Inland

Auch die von der SPÖ beantragte „namentliche Abstimmung“ hat nichts am heutigen Beschluss der zur Sozialhilfe mutierten Mindestsicherung geändert. ÖVP und FPÖ nützten ihre Mehrheit, die drei Oppositionsparteien stimmten dagegen.

Was beschlossen wurde, ist ein Rahmengesetz, dem die Länder Ausführungsgesetze folgen lassen müssen. Die Vorgaben sind verbindlich, Spielraum haben die Länder im Wesentlichen bei den Wohnkosten und bei einem Bonus für Alleinerziehende.

Abzüge bei mangelnden Sprachkenntnissen

Das Rahmengesetz sieht grundsätzlich eine Maximalsumme in der Höhe des Netto-Ausgleichszulagenrichtsatzes vor, das sind 885,47 Euro für 2019. Für Paare sind es zweimal 70 Prozent des Richtsatzes, das sind derzeit 1.239,66 Euro. 300 Euro müssen davon jedoch abgezogen werden, und zwar dann, wenn keine Deutschkenntnisse auf Niveau B1 oder Englischkenntnisse auf Niveau C1 vorliegen. Den Ländern wird ein Wohnzuschlag von bis zu 30 Prozent ermöglicht.

Für Menschen mit Behinderung ist zwingend ein Bonus von 18 Prozent vorgesehen, Alleinerziehenden kann von den Ländern ein Plus von zwölf Prozent gewährt werden. Heizkostenzuschüsse werden ebenso wie Spenden nicht gegengerechnet, eine Gewährung führt also zu keiner Kürzung der Sozialhilfe.

Bestehen bleibt die Möglichkeit der Länder, auf das Vermögen der Betroffenen zuzugreifen. Es gibt aber Ausnahmen, so soll etwa ein Auto, das zur Fahrt in die Arbeit benötigt wird, ausgenommen sein. Zudem wird ein „Schonvermögen“ von 600 Prozent des Ausgleichszulagenrichtsatzes (rund 5.300 Euro) definiert, auf das kein Zugriff möglich ist. Zugleich wird die „Schonfrist“ für den Zugriff auf das Eigenheim bzw. die pfandrechtliche Eintragung im Grundbuch von sechs Monaten auf drei Jahre erhöht.

Die Grazer Staatsanwaltschaft hat heute bestätigt, dass gegen rund 20 Personen aus dem Kreis der rechtsextremen Identitären wegen des Verdachts der Abgabenhinterziehung Ermittlungen im Laufen sind. „Wir gehen davon aus, dass es sich um mehr als 100.000 Euro handelt“, sagte Sprecher Arnulf Rumpold. Im Visier stehen auch Konten in Deutschland, Ungarn und Großbritannien.

Geldflüsse „nicht vollständig geklärt“

Die Staatsanwalt will klären, inwiefern es sich bei den Vereinen um „Scheinvereine“ handelt bzw. Gemeinnützigkeit besteht oder nicht. Die Auswertungen würden aber noch Zeit erfordern. Laut „Standard“ (Donnerstag-Ausgabe) soll es regelmäßig Löhne an Martin Sellner, Patrick Lenart und weitere Rechtsextreme gegeben haben. Das wurde nicht bestätigt. „Es ist noch nicht vollständig geklärt, welche Gelder wohin geflossen sind“, wie der Sprecher formulierte.

Wie lange die Ermittlungen noch dauern werden, stehe noch nicht fest: Das hänge auch davon ab, wie schnell die Rechtshilfeansuchen in den jeweiligen Ländern erfüllt würden. Gegenüber dem „Standard“ hielt Sellners und Lenarts Anwalt Bernhard Lehofer fest, dass sich „die Vermutung der Abgabenhinterziehung so wie sämtliche übrigen bis dato erhobenen Vorwürfe als unrichtig herausstellen wird“.

Mit Blick auf den Freispruch bezüglich der Bildung einer kriminellen Vereinigung sei auch der Vorwurf mangelnder Gemeinnützigkeit hinfällig, wurde Lehofer zitiert.

Vertreterinnen und Vertreter des Judentums und des Islam haben ein ausländerfeindliches Plakat des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ) Steiermark kritisiert. Dass dort Migrantinnen und Migranten als finstere Figuren dargestellt werden, sei „eindeutig rassistisch“, sagte der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch, heute im Ö1-Mittagsjournal. Die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) ortet Hetze gegen Muslime.

