Inland

Obwohl in Österreich seit Anfang Juni eine unabhängige Expertenregierung am Werk ist, herrscht in vielen Ministerien ein großes Angebot an ÖVP-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern, wie die „Tiroler Tageszeitung“ (Dienstag-Ausgabe) berichtete.

Besonders auffallend ist das Kabinett von Außenminister Alexander Schallenberg, der mehr Referenten als Kanzlerin Brigitte Bierlein hat. Während sich die Kanzlerin mit acht Kabinettsreferenten zufriedengibt, beschäftigt Schallenberg zwölf.

Schallenberg ist nicht nur Europa- und Außenminister, sondern auch Kultur- und Medienminister. Im Außenamt übernahm er unter anderen Gregor Kößler, den Kabinettschef der damaligen FPÖ-Ministerin Karin Kneissl. In seiner zweiten Funktion bediente er sich laut „Tiroler Tageszeitung“ vor allem aus den Kabinetten von Sebastian Kurz, Gernot Blümel und Josef Moser (alle ÖVP). Kabinettschef ist Bernhard Bonelli, der diese Funktion auch schon unter Ex-Kanzler Kurz innehatte. Schallenberg gilt als enger Vertrauter von Kurz.

„Sehr viele Themen“ abzudecken

Schallenbergs Büro erklärte die hohe Dichte an ÖVP-Mitarbeitern damit, dass in dem Ressort „sehr viele Themen abgedeckt“ werden. „Aufgrund dieses umfangreichen Aufgabengebietes wurde auf Expertinnen und Experten aus den jeweiligen Fachbereichen zurückgegriffen, die insbesondere auch das Haus gut kennen.“

Zur Zusammensetzung der Ministerkabinette liegt eine laufende parlamentarische Anfrage vor, die laut Regierungssprecher Alexander Winterstein bald beantwortet werden soll.

JETZT-Parteiobfrau und -Bundeslistenzweite Maria Stern hat die Verweigerung der Unterstützungsunterschriften durch die JETZT-Abgeordneten Bruno Rossmann, Wolfgang Zinggl und Alfred Noll als „lästig“ bezeichnet. Nach dem erfolgreichen Sammeln der drei für die Nationalratskandidatur notwendigen Unterschriften von Nationalratsabgeordneten sprach Stern aber von „Erleichterung“.

Dönmez-Kandidatur ausgeschlossen

Sie habe „große Sorge“ gehabt, ob man die drei Unterschriften zusammenbekomme, räumte Stern heute bei einer Pressekonferenz ein. Für diese „notwendige Formalität“, wie sie die Unterschriften bezeichnete, habe man auch jene des parteilosen Nationalratsabgeordneten Efgani Dönmez angenommen. Auch, weil man sich „nicht mehr hinhalten lassen wollte“, so Stern weiter. Eine JETZT-Kandidatur von Dönmez bei der Wahl schloss die Parteiobfrau aber kategorisch aus.

Für Noll fand Stern versöhnliche Worte: „Es ist schade, dass er nicht mehr antritt.“ Als Gründe für seinen Rückzug aus der Politik nannte sie unter anderem den „beschnittenen Parlamentarismus unter Türkis-Blau“. Zinggl und Rossmann wiederum „gehen in Pension und machen Jüngeren Platz“, so Stern.

Hoffen auf TV-Duelle

Nach der Erledigung der Formalitäten heiße das Wahlziel jetzt aber „Wiedereinzug“. Das Ergebnis der Liste Pilz von 4,4 Prozent bei der Nationalratswahl 2017 wolle man jedenfalls wieder erreichen. „Wir sind bei vielen TV-Elefantenrunden eingeladen, die uns damals schon enorm geholfen haben“, gab sich Stern optimistisch. „Peter Pilz kann das“, hoffte sie auf die Bildschirm-Zugkraft des Spitzenkandidaten. „Vor den Elefantenrunden sind wir damals bei zwei Prozent gelegen“, strich die Bundeslistenzweite Stern hervor.

Unabhängig vom Wahlergebnis bei der Nationalratswahl am 29. September will JETZT nach einem Wiedereinzug in den Nationalrat dezidiert in Opposition bleiben. „Wir legen uns ganz sicher nicht mit Sebastian Kurz ins Bett“, stellte Stern klar. Stattdessen soll vor allem Pilz „Kurz in Schach halten“. „Kurz hat Schiss vor Pilz“, sagte Stern.

