Inland

Der Nationalrat hat gestern mittels einer Änderung der Straßenverkehrsordnung, die gegen die Stimmen von SPÖ und Jetzt vereinbart worden ist, E-Scooter mit Fahrrädern gleichgestellt. Fahrer und Fahrerinnen haben damit die gleichen Rechte und Pflichten. Das heißt, sie können – wo vorgesehen – gegen die Einbahn fahren, dürfen aber nicht ohne Freisprecheinrichtung telefonieren. Auch die Promillegrenze von 0,8 ist einzuhalten.

Grundsätzlich verboten wird, mit E-Scootern auf Gehsteigen unterwegs zu sein. Allerdings kann die Behörde durch entsprechende Verordnungen auch Gehsteige und Gehwege freigeben.

Berittene Polizei von Verbot ausgenommen

Ebenfalls geregelt werden mit der Novelle straßenverkehrsrechtliche Vorschriften für die berittene Polizei. „Organe der Bundespolizei als Reiter von Dienstpferden“ sollen ab 1. Juni vom Reitverbot ausgenommen werden. Leichenwagen wird die Nutzung der Rettungsgasse ermöglicht.

Die SPÖ erregte sich darüber, dass weiter keine Maßnahmen für Lkw-Verkehrssicherheit gesetzt würden. Konkret hätte man gerne ein Abbiegeverbot für Lkws ohne Abbiegeassistenten, das die Gemeinden verhängen können. Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) betonte, dass bereits am Montag eine entsprechende Novelle für ein Rechtsabbiegeverbot in Begutachtung gehen werde.

Novellierung des Bundesstraßen-Mautgesetzes

Ferner abgesegnet wurde eine Novellierung des Bundesstraßen-Mautgesetzes, die zum Ziel hat, umweltfreundliche Lkws mit reinem Elektroantrieb beziehungsweise reinem Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb zu fördern. Für sie wird ab 2020 ein eigener Tarif für die fahrleistungsabhängige Maut auf Autobahnen und Schnellstraßen gelten.

Mautaufsichtsorganen wird es ermöglicht, auch Autofahrer zur Kasse bitten, die Wochen oder Monate zuvor von einer Überwachungskamera ohne gültige Vignette ertappt wurden und die geforderte Ersatzmaut zwischenzeitlich noch nicht bezahlt haben.

Parteichef Johannes Rauch wird die Vorarlberger Grünen im September zum vierten Mal als Spitzenkandidat in eine Landtagswahl führen. Der am Mittwoch 60 Jahre alt gewordene Rauch wurde gestern Abend in einer Landesversammlung in Hohenems mit 97,4 Prozent Stimmanteil (112 von 115 Stimmen) zum Spitzenkandidaten gekürt. Er gab sich gleichermaßen zuversichtlich wie kampfeslustig.

Rauch betonte, den „Vorarlberger Weg der Menschlichkeit und Vernunft“ weitergehen zu wollen, und sprach hinsichtlich der Landtagswahl von einer Richtungsentscheidung. Dabei nannte Rauch viele Inhalte – unter anderem Klimaschutz, Verkehrspolitik, Chancengleichheit -, insbesondere aber den politischen Mitbewerber.

„Ultimatum“ an ÖVP

„Diese FPÖ brauchen wir nicht in der Regierung, nicht in Wien, und schon gar nicht in Vorarlberg“, unterstrich er. Die Grünen – sie regieren in Vorarlberg seit 2014 gemeinsam mit der ÖVP – stünden für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Einem Klima, in dem Menschlichkeit nichts mehr zähle, müsse man entschieden entgegentreten: „Das tun wir.“

Obwohl die Grünen ihre Regierungsarbeit fortsetzen wollen, sei das doch „kein Selbstläufer, weder für uns, noch für die ÖVP“, so Rauch. Wenn in Sachen Menschenrechte, Mindestsicherung, Wirtschafts- und Umweltpolitik „die Dinge mit der ÖVP nicht unter einen Hut zu bringen sind“, dann werde man nicht weiter mit der ÖVP zusammenarbeiten. Auf die entsprechende Frage aus der Runde erklärte Rauch darüber hinaus, die gesamte Legislaturperiode bestreiten zu wollen.

