COV Inland

Die Virologin Dorothee von Laer hat gestern im Gespräch mit der ZIB2 davor gewarnt, angesichts der Omikron-Variante in Panik zu verfallen. Man müsse die Entwicklung genau beobachten und untersuchen. Es sei etwa noch offen, ob Omikron wesentlich ansteckender sei als die Delta-Variante. Wahrscheinlicher sei, dass die Mutation den Immunschutz besser umgehen kann. Sollte das der Fall sein, müsste man den Impfschutz anpassen.

Virologin von Laer zur Omikron-Variante

Zur Frage, was es mit der CoV-Virusvariante Omikron auf sich hat, ist die Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer zu Gast in der ZIB2.

Auf mögliche modifizierte Impfstoffe sollte man deshalb aber nicht warten. Von Laer appellierte, sich die dritte Impfung geben zu lassen. „Der dritte Stich wirkt extrem schnell und führt dazu, dass wir die vierte Welle brechen können.“ Dass es auch einen vierten Stich gebe, hält sie für wahrscheinlich. Sie verwies auf die Grippeimpfung, die auch jährlich angepasst werden muss.

Den aktuellen Lockdown sollte man aufrecht halten, bis die Inzidenz unter 200 liege. In Bundesländern mit einer besseren Lage könnte das in zwei Wochen möglich sein. Ein R-Wert unter 0 müsse angepeilt werden. Von Laer empfahl, die Nachtgastronomie und Kulturveranstaltungen ohne fixe Sitzplätze wieder einzuschränken. Mit einem Lockdown für Ungeimpfte sollte man durchkommen, bis die Impfpflicht greift.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 936,4 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Kärnten hat mit einer Inzidenz von 1.432 den höchsten Wert, gefolgt von Salzburg mit 1.422,5. Am niedrigsten ist die 7-Tage-Inzidenz in Wien (500,9) und dem Burgenland (624,0).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Ministerien melden 8.526 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 8.526 neu registrierte CoV-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

12.425 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 3.325 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 619 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten/morgenmeldung

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Der niederösterreichische Patientenanwalt Gerald Bachinger hat sich gestern für verpflichtende Schleckertests in Kindergärten ausgesprochen. Damit befürwortet er die Forderung einer niederösterreichischen Allgemeinmedizinerin an den Gesundheitsminister.

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Inland

Der Österreicher Gerald Rockenschaub ist zum Direktor für gesundheitliche Notlagen in der Europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ernannt worden. „Ich freue mich sehr darüber, dass ein österreichischer Arzt und Public-Health-Experte in diese hohe Position in der WHO berufen wurde“, teilte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) gestern mit.

Der gebürtige Steirer Rockenschaub wird damit „zum obersten Krisenmanager für gesundheitliche Notlagen in Europa“ und wird als solcher Regionaldirektor Hans Kluge beim Kampf gegen Covid-19-Pandemie unterstützen, hieß es in einer Aussendung des Gesundheitsministeriums.

Medizinstudium in Graz

Rockenschaub studierte demnach Medizin an der Universität Graz, während seiner klinischen Laufbahn absolvierte er eine Ausbildung zum Allgemeinmediziner und eine Spezialisierung in Allgemeinchirurgie, gefolgt von mehreren Jahren klinischer Arbeit in der Chirurgie und Notfallmedizin. Darüber hinaus hat er einen Master-Abschluss in Public Health (MPH) von der Boston University, mit dem Schwerpunkt Gesundheitsmanagement.

In der Vergangenheit unterstützte Rockenschaub medizinische Hilfsaktionen für das Rote Kreuz und Save the Children in Äthiopien. 2004 kam er als Regionalberater und Programmmanager zur Weltgesundheitsorganisation.

