Inland

Wirtschaftsprüfer haben die FPÖ-nahen Vereine Austria in Motion und Wirtschaft für Österreich, die im Zusammenhang mit der „Ibiza-Affäre“ ins mediale Interesse gerückt sind, auf deren Verlangen hin überprüft. Die Gutachter fanden laut der Kurzzusammenfassung seit deren Gründung keine Geldflüsse an die Freiheitlichen oder eine Vorfeldorganisation.

Keine Angaben zu anderen Spendern

Der zurückgetretene FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hatte in dem 2017 heimlich mitgeschnittenen Video erzählt, dass Immobilieninvestor Rene Benko, Heidi Goess-Horten, Gaston Glock und der Glücksspielkonzern Novomatic über einen gemeinnützigen Verein Geld verdeckt an die FPÖ spendeten. In den Verdacht gerieten daraufhin die von Personen aus dem Parteiumfeld aufgebauten Vereine Austria in Motion und Wirtschaft für Österreich. Ersterer hat laut dem Kurzbericht per 24. Mai 2019 341.274,62 Euro auf dem Konto, was laut Wirtschaftsprüfern den eingegangenen Spenden entspricht. Bei Wirtschaft in Österreich lag der Saldo des Bankkontos per 23. Mai 2019 bei 119.037,46 Euro.

Die Wirtschaftsprüfer stießen dem Bericht zufolge auf keine Eingänge der im „Ibiza-Video“ genannten Personen und Firmen. Wer dem Verein gespendet hat, geht aus den Kurzzusammenfassungen aber auch nicht hervor.

Keine weiteren Bankkonten

In beiden Fällen hätten die jeweiligen Banken der Vereine zudem bestätigt, dass keine weiteren Bankkonten, weder im In- noch im Ausland, existierten – und zwar seit deren Bestehen, heißt es in dem Bericht. Zudem hätten die Banken erklärt, dass darüber hinaus keine Sparbücher, Depots, Garantien, Haftungen etc. weder zugunsten noch zulasten der Vereine bestehen oder bestanden.

Auch bei den Abgängen von den Vereinskonten fanden die Wirtschaftsprüfer keine Auffälligkeiten. Sämtliche Abgänge seien als Sach- und Personalaufwand oder als Ausgaben zur „Erfüllung des Vereinszweckes“ zu qualifizieren gewesen.

Die kleinste Oppositionspartei JETZT hat sich heute bei einer Pressekonferenz auf ihren bereits formulierten Misstrauensantrag gegen Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) festgelegt. Andere Varianten, wie einen Misstrauensantrag gegen die gesamte Regierung lehne man ab, sagte JETZT-Gründer Peter Pilz.

Er appellierte an die SPÖ, keinen Antrag gegen die gesamte Regierung einzubringen, weil sich dieser auch gegen den nach Ansicht von Pilz höchst geeigneten neuen Innenminister Eckart Ratz richten würde.

Sollte es von der SPÖ andere Anträge oder Vorschläge geben, „dann werden wir sie natürlich ernsthaft diskutieren“, sagte Pilz. Aber: „Misstrauensantrag gegen Kurz, bitte keinen Misstrauensantrag gegen Eckart Ratz.“ An NEOS appellierte Pilz, bei der Abstimmung den Klubzwang aufzuheben. Denn bei NEOS gebe es „durchaus Leute, die dem Bundeskanzler sehr kritisch gegenüberstehen (…) und ihn auch ablösen würden“.

„Keine andere Variante des Antrags“

Gestern hatte Pilz vor dem Gespräch zwischen Kurz und Vertretern der Parlamentsfraktionen mehrere Varianten für Misstrauensanträge ins Spiel gebracht – Hauptsache erfolgreich.

„Anders als Listengründer Peter Pilz in den Raum gestellt hat, wird es keine andere Variante des Antrags geben“, hatte Klubchef Bruno Rossmann daraufhin mitgeteilt. Das sei nicht nur seine Position, sondern auch die des zweiten Klubchefs Wolfgang Zinggl.

Der nach dem Auftauchen des „Ibiza-Videos“ zurückgetretene FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat bei der Staatsanwaltschaft Wien gegen drei Personen Anzeige erstattet. In einer Erklärung bezeichnete er diese als „mögliche Mittäter“ bei der Erstellung des Materials. Strache geht nicht davon aus, dass es noch weiteres kompromittierendes Material gegen ihn gibt.

