Ausland

Bei Klimaprotesten in London hat die britische Polizei in vier Tagen schon fast 450 Demonstranten festgenommen. Seit Beginn der Proteste am Montag seien 428 Menschen in Gewahrsam genommen worden, teilte die Londoner Polizei heute mit. Im Laufe des Tages gab es Berichte über weitere Festnahmen. In der britischen Hauptstadt beteiligten sich erneut Hunderte Menschen an Sitzblockaden und Protesten, unter anderem am Oxford Circus.

Polizisten verhaften Klimaaktivisten
Reuters/Simon Dawson

Aktivisten der Klimainitiative „Extinction Rebellion“ hatten zum Auftakt einer weltweiten Protestwoche die Waterloo-Brücke und mehrere Kreuzungen im Zentrum der britischen Hauptstadt blockiert. In den folgenden Tagen legten sie weiters mit Sitzblockaden und Protestcamps den Verkehr lahm, unter anderem am Parliament Square, an der Waterloo-Brücke und am Oxford Circus.

Die Klimaaktivisten haben angekündigt, ihre Proteste für mehr Klimaschutz notfalls wochenlang fortzusetzen. Morgen wollen sie auch am Londoner Flughafen Heathrow demonstrieren. Die Gruppe „Extinction Rebellion“ wurde im vergangenen Jahr von britischen Wissenschaftlern gegründet. Sie fordert von der Regierung, einen Klimanotstand auszurufen, die Emissionen von Treibhausgasen bis 2025 auf null zu senken und Bürgerversammlungen zu Klima- und Umweltthemen einzuberufen.

Libyens international anerkannte Regierung hat heute einen Haftbefehl gegen General Chalifa Haftar wegen der Angriffe auf die Hauptstadt Tripolis erlassen. Der Haftbefehl basiere hauptsächlich auf den Bombenangriffen gegen den Flughafen Mitiga und Wohngebiete, teilte die Militärstaatsanwaltschaft mit.

In Libyen konkurrieren zwei Regierungen und zahlreiche Milizen um die Macht. Truppen des einflussreichen Generals Haftar hatten Anfang April einen Angriff auf Tripolis begonnen, wo die international anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch sitzt. Haftar hat seinen Einfluss bereits auf große Teile des Landes ausgedehnt. Jetzt will er auch Tripolis unter seine Kontrolle bringen.

Libysche Medien berichteten über Kämpfe um den Flughafen Tamanhint im Süden des Krisenlandes. Der Sender 218 TV meldete, bewaffnete Kräfte hätten den von Haftars Anhängern kontrollierten Stützpunkt angegriffen.

Eine Woche nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Baschir im Sudan haben in der Hauptstadt Khartum erneut große Menschenmengen vor dem Armeehauptquartier protestiert. „Die Macht den Zivilisten“ und „Freiheit, Frieden Gerechtigkeit“, riefen die Demonstranten, wie ein AFP-Fotograf heute berichtete. Die Straßen um den Militärkomplex waren voller Menschen, die sich Augenzeugen zufolge aus mehreren Stadtteilen auf den Weg gemacht hatten.

„Es ist extrem schwierig, näher an den Ort des Protests zu kommen, weil Hunderte und Hunderte Menschen auf den Straßen sind“, sagte ein Augenzeuge.

Das Protestcamp vor dem Armeehauptgebäude ist seit beinahe zwei Wochen das Epizentrum der Demonstrationen. Die Zahl der Teilnehmer war in den vergangenen Tagen zurückgegangen. Zu den jüngsten Demonstrationen hatten nicht die Protestanführer der vergangenen Wochen aufgerufen. Vielmehr sind sie ein Ergebnis von Aufrufen einzelner Aktivisten und Demonstranten in Sozialen Netzwerken.