Mückstein dankt für Zusammenarbeit

Mückstein sprach mit Rockenschaub und Kluge heute in einer Videokonferenz. Dabei dankte der Gesundheitsminister dem WHO-Regionaldirektor für die bisherige Zusammenarbeit. „Österreich arbeitet schon sehr lange sehr gut und eng und mit großem Engagement mit der WHO zusammen. Die fachliche Expertise und die Grundsatzpapiere zu Covid-19, mit denen die WHO uns versorgt, sind nun seit knapp zwei Jahren eine wertvolle Hilfe bei der Pandemiebekämpfung“, betonte Mückstein im Anschluss an das Gespräch.

Die Polizeigewerkschaft kritisiert den Chef der Freiheitlichen Jugend (RFJ) in Salzburg, Roman Möseneder, der im Internet in einem Posting zwei Polizisten als Schweine verhöhnt haben soll. Diese waren bei einer Demo von Gegnerinnen und Gegnern der CoV-Politik im Einsatz. Das Posting ist mittlerweile gelöscht.

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COV Ausland

Zum Schutz vor der neuen Coronavirus-Variante Omikron schließt auch Hongkong seine Grenzen. Person mit Wohnsitz in Angola, Äthiopien, Nigeria und Sambia sei mit heute die Einreise verboten, teilte die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone mit.

Darüber hinaus dürfen Ausländer, die sich in den letzten 21 Tagen in Deutschland, Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Tschechien, Dänemark, Israel oder Italien aufgehalten haben, ab 2. Dezember nicht mehr einreisen.

Vollständig geimpften Einwohnerinnen und Einwohnern steht Hongkong weiter offen: Sie müssen sich allerdings zunächst sieben Tage in eine staatliche Quarantäneeinrichtung begeben und sich zusätzlich auf eigene Kosten zwei weitere Wochen in einem Hotel isolieren.

Beispiel Israel

Seit heute Mitternacht ist Ausländerinnen und Ausländern die Einreise nach Japan verboten. Das hatte Ministerpräsident Fumio Kishida angekündigt. Japanerinnen und Japaner, die aus bestimmten Ländern zurückkehrten, müssten in gesonderten Einrichtungen in Quarantäne, fügte er hinzu.

Japan und Hongkong folgen damit dem Beispiel Israels, das sich am Samstag als erstes Land im Kampf gegen die Ausbreitung der zunächst in Südafrika entdeckten neuen Virusvariante mit Grenzschließungen abgeschottet hat. Erst am Freitag hatte die Regierung in Tokio die Einreisekontrollen für Menschen aus sechs afrikanischen Ländern verschärft. In Japan wurden bisher keine Omikron-Fälle festgestellt.

Wegen der Coronavirus-Pandemie haben mehr als ein halbes Dutzend wichtige brasilianische Städte keine traditionellen Silvesterpartys geplant oder diese abgesagt. Dies berichtete das Nachrichtenportal G1 gestern (Ortszeit) unter Berufung auf die Bürgermeister von Städten wie Salvador, Fortaleza, Belo Horizonte und Florianopolis.

Die Möglichkeit, dass die neue Virusvariante Omikron die Totenzahlen steigen lassen könnte, trug zu der Entscheidung bei. Derzeit wird untersucht, ob es sich bei einem Passagier, der am Samstag aus Südafrika in Sao Paulo ankam und positiv getestet wurde, um die Omikron-Variante handelt.

Die brasilianische Regierung hatte entschieden, die Einreise auf dem Luftweg aus der Region mit gestern einzuschränken.

Andere Städte wie Sao Paulo und Rio de Janeiro prüfen noch die Veranstaltung von Silvesterfeiern, die Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Welt anziehen, oder halten vorerst daran fest. Sambaschulen in Rio bereiten sich auf die berühmten Umzüge im Sambodrom vor. Expertinnen und Experten warnten, dass der falsche Eindruck vermittelt werden könnte, die Pandemie sei zu Ende.

Chile schließt Grenze

Von morgen an gilt auch in Chile für Ausländerinnen und Ausländer, die sich in den vergangenen 14 Tagen in Südafrika, Simbabwe, Namibia, Botsuana, Lesotho, Eswatini und Mosambik aufgehalten und keinen Wohnsitz in dem südamerikanischen Land haben, ein Einreiseverbot, wie aus einer Mitteilung des chilenischen Gesundheitsministeriums hervorging.

