Ausland

Nach dem Bruch der Koalition aus der rechten Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung steht Italiens Politik vor einem entscheidenden Tag. Alle Augen sind heute auf Premier Giuseppe Conte gerichtet, der am Nachmittag dem Parlament über die Regierungskrise berichtet, die die Lega um Innenminister Matteo Salvini vor zehn Tagen ausgelöst hat.

Der parteilose Regierungschef könnte sich einem von der Lega geforderten Misstrauensvotum unterziehen oder sofort zurücktreten. Damit würde er den Weg zu einem Regierungswechsel oder zu Neuwahlen ebnen. Die Fünf-Sterne-Bewegung sieht keinen Spielraum mehr, um die zerbrochene Allianz mit der Lega, mit der sie seit Juni 2018 regiert, wiederzubeleben. Sie schließt zugleich einen Pakt mit den Sozialdemokraten (PD) zur Weiterführung der Legislaturperiode aus.

Salvini wehrt sich indes gegen eine mögliche neue Regierung unter Ausschluss seiner rechten Lega. Die einzige Alternative zum jetzigen Kabinett aus Lega und Fünf-Sterne-Bewegung seien Neuwahlen. „Wer Neuwahlen fürchtet, hat offenkundig Angst, seinen Sessel zu verlieren“, kommentierte Salvini. Er drängt auf Neuwahlen im Oktober, die seine Lega zusammen mit der rechtskonservativen Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi zu gewinnen hofft.

Das russische Parlament hat nach den Protestkundgebungen der vergangenen Wochen eine Untersuchung zu einer „ausländischen Einmischung“ in die russische Innenpolitik eingeleitet. Duma-Präsident Wjatscheslaw Wolodin sagte gestern laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen, Diplomaten und Journalisten aus dem Ausland sollten vor einen Parlamentsausschuss geladen werden, um sich zu den Vorwürfen zu äußern. Dazu werde die Duma einen Ausschuss einsetzen, der Ende August die Arbeit aufnehme.

Anfang August hatte Moskau einen US-Diplomaten einbestellt, um gegen Veröffentlichungen des US-Botschaft zu protestieren, die sich auf die oppositionellen Kundgebungen bezogen. Die russischen Behörden sahen darin „Propaganda zur Teilnahme“ an den Demonstrationen, obwohl US-Bürgern in den Internetveröffentlichungen geraten wurde, sich von den Kundgebungen fernzuhalten. Das russische Außenministerium kritisierte auch die Berichterstattung der Deutschen Welle, weil sie zur Teilnahme an den Demonstrationen aufgerufen haben soll.

Bei den Kundgebungen demonstrierten in Moskau Zehntausende Menschen für freie Kommunalwahlen. Mehr als 3.000 Teilnehmer wurden festgenommen, darunter der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny. Er war Ende Juli wegen Aufrufs zu nicht genehmigten Demonstrationen zu mehr als 30 Tagen Haft verurteilt worden. Westliche Regierungen protestierten gegen den „unverhältnismäßigen“ Einsatz von Gewalt gegen friedliche Demonstranten.

Die italienische Regierung will die Geflüchteten vom Rettungsschiff der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms mit der Küstenwache nach Spanien zu bringen. Im Gegenzug müsse sich die Regierung in Madrid allerdings zuerst bereit erklären, dem Schiff „Open Arms“ sofort die spanische Flagge zu entziehen, erklärte Verkehrsminister Danilo Toninelli gestern. „Wir sind bereit, mit unserer Küstenwache alle Migranten, die an Bord der ‚Open Arms‘ sind, in den spanischen Hafen zu bringen, der uns zugewiesen wird.“

Die Regierung in Madrid hatte dem Schiff, das seit knapp 20 Tagen auf dem Mittelmeer blockiert ist, den nächstgelegenen spanischen Hafen angeboten. Das wären die Baleareninseln Menorca und Mallorca. Allerdings hielt die Hilfsorganisation die tagelange Fahrt quer über das Mittelmeer für nicht machbar. „Wir können keine Reise von 600 Meilen (3 Tagen) antreten in dem Zustand, in dem wir uns befinden“, twitterte der Chef Oscar Camps.