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Ausland

Die Regierungen in Berlin und Paris sowie die EU haben die erleichterte Vergabe russischer Pässe an Bürger in der Ostukraine scharf kritisiert. „Gemeinsam mit Frankreich verurteilen wir das russische Dekret, das die Verleihung der russischen Staatsangehörigkeit für die Bevölkerung in Teilen der Ostukraine erleichtern soll“, erklärte das Auswärtige Amt in Berlin heute im Kurzbotschaftendienst Twitter. Diese Regionen seien Teil des ukrainischen Staatsgebietes.

„Widerspricht Geist und Zielen der Minsker Vereinbarung“

Die russische Ankündigung „widerspricht Geist und Zielen der Minsker Vereinbarung“, kritisierte das Auswärtige Amt mit Blick auf die angestrebte Friedenslösung für die Ostukraine weiter. „Dies ist das Gegenteil des jetzt dringend gebotenen Beitrags zur Deeskalation.“

Moskau hatte gestern bekanntgegeben, dass für Bürger in der Ostukraine die Vergabe von russischen Pässen erleichtert werde. Ein von Präsident Wladimir Putin unterzeichnetes Dekret sieht vor, dass Menschen in den selbst erklärten Republiken Donezk und Lugansk im Osten der Ukraine künftig in einem vereinfachten Verfahren russische Pässe erhalten können. Demnach soll die Entscheidung der russischen Behörden über einen entsprechenden Antrag nicht länger als drei Monate dauern.

„Weiterer Angriff Russlands auf Souveränität der Ukraine“

Dem Dekret zufolge gehe es darum, „die Rechte und Freiheiten“ der Bürgerinnen und Bürger zu „schützen“. Es handle sich um eine „humanitäre“ Maßnahme. Die neuen Regeln beachteten „die allgemein akzeptierten Prinzipien und Normen des internationalen Rechts“.

Die Entscheidung sei „ein weiterer Angriff Russlands auf Souveränität der Ukraine“, erklärte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini. Der Zeitpunkt unmittelbar nach der ukrainischen Präsidentschaftswahl zeige „Russlands Absicht, die Ukraine weiter zu destabilisieren und den Konflikt zu verschärfen“.

Die britische Polizei hat in den vergangenen Tagen etwa 1.100 Klimaschützerinnen und -schützer in London festgenommen. Das bestätigte ein Polizeisprecher heute. Zum Abschluss ihrer Aktionen klebten sich einige Demonstrierende der Bewegung Extinction Rebellion (Rebellion gegen die Auslöschung) mit einer Substanz an den Eingang zur Londoner Börse oder kletterten auf einen Zug im Finanzviertel Canary Wharf.

Demonstranten in London
APA/AP/Matt Dunham

Auf Protestschildern war zu lesen: „Klimakatastrophe“ und „Ihr könnt das Geld nicht essen“. Die Finanzindustrie sei mitverantwortlich für die Zerstörung des Klimas und der Umwelt, sagte eine Sprecherin von Extinction Rebellion.

Auch Schauspielerin Emma Thompson beteiligt

Zuvor hatten die Demonstrierenden unter anderem das Areal um das Parlament und mehrere Brücken blockiert. An den Aktionen seit dem 15. April beteiligte sich auch die britische Schauspielerin Emma Thompson. Die Aktivistinnen und Aktivisten setzen auf weitgehend friedliche Aktionen, die von der Öffentlichkeit unterstützt werden.

Zum Abschluss der Demo ist ein Treffen im Hyde Park geplant. Die Bewegung kündigte „sehr bald“ weitere Aktionen an. Insgesamt waren 10.000 Polizistinnen und Polizisten in den vergangenen zwei Wochen in der Hauptstadt wegen der Proteste im Einsatz. Österreichische Mitglieder der Initiative hatten am 17. April in Wien demonstriert.

TV-Hinweis

EU

Laut einer heute veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage im Auftrag des Europaparlaments hat Österreich den dritthöchsten Anteil der EU-Austrittsbefürworterinnen und -befürwortern. Mit 21 Prozent liegt Österreich damit hinter Großbritannien (37 Prozent) und Tschechien (24 Prozent).