Ausland

Südkorea hat scharfe Regeln gegen Belästigung und Mobbing am Arbeitsplatz verabschiedet. Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern drohen im Extremfall auch Haftstrafen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können künftig entsprechendes Fehlverhalten ihrer Vorgesetzten melden – dazu zählt auch das Streuen von Gerüchten. Belästigung und Mobbing am Arbeitsplatz sind in Südkorea weit verbreitet. 70 Prozent der Angestellten sind laut einer Umfrage davon betroffen, berichtete die BBC heute.

Das neue Gesetz verbietet es Arbeitgebern, Angestellte, die einen Fall melden, deshalb zu entlassen. Opfer von Belästigung am Arbeitsplatz können künftig auch eine Entschädigung einfordern, wenn sie deshalb gesundheitliche Probleme bekommen.

Folge des „Nusswutanfalls“ von 2014

Mit Inkrafttreten des Gesetzes veröffentlichte die Regierung auch Richtlinien, welches Verhalten künftig strafbar ist. Dazu gehört das Streuen von Gerüchten und Verbreiten persönlicher Informationen über Angestellte oder Kollegen ebenso wie etwa, jemanden zum Rauchen, Trinken oder zur Teilnahme an einem Firmendinner zu zwingen.

Das Gesetz soll Fälle von „gapjil“ – Fehlverhalten von Vorgesetzten gegenüber ihren Mitarbeitern – verhindern. Weltweit für Schlagzeilen sorgte in den letzten Jahren etwa der „Nusswutanfall“. Die damalige Vizepräsidentin von Korean Air, Cho Hyun Ah, bedrohte 2014 das Bordpersonal. Der Anlass: Eine Flugbegleiterin hatte Cho Macadamianüsse in einem Sackerl und nicht wie von ihr erwartet in einem Schälchen gereicht. Der Flug von New York nach Seoul hatte sich deshalb verzögert. Cho wurde später verurteilt.

WikiLeaks-Gründer Julian Assange soll nach britischen Angaben nicht an ein Land ausgeliefert werden, in dem ihm die Todesstrafe droht. Diese Absprache zwischen London und Quito habe weiter Bestand, sagte der britische Außenstaatssekretär Alan Duncan heute bei einem Besuch in Ecuador.

Assange war im April in Großbritannien festgenommen worden – nach sieben Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London. Quito hatte zuvor das politische Asyl für den 48-jährigen Australier aufgehoben.

Ecuadors Präsident Lenin Moreno hatte damals betont, dass er die schriftliche Zusage der britischen Regierung erhalten habe, dass Assange nicht an ein Land ausgeliefert werde, „wo er Folter erleiden oder ihm die Todesstrafe drohen könnte“.

Assange droht in USA Todesstrafe

Der WikiLeaks-Gründer sitzt derzeit in Großbritannien eine fast einjährige Gefängnisstrafe wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen ab. Ab Ende Februar wird ein britisches Gericht über Assanges mögliche Auslieferung an die USA verhandeln. Der Australier ist in den USA wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstößen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt.

Sollte er in allen 18 Anklagepunkten für schuldig befunden werden, könnte er zu einer Gesamtstrafe von bis zu 175 Jahren Haft verurteilt werden. Nach Angaben des Death Penalty Information Center droht Assange in den USA auch die Todesstrafe.

Der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif hat die USA am Rande eines Besuchs bei der UNO in New York vor einem Anheizen des Konflikts mit seinem Land gewarnt. „Ich glaube, die Vereinigten Staaten spielen mit dem Feuer“, sagte er gestern im US-Sender NBC News. Er griff damit Äußerungen auf, die US-Präsident Donald Trump an die Adresse Teherans gerichtet hatte.

Sarif sagte, dass der Iran keine Atomwaffen entwickeln wolle. „Wenn wir Atomwaffen hätten entwickeln wollen, hätten wir das schon vor langer Zeit tun können.“ Die Anreicherung von Uran über die im internationalen Atomabkommen vereinbarte Menge und den vereinbarten Grad hinaus könnten zudem „binnen Stunden“ zurückgenommen werden.