Gere will Salvini die Meinung sagen

Die „Open Arms“ befindet sich seit Tagen in unmittelbarer Nähe der italienischen Insel Lampedusa, darf wegen der harten Haltung des rechten Innenministers Matteo Salvini die Menschen aber nicht an Land bringen. US-Schauspieler Richard Gere will Salvini treffen und ihm offenbar zu seiner Haltung auch die Meinung sagen. Der Chef der rechtspopulistischen Lega setze wie US-Präsident Donald Trump auf Angst und Hass, kritisierte Gere gegenüber der Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Montag-Ausgabe). Salvini sei ein „Baby-Trump“.

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Eine in El Salvador wegen Abtreibung angeklagte Frau ist freigesprochen worden. Die 21-Jährige sei vom Vorwurf des Mordes an dem neugeborenen Kind freigesprochen worden, teilte die Frauenrechtsorganisation „Las 17 y mas“ gestern mit. In einem ersten Prozess war die Frau zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof des mittelamerikanischen Landes hob das Urteil aber auf und ordnete einen neuen Prozess an. Die Frau hatte 2016 in der 32. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erlitten. Das erste Gericht hatte dies als Abtreibung gewertet, die in El Salvador von den Ermittlungsbehörden häufig wie Mord behandelt wird.

Evelyn Hernandez nach ihrem Freispruch
Reuters/Jose Cabezas

„Das ist ein wichtiger Sieg für die Rechte der Frauen in El Salvador“, sagte die Amerika-Chefin der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Erika Guevara-Rosas. „Es zeigt, dass keine Frau fälschlicherweise des Mordes beschuldigt werden sollte, nur weil sie eine Fehlgeburt erleidet.“

El Salvador gehört zu den Ländern mit den strengsten Antiabtreibungsgesetzen. Schwangerschaftsabbrüche sind dort grundsätzlich untersagt, auch nach Vergewaltigungen oder bei gesundheitlichen Risiken für die Mutter. Abtreibungen werden mit langen Freiheitsstrafen geahndet.

Twitter hat nach eigenen Angaben eine großangelegte Kampagne aus China aufgedeckt, die die Proteste in Hongkong diskreditieren sollte. Der Kurznachrichtendienst machte 936 Accounts aus, über die koordiniert „politischer Streit in Hongkong gesät werden sollte“. Zusätzlich sei ein Netzwerk aus rund 200.000 Accounts gesperrt worden, bevor es nennenswerte Aktivität entwickeln konnte, teilte Twitter gestern mit.

Facebook entfernte mit ähnlicher Begründung fünf Accounts, sieben Seiten und drei Gruppen. Mindestens einer der Seiten seien rund 15.500 Facebook-Profile gefolgt. Beide Dienste zeigten Beispiele von Beiträgen, in denen die Demonstrantinnen und Demonstranten in Hongkong zum Beispiel als gewalttätig dargestellt wurden.

Wenige Tage vor dem G-7-Gipfel in Frankreich ist Staatschef Emmanuel Macron mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammengekommen. Macron lud Putin gestern ins Fort Bregancon an der französischen Mittelmeer-Küste ein. Der G-7-Gipfel beginnt ab Samstag im südfranzösischen Badeort Biarritz. Dazu erwartet Macron unter anderem US-Präsident Donald Trump und den britischen Premierminister Boris Johnson.

Putin zu Gast bei Macron

Russlands Präsident Wladimir Putin ist derzeit zu Gast bei seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron.

Russland war infolge seiner Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014 aus dem Kreis der führenden Industrienationen ausgeschlossen worden. Die G-8 wurde damit wieder zur G-7. Putin schloss eine Rückkehr Russlands in die Gruppe nicht aus. Russland habe nichts gegen eine Mitarbeit. „Bitteschön, wir erwarten unsere Partner jederzeit als Gäste.“

Erste Reaktion auf Proteste

Putin warnte bei dem Treffen mit Macron in Reaktion auf die Massenproteste in Moskau vor einer Eskalation. Russland wolle keine Situation mit Ausschreitungen wie die der „Gelbwesten“ in Frankreich. Der russische Präsident äußerte sich erstmals zu den seit einem Monat dauernden Aktionen gegen den Ausschluss von Oppositionellen bei der der Stadtratswahl am 8. September und gegen Polizeigewalt gegen Demonstranten. Putins wochenlanges Schweigen war auch Thema bei den Protesten gewesen.