„Westliches Bollwerk“

Es werde nicht leicht sein, an das Ergebnis von 2014 anzuknüpfen (17,14 Prozent Stimmenanteil, sechs Mandate), stellte Rauch fest, deshalb gelte: „Steht auf, stellt eure Zuversicht den Angstmachern entgegen!“ Wenn er in seinen Jahren in der Politik etwas gelernt habe, dann sei es „niemals aufzugeben“. Das werde man auch dieses Mal nicht tun: „Wir geben nicht auf!“

Rauch wird als Spitzenkandidat der Grünen jeweils auf Platz eins der Bezirkslisten aufscheinen, gefolgt von Katharina Wiesflecker auf Platz zwei. Sie empörte sich ein weiteres Mal über das neue Sozialhilfegesetz, das sie eine „Schande“ nannte. Man werde in Vorarlberg ein Ausführungsgesetz erlassen müssen, „wie wir das machen, werden wir gut verhandeln“, kündigte sie an. Und: „Schwarz-Grün in den westlichen Bundesländern bildet ein Bollwerk gegen den türkis-blauen Sozialabbau.“

Der Bekämpfung des Extremismus hat sich die SPÖ gestern im Nationalrat gewidmet. In einer Dringlichen Anfrage wurden vor allem Beziehungen der FPÖ zu rechtsextremen Gruppen wie den Identitären angeprangert und dass diese Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) trotzdem nicht an einer Koalition mit den Freiheitlichen hindern.

Ein Misstrauensantrag der SPÖ gegen Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ), der die an Bundeskanzler Kurz gerichtete Dringliche Anfrage beantwortete, wurde abgelehnt. Zuvor bedankte sich der FPÖ-Chef für die „Gelegenheit, Dinge richtigstellen zu können“. In der SPÖ-Kritik an Kurz’ Abwesenheit ortete er ein „durchschaubares Manöver“: „Es war ihnen bekannt, dass er eine Reise nach China fixiert hat.“

Strache: Niemand unterstützt Extremismus

Die FPÖ-Regierungsriege war während der Debatte geschlossen anwesend. Die ÖVP wurde durch Umweltministerin Elisabeth Köstinger und Familienministerin Juliane Bogner-Strauß vertreten.

Strache hielt im Plenum fest, dass niemand die „Demokratie schwächen oder die EU zerstören“ wolle. Auch unterstütze niemand „Extremismus, weder rechts, links noch religiös motivierten“. Die Unterstellungen seien „haltlos“. Ferner habe man sehr „klare und deutliche“ Grenzen gezogen.

SPÖ nimmt Kurz in die Pflicht

Für die Aussagen Einzelner lasse man sich nicht in „Geiselhaft“ nehmen, so Strache. Falls es einen Verdacht gebe, werde dieser überprüft. Etwa seien nach dem „Rattengedicht“ des Braunauer Vizebürgermeisters umgehend die Konsequenzen gezogen worden. Bei der SPÖ hingegen ortete Strache „Nervosität angesichts der EU-Wahl“. Deswegen würden „Weltuntergangsfantasien“ konstruiert, so Strache: „In Sozialen Netzen werden Ängste geschürt, mit Un- oder Teilwahrheiten.“

Der stellvertretende SPÖ-Klubchef Jörg Leichtfried hatte zuvor beklagt, dass es kaum ein freiheitliches Kabinett gebe, „wo nicht jemand drinnen ist, der im Verdacht steht, rechtsextrem zu sein“. Leichtfried nahm ÖVP-Chef Kurz in die Pflicht. In diesem Land seien „Dämme gebrochen“, und Kurz sei am Ende dafür verantwortlich.

Schließlich habe er die FPÖ in die Regierung geholt und ihr beide Sicherheitsressorts zugeteilt. Aber der Bundeskanzler habe sich ja vor der Sitzung gedrückt, bemängelte Leichtfried.

Rosenkranz würde als „Regierungskritiker“ NEOS wählen

Im Gegenzug warf ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer der SPÖ „Doppelmoral“ vor. „Wie geht es Ihnen damit, dass Ihr Landeshauptmann in einer Koalition mit der FPÖ ist, empört Sie das nicht?“, warf Nehammer fragend einen Blick ins Burgenland. Auch noch einmal vom VP-Mandatar hochgezogen wurde, dass jener ehemalige SPÖ-Mitarbeiter, der in der Silberstein-Affäre für antisemitische Inhalte auf Facebook mitverantwortlich war, wieder für die Sozialdemokraten arbeitet.

FPÖ-Klubobmann Walter Rosenkranz attestierte der SPÖ, keine parlamentarischen Mehrheiten zu akzeptieren, die nicht links seien. „Ich würde als Regierungskritiker NEOS wählen.“ Der SPÖ hielt er vor, nur anzupatzen, zu hetzen, zu verdrehen und die Gesellschaft zu spalten.

