Inland

Mit einem breit besetzen Dialogforum in Wien hat Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) heute die geplante Reform im Pflegesektor angestoßen. Zumindest in einem waren sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen einig, nämlich darin, dass die Finanzierung der Pflege in staatlicher Hand bleiben soll. Während SPÖ und Jetzt auf eine Steuerfinanzierung pochten, zeigten sich ÖVP und FPÖ hier zurückhaltender.

Hartinger-Klein sagte vor Beginn der Veranstaltung, eine allfällige Pflegeversicherung dürfe „sicher nicht privat“ kommen. Es solle entweder ein steuerfinanziertes System oder eines ähnlich der Sozialversicherung geben, sagte sie. Im Zentrum der Überlegungen müssten „die Bedürfnisse der Menschen“ und eine „nachhaltige Sicherstellung“ der Pflege stehen.

Studie: Bedarf an Pflegepersonal kaum zu decken

Dass der Bedarf an Pflegepersonal kaum zu decken ist, zeigt eine Studie, die das Land Steiermark in Auftrag gegeben hat. Es gebe einen Mehrbedarf an Pflegepersonal in der Langzeitpflege von einem Prozent. Vor allem junge Pflegekräfte fehlen.

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Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat heute die Beschwerden gegen die Ausweisung von Imamen der Moscheegemeinde Türkisch Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich (ATIB) abgewiesen.

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Wie Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) begrüßte auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) heute das VfGH-Erkenntnis. Das zeige, dass die Regierung mit ihren Maßnahmen gegen den radikalen politischen Islam auf dem richtigen Weg sei, befand er in einer Aussendung.

Für eine Stärkung der Beziehungen EU – Israel und für den Schutz jüdischen Lebens in Europa hat sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) heute in Brüssel ausgesprochen. In einer Rede vor dem American Jewish Committee (AJC) versicherte Kurz, er werde sich persönlich weiter dafür und für den Kampf gegen Antisemitismus einsetzen.

Österreich tue sein Bestes, um „ein ehrlicher Unterstützer und Freund Israels“ zu sein, sagte Kurz. Er warb für Verständnis für Israel. „Israel ist eine Nation, die nicht das Privileg hat, so wie wir Deutschland und die Schweiz als Nachbarn zu haben.“ Vielmehr stehe Israel ständig unter Bedrohung und habe Syrien und den Iran „um die Ecke“. Österreich lehne einseitige Resolutionen und Aktionen auf europäischer und globaler Ebene ab.

Der traditionelle Antisemitismus nehme in Österreich zwar ab, sagte der Kanzler. Vor allem unter den Gemeinschaften von Geflüchteten aus dem Nahen Osten würden antisemitische Strömungen aber zunehmen. Dabei spielten Soziale Netzwerke und Propaganda aus dem Ausland eine wichtige Rolle. Auch Studien auf europäischer Ebene würden zeigen, dass der Antisemitismus in all seinen Formen noch nicht überwunden sei.

„Vergangenheit darf nicht die Zukunft formen“

„Europa ist der Kontinent der Sicherheit, der Freiheit und der Rechtsstaatlichkeit“, so der Kanzler. Deshalb müsse Europa auch sicherstellen, dass sich alle Mitglieder der Gesellschaft sicher fühlten.

Der Vorsitzende des AJC, David Harris, selbst ein Sohn eines österreichischen jüdischen Holocaust-Überlebenden, dankte Kurz für dessen „Meilenstein-Rede“. Harris sagte, Österreich sei erst in den 90ern unter dem damaligen Kanzler Franz Vranitzky mit seiner Vergangenheit zurechtgekommen, danach habe es wieder eine Kluft gegeben. Kurz habe die Erkenntnis, dass die Vergangenheit nicht die Zukunft formen dürfe. „Unser guter Freund Sebastian“ habe „Leadership bewiesen“, sagte Harris.