US-Visum mit starken Einschränkungen

Der Außenminister nimmt in New York an einer UNO-Sitzung zu nachhaltiger Entwicklung teil. Die US-Regierung hat ihm ein Visum ausgestellt, dieses aber mit zahlreichen Einschränkungen versehen. Sarif darf sich nur in einem begrenzten Bereich bewegen, der den Sitz der Vereinten Nationen und die UNO-Vertretung des Iran umfasst.

US-Außenminister Mike Pompeo sagte der US-Zeitung „Washington Post“: „US-Diplomaten ziehen nicht in Teheran umher, also sehen wir keinen Grund, warum iranische Diplomaten frei in New York City umherziehen sollten.“ Ein UNO-Sprecher sagte, das UNO-Sekretariat habe den USA seine „Sorgen“ über die ungewöhnlich strikten Beschränkungen für Sarif mitgeteilt.

Seit dem Ausstieg der USA aus dem Wiener Atomabkommen mit dem Iran haben sich die Spannungen zwischen den beiden Ländern verschärft. Die USA haben im Zuge des Konflikts auch Außenminister Sarif Sanktionen angedroht.

Mexiko hat die Einschränkung des Asylrechts durch die US-Regierung kritisiert. Außenminister Marcelo Ebrard sagte gestern, sein Land sei gegen Maßnahmen, die Asyl oder Schutz für Menschen einschränkten, die in ihrer Heimat um ihr Leben fürchteten. Die mexikanische Regierung werde darauf achten, dass der im internationalen Recht verankerte Grundsatz der Nichtzurückweisung respektiert werde.

Wem in den USA kein Asyl gewährt würde, werde in sein Heimatland abgeschoben und nicht nach Mexiko, sagte Ebrard. Die Entscheidung sei einseitig innerhalb der Gerichtsbarkeit der USA getroffen worden und betreffe keine Mexikaner, teilte das mexikanische Außenministerium mit.

USA: Mexiko soll sicherer Drittstaat sein

Die US-Regierung hatte zuvor gefordert, Mexiko zu einem sicheren Drittstaat zu erklären. Dann müssten alle Geflüchteten aus Mittelamerika, die über Mexiko in die USA wollen, zunächst in Mexiko Asyl beantragen. Ebrard bekräftigte die Haltung Mexikos, dass das Parlament des lateinamerikanischen Landes einer solchen Vereinbarung zustimmen müsste. Einen entsprechenden Antrag im mexikanischen Kongress gibt es derzeit nicht.

Wer durch einen Drittstaat in die USA gelangt und in dem Durchgangsland keinen Schutz beantragt hat, soll künftig kein Asyl mehr an der südlichen US-Grenze beantragen können, teilten das Heimatschutz- und das Justizministerium der USA gestern mit. Ausnahmen würden unter anderem für Personen gelten, die Opfer von Menschenhandel wurden oder denen Asyl in einem anderen Land verweigert wurde. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Verfügung, die heute in Kraft treten soll, vor Gericht angefochten wird.

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EU

Der umstrittene EU-Spitzenbeamte Martin Selmayr hat seinen Abschied aus Brüssel angekündigt. Ende nächster Woche werde er seinen Posten als Generalsekretär der EU-Kommission aufgeben, sagte Selmayr dem Magazin „Politico“ (Onlineausgabe): „Ich werde nicht in Brüssel bleiben.“

Zuvor hatte die Kandidatin für das Amt der Kommissionspräsidentin, Ursula von der Leyen, den Abgeordneten der Europäischen Volkspartei (EVP) erklärt, dass Selmayr nicht Generalsekretär bleiben werde. Der 48-jährige Vertraute des scheidenden EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker war 2018 unter umstrittenen Umständen zum höchsten EU-Beamten befördert worden. Die EU-Bürgerbeauftragte hatte das kritisiert und das Europaparlament seinen Rücktritt gefordert.

Von der Leyens Ankündigung gilt als Zugeständnis an die kritischen Abgeordneten. Es wäre allerdings auch unüblich, dass der Generalsekretär dieselbe Nationalität hat wie die Kommissionschefin.

Die Türkei zeigt sich unbeeindruckt von den EU-Sanktionen wegen ihrer Erdgasbohrungen vor der Küste Zyperns. Das Außenministerium in Ankara sagte heute, die Entscheidung der EU-Außenminister werde nicht die Entschlossenheit der Türkei beeinträchtigen, ihre Erkundungsbohrungen im östlichen Mittelmeer fortzusetzen.

