Ausland

Vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in der Ukraine haben sich die beiden Kandidaten eine hitzige Debatte vor Tausenden Menschen im Olympiastadion in Kiew geliefert. Amtsinhaber Petro Poroschenko und der Komiker Wolodymyr Selenski gaben sich auf der Bühne in der Arena mit 70.000 Plätzen heute Abend zwar zunächst die Hände. Sie gingen aber prompt zu scharfen Angriffen aufeinander über.

Ukrainischer Präsident Petro Poroschenko und der Komiker Wolodymyr Selenski
AP/Vadim Ghirda

Selenski sagte zum Auftakt, dass er selbst vor fünf Jahren Poroschenko als Hoffnungsträger gewählt habe. „Es war ein Fehler“, sagte der Favorit vor der Abstimmung an diesem Sonntag (21. April). Die krisengeschüttelte Ex-Sowjetrepublik sei heute das ärmste Land – unter „dem reichsten Präsidenten“. Poroschenko, der selbstsicher und mit einem Lächeln auftrat, wies Vorwürfe der Korruption zurück.

Gegenseitige Vorwürfe

Der Amtsinhaber warnte vor der Gefahr, dass Russland mit seinem Präsidenten Wladimir Putin die Kontrolle über die Ukraine erlangen könne. „Wir stehen heute vor äußeren Herausforderungen, die vom Präsidenten Mut, Kraft, internationale Erfahrung erfordern“, sagte er. Poroschenko bezeichnete seinen Herausforderer als unfähig, den russischen Aggressor zu besiegen. Während Poroschenko nur Ukrainisch sprach, wechselte Selenski zeitweise ins Russische.

Der 41-jährige Selenski sagte, dass er sich im Gegensatz zu Poroschenko noch nie mit Putin getroffen habe. Er warf dem Staatschef vor, den Krieg im Osten der Ukraine – anders als vor fünf Jahren versprochen – nicht beendet zu haben. „Ich bin nicht ihr Opponent, ich bin ihr Urteil“, sagte Selenski. Er wolle nur eine Amtszeit regieren und dafür sorgen, dass die korrupte Machtelite verschwinde. Mehrere Fernsehsender übertrugen die Debatte – auch in Russland.

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic, Chef der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS), hat heute Zigtausende seiner Anhänger und Anhängerinnen bei einer Großkundgebung in Belgrad versammelt. Die Kundgebung unter dem Motto „Zukunft Serbiens“ wurde als mächtige Unterstützung für den Staatschef und seine Politik empfunden.

Die Erwartungen, dass sich in Belgrad mehr als 100.000 Menschen versammeln würden, durften laut einigen Medienberichten weit überschritten worden sein.

Auch Auslandsserben bei Kundgebung

Anhänger und Anhängerinnen aus allen Landesteilen, aber auch aus dem Kosovo, Nordmontenegro und aus der Republika Srpska, die in der Hauptstadt schon in den frühen Nachmittagsstunden eintrafen, trugen serbische Flaggen und Spruchbänder, auf welchen die Unterstützung für den Präsidenten bekundet war.

An der Kundgebung nahmen auch Ministerpräsidentin Ana Brnabic, Außenminister Ivica Dacic und Bosniens Präsidiumsmitglied Milorad Dodik teil. Unterstützung erhielt Vucic auch von Ungarns Außenminister Peter Szijjarto.

Serbiens Präsident ist seit Anfang Dezember mit Protesten unzufriedener Bürgern und Bürgerinnen konfrontiert, die einmal wöchentlich in Belgrad und anderen Städten auf die Straße gehen. Verlangt wird sein Rücktritt, aber auch Medienfreiheit.

Frankreich erwartet morgen auch wieder Proteste der „Gelbwesten“-Bewegung. Die Pariser Polizeipräfektur hat Demonstrationen rund um Notre-Dame verboten. Auch in der unmittelbaren Umgebung darf nicht protestiert werden – besonders am linken Seine-Ufer. Demonstrationen sind außerdem erneut rund um die Prachtmeile Champs-Elysees verboten – hier war es in der Vergangenheit immer wieder zu heftigen Ausschreitungen gekommen.