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EU

Zeitlich parallel zu den Übertragungen im ORF-Fernsehen (ab 16.30 Uhr in ORF2) läuft in ORF.at nicht nur der Liveticker zur EU-Wahl. ORF.at wirft am Sonntag um 17.00 Uhr auch den Wahlcomputer an, um laufend über die Trends und Ergebnisse aus Europa zu informieren. Die Grafiken passen sich optimal den Bildschirmen der verwendeten Mobilgeräte und PCs an.

Die Wahlseite, auf der man alle Trend- und Ergebnisdaten abrufen kann, heißt ORF.at/wahl und ist am Wahltag integraler Bestandteil von ORF.at. Bereits um 17.00 Uhr wird der ORF in Kooperation mit APA und ATV eine Trendprognose zum Ausgang der EU-Wahl in Österreich anbieten. Voll genutzt werden kann der Österreich-Teil der Wahlseite kurz nach 23.00 Uhr, dann endet die Sperrfrist für die Ergebnisveröffentlichung zur Wahl in Österreich. Ab 23.00 Uhr und auch die Tage danach bietet ORF.at einen umfassenden Daten- und Analyseteil zur EU-Wahl.

Gemeindeergebnisse mit Umlandgemeinden

Abrufbar sind dabei nicht nur die Ergebnisse der EU-Wahl bis hinunter auf Gemeinde- und Bezirksebene (in Wien). ORF.at bietet auch ein neues Feature an: Beim Abruf jeder Gemeinde – die sich auch per Suchfeld suchen lässt – sind die Ergebnisse der jeweiligen umliegenden Gemeinden ebenfalls abrufbar, ohne diese lange in der Bezirksliste suchen zu müssen.

Screenshot von ORF.at-EU-Wahlfeature Umlandgemeinde
ORF.at

Themenkarten und Analysen

Aufschlüsse über Details der Wahl bieten auch die Rubriken „Parteienkarten“ und „Themenkarten“. „Parteienkarten“ zeigen auf einer Österreich-Landkarte an, wo eine bestimmte Partei ihre „Hochburgen“ hatte und wo die Wahlbeteiligung besonders hoch war. „Themenkarten“ zeigen besondere Cluster zur Wahl.

Screenshot von ORF.at-EU-Wahlfeature Umlandgemeinde
ORF.at

Etwa: Wie wurde in urbanen Gebieten gewählt, wie in Gegenden mit einer bestimmten Arbeitslosenrate? Wie haben Grenzräume gewählt u. Ä.? Aufgeschlüsselt werden auch heuer wieder in der Rubrik „Wählerströme“ die Bewegungen der Wählerinnen und Wähler seit der letzten EU-Wahl und seit der letzten Nationalratswahl.

In der Rubrik „EU-Ergebnisse“ bietet ORF.at nach dem Einlangen Trends und Ergebnisse zur EU-Wahl in den einzelnen EU-Ländern.

Der ÖVP-Spitzenkandidat bei der EU-Wahl, Othmar Karas, soll laut „Presse“ (Freitag-Ausgabe) seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im EU-Parlament für die Erstellung seiner Dissertation eingesetzt haben. Kritik daran kommt von der Organisation Transparency International, die FPÖ will Innen-, Justiz- und Wissenschaftsminister einschalten.

Danksagung an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

In seiner vor zwei Jahren an der Uni Wien eingereichten Dissertation („Die europäische Demokratie – Grenzen und Möglichkeiten des Europäischen Parlaments“) dankt Karas im Vorwort „Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in meinen Büros in Wien und Brüssel für ihren Einsatz bei den Recherchearbeiten, bei der kritischen Prüfung der Texte und der grafischen Gestaltung der Arbeit“.

Transparency International hält das für überprüfenswert: Immerhin seien Assistenten dafür verwendet worden, um ein klar privates Unterfangen voranzutreiben. Da die Dissertation auch als Buch veröffentlicht wurde, werfe sie außerdem Einkünfte ab. Karas selbst stellte das in der „Presse“ in Abrede: Durch die Veröffentlichung habe er keine Einkünfte, sondern nur Kosten.