Die EU-Außenminister hatten gestern Strafmaßnahmen gegen die Türkei beschlossen. So sollen EU-Gelder für das Land gekürzt sowie Spitzengespräche bis auf Weiteres ausgesetzt werden. Die zypriotische Regierung sieht in den Bohrungen durch zwei türkische Schiffe vor der Küste der Mittelmeer-Insel Verstöße gegen internationales Recht.

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Die niederländische Regierung will den früheren Finanzminister und Chef der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem, laut „Süddeutscher Zeitung“ (Dienstag-Ausgabe) zum Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) wählen lassen.

Laut Bericht versucht Den Haag derzeit, eine Mehrheit unter den europäischen Staaten für Dijsselbloem als Nachfolger der Französin Christine Lagarde zu organisieren, die an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) rücken soll.

Weitere Verhandlungen bei G-7-Treffen

Dem Vernehmen nach stehen die Regierungen in Berlin und Paris der Idee aufgeschlossen gegenüber, eine offizielle Stellungnahme gab es jedoch nicht. Ohne die Zustimmung dieser zwei zentralen EU-Staaten hätte ein Kandidat wahrscheinlich kaum Chancen.

Seit Jahren drängen die wirtschaftlich immer bedeutender werdenden Schwellenländer darauf, auch einmal den Chefposten des Währungsfonds zu besetzen. Doch die Europäer weisen die Forderung der Schwellenländer zurück. Die Personalie Dijsselbloem soll dem Bericht zufolge auf dem Treffen der G-7-Staaten in dieser Woche in Paris weiter abgestimmt werden.

Die neue Leiterin der ÖVP-Delegation im Europaparlament, Karoline Edtstadler, will eine „laute Stimme“ in Brüssel für die Anliegen Österreichs sein und mit einem verjüngten und verstärkten Team in die neue Legislaturperiode starten. Von ihrem Vorgänger Othmar Karas, der dieses Amt 13 Jahre lang innehatte, unterscheide sie „schon mal Alter und Geschlecht“, so Edtstadler.

Sie sehe Dinge sicher anders an und komme „aus einem Bereich, wo ich gewohnt bin, Linien auch vorzugeben“, sagte die ehemalige Innenstaatssekretärin in Straßburg, wo sie heute formell die Delegationsleitung übernehmen wird. Sie wolle die „Korrespondenz in Richtung Wien ganz intensiv pflegen“ und die „Dinge für Österreich positiv voranbringen“.

Zusammenarbeit auf Themenebene

Die ÖVP-Delegation mit sieben sowie die österreichische Delegation mit 18 Mandataren seien im Vergleich zur Anzahl der EU-Abgeordneten insgesamt „natürlich sehr klein“, weshalb es gelte, auch themenbezogen zusammenzuarbeiten. Sie würde dabei niemanden ausschließen, so Edtstadler, verwies aber auf ihre Aussagen während des Europawahlkampfes, dass die ÖVP bei „Themen auf europäischer Ebene“ mehr von der FPÖ trenne als verbinde.

Als mögliche Themen für Kooperationen nannte sie etwa Umweltschutz und Klimawandel, „das wir alle nicht mehr wegbringen“. Es sei naheliegend, „dass man mit Parteien, die das schon traditionell und länger machen, zusammenarbeitet“.

Das seien die Grünen, aber auch NEOS. Gegen Vorwürfe, dass die ÖVP Umweltschutz im Wahlkampf nicht im Programm gehabt habe, verwehrte sie sich, räumte aber die Notwendigkeit ein, das Thema zu verstärken.

Edtstadler für von der Leyen

Edtstadler übernahm früher als geplant die Leitung der ÖVP-Delegation im EU-Parlament. Karas hatte nach seiner Wahl zum Vizepräsidenten des EU-Parlaments angekündigt, die Delegationsleitung demnächst zurückzulegen. Der Wechsel an der Spitze der ÖVP-Delegation hat laut Edtstadler nichts mit der Abstimmung über die als Vorsitzende der EU-Kommission nominierte deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zu tun.

Sie sei „erschüttert, wie man dieses Spitzenkandidatensystem innerhalb des Rates in so kurzer Zeit einfach umgebracht hat“, übte sie grundsätzliche Kritik an der Kür. Es handle sich dabei um einen „Verlust der Demokratie“ und „des Vertrauens“, was sie auch „aus vielen Rückmeldungen aus der Bevölkerung“ erkenne.