Ausland

Nach dem entscheidenden Vormarsch in der letzten Bastion der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien durchkämmen kurdische Truppen das eingenommene Gebiet. In dem Ort Baghus sind sie auf der Suche nach Kämpfern des IS, die sich versteckt haben könnten. Die Befreiung des Ortes werde danach verkündet, sagte ein Sprecher der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) heute.

Die von Kurden angeführten SDF-Truppen hatten am Dienstag ein Zeltlager in Baghus eingenommen, in dem sich die letzten IS-Anhänger in Gräben und Tunneln auf engstem Raum verschanzt hatten. Zuletzt waren die Dschihadisten auf einen schmalen Streifen am Fluss Euphrat zurückgedrängt. Tausende Kämpfer hatten sich zuvor ergeben.

Baghus war der letzte Ort, der vom riesigen Herrschaftsgebiet des IS in Syrien und im Irak übrig geblieben war. Die SDF müssen beim Durchkämmen langsam vorgehen, weil der IS viele Minen versteckt hat.

Rund 50.000 Menschen haben heute in der norditalienischen Stadt Padua gegen die Mafia demonstriert und der Opfer des organisierten Verbrechens gedacht. Initiiert wurde die Demonstration von Pfarrer Luigi Ciotti, der mit seiner Bewegung „Libera“ bereits seit Jahren gegen die Bandenkriminalität kämpft.

An der Kundgebung in Padua beteiligten sich Angehörige Hunderter Todesopfer aus ganz Italien und anderen europäischen Ländern, berichteten italienische Medien. Die Namen von über tausend Mafia-Opfern wurden verlesen. Die Demonstration in Padua wurde von Italiens oberstem Anti-Mafia-Staatsanwalt Federico Cafiero de Raho geführt. Dieser warnte vor der Gefahr des zunehmenden Eindringens mafiöser Organisationen in das Wirtschaftssystem Italiens und Europas.

Auch in mehreren anderen italienischen Städten, darunter Palermo, fanden Anti-Mafia-Demonstrationen statt. Die Anti-Mafia-Organisation „Libera“ hatte 1995 den „Giorno della memoria“ (Tag der Erinnerung) ins Leben gerufen. Seither wird jedes Jahr am 21. März vor allem der Opfer der Mafia gedacht.

Der mutmaßliche Todesschütze von Utrecht in den Niederlanden soll sich wegen mehrfachen Mordes mit terroristischem Motiv verantworten. Das teilte die Staatsanwaltschaft heute mit. Er handelte nach Angaben der Ermittler vermutlich allein. Der Mann soll morgen erstmals dem Richter vorgeführt werden.

Die Anklagebehörde schließt aber auch weiterhin persönliche Probleme des Mannes als Motiv nicht aus, „in Kombination mit einer Radikalisierung“. Ein psychiatrisches Gutachten solle erstellt werden. Gerüchte, dass es sich um eine Beziehungstat handle, hätten bisher nicht bestätigt werden können.

Keine persönliche Beziehung zwischen Täter und Opfer

Bereits zuvor hatten die Ermittler mitgeteilt, dass keinerlei persönliche Beziehung zwischen dem Täter und den Opfern festgestellt werden konnte. Der 37-Jährige war am Montagabend nach stundenlanger Fahndung als Hauptverdächtiger festgenommen worden. Er soll am Montag in einer Straßenbahn der niederländischen Stadt drei Menschen erschossen und drei weitere Personen schwer verletzt haben. Im Fluchtfahrzeug fanden Ermittler einen Brief, dessen Inhalt nach Polizeiangaben auf ein „terroristisches“ Motiv hindeutet.

Unklar ist noch, welche Rolle ein anderer Mann spielte, der am Dienstag festgenommen worden war. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er erst nach der Tat dem Verdächtigen geholfen haben soll.

In Venezuela ist Oppositionsangaben zufolge der Stabschef des selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaido festgenommen worden. Guaidos Büro teilte heute mit, Roberto Marrero sei von Mitarbeitenden des Geheimdienstes abgeführt worden.

