenhaus treiben die Demokraten diverse Ermittlungen gegen Trump voran und versuchen unter anderem, Einblick in dessen Finanzen zu bekommen.

Der Vorsitzende des Kontrollausschusses im Repräsentantenhaus, Elijah Cummings, hatte von einer Firma Finanzunterlagen angefordert, mit der Trump und seine Unternehmen lange bei der Buchhaltung zusammengearbeitet haben. Cummings stellte dabei eine strafbewehrte Anordnung aus, mit der er die Firma Mazars USA zur Herausgabe der Dokumente zwingen kann.

Trump sieht politischen Krieg

Anwälte Trumps und der Trump Organisation hatten dagegen geklagt und argumentiert, dass das unzulässig sei. Sie warfen den Demokraten vor, einen politischen Krieg gegen Trump zu führen. Der Bundesrichter wies diese Einwände jedoch zurück und erklärte die Bemühungen des Kongresses für zulässig.

Auch auf anderem Weg versuchen die Demokraten, an Trumps Finanzdokumente heranzukommen. Der Finanz- und Steuerausschuss des Repräsentantenhauses hatte Finanzminister Steven Mnuchin aufgefordert, die Steuererklärungen Trumps und mehrerer seiner Firmen aus den vergangenen sechs Jahren vorzulegen, was Mnuchin aber verweigerte. Dieser Streit dürfte ebenfalls vor Gericht landen.

Normalerweise veröffentlichen US-Präsidentschaftskandidaten ihre Steuererklärungen schon während des Wahlkampfes. Trump dagegen hat das bis heute nicht getan, was bei seinen Kritikern den Verdacht befeuert, dass er etwas zu verbergen hat.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani lehnt laut einem Agenturbericht derzeit Gespräche mit den USA ab. Er sei zwar grundsätzlich für Diplomatie, sagte Rouhani der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA zufolge gestern. „Die heutige Situation ist aber nicht geeignet für Gespräche, und unsere Wahl bleibt nur der Widerstand.“

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor dem Iran mit Vernichtung gedroht. Später sagte er, er sei bereit, mit dem Iran zu sprechen, „wenn sie so weit sind“.

Situation angespannt

Die Spannungen in der Region hatten sich durch Anschläge auf Öltanker und Ölanlagen in der Golfregion verschärft, hinter denen der Iran oder seine Partner vermutet werden. Der Iran dementiert das. Das zunehmend angespannte Verhältnis zwischen den USA und dem Iran hatte Befürchtungen ausgelöst, es könne ein Krieg am Golf bevorstehen.

Zuletzt ließ Trump US-Kriegsschiffe und Bomber in die Region verlegen. Seit dem Ausstieg aus dem Atomabkommen vergangenes Jahr hat Trump neue Sanktionen verhängt, um ein stärkeres Entgegenkommen der Islamischen Republik zu erzwingen.

US-Präsident Donald Trump wird sich Insidern zufolge ab Mitte Juni offiziell für eine zweite Amtszeit bewerben. Der Wahlkampf des Republikaners dürfte in Florida beginnen, möglicherweise am 15. Juni, sagten gestern mehrere dem Präsidialamt nahestehende Personen.

In den darauffolgenden Tagen wolle er dann Bundesstaaten bereisen, die für die Präsidentschaftswahl im November 2020 von besonderer Bedeutung sein dürften. Trumps Wahlkampfteam lehnte eine Stellungnahme ab. Er hatte seine Kandidatur für seine erste Amtszeit am 16. Juni 2015 bekanntgegeben.

Eine zweite Amtszeit wäre Trumps letzte. Bei den Demokraten gibt es bisher mehr als 20 Bewerberinnen und Bewerber für eine Kandidatur.

Sport

Wirtschaft

Die USA haben einige der Einschränkungen für den chinesischen Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei gelockert. Das Unternehmen darf nun 90 Tage lang US-Produkte kaufen, um seine bestehenden Netze zu unterhalten und Software-Updates für die existierenden Smartphones bereitzustellen, wie das Handelsministerium gestern mitteilte.