Karas bereit, mit Transparency zu reden

Die Doktorarbeit sei „Teil meines politischen Engagements. Das Parlament profitiert davon. Eine Trennung zwischen meiner parlamentarischen Arbeit, meiner wissenschaftlichen Arbeit und meinem politischen Engagement für die Weiterentwicklung der europäischen Demokratie wäre an den Haaren herbeigezogen.“

Karas reagierte per Aussendung. Die Mitarbeiter hätten das Korrekturlesen seiner Dissertation „freiwillig und außerhalb der Dienstzeiten“ übernommen. Er habe durch die Veröffentlichung nichts verdient und sei gerne bereit, mit Transparency International darüber zu reden, so Karas.

An der Uni Wien hat das Ganze keine Konsequenzen. „Von Amts wegen gibt es derzeit keinen Anlass zu ermitteln. Es geht ja um kein Offizialdelikt“, so Studienpräses Roland Lieberzeit zur APA.

In Tschechien hat heute Nachmittag die Europawahl begonnen. Die Wahllokale öffneten um 14.00 Uhr. Die rund 8,5 Millionen Berechtigten können ihre Stimme bis Samstag abgeben. Die Ergebnisse werden erst am Sonntagabend veröffentlicht, nachdem auch alle anderen EU-Staaten abgestimmt haben. Hochrechnungen und Prognosen gibt es nicht.

Wahllokal in Dublin
AP/PA/Brian Lawless

Mit Spannung wird das Abschneiden der populistischen ANO von Ministerpräsident Andrej Babis erwartet. Die Partei liegt in allen Umfragen mit einer Zustimmung um die 30 Prozent vorn. Doch waren am Dienstag Zehntausende gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Anlass der Proteste ist, dass dem Multimilliardär und Unternehmer Babis eine Anklage wegen Betrugs bei EU-Subventionen droht.

Auch in Irland wird bereits gewählt, die Wahllokale sind seit der Früh geöffnet und schließen um 23.00 Uhr. Am Abend nach Schließung der Wahllokale will der irische Rundfunk RTE erste Prognosen veröffentlichen. Tags zuvor war bereits in den Niederlanden und in Großbritannien abgestimmt worden.

Kurz vor der Europawahl in Frankreich hat die Rechtspopulistin Marine Le Pen vor dem Europäischen Gerichtshof eine Niederlage erlitten. Sie muss 300.000 Euro zu Unrecht bezogener Gelder an das Europaparlament zurückzahlen. Der EuGH habe Le Pens Einspruch dagegen endgültig zurückgewiesen, bestätigte Gerichtssprecher Hartmut Ost heute der dpa.

Das Europaparlament verlangt das für Assistenz gedachte Geld zurück, weil die damit bezahlte Mitarbeiterin nicht im Parlament, sondern für Le Pens Partei gearbeitet habe. Das EU-Gericht hatte 2018 entschieden, Le Pen habe nicht nachweisen können, dass ihre Mitarbeiterin von 2010 bis 2016 tatsächlich im Parlament tätig oder überhaupt dort anwesend war.

Diese Entscheidung hatte Le Pen angefochten. Die Vorwürfe seien falsch und eine Kampagne ihrer politischen Gegner. Vor dem EuGH scheiterte sie jedoch. Der Beschluss erging nach Osts Worten am Dienstag und wurde zunächst nicht veröffentlicht, sondern nur den Beteiligten zugestellt.

Le Pen ist Chefin der französischen Partei Rassemblement National – früher Front National – und war bis 2017 Europaabgeordnete. Vor dem Europawahltag in Frankreich am Sonntag liegt ihre Partei in Umfragen knapp vor der LREM von Präsident Emmanuel Macron.

Ausland

Bei der Wahl in Indien hat die Regierungspartei BJP von Premierminister Narendra Modi eine beträchtliche Mehrheit von 303 der 545 Sitze im Unterhaus des Parlaments gewonnen. Dieses Endergebnis teilte die Wahlkommission heute mit, nachdem alle rund 600 Millionen abgegebenen Stimmen ausgezählt worden waren.

Es war die deutlichste Wiederwahl einer indischen Regierungspartei seit die jahrzehntelang regierende Kongresspartei im Jahr 1971 unter der damaligen Premierministerin Indira Gandhi 352 Sitze erhielt. Die hindu-nationalistische BJP (Bharatiya Janata Party – Partei des indischen Volkes) schnitt damit wesentlich besser ab als bei der vorherigen Parlamentswahl im Jahr 2014. Damals hatte sie mit 282 Sitzen als erste Partei seit 30 Jahren eine absolute Mehrheit erreicht. Modi wird voraussichtlich in der kommenden Woche den Eid für seine zweite fünfjährige Amtszeit ablegen.