Pilz: Ist die ÖVP Geisel der FPÖ?

Seitens NEOS wunderte sich Parteivize Nikolaus Scherak, wieso sich die Koalition so aufrege, habe sich doch nicht die Opposition das Erscheinen jenes fremdenfeindlichen „Rattendedichts“ des mittlerweile ehemaligen FPÖ-Vizebürgermeisters von Braunau ausgesucht, das die neue Debatte ausgelöst hatte.

Auch für den Jetzt-Abgeordneten Peter Pilz ist das Problem nur bei der ÖVP lösbar. Diese müsse erklären, wie sie Schaden von Österreich abwenden wolle, der durch ihren Koalitionspartner täglich verursacht werde. Die Freiheitlichen seien heute die politische Geisel der Identitären, und man müsse hinterfragen, inwieweit die ÖVP mittlerweile Geisel der FPÖ sei.

Ausland

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin beim Gipfeltreffen in Wladiwostok nach Nordkorea eingeladen. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete heute, Kim habe Putin eingeladen, das Land „zu einem passenden Zeitpunkt“ zu besuchen. Der russische Staatschef habe die Einladung angenommen.

Kim und Putin hatten sich gestern im ostrussischen Wladiwostok erstmals getroffen. Sie sprachen sich dabei für eine Vertiefung der Beziehungen beider Länder aus. Das Treffen fand vor dem Hintergrund der festgefahrenen Atomgespräche zwischen Nordkorea und den USA statt.

Nordkorea hat einem Medienbericht zufolge zwei Millionen Dollar (1,8 Mio. Euro) für die medizinische Versorgung des dort festgehaltenen und später verstorbenen US-Studenten Otto Warmbier verlangt. Das berichtete die „Washington Post“ gestern unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.

Anfang 2016 war der damals 21-jährige Warmbier nach einer Gruppenreise in Nordkorea bei der Ausreise festgenommen und wegen „feindlicher Handlungen gegen den Staat“ zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Im Juni 2017 wurde er zurück in die USA gebracht und starb dort wenige Tage nach seiner Rückkehr. Er war damals schon 15 Monate im Koma gelegen.

Zahlungsvereinbarung als Voraussetzung für Ausreise

Als ein Sondergesandter und ein Arzt aus den USA nach Nordkorea geflogen seien, um Warmbier aus einem Krankenhaus abzuholen und zurück nach Amerika zu bringen, sei ihnen die Rechnung präsentiert worden – als Voraussetzung für eine Ausreise, schrieb die US-Zeitung. Nach Rücksprache mit der US-Regierung habe der Sondergesandte eine Vereinbarung zur Zahlung der Summe unterschrieben. Ob das Geld später je gezahlt worden sei, sei aber unklar. Das Weiße Haus wollte eine entsprechende Anfrage laut Bericht nicht kommentieren.

Warmbiers Familie wirft der Führung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un vor, sie habe Warmbier als Geisel genommen, als politischen Gefangenen gehalten und brutal misshandelt. Die Familie klagte Nordkorea wegen „brutaler Folter und Mord“. Ein US-Bundesgericht entschied, dass der nordkoreanische Staat mehr als 500 Millionen Dollar an die Familie zahlen solle, und erklärte, Nordkorea sei verantwortlich für Warmbiers Folter, Geiselnahme und Tötung und für die Verletzungen, die seine Familie so erlitten habe. Es ist aber unwahrscheinlich, dass die Familie das Geld je bekommt.

Die „Washington Post“ zitierte Warmbiers Vater mit den Worten, er sei nie über die Krankenhausrechnung aus Nordkorea informiert worden. Für ihn klinge das nach einem Lösegeld für seinen Sohn.

Zehntausende Menschen sind gestern im Sudan gegen den regierenden Militärrat auf die Straße gegangen. Die Demonstranten und Demonstrantinnen strömten aus mehreren Richtungen zum Armeehauptquartier in der Hauptstadt Khartum, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die oppositionelle „Allianz für Freiheit und Wandel“ hatte zu einem „Marsch der Million“ aufgerufen, um den Militärrat weiter unter Druck zu setzen.

Gestern hatten Vertreter der Protestbewegung und des Militärrats die Gründung eines gemeinsamen Komitees zur Klärung von Streitfragen beschlossen, außerdem traten drei Mitglieder des Militärrates zurück. Ein Sprecher des Rates hatte gesagt, über die „meisten Forderungen“ der Protestbewegung sei Einigkeit erzielt worden. Zur zentralen Forderung nach einer Zivilregierung äußerte er sich jedoch nicht.