Nach seiner Flucht aus einem Quarantänehotel in den Niederlanden steht ein Paar nun in einer Klinik unter Quarantäne. „Sie sind jetzt an einem Ort, wo sie isoliert sind, in einem Krankenhaus“, sagte ein Sprecher der Grenzpolizei am Amsterdamer Flughafen Schiphol gestern.

Das flüchtige Paar, eine Spanierin und ihr portugiesischer Freund, war am Sonntag von Grenzpolizisten in einem Flugzeug gefasst worden, das nach Spanien fliegen sollte. Die beiden hatten zuvor ein Hotel verlassen, in dem positiv auf das Coronavirus getestete Reisende aus Südafrika untergebracht sind, bei denen zum Teil auch die neue Omikron-Variante festgestellt worden war.

„Wir hörten, dass Leute das Hotel verlassen hatten, obwohl ihnen davon abgeraten worden war. Wir mussten also handeln und haben sie festgenommen“, sagte Grenzpolizei-Sprecher Robert van Kapel der Nachrichtenagentur AFP. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung von Haarlemmermeer bestätigte, dass sich das Paar nun „in einem Krankenhaus in den Niederlanden“ befinde.

Die Zahl der in den Niederlanden positiv getesteten Südafrika-Rückkehrer, die mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus infiziert sind, erhöhte sich unterdessen auf 14.

Die deutsche Stadt Frankfurt sieht ihre Impfkampagne durch fehlenden Impfstoff ausgebremst. Obwohl die Impfaktionen des Gesundheitsamtes von den Bürgerinnen und Bürgern sehr gut angenommen würden und die Nachfrage zuletzt stark angezogen habe, müsse die Stadt nun ihre Impfangebote einschränken – weil die vom Gesundheitsamt bestellten Impfstoffmengen vonseiten des Bundes einseitig reduziert worden seien, teilte das Gesundheitsamt gestern mit.

Mehrere Impfaktionen mussten abgesagt werden. „Ganz Frankfurt ist stinksauer auf Berlin – und mir fehlen ehrlich gesagt die Worte“, erklärte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Gerade erst habe er den Startschuss für eine Aktion zur Impfung in der Straßenbahn gegeben und an die Menschen appelliert, sich impfen zu lassen.

„Jetzt soll es das schon wieder gewesen sein für diese tolle Aktion. Nicht weil es an Impfwilligen fehlt, sondern an Impfstoff“, so der Oberbürgermeister. „Und das in einer Situation, in der die Infektionszahlen nur eine Richtung kennen – steil nach oben. Dafür fehlt den Menschen zu Recht jedes Verständnis.“

Mehrere hundert Menschen haben gestern laut Polizei in sächsischen Städten gegen die staatlichen Coronavirus-Maßnahmen protestiert. Sachsens CoV-Notfallverordnung gestattet derzeit nur ortsfeste Kundgebungen mit maximal zehn Teilnehmern. Diese Zahl wurde in allen Fällen überschritten.

Rund 700 Menschen nahmen nach Angaben einer Polizeisprecherin in Freiberg an einem ungenehmigten „Corona-Spaziergang“ teil. Der Versuch, sie frühzeitig anzusprechen und die Versammlung aufzulösen, habe „wenig gefruchtet“. Die nicht angemeldeten „Spaziergänge“ und Aktionen seien aber so weit wie möglich aus der Innenstadt herausgelenkt worden und ruhig verlaufen.

Auch in Chemnitz und Zwickau demonstrierten mehrere hundert Menschen im Protest gegen die CoV-Politik. Bis zu 300 Menschen seien zwischenzeitlich auf den Straßen unterwegs gewesen. Auch bei dem Einsatz in Chemnitz wurden rund 25 Anzeigen aufgenommen. Proteste gab es laut Polizei auch in Dresden, Neustadt in Sachsen, Pirna, Sebnitz, Riesa und Großenhain.