Inland

Rund 20 Prozent der Bevölkerung leben laut Wirtschaftsministerium in gemeinnützig errichteten Wohnungen, mit dem Vorteil niedrigerer Mieten. Mit einer Gesetzesnovelle, die heute in Begutachtung gegangen ist, sollen diese Immobilien nun schneller vom Mietmarkt gehen – und in Eigentum umgewandelt werden. Die Opposition befürchtet eine weitere Verknappung von bezahlbarem Wohnraum.

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Der Städtebund ist ebenfalls gegen die Pläne von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), den Anerkennungsbeitrag für gemeinnützig tätige Asylwerber und Asylwerberinnen von bisher drei bis fünf Euro pro Stunde auf 1,50 Euro zu reduzieren. Für den Städtebund brächte die Kürzung für die öffentliche Hand keine nennenswerten Einsparungen, sie wäre aber aus integrations- und arbeitsmarktpolitischer Sicht „kontraproduktiv“.

In seiner Begutachtungsstellungnahme zum Verordnungsentwurf des Innenministeriums hält der Städtebund fest, dass die Kürzung trotz fehlenden Einsparungspotenzials nicht einzusehen sei. Im Gegenteil: Die gemeinnützige Arbeit von Asylwerbern sollte aus integrations- und arbeitsmarktpolitischen Gründen gefördert werden.

Wichtig für Motivation

Der Anerkennungsbetrag habe den Zweck, den Wert der geleisteten Tätigkeit für die Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen. Das sei für das Selbstwertgefühl der Menschen wichtig und motiviere Asylwerber, sich für die Gemeinschaft zu betätigen. Außerdem macht er darauf aufmerksam, dass Asylwerber meist keine Fahrtkosten ersetzt bekommen und der an einem Tag verdiente Anerkennungsbeitrag somit nicht selten schon allein durch die An- und Abreise aufgebraucht würde.

Begrüßt wird vom Städtebund hingegen die geplante Ausweitung der gemeinnützigen Tätigkeiten auf Rechtsträger, welche dem bestimmenden Einfluss einer Gebietskörperschaft unterliegen. Gleichzeitig findet es der Städtebund aber bedauerlich, dass es für Nichtregierungsorganisationen weiterhin nicht möglich sein soll, Asylwerber gemeinnützig zu beschäftigen.

Breite Ablehnung aus den Ländern

Auch aus den Bundesländern kommt Ablehnung für die Pläne. In einer gemeinsamen Stellungnahme sprechen sich das Burgenland, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, die Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Wien gegen die Verordnung aus. Sie plädieren für die Beibehaltung der bisherigen Praxis.

„Es ist paradox: Der Innenminister will ein Problem lösen, das es gar nicht gibt. Wir verstehen nicht, wieso er ein funktionierendes System kaputt macht“, kritisierte Wiens Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ), auf dessen Initiative die Stellungnahme erarbeitet wurde.

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FPÖ findet Kritik „absurd“

Die FPÖ findet die Kritik „absurd“ und „fernab von jeder Sachlichkeit“. Es werde versucht „ein rationales Thema polemisch zu missbrauchen“, so Klubobmann Johann Gudenus in einer Aussendung. Es gehe bei den 1,5 Euro nicht um eine Erwerbstätigkeit zur Schaffung und Sicherstellung des Lebensunterhalts, daher seien die 1,5 Euro auch kein Lohndumping.

SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch begrüßte indes die Ablehnung durch die Bundesländer. Er zeigte sich überzeugt, dass Kickl seinen „menschenverachtenden und komplett unnötigen“ Vorschlag zurückzieht, und sah die breite Ablehnung durch acht Bundesländer auch als „Ohrfeige“ für Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

EU

Am 26. Mai wählt Österreich seine Abgeordneten für das Europäische Parlament. Fünf Spitzenkandidaten und zwei Spitzenkandidatinnen sind für ihre Parteien in den Wahlkampf für das Rennen ums EU-Parlament gezogen.

Neben der Durchführung des Brexits ist die Zukunft der EU so viel diskutiert wie schon lange nicht. Was halten Sie für die zentrale Frage für die Zukunft der EU? Welche Rolle soll das Parlament spielen? Wie intensiv sollen die Vorgaben sein, „die aus Brüssel kommen“? Soll Europa wieder eine losere Föderation mit Wirtschaftsschwerpunkt werden oder sich politisch noch enger vernetzen und zu einer Art Bundesstaat werden?