Der Aufschub gilt jedoch nicht für neue Produkte: Dafür sind weiterhin Lizenzen nötig. Huawei war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Auf schwarzer Liste

Mit dem Schritt wolle das US-Handelsministerium vermeiden, dass der jüngste Bann unerwünschte Nebenwirkungen habe, sagte der Anwalt und Ex-Ministeriumsmitarbeiter Kevin Wolf. „Es sieht so aus, als ob sie Netzausfälle verhindern wollen.“

Die US-Regierung hat Huawei im Handelskrieg mit China auf eine schwarze Liste gesetzt. Seither brauchen amerikanische Firmen eine Erlaubnis der Regierung, wenn sie weiter an Huawei liefern wollen. Lieferanten und Kunden von Huawei kämpfen seither mit den Folgen dieser Entscheidung, die Aktien von Chip-Lieferanten gingen in die Knie.

Chronik

Der Dauerregen der letzten 24 Stunden hat in Vorarlberg zu mehreren Überflutungen und Straßensperren geführt. Die Feuerwehren mussten 34-mal ausrücken, um Wasser aus Kellern zu pumpen. Hänge gerieten ins Rutschen.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Keine größeren Probleme in Tirol

Vor großen Regenmengen, die bis morgen besonders im Westen fallen werden, warnte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) gestern. In Tirol gibt es derzeit keine größeren Probleme.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Regenwarnung für Oberösterreich

Besonders im Süden, in der Pyhrnregion und im Salzkammergut kann es laut ZAMG auch zu kleinräumigen Überflutungen kommen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Ein Kletterer hat mehrere Stunden in schwindelerregender Höhe an der Stahlkonstruktion des Pariser Eiffelturms ausgeharrt. Das weltberühmte Wahrzeichen war gestern für Besucher gesperrt worden, als der Mann den Turm hinaufkletterte.

Der Kletterer war ganz in Schwarz gekleidet und klammerte sich rund sechs Stunden knapp unter der dritten Etage in rund 270 Meter Höhe an den Gitterstäben fest. Gegen 22.00 Uhr konnten Rettungskräfte den Mann in Sicherheit bringen.

Kletternde Einsatzkraft über einem anderen Kletterer auf dem Pariser Eiffelturm
AP/Michel Euler

Die Hintergründe des Vorfalls sinid unklar. Medien berichteten, der Mann sei psychisch labil. Der Betreibergesellschaft zufolge war der Mann mit dem Aufzug in den zweiten Stock gefahren und kletterte dann in Richtung Spitze. Wie er über die hohen Absperrungen, die auf jeder Etage des Turms angebracht sind, kam, war am Abend noch offen. Schließlich gelang es der Pariser Feuerwehr, mit ihm zu sprechen.

Einsatzkräfte versuchten Kontakt aufzunehmen

Auf Bildern war zu sehen, wie sich der Mann stundenlang in eine Eck der Konstruktion unterhalb des obersten Stocks festklammerte. Mehrere Einsatzkräfte waren in die Nähe geklettert und versuchten, Kontakt zu dem Mann aufzunehmen.

Nachdem der Kletterer am Nachmittag entdeckt worden war, evakuierte die Betreibergesellschaft das Wahrzeichen. Rund 2.500 Menschen mussten den Turm und das Gelände verlassen. Die Gegend wurde weiträumig abgesperrt.

Der Turm wird jährlich von Millionen Menschen besucht und feierte gerade erst seinen 130. Geburtstag. Er wurde 1889 anlässlich der Pariser Weltausstellung eröffnet. Maßgeblich für seinen Bau war der französische Ingenieur Gustave Eiffel verantwortlich. Die Stahlkonstruktion allein wiegt 7.300 Tonnen, insgesamt wiegt das Bauwerk 10.000 Tonnen und ist 324 Meter hoch.