In allen EU-Ländern ist aber laut der im Februar und März durchgeführten Umfrage eine Mehrheit der Menschen für den EU-Verbleib. Selbst in Großbritannien würden derzeit 45 Prozent für „Remain“ stimmen. In Österreich sind 57 Prozent der Befragten für einen EU-Verbleib, 22 Prozent sind unentschlossen.

Am meisten Zustimmung in Luxemburg

Generell ist die Zustimmung zur EU stark. EU-weit halten 61 Prozent der Befragten die Mitgliedschaft ihres Landes in der Europäischen Union für eine gute Sache – in Österreich sind es nur 46 Prozent. 15 Prozent halten die EU für eine schlechte Sache, 38 Prozent sehen in der Europäischen Union weder etwas Gutes noch etwas Schlechtes.

Die höchsten Zustimmungsraten hat die EU in Luxemburg (86 Prozent), Niederlande (84 Prozent) und Irland (83 Prozent) – die geringsten in Tschechien (33 Prozent), Italien (36 Prozent) und Kroatien (40 Prozent).

Als wichtigste Themen im Europawahlkampf sehen die Österreicherinnen und Österreicher den sozialen Schutz, der Kampf gegen Klimawandel und den Umweltschutz sowie die Einwanderung. 39 Prozent der Österreicher gaben an, es sei „nicht wahrscheinlich“, dass sie an den EU-Wahlen teilnehmen. Für die Umfrage wurden europaweit 26.966 Interviews durchgeführt. In Österreich wurden 1.024 Personen befragt.

In das Brexit-Chaos kommt nach der Osterruhe wieder Bewegung. Laut „Daily Mail“ und „Sun“ könnte die britische Premierministerin Theresa May nächste Woche trotz dreimaligen Scheiterns ein viertes Mal über ihren Ausstiegsdeal mit der EU abstimmen lassen. Sollte der Vertrag durchgehen, würde sie zurücktreten.

Zuvor hatte es Berichte gegeben, dass May so bald wie möglich abgelöst werden sollte. Obwohl May ein Misstrauensvotum ihrer eigenen Konservativen Partei überstanden hat und damit eigentlich für ein Jahr praktisch unantastbar ist, rumorte es immer stärker innerhalb der Konservativen. Durch legistische Tricks hätte May zum Rücktritt genötigt werden sollen.

Teilnahme an EU-Wahl derzeit wahrscheinlich

Das einflussreiche 1922er-Komitee der Konservativen zeigte sich ablehnend zu diesen Plänen. Ein Mitglied sagte in der „Sun“, ein „Ende von May vor dem Brexit würde bedeuten, dass Boris (Johnson) kommt. Boris bedeutet ‚No Deal‘, und das bedeutet allgemeine Wahlen. Und das wäre das Ende des Brexits insgesamt.“

Nach derzeitigem Stand und den stockenden Verhandlungen zwischen Torys und Labour zur Erreichung eines Kompromisses für einen geregelten Brexit scheint eine Teilnahme Großbritanniens an der EU-Wahl Ende Mai unausweichlich zu sein. Außerdem gibt es schon zahlreiche Vorbereitungen in allen Parteien dazu. Der EU-Gipfel hatte zuletzt Großbritannien eine weitere Ausdehnung der Brexit-Frist bis Ende Oktober gegeben.

Am 26. Mai wählt Österreich seine Abgeordneten für das Europäische Parlament. Fünf Spitzenkandidaten und zwei Spitzenkandidatinnen sind für ihre Parteien in den Wahlkampf für das Rennen ums EU-Parlament gezogen.

Neben der Durchführung des Brexits ist die Zukunft der EU so viel diskutiert wie schon lange nicht. Was halten Sie für die zentrale Frage für die Zukunft der EU? Welche Rolle soll das Parlament spielen? Wie intensiv sollen die Vorgaben sein, „die aus Brüssel kommen“? Soll Europa wieder eine losere Föderation mit Wirtschaftsschwerpunkt werden oder sich politisch noch enger vernetzen und zu einer Art Bundesstaat werden?

Was liegt Ihnen zu Europa am Herzen, und was wollen Sie welchen Spitzenkandidaten fragen?

Illustration eines gelben Sessels
ORF.at

Im Rahmen der Serie „Ihre Frage zu Europa“ reist ORF.at den Spitzenkandidaten in den Wahlkampf nach und stellt die Fragen unseres Publikums. Und Ihre Frage kann dabei zum Zug kommen. Weil sie besonders prägnant ist oder eine Sorge zum Ausdruck bringt, die vielen anderen, die uns schreiben, ebenso am Herzen liegt. Stellen Sie auf ORF.at bis 29.4. Ihre Frage zu Europa!