Macron hält Rede kommende Woche

Die „Gelbwesten“ demonstrieren seit Mitte November gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron und eine als zu niedrig empfundene Kaufkraft. Macron wollte am Montag eigentliche Maßnahmen zur Beruhigung des politischen Klimas verkünden – sagte seine TV-Ansprache aber wegen des Brandes ab. Nun sollen die Pläne am kommenden Donnerstag vorgestellt werden.

Nach der Absage von Macrons Fernsehauftritt war der Text der geplanten Ansprache durchgesickert. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP sah er unter anderem Steuersenkungen und Entlastungen für Rentner vor. Laut Redetext wollte der Staatschef zudem Volksbefragungen ermöglichen, wie sie die „Gelbwesten“ fordern – allerdings vorwiegend zu „Themen von lokalem Interesse“. Darüber hinaus sah das Redemanuskript vor, die Pariser Elitehochschule Ecole Nationale d’Administration (ENA) abzuschaffen. Inwiefern sich die für Donnerstag geplante Rede mit den Inhalten deckt, die bei der Fernsehansprache hätten verkündet werden sollen, ist unklar.

Wut über Millionenspenden für Notre-Dame

Für das Osterwochenende hatten einige Führungsfiguren der zersplitterten Bewegung bereits vor Wochen zu Protesten aufgerufen und mobilisiert. „Wir fordern alle unsere Bürger auf, auf unfriedliche und gelbe Weise nach Paris zu reisen“, heißt es in einem aktuellen Aufruf der Bewegung auf Facebook. Wut unter den „Gelbwesten“ haben auch die Millionenspenden für den Wiederaufbau der Kathedrale ausgelöst.

Nach dem Feuer hatten französische Milliardärsfamilien immense Summen versprochen. „Was ‚Notre-Dame‘ betrifft, so ist es gut, dass die Milliardäre eine Milliarde Euro finden konnten, aber 140.000 Obdachlose, das interessiert niemanden!“, heißt es in dem Facebook-Aufruf weiter. „Wieder einmal ist die Bedrohung ernst und erfordert verstärkte Maßnahmen“, sagte Innenminister Christophe Castaner und kündigte ein großes Sicherheitsaufgebot an.

Die andauernden Proteste der „Gelbwesten“ hatten eine tiefe Spaltung der französischen Gesellschaft offengelegt. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo hatte bei einem Festakt am Donnerstag zu einem Schulterschluss der Franzosen aufgerufen. „Die Zeit des Wiederaufbaus muss eine Zeit der Einigkeit werden“, forderte sie in einer emotionsgeladenen Rede vor dem Pariser Rathaus.

Der Bruder des Toulouse-Attentäters Mohamed Merah ist in Frankreich zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Sondergericht in Paris sprach Abdelkader Merah heute im Berufungsverfahren der Komplizenschaft an den sieben von seinem Bruder begangenen Morden schuldig. Sein Anwalt kündigte umgehend Revision an.

In erster Instanz war der heute 36-Jährige zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht hatte Merah damals der Mitgliedschaft in einer „terroristischen, kriminellen Vereinigung“ für schuldig befunden, ihn aber vom Vorwurf der Komplizenschaft freigesprochen.

„Stolz“ gegenüber Bruder bekundet

Das Sondergericht in Paris sah es aber als erwiesen an, dass Abdelkader Merah ein Komplize seines jüngeren Bruders war. Er habe einen Motorroller gestohlen, den Mohamed Merah bei den Anschlägen nutzte, erklärte das Gericht in seiner Urteilsbegründung. Er habe seinem Bruder, über dessen Pläne er informiert gewesen sei, damit bei der Vorbereitung der Attacken geholfen. Zudem habe er während der Ermittlungen „Stolz“ über seinen Bruder bekundet und keinerlei Reue gezeigt.

Mohamed Merah hatte 2012 im Großraum Toulouse sieben Menschen getötet. Er erschoss zunächst drei Soldaten und dann drei Schüler und einen Lehrer einer jüdischen Schule. Die Taten sorgten in Frankreich für Entsetzen. Nach einer Großfahndung wurde der Islamist von Polizisten erschossen.

Urteil für Verteidigung „unverständlich“

Der Anwalt von Abdelkader Merah, Eric Dupond-Moretti, nannte den Richterspruch „unverständlich“. Eine Haftstrafe von 30 Jahren wegen Komplizenschaft sei völlig ungewöhnlich. „Alle Justizexperten sind überrascht von diesem Urteil“, sagte er zur Begründung für die Revision. Der Fall geht nun vor den Kassationshof als oberste französische Instanz.

