COV Ausland

Angesichts der starken Zunahme von Coronavirus-Infektionen geraten die Krankenhäuser in Chile an ihre Grenzen. „Wir sind sehr nah am Limit, weil wir einen großen Anstieg hatten“, sagte Präsident Sebastian Pinera der chilenischen Zeitung „La Tercera“ zufolge gestern bei der Einweihung einer provisorischen Klinik in Santiago de Chile.

Starker Anstieg der Infektionen

Die Zahl der Infizierten in dem südamerikanischen Land stieg in den vergangenen Tagen stark und liegt nach Angaben des Gesundheitsministeriums mittlerweile bei knapp 70.000, 718 Patientinnen und Patienten starben in Zusammenhang mit dem Virus. Der Großraum Santiago, in dem etwa acht Millionen Menschen – gut 40 Prozent der Gesamtbevölkerung Chiles – leben, steht unter Quarantäne.

Südamerika Hotspot der Pandemie

Auch in anderen Ländern in Lateinamerika stiegen die Infektionszahlen und die Zahlen der Todesopfer deutlich, darunter vor allem in Brasilien und Mexiko.

Kolumbien (21.175) überschritt die Marke von 20.000 bestätigten Fällen, 727 Patienten starben bisher. Vielerorts ist mit der Gesundheits- eine soziale Krise verbunden. In Kolumbien hängen Notleidende rote Fahnen aus dem Fenster, in Guatemala und El Salvador weiße Fahnen.

Lebensmittel knapp

In Chile kündigte die Regierung zwar die Verteilung von Lebensmittelpaketen an, allerdings verzögerte sich die Auslieferung. Bei Protesten gegen die wirtschaftlichen Folgen der Krise kam es in Santiago zuletzt zu Krawallen und Gewalt, ein Polizist wurde angeschossen.

Athen hat heute seinen Tourismus weiter geöffnet: Erstmals seit mehr als zwei Monaten konnten alle Reisenden vom Festland zu allen Inseln der Ägäis und des Ionischen Meeres sowohl per Fähre als auch per Flugzeug gelangen. Zudem wurden landesweit die Tavernen, Bars und Cafes wieder geöffnet, wie griechische Medien übereinstimmend berichteten.

Strand auf auf griechischer Insel Santorin
APA/AFP/Dimitris Lambropoulos

Athen hatte seit Ende März aus Gründen des Schutzes gegen die Coronavirus-Pandemie nur ständigen Einwohnern und Einwohnerinnen der Inseln erlaubt, vom Festland zu den Inseln zu fahren. Lokale durften nur außer Haus verkaufen.

Auf den griechischen Inseln hat es bisher wenige Infektionsfälle gegeben. Athen hat bereits angekündigt, auch den Tourismus aus dem Ausland neu starten zu wollen. Ende Mai werde der griechische Pandemiekrisenstab die Liste der Länder bekanntgeben, aus denen Touristen nach Griechenland reisen dürfen, ohne in eine zweiwöchige Quarantäne gehen zu müssen.

Dutzende Todesfälle durch das Coronavirus in Großbritannien sind laut einer Studie möglicherweise auf das Champions-League-Spiel zwischen dem FC Liverpool und Atletico Madrid am 11. März in Liverpool zurückzuführen. Die Datenanalysefirma Edge Health schätzt, dass 41 Todesfälle mit dem Fußballmatch in Verbindung stehen, wie die britische „Sunday Times“ gestern berichtete.

Letztes größeres Match vor „Shut-down“

Diese Todesfälle traten zwischen 25 und 35 Tage nach dem Spiel in Krankenhäusern von Liverpool und Umgebung auf. Das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League war vor 52.000 Stadionbesuchern ausgetragen worden. Rund 3.000 spanische Fans waren dafür angereist. Es war das letzte größere Fußballspiel, das in Großbritannien vor Verhängung der allgemeinen Coronavirus-Restriktionen stattfand.

Laut Schätzungen des Imperial College London und der Universität Oxford hatte Spanien zu diesem Zeitpunkt bereits 640.000 Fälle von Coronavirus-Infektionen, Großbritannien 100.000.