Um Ihre Fragen zu stellen, nutzen Sie bitte das Onlineformular.

Wirtschaft

Der digitale Wandel bedeutet für den Arbeitsmarkt nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) tiefgreifende Veränderungen, birgt aber auch Chancen. Insgesamt seien Schätzungen zufolge in den kommenden 15 bis 20 Jahren 14 Prozent der Arbeitsplätze im OECD-Raum stark von Automatisierung bedroht, erklärte die Organisation heute.

Das seien „deutlich weniger“ als in einigen Studien dargelegt. Mit „massiver technologischer Arbeitslosigkeit“ sei kaum zu rechnen, sagte die Organisation mit Blick auf Befürchtungen, dass die Automatisierung in den kommenden beiden Jahrzehnten fast die Hälfte aller Arbeitsplätze vernichten könne. Dem OECD-Beschäftigungsausblick zufolge entstehen vielmehr zahlreiche Möglichkeiten, neue Jobs zu schaffen.

So gebe es etwa vollkommen neue Berufsfelder im Big-Data-Management, Roboteringenieurwesen und in der Drohnentechnik. Auch die Beschäftigungsqualität könne verbessert werden – etwa indem gefährliche und langweilige Aufgaben automatisiert würden. Arbeitskräfte könnten außerdem freier über ihre Arbeitszeit entscheiden, wodurch sich ihre Work-Life-Balance verbessere. Zudem lasse sich das Arbeitsumfeld sicherer und gesünder gestalten.

Aus einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank wird nichts. Die Gespräche über einen Zusammenschluss seien ergebnislos beendet worden, teilten die deutschen Institute heute in Frankfurt mit.

„Es läuft wohl auf einen Abbruch der Gespräche hinaus“, sagte zuvor eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Die zwei größten deutschen Privatbanken führten seit Mitte März formelle Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss, durch den die mit weitem Abstand größte deutsche Bank entstanden wäre. Dabei wären aber auch mehrere zehntausend Jobs weggefallen.

Ein unter anderem vom ÖAMTC durchgeführter Test nachrüstbarer Lkw-Abbiegeassistenten hat ergeben, dass alle vier überprüften Systeme ungeschützte Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer erkennen und einen Unfall verhindern können. Das teilte der ÖAMTC heute in einer Aussendung mit.

Nicht jeder Assistent arbeite in jedem Szenario gleich zuverlässig, aber alle vier Systeme erfüllen die Voraussetzungen, die z.B. in Deutschland gelten, um eine Nachrüstungs-Förderung zu erhalten.

Im Test am meisten überzeugt habe das Nachrüst-System AAS von MEKRA Lang, hieß es weiter. Die Kombination aus Radarsensor und Kamera-Monitor-System habe sich als sehr zuverlässig erwiesen.

Hofer über Testergebnis erfreut

Erfreut über das Ergebnis des ÖAMTC-Tests zeigte sich Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ): „Es ist mehr als positiv, dass es nun zumindest von bestimmten Herstellern funktionierende Abbiegeassistenzsysteme für Nachrüstungen gibt.“

Der verpflichtende Einbau eines Assistenten vor der vom EU-Parlament beschlossenen Einführung 2022 sei nach wie vor nicht geplant. Dies würde gegen EU-Recht verstoßen, begründete im Ministerium auf APA-Nachfrage. Die Typisierung der Lkw sei EU-Sache, es könne Klagen geben, wenn ein Land nun im Alleingang eine Verpflichtung einführe.

Die Sanierung der Möbelketten kika und Leiner wird für den Eigentümer Signa des Tiroler Immobilieninvestors Rene Benko zu einer teuren Angelegenheit. Allein die Modernisierung der 42 Filialen werde einen zweistelligen Millionenbetrag kosten, sagte kika/Leiner-Chef Reinhold Gütebier nun. Signa verpflichtete sich beim Kauf sogar, einen dreistelligen Millionenbetrag einzuschießen.