Was liegt Ihnen zu Europa am Herzen, und was wollen Sie welchen Spitzenkandidaten fragen?

Illustration eines gelben Sessels
ORF.at

Im Rahmen der Serie „Ihre Frage zu Europa“ reist ORF.at den Spitzenkandidaten in den Wahlkampf nach und stellt die Fragen unseres Publikums. Und Ihre Frage kann dabei zum Zug kommen. Weil sie besonders prägnant ist oder eine Sorge zum Ausdruck bringt, die vielen anderen, die uns schreiben, ebenso am Herzen liegt. Stellen Sie auf ORF.at bis 29.4. Ihre Frage zu Europa!

Um Ihre Fragen zu stellen, nutzen Sie bitte das Onlineformular.

Das Europaparlament hat die Pläne für den milliardenschweren EU-Verteidigungsfonds gebilligt. 328 Abgeordnete stimmten heute für den Finanztopf zur Förderung von europäischen Rüstungsprojekten. 231 stimmten dagegen, wie das Parlament mitteilte.

Der neue Fonds soll 2021 einsatzbereit sein und zunächst mit 13 Milliarden Euro ausgestattet werden. Ziel ist es, vor allem die EU-interne Zusammenarbeit in der Verteidigungsforschung und Entwicklung zu stärken.

Aus Sicht der Befürworter führt die derzeitige Fragmentierung in der Rüstungsindustrie zu unnötigen Doppelungen. So existieren nach Angaben der Brüsseler EU-Kommission in Europa 178 verschiedene Waffensysteme, in den USA dagegen nur 30.

Erstmals gibt die Europäische Union auch für Lkws verbindliche Klimaschutzziele vor: Neue Modelle sollen bis 2025 im Durchschnitt 15 Prozent und bis 2030 mindestens 30 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen als heutige. Diese im Februar mit den EU-Ländern vereinbarten Vorgaben bestätigte das Europaparlament heute. Nun muss der Rat der Mitgliedsländer formal zustimmen, dann können die neuen Regeln in Kraft treten.

Sie sollen helfen, den steigenden Ausstoß von klimaschädlichen Gasen aus dem Verkehr in den Griff zu bekommen. Weil immer mehr Lkws in Europa unterwegs sind, verursacht der Schwerlastverkehr mittlerweile 25 Prozent mehr an derartigen Gasen als 1990. Um die globale Erwärmung einzudämmen, hat die EU jedoch im Pariser Klimaabkommen insgesamt drastisch sinkende Emissionen versprochen.

Strafen bei Nichterreichen drohen

Die Vorschriften sollen laut den EU-Abgeordneten auch neue Technik voranbringen. So wird den Herstellern vorgeschrieben, dass 2025 mindestens zwei Prozent ihrer verkauften Fahrzeuge keine oder fast keine Treibhausgase mehr ausstoßen. Das ließe sich zum Beispiel mit Elektroantrieben erreichen.

Die Hersteller hatten bereits im Februar mit scharfer Kritik auf die ausgehandelte Lösung reagiert und vor einer Überforderung ihrer Branche gewarnt. Herstellern, die ihre Flottenziele nicht erreichen, drohen Strafen. Zwischen 2025 und 2029 sollen pro Gramm Kohlendioxid und Tonnenkilometer 4.250 Euro fällig werden, ab 2030 dann 6.800 Euro.

Wirtschaft

Von den Vertretern der Staatsholding ÖBAG im OMV-Aufsichtsrat sollen nur der Grazer Uniprofessor Karl Rose und der ehemalige Procter-&-Gamble-Manager Wolfgang Berndt in dem Kontrollgremium verbleiben, berichtet „Die Presse“ heute (Onlineausgabe). Sie bezieht sich dabei auf den Personenvorschlag, den die ÖBAG erstellt habe und der vom jetzigen OMV-Aufsichtsrat dieser Tage abgesegnet worden sei.