Kritik von Bürgermeister schon im April

Der Bürgermeister des Liverpooler Stadtgebiets, Steve Rotheram, hatte bereits im April eine Untersuchung dazu gefordert, warum das Spiel noch vor Zuschauern im Stadion stattfinden durfte. Wenn sich Menschen bei einem Sportereignis angesteckt hätten, das nicht hätte stattfinden dürfen, sei das „skandalös“, sagte er dem Sender BBC.

Noch ein weiteres Champions-League-Spiel wird verdächtigt, für die Ausbreitung des Coronavirus mitverantwortlich zu sein. Am 19. Februar hatte in Mailand das Achtelfinal-Hinspiel zwischen Atalanta Bergamo und dem FC Valencia vor gefüllten Stadionrängen stattgefunden. Die italienische Region Lombardei mit der Hauptstadt Mailand wurde anschließend zu der am schlimmsten von der Pandemie heimgesuchten Region Italiens.

In einem Bericht des Europarats warnt dieser laut einem Zeitungsbericht vor einer wachsenden Gefahr von Anschlägen mit Biowaffen nach der Coronavirus-Pandemie. Die Pandemie habe gezeigt, „wie verwundbar moderne Gesellschaften durch Virusinfektionen“ seien, berichtete die deutsche Funke-Mediengruppe unter Berufung auf ein Papier des Europaratsausschusses für Terrorbekämpfung.

„Äußerst wirksam“

Extremistische Gruppen würden diese Lektion aus der Pandemie nicht vergessen. Der Einsatz eines Krankheitserregers oder anderen biologischen Wirkstoffs durch Extremisten könne „sich als äußerst wirksam erweisen“, warnten die Experten.

Es sei mit einem weitaus größeren Schaden für Menschen und Wirtschaft zu rechnen als bei „traditionellen“ Anschlägen. Gesellschaften würden über längere Zeiträume gelähmt, Angst verbreitet und Misstrauen weit über die unmittelbar betroffenen Gemeinschaften hinaus gesät.

Einige extremistische Gruppen hätten bereits mit Bioterrorismus experimentiert, heißt es nach Angaben der Funke-Blätter ferner in der Analyse. Alle Staaten seien für mögliche derartige Anschläge anfällig: „Der Schaden ist schnell und potenziell global.“ Die Fachleute fordern dem Zeitungsbericht zufolge eine verstärkte und koordinierte Antwort der europäischen Staaten auf diese Bedrohung. Notwendig sei ein gemeinsames Überwachungssystem, das verdächtige Fälle aufdecken könne.

In einem niederländischen Schlachthof in Groenlo unweit der Grenze zu Deutschland sind 147 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Gemeindeverwaltung Oost Gelre gestern mit.

Einem Bericht der Lokalzeitung „De Gelderlander“ zufolge leben 79 der Infizierten in Deutschland, 68 in den Niederlanden. Insgesamt wurden der Gemeindeverwaltung zufolge von den 657 Beschäftigten in dem Betrieb der Schlachthofgruppe Vion 25 Mitarbeiter noch nicht getestet, darüber hinaus fehlten die Daten von fünf Mitarbeitern. Die deutschen Behörden seien informiert worden.

Kritik an schlechten Unterkünften

Bereits am Freitag hatten die Behörden der Provinz Gelderland im Osten des Landes für 600 Mitarbeiter Heimquarantäne angeordnet und den Schlachthof geschlossen. Im Schlachthof waren bei 45 Mitarbeitern Coronavirus-Infektionen festgestellt worden. Zuvor waren bereits in anderen Niederlassungen der Vion-Gruppe auch in Deutschland Dutzende von Mitarbeitern infiziert worden.

Der Gewerkschaftsverband FNV hatte die Wohnsituation vieler Mitarbeiter für die Verbreitung des Virus verantwortlich gemacht. Vor allem Arbeitsmigranten würden in Gruppenunterkünften eng beieinander wohnen. In den meisten Fällen besorgen Arbeitsvermittler die Unterkünfte für die Migranten, vielfach in Deutschland.

Die Gemeinde forderte Vion und die Zeitarbeitsfirmen dringend auf, die Unterbringung der Arbeiter menschenwürdig zu gestalten, sodass alle betroffenen Mitarbeiter sicher in Quarantäne bleiben könnten.

China hat heute elf neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Nach Angaben der Nationalen Gesundheitskommission stammen alle Neuinfektionen, die seit gestern festgestellt wurden, von Einreisenden. Zehn der „importierten Fälle“ befinden sich in der Inneren Mongolei, einer in der südwestlichen Provinz Sichuan.