Die Strafe für einen zweiten Angeklagten, Fettah Malki, senkte das Gericht im Berufungsverfahren ab. Er muss nun für zehn Jahre ins Gefängnis, weil er Mohamed Merah eine Waffe und eine kugelsichere Weste geliefert hatte. In erster Instanz hatte er noch 14 Jahre Haft erhalten.

Mit einem Gedenkkonzert ist erstmals offiziell der Toten des Konzentrationslagers Buchenwald gedacht worden, die im Krematorium auf dem Weimarer Friedhof eingeäschert wurden. „Das alles zeigt, mit welcher Normalität diese Grausamkeit der NS-Zeit Alltag gewesen ist“, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) heute in Weimar.

Dieser Alltag sei es, der heute immer wieder mobilisieren müsse, ein Stoppzeichen gegen rechte Tendenzen, gegen Menschenfeindlichkeit zu setzen. Und dafür sei Erinnerung wichtig, sagte Ramelow.

3.500 binnen drei Jahren getötet

Vertreter der jüdischen Landesgemeinde und der evangelischen Kirche verlasen Namen der Opfer, die in dem KZ der Nationalsozialisten gestorben waren und in dem Krematorium verbrannt wurden. Insgesamt handelte es sich um 3.500 Menschen im Zeitraum zwischen 1937 und 1940. Unter ihnen waren Deutsche, Polen, Österreicher, Tschechen. Mit einer Schweigeminute wurde eine Gedenktafel enthüllt.

Das Konzert als Teil der Bach Biennale Weimar begann mit der 1715 in Weimar entstandenen Kantate von Johann Sebastian Bach „Nur jedem das Seine“. Der aus der Antike stammende Spruch „Jedem das Seine“ wurde 1938 am KZ-Lagertor angebracht. „Weimars genetischer Code ist die Ambivalenz zwischen Hochkultur und Untergang“, sagte Ramelow vor dem Konzert. Von der Staatskapelle Weimar wurden auch Kompositionen aufgeführt, die auf zwei Gedichten eines Buchenwald-Häftlings basieren.

Das KZ war 1937 von den Nationalsozialisten auf dem Ettersberg bei Weimar errichtet worden. Bis 1945 kamen dort 56.000 Menschen ums Leben.

Mehr als sechs Monate nach dem Mord an dem saudischen Journalisten und Regierungskritiker Jamal Khashoggi in Istanbul hat die Türkei zwei angebliche saudische Spione festnehmen lassen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete heute Nachmittag, dass die Männer auf Befehl des Istanbuler Staatsanwalts inhaftiert worden seien. Man prüfe, ob die Verdächtigen Verbindungen zum Mord an Khashoggi hätten.

Khashoggi war Anfang Oktober im saudischen Konsulat im Istanbuler Stadtviertel Besiktas getötet worden. Die türkischen Behörden machen ein aus Saudi-Arabien angereistes Mordkommando dafür verantwortlich. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte mehrfach betont, „höchste Kreise“ seien involviert. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman wird auch international verdächtigt, die Tat in Auftrag gegeben oder zumindest von ihr gewusst zu haben.

Inland

EU

Am 26. Mai wählt Österreich seine Abgeordneten für das Europäische Parlament. Fünf Spitzenkandidaten und zwei Spitzenkandidatinnen sind für ihre Parteien in den Wahlkampf für das Rennen ums EU-Parlament gezogen.

Neben der Durchführung des Brexits ist die Zukunft der EU so viel diskutiert wie schon lange nicht. Was halten Sie für die zentrale Frage für die Zukunft der EU? Welche Rolle soll das Parlament spielen? Wie intensiv sollen die Vorgaben sein, „die aus Brüssel kommen“? Soll Europa wieder eine losere Föderation mit Wirtschaftsschwerpunkt werden oder sich politisch noch enger vernetzen und zu einer Art Bundesstaat werden?

Was liegt Ihnen zu Europa am Herzen, und was wollen Sie welchen Spitzenkandidaten fragen?