900 Millionen Wahlberechtigte

Zweitstärkste Kraft bleibt die Kongresspartei von Oppositionsführer Rahul Gandhi, einem Enkel von Indira Gandhi. Sie verbesserte sich mit 52 Sitzen etwas im Vergleich zu ihrem bisher schlechtesten Ergebnis vor fünf Jahren, als sie auf nur 44 Sitze kam.

In der mit etwa 1,3 Milliarden Einwohnern bevölkerungsreichsten Demokratie der Welt war in sieben Phasen über knapp sechs Wochen vom 11. April bis zum 19. Mai abgestimmt worden. Rund 900 Millionen Menschen waren wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 67 Prozent.

Nach seinem viel diskutierten Anti-CDU-Video bekommt der deutsche YouTuber Rezo viel Unterstützung aus der deutschsprachigen YouTuber-Szene. Auf dem Kanal des 26-Jährigen tauchte heute ein knapp dreiminütiges neues Video auf. Der Clip beginnt mit einer Ankündigung von Rezo: „Dies ist ein offener Brief, ein Statement.“ Im Anschluss kommen nacheinander rund 30 andere YouTuberinnen und YouTuber zu Wort, die eine Erklärung verlesen, die auch als Text unter dem Video zu sehen ist.

Darin heißt es unter anderem: „Wählt nicht die CDU/CSU, wählt nicht die SPD. Wählt auch keine andere Partei, die so wenig im Sinne von Logik und der Wissenschaft handelt und nach dem wissenschaftlichen Konsens mit ihrem Kurs unsere Zukunft zerstört. Und wählt schon gar nicht die AfD, die diesen Konsens sogar leugnet.“ Angehängt ist eine „Liste von Unterzeichnern“. Darin tauchen einige der reichweitenstärksten YouTuber auf, wie Julien Bam, Dagi Bee und LeFloid.

Kramp-Karrenbauer: CDU brauchte zu lange für Reaktion

In der Debatte über das ursprüngliche CDU-Video des YouTubers räumte Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer unterdessen Fehler ein. „Ich gebe zu, dass wir zu lange gebraucht haben, um darauf zu reagieren“, sagte Kramp-Karrenbauer dem „Focus“ (Onlineausgabe). Aber es sei manchmal besser, „noch einmal Luft zu holen und sich zu fragen: Welcher Ton und welcher Stil entsprechen der Verantwortung der Volkspartei CDU?“

Rezo, der sonst eher unpolitische Videos macht, hatte den Clip mit dem Titel „Die Zerstörung der CDU“ am Samstag veröffentlicht – gut eine Woche vor der Europawahl. In dem fast einstündigen Film attackiert er CDU und CSU, aber auch SPD und AfD. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak lud Rezo am Donnerstag zu einem Gespräch ein. „Lieber @rezomusik, lass uns miteinander reden“, schrieb er via Twitter. Zu dem Zeitpunkt war das Video bereits über fünf Millionen Mal angeklickt worden.

Kramp-Karrenbauer mahnte aber auch eine Mäßigung in der Debatte an. „Wir müssen einander in der Demokratie nicht ‚zerstören‘, sondern verschiedene Interessen ausgleichen und politische Kompromisse schließen, die von einer Mehrheit der Menschen akzeptiert werden“, sagte sie.

Das „Ibiza-Video“ schlägt auch politische Wellen in Ungarn. Die Opposition hat den nationalen Sicherheitsrat einberufen, um mögliche ungarische Verbindungen zur Affäre rund um FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu diskutieren. Wegen eines Boykotts der Regierungsvertreter kam aber das erforderliche Quorum bei der Sitzung nicht zustande.

Strache erwähnte Medienunternehmer Pecina

Strache hatte in dem Video auch den österreichischen Medienunternehmer Heinrich Pecina und dessen Mediendeals in Ungarn erwähnt. Strache nannte Pecina einen „großen Player“, der „für (den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor) Orban alle ungarischen Medien der letzten 15 Jahre aufgekauft und für ihn aufbereitet“.