Mit Generalstreik gedroht

Die vor dem Armeehauptquartier versammelten Demonstrierenden drohen mit einem Generalstreik für den Fall, dass sich der Militärrat weiterhin weigert, die Macht an eine Zivilregierung zu übergeben.

Am 11. April war der seit drei Jahrzehnten autoritär im Sudan herrschende Staatschef Omar al-Baschir nach monatelangen Massenprotesten von der Armee gestürzt worden. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurde der Militärrat eingesetzt. Die Protestbewegung sieht in diesem Gremium eine Fortsetzung der Regierung Baschirs.

EU

Der ÖVP-Spitzenkandidat für die EU-Wahl, Othmar Karas, nimmt die Attacken der FPÖ auf seine Person quasi als Auszeichnung: „Die FPÖ, so sind die halt“, sagte Karas gestern Abend in der ZIB2. „Die FPÖ braucht immer Schuldige, immer neue Feindbilder – und dass sie mich als Feindbild, als den Schuldigen gewähnt haben, zeigt ja, dass ich ihr Herausforderer bin.“

Einmal mehr betonte Karas, dass er auf EU-Ebene nichts mit der FPÖ zu tun habe: „Ja, ich bin in Europa mit der FPÖ in keiner Koalition.“ Auch würden die Freiheitlichen auf EU-Ebene ein anderes Profil als in Österreich haben: „Die FPÖ hat in Europa ein sehr klares anderes Gesicht als in der Bundesregierung.“ So liege die Partei etwa „im Bett“ mit „den Salvinis“, mit „der Frau Le Pen, die die EU als Ganzes infrage stellt“, aber auch mit der AfD, so die Kritik Karas.

„Will gestärkt aus der Wahl herausgehen“

Der Frage, ob er sich angesichts der persönlichen Angriffe der FPÖ gegen ihn nicht mehr Rückhalt von ÖVP-Chef Sebastian Kurz erwarten würde, wich Karas aus: „Diese Angriffe der FPÖ richten sich von selbst, sie stärken mich in Wahrheit“, denn der Wähler sehe so, dass er ein „sehr klares Profil“ habe, sagte der EU-Mandatar.

Angesprochen auf unterschiedliche Meinungen innerhalb der ÖVP, vor allem zum Thema Migration oder etwa bei der Frage der Indexierung der Familienbeihilfe, wo Karas einen deutlich anderen Standpunkt als die Bundes-ÖVP vertritt, sagte der ÖVP-Spitzenkandidat: „Mein Fokus ist: Ich bin der Koalitionspartner der Bürgerinnen und Bürger, ich bin einer, der sich die Zukunft zum Freund machen will.“ Die EU habe das Motto „In Vielfalt geeint“. „Ich will so gestärkt aus der Wahl herausgehen, dass ich mein Team einen kann“, meinte der langjährige Europapolitiker.

Die EU und Japan haben sich bei einem Gipfeltreffen in Brüssel auf eine noch engere Zusammenarbeit verständigt. In der Abschlusserklärung zu den Gesprächen verpflichteten sich gestern beide Seiten dazu, gemeinsam in der Welthandelsorganisation (WTO) auf strengere Regeln zu Industriebeihilfen zu dringen.

Zudem wollen sie unter anderem die Kooperation beim Umweltschutz und im Bereich Sicherheit und Verteidigung ausbauen. Möglichst noch in diesem Jahr soll auch ein Flugsicherheitsabkommen unterzeichnet werden, das zum Beispiel eine Zusammenarbeit bei der Zertifizierung von Flugzeugteilen oder bei Lizenzen für Flugbesatzungen ermöglichen soll.

„Strategische Partnerschaft war niemals stärker“

„Unsere strategische Partnerschaft war niemals stärker“, betonte EU-Ratspräsident Donald Tusk, der bei dem Spitzentreffen gemeinsam mit Kommissionschef Jean-Claude Juncker die Europäische Union vertrat. „Japan ist der engste Freund und Partner in Asien und wird es auch bleiben.“ Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe sagte: „Die Beziehungen zwischen Japan und der EU vertiefen sich kontinuierlich.“

Beide Seiten verwiesen zudem auf das seit Februar geltende Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, das die größte offene Handelszone der Welt geschaffen hat. Es sieht unter anderem vor, die Zölle und andere Handelshemmnisse nahezu vollständig abzubauen, um das Wachstum anzukurbeln. Davon sollen die insgesamt 635 Millionen Menschen auf beiden Seiten profitieren. „Die Vorteile für Bürger und Unternehmen sind bereits jetzt spürbar“, sagte Juncker.

