Ukraine-Krieg

Die russischen Streitkräfte haben nach ukrainischen Angaben in der Ostukraine neue Angriffe gestartet. Die gesamte Frontlinie in der Region Donezk werde unter Beschuss genommen, sagte der Gouverneur der Region, Pawlo Kyrylenko, im Fernsehen. Die heftigsten Kämpfe gebe es in der Nähe der Städte Bachmut und Awdijiwka. Nach britischen Angaben setzte Russland nach mehreren Wochen Pause vermutlich auch wieder iranische Drohnen ein.

Die russischen Truppen versuchten auch, in die Nähe der Stadt Lyman vorzudringen, die im November von der Ukraine zurückerobert worden war. Bei den Angriffen heute seien in den von der Ukraine kontrollierten Teilen von Donezk fünf Zivilisten getötet und zwei verletzt worden, so Kyrylenko.

Zerstörte orthodexe Kirche in der Region Donezk
Reuters

Offensive im Osten verstärkt

Das russische Militär hatte zuletzt seine Angriffe in der Ostukraine verstärkt, nachdem es sich nach ukrainischen Gegenoffensiven aus anderen Landesteilen zurückziehen musste. Die Regierung in Moskau hatte erklärt, sie wolle zumindest den größten Teil der annektierten Gebiete in der Ost- und Südukraine sichern. Damit schien es so, als ob Russland seine Kriegsziele zurückschraubt.

Die russischen Truppen hätten ihre Einsätze in Donezk und Luhansk intensiviert, sagte der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowytsch. „Sie befinden sich jetzt in einer sehr aktiven Phase, in der sie versuchen, offensive Operationen durchzuführen. Wir rücken nirgendwo vor, sondern verteidigen, zerstören die Infanterie und die Ausrüstung des Feindes, wo immer er versucht vorzurücken.“

Der ukrainische Generalstab teilte mit, ukrainisches Militär habe russische Stellungen und Truppensammelstellen in mindestens einem halben Dutzend Städten im Süden der Ukraine angegriffen. Die russischen Verluste beliefen sich auf etwa 240 Verwundete. Zudem seien drei Munitionsdepots und militärische Ausrüstung zerstört worden.

London: Russen setzen iranische Drohnen ein

Nach mehreren Wochen Pause setzt Russland nach britischen Angaben vermutlich wieder iranische Drohnen bei den Angriffen ein. Falls entsprechende Berichte verifiziert würden, bedeute das, dass Russland Nachschub erhalten habe, teilte das britische Verteidigungsministerium in seinem täglichen Geheimdienstbericht mit.

Es sei wahrscheinlich, dass Russland zuvor seinen bisherigen Bestand an Hunderten Drohnen der Typen Schahed 131 sowie Schahed 136 – Kamikazedrohnen genannt – aufgebraucht habe. In London wurde auf offizielle ukrainische Berichte verwiesen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Gefahr durch russische Minen auf ukrainischem Territorium beklagt. „Das ist die Form des russischen Terrors, mit der wir noch jahrelang zu kämpfen haben“, sagte er gestern in seiner täglichen Videobotschaft. Er beschuldigte Russland, die Minen absichtlich als tödliche Gefahr auch für Zivilisten und Zivilistinnen hinterlassen zu haben. Der „Minenterror“ müsse einer der Anklagepunkte gegen Russland nach dem Krieg sein.

Daneben berichtete Selenskyj über sein Arbeitstreffen mit slowakischen Ministern. In den Gesprächen sei es um die Stärkung der europäischen Solidarität und eine einheitliche Linie bei der Fassung des nächsten Sanktionspakets gegangen.

Der ukrainische Präsident fordert vom Westen speziell Sanktionen gegen den Finanz- und Energiesektor Russlands. Zuletzt hatte die EU eine Preisobergrenze von 60 Dollar für verschifftes russisches Öl festgelegt. Das liegt zwar unter dem Weltmarktpreis. Kiew hatte aber eine deutlich niedrigere Preisgrenze gefordert.

Ukrainischen Kriegsvertriebenen wird es hierzulande oft unnötig schwer gemacht, Fuß zu fassen, so die Beobachtung der Salzburger Plattform für Menschenrechte. Durch zu strenge Limits beim Zuverdienst und beim Ansparen würden viele den Absprung aus der Bundesversorgung nicht schaffen.