Bei den über 4.000 Angestellte zählenden Möbelketten liegt rund neun Monate nach der Übernahme durch Benko noch immer einiges im Argen. Gütebier räumte bei einem Pressegespräch weiteren Nachholbedarf ein, wenngleich man „auf einem hervorragenden Weg“ sei und die Zahlen seit seinem Antritt als CEO vor einem halben Jahr „deutlichst besser“ seien als im Restrukturierungsplan vorgesehen.

Möbelmarkt: XXXLutz-Gruppe ist Marktführer

Im November 2018 sei erstmals nach 15 Monaten wieder ein Umsatzplus erzielt worden, seither gehe es weiter bergauf. Auch seien in den letzten Monaten 137 Vollzeitbeschäftigte neu eingestellt worden. Konkrete Umsatzahlen gab der Manager auf Nachfrage allerdings nicht bekannt.

In der Branche wird der Österreich-Umsatz von kika und Leiner auf 700 Mio. Euro geschätzt, ein Rückgang von 13 Prozent gegenüber 2017. Damit ist die ehemalige Nummer eins auf dem heimischen Möbelmarkt noch weiter abgerutscht und liegt nun hinter Ikea auf Platz drei.

Der schwedische Möbelhändler erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2017/2018 in Österreich einen Umsatz von 761 Mio. Euro. Marktführer ist die XXXLutz-Gruppe, die sich als Gewinner der Krise bei kika und Leiner sieht.

Sport

Chronik

Die Kinder des deutschen Ex-Drogeriemarktkönigs Anton Schlecker müssen ins Gefängnis. In einem heute veröffentlichten Beschluss wies der deutsche Bundesgerichtshof in Karlsruhe die Berufungen von Meike und Lars Schlecker gegen ihre Ende 2017 ergangene Verurteilung unter anderem wegen Untreue, vorsätzlichen Bankrotts und vorsätzlicher Insolvenzverschleppung als ganz überwiegend unbegründet zurück.

Beide müssen nach dem nun rechtskräftigen Urteil für zwei Jahre und sieben Monate ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof reduzierte mit dem Beschluss lediglich das vom Landgericht Stuttgart verhängte Strafmaß gegen Lars Schlecker um zwei Monate und gegen Meike Schlecker um einen Monat.

Die Reduzierung betraf eine vom Stuttgarter Landgericht verhängte Einzelfreiheitsstrafe wegen Beihilfe ihres Vaters zum vorsätzlichen Bankrott. Anton Schlecker hatte seine Verurteilung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung ohne Rechtsmittel akzeptiert.

Mit der nun rechtskräftigen Verurteilung seiner Kinder dürfte die strafrechtliche Aufarbeitung der Insolvenz aus dem Jahr 2012 abgeschlossen sein. Als Folge der Pleite des lange den deutschen Drogeriemarkt dominierenden Unternehmens hatten Tausende Menschen ihre Jobs verloren.

Gesundheit

Religion

Die Wanderausstellung „Verschaff mir Recht“ macht auf die Kriminalisierung und Verfolgung von sexuellen Minderheiten weltweit aufmerksam. „Ich bin schwul und katholisch“, wird einer von zehn Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern (LSBT) aus neun Ländern zitiert, die in der Ausstellung über die Auswirkungen der Kriminalisierung auf ihr Leben sprechen – und über die Rolle, die die katholische Kirche dabei spielt.

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Science

Jungen Österreicherinnen und Österreichern ist Arbeit im Vergleich zu anderen Lebensbereichen wie Freizeit deutlich weniger wichtig als anderen Europäerinnen und Europäern. Sie sind aber eher bereit zu arbeiten, wenn es finanziell gar nicht notwendig wäre. Das zeigt eine Studie eines Forschungsteams der Uni Wien. Darin wurde untersucht, welchen Stellenwert Arbeit im Leben junger Menschen in Europa hat und was diese Wertvorstellung prägt.

Bernhard Kittel und Fabian Kalleitner vom Institut für Wirtschaftssoziologie der Universität Wien haben in ihrer im Fachjournal „The Annals of the American Academy of Political and Social Science“ veröffentlichten Arbeit gemeinsam mit griechischen Kollegen zwei verschiedene Dimensionen der Wichtigkeit von Arbeit unterschieden: einerseits ihre Bedeutung im Vergleich zu anderen Aspekten des Lebens wie Freizeit, andererseits die Bereitschaft zu arbeiten, auch wenn es aus finanziellen Gründen gar nicht notwendig wäre.