Oppositionsführer Guaido schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, der Geheimdienst habe in den frühen Morgenstunden die Wohnungen Marreros und des oppositionellen Abgeordneten Sergio Vergara durchsucht. Vergara betätigte die Durchsuchung, wies aber Angaben von Guaidos Büro zurück, er sei auch festgenommen worden.

Guaido prangert Festnahme an

Er wisse nicht, wo sich Roberto Marrero jetzt befinde, schrieb Guaido heute auf Twitter. Marrero werde beschuldigt, im Besitz von zwei Gewehren und einer Granate zu sein. Er selbst jedoch sage, dass ihm die Waffen untergeschoben worden seien. Guaido forderte, Marrero „sofort freizulassen“.

Staatschef Nicolas Maduro und Guaido liefern sich seit Wochen einen erbitterten Machtkampf. Zahlreiche Länder, darunter die USA, Deutschland und Österreich, haben Guaido bereits als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt.

Sieben Monate nach dem Tod des republikanischen Senators John McCain sorgt dessen Beerdigung bei US-Präsident Donald Trump für Unmut. Bei einer Militärveranstaltung in Lima im Bundesstaat Ohio sagte er vor Publikum, er habe McCain „die Beerdigung gegeben, die er haben wollte, aber ich habe kein Dankeschön erhalten“. Noch zu Lebzeiten verbot McCain, dass Trump zu seiner Bestattung kommt.

US-Präsident Donald Trump
Reuters/Carlos Barria

Trump beschuldigte den verstorbenen republikanischen Präsidentschaftskandidaten von 2008, er sei schuld „am Krieg im Nahen Osten, den McCain forciert hat“. „McCain hat die Arbeit für unsere großartigen Veteranen nicht erledigt“, so der US-Präsident bei der Veranstaltung. Obwohl McCain verstorben sei, ändere das nichts an der feindschaftlichen Beziehung zwischen den beiden. „Ich muss ehrlich sein: Ich habe ihn nie besonders gemocht“, sagte Trump. „Er war nichts für mich. Wird er wahrscheinlich nie sein.“

„Mag Menschen, die nicht gefangen genommen wurden“

Die feindselige Haltung Trumps gegenüber McCain reicht in den Wahlkampf 2016 zurück. Trump, der im Gegensatz zu McCain nie beim Militär war, sagte über seinen republikanischen Kollegen, dass McCain kein Kriegsheld gewesen sei. „Ich mag Menschen, die nicht gefangen genommen wurden“, so der US-Präsident. McCain war während des Vietnam-Krieges in Haft.

In seinen letzten Jahren hatte sich McCain trotz gleicher Parteizugehörigkeit wie Trump eine respektvolle politische Debatte zur Lebensaufgabe gemacht. McCain sprach sich offen gegen Trump als Präsidenten aus. Aufgrund zahlreicher Vorwürfe gegen Trump in Sachen Belästigung von Frauen und Steuerhinterziehung bezeichnete McCain Trump unter anderem als „widerwärtig“.

EU

Die SPÖ hat nach der vorläufigen Suspendierung der EVP-Mitgliedschaft der ungarischen rechtspopulistischen Regierungspartei FIDESZ und der Schaffung einer Expertenkommission zur Beurteilung der Lage in Ungarn den Kompromiss der Europäischen Volkspartei (EVP) scharf kritisiert.

Andreas Schieder, SPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl, beanstandete vor allem, dass Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) dem „Weisenrat“ angehört. „ÖVP und EVP haben heute endgültig jegliche Glaubwürdigkeit gegen den Rechtsruck in Europa verloren“, urteilte er gestern auf Twitter.

Anfang 2000 hatte die Entscheidung des damaligen ÖVP-Obmanns Schüssel, mit der international beargwöhnten FPÖ Jörg Haiders eine Koalition einzugehen, zu Sanktionen der damals 14 EU-Partner gegen Österreich geführt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entsandte drei „Weise“ zur Prüfung der Situation, die Maßnahmen wurden auf dessen Empfehlung wieder aufgehoben.