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Inland

In Kindberg in der Steiermark regt sich nach wie vor Widerstand gegen das geplante Flüchtlingsquartier im ehemaligen Landespflegeheim. Schon im Jänner sollen dort aber die ersten Geflüchteten einziehen – der Umbau hat begonnen.

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Aktuell sind von insgesamt 335 Kassenarztstellen in Vorarlberg fünf Praxen seit Monaten unbesetzt. Nachbesetzungsprobleme gibt es vor allem im Rheintal. Der Grund dafür liege in der Demografie, heißt es von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). SPÖ-Chefin und Ärztin Gabriele Sprickler-Falschlunger nennt als wichtigen Grund die Attraktivität des Wahlarztsystems.

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259 Menschen warten auf einen Pflegeheimplatz

In Vorarlberg standen zudem im Oktober 259 Frauen und Männer auf der Warteliste für einen Platz in einem Pflegeheim. Diese Zahl nannte Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) in einer Anfragebeantwortung an die SPÖ.

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In Wien öffnet nun das fünfte Frauenhaus. Es bietet mehr als 50 zusätzliche Plätze für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder. Andrea Brem von den Wiener Frauenhäusern beobachtet, dass die Gewalt gegen Frauen „ein Stück weit fieser geworden ist“, statt körperlicher Gewalt habe Psychoterror zugenommen.

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Ausland

Großbritannien, Japan und Italien wollen gemeinsam ein neues Kampfflugzeug entwickeln. Der Jet soll 2035 einsatzbereit sein. Die G-7-Partner wollen sich mit dieser „beispiellosen internationalen Luft- und Raumfahrtkoalition“ an künftige Sicherheitsbedrohungen anpassen und darauf reagieren, teilte die britische Regierung heute mit.

Ziel sei ein entscheidender Wandel bei Luftmacht und Verteidigungsfähigkeit durch eine neue Kampfjetgeneration.

Das Flugzeug soll mit den Maschinen anderer NATO-Partner kompatibel sein und letztlich die Jets vom Typ Eurofighter Typhoon der Royal Air Force ersetzen. Zur Höhe der Investitionen gab es zunächst keine Angaben.

Erst vor Kurzem hatten sich Deutschland und Frankreich auf das Rüstungsprojekt FCAS geeinigt, mit dem ein milliardenschweres Luftkampfsystem entwickelt werden soll.

Nach dem turbulenten Machtwechsel in Peru hat der bisherige Präsident Pedro Castillo Asyl in Mexiko beantragt. Das teilte gestern das Außenministerium in Mexiko-Stadt mit. In der Angelegenheit werde nun Kontakt mit der peruanischen Regierung aufgenommen. Castillo sei offenbar Opfer „einer unbegründeten Verfolgung durch die Justizorgane, die einen politischen Charakter hat“.

Castillo war am Mittwoch vom peruanischen Parlament wegen „moralischer Unfähigkeit“ des Amtes enthoben und später festgenommen worden. Gestern erklärte das oberste Gericht des Landes, dass es „sieben Tage Untersuchungshaft gegen den früheren Präsidenten Pedro Castillo“ verhängt habe.

Castillo „in guter Verfassung“

Mexikos Botschafter in Lima konnte nach Angaben seines Außenministeriums Kontakt mit dem in einer Polizeistation in Lima festgehaltenen peruanischen Ex-Präsidenten treten. Dieser befinde sich „in guter Verfassung“.

Der mexikanische Präsident Manuel Lopez Obrador hatte zuvor bereits erklärt, dass Castillo „Opfer der wirtschaftlichen und politischen Elite“ Perus geworden sei. Beide Politiker gehören in ihrem jeweiligen Land dem linken Lager an.

Nach der Amtsenthebung von Castillo war in Peru seine bisherige Stellvertreterin Dina Boluarte als neue Präsidentin vereidigt worden. Sie ist damit die erste weibliche Staatschefin des südamerikanischen Landes.

Umwelt & Klima

In Niederösterreich sind Photovoltaikanlagen in gefördertem Wohnbau künftig Pflicht. Die adaptierte Richtlinie für Neubauten soll ab 1. Jänner 2023 gelten. Kritik hinsichtlich der Abwicklung der PV-Förderung wurde in Richtung des Bundes geäußert.