Ein französisches Berufungsgericht hat die Wiederaufnahme der lebenserhaltenden Maßnahmen von Frankreichs bekanntestem Wachkomapatienten angeordnet. Die Ernährung und Flüssigkeitszufuhr müssten aufrechterhalten werden, urteilte das Pariser Berufungsgericht gestern am späten Abend nach Angaben des Senders Franceinfo.

Ärzte im Uniklinikum Reims hatten die Behandlung von Vincent Lambert in der Früh gestoppt – ein jahrelanger Rechtsstreit war vorausgegangen. Die Eltern des 42-Jährigen wollten den Tod ihres Sohnes mit aller Macht verhindern und gingen gegen die Entscheidung vor.

EGMR wies Antrag der Eltern zurück

Lambert ist vor rund zehn Jahren bei einem Verkehrsunfall verunglückt. Er zog sich dabei schwere Verletzungen am Kopf zu. Er befindet sich seitdem in einem vegetativen Zustand.

Die Familie hatte sich in Frankreich durch sämtliche Instanzen geklagt, um den Tod ihres Sohnes zu verhindern. Sie scheiterten dort immer wieder und auch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), der erst am Nachmittag einen erneuten Antrag der Eltern zurückwies.

Bei einem Busunfall in der nordslowakischen Regionalhauptstadt Zilina sind mehr als 20 Menschen verletzt worden. Unter den 40 Passagierinnen und Passagieren in dem städtischen Linienbus hätten sich vor allem Schulkinder befunden, teilten Polizei und Rettungskräfte gestern mit. Der Bus sei aus noch nicht geklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und in einen Straßengraben geraten. Von der Polizei veröffentlichte Fotos zeigten ein schwer beschädigtes Fahrzeug.

Die Verletzten wurden auf mehrere Krankenhäuser aufgeteilt. Deshalb habe es zunächst widersprüchliche Angaben über die Gesamtzahl der Verletzten gegeben, hieß es.

Gesundheit

Die Gründung der Landesgesundheitsagentur gilt als eine der größten Reformen im niederösterreichischen Gesundheitssystem. Nun steht der genaue Fahrplan bis Mitte 2020 fest. Die 27 Landeskliniken und 50 Pflegezentren wurden bisher auf sechs Managementebenen verwaltet, künftig soll das auf einer einzigen geschehen, nämlich auf der Ebene der Landesgesundheitsagentur.

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Science

Religion

Kultur

Sieben Jahre nach ihrem Tod steht Whitney Houston möglicherweise vor einer Wiederauferstehung als Hologramm. Das Unterhaltungsunternehmen Primary Wave Music Publishing gab gestern bekannt, dass es den Erben der Popsängerin 50 Prozent ihres Besitzes abgekauft habe. Nach Angaben von Houstons Schwägerin sind nun zahlreiche Vermarktungsprojekte geplant, darunter eine Tournee mit Houston als Hologramm.

US-Musikerin Whitney Houston
Reuters/Ethan Miller

Primary Wave erhält dem Vertrag zufolge künftig unter anderem Tantiemen aus Houstons Musik und ihren Filmauftritten. Unternehmenschef Lawrence Mestel würdigte die 2012 verstorbene Sängerin als „legendäre Künstlerin“ und „Definition einer Ikone“. Gemeinsam mit den Erben wolle die Firma ihr Erbe weiter verbreiten.

Pat Houston, Schwägerin und Nachlassverwalterin der Sängerin, sagte der „New York Times“, eine Tournee mit einem Hologramm der Sängerin aus Laserstrahlen sei nach dem Vertragsabschluss das dringlichste Projekt. Auch ein Broadway-Musical und Werbeverträge seien angedacht. Vor Houstons Tod habe es „so viel Negatives rund um ihren Namen gegeben, dass es nicht mehr um ihre Musik ging“, beklagte ihre Schwägerin. Die Menschen hätten vergessen, wie großartig Whitney Houston als Sängerin gewesen sei.

Festwochen