Am 26. Mai wählt Österreich seine Abgeordneten für das Europäische Parlament. Fünf Spitzenkandidaten und zwei Spitzenkandidatinnen sind für ihre Parteien in den Wahlkampf für das Rennen ums EU-Parlament gezogen.

Neben der Durchführung des Brexits ist die Zukunft der EU so viel diskutiert wie schon lange nicht. Was halten Sie für die zentrale Frage für die Zukunft der EU? Welche Rolle soll das Parlament spielen? Wie intensiv sollen die Vorgaben sein, „die aus Brüssel kommen“? Soll Europa wieder eine losere Föderation mit Wirtschaftsschwerpunkt werden oder sich politisch noch enger vernetzen und zu einer Art Bundesstaat werden?

Was liegt Ihnen zu Europa am Herzen, und was wollen Sie welchen Spitzenkandidaten fragen?

Illustration eines gelben Sessels
ORF.at

Im Rahmen der Serie „Ihre Frage zu Europa“ reist ORF.at den Spitzenkandidaten in den Wahlkampf nach und stellt die Fragen unseres Publikums. Und Ihre Frage kann dabei zum Zug kommen. Weil sie besonders prägnant ist oder eine Sorge zum Ausdruck bringt, die vielen anderen, die uns schreiben, ebenso am Herzen liegt. Stellen Sie auf ORF.at bis 29.4. Ihre Frage zu Europa!

Um Ihre Fragen zu stellen, nutzen Sie bitte das Onlineformular.

Wirtschaft

Nach den zwei Abstürzen einer Boeing 737 Max innerhalb weniger Monate hat die US-Luftfahrtbehörde FAA eine internationale Konferenz zu den Problemen bei diesem Flugzeugtyp einberufen. Für den 23. Mai wurden die Chefs und Chefinnen von Aufsichtsbehörden aus aller Welt nach Washington eingeladen, wie ein FAA-Sprecher gestern mitteilte. Dabei solle das Verfahren erläutert werden, mit dem die FAA eine Wiederzulassung der Maschine für den Flugbetrieb prüfe.

Im März war eine 737 Max der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines in Äthiopien verunglückt. Zuvor war bereits im Oktober eine Lion-Air-Maschine desselben Typs vor der indonesischen Insel Java abgestürzt. Bei beiden Unglücken kamen zusammen insgesamt 346 Menschen ums Leben. Weltweit gilt derzeit ein Flugverbot für den Flugzeugtyp.

Die FAA wolle bei dem internationalen Treffen über die „Sicherheitsanalyse“ informieren, welche die Grundlage für ihre Entscheidung über eine Wiederzulassung der 737 Max in den USA darstellen solle, erklärte der Sprecher. Damit solle den internationalen Vertretern bei ihren eigenen Entscheidungen über die Maschine geholfen werden.

Dank des florierenden Internet-Handels und boomender Cloud-Dienste ist Amazon mit einem Rekordgewinn ins Geschäftsjahr gestartet. Im ersten Quartal wuchs der Überschuss im Jahresvergleich um überraschend starke 125 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar (3,2 Mrd Euro), wie Amazon gestern nach US-Börsenschluss mitteilte. Soviel verdiente der weltgrößte Onlinehändler noch nie pro Quartal.

Die Erlöse stiegen um 17 Prozent auf 59,7 Milliarden Dollar. Das ist zwar ein ordentliches Plus und im Rahmen der Markterwartungen, dennoch lieferte Amazon damit das vierte Quartal mit teils deutlich abflauendem Umsatzwachstum in Folge.

Den Großteil seiner Einnahmen erzielt der Konzern weiter mit dem Internethandel im Heimatmarkt Nordamerika. Doch werfen auch andere Sparten inzwischen gut Geld ab.
So verzeichnete Amazons lukratives Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Netz weiter starkes Wachstum.

In der börsennotierten Erste Group steht ein umfassender Umbau der Führungsebene an. Auch in der Österreich-Tochter wird das Vorstandsteam neu aufgestellt. Das wurde gestern Abend nach entsprechenden Aufsichtsratsbeschlüssen nach Börsenschluss bekanntgegeben.

An die Spitze der Österreich-Tochter rückt im Juli – zusätzlich zu seiner Funktion als Retailvorstand in der börsennotierten Konzernholding Erste Group – Peter Bosek. Dafür wechselt der bisherige Chef der Österreich-Bank, Stefan Dörfler, als Finanzchef in die Holding.