Von der Leyen als Person begrüßt sie allerdings: Sie vertrete die Werte der Fraktion, die gewonnen habe und „ganz klar den Führungsanspruch in der EU-Kommission stellen sollte“.

Sport

Lewis Hamilton scheint sich auf dem Weg zu seinem sechsten WM-Titel nur selbst aufhalten zu können. Am Sonntag feierte der Engländer in Silverstone seinen siebenten Sieg im zehnten Saisonrennen und erreichte mit seinem 80. Erfolg einen weiteren Meilenstein. Für Mercedes-Teamchef Toto Wolff ist es nur eine Frage der Zeit, bis sein Pilot eine noch bedeutendere Bestmarke knackt.

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Wirtschaft

Wegen der Probleme mit der Boeing 737 Max muss die Billigfluglinie Ryanair ihr Angebot einschränken und schließt vorübergehend auch einige Flughafenbasen. Die Lieferung der Maschinen vom Typ 737 Max 200 verzögere sich, und Ryanair werde bis Mai 2020 nur 30 statt der bestellten 58 Flugzeuge erhalten, teilte die irische Lauda-Muttergesellschaft heute mit.

Der Mangel an Maschinen zwinge das Unternehmen dazu, seine Aktivitäten an einigen Standorten „einzuschränken“ und einige Basen vorübergehend im Winter 2019 und im Sommer 2020 zu schließen, hieß es weiter. Noch würden Gespräche darüber geführt, welche Basen betroffen sein werden.

Für die Boeing 737 Max gilt seit März ein weltweites Flugverbot. Zuvor waren bei zwei Abstürzen von Maschinen dieses Typs in Indonesien und Äthiopien insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. Bei den beiden Unglücksmaschinen handelte es sich um Flugzeuge vom Typ Boeing 737 Max 8.

Zum Abverkaufstag beim Versandhändler Amazon sind auch in den USA Beschäftigte in den Streik getreten. Angestellte eines wichtigen Verteilzentrums im Bundesstaat Minnesota legten gestern nach Angaben der Streikenden für eine Stunde die Arbeit nieder. Vor dem Gelände blockierten sie vorübergehend einige Lastwagen. Auf Plakaten war etwa „Wir sind Menschen, keine Roboter“ zu lesen.

„Wir schaffen viel Wohlstand für Amazon, aber sie behandeln uns nicht mit dem Respekt und der Würde, die wir verdienen“, wurde der Streikteilnehmer Safiyo Mohamed in einer Mitteilung zitiert. Er forderte einen „echten Wandel“ für die Beschäftigen.

Streiks auch in Deutschland

Wie viele Beschäftigten des Verteilzentrums sich an dem Ausstand beteiligten, teilten die Organisatoren nicht mit. Wegen eines heftigen Regenschauers wurde der Streik nach einer Stunde beendet. Die Bewerberin und der Bewerber für die demokratische Präsidentschaftskandidatur, Kamila Harris und Bernie Sanders, erklärten auf Twitter ihre Unterstützung für den Streik.

Auch in Deutschland war es zum „Prime Day“, an dem Amazon mit starken Rabatten lockt, an sieben Standorten zu Arbeitsniederlegungen gekommen. Der US-Konzern verteidigt sowohl in Deutschland als auch in den USA seine Lohnpolitik als angemessen und erklärt immer wieder, ein „fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber“ zu sein.

Chronik

Bei einer Reihe an Verkehrsunfällen sind gestern und heute mehrere Personen teils schwer verletzt worden. In Litzelsdorf im Burgenland etwa wurde heute offenbar ein Fußgänger von einem Lkw niedergestoßen. Er wurde mit dem Hubschrauber ins Spital gebracht.

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Mopedfahrer in Graz verletzt

Zu einem schweren Unfall kam es auch gestern im Grazer Bezirk Straßgang: Ein 32-Jähriger und eine 23-Jährige stürzten nach der Kollision mit einem Pkw von einem Moped auf die Fahrbahn. Der Autofahrer dürfte sie übersehen haben.

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Mountainbiker von Pkw erfasst

Ein 60-jähriger Mountainbiker wurde gestern bei einem Unfall in Mayrhofen im Tiroler Zillertal lebensbedrohlich verletzt. Der Mann war von einer 50-jährigen Pkw-Lenkerin aus Deutschland erfasst worden, berichtete die Polizei.