„Wir werden alles tun, damit unsere innenpolitische Situation sich streng innerhalb des gesetzlichen Rahmens entwickelt“, sagte Putin. Die Bürger hätten das Recht auf friedlichen Protest innerhalb der Gesetze. „Die Behörden müssen die Umsetzung dieses Rechtes gewährleisten. Aber niemand, weder diejenigen, die die Macht haben, noch irgendwelche Gruppen von Bürgern, hat das Recht, das geltende Gesetz zu verletzen“, sagte Putin bei einer im russischen Fernsehen übertragenen Fragerunde. Wer die Gesetze verletze, müsse zur Verantwortung gezogen werden.

"Keine atomare Bedrohung

Thema bei dem Treffen waren auch Sorgen um einen möglichen atomaren Unfall nach der Explosion eines Raketenmotors im Norden Russlands. Anfang August war es zu der Explosion im Militärhafen von Sewerodwinsk am Weißen Meer gekommen, bei der sieben Menschen starben. Die lokalen Behörden und auch Umweltschützer stellten eine kurzfristige erhöhte Radioaktivität fest. Nach Angaben des russischen Wetterdienstes wurde das in der Natur vorkommende Niveau in der Spitze um das 16-Fache überschritten.

„Es gibt keine Bedrohung, und es wurden auch keine erhöhten Strahlenwerte gemessen", sagte Putin. Die Situation an der Unfallstelle nahe der nordrussischen Stadt Archangelsk sei unter Kontrolle. „Wir sehen dort keine ernsten Veränderungen.“

Macron will neues Treffen zu Ukraine-Krise

US-Spezialisten vermuteten, dass Russland in dem Hafen an einer neuen atomar betriebenen Rakete arbeitet. In der Region und auch im Ausland gab es die Befürchtung, dass die russischen Behörden – wie in der Vergangenheit – nicht über das wahre Ausmaß informiert hätten. Unklar war bisher auch, welcher radioaktive Stoff austrat.

Macron schlug Putin bei dem Treffen einen neuen Gipfel zur Ukraine-Krise „in den kommenden Wochen“ vor. An dem Vierergipfel im „Normandie-Format“ sollen sich auch Deutschland und die Ukraine beteiligen. Putin sagte, er sei nach ersten Kontakten mit dem neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski „vorsichtig optimistisch“, zu einer Annäherung zu kommen. Macron betonte, es gebe eine „echte Chance“ auf Frieden in der Ukraine.

Erstmals nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrags zwischen Russland und den USA hat das amerikanische Militär einen konventionellen landgestützten Marschflugkörper getestet. Er sei von der Insel San Nicolas in Kalifornien abgefeuert worden und habe sein Ziel nach mehr als 500 Kilometern Flug präzise erreicht, teilte das Pentagon gestern mit.

Der Test wäre nach dem INF-Vertrag verboten gewesen. Das Abkommen untersagte beiden Seiten Produktion, Tests und Besitz von bodengesteuerten ballistischen Raketen und Marschflugkörpern mit Reichweiten zwischen 500 und 5.500 Kilometern.

Die USA hatten den Vertrag Anfang Februar zum 2. August gekündigt, weil sie davon ausgehen, dass Russland ihn seit Jahren mit einem Mittelstreckensystem namens SSC-8 (Russisch: 9M729) verletzt. Dieses soll in der Lage sein, Marschflugkörper abzufeuern, die sich mit Atomsprengköpfen bestücken lassen und mehr als 2.000 Kilometer weit fliegen können. Das Pentagon hatte den Test bereits im März angekündigt, sollte Russland nicht zur Vertragstreue zurückkehren.

EU

Der britische Premierminister Boris Johnson hat eine Übergangslösung zur Gestaltung der Grenze zwischen Irland und dem britischen Nordirland nach dem Brexit vorgeschlagen. Das Vereinigte Königreich und die EU hätten sich bereits auf die Möglichkeit alternativer Lösungen zum „Backstop“ verständigt, schrieb Johnson in einem gestern von seinem Büro veröffentlichten Brief an EU-Ratspräsident Donald Tusk.

Er schlug vor, die „Backstop“-Regelungen zur irischen Grenze aus dem EU-Vertrag durch eine Verpflichtung zu ersetzen, nach der die alternativen Lösungen so schnell wie möglich während einer Übergangsperiode eingeführt werden sollen. Johnson ließ in seinem Schreiben offen, wie diese alternativen Lösungen aussehen könnten.