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Der Weg für die Einführung des 49-Euro-Tickets für Millionen Fahrgäste im deutschen Nahverkehr mit Bussen und Bahnen ist geebnet. Nach langem Ringen zwischen Bund und den deutschen Bundesländern klärten Kanzler Olaf Scholz und die deutschen Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten gestern letzte Finanzfragen. „Das Deutschland-Ticket wird jetzt kommen, auch sehr zügig“, sagte Scholz.

Wann genau es im neuen Jahr startet, ließ er offen. Die Länder peilen den 1. April an. In ihrer letzten Spitzenrunde 2022 einigten sich Bund und Länder auch über Details eines Härtefallfonds für Firmen in der Energiekrise.

Wirtschaft

Wegen Fehler bei der Bekämpfung von Geldwäsche muss die britische Tochter der spanischen Großbank Santander 107,8 Mio. Pfund (125 Mio. Euro) Strafe zahlen. Die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) teilte heute mit, es gebe „ernsthafte und andauernde Lücken“ bei Santander UK.

Das Geldinstitut habe die Kontrollsysteme „nicht ordnungsgemäß überwacht und verwaltet“, das habe sich auf die Überwachung von mehr als 560.000 Geschäftskunden und -kundinnen ausgewirkt. Wegen ineffektiver Systeme hätten die von den Kunden bereitgestellten Informationen nicht angemessen überprüft werden können. Dadurch seien 298 Mio. Pfund über die Bank geflossen, bevor sie Konten schloss.

Santander akzeptiert Strafe

„Santanders schlechtes Management ihrer Systeme zur Bekämpfung der Geldwäsche und ihre unzureichenden Versuche, die Probleme anzugehen, haben zu einem andauernden und ernsthaften Risiko von Geldwäsche und Finanzkriminalität geführt“, sagte der zuständige FCA-Direktor Mark Steward.

Santander UK akzeptierte die Strafe. Unternehmenschef Mike Regnier entschuldigte sich für die historischen Fehler, die aus den Jahren von 2012 bis 2017 stammten. Seitdem habe die Bank ihre Anti-Geldwäsche-Vorkehrungen reformiert und verbessert, sagte er.

Der deutsche Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec bekommt die weitflächige Lockdown-Situation im wichtigen Markt China und steigende Kosten zu spüren. Im ersten Quartal des im Oktober begonnenen Geschäftsjahres werde die operative Marge unter anderem wegen der Situation in China deutlich hinter dem Vorjahreswert zurückbleiben, teilte das im MDAX notierte Unternehmen heute in Jena mit.

Im Gesamtjahr 2022/23 (30. September) werde Marge zwischen 19 Prozent und 21 Prozent erwartet und wird damit wahrscheinlich unter dem Vorjahreswert liegen. Fachleute hatten bisher mit einer leicht anziehenden Marge gerechnet. Der Umsatz soll mindestens so stark wie der Markt wachsen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Carl Zeiss Meditec den Umsatz auf 1,9 Milliarden Euro, ein Plus von 15,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der schwache Euro gab hierbei etwas Rückenwind. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg auf rund 397 Mio. Euro, nach zuvor 374 Mio. Euro.

Die britische Wirtschaft hat nach Ansicht des Handelskammerverbunds BCC einen langen Weg bis zu einer Erholung vor sich. Der Verband erwartet, dass die Rezession noch fünf Quartale andauert. Erst Ende 2023 werde mit Wachstum gerechnet, und auch 2024 gebe es nur eine „blutleere Erholung“, teilten die British Chambers of Commerce (BCC) in der Nacht mit. Investitionen, Exporte und privater Konsum blieben voraussichtlich verhalten.

Auch die Bank of England hat bereits vor einer lang andauernden Rezession gewarnt. Der BCC rechnet damit, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr um 1,3 Prozent schrumpft. Aufgrund steigender Energiekosten und Hypothekenzahlungen sowie sinkender Reallöhne würden die Haushaltsausgaben deutlich zurückgehen.

Hinzu kämen die schlechten Aussichten für die globale Wirtschaft im Zuge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, hieß es. Für 2024 erwartet der Verbund dann ein Wachstum von 0,7 Prozent. Das ist deutlich weniger als von der Aufsichtsbehörde OBR geschätzt.