Illustration eines gelben Sessels
ORF.at

Im Rahmen der Serie „Ihre Frage zu Europa“ reist ORF.at den Spitzenkandidaten in den Wahlkampf nach und stellt die Fragen unseres Publikums. Und Ihre Frage kann dabei zum Zug kommen. Weil sie besonders prägnant ist oder eine Sorge zum Ausdruck bringt, die vielen anderen, die uns schreiben, ebenso am Herzen liegt. Stellen Sie auf ORF.at bis 29.4. Ihre Frage zu Europa!

Um Ihre Fragen zu stellen, nutzen Sie bitte das Onlineformular.

Wirtschaft

Ein ungewöhnlicher Streit tobt zwischen den Kernaktionären der börsennotierten 3-Banken BKS (Klagenfurt), BTV (Innsbruck) und Oberbank (Linz). In der Regionalbankengruppe wird gemutmaßt, dass die an den drei Banken beteiligte UniCredit Bank Austria nach der BKS und womöglich gleich nach der ganzen Regionalbankengruppe greift. In der Bank Austria wurde am Abend beides dementiert.

Die UniCredit Bank Austria kontrolliere keine der 3-Banken und beabsichtige auch nicht, die Kontrolle an der BKS oder an den anderen Regionalbanken zu erlangen, sagte ein Bank-Austria-Sprecher zur APA. Das entspreche auch nicht dem aktuellen strategischen Plan. Die Beteiligung an den 3-Banken sei nicht strategisch, fügte er hinzu.

„Überraschender“ Antrag auf Sonderprüfung

Angelpunkt der aktuellen Mutmaßungen bei der BKS war ein für die Öffentlichkeit überraschender Antrag der UniCredit Bank Austria auf Sonderprüfung von Kapitalerhöhungen bei der Kärntner Regionalbank. Dieser Antrag kam am Karfreitag kurz vor Fristende auf die Tagesordnung zur Hauptversammlung am 8. Mai. Er hat mit den Kreuzbeteiligungen der 3-Banken untereinander und namentlich an deren Teilnahme an Kapitalerhöhungen zu tun.

BKS-Vorstandschefin Herta Stockbauer geht nicht davon aus, dass der Bank-Austria-Antrag in der Hauptversammlung die Mehrheit erhält, wie sie zur APA sagte. Der Antrag in letzter Minute sei „überraschend gekommen, das kann man wohl sagen. Für uns ist das ein Rätsel.“

Es werde pauschal in den Raum gestellt, dass Kapitalerhöhungen seit 1994 nicht wirksam gewesen sein sollen. Wechselseitige Beteiligungen seien in Österreich aber erlaubt, würden in vielen Gruppen gehandhabt. Da gebe es nichts zu rütteln. Die Bank Austria wirft ganz konkret der BKS im Zusammenhang mit Kapitalerhöhungen zwischen 1994 und 2018 Verstöße gegen die Corporate Governance und gegen das Aktienrecht vor. Anfragen an die Bankorgane seien bisher nicht beantwortet, „Vermutungen“ vor der Hauptversammlung nicht ausgeräumt worden.

Chronik

In Imst in Tirol ist heute Nachmittag eine Filiale der Drogeriekette Bipa überfallen worden. Ein mit einem Messer bewaffneter Mann bedrohte eine Kassiererin und zwang sie zur Herausgabe von Bargeld, sagte ein LKA-Ermittler der APA. Wenig später konnte der Verdächtige im Zuge einer Alarmfahndung festgenommen werden. Verletzt wurde niemand.

Ob weitere Personen bedroht wurden, war vorerst unklar. Die Ermittlungen zum genauen Tathergang waren im Gange.

Wegen falscher Spendenaufrufe für den Wiederaufbau von Notre-Dame hat die Pariser Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eingeleitet. Man ermittle wegen organisierten Bandenbetrugs, teilte die Staatsanwaltschaft heute mit. Zuvor hat die französische Kulturerbestiftung Fondation du Patrimoine Anzeige erstattet, weil Unbekannte in ihrem Namen Spenden sammeln würden.

Die Stiftung hatte bereits kurz nach dem Brand eine Sammlung für den Wiederaufbau gestartet. Die Staatsanwaltschaft rief zur Wachsamkeit auf. Unbekannte würden versuchen, per E-Mail und Telefon Spenden einzutreiben und ihre Opfer dazu aufrufen, das Geld per Überweisung auf ihr Bankkonto zu überweisen. Auch das Innenministerium hatte schon vor Betrügern gewarnt und auf die offizielle Website der Regierung verwiesen.