Neu in den Aufsichtsrat des heimischen Öl- und Gaskonzerns einziehen sollen erwartungsgemäß ÖBAG-Chef Thomas Schmid selbst und – wie bereits vor einigen Tagen bekanntwurde – Ex-Finanzminister Hans Jörg Schelling. Auf der Liste finden sich dem Bericht zufolge auch VIG-Vorstandschefin Elisabeth Stadler, Tyrolit-Geschäftsführer Christoph Swarovski und Stefan Doboczky, Chef des Faserherstellers Lenzing. Dass Schmid den Vorsitz im OMV-Aufsichtsrat übernimmt, sei nicht sicher, möglicherweise könnte auch Wolfgang Berndt das Gremium anführen.

In der boomenden legalen Marihuana-Industrie in den USA bahnt sich eine weitere große Übernahme an. Der kanadische Branchenriese Canopy Growth will den US-Rivalen Acreage Holdings schlucken. Die Unternehmen verkündeten heute eine Grundsatzvereinbarung und taxierten den Wert des Deals auf insgesamt rund 3,4 Milliarden Dollar (drei Mrd Euro).

Voraussetzung dafür, dass der Zukauf zustande kommt, wäre allerdings eine landesweite Legalisierung der Cannabisproduktion unter dem US-Bundesgesetz. Bisher ist Cannabis zwar in vielen US-Bundesstaaten zu medizinischen Zwecken oder als Genussmittel erlaubt, aber nicht von der US-Regierung in Washington für die gesamte USA.

Canopy lässt sich das Vorkaufsrecht für Acreage 300 Millionen Dollar kosten, der Rest der Kaufsumme würde beim Abschluss der Übernahme fließen. Die Wette der Kanadier auf den Marihuana-Markt im Nachbarstaat kam bei Anlegern gut an – die Aktien von Canopy legten im frühen US-Handel um über acht Prozent zu. Die Papiere von Acreage verbuchten noch stärkere Kursgewinne.

Rund 20.000 Marokkanerinnen arbeiten derzeit in Südspanien als saisonale Erntehelferinnen – vor allem auf Erdbeerplantagen. Basis ist ein Abkommen von Spanien und Marokko, das auch definiert, wer für den Job infrage kommt: verheiratete Mütter unter 39. In den vergangenen Jahren standen Ausbeutung und sexuelle Übergriffe auf der Tagesordnung. Für heuer versprachen die Behörden strengere Kontrollen.

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IT

Google schaltet nach einer Milliardenkartellstrafe für Nutzer von Android-Handys in Europa zusätzliche Internetbrowser und Suchmaschinen frei. Ab sofort können Anwender bei Android zwischen bis zu fünf Alternativen wählen, schrieb Google-Manager Paul Gennai heute in einem Blogeintrag.

Die anderen Programme und Funktionen könnten beim Öffnen des Google-Appstores installiert werden. Angeboten würden die populärsten Alternativen zu den eigenen Produkten.

Verlangt hat die Nachbesserung die EU-Kommission. Sie verdonnerte den Google-Mutterkonzern Alphabet im Juli zu einer Rekordstrafe von 4,3 Mrd. Euro wegen unzulässiger Vorschriften für die Verwendung des Betriebssystems Android. Google stellt Android kostenlos zur Verfügung. Damit ist die Software mit Abstand Marktführer und läuft weltweit auf acht von zehn Mobiltelefonen. Auf Platz zwei liegt Apples iOS.

Sport

Chronik

Medien

Die Bundesregierung sieht keine Einschränkung der Pressefreiheit in Österreich. Das teilte das Bundeskanzleramt heute nach der Veröffentlichung des diesjährigen Rankings der Pressefreiheit der Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) mit. Laut dem Ranking hat Österreich seine Einstufung als Land mit guter Pressesituation verloren.