Die EU-Staaten haben sich auf keine gemeinsame Position zur Richtlinie für Plattformarbeit, also etwa für Essenslieferantinnen und -lieferanten, einigen können. Stundenlange Verhandlungen der zuständigen Ministerinnen und Minister, darunter ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher, brachten gestern in Brüssel kein Ergebnis. „Österreich hat diese Richtlinie immer unterstützt“, sagte Kocher. Es brauche eine klare Rechtsstellung für Selbstständige und Arbeitnehmerinnen und -nehmer.

Als „eine vertane Chance“ bezeichnete Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) die vorläufige Ablehnung der Richtlinie. „Digitale Plattformen sind oft international tätig. Deshalb brauchen wir gerade in diesem Bereich europaweite Standards“, so Rauch.

Gescheitert sind die Verhandlungen nach Angaben aus diplomatischen Kreisen an Deutschland. Die Ampelkoalition habe sich im Vorfeld auf keine gemeinsame Linie einigen können, hieß es. Derzeit arbeiten EU-weit rund 28 Millionen Menschen für gut 500 Plattformen – etwa Uber und Lieferandeo – bis 2025 sollen es 48 Millionen werden.

Coronavirus

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 371,4 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 5.282 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 21.257 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

1040 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, 57 davon auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist mit dieser Datenquelle bundesweit nicht möglich.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Sport

ÖSV-Trainer Vegard Bitnes hat nach dem verpatzten Auftaktrennen in Kontiolahti auf Ungewöhnliches gesetzt und Simon Eder die Schlussbesprechung vor der Staffel halten lassen. Die Ansprache des Routiniers dürfte gewirkt haben, wie der überraschende vierte Platz vermuten lässt. Die anschließenden Einzel-Rennen in Finnland gingen für Eder und Co. dann aber wieder großteils schief. In Hochfilzen soll auch das besser werden, die erste Chance bietet heute der Sprint.

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Der SKN St. Pölten hat sich für eine über weite Strecken starke Vorstellung in der Frauen-Champions-League nicht belohnt. Österreichs Serienmeisterinnen kamen gestern zu Hause gegen Slavia Prag nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Den Traum vom Einzug ins Viertelfinale realisieren zu können, ist damit deutlich schwieriger geworden. Um die Chance aufrechtzuerhalten, benötigen die St. Pöltnerinnen am Freitag in einer Woche einen Sieg bei der AS Roma.

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Auch eine mehr als viereinhalbstündige Sitzung des Präsidiums des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) gestern zu den Vorwürfen gegen den Präsidenten Gerhard Milletich hat kein Ende der Causa gebracht. Allerdings soll nun das Ethikkomitee der Bundesliga prüfen, ob Milletich seine Position als Verbandschef für den Gewinn von Anzeigenkunden für sein Verlagshaus nutzte oder nicht.

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IT

Die US-Handelsaufsicht und Verbraucherschutzbehörde FTC hat eine kartellrechtliche Klage gegen die Übernahme des Videospielanbieters Activision Blizzard durch den Softwareriesen Microsoft eingereicht. Der rund 69 Milliarden Dollar (65,4 Mrd. Euro) teure Zukauf würde Microsoft zu viel Marktmacht verschaffen und dem Wettbewerb im Geschäft rund um Spielekonsolen wie der Xbox schaden, teilte die FTC gestern in Washington mit.

Die Unternehmen stehen weiter zu dem Milliardendeal. „Wir begrüßen die Gelegenheit, unseren Fall vor Gericht zu präsentieren“, erklärte Microsoft-Manager Brad Smith in einem Statement gegenüber US-Medien. Sein Konzern habe weiterhin „volles Vertrauen“ in die Übernahme. Microsoft habe sich vom ersten Tag an mit Wettbewerbsbedenken auseinandergesetzt und der FTC Zugeständnisse angeboten.

Chronik

Bei Ausschreitungen von Roma in vielen Regionen Griechenlands ist in der Nacht ein Polizist leicht verletzt worden. Medienberichten zufolge hatten rund 30 Randalierer in der Athener Vorstadt Aspropyrgos mit Schrotflinten auf die Beamten geschossen. Andernorts flogen Steine, Mülltonnen, Reifen und Autos wurden in Brand gesetzt.