Die regierende FIDESZ betonte im Vorfeld der Sicherheitsratssitzung, dass die sozialistische Vorgängerregierung Geschäfte mit Pecina gemacht hat. Dieser habe Anteile der sozialistischen Partei an der linksgerichteten Zeitung Nepszabadsag gekauft. „Wenn die Opposition etwas untersucht haben will, dann sollte es das sein“, teilte die Partei des rechtskonservativen Regierungschefs Viktor Orban mit. FIDESZ bezeichnete die vom Jobbik-Politiker Adam Mirkoczki einberufene Sitzung als „Wahlkampfveranstaltung“.

Orban: „Strache hat Vertrauen der Menschen verloren“

Bei der Europawahl am Sonntag darf die ungarische Regierungspartei auf einen klaren Sieg hoffen. Orban hatte erst Anfang Mai Strache in Budapest empfangen und dabei den politischen Gleichklang mit dem damaligen Vizekanzler und FPÖ-Chef betont. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Strache entzog Orban öffentlich dem Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei (EVP) bei der Europawahl, Manfred Weber, die Unterstützung.

Nach Bekanntwerden des „Ibiza-Videos“ distanzierte sich Orban von Strache. „Das, was Strache gesagt hat, ist inakzeptabel“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Freitag-Ausgabe). „Strache war ein Kämpfer in eigener Sache, aber er hat das Vertrauen der Menschen verloren“, sagte der ungarische Ministerpräsident.

In einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ anlässlich Straches Ungarn-Besuch hatte sich Orban noch lobend über den damaligen FPÖ-Chef geäußert. Er sei anders als die traditionelle politische Elite nicht „dekadent“ in dem Sinne, „dass sie nicht an die Kraft des politischen Handelns glaubt“, sagte Orban. „Er spricht nicht diese politisch korrekt getaufte Sprache. Manchmal gewinnt er dabei, manchmal verliert er.“

In Afghanistan sind nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks (UNICEF) 600.000 Kinder unter fünf Jahren bedrohlich unterernährt. So schwer betroffen seien sonst nur die Bürgerkriegsländer Jemen und Südsudan, sagte ein UNICEF-Sprecher heute in Genf.

Die Organisation brauche in den kommenden drei Wochen sieben Millionen Dollar (rund 6,3 Mio. Euro), um wenigstens 60 Prozent der besonders gefährdeten Kinder mit Nahrung zu versorgen.

Weitere 1,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren seien nicht ganz so stark unterernährt. Stark unterernährte Kinder hätten kaum Abwehrkräfte gegen Krankheiten, die andere Kinder überleben würden, so UNICEF. Die Wahrscheinlichkeit zu sterben sei bei bedrohlich unterernährten Kindern elfmal so hoch wie bei gesunden Kindern.

Kämpfe, Vertreibungen, Dürren und Überflutungen machten die Lage für viele Familien prekär. Der fortdauernde Krieg gegen die radikalislamischen Taliban und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) fordert in Afghanistan täglich Opfer. Es sind Bemühungen im Gange, den Konflikt politisch zu lösen. Unter anderem gibt es Gespräche zwischen Vertretern der USA und hochrangigen Taliban, die in direkten Gesprächen mit der Regierung in Kabul münden sollen.

Ein Gericht in Kenia hat ein seit Jahrzehnten geltendes Verbot gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen aufrechterhalten. Die entsprechenden Gesetze stellten keine gezielte Diskriminierung dar und seien daher mit der Verfassung vereinbar, erklärte Richter John Mativo heute in der Hauptstadt Nairobi.

Geschlechtsverkehr entgegen der „natürlichen Ordnung“ kann dem kenianischen Strafgesetzbuch zufolge mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden. Zudem drohen Männern für „grob unsittliches Verhalten mit einer anderen männlichen Person“ bis zu fünf Jahre Haft. Die Gesetze aus der Kolonialzeit werden selten angewendet, sie belegen Homosexuelle jedoch mit einem Stigma und werden zur Grundlage für Diskriminierung. In Afrika verbieten Human Rights Watch zufolge 33 Länder homosexuelle Handlungen.

Angesichts der Spannungen zwischen Washington und Teheran hat der Außenminister des Irak, den Iran zur Einhaltung des internationalen Atomabkommens aufgerufen. Das Wiener Abkommen von 2015 sei „eine gute Vereinbarung“, sagte Außenminister Mohammed Ali al-Hakim heute am Rande einer Konferenz in Oslo.