Es gehöre zu den „Pflichten als Demokraten, die freie Meinungsäußerung nicht nur zu schützen und hochzuhalten, sondern auch anzuprangern“, wenn diese Freiheit Gefahr läuft, angegriffen zu werden, heißt es in einer der APA übermittelten Stellungnahme. Dafür trete die Regierung ein.

An Pressefreiheit „nicht zu rütteln“

Mit der „expliziten“ Ausnahme der journalistischen Arbeit aus der Datenschutz-Grundverordnung habe man nicht nur klargestellt, dass an der Pressefreiheit „nicht zu rütteln und jede Einschränkung inakzeptabel“ sei, sondern auch eine „nachhaltige Maßnahme zur Stärkung“ gesetzt. Die Pressefreiheit sei als Grundrecht verfassungsrechtlich verankert und stelle eine „wesentliche Basis unserer Demokratie und selbstverständlich auch insbesondere für unsere Politik dar“.

ROG hatte in dem Bericht das Abrutschen Österreichs vom elften auf den 16. Platz vor allem mit direkten Angriffen auf Journalisten durch die Politik erklärt. Seit Beginn der ÖVP-FPÖ-Koalition seien diese häufiger geworden, hieß es darin. Die Rangliste wird seit 2002 jährlich erstellt und misst durch 117 Fragen die Situation von Journalisten, Medienhäusern und zivilen Bürgerreportern in 180 Ländern.

SPÖ sieht „beunruhigende Entwicklung“

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda stellte in einer Aussendung eine „sehr beunruhigende Entwicklung“ fest. Einschränkungen der Pressefreiheit und Attacken auf unabhängige Journalistinnen und Journalisten seien ersten Schritte auf dem Weg in Richtung illiberale Demokratie, das sehe man am Beispiel vieler Länder. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) müsse sich für mehr Medien- und Pressefreiheit einsetzen, so Drozda.

„Wir sind entsetzt und alarmiert, aber nicht sonderlich überrascht“, so der stellvertretende NEOS-Klubobmann Niki Scherak und EU-Spitzenkandidatin Claudia Gamon in ihrer Aussendung. Kurz und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) würden sich willfährige Berichterstattung mit teuren Inseratenversprechen erkaufen und Unsummen in parteinahe Medien pumpen und gleichzeitig massiven Druck auf unabhängige Redaktionen ausüben sowie versuchen, Journalisten durch ständige Bedrohungen und Untergriffe einzuschüchtern.

Grüne sehen Entwicklung wie in Ungarn

Werner Kogler, Bundessprecher der Grünen und Spitzenkandidat für die EU-Wahl, sieht in der Rückstufung eine Bestätigung: Die Kritik bestätige, dass es erste Tendenzen von der Regierung in Richtung autoritäre Demokratie nach dem Vorbild Viktor Orbans gebe. „Das ist zu stoppen“, forderte er in einer Aussendung.

„Alarmierend“, nannte Alma Zadic, Menschenrechtssprecherin von Jetzt, das Resultat. Eine „Message-Control“ innerhalb der eigenen Reihen sei eine Sache, für ganz Österreich sei es aber „schlicht und ergreifend rechtsstaatlich unvertretbar“, sagte sie in einer Aussendung. Sie forderte auch ein „Informationsfreiheitsgesetz“, mit dem man ein paar Plätze in diesem Ranking wiedergutmachen könnte.

Der hoch verschuldete US-Verlag American Media (AMI) verkauft die US-Präsident Donald Trump nahestehende Klatschzeitung „National Enquirer“ sowie die Schwesterblätter „Globe“ und „National Examiner“. AMI teilte heute mit, dass der US-Zeitungsmogul James Cohen die Titel übernehmen werde. Zum Kaufpreis wurden keine konkreten Angaben gemacht. Laut US-Medienberichten sollen die Boulevardtitel für 100 Millionen Dollar den Besitzer wechseln.