Die Gesamtzahl der Erkrankten beläuft sich nach offiziellen Angaben auf 82.985. Die Zahl der Todesopfer bleibt unverändert bei 4.634. International gibt es allerdings Zweifel an der Richtigkeit der veröffentlichten Daten.

COV Inland

In Österreich gibt es nur noch in vier der neun Bundesländer wegen Covid-19 behandelte Intensivpatienten. Laut Information des Gesundheitsministeriums von gestern befinden sich im Burgenland, in Kärnten, Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg keine Coronavirus-Erkrankten mehr in intensivmedizinischer Behandlung. In Vorarlberg und in Kärnten sind gar keine Covid-19-Erkrankten in den Spitälern.

Die Gesamtzahl der Coronavirus-Patienten in Intensivbehandlung erhöhte sich von Samstag auf gestern um eine Person auf 29. 24 davon sind in Wien und Niederösterreich, vier in Tirol und eine in der Steiermark.

Über 400.000 Tests

Die Anzahl der Testungen auf SARS-CoV-2 ist in Österreich auf über 400.000 gestiegen. Bis gestern (Stand: 23.00 Uhr) wurden landesweit insgesamt 401.857 Tests durchgeführt. 16.456 Fälle sind bisher bestätigt worden, 15.063 Personen sind nach einer Infektion wieder genesen.

800 Personen gelten laut Gesundheitsministerium aktuell als erkrankt. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 608. Ausschlaggebend ist die Definition des Epidemiologischen Meldesystems (EMS).

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten zur Zahl der Coronavirus-Infektionen weiter aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Wichtig: Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

Mehr dazu in Daten und Karten und Daten-Updates und Quellen

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) wird heute per Telefon mit seinem italienischen Außenminister Luigi Di Maio zum Thema Reisebeschränkungen beraten. Das hat das Außenministerium gestern auf APA-Anfrage bestätigt. Zuvor hatte Di Maio das Telefonat auf Facebook angekündigt. „Wir arbeiten derzeit an einer Wiederaufnahme der Touristenströme aus dem Ausland“, schrieb Di Maio.

„Unsere Unternehmer, unser Handwerk und Handel brauchen Sauerstoff“, erklärte der italienische Außenminister. Ziel müsse es sein, „zu einer wirklichen Normalität zurückzukehren, wie wir vor dem Coronavirus gelebt haben“.

Italien versucht Neustart für Tourismus

Italien öffnet ab 3. Juni seine Grenzen wieder für Einreisende, die Quarantänepflicht fällt weg. Damit erhofft sich Italien einen Neustart des Tourismus. Auch Reisen innerhalb des Landes sind dann wieder erlaubt. Österreich bremst aber bisher und will kein Datum für eine Beseitigung der Einreisebeschränkungen nennen.

Diese Haltung sorgt für Kritik in Italien. Di Maio hatte vergangene Woche auch eine Reise nach Wien nach dem 3. Juni angekündigt, um Österreich zur Aufhebung der Reisebeschränkungen zu überreden.

Gesundheit

EU

Ausland

UNO-Experten habe eine Geheimmission privater westlicher Einsatzkräfte in Libyen enttarnt. Einem vertraulichen UNO-Bericht zufolge handelte es sich um eine Gruppe von mindestens 20 Personen, die aus Australien, Frankreich, Malta, Südafrika, Großbritannien und den USA kommen.

Sie sollten den Angaben zufolge im Mittelmeer vor der libyschen Küste als Unterstützung des mächtigen Generals Chalifa Haftar offenbar türkische Versorgungsschiffe auf dem Weg zur Hauptstadt Tripolis stoppen und damit Waffenlieferungen für die Gegenseite im Bürgerkrieg, die international anerkannte Regierung, abfangen.

In Libyen, das seit dem Tod des ehemaligen Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi nicht zur Ruhe gekommen ist, tobt ein Machtkampf zwischen der international anerkannten Einheitsregierung in Tripolis und General Haftar.

Vor mehr als einem Jahr hatte Haftar eine Offensive auf die Hauptstadt verkündet. Seitdem ist der Konflikt zu einem Stellvertreterkrieg geworden. Die Vereinten Nationen dokumentierten viele Verstöße gegen das geltende Waffenembargo, darunter aus der Türkei, die die Einheitsregierung unterstützt. Zudem operieren viele ausländische Söldner im Land.