Willibald Cernko wechselt vom Holding-Vorstand als Firmenkundenvorstand in die Erste Bank Oesterreich. Dort zieht auch Gerda Holzinger-Burgstaller in den Vorstand ein, als Finanz- und Risikoverantwortliche.

Claudia Höller scheidet zur Jahresmitte aus dem Österreich-Bank-Vorstand aus, sie übernimmt in der Gruppe eine andere Managementfunktion.

Wechsel an der Konzernspitze

In der börsennotierten Erste Group (Holding) steht zum Jahreswechsel der bereits vorigen September paktierte Wechsel an der Spitze an. Der langjährige Chef Andreas Treichl gibt die Konzernspitze an seinen Nachfolger Bernhard Spalt ab. Treichl steht ab 1. Jänner 2020 an der Aufsichtsratsspitze der Erste-Stiftung, also der größten Erste-Aktionärin. Spalt – aktuell noch Risikovorstand in der Erste Bank Oesterreich – zieht jetzt im Juli schon als Treichls Stellvertreter in den Holdingvorstand ein.

Neu in den Konzernvorstand kommen auch Alexandra Habeler-Drabek als Risikochefin, sie war zuletzt bei der slowakischen Tochterbank im Vorstand. Der Firmenkundenmanager Ingo Bleier rückt ebenfalls in den Vorstand auf, als Chef Corporates und Capital Markets Officer. Gernot Mittendorfer und Josef Sikela scheiden mit 1. Juli aus dem Vorstand der Erste Group aus.

Weitere Änderungen gibt es dann noch zum Jahreswechsel: Peter Bravek bleibt noch bis Ende Dezember im Konzernvorstand als Chief Operations Officer, dann geht er nach Prag in den Vorstand der Ceska Sporitelna. Mit 1. Jänner wird ihn in Wien David O’Mahony ablösen, und außerdem wird Ara Abrahamyan als Chief Digital Transformation Officer den dann siebenköpfigen Erste-Group-Vorstand komplettieren.

Sport

Österreichs Eishockey-Nationalteam hat den ersten von zwei WM-Tests gegen den Olympiazweiten Deutschland überraschend mit 3:2 gewonnen. Dominique Heinrich erzielte gestern in Regensburg 1:50 Minuten vor der Schlusssirene den entscheidenden Treffer. Zuvor hatten Patrick Obrist (29.) und Lukas Haudum (53.) die 2:0-Führung der Gastgeber durch NHL-Star Leon Draisaitl (18., 25.) ausgeglichen.

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Chronik

Im US-Bundesstaat Florida ist ein früherer Polizist wegen tödlicher Schüsse auf einen Schwarzen zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Richter verhängte die Gefängnisstrafe gegen den 41-jährigen Nouman Raja wegen Totschlags. Es ist das erste Mal seit 30 Jahren, dass in Florida ein Polizist wegen tödlicher Schüsse im Dienst auf einen Schwarzen verurteilt wird.

Raja, damals Polizist in Palm Beach Gardens, hatte im Oktober 2015 den schwarzen Musiker Corey Jones erschossen. Der 31-jährige Schlagzeuger hatte nachts auf dem Heimweg von einem Konzert eine Autopanne.

Während er auf einen Abschleppwagen wartete, näherte sich ihm der in Zivil gekleidete Raja.
Laut Staatsanwaltschaft wies dieser sich nicht als Polizist aus und verhielt sich aggressiv.
Jones ging offenbar davon aus, dass Raja ihn ausrauben wollte – und zog eine Waffe, die er legal besaß. Der Polizist eröffnete daraufhin das Feuer und verletzte den Musiker tödlich.

Wegen Drogenschmuggels muss eine Australierin in Kambodscha für 30 Jahre ins Gefängnis. Ein Gericht in Phnom Penh verurteilte die 38-jährige in Vietnam geborene Frau gestern außerdem zu einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 18.000 Euro.

Sie war im Jänner 2018 am Hauptstadtflughafen festgenommen worden, als sie mit zwei Kilogramm Heroin im Gepäck gerade einen Flug nach Australien nehmen wollte. Vor Gericht gestand die 38-Jährige, das Heroin von zwei Vietnamesen in Phnom Penh entgegengenommen und es unter dem Kofferfutter versteckt zu haben.