Die Behörden fürchten eine Eskalation der Ausschreitungen, weil erstmals der 34-jährige Polizist aussagen soll, der am Montag einem 16-jährigen Roma bei einer Verfolgungsjagd in Thessaloniki in den Kopf geschossen haben soll.

Polizisten in einem griechischen Dorf
AP/InTime News/John Liakos

Der Jugendliche befindet sich weiterhin in kritischem Zustand. Seither gingen landesweit Roma auf die Straßen. Viele nutzten den Protest gegen Polizeigewalt jedoch auch für schwere Ausschreitungen.

Kritik an Unruhen und Polizei

Der Präsident des griechischen Roma-Verbandes Ellan Passe, Vassilis Pantzos, rief die Menschen dazu auf, damit aufzuhören. „Wir versuchen gemeinsam mit den Vorsitzenden der jeweiligen Gemeinden, die aufgeladene Stimmung im ganzen Land zu beruhigen“, sagte er dem Sender ERT.

Man verurteile die Randale, es gebe dafür keine Rechtfertigung. Gleichzeitig kritisierte Pantzos, dass die Gewalt seitens der Polizei gegenüber den Roma in den vergangenen Jahren zugenommen habe. Dagegen müsse der Staat vorgehen.

Beamter wegen Totschlags festgenommen

Am Montag hatte ein Polizist in Thessaloniki einem 16-jährigen Roma in den Kopf geschossen und ihn schwer verletzt. Der Bub war nach bisherigen Erkenntnissen mit seinem Auto von einer Tankstelle weggefahren, ohne 20 Euro für den getankten Sprit zu zahlen.

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd soll ihm der Polizist in den Kopf geschossen haben. Der Beamte wurde festgenommen und wegen Totschlags angeklagt. Er soll sich morgen erstmals vor dem Haftrichter verantworten.

Jener 20-Jährige, der seit September im Raum Zell am See (Salzburg) abgängig war, ist aufgefunden worden. Die Leiche des jungen Mannes ist aus dem Seekanal in Bruck an der Glocknerstraße geborgen worden. Das bestätigte der Pinzgauer Katastrophenschutzreferent Manfred Höger.

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Der US-Sänger Nick Carter ist von einer autistischen Frau der Vergewaltigung beschuldigt worden. Sie sei von dem Star der Backstreet Boys 2001 im Alter von 17 Jahren vergewaltigt worden, sagte Shannon Ruth gestern bei einer virtuellen Pressekonferenz in Kalifornien. Sie habe deshalb Zivilklage gegen den 42-Jährigen eingereicht. Carters Anwalt wies die Vorwürfe zurück.

Nick Carter von den Backstreet Boys auf der Bühne
APA/AFP/Getty Images/Scott Legato

Der Vorfall habe sich 2001 nach einem Konzert der Backstreet Boys in Tacoma im US-Bundesstaat Washington ereignet, berichtete der Anwalt der Frau. Diese habe für ein Autogramm angestanden, als Carter sie in den Tourbus eingeladen habe. Der Sänger habe Ruth ein „komisch schmeckendes Getränk“ gegeben.

Danach habe Carter die damals 17-Jährige gezwungen, an ihm Oralsex vorzunehmen, führte der Anwalt aus. „Dann hat er sie auf ein Bett gestoßen und sie vergewaltigt.“ Der Sänger habe sich auch nicht davon abhalten lassen, dass Ruth „geweint und gefleht“ habe.

Vorwürfe „völlig unwahr“

Carters Anwalt wies die Vorwürfe als „völlig unwahr“ in einer Stellungnahme zurück. Die Frau habe schon über mehrere Jahre hinweg falsche Anschuldigungen gemacht und dabei die Vorwürfe wiederholt verändert, erklärte Anwalt Michael Holtz.

In der Zivilklage mit Forderungen nach Schadenersatz macht sie weiter geltend, sie habe sich mit einer Geschlechtskrankheit angesteckt sowie psychischen Schaden genommen. Die Klägerin beschrieb weiter, dass sie an Autismus und einer Zerebralparese leide.