Ende der Personenfreizügigkeit nach Brexit

Der von Johnsons Vorgängerin Theresa May mit der EU ausgehandelte Brexit-Vertrag sieht vor, dass keine Grenzkontrollen an der irischen Grenze wiedereingeführt werden sollen. Allerdings müssten dann aus Brüsseler Sicht die EU-Regeln weiterhin im britischen Nordirland oder in ganz Großbritannien gelten. Das lehnt Johnson ab und kündigte an, dass sein Land spätestens am 31. Oktober die EU verlassen werde – ob mit oder ohne Brexit-Vertrag. Bisher lehnt die EU allerdings Nachbesserungen am Vertrag ab.

Unmittelbar nach dem Brexit will die Regierung zudem die Personenfreizügigkeit für EU-Bürgerinnen und -Bürger abschaffen. Die Freizügigkeit werde „am 31. Oktober“ enden, sagte eine Regierungssprecherin. Auch hier hatte May eine Freizügigkeit eine „Übergangsperiode“ vor. Derzeit leben schätzungsweise 3,6 Millionen EU-Bürgerinnen und -Bürger in Großbritannien. Unter May wurde ihnen angeboten, einen Antrag auf einen dauerhaften Aufenthaltstitel zu stellen.

Inland

Vier Menschen sind seit 2009 in österreichischer Schubhaft gestorben. Das geht aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung des Innenministeriums an NEOS hervor. Drei dieser Fälle waren bekannt. Der vierte Todesfall trug sich im Jahr 2013 im Polizeianhaltezentrum Hernalser Gürtel zu und dürfte laut APA-Informationen natürlicher Ursache gewesen sein. Näheres war vorerst nicht zu erfahren.

Die Polizei erteilt keine Auskunft über abgeschlossene Verfahren, hieß es gestern auf Anfrage. Das Innenministerium verwies auf weitere Recherchen.

Offene Fragen

Der jüngste Todesfall in einem Polizeianhaltezentrum ereignete sich am 12. Juni. Dabei starb ein 58-jähriger Ungar im Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände aus bisher unbekannter Ursache. NEOS-Abgeordnete Stefanie Krisper hatte an das Innenministerium die Fragen gestellt. Viele davon wurden mit Verweis auf das bei der Staatsanwaltschaft Wien anhängige Ermittlungsverfahren nicht beantwortet.

So bleibt unklar, wann der Gesundheitszustand des 58-Jährigen erstmals überprüft wurde und wie viele amtsärztliche Untersuchungen stattfanden. Auch ob einschreitende Beamte Wahrnehmungen zum Gesundheitszustand hatten und wie oft und wann der Zustand des Schubhäftlings überprüft wurde, wird nicht beantwortet.

Sport

Wirtschaft

Die erste Landung eines US-Raumfahrzeugs auf dem Mond seit fast 50 Jahren soll von „Vulcan“-Raketen der United Launch Alliance (ULA) ermöglicht werden. Das Gemeinschaftsunternehmen von Boeing und Lockheed Martin schlug im Rennen um den Auftrag das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk, wie die Nachrichtenagentur Reuters gestern von ULA und dem Auftraggeber Astrobotic erfuhr. Dessen Mondlander „Peregrine“ (dt. „Wanderfalke“) war im Mai von der US-Raumfahrtbehörde NASA ausgewählt worden, um den ersten von mehreren unbemannten Flügen zum Mond zu absolvieren. Dem Unternehmen zufolge soll der Start im Sommer 2021 erfolgen.

Die Mission und die darauf folgenden sollen auch den Weg für eine Rückkehr des Menschen zum Mond vorbereiten. Astrobotic wies darauf hin, dass dort kein US-Raumfahrzeug mehr seit 1972 – dem Flug von Apollo 17 – gelandet sei. „Unser erster Flug mit ‚Vulcan‘ ist auch der erste große Schritt zur Rückkehr zum Mond“, sagte ULA-Chef Tory Bruno. Die BE-4-Raketentriebwerke von „Vulcan“ werden dabei von Blue Origin gefertigt, dem Raumfahrtunternehmen des Amazon-Gründers Jeff Bezos. Die US-Regierung von Präsident Donald Trump will bis 2024 wieder Astronauten auf den Mond landen lassen.