Kambodscha geht seit einigen Jahren hart gegen Drogendelikte vor, nachdem das Land zunehmend zu einer Drehscheibe für den Schmuggel von Heroin und Metamphetaminen geworden war. Schmuggler und Schmugglerinnen, darunter auch Ausländer oder ranghohe Beamte, werden immer wieder zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

In Zypern soll ein Serienmörder mehrere Frauen umgebracht und sie in den Schächten einer verlassenen Erzgrube und in anderen Regionen der Insel verscharrt haben. Die Polizei hat bisher die Leichen von drei Frauen entdeckt.

Der mutmaßliche Täter, ein 35-jähriger Hauptmann der Zypriotischen Nationalgarde, hat jedoch laut Polizei den Mord von insgesamt fünf Frauen und zwei Kindern gestanden, berichtete der öffentlich rechtliche Rundfunk (RIK) gestern.

Die Ermittelnden befürchten, dass der Mann noch mehr Frauen ermordet habe, als er bisher gestand, berichteten zypriotische Medien übereinstimmend. Der Hauptmann soll die Frauen aus asiatischen Staaten sowie eine Rumänin und ihre Tochter über das Internet zu Treffen überredet haben. „Wir wissen noch nicht, welche Dimensionen dieser Fall tatsächlich hat“, erklärten Polizeivertreter gegenüber RIK.

Gut einen Monat nach dem tödlichen Zyklon „Idai“ zieht ein neuer schwerer Wirbelsturm über Mosambik hinweg. Der Zyklon „Kenneth“ traf am Abend in der nördlich Provinz Cabo Delgado auf Land, nachdem er zuvor über die Komoren gezogen war. Bäume stürzten um, Boote wurden zerstört. Die Vereinten Nationen warnten vor Überschwemmungen und Erdrutsche durch tagelange, heftige Regenfälle im Gefolge des Zyklons.

Alle Flüge nach Pemba im Norden des südostafrikanischen Landes waren wegen des bevorstehenden Zyklons „Kenneth“ abgesagt worden. Die Hilfsorganisation Care warnte in Berlin, sollte „Kenneth“ so schwer wüten, wie von Meteorologen vorhergesagt, wäre dies „eine doppelte Katastrophe“. „Die für Zyklon Idai bereitgestellten Hilfsgelder reichen jetzt schon kaum aus“, erklärte eine Care-Mitarbeiterin.

„Idai“ hatte Mitte März in Mosambik sowie in Simbabwe und Malawi gewütet. Etwa tausend Menschen starben, davon mehr als 600 Menschen in Mosambik. Außerdem richtete der Sturm Sachschäden in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar an.

Nach heftigen Regenfällen und Überschwemmungen in Südafrika ist die Zahl der Todesopfer auf 67 gestiegen. Zudem seien enorme Schäden an Häusern und Infrastruktur zu beklagen, erklärte eine Ministerin der betroffenen südöstlichen Provinz KwaZulu-Natal, Nomusa Dube-Ncube, gestern vor Journalisten und Journalistinnen. Gestern waren die Behörden noch von rund 50 Toten ausgegangen.

Etwa 1.000 Menschen verloren infolge von Erdrutschen oder Überschwemmungen ihr Zuhause. „Es ist eine sehr traurige Woche für unsere Provinz“, sagte sie.

Eine Bestandsaufnahme zum Ausmaß der materiellen Schäden infolge des Sturms sei noch im Gange, fügte die Ministerin hinzu. In der Nacht auf Dienstag war es in der Region zu heftigen Regenfällen und Gewittern gekommen. Rund um die Hafenstadt Durban wurden zahlreiche Straßen und Häuser überflutet.

Es ist kein Rekord, aber der bisher wärmste Tag des Jahres hat beachtliche Spitzenwerte erreicht: 28,5 Grad sind gestern am späten Nachmittag in Waidhofen a.d. Ybbs und in Wieselburg, beides in Niederösterreich, gemessen worden. Die Höchsttemperaturen lagen rund zehn Grad höher als durchschnittlich Ende April, berichtete die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

An dritter Stelle der Temperatur-Rangliste folgte eine ZAMG-Messstelle im zur oberösterreichischen Gemeinde Braunau gehörenden Ranshofen mit 28,2 Grad. Die burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt brachte es auf 28,1 Grad, gefolgt von zwei weiteren oberösterreichischen Orten, Schärding und Vöcklabruck, mit exakt 28 Grad.

Medien

Das erste Fernsehprogramm des ORF bekommt einen neuen Look: Das Logo von ORF eins wird wieder zu ORF 1 geändert, ein neues Farbleitsystem für die verschiedenen Genres und Tage soll für bessere Orientierung sorgen und dem Kanal gleichzeitig einen einheitlicheren Auftritt verpassen, kündigte Channel-Managerin Lisa Totzauer an. Heute Abend startet der neue Markenauftritt.