Die Backstreet Boys und mit ihnen Carter hatten Ende der 90er Jahre, als sie als die populärste Boygroup der Welt galten, ihre größten Erfolge gefeiert. Anfang November war Carters jüngerer Bruder Aaron im Alter von 34 Jahren gestorben, er wurde laut Medienberichten tot in der Badewanne seines Hauses in Kalifornien gefunden.

Bei einem der ältesten ungelösten Mordfälle in der Geschichte der US-Metropole Philadelphia haben die Ermittler nach über 65 Jahren einen möglicherweise entscheidenden Fortschritt gemacht. Die Polizei identifizierte den 1957 gefundenen Kinderkörper als den von Joseph Augustus Zarelli, wurde gestern mitgeteilt. Als „The Boy in the Box“ wurde der Fall bekannt, als Zarelli in einer damals ländlichen Gegend außerhalb von Philadelphia tot in einem Pappkarton gefunden wurde.

Auf einer Pressekonferenz wird das Bild des 1957 tot aufgefundenen Buben in Philadelphia gezeigt
AP/Matt Rourke

DNA-Analysen brachten die Ermittler und Ermittlerinnen auf die Spur der Identität des Buben. Damit seien Verwandte ausfindig gemacht und auch eine Geburtsurkunde gefunden worden.

Die Familie stamme aus der Umgebung im Westen Philadelphias im Bundesstaat Pennsylvania. Zarelli war demzufolge am 13. Jänner 1953 geboren worden. Beide Eltern seien mittlerweile tot, doch eine Reihe von Geschwistern seien noch am Leben.

Keine Details zu Täter bzw. Täterin

Ermittler Jason Smith sagte, es gebe eine Vermutung, wer der Täter oder die Täterin sein könnte, nannte aber keine Details. Obwohl so viele Jahre vergangen sind, könnte in diesem Cold-Case-Fall noch Mordanklage erhoben werden.

Die unbekleidete Leiche des damals vier Jahre alten Buben war in eine Decke gehüllt und wies Spuren von zahlreichen Schlägen auf. „Todesursache war stumpfe Gewalteinwirkung“, hatte ein inzwischen pensionierter Ermittler 2021 dem Sender CBS gesagt. Zudem sei das Opfer gewaschen worden und habe die Haare geschnitten bekommen.

Die Ermittlungen, die sich über Jahre zogen, brachten lange Zeit keinen Durchbruch. In der ganzen Stadt waren damals Blätter mit dem Gesicht des blonden Jungen verteilt worden, um die Bevölkerung um Mithilfe zu bitten. Er wurde auch bekannt als „America’s Unknown Child“ (dt.: Amerikas unbekanntes Kind) – so steht es auch auf dem Grabstein auf Philadelphias Ivy-Hill-Friedhof. Dort waren die Überreste zuletzt 2019 exhumiert worden, um DNA-Proben zu nehmen.

In einem Einkaufszentrum in einem Moskauer Vorort ist in der Nacht ein Großbrand ausgebrochen. „Die Feuerwehr bekämpft einen Brand auf einer Fläche von 7.000 Quadratmetern in der Moskauer Region“, teilte das russische Notfallministerium heute auf Telegram mit. Ausgebrochen war das Feuer demzufolge im Einkaufszentrum Mega Chimki im nördlich der russischen Hauptstadt gelegenen Vorort Chimki.

Die Rettungsdienste schlossen laut russischen Nachrichtenagenturen Brandstiftung als mögliche Ursache des Großbrands nicht aus. „Es werden vorsätzliche Handlungen wie Brandstiftung in Betracht gezogen“, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle. Auch die Nachrichtenagentur Sputnik berichtete von einem möglichen kriminellen Hintergrund.

Die Bundesregierung will in ganz Österreich Gewaltambulanzen einführen. Die Tirol Kliniken betonten die Wichtigkeit einer solchen Einrichtung auch für Kinder, die es in dem Bundesland seit zehn Jahren gibt. Heuer wurden bereits etwa 100 Kinder betreut – mehr als in den Vorjahren.

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Heute startet der Tiroler Lawinenwarndienst mit den täglichen Prognosen in die Wintersaison. Um 17.00 Uhr wird der erste Lagebericht für morgen veröffentlicht. Derzeit ist bei Skitouren aus mehreren Gründen Vorsicht geboten.