Vergleichbare Werte nur in Spanien

„Nur in Spanien konnten wir vergleichbar geringe Werte wie in Österreich für diesen Wert feststellen“, so Kittel in einer Aussendung. Ganz anders war dagegen das Ergebnis auf die Frage „Würden Sie auch dann noch weiterarbeiten, wenn Sie einen Geldbetrag geerbt hätten, der Ihnen ein bequemes Leben bis ans Ende Ihrer Tage erlaubt?“

Hier zeigten die 18- bis 35-Jährigen hierzulande eine besonders enge Verbundenheit zur Arbeit und waren mehr als andere bereit weiterzuarbeiten, auch wenn sie es gar nicht mehr müssten. „Für junge Österreicher ist Arbeit ein selbstverständlicher Teil des Lebens, jedoch nicht mehr dominierend, sondern ein Aspekt neben anderen Lebensbereichen wie Familie und Freizeit“, so Kittel im Bezug auf die Ergebnisse.

Die für die Studie genutzten Daten stammen aus dem Projekt CUPESSE (Cultural Pathways to Economic Self-Sufficiency and Entrepreneurship), in dem die kulturellen und sozialen Bedingungen von Jugendbeschäftigung in Dänemark, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Österreich, Spanien, Tschechien, Ungarn, der Schweiz und der Türkei erhoben wurden.

Angesichts der fortschreitenden Eisschmelze in der Antarktis hat die zweitgrößte Kaiserpinguinkolonie der Welt in den vergangenen drei Jahren praktisch keinen Bruterfolg mehr gehabt. Das ist das alarmierende Ergebnis der Studie „British Antarctic Survey“ (BAS), die am Welttag der Pinguine heute veröffentlicht wurde.

Zu der Kolonie in der Halley-Bucht im Weddell-Meer gehören normalerweise bis zu 25.000 Brutpaare. Das Forschungsteam nutzt seit einem Jahrzehnt hochauflösende Satellitenbilder, um die Größe der Halley-Bucht- und anderer Pinguinkolonien zu analysieren. Anhand der Dichte der Population lasse sich ihre Zahl schätzen, so BAS-Experte Peter Fretwell.

2016 habe ungewöhnlich warmes und stürmisches Wetter zu Brüchen des Meereseises geführt, auf dem die Kaiserpinguine üblicherweise brüten. In dieser Brutsaison habe den Satellitenbildern zufolge fast keines der Kücken überlebt. 2017 und 2018 wiederholte sich dieser Misserfolg.

Zahl der Kaiserpinguine schrumpft rasant

Die Kolonie von der Halley-Bucht sei dadurch „so gut wie verschwunden“, schrieben die Studienautoren. Dafür sei eine Pinguinkolonie in der Nähe deutlich gewachsen. Viele der Pinguine aus der Halley-Bucht hätten hier nach sichereren Brutbedingungen gesucht.

BAS-Pinguinexperte Phil Trathan sagte, es sei ungewiss, ob das Aufbrechen der Eisflächen an der Halley-Bucht durch den Klimawandel verursacht wurde. „Aber solch ein vollständiger Misserfolg beim Brüten ist an diesem Ort noch nie da gewesen.“

Kaiserpinguine sind die größte Pinguinart überhaupt, sie werden bis zu 1,30 Meter groß. Angesichts der Erderwärmung droht ihr Bestand bis zum Ende dieses Jahrhunderts um bis zu 70 Prozent zu schrumpfen.

Kultur

In einem Archiv des Schriftstellers Anthony Burgess ist ein bisher unbekannter Nachfolger zu seinem Roman „A Clockwork Orange“ („Uhrwerk Orange“) gefunden worden. Der 1993 gestorbene Autor bezeichnete das unvollständige, rund 200 Seiten starke „The Clockwork Condition“ selbst als „großes philosophisches Statement über die Umstände des Menschseins“, schreibt die BBC.

Der Nachfolger des 1962 veröffentlichten Romans entstand in den Jahren 1972 und 1973, unmittelbar nach der Verfilmung von „A Clockwork Orange“ durch Stanley Kubrick. Das Manuskript wurde nie veröffentlicht und in Burgess’ Haus in Bracciano in der Nähe Roms gefunden.

Veröffentlichung „theoretisch“ möglich

Der Direktor des Burgess-Archivs, Andrew Biswell, nannte die Fortsetzung „bemerkenswert“ und sagte, sie werfe „neues Licht auf Burgess, Kubrick und die Kontroverse um den berüchtigten Roman“.