Der Irak rufe die iranische Regierung daher auf, sich an das Abkommen sowie den Geist der Vereinbarung zu halten.

Die USA haben seit Anfang Mai wegen einer „Bedrohung“ durch den Iran ihre Militärpräsenz in der Golfregion verstärkt. Der Iran erklärte seinerseits am Jahrestag des Ausstiegs der USA aus dem Atomabkommen, bestimmte Bestimmungen des Deals nicht mehr einzuhalten. „Das Letzte, was wir brauchen, ist ein weitere Konflikt in der Region“, sagte Hakim nun. Er glaube auch nicht, dass jemand einen Ölpreis von 200 Dollar pro Barrel wolle.

Der Irak fürchtet, im Fall einer militärischen Konfrontation zwischen die Fronten zu geraten. Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi kündigte daher an, „sehr bald“ Delegationen nach Teheran und Washington zu schicken, um in dem Konflikt zu vermittelt. Auch Oman erklärte, sich für einen Abbau der Spannungen einzusetzen. Das Sultanat hat gute Beziehungen zu Teheran und diente bereits wiederholt als Vermittler mit den USA.

Wirtschaft

Die Korruption hat in Österreich in den vergangenen drei Jahren zugenommen – zumindest wenn es nach den offiziellen Zahlen zur Schadenssumme und den Anzeigen geht. Denn beides ist seit 2016 gestiegen. Das geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von NEOS an den inzwischen abgesetzten Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hervor, wie der „Standard“ heute berichtete.

Im Jahr 2016 entstanden durch Korruptionsdelikte Schäden in Höhe von rund 661 Mio. Euro, 2018 waren es rund 590 Mio. Euro. 2018 gab es dann einen großen Sprung auf 3,2 Mrd. Euro. Die Zahl der Anzeigen stieg kontinuierlich: Insgesamt verzeichnete das Ministerium 2016 rund 37.300 Anzeigen wegen Korruptionsdelikten, 2017 waren es 38.700 und 2018 41.000, geht aus er Beantwortung hervor.

Die Aufklärungsquote lag im österreichweiten Schnitt zuletzt bei 60 Prozent (2016: 64 Prozent). Eher gering war die Aufklärungsquote etwa bei Fällen der Verletzung des Amtsgeheimnisses (45 Prozent) und bei Betrug (55 Prozent) bzw. schwerem Betrug (58 Prozent). Bei den ermittelten Tatverdächtigen standen jährlich jeweils rund 21.000 Männer rund 7.000 Frauen gegenüber.

Abgefragt wurde auch, wie viele Fälle Politikerinnnen und Politiker, also etwa Nationalrats-, Landtagsabgeordnete und Bürgermeister, betreffen, eine entsprechende Statistik wird laut Kickl aber nicht geführt.

Sport

Spätestens seit dem Wochenende sind die Erfolgsdamen von Abomeister Hypo Niederösterreich den Nimbus der Unbesiegbaren auch auf nationalem Handballparkett los. Sogar von einem „Wunder“ war die Rede, nachdem sich WAT Atzgersdorf sensationell und erstmals zum österreichischen Meister aufgeschwungen hatte. Für den Traditionsclub aus dem 23. Wiener Gemeindebezirk machte sich die jahrelange Aufbauarbeit offenbar bezahlt.

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Chronik

Die Polizei im deutschen Oberfranken hat einen vor Monaten mit seinen zwei minderjährigen Kindern untergetauchten „Reichsbürger“ in einer selbst gegrabenen Erdhöhle entdeckt. Bei einem Zugriff in einem Steinbruch im Landkreis Lichtenfels am Samstagabend sei der 50-Jährige festgenommen worden, teilte das Polizeipräsidium Oberfranken heute mit.

Seine zwei Kinder, die wohlauf waren, seien dem Jugendamt übergeben worden. Der Polizei zufolge wurde der zur Reichsbürgerszene zählende Mann mit Haftbefehl gesucht. Er sollte Mitte November festgenommen werden, war aber nicht zu Hause. Im Zuge der Fahndung fanden die Ermittler heraus, dass er zusammen mit den Kindern untergetaucht war.