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Frontalkollision in Wien

Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos in Wien-Ottakring wurden gestern beide Lenker teilweise schwer verletzt. Die Unfallursache ist noch unklar, die Männer im Alter von 48 und 73 Jahren wurden in Krankenhäuser eingeliefert.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Autobahnsperre nach Crash

Bei einem Unfall auf der Pyhrnautobahn (A9) in Oberösterreich wurde heute Früh ein Autofahrer ebenfalls schwer verletzt. Der Mann musste von der Feuerwehr aus dem Wrack seines Fahrzeugs befreit werden. Es kam zu einer Sperre.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Ein steirischer Pfarrer ist gestern bei einer Pilgerfahrt mit einer mehrköpfigen Wandergruppe nahe dem italienischen Tarvisio ums Leben gekommen. Wie der Bürgermeister der Gemeinde Eibiswald auf Facebook bestätigte, war der Mann bei einem Unfall verstorben. Laut italienischen Behörden soll der Pfarrer auf dem Berg Lussari unterwegs gewesen und abgestürzt sein.

Beim Abstieg sei er gestürzt und rund 300 Meter tief in einen Kanal gefallen. Nach dem Unglück sollen Kollegen einen Notruf abgesetzt haben. Die italienischen Rettungskräfte machten die Wandergruppe dann via GPS aus. Der Pfarrer konnte nur noch tot geborgen werden.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

In Indiens Finanzmetropole Mumbai ist heute erneut ein Gebäude im strömenden Regen eingestürzt, mindestens zwei Menschen wurden dabei getötet. Über 40 Menschen seien noch unter den Trümmern begraben, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes. Fünf Überlebende seien geborgen und mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, unter ihnen zwei Kinder.

Rettungskräfte suchen nach Verschütteten in Mumbai
APA/AFP/Punit Paranjpe

Die Küstenstadt mit ihren 20 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern leidet seit Tagen unter ungewöhnlich heftigem Monsunregen. Anfang des Monats kamen 22 Menschen ums Leben, als in einem Slum eine Mauer unter dem Dauerregen zusammensackte.

Bauvorschriften missachtet

In die Monsunzeit entfällt ein Großteil der jährlichen Regenmenge Indiens. Das führt in Mumbai jedes Jahr aufs Neue zu großen Problemen, weil die Stadt rasant gewachsen ist und die Bauvorschriften oft nicht eingehalten wurden. Zudem wurden die umliegenden Mangrovenwälder zerstört, die große Wassermengen aufnehmen konnten.

Der heftige Regen der vergangenen Tage kostete schon mehr als 180 Menschen in Südasien das Leben. Die Monsunzeit dauert dort gewöhnlich bis September.

Gesundheit

Wie aus einer heute veröffentlichten Eurostat-Statistik hervorgeht, haben Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Herzinfarkte und Schlaganfälle im Jahr 2016 36 Prozent der Todesfälle in der EU ausgemacht, Krebs 26 Prozent und Atemwegserkrankungen acht Prozent.

Unfälle und andere externe Todesursachen machten fünf Prozent aller Todesfälle in der EU aus, Krankheiten des Verdauungsapparates sowie psychische Krankheiten und Erkrankungen des Nervensystems machten jeweils vier Prozent der Todesfälle in der EU aus. Andere Todesursachen waren für die restlichen 13 Prozent verantwortlich.

Im Durchschnitt kamen 2016 auf 100.000 Einwohner 1.002 Todesfälle. Österreich liegt mit 940 unter dem EU-Schnitt. Am höchsten war die Sterblichkeitsrate 2016 in Bulgarien (1.602), Lettland und Rumänien (je 1.476), Litauen (1.455) und Ungarn (1.425). Am geringsten war die Sterblichkeitsrate in Spanien (829), Frankreich (838), Italien (843), Malta (882), Luxemburg (905) und Schweden (913).

Religion

Science

Kultur

Die US-Regisseurin und Schauspielerin Greta Gerwig („Lady Bird“) arbeitet an einem Film über die Barbie-Puppe. Mit an Bord bei dem bisher namenlosen Projekt ist einem Bericht des „Hollywood Reporter“ zufolge auch der Filmemacher Noah Baumbach, mit dem Gerwig in der Vergangenheit schon öfters zusammenarbeitete – etwa bei der 2012 erschienenen Tragikomödie „Francis Ha“.