Die Zusammenkünfte müssen unterbunden werden, forderte der Ostbeauftragte der bisherigen Bundesregierung, Marco Wanderwitz, auf Twitter. „Dass in Sachsen in dieser Corona-Lage Gestörte und Rechtsradikale offenbar ‚erfolgreich‘ Tag für Tag den Rechtsstaat mit öffentlichen Zusammenkünften vorführen, macht schweren Schaden.“

Ausland

Die Urteilsverkündung im Prozess gegen Myanmars entmachtete De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi verzögert sich offenbar. Die Entscheidung in dem Verfahren wegen des Vorwurfs des Aufrufs zur Gewalt werde erst am Montag verkündet, sagte eine mit dem Fall vertraute Quelle der Nachrichtenagentur AFP. Eigentlich war erwartet worden, dass das Urteil gegen die Friedensnobelpreisträgerin von 1991 schon heute fällt.

Myanmars entmachtete De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi
Reuters/Bria Webb

Details zu dem Verfahren vor einem Sondergericht in der Hauptstadt Naypyidaw sind nicht bekannt, Journalisten sind nicht zugelassen. Suu Kyi war im Februar nach einem Militärputsch abgesetzt und festgenommen worden. Die nun regierende Militärjunta überzog sie mit einer Reihe von Anschuldigungen, insgesamt drohen der 76-Jährigen mehrere Jahrzehnte Haft.

Seine Machtübernahme hatte das Militär mit angeblichem Wahlbetrug bei der Parlamentswahl 2020 begründet, nachdem Suu Kyis Partei einen klaren Sieg errungen hatte. Bei Protesten gegen das Militär wurden seit Februar mehr als 1.200 Menschen getötet und mehr als 10.000 festgenommen.

Nach einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) sind seit der erneuten Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan zahlreiche ehemalige Sicherheitskräfte der Regierung verschwunden oder exekutiert worden.

Taliban-Kräfte hätten in vier der 34 Provinzen des Landes mehr als 100 ehemalige Soldaten, Polizisten oder Geheimdienstler hingerichtet oder verschwinden lassen, heißt es in dem heute veröffentlichten Bericht.

Der Bericht dokumentiert auf 25 Seiten die Tötungen oder das Verschwindenlassen von ehemaligen Angehörigen der Sicherheitskräfte – Militärs, Polizei, Geheimdienst oder regierungsfreundlichen Milizen –, die sich ergeben hatten oder von den Taliban zwischen 15. August und Ende Oktober festgenommen worden seien.

Die Untersuchungen von HRW hätten ergeben, dass alleine in den Provinzen Ghazni, Helmand, Kandahar und Kunduz mehr als 100 ehemalige Angehörige der Sicherheitskräfte getötet oder verschwunden seien.

Trotz versprochener Generalamnestie

Die Führung der Taliban habe ihre Mitglieder angewiesen, Mitglieder von Einheiten, die sich ihnen ergeben hatten, zu registrieren. Sie hätten zudem auf zurückgelassene Beschäftigungsunterlagen der ehemaligen Regierung zugreifen können. Die Daten hätten sie genutzt, um Ex-Sicherheitskräfte zu verhaften oder zu töten.

Die Taliban-Führung hatte bereits viele Monate vor ihrer Machtübernahme eine Generalamnestie für alle Sicherheitskräfte erklärt und diese auch nach dem Fall der Hauptstadt Kabul mehrmals erneut bekräftigt. Die meisten Provinzen und auch die Hauptstadt Kabul waren weitgehend kampflos an die Islamisten gefallen. In mehreren Provinzen ergaben sich die Sicherheitskräfte in Massen.

„Die von den Taliban versprochene Amnestie hat lokale Kommandanten nicht davon abgehalten, ehemalige Sicherheitskräfte zu exekutieren“, sagte Patricia Gossmann, Leiterin der Asienabteilung bei HRW. In einer Antwort auf die Ergebnisse des HRW-Berichts hätten die Taliban erklärt, dass sie 755 für Übergriffe verantwortliche Mitglieder entlassen und Militärtribunale für Mord, Folter und rechtswidrige Festnahmen eingerichtet hätten. Informationen zur Untermauerung ihrer Behauptung seien jedoch nicht vorgelegt worden.