In der Folge habe es umfangreiche Ermittlungen gegeben, auch ein Aufenthalt im Ausland sei nicht ausgeschlossen worden. Anfang Mai sei der Verdacht aufgekommen, der Mann könne sich in einem Steinbruch aufhalten. Dieser Verdacht habe sich erhärtet, der Vater habe sich widerstandslos festnehmen lassen.

Bei einem Gebäudebrand in Indien sind mindestens 15 Jugendliche ums Leben gekommen. Es handelte sich nach Angaben der Polizei offenbar um Teilnehmer eines Nachhilfekurses für Schülerinnen und Schüler. Das Feuer brach heute in der westindischen Stadt Surat aus zunächst unbekannten Gründen in einem Gewerbegebäude aus.

Auf Videos, die in Sozialen Netzwerken verbreitet wurden, ist zu sehen, wie mehrere Menschen aus dem brennenden Obergeschoß des vierstöckigen Hauses springen. Manche der Opfer seien in den Tod gestürzt, andere an Rauchgasvergiftung gestorben, sagte ein Polizeisprecher.

Wegen mangelhafter Brandschutzvorrichtungen, fehlender Notausgänge und veralteter Elektrik kommen Brände mit vielen Opfern in Indien häufig vor.

Science

Kultur

Der US-Sender CBS hat gestern den ersten Teaser für die Serie „Star Trek: Picard“ ins Netz gestellt. Der britische Hauptdarsteller Patrick Stewart (78), der in seiner legendären Rolle als „Star Trek“-Captain Jean-Luc Picard zurückkehrt, verlinkte das einminütige Video auf Twitter.

25 Jahre nach dem Ende von „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ (1987–1994) würde „bald“ ein neues Kapitel beginnen, kündigte CBS an, ohne einen konkreten Starttermin zu nennen.

In dem Video ist der ehemalige Kapitän des Raumschiffs „Enterprise“ im Ruhestand auf seinem Weingut zu sehen. Eine Frauenstimme erzählt, dass er vor 15 Jahren die Sternenflotte aus der Dunkelheit geführt habe, danach aber etwas Unvorstellbares passiert sei.

Die angekündigte neue US-Serie soll weltweit im Streamingdienst Amazon Prime zu sehen sein. Neben Stewart sind auch Alison Pill („The Newsroom“), Harry Treadaway („Penny Dreadful“) und Isa Briones („American Crime Story: Versace“) an Bord. Der Shakespeare-Darsteller Stewart hatte in der TV-Serie „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ und in mehreren Kinoverfilmungen mitgespielt, zuletzt in „Star Trek: Nemesis“ (2002).

Fünf Monate vor dem Kinostart von „Terminator: Dark Fate“ stimmt der erste Trailer auf das Science-Fiction-Spektakel ein. Das Studio Paramount stellte das gut zweiminütige Video gestern ins Netz. Neben Altstar Arnold Schwarzenegger, der durch die Cyborg-Figur berühmt wurde, kehrt Linda Hamilton nach 28 Jahren in ihrer ikonischen Rolle als Sarah Connor zurück.

In dem düsteren Trailer mit Explosionen und Verfolgungsjagden greift sie kämpferisch zur Waffe. Gabriel Luna mimt einen neuen Terminator, Mackenzie Davis ist eine Mischung aus Mensch und Cyborg, die eine junge Frau (Natalia Reyes) beschützen soll.

James Cameron, der 1984 „Terminator“ und 1991 „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ drehte, ist jetzt als Produzent an Bord. Tim Miller („Deadpool“) führte Regie. Es ist bereits der sechste Film der futuristischen Terminator-Serie, doch „Dark Fate“ knüpft direkt an „Terminator 2“ an. Zuletzt brachte Alan Taylor mit „Terminator: Genisys“ (2015) den fünften Teil ins Kino.

„Terminator: Dark Fate“ spielt teilweise in Mexiko. In Österreich soll der Film am 24. Oktober anlaufen.

Leute

US-Musiker Moby (53) und Schauspielerin Natalie Portman (37) liefern einander ein Wortgefecht über ein angebliches Date vor 20 Jahren. „Ehrlich, was soll ich tun, wenn Menschen Anschuldigungen glauben und nicht Beweisen?“, schrieb Moby gestern (Ortszeit) auf Instagram.