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Die Grenze zu Bayern (Deutschland) soll in Zukunft wieder stärker kontrolliert werden. Nach einer Pause während der Hochphase der Pandemie werden nun deutsche und österreichische Beamte gemeinsam Züge und Grenzübergänge kontrollieren.

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Science

Lichttherapie hilft bei Schlafstörungen und Depressionen. Laut neueren Forschungen könnte sie auch gegen Schmerzen helfen – besonders grünes Licht soll eine schmerzstillende Wirkung haben. Eine Studie an Ratten zeigt nun, wie der Effekt über die Augen ausgelöst wird.

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Religion

Nach dem Willen der streng-religiös-jüdischen Partei Vereinigtes Thora-Judentum soll an der Westmauer („Klagemauer“) in Jerusalems Altstadt nur noch auf orthodoxe Weise gebetet werden dürfen. Die Partei forderte laut Medienberichten bei Koalitionsverhandlungen mit dem designierten Regierungschef Benjamin Netanjahu eine entsprechende Gesetzesänderung.

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Kultur

In Wien-Wieden stand einst das Johann-Strauss-Theater, dessen wechselvolle Geschichte durch gerade einmal fünf Jahrzehnte und vom Operettentempel zum Scala-Theater führt. Sogar Josephine Baker trat hier einst mit ihrer Revue auf. Nach 1945 wurde das Theater eine Bühne für politisch engagierte Stücke und brachte etwa auch Bertolt Brecht zur Aufführung.

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„Top Gun: Maverick“ ist vom renommierten US-Filmverband National Board of Review (NBR) zum besten Film des Jahres 2022 gewählt worden. Es sei ein in jeder Hinsicht großartig gemachter, „spannender Publikumsmagnet“, begründete die NBR-Vorsitzende Annie Schulhof gestern die Wahl. Tom Cruise als waghalsiger Pilot Maverick erzielte mit dem Actionfilm unter der Regie von Joseph Kosinski den größten Kassenerfolg seiner Karriere.

Der Regiepreis ging an Steven Spielberg für seine autobiografisch geprägte Geschichte „The Fabelmans“ über seine Kindheit. Zu den besten Hauptdarstellern kürte der Verband den Iren Colin Farrell für „The Banshees of Inisherin“ und Michelle Yeoh für „Everything Everywhere All at Once“.

Der deutsche Film „Im Westen nichts Neues“ brachte Edward Berger, Lesley Paterson und Ian Stokell den Preis für das beste adaptierte Drehbuch ein. Die Literaturverfilmung von Regisseur Berger basiert auf Erich Maria Remarques Roman über den Ersten Weltkrieg. „Im Westen nichts Neues“ ist Deutschlands Kandidat im Rennen um den Oscar 2023.

Dem 1909 gegründeten NBR-Verband gehören Filmfachleute, Cineasten und Filmschaffende an. Im vorigen Jahr holte „Licorice Pizza“ den Spitzenpreis als bester Film. Will Smith wurde für seine Hauptrolle in „King Richard“ geehrt, die ihm später auch einen Oscar einbrachte.

Die Frage nach der Geschichte des Salzburger Fotoateliers Ellinger wurde zu einem Zeitgeschichtsrätsel zur Ersten und Zweiten Republik – und der Nazi-Zeit dazwischen. Im Finale der „Doppelten Frau“ gibt es einige Überraschungen. Denn nicht nur wird klar, wer die „Doppelte Frau“ ist. Auch der Detektiv hat im Finale eine Überraschung zu seiner eigenen Identität parat.

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Die Sängerin Celine Dion (54, „My Heart Will Go On“) verschiebt aus gesundheitlichen Gründen erneut Konzerte ihrer „Courage World Tour“, darunter auch jenes in Wien. Neue Termine sind nun im Frühjahr 2024 angesetzt. Mit einer emotionalen Botschaft wandte sich Dion in einem Instagram-Video an ihre Fans.

Bei ihr sei eine seltene neurologische Erkrankung, das Stiff-Person-Syndrom, festgestellt worden, sagte die Sängerin. Sie leide an Muskelkrämpfen und habe dadurch manchmal Probleme beim Gehen und beim Singen. Die Krämpfe würden „jeden Aspekt“ ihres täglichen Lebens beeinträchtigen.