Der „Enquirer“, der eigentlich Skandale aufdecken will, stand zuletzt selbst im Zentrum solcher: Im Februar warf Amazon-Chef Jeff Bezos dem Blatt Erpressung mit Nacktfotos und anderen intimen Details vor. AMI spielte zudem eine Schlüsselrolle in einer Schweigegeldaffäre Trumps, der als langjähriger Vertrauter von AMI-Chef David Pecker gilt.

Im Wahlkampf 2016 zahlte AMI dem Ex-Playmate Karen McDougal, die behauptet, eine Affäre mit Trump gehabt zu haben, 150.000 Dollar. Der „Enquirer“ veröffentlichte die Geschichte aber nie, sondern sicherte sich die Rechte, um sie totzuschweigen. Die Methode ist in den USA als „catch and kill“ bekannt (zu Deutsch etwa: „fange und vernichte“). AMI räumte die Vorwürfe im Dezember ein.

Gesundheit

Religion

Papst Franziskus hat am Gründonnerstag in der Strafanstalt von Velletri südlich von Rom zwölf Gefängnisinsassen die Füße gewaschen. Franziskus kniete vor jedem der Häftlinge nieder, übergoss die Füße mit Wasser und küsste sie. Die Sträflinge stammen aus vier verschiedenen Ländern. Es handelte sich um neun Italiener, einen Brasilianer, einen Häftling von der Elfenbeinküste und einen aus Marokko.

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Wer war Judas Iskariot, der Mann, dessen Handeln zur Kreuzigung Jesu führte? Das Bild, das in den Evangelien von ihm gezeichnet wird, ist das eines verdorbenen, hinterlistigen Mannes. Seit der Entstehung der Texte melden sich aber auch Theologen und Theologinnen zu Wort, die Judas in einem anderen Licht porträtiert sehen wollen.

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Science

Archäologen haben im Süden Ägyptens ein rund 3.500 Jahre altes Grab aus der Zeit der Pharaonen und eine jahrtausendealte Mumie entdeckt. Das Grab gehe zurück auf die 18. Dynastie und umfasse auch einen sehr großen Hof, sagte der Generalsekretär des ägyptischen Hohen Antikenrates, Mustafa Wasiri, heute bei einer Feier an der Grabungsstätte in der Totenstadt Dra Abu al-Naga bei Luxor. Dort werden immer wieder Gräber aus der Pharaonenzeit gefunden.

Ägyptische Archeologen mit einem Sarkopharg
Reuters/Mohamed Abd El Ghany

Die Mumie wurde Wasiri zufolge in drei ineinander geschachtelten Särgen an einer anderen Grabungsstätte in der Region entdeckt. Sie gehe auf die Ramessidenzeit zurück, die in etwa vom 13. bis 11. Jahrhundert v. Chr. reichte. Ägypten hat in den vergangenen Monaten mehrfach neue Funde aus der Pharaonenzeit verkündet.

Ägyptische Archeologen in der Kammer von Shedsu-Djehuty
APA/AFP

Die jahrtausendealten Überreste ziehen viele Touristen an. Ägyptens Regierung bemüht sich darum, die Zahl der Urlauber zu erhöhen. Die unruhigen Zeiten nach dem Sturz von Langzeitherrscher Husni Mubarak im Jahr 2011 haben die Tourismusbranche des Landes schwer getroffen.

Mit Hilfe eines Radioteleskops haben Wissenschaftler ins Innere von Gewittern geschaut – und dort völlig unbekannte Strukturen entdeckt: Blitze bilden offenbar bis zu 100 Meter lange Nadeln.
Die nun nachgewiesenen Strukturen können nach Forscherangaben Ladung speichern und die Wolken wieder aufladen. Das sei der Grund dafür, dass es innerhalb kurzer Zeit aus einer Wolke zu wiederholten Blitzeinschlägen auf dem Boden komme.

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Kultur

Seltene Ehre für eine Hip-Hop-Band in Hollywood: Die Rapper der kalifornischen Band Cypress Hill („Insane in the Brain“) haben heute auf dem Hollywood Boulevard ihren „Walk of Fame“-Stern enthüllt. Die Musiker um Frontman B Real erhielten die 2.660. Sternenplakette.