Das neue Logo von ORF 1
ORF

Vorerst bekommt der Serienmontag etwa die Farbe Blau und das Motto „echt. meins“, der Formel-1-Grand-Prix von Baku wird dagegen mit einem grünen ORF-1-Logo und „echt. dabei“ beworben. Noch handle es sich um „Work in Progress“, so ORF-1-Programmplaner Roman Rinner. Umgesetzt haben das Redesign die Agenturen Bleed und Partlehewson.

„Ein Zeichen nach außen“

Channelmanagerin Totzauer: „Wir bieten ein unverwechselbares Programmangebot, sind mutig und innovativ, und wir bauen den Sender Schritt für Schritt um. Was liegt also näher, als nach diesen Schritten im Inneren auch ein Zeichen nach außen zu setzen?“

Patrik Partl, Lisa Totzauer, Astrid Feldner und Phil Hewson
ORF
Patrik Partl von der Agentur Partlehewson, ORF-1-Channel-Managerin Lisa Totzauer, Astrid Feldner von der Agentur Bleed, und Phil Hewson von Partlehewson

ORF-Art-Director Michael Hajek zeigt sich davon überzeugt, dass das neue Logo und die neue Farbgebung „Leichtigkeit und Vitalität“ signalisieren, jedoch „ohne billig zu wirken“. Auch ORF-Marketing- und Kommunikationschef Martin Biedermann zeigt sich überzeugt: „Das neue Design und die neue Channel Identity von ORF 1 sind Ergebnis der schärferen Positionierung und ein Markenversprechen für die Zukunft: selbstbewusst, klar und modern.“

Unverwechselbarer Look

Wichtig war auch die Unverwechselbarkeit, wie ORF-1-Programmplaner Rinner erklärt: „ORF 1 hat eine Channel Identity bekommen, die sich klar von den anderen Sendern der Flotte wie auch den großen Playern im linearen TV unterscheidet.“

Ziel war es, den Look von ORF 1 dem unverwechselbaren Programmangebot von ORF 1 anzupassen. Das neue Design von ORF 1 bildet nicht nur optisch die neue Klammer des Vollprogramms, sondern soll darüber hinaus den Zuschauerinnen und Zuschauern eine bessere Orientierung innerhalb des Programms bieten und somit die Verlässlichkeit des Angebots unterstreichen. In der Umsetzung wurden Begriffe wie Mut, Vielseitigkeit, Klarheit und Zeitgeist zu wichtigen Keywords.

Kultur

Ein Album mit überwiegend unveröffentlichten Aufnahmen der US-Poplegende Prince wird im Juni herauskommen. Die Erben des vor zwei Jahren verstorbenen Musikers erteilten der Veröffentlichung ihre Zustimmung, wie sie gestern mitteilten.

Das Album „Originals“ wird 15 Demoversionen von Songs enthalten, die Prince in erster Linie für andere Künstler und Künstlerinnen komponiert hatte. Einige dieser Songs wurden in ihrer Interpretation durch andere Musiker zu großen Hits, darunter „Manic Monday“ (Bangles), „The Glamorous Life“ (Sheila E.) und „Nothing Compares 2 U“ (Sinead O’Connor).

Vorerst nur auf Streamingplattform verfügbar

Die Titel für das Album wurden im Auftrag der Prince-Erben von dem Produzenten Troy Carter ausgewählt, der dabei mit dem Rapper, Produzenten und Unternehmer Jay-Z zusammenarbeitete. 14 der Aufnahmen wurden bisher nicht veröffentlicht. Die Ausnahme ist die Demoversion von „Nothing Compares 2 U“, die bereits vergangenes Jahr als Single erschienen war.

„Originals“ wird zunächst ab 7. Juni – dem Geburtstag von Prince – für zwei Wochen ausschließlich auf der Streamingplattform Tidal verfügbar sein, deren Hauptaktionär Jay-Z ist. Danach wird das Album auch in allen anderen Streamingdiensten erscheinen und als CD verkauft werden.

Es handelt sich um das zweite postum veröffentlichte Album von Prince. Im vergangenen Jahr war bereits „Piano and a Microphone 1983“ erschienen. Der Sänger, Instrumentalist und Komponist war am 21. April 2016 im Alter von 57 Jahren in seinem Anwesen Paisley Park im US-Bundesstaat Minnesota an einer versehentlichen Überdosis eines Schmerzmittels gestorben.