Es sei sehr schwierig für sie, darüber zu sprechen und sich dieser Herausforderung zu stellen. Aber sie arbeite täglich mit ihren Therapeuten daran, wieder zu Kräften zu kommen, sagte die Grammy-Preisträgerin und dreifache Mutter. „Ich gebe immer 100 Prozent bei meinen Shows, aber genau das ist mir zur Zeit nicht möglich.“ Sie wolle aber nicht aufgeben und sie hoffe, bald wieder singen zu können.

Leute

Die Royal Family hat nach Berichten britischer Boulevardzeitungen betrübt auf die ersten Folgen der Netflix-Doku von Prinz Harry und seiner Frau Herzogin Meghan reagiert. Die königliche Familie sei „in einem Zustand der Traurigkeit“, schrieb die „Sun“ in der Nacht. Es gebe keinen Weg zurück in den inneren Zirkel, zitierte das Blatt Palastinsider. Der „Mirror“ schrieb, Harrys älter Bruder Prinz William sei „stocksauer“.

Prinz Harry und Meghan
APA/AFP/Netflix/Courtesy of prince Harry and Meghan

Dem Thronfolger stoße vor allem übel auf, dass Netflix-Szenen aus dem berühmten BBC-Interview seiner Mutter Prinzessin Diana genutzt habe, in dem sie 1995 über die Affäre ihres Ex-Mannes Charles, des heutigen Königs, berichtet hatte.

William sei davon ausgegangen, dass die Ausschnitte nie wieder gezeigt würden und dass er mit seinem Bruder darin übereinstimme. Nun fühle er sich betrogen. Laut „Mirror“ sollen William und Ehefrau Prinzessin Kate zudem Aussagen von Harry als „besonders schmerzhaft“ empfunden haben, der nahelegte, dass die Männer der Familie nicht aus Liebe heirateten.

Abgeordneter fordert Aberkennung von Titeln

In der Netflix-Produktion „Harry & Meghan“, deren erste drei Folgen der Streamingriese gestern ausgestrahlt hatte, thematisiert das Paar neben den Verstrickungen des Königshauses mit der britischen Boulevardpresse auch dessen Umgang mit der britischen Kolonialgeschichte und Rassismus – drei Jahre nach dem freiwilligen Rückzug aus der Royal Family. Nächsten Donnerstag sollen die übrigen drei Folgen gezeigt werden.

Der konservative Abgeordnete Bob Seely forderte, Harry und Meghan die royalen Titel abzuerkennen. „Wenn du die Monarchie hassen willst, dann sei Mr. Windsor“, sagte Seely der „Sun“. Das Paar sei narzisstisch und „furchtbar“.

Kritiker wiesen auch darauf hin, dass Meghan sich über die mittlerweile gestorbene Queen und die Traditionen lustig gemacht habe, als sie Scherze über ihr erstes Treffen mit Harrys Großmutter machte und einen übertriebenen Knicks nachahmte.

Weitere Doku folgt

Zur Netflix-Serie seien weder der Buckingham-Palast noch der Kensington-Palast – der Sitz von Prinz William und seiner Frau Kate – oder einzelne Mitglieder der Royal Family für einen Kommentar angefragt worden, meldete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf royale Kreise. Das steht im Widerspruch zu einem schriftlichen Hinweis gleich zu Beginn der Dokumentation, der suggeriert, dass im Laufe der Entstehung der Serie solche Anfragen gestellt worden seien.

Das nunmehr in Kalifornien lebende Paar hat bereits in einem aufsehenerregenden Interview mit US-Talkmasterin Oprah Winfrey scharf ausgeteilt und dem Palast Rassismus und mangelnde Unterstützung vorgeworfen. Noch vor wenigen Monaten – kurz nach dem Tod von Queen Elizabeth II. – zierte das Paar jedoch zusammen mit Prinz William und Prinzessin Kate die Titel, wie sie sich zu viert in Windsor Blumen und Trauerbriefe anschauten.

Fürs Erste bleibt die Vermarktung ihres Schicksals ein gutes Geschäft: Mit Netflix und Spotify unterzeichneten Harry und Meghan Ende 2020 millionenschwere Verträge. Auf die Netflix-Produktion folgt schon im Jänner Harrys Autobiografie. Der Titel „Reserve“ (Original: „Spare“) deutet die Stoßrichtung bereits an.