Sechs Hubschrauber und zwei Boote

Für die nun enttarnte Mission aus dem Sommer 2019 wurden laut Bericht sechs Militärhubschrauber aus Südafrika nach Libyen geschmuggelt sowie zwei Militärboote aus Malta. Der Bericht nennt mehrere Firmen mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten als Hauptverantwortliche, benennt jedoch nicht deren Auftraggeber.

Die geheime Mission wurde nur wenige Tage nach ihrem Beginn aus unbekannten Grund abgebrochen. Über tatsächlich durchgeführte Angriffe ist nichts bekannt. Die Emirate gelten neben Russland als wichtige Unterstützer Haftars im Bürgerkrieg.

In Hongkong haben gestern Tausende Menschen gegen Pekings umstrittene Pläne für ein Sicherheitsgesetz für die Sonderverwaltungszone demonstriert. Sie versammelten sich trotz Coronavirus-Beschränkungen im Einkaufsviertel Causeway Bay. Die Polizei setzte Tränengas, Pfefferspray und Wasserwerfer ein, um den Protest aufzulösen. Über Lautsprecher wies sie auf das Verbot von größeren Versammlungen wegen der Pandemie hin.

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Während die USA mit dem „Open Skies“-Vertrag gerade dabei sind, das dritte Abrüstungsabkommen zu kündigen, kommt der Rüstungswettlauf um Hyperschallwaffen so richtig in Gang. Offenbar hat ein „Space Glider“ des Pentagon Mitte März einen Testflug absolviert, der als Erfolg gewertet wurde. Allerdings gab man dazu überhaupt keine Daten bekannt.

Wie sein russisches Gegenstück „Avangard“ rast der US-Gleiter aus mehr als 100 Kilometern Höhe mit vielfacher Schallgeschwindigkeit in Richtung Ziel. Das bisher ungelöste Problem dabei war die Steuerbarkeit des keilförmigen Vehikels. Im Pentagon ist seit April ein eigener „War Room“ nur für die Entwicklung von Hyperschallgleitern und Cruise Missiles eingerichtet. Am vergangenen Freitag hatte US-Präsident Donald Trump das Projekt dann auf seine Art gewürdigt.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Der rechtspopulistische israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist gestern zum Auftakt des mit Spannung erwarteten Korruptionsprozesses im Jerusalemer Bezirksgericht erschienen. Er ist wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Wie bereits im Vorfeld wies er alle Vorwürfe zurück und sprach von einer „lächerlichen“ und „fabrizierten“ Anklage.

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Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal wegen der Coronavirus-Pandemie so stark eingebrochen wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte.

„Das war der stärkste Rückgang seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und der zweitstärkste Rückgang seit der deutschen Vereinigung“, bestätigte das Statistische Bundesamt eine erste Schätzung von Mitte Mai.

Weniger Konsum und sinkende Investitionen

Die privaten Konsumausgaben brachen im ersten Vierteljahr ein. Unternehmen investierten deutlich weniger in Maschinen, Geräte, Fahrzeuge und andere Ausrüstung. Gestiegene Bauinvestitionen und Konsumausgaben des Staates verhinderten den Angaben zufolge einen noch stärkeren Absturz.

Auch der Außenhandel brach wegen der Krise ein. Die Exporte sanken um 3,1 Prozent und die Importe um 1,6 Prozent. Da die strikten Eindämmungsmaßnahmen aufgrund der Pandemie erst Mitte März anfingen, dürfte der „Lock-down“ die Wirtschaft im laufenden zweiten Quartal noch viel stärker bremsen als zu Jahresanfang. Die deutsche Regierung erwartet 2020 die schwerste Rezession der Nachkriegszeit: Das Bruttoinlandsprodukt soll um 6,3 Prozent einbrechen.

Im VW-Dieselskandal könnte der Autohersteller vor dem deutschen Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe eine empfindliche Niederlage erleiden. Das oberste deutsche Zivilgericht verkündet heute sein Urteil, ob Volkswagen einem Käufer eines manipulierten Dieselfahrzeugs Schadenersatz zahlen muss. Bei der mündlichen Verhandlung Anfang Mai ließ der BGH deutlich erkennen, dass er das Urteil der Vorinstanz im Wesentlichen nicht beanstanden wird.