Für den EU-Spitzenkandidaten der Grünen, Werner Kogler, wäre ein Rauswurf von FIDESZ aus der EVP „längst gerechtfertigt“, so der Bundessprecher der Grünen heute in einer Aussendung. Koglers Ansicht nach hat ÖVP-Chef Bundeskanzler Sebastian Kurz „großen Anteil“ an der derzeitigen „jämmerlichen Situation“. „Da kann (Othmar, Anm.) Karas noch so viel links blinken, wenn Kurz europapolitisch ständig rechts abbiegt“, so der Spitzenkandidat.

Kurz lobt Weber

Kurz lobte unterdessen die Rolle des EVP-Fraktionschefs Manfred Weber (CSU) bei der Suspendierung von FIDESZ. Er unterstütze den Weg von Weber, sagte Kurz vor einem EVP-Treffen heute in Brüssel. Weber „hat sich jetzt auch in solchen Fragen Gefolgschaft verdient“, sagte Kurz. „Alle Vorschläge, die er gemacht hat, waren sinnvoll. Daher hat er auch unsere volle Unterstützung.“

Die EVP hatte gestern beschlossen, FIDESZ nicht auszuschließen, sondern die Mitgliedschaft bis auf Weiteres auszusetzen. Damit zog die EVP kurz vor der EU-Wahl Ende Mai Konsequenzen aus den antieuropäischen Umtrieben der Partei von Regierungschef Viktor Orban. Sozialdemokraten, Grüne und Liberale kritisierten die Entscheidung und warfen den Konservativen vor, sich weiterhin schützend vor Orban zu stellen.

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Fünf Jahre nach der russischen Annexion der Krim will die Europäische Union ihre Unterstützung für die Ukraine bekräftigen: Die Angliederung der ukrainischen Halbinsel an Russland bleibe „ein Verstoß gegen das Völkerrecht und eine direkte Herausforderung für die internationale Sicherheit“, heißt es nach AFP-Informationen im Entwurf der Schlussfolgerungen.

Diese sollen die EU-Staats- und -Regierungsspitzen heute Abend auf ihrem Gipfel in Brüssel verabschieden. „Die EU hält entschlossen an ihrem Einsatz für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine fest“, heißt es weiter. Die EU-Spitzen machen in ihrem Beschluss zudem noch einmal klar, dass sie die „illegale Annexion“ der Krim nicht anerkennen und die Halbinsel weiterhin als Teil der Ukraine betrachten.

Russland hatte die Krim am 18. März 2014 nach einem umstrittenen Volksentscheid in sein Staatsgebiet eingegliedert. Die EU verhängte im Juli 2014 wegen des Ukraine-Konflikts Strafmaßnahmen gegen Russland und verlängerte diese seitdem immer wieder – zuletzt im Dezember. Die Sanktionen richten sich gegen Staatsbanken, den Im- und Export von Rüstungsgütern sowie die russische Öl- und Gasindustrie. Auch Einzelpersonen und Organisationen stehen auf der Sanktionsliste.

Sport

Wirtschaft

Die amerikanischen Whiskey-Hersteller leiden unter den von US-Präsidenten Donald Trump angezettelten Handelskonflikten. Die von Kanada, China, Mexiko und der Europäischen Union erhobenen Strafzölle auf die hochprozentigen Produkte im Gegenzug für US-Sonderimportabgaben ließen die Exporte in der zweiten Jahreshälfte 2018 um elf Prozent einbrechen, wie der Branchenverband Distilled Spirits Council heute mitteilte.

In der ersten sechs Monaten waren sie noch um 28 Prozent gestiegen – auch weil Unternehmen wie der Jack-Daniels-Hersteller Brown-Forman ihre Ausfuhren in Erwartung höherer Zölle vorzogen, besonders die nach Europa.