Die östlichen EU-Staaten haben sich laut der Deutschen Bundesbank den anderen Ländern der Europäischen Union wirtschaftlich weiter angenähert. Dank des zuletzt kräftigen Wachstums dort habe sich der Einkommensrückstand zum EU-Durchschnitt spürbar verringert, teilte die deutsche Notenbank gestern in ihrem Monatsbericht August mit.

Rasche Entwicklung bei BIP

Beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf habe die Ländergruppe 2018 inzwischen 46 Prozent des EU-Mittels erreicht. 2013 seien es noch lediglich 41 Prozent gewesen. Die Deutsche Bundesbank untersuchte in ihrer Osteuropa-Studie elf Länder. Dazu gehören die Euro-Staaten Slowenien, Slowakei, Estland, Lettland und Litauen sowie Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Kroatien.

Bei der Kaufkraft habe beim BIP pro Kopf Rumänien, gefolgt von Lettland und Litauen in den vergangenen fünf Jahren die größten Fortschritte erzielt. Geringer seien sie in Ungarn, Kroatien, Polen und in der Slowakei ausgefallen. In allen untersuchten Ländern habe sich die öffentliche Verschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung verringert. Auch die Nettoverschuldung gegenüber dem Ausland im Verhältnis zum BIP sei fast überall zurückgegangen.

Handlungsbedarf bei Korruption

Ein wesentlicher Grund für die größere wirtschaftliche Annäherung war laut Bundesbank die zunehmende Integration der Länder in den europäischen Binnenmarkt und in die Weltwirtschaft. Für mehr Fortschritte sei es aber wichtig, dass die Staaten die Arbeit ihrer Institutionen weiter verbessern. Handlungsbedarf sieht die Bundesbank auch noch bei Regulierung und Rechtsstaatlichkeit sowie im Kampf gegen Korruption.

Chronik

Wildlebende afrikanische Elefanten aus mehreren Ländern im südlichen Afrika sollen künftig nicht mehr an Zoos und Zirkusse verkauft werden dürfen. Ein entsprechender Antrag afrikanischer Staaten ist bei der Konferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) in Genf überraschend angenommen worden. Die Tiere dürfen demnach nur noch an Artenschutzprojekte in ihrem natürlichen Lebensraum – also Afrika – abgegeben werden.

Daniela Freyer von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife sprach von einer bahnbrechenden Entscheidung. „Der Fang wilder Elefantenbabys aus ihren Herden ist traumatisch und völlig inakzeptabel“, sagte sie gestern in Genf. Demnach verkauft vor allem Simbabwe Elefantenbabys unter anderem nach Asien. Sie erzielten Preise von rund 30.000 Euro.

Der Antrag wurde in einem Ausschuss mit 46 Ja- zu 18 Nein-Stimmen angenommen. Er muss am Ende der bis zum 28. August dauernden Konferenz im Plenum noch bestätigt werden. Die Europäische Union hatte sich gegen den Antrag ausgesprochen. Der Antrag schließe es kategorisch aus, Elefanten außerhalb ihres natürlichen Lebensraums zu bringen – auch, wenn das aus Schutzgründen sinnvoll wäre, heißt es in dem EU-Ratsbeschluss zur EU-Haltung bei der Konferenz von März.

Im Gotthard-Tunnel in der Schweiz ist gestern ein Auto auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem Wohnmobil und einem Lieferwagen kollidiert. Fünf Menschen wurden teils schwer verletzt, wie die Polizei des Kantons Uri berichtete. Das Auto sowie das Wohnmobil hatten niederländische Kennzeichen, der Lieferwagen kam aus Zürich. Die Verletzten seien aus dem Tunnel geborgen und mit dem Hubschrauber in Krankenhäuser geflogen worden. Der Tunnel wurde in beide Richtungen für mehrere Stunden gesperrt.

Der 1980 fertiggestellte Gotthard-Tunnel ist eine wichtige Nord-Süd-Achse durch die Alpen. Er ist rund 17 Kilometer lang und verbindet den südlichen Kanton Tessin mit der Innerschweiz. Er hat pro Richtung nur eine Fahrspur, und die Seiten sind lediglich durch eine markierte Sicherheitslinie voneinander getrennt. Bei einer Volksabstimmung stimmten die Schweizer 2016 für den Bau einer zweiten Röhre.