Unbekannte haben in der Demokratischen Republik (DR) Kongo erneut ein Ebola-Zentrum angegriffen und dabei einen Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) getötet. Die WHO trauere nach dieser „abscheulichen“ Attacke um einen „lieben Kollegen“, der im Kampf gegen Ebola Leben gerettet habe, erklärte der Chef der Organisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, heute via Twitter.

Bei dem bewaffneten Angriff auf die Universitätsklinik in der Stadt Butembo sei ein Arzt getötet worden, zwei weitere Menschen seien verletzt worden, sagte der örtliche Polizeichef Richard Kitangala.

Immer wieder Angriffe auf Ebola-Zentren

Butembo in der Provinz Nord-Kivu liegt im Zentrum der gegenwärtigen Ebola-Epidemie. Es handelt sich um den bisher zweitschwersten bekannten Ausbruch des lebensgefährlichen hämorrhagischen Fiebers. Wegen wiederholter Angriffe auf Ebola-Zentren und aktiver Milizen in der Region ist es Helfern bisher nicht gelungen, die Epidemie unter Kontrolle zu bringen.

In der Klinik in Butembo befindet sich örtlichen Medien zufolge ein Transitzentrum für Ebola-Patienten. Dort werden Patienten unter strengen Sicherheitsvorkehrungen auf eine Infektion hin untersucht. Erkrankte werden von dort in ein Behandlungszentrum verlegt.

In Nord-Kivu und im angrenzen Ituri sind bereits rund 1.300 Menschen an Ebola erkrankt, mehr als 840 starben infolge der Infektion. Um den Ausbruch einzudämmen, haben in der Region bereits rund 100.000 Menschen einen experimentellen Ebola-Impfstoff erhalten.

Ein Elternpaar im US-Bundesstaat Kalifornien, das seine 13 Kinder jahrelang unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen gehalten hatte, ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das heute von einem Gericht im kalifornischen Riverside verkündete Urteil sieht vor, dass der 57-jährige David Turpin und seine 50-jährige Frau Louise mindestens 25 Jahre ihrer Strafe verbüßen müssen.

Das Ehepaar hatte sich im Februar schuldig bekannt. Beide gaben zu, zwölf ihrer 13 Kinder gefoltert zu haben. Die Polizei hatte das Martyrium der Geschwister im Jänner vergangenen Jahres beendet, nachdem eine damals 17-jährige Tochter durch ein Fenster geflüchtet war und den Notruf gewählt hatte.

Über langen Zeitraum hinweg misshandelt

Manche der Geschwister im Alter zwischen seinerzeit zwei und 29 Jahren waren mit Vorhängeschlössern an ihre Betten gekettet. Sie waren stark unterernährt, weshalb die Polizei sie zunächst allesamt für minderjährig hielt. Später stellte sich heraus, dass sieben von ihnen bereits erwachsen waren.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die Kinder in dem „Horrorhaus“ – so die Bezeichnung in US-Medien – in der Kleinstadt Perris östlich von Los Angeles über einen langen Zeitraum hinweg misshandelt. Ihnen sei nicht erlaubt worden, öfter als ein einziges Mal im Jahr zu duschen. Arztbesuche seien ihnen verboten gewesen. Oft hätten sie nicht einmal auf die Toilette gehen können, weil die Eltern ihnen die Fesseln nicht hätten abnehmen wollen.

Seit ihrer Befreiung befinden sich die Geschwister in der Obhut von Kinderbetreuungsdiensten. In den Gerichtsanhörungen sagten einige von ihnen, dass sie ihre Eltern weiterhin liebten.

Beim Einsturz einer Wand sind in einer Kirche in Südafrika 13 Menschen ums Leben gekommen. Nach Behördenangaben wurden bei dem Unglück gestern Abend zudem mehr als ein Dutzend Menschen verletzt. Einige von ihnen schwebten heute weiter in Lebensgefahr.

Das Unglück in der Stadt Dlangubo in der Provinz KwaZulu-Natal geschah nach Angaben eines Behördenvertreters während eines Ostergottesdienstes am späten Abend. Nach schweren Regenfällen und starkem Wind sei die Wand „auf die Gläubigen gefallen“, berichtete Lennox Mabaso. Zunächst hatte es geheißen, das Dach der Kirche sei eingestürzt.