Die EU hatte Strafzölle unter anderem von 25 Prozent auf US-Whiskey eingeführt, nachdem zuvor die Regierung in Washington europäische Stahl- und Aluminiumexporte mit höheren Abgaben belastet hatte. Die EU ist der wichtigste Exportmarkt für die amerikanischen Whiskey-Hersteller. Nahezu 60 Prozent ihrer Exporte landen hier. „Der Schaden für die amerikanischen Whiskey-Exporte wird jetzt immer größer“, sagte der Chef des Branchenverbands, Chris Swonger. „Das ist ein Kollateralschaden der anhaltenden Handelsstreitigkeiten weltweit.“

Insgesamt wuchsen die US-Whiskey-Exporte 2018 um 5,1 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar. 2017 hatte es noch ein Plus von 16 Prozent gegeben.

Chronik

90 Prozent der 40.000 Verkehrsunfälle jährlich gehen in Österreich auf menschliches Versagen zurück. Fahrassistenzsysteme könnten diese Zahl deutlich senken. „Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Lenker die Funktionsweise sowie die Vor- und Nachteile bzw. Grenzen der jeweils verwendeten Assistenzsysteme sehr gut kennt“, sagte Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) bei einer Pressekonferenz in Wien.

„Neben dem Anti-Blockier-System ABS und der elektronischen Stabilitätskontrolle ESP ist insbesondere der Notbremsassistent ein unverzichtbarer Begleiter“, so Robatsch, der die Verkehrssicherheitsforschung im KFV leitet.

Untersuchungen würden zudem zeigen, dass bei einer Durchdringungsrate von 100 Prozent durch den intelligenten Geschwindigkeitsassistenten die Zahl der bei Pkw-Unfällen getöteten Personen um 21 Prozent reduziert werden könnte. „Betrachtet man das Potenzial aller Fahrerassistenzsysteme, können bis zu 50 Prozent der Pkw-Unfälle und bis zu 22 Prozent der Lkw-Unfälle positiv beeinflusst werden“, so Robatsch.

Nach dem tropischen Wirbelsturm „Idai“ sind Hilfsorganisationen besorgt, dass womöglich Tausende weitere Menschen in Mosambik den Überschwemmungen zum Opfer gefallen sind.

In der Region Buzi nahe der schwer betroffenen Stadt Beira habe sich ein 125 Kilometer langer und elf Meter tiefer See gebildet, sagte der Nothilfekoordinator des Welternährungsprogramms (WFP) in Mosambik, Pedro Matos. In dem Gebiet hätten zuvor Hunderttausende Menschen gelebt. „Entweder sie konnten fliehen, oder es gibt dort eine sehr hohe Opferzahl.“

Menschen in überflutetem Gebiet nahe Beira
AP/CARE/Josh Estey

Der Zyklon mit der Stärke vier von fünf war mit Windböen von bis zu 160 km/h vom Indischen Ozean bei Beira auf Land getroffen. Es folgten Sturmfluten und schwere Überschwemmungen. Im Hinterland von Beira steigen die Pegelstände der Flüsse wegen anhaltenden Regens weiter. UNO-Angaben zufolge sollen in dem Gebiet Tausende Menschen auf Hausdächern und in Baumkronen ausharren.

Grafik zum Zyklon in Mosambik
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/BBC

Hilfsorganisationen rechnen mit bis zu 400.000 zeitweise obdachlosen Menschen. Nach Darstellung der Hilfsorganisation SOS-Kinderdorf sind rund 260.000 Kinder in einer lebensbedrohlichen Situation. Da weite Teile des Landes im Südosten von Afrika – eines der ärmsten Länder der Welt – überschwemmt und von der Außenwelt abgeschnitten sind, ist das ganze Ausmaß der Katastrophe aber noch nicht absehbar.