Das Oberlandesgericht Koblenz hatte dem Kläger Schadenersatz von 26.000 Euro für einen gebrauchten VW Sharan zugesprochen. Bleibt der BGH in seinem Urteil bei seiner vorläufigen Einschätzung, winkt Zehntausenden Autobesitzern Schadenersatz. Denn das erste Urteil des BGH im VW-Dieselskandal gilt allen übrigen Gerichten als Richtschnur. Nach Angaben von VW sind noch 60.000 Fälle in Deutschland anhängig.

Der Gründer des legendären Cirque du Soleil, Guy Laliberte, will das durch die Coronavirus-Krise schwer angeschlagene Zirkusunternehmen zurückkaufen. Die Zirkustruppe habe ihm „so viel gegeben“, dass er ihr nun helfen wolle, kündigte der 60-jährige Milliardär gestern im kanadischen Radio an. Genauere Angaben zu seinen Übernahmeplänen machte der Kanadier nicht. Er sagte nur, er habe einen „guten Plan“.

Gründer von Cirque du Soleil Guy Laliberte
AP/The Canadian Press/Ryan Remiorz

Wegen des Coronavirus hat der Cirque de Soleil seine weltweit 44 Shows ausgesetzt. 4.679 Mitarbeiter und damit 95 Prozent aller Angestellten wurden auf Zwangsurlaub geschickt. Der einstige Stelzengeher Laliberte hatte die Zirkustruppe 1984 gegründet.

Cirque du Soleil Show
Reuters/Luke Macgregor

2015 verkaufte er dann die meisten seiner Anteile an dem Unternehmen für 1,5 Milliarden Dollar an Investoren aus den USA und China. Erst im vergangenen Februar stieß Laliberte auch noch seine restlichen Anteile am Cirque du Soleil ab.

Sport

Am 27. Spieltag der deutschen Bundesliga hat RB Leipzig gestern beim 1. FSV Mainz 05 eine Gala hingelegt und den Tabellen-15. mit 5:0 (3:0) bezwungen. Neben Dreifachtorschütze Timo Werner (11., 48., 75.) war ÖFB-Legionär Marcel Sabitzer einer der herausragenden Akteure, der 26-Jährige legte zuerst einen Treffer auf und traf dann selbst in der 36. Minute – das nach einem positiven Coronavirus-Test vor wenigen Wochen.

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Gute Neuigkeiten gibt es für die Lauberhornrennen, die wegen finanzieller Probleme im alpinen Weltcup vor dem Aus gestanden waren. Der Schweizer Unternehmer Jörg Moser stellt den Organisatoren in Wengen 300.000 Franken (283.259 Euro) zur Verfügung. Der Schweizer Skiverband (Swiss Ski) zog daraufhin seinen Antrag auf eine Streichung der Rennen aus dem provisorischen FIS-Rennkalender zurück.

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Chronik

Kein Spielteilnehmer hat gestern die sechs Richtigen bei Lotto „6 aus 45“ erraten. Im Jackpot werden 1,4 Millionen erwartet.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

12 16 18 25 28 34 / Zusatzzahl: 45

Die Zahlen bei Lotto plus waren:

12 17 20 23 26 31

Ein Spielteilnehmer hatte den richtigen Joker auf der Quittung, er erhält rund 345.000 Euro

Der richtige Joker lautet:

8 2 2 5 3 3

Alle Angaben ohne Gewähr

Religion

Der Vatikan hat ein neues Buch mit Texten von Papst Franziskus über menschliche Beziehungen und Kommunikation veröffentlicht. Das Vorwort des Bandes „Diversi e uniti. Com-unico, quindi sono“ schrieb Justin Welby, Erzbischof von Canterbury und Primas der Anglikaner. Das Buch vereint bekannte Texte und Reden von Franziskus sowie einen neuen, bisher unveröffentlichten Text „Mit dem Blick Jesu“. Der Band gehört zu einer ökumenischen Reihe mit Texten des Papstes zu unterschiedlichen Themen.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Österreichs meistgespielter Dramatiker hat sich erstmals in der erzählenden Literatur versucht: Mit seinem Roman „Keiner von euch“ nähert sich Felix Mitterer mit viel Action, spritzendem Blut und einer Lovestory der Geschichte des Afrikaners Angelo Soliman am Wiener Hof. Was manche als rasant-populäre Aufarbeitung durchgehen lassen, ist papierener Geschichtsklamauk und nicht frei von Klischees.