Biswell sagte, man könnte Burgess’ Werk „theoretisch“ veröffentlichen. „Es ist genug Material in den Entwürfen und Skizzen, um einen ziemlich klaren Eindruck zu vermitteln, was dieses Burgess-Buch gewesen sein könnte“, so Biswell.

Heute Abend werden im Wiener Volkstheater die Amadeus Awards vergeben. ORF eins überträgt live-zeitversetzt ab 21.55 Uhr. Anlässlich der Preisverleihung hat sich die FM4-Redaktion durch die letzten 20 Jahre Musik aus Österreich gehört und daraus 100 Lieblingssongs gekürt, die über den Tag verteilt gespielt werden.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Die chinesische Schauspielerin Fan Bingbing, die ein knappes Jahr nicht in der Öffentlichkeit aufgetreten war und lange als verschollen galt, ist diese Woche wieder öffentlich aufgetreten. Fan, die als einer der größten Stars Chinas gilt, nahm am Montag an einer Gala eines chinesischen Streaming-Dienstes teil, wie der „Guardian“ schreibt.

Die 37-Jährige wurde seit Juli 2018 nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Erst im Februar gab es überhaupt das erste Lebenszeichen der Schauspielerin seit einigen Monaten, als sie ein Video auf Instagram veröffentlichte. Das plötzliche Verschwinden der Schauspielerin sorgte für zahlreiche Gerüchte, etwa dass sie aus China geflohen oder im Gefangenschaft sei.

Strafe wegen Steuerhinterziehung

Im vergangenen September wurden diese Gerüchte weiter angeheizt, als Fan auf einer Rangliste für „sozial verantwortungsvolles“ Verhalten keinen einzigen Punkt erreichte. Zuvor gab es Vorwürfe, sie habe Steuern hinterzogen. Um diese Zeit herum wurden auch Berichte veröffentlicht, in denen zu lesen war, dass die Schauspielerin „unter Kontrolle“ gebracht wurde.

Im Oktober wurde Fan schließlich für Steuerhinterziehung bestraft und musste rund 883 Mio. Yuan (rund 117 Mio. Euro) zahlen.

Gemischte Reaktionen auf Comeback

Dass die Schauspielerin wieder in der Öffentlichkeit zu sehen ist, sorgte für gemischte Reaktionen. In chinesischen Sozialen Netzwerken wie Weibo soll es zahlreiche negative Kommentare gegeben haben, die Fan als „skandalösen Promi“ bezeichneten und meinten, wie sie es „wagen kann zurückzukehren“. Auf ihrem Instagram-Account überwog unter ihren Anhängerinnen und Anhängern hingegen die Freude über ihre Rückkehr.

Lifestyle

Panorama

In Mexiko-Stadt will die Politik dem Verkauf von kaltem Bier den Riegel vorschieben. Ein Vorstoß der MORENA-Partei, der auch die Bürgermeisterin angehört, will damit den Alkoholkonsum einschränken. Der Hashtag „#ConLasCervezasNo“ – in etwa das spanische Äquivalent zu „Mei Bier is ned deppat“ – wurde daraufhin zum Trend in Sozialen Netzwerken.

Konkret sollen davon Bier und Getränke mit einem Alkoholgehalt von weniger als sieben Prozent, die „gekühlt oder anders als in Umgebungstemperatur“ sind, betroffen sein. Weiters müssten Geschäfte mit Schildern auch davor warnen, in der Öffentlichkeit zu trinken.

Alkohol besonders günstig

In Sozialen Netzwerken war der Vorstoß Ziel von Spott und Hohn: „Es ist unglaublich, dass unsere Politiker über so viele Blödheiten nachdenken, ohne echte Probleme in Mexiko-Stadt und Mexiko anzugehen“, zitierte der „Guardian“ einen Tweet.

In Mexiko-Stadt gibt es viele kleine Geschäfte, die Alkohol zu besonders günstigen Preisen verkaufen. Befürchtet wird, dass durch das Verbot für kaltes Bier stattdessen mehr harter Alkohol verkauft wird. Laut „Guardian“ ist Trinken in der Öffentlichkeit ein Problem in Mexiko, einer Umfrage zufolge sehen drei Viertel der Bevölkerung Alkohol auf der Straße als Hauptgrund für „kriminelles Verhalten“.