Bei einer Explosion in einer chinesischen Chemiefabrik sind mindestens sechs Menschen getötet und 30 Menschen verletzt worden. Nach Behördenangaben ereignete sich das Unglück heute in einem Chemiewerk in Yancheng in der östlichen Provinz Jiangsu. Fernsehbilder zeigten eine enorme Explosion, der obere Teil der Chemiefabrik stand in Flammen.

Explosion in chinesischer Chemiefabrik

Bei einer Explosion in einer chinesischen Chemiefabrik sind mindestens sechs Menschen getötet und 30 Menschen verletzt worden. (Videoquelle: APTN/CCTV)

Die Wucht der Detonation war so groß, dass die Fensterscheiben der umstehenden Gebäude zerbarsten. Bei den Verletzten handelte es sich nach Behördenangaben um Anrainer.

Einsatzkräfte nach einer Explosion in China
APA/AFP

Schwere Unfälle wegen lascher Arbeitsvorschriften

In China kommt es immer wieder zu schweren Industrieunfällen, weil Arbeitsvorschriften zu lasch sind oder nicht eingehalten werden. Bei der Explosion eines mit Chemikalien beladenen Lastwagens wurden im Norden Chinas im vergangenen November mindestens 23 Menschen getötet. Monate davor waren bei einem Feuer in einem Chemiewerk in Ostchina vier Menschen ums Leben gekommen.

Bei einer der bisher größten Katastrophen dieser Art waren im August 2015 bei der gewaltigen Detonation eines Chemielagers im Hafen der nordostchinesischen Millionenmetropole Tianjin 173 Menschen getötet worden. Chinas Regierung hatte danach angekündigt, die Chemielager und Fabriken des Landes auf Sicherheitsrisiken prüfen zu wollen.

Die Londoner Feuerwehr hat der britischen Kinderserie „Peppa Pig“, auf Deutsch „Peppa Wutz“, Sexismus vorgeworfen. Auslöser dafür war eine Episode der Zeichentricksendung, in der von „Feuerwehrmännern“ („firemen“) statt von „Feuerwehrleuten“ („firefighters“) die Rede war. Das rügten die Rettungskräfte diese Woche auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: Die Verwendung von veralteter und geschlechtsstereotypischer Sprache halte junge Mädchen davon ab, später einmal Teil der Feuerwehr zu werden.

Lob dagegen hatte die Londoner Feuerwehr für die Macher der „Barbie“ übrig. Unter ein Foto der Puppe in goldener Feuerwehruniform schrieben die Rettungskräfte: „Sie hilft Mädchen und Jungen dabei, sich vorzustellen, was sie alles erreichen können.“ Bei der Londoner Feuerwehr arbeiten nach deren Angaben derzeit 354 weibliche Feuerwehrleute, rund sieben Prozent der Belegschaft.

Kultur

Sein Louvre Abu Dhabi ist mit seiner Riesenkuppel mit 180 Meter Durchmesser bereits eine Architekturikone. Kaum eineinhalb Jahre danach hat der französische Stararchitekt Jean Nouvel sein nächstes Museum auf der arabischen Halbinsel fertiggestellt. Am 28. März öffnet das Nationalmuseum von Katar. Auch das neue Gebäude in Doha sieht spektakulär aus.

Das Museum soll Besuchern und Besucherinnen Geschichte und Kultur des Emirats am Persischen Golf näherbringen. Auf einem Areal am südlichen Ende der Strandpromenade Corniche hat Nouvel den alten Palast von Scheich Abdullah bin Jassim Al Thani quasi überbaut.

Wie schon in Abu Dhabi ist das Spiel mit Licht und Schatten das Hauptmerkmal des Gebäudes, das nicht über eine einzige Kuppel, sondern über eine Reihe miteinander verbundener Dachscheiben verfügt. Es ist in seiner Form einer Sandrose nachempfunden, einem charakteristischen Kristallgebilde, das in heißen Wüstengebieten aus Sand und Gips entsteht.