„In meiner Biografie ‚Then It Fell Apart‘ beschreibe ich respektvoll und ehrlich die kurze, unschuldige und einvernehmliche romantische Verwicklung, die ich mit Natalie Portman 1999 hatte. Aber sie bestreitet, dass wir uns jemals gedatet haben.“

„Ich weiß ehrlich nicht, was ich tun soll“

Es gebe ausreichend Fotos, die das bewiesen. Die Lügen verletzten ihn, vor allem, weil er Portman immer respektiert und gedacht habe, sie seien Freunde. Aber er habe anonyme Gewaltandrohungen ihrer Fans erhalten, die seine Arbeit und seine Gesundheit beeinträchtigten. „Ich weiß ehrlich nicht, was ich tun soll. Es ist eine Sache, wenn über einen gelogen wird, aber eine andere, wenn aus diesen Lügen körperliche Angriffen von völlig Fremden resultieren.“

Tags zuvor hatte Moby auf Instagram ein Foto von sich mit einer jungen Frau gepostet, bei der es sich um Portman handeln soll. Dazu hatte er geschrieben, es verwirre ihn, dass sie ihr Date im Jahr 1999 leugne. Es sei aber in Ordnung, wenn sie bereue, ihn getroffen zu haben – denn er würde das an ihrer Stelle wahrscheinlich auch tun. Dennoch ändere es nichts an ihrer gemeinsamen romantischen Episode.

Schauspielerin dementiert

Portman sagte dem US-Magazin „Harper’s Bazaar“, das Treffen sei anders abgelaufen: „Ich war ein Fan und habe eines seiner Konzerte besucht“, sagte sie. „Als wir uns nach der Show trafen, sagte er: ‚Lass uns Freunde sein!‘“ Nach ihrem ersten Treffen seien weitere gefolgt. „Dann merkte ich, dass er ein älterer Mann ist, der sich für mich auf eine Art und Weise interessiert, die sich unangenehm anfühlt.“

Deshalb sei sie überrascht gewesen, dass er die sehr kurze Zeit des Kennenlernens als Dating bezeichne. Dass er diese Geschichte erzähle, um sein Buch zu verkaufen, empfinde sie als verstörend. Kurz vor seiner Biografie hatte Moby sein neues Album „Long Ambient 2“ veröffentlicht.

Religion

Das antisemitische Relief an der evangelischen Stadtkirche St. Marien im deutschen Wittenberg muss nicht entfernt werden. Das entschied heute das Landgericht Dessau-Roßlau. Es wies damit die Klage eines Mitglieds der jüdischen Gemeinde in Berlin ab. Er hatte im Mai 2018 wegen Beleidigung geklagt und die Entfernung des als „Judensau“-Relief bekannten Mauerwerks gefordert.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Panorama

Eine Bronzestatue der 2005 verstorbenen nordirischen Fußballlegende George Best reiht sich in die Liste der von Fans verschmähten Abbilder ihrer Superstars ein: Die lebensgroße Figur sei „noch schlechter als die von (Cristiano, Anm.) Ronaldo“ und sehe ihm kein bisschen ähnlich, zitierte die britische Tageszeitung „Guardian“ heute empörte Fans.

Die Statue des Ex-Manchester-United-Stars war am Mittwoch – dem 73. Geburtstag von Best – in Nordirlands Hauptstadt Belfast nahe dem Windsor-Park-Stadion aufgestellt worden. Dort hatte er in den 1960er und 1970er Jahren auf dem Platz geglänzt. In der Vergangenheit hatten auch Statuen etwa von Diego Maradona und Mohammed Salah unter Fans für Empörung gesorgt. Die Büste von Ronaldo auf dem Flughafen der portugiesischen Insel Madeira war nach viel Hohn und Spott im Juni 2018 ausgewechselt worden.

Büste von Christiano Ronaldo
AP/Armando Franca

Verärgerte Best-Fans fanden laut „Guardian“ unter anderem, dass das Bronzeabbild eher dem US-Musiker Lionel Ritchie oder den weißen Wanderern aus der TV-Erfolgsserie „Game of Thrones“ ähnle. Der Erschaffer der Figur, der Künstler Tony Currie aus Belfast, blieb trotz der Kritik dabei, er sei über das Ergebnis glücklich. „Jeder, der wichtig ist – seine Familie und seine Fans –, fand, dass sie ihm ähnlich sieht. Und das reicht mir“, zitierte ihn die Zeitung.

Festwochen