Greta Gerwig
APA/AFP/Angela Weiss

Die Hauptrolle im Barbie-Film soll Margot Robbie („I, Tonya“) übernehmen. Gerwig könnte laut „Hollywood Reporter“ selbst Regie führen. Mit ihrem Regiedebüt „Lady Bird“ war die US-Amerikanerin 2018 in gleich fünf Kategorien für den Oscar nominiert, ging aber letztlich leer aus.

Zwei Jahre nach ihrem Erscheinen hat Netflix eine besonders kontroverse Szene aus der ersten Staffel der Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ („13 Reasons Why“) entfernt. In der drei Minuten langen Szene wird der Suizid der Protagonistin gezeigt.

„Während wir uns auf den Start der dritten Staffel im Sommer vorbereiten, haben wir die Debatte über die Serie aufmerksam verfolgt. Basierend auf Ratschlägen von medizinischen Fachleuten, unter ihnen Dr. Christine Moutier, Leiterin der US-Stiftung für Suizidprävention, haben wir mit dem Serienschöpfer Brian Yorkey sowie seinen Produzenten entschieden, (…) die Szene zu bearbeiten, in der sich Hanna das Leben nimmt“, teilte Netflix heute via Twitter mit.

An den drastischen Bildern und auch der Serie an sich hatte es scharfe Kritik von Medizinerinnen und Medizinern gegeben. Erst Anfang Mai sorgte eine Studie für Aufsehen, die Hinweise auf eine Zunahme der Suizide unter US-amerikanischen Jugendlichen und dem Start von „Tote Mädchen lügen nicht“ im Jahr 2017 fand.

In der bearbeiteten Szene ist Protagonistin Hanna (gespielt von Katherine Langford) laut „Hollywood Reporter“ nun zu sehen, wie sie in den Spiegel schaut, ehe die Reaktion ihrer Eltern auf die Geschehnisse zu sehen ist.

Leute

Panorama

Eine Straße in Harlech im Norden von Wales ist laut Guinness-„Buch der Rekorde“ die steilste Straße der Welt. Sie löst damit den bisherigen Rekordhalter, die Baldwin Street im neuseeländischen Ort Dunedin, ab.

Während Letztere auf „nur“ 35 Prozent Steigung kommt, schafft die Ffordd Pen Llech in Harlech im steilsten Abschnitt 37,45 Prozent Neigung. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Harlech waren laut BBC seit Jahren überzeugt, dass ihre Harlech Street, die zu einer Burg hinaufführt, die steilste der Welt ist.

Gyn Headley hörte vom Weltrekord der neuseeländischen Konkurrenzstraße. Spätestens als er mit seinem Auto bei voll angezogenen Bremsen die Ffordd Pen Llech hinuntergerutscht sei, sei er überzeugt gewesen, dass es die steilste Straße sein müsse.

Nun wurde tatsächlich vermessen, und die Gemeinde reichte die Straße beim Guinness-„Buch der Rekorde“ ein – erfolgreich.

Drogenrückstände im Abwasser könnten Alligatoren und andere Tiere in Rauschzustände versetzen – davor hat jetzt eine Polizeibehörde im US-Bundesstaat Tennessee gewarnt. In einem Facebook-Beitrag riefen die Polizisten deshalb dazu auf, Drogen nicht in die Toilette zu spülen.

„Enten, Gänse und andere Vögel halten sich regelmäßig an unseren Teichkläranlagen auf“, zitierte der Fernsehsender CNN gestern die Behörde. „Und wir schaudern bei dem Gedanken daran, was einer davon tun würde, der total aufgeputscht durch Methamphetamin ist.“ Fließe das Wasser anschließend weiter bis zum Fluss Shoal Creek im Bundesstaat Alabama, könnten dort auch Alligatoren mit den Drogenrückständen in Berührung kommen.

Die Abwasserbehörde lege Wert darauf, nur gründlich gesäubertes Wasser aus den Teichkläranlagen in die Flüsse zu leiten. „Aber sie sind nicht wirklich auf Meth vorbereitet“, schrieb die Polizei. Sie forderte die Menschen auf, Drogen und auch verschreibungspflichtige Medikamente zur Entsorgung besser auf die Reviere zu bringen.

Bregenzer Festspiele