Das Museum soll als Art zeitgenössische Karawanserei fungieren und beherbergt neben Räumen für Permanent- und Wechselausstellungen ein 220-Plätze-Auditorium, ein Forum mit 70 Sitzen, zwei Cafes, ein Restaurant sowie Forschungslabors und Restaurierungswerkstätten. In drei Kapiteln soll man etwas über die von Nomaden und Fischern geprägte Siedlungsgeschichte Katars erfahren. Gezeigt werden Textilien, Gemälde, Skulpturen, Filme, Schmuck, Waffen, Münzen, Zelte, Segelschiffe und Fossilien.

IT

Die deutschsprachige Version der Onlineenzyklopädie Wikipedia ist heute aus Protest gegen die geplante EU-Urheberrechtsreform für einen kompletten Tag offline gegangen.

„Zum allerersten Mal wird die deutschsprachige Community von Autorinnen und Autoren eine Komplettabschaltung durchführen“, hieß es vorab in einem Blogeintrag der Wikimedia. Grund für den Protest ist die geplante Urheberrechtsreform, über die am Dienstag im EU-Parlament abgestimmt werden soll.

Angst vor Artikel 13

Die Wikipedia-Autorinnen und -Autoren befürchten erhebliche Einschränkungen durch die geplante Reform. Dabei beziehen sie sich besonders auf den heftig umstrittenen Artikel 13. „Selbst kleinste Internetplattformen müssten Urheberrechtsverletzungen ihrer Userinnen und User präventiv unterbinden, was in der Praxis nur mittels fehler- und missbrauchsanfälliger Upload-Filter umsetzbar wäre“, heißt es in einem Text, der heute auf der Wikipedia-Seite veröffentlicht wurde.

Screenshot der Wikipedia-Seite
Screenshot https://de.wikipedia.org

Wikipedia selbst ist von Artikel 13 der neuen Urheberrechtsrichtlinie ausgenommen. Dennoch, so die Befürchtung der Community, „wird das Freie Wissen selbst dann leiden, wenn Wikipedia eine Oase in der gefilterten Wüste des Internets bleibt“. Die deutschsprachige Wikipedia umfasst aktuell knapp 2,3 Millionen Artikel und wird etwa 30 Millionen Mal am Tag abgerufen.

Auch tschechische Wikipedia-Version offline

Auch die tschechische Wikipedia-Version ist seit heute offline. Wie der Chef des tschechischen Wikipedia-Verbandes, Vojtech Dostal, sagte, beschränke die geplante Reform der EU-Urheberrichtlinie den Zugang zu Quellen, aus denen Wikipedia-Autoren zitieren, so stark, dass es künftig schwer sein werde, die Qualität der Enzyklopädie zu sichern. Viele andere Länder beteiligen sich bisher nicht an dem Protest, die Seiten der Onlineenzyklopädie auf Englisch, Französisch, Portugiesisch, Ungarisch und Polnisch waren weiterhin frei zugänglich.

Science

Panorama

Barbieren im Norden von Bangladesch drohen neuerdings hohe Geldstrafen, wenn sie ihren Kunden „ausländische“ Haarschnitte oder Bartmodelle verpassen. In sämtlichen Barbierstuben in der Stadt Bhuapur wurden Anweisungen ausgehängt, wonach Stylisten bei Zuwiderhandlung eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet rund 400 Euro drohen. Grund ist die Sorge, westliche Moden könnten die Jugend verderben.

Im konservativen, mehrheitlich muslimischen Bangladesch verbreiten sich seit einiger Zeit durch die beliebten Bollywood-Filme beförderte extravagante Frisuren und Bartmoden statt der traditionell kurzen Bärte und Haarschnitte.

Der Chef des Friseurverbands, Shekhar Chandra Sheel, sagte AFP, die Maßnahme sei vom örtlichen Polizeichef angeregt worden: „Er sagte uns, diese Frisuren verderben die junge Generation.“ Ähnliche Maßnahmen gelten laut den Angaben in den Nachbarstädten Sakhipur und Basail.

Diagonale