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Ischgl als Stoff für neue „Piefke-Saga“

Mitterer arbeitet zudem nach der Causa Ischgl an einem fünften Teil der „Piefke-Saga“. „Das müssen wir einfach machen. Ich arbeite bereits an einem Expose“, so der Tiroler Autor im Interview mit der APA. Die Darsteller des Fernsehklassikers wären sicher dabei, so Mitterer.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Der Präsident der norditalienischen Region Venetien, Luca Zaia, hat gestern bestätigt, dass das Filmfestival von Venedig nach Plan vom 2. bis zum 12. September stattfinden wird. Allerdings werde es zu einigen Einschränkungen kommen.

„Wahrscheinlich wird es nicht alle Produktionen wie üblich geben, denn einige Arbeiten für die Filme wurden wegen der Coronavirus-Epidemie unterbrochen. Das Festival wird jedoch nach Plan stattfinden“, sagte Zaia, der im Aufsichtsrat des Filmfestivals sitzt.

Schon Mitte April hatten die Veranstalter bestätigt, dass die 77. Auflage des Festivals unter der Leitung von Alberto Barbera abgehalten wird. Die Biennale-Macher verschieben dagegen die großen Schauen zu Architektur und Kunst in Venedig jeweils um ein Jahr. Der Start der 17. Architektur-Biennale wurde wegen der Coronavirus-Pandemie zum zweiten Mal umgeplant und ist jetzt für den 22. Mai 2021 vorgesehen.

Panorama

Die Coronavirus-Krise hat bei vielen Japanerinnen und Japanern zu einer Gewichtszunahme geführt. In einer Onlineumfrage gab mehr als ein Drittel der Frauen und Männer an, während des landesweiten Notstands zu Hause zugenommen zu haben, wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press heute berichtete.

Unter den von der Tokioter Onlinefitnessfirma 30.f befragten 600 Frauen und Männer im Alter zwischen 20 und 49 Jahren berichteten 42,7 Prozent der Frauen, „CoV-Fett“ zugelegt zu haben. Bei den Männern waren es 30,4 Prozent. Laut der Umfrage legten die Frauen durchschnittlich 2,6 Kilogramm und die Männer 3,3 Kilo zu.

Doch die Zeit des Notstands, in der die Japaner aufgefordert waren, möglichst zu Hause zu bleiben, geht zu Ende: Für heute wurde erwartet, dass als letzte Regionen des Landes auch im Großraum Tokio sowie der nördlichsten Provinz Hokkaido der Notstand aufgehoben wird.

Seit rund 50 Jahren ist ein seltener Vogel in einem pakistanischen Zoo in der östlichen Stadt Lahore ohne Partnerin. „Kasuare sind eine vom Aussterben bedrohte Art, die es fast unmöglich macht, einen Partner zu finden und nach Pakistan zu bringen“, sagte Zoodirektor Chaudhry Shafqat Ali. Seit 1971 lebt der Kasuar im Zoo in Lahore, die ganze Zeit allein. Er sei das einzige Exemplar in Pakistan.

Kasuar

Der Zoo hatte sich in der Vergangenheit darum bemüht, eine Partnerin zu finden. Inzwischen habe man die Suche aber eingestellt. „Er ist alt und hat das Zuchtalter überschritten“, sagte der Tierarzt des Zoos, Rizawan Khan. Kasuare sind Einzelgänger und treffen sich gewöhnlich nur in der Brutzeit, wie Khan sagte. Sobald die Eier gelegt sind, ziehen die männlichen Kasuare die Kücken auf.

Laut Tierarzt können die flugunfähigen Kasuare mit ihren kräftigen Krallen Menschen schwere Verletzungen zufügen. Deshalb befinden sie sich hinter doppelten Gittern. Doch derzeit bleiben auch Besucher und Besucherinnen fern, durch die Coronavirus-Krise ist der Zoo in Lahore geschlossen. Rund 3,5 Millionen Menschen besuchen ihn sonst jährlich.

Lifestyle