Gesundheit

IT

Mit einem Abend voller Spieleneuheiten und rund 1.500 Fans hat die Gamescom in Köln gestern Abend auf der „Opening Night Live“ ihren Auftakt zelebriert. Offiziell eröffnet wird die Computer- und Videospielmesse heute. Doch zuvor führte erstmals der in der Branche auch durch seine Game Awards bekannte Produzent Geoff Keighley durch eine Unterhaltungsshow.

Das neue Format soll nach dem Willen der Veranstalter eine Gelegenheit bieten, wichtige Neuheiten und Weltpremieren von Spielen kombiniert zu präsentieren. Den Fans wolle man damit einen Überblick darüber geben, was während der Gamescom-Woche zu erwarten sei, sagte Keighley. Wer es nicht in die neue Halle auf dem Messegelände geschafft hat, konnte die Show auch online in acht Sprachen übersetzt verfolgen.

Die Gamescom ist nach Angaben der Veranstalter Koelnmesse und Game-Verband die weltweit größte Veranstaltung rund um Computer- und Videospiele. Jedes Jahr zieht sie Hunderttausende Gamer nach Köln.

Science

Kultur

In Neuseelands Hauptstadt Wellington wird derzeit heftig über eine Kunstinstallation debattiert. „Quasi“ heißt die fünf Meter hohe Skulptur des in Australien lebenden neuseeländischen Künstlers Ronnie van Hout. Es handelt sich um eine Hand mit einem finster dreinschauenden Gesicht.

Mithilfe eines Hubschraubers wurde die Installation gestern auf dem Dach der City Gallery für zeitgenössische Kunst in Wellington angebracht. Dort soll sie die nächsten drei Jahre lang bleiben – nicht gerade zur Freude vieler Stadtbewohnerinnen und -bewohner.

„Ekelerregendes, bösartiges Wesen“

Viele fühlen sich an eine Schöpfung des US-Horrorautors H. P. Lovecraft erinnert. Andere bezeichnen „Quasi“ als „ein ekelerregendes, bösartiges Wesen“, was ebenfalls ein wenig an Lovecrafts legendäres Monster Cthulhu erinnert. In den Sozialen Netzwerken gibt es freilich auch Stimmen, die „Quasi“ wohlgesonnen sind – die Skulptur könne die Galerie zum „Anziehungspunkt“ für Reisende machen, hieß es.

Künstler Van Hout hatte mit der Skulptur nichts Böses im Sinn. 2016 wurde sie in der Stadt Christchurch aufgestellt. Dort sollte sie fünf Jahre nach dem verheerenden Erdbeben einen zentralen Platz mit neuem Leben erfüllen.

Die Figur sei „in Teilen ein Selbstporträt“, sagte Van Hout. Für die Skulptur soll er seine eigenen Körperteile eingescannt haben – „als ob die Hand des Künstlers ein monströses Eigenleben entwickelt hätte“, heißt es dazu in einem Text der Galerie.

Der Name „Quasi“ spielt auf Victor Hugos berühmte Romanfigur Quasimodo aus „Der Glöckner von Notre-Dame“ an. Eine Ähnlichkeit mit US-Präsident Donald Trump, die manche entdeckt haben wollen, ist laut City Gallery Wellington rein zufällig.

Leute

Hollywood-Star Dwayne „The Rock“ Johnson (47) hat offensichtlich seine langjährige Freundin Lauren Hashian (34) geheiratet. Der Actionheld („Fast & Furious“) postete gestern bei Instagram ein Foto von sich und Hashian, die ein Brautkleid trägt und einen Blumenstrauß in die Höhe hält. „Wir wollen. 18. August 2019. Hawaii“, steht dabei. Das Paar ist schon einige Jahre zusammen und hat zwei kleine Töchter.

Im Kino ist Johnson gerade in „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ zu sehen, wo er zusammen mit Jason Statham die Menschheit vor einem tödlichen Virus retten muss. Vor seinem Durchbruch als Schauspieler hatte sich „The Rock“ („Der Fels“) einen Namen als professioneller Wrestler gemacht.

Salzburger Festspiele