Die Bandmitglieder Sen Dog, DJ Muggs, Eric Bobo Correa, B-Real, Xzibit und George Lopez von Cypress Hill
AP/Invision/Chris Pizzello

Die Grammy-nominierte Band formierte sich in den 90er Jahren in South Gate, einem Bezirk von Los Angeles, in dem hauptsächlich Latinos leben. B Real (48) erinnerte bei der Zeremonie daran, dass er früher Mitglied einer kriminellen Bande gewesen sei. Seine Kollegen und die Musik hätten ihn davor bewahrt, im Gefängnis oder im Grab zu enden, sagte B Real. Nun diesem „erlauchten Club“ auf dem „Walk of Fame“ anzugehören, sei eine besondere Ehre.

Seit drei Jahrzehnten ist die Gruppe erfolgreich im Geschäft. Schon das Debütalbum der Musiker mit hispanischen Wurzeln verkaufte sich 1991 mehr als zwei Millionen Mal. Mit „Elephants On Acid“ kam kürzlich das neunte Studioalbum der Gruppe heraus.

Nachdem zuletzt keine Österreicherin und kein Österreicher am Wettbewerb der Filmfestspiele Cannes teilnehmen konnte, hat heuer Jessica Hausner die Chance: Die 46-jährige Regisseurin ist mit „Little Joe“ im Wettbewerb des Festivals vertreten. Das gab der künstlerische Leiter der 72. Filmfestspiele, Tierry Fremaux, heute bekannt.

Jessica Hausner
APA/AFP/Valery Hache

Der Science-Fiction-Film der 46-Jährigen handelt von einer gentechnisch manipulierten Pflanze, deren Samen unheimliche Veränderungen bei Mensch und Tier hervorrufen. „Little Joe“ ist eine Koproduktion der Wiener Coop99, der britischen The Bureau London sowie der deutschen Essential Film und wurde mit Unterstützung des Österreichischen Filminstituts, des ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens und des Filmfonds Wien realisiert.

Ehrenpalme an Alain Delon

Eröffnet werden die heuer von 14. bis 25. Mai an der Croisette über die Bühne gehenden Filmfestspiele mit „The Dead Don’t Die“ von Jim Jarmush. Der Zombiefilm mit Stars wie Bill Murray, Adam Driver und Chloe Sevigny nimmt auch am Hauptwettbewerb teil. Mit Pedro Almodovar, Xavier Dolan, Ken Loach, den Dardenne-Brüdern und Terrence Malick schickt das Filmfestival von Cannes viele andere große Namen in das Rennen um die Goldene Palme.

Präsident der Jury der 72. Internationalen Filmfestspiele ist der mexikanische Regisseur Alejandro Gonzalez Inarritu. Er übernimmt den Vorsitz von Cate Blanchett, die das Festival 2018 geleitet hatte. Der französische Schauspieler Alain Delon, der mit Filmen wie „Der eiskalte Engel“ und „Der Leopard“ Weltruhm erlangte, erhält in Cannes die Goldene Ehrenpalme. Die Festspiele in Cannes dauern bis zum 25. Mai.

Panorama

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat mit Mischlingshündin „Juli“ ein neues Familienmitglied. Im Rahmen der Eröffnung des ersten Österreichischen Erlebnisweges „Klimawandel“ in Altenberg an der Rax heute begleitete das Tier den Präsidenten und dessen Frau Doris Schmidauer.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit Hund „Juli“
APA/Bundesheer/Peter Lechner

„Die Hündin gehörte einer verstorbenen Bekannten der beiden“, zitierte der „Kurier“ (Onlineausgabe) die Präsidentschaftskanzlei. „Juli“ ist sieben Jahre alt und wird wohl den Platz von Van der Bellens früherer Hündin einnehmen. „Kita“
starb voriges Jahr im Alter von 14. Der Labrador war seit Beginn der Amtszeit Van der Bellens auch oft Gast in der Hofburg.