Bilder vom Unglücksort zeigten eine zur Kirche umgebaute Lagerhalle, eine Mauer aus Ziegelsteinen an der Stirnseite ist vollständig eingestürzt. Ein Sprecher der Rettungskräfte in der Provinz bestätigte die Angaben. „Was für eine Tragödie“, twitterte Robert McKenzie angesichts der 13 Opfer. 16 Verletzte seien nach dem Einsturz ärztlich behandelt worden. Einige von ihnen befänden sich noch in Lebensgefahr.

Gesundheit

Die Cholera-Epidemie im Jemen droht sich nach Angaben von Oxfam deutlich zu verschärfen. Die Hilfsorganisation warnte vor einem „massiven Anstieg“ der Fälle. Seit Jahresbeginn seien bereits rund 195.000 Menschen neu infiziert worden. In Jemen herrscht seit dem Jahr 2016 eine weitreichende Cholera-Epidemie, die bisher etwa 3.000 Menschen das Leben gekostet hat. In einer Oxfam-Erklärung ist nun die Rede von „wachsender Angst“ davor, dass der „schwerste Cholera-Ausbruch der Welt“ sich noch einmal deutlich verschlimmern könnte.

Nach Angaben der UNO machen Kinder unter fünf Jahren fast ein Drittel der neu Erkrankten aus. Vom aktuellen Wiederausbruch sind sechs Regierungsbezirke des vom Krieg zerstörten Landes betroffen, darunter die Provinzen Hudaida und Sanaa. Cholera ist eine bakterielle Infektion, die durch verseuchtes Wasser übertragen wird. Aufgrund der Kriegswirren haben die Menschen im Jemen oft keinen Zugang zu sauberem Wasser, was die Verbreitung der Krankheit begünstigt. Ärzten fällt es zudem schwer, die Betroffenen zu erreichen und zu versorgen.

Im Jemen herrscht seit Jahren Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. In dem Konflikt wurden nach UNO-Angaben schon mehr als 10.000 Menschen getötet. Hilfsorganisationen gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Opfer bis zu fünfmal höher ist.

Sport

Der Jubel bei Eintracht Frankfurt über den erstmaligen Einzug in ein Europacup-Halbfinale seit 1980 war grenzenlos. „Ich bin absolut stolz. Beeindruckend. Es gibt nichts Schöneres als diesen Moment, es ist auch für mich mein größter Erfolg“, sagte Trainer Adi Hütter, nachdem seine Mannschaft mit einem 2:0-Sieg im Viertelfinal-Rückspiel der Europa League gegen Benfica Lissabon gestern das 2:4 aus dem Hinspiel wettgemacht hatte.

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Science

Religion

Kultur

Panorama

Der kleinste neugeborene Bub der Welt darf nach fast sieben Monaten das Kinderkrankenhaus Nagano in Japan verlassen. Ryusuke Sekiya, der mit einem Gewicht von nur 258 Gramm auf die Welt kam, sei nun bereit für die Außenwelt, sagte sein Arzt heute.

Neugeborenes in Japan
APA/AFP/Jiji Press

Das Baby war am 1. Oktober nach 24 Wochen und fünf Tagen mit einem Notfallkaiserschnitt zur Welt gekommen, nachdem bei seiner Mutter Toshiko zu hoher Blutdruck festgestellt worden war.

Mit einer Größe von 22 Zentimetern und einem Gewicht von 258 Gramm war er sogar noch leichter als der bisherige Rekordhalter mit 268 Gramm, ebenfalls ein japanischer Bub. „Als er geboren wurde, war er so klein. Es wirkte, als ob er durch eine bloße Berührung zerbrechen könnte“, sagte Ryusukes Mutter Toshiko.

Neugeborenes in Japan
APA/AFP/Nagano Children’s Hospital

Auf der Neugeborenenintensivstation des Krankenhauses wurde der Bub aufgepäppelt. Er wurde über Schläuche ernährt, mit Wattetupfern träufelten Pfleger Muttermilch auf seine Lippen. Inzwischen hat er das 13-fache seines Gewichts zugelegt und wiegt mehr als drei Kilo.