Der US-Senat hat den Verteidigungshaushalt aufgrund von Einwänden der Republikaner und einiger liberaler Demokraten nicht auf den Weg bringen können. Der jährliche „National Defense Authorization Act“ (NDAA) kam gestern bei der Abstimmung mit 45:51 nicht auf die erforderlichen 60 Ja-Stimmen, die für eine Verabschiedung im 100-köpfigen Senat vorgeschrieben sind.

„Unerklärlich und empörend“

Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, nannte die Entscheidung „unerklärlich und empörend“. Schumer beschuldigte die Republikaner, sich gegen die Streitkräfte zu stellen. „Nur weil ein paar Republikaner nicht jedes einzelne Zugeständnis bekommen haben, auf dem sie bestanden haben, halten sie den Prozess an“, sagte er.

Die Republikaner erklärten, sie hätten mit Nein gestimmt, weil die Demokraten, die den Senat knapp kontrollieren, nicht genügend Stimmen für Änderungsanträge zuließen. Darunter einen, der verbindliche Sanktionen gegen die deutsch-russische Gaspipeline „Nord Stream 2“ verhängt hätte.

Republikanische Unterstützung

Senator Jim Inhofe, der ranghöchste Republikaner im Streitkräfteausschuss des Senats, sagte, die Maßnahme werde letztlich verabschiedet. „Ich unterstütze dieses Gesetz nach wie vor und hoffe, dass wir es bald auf den Weg bringen werden.“

Der NDAA regelt eine Vielzahl von verteidigungspolitischen Fragen von der Anzahl der gekauften Schiffe bis zum Sold der Soldaten. Er ist 61 Jahre in Folge verabschiedet worden und eine der wenigen Vorlagen, die in beiden Parteien allgemeine Unterstützung genießen.

Umwelt & Klima

Der Ausbau der Wiener Außenring-Schnellstraße (S1) mit Lobautunnel und Stadtstraße wird weiter vom Verkehrsministerium geprüft. Die Kritik am geplanten Projekt reißt nicht ab. Laut Greenpeace würden dadurch 178 Hektar hochwertiges Ackerland versiegelt.

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Wirtschaft

Der Salzburger Flughafen soll dieses Jahr einen neuen Chef bekommen. Das kündigte der zuständige Landeshauptmannstellvertreter Christian Stöckl (ÖVP) an. Das Hearing für den Direktorenposten ist abgeschlossen. Stöckl will den Aufsichtsrat heute über das Ergebnis informieren.

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Der renommierte Mozartkugel-Hersteller Salzburg Schokolade in Grödig ist insolvent. Das Unternehmen hat gestern beim Landesgericht den Antrag eingebracht. Mehr als 100 Jobs stehen auf dem Spiel. Wie es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergeht, das ist noch offen.

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Lieferengpässen und Chipmangel zum Trotz haben die 16 weltgrößten Autohersteller im dritten Quartal mehr Gewinn erzielt als je zuvor. Das zeigt eine gestern veröffentlichte Analyse des Beratungsunternehmens EY. Grund zum Feiern hat die Autoindustrie aber nicht. Produktion und Absatz gingen zurück, die Zulieferer geraten zunehmend ins Straucheln.

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Sport

Ferdinand Feldhofer hat sich bei seiner Vorstellung als neuer Trainer von Vizemeister Rapid gestern im Allianz Stadion voller Tatendrang präsentiert. Als kurzfristiges Ziel nannte der Steirer das Erreichen eines Top-Sechs-Platzes und damit die Teilnahme an der Bundesliga-Meisterrunde, zudem will Feldhofer im Europacup überwintern. Mittelfristig soll bei den Hütteldorfern eine gemeinsame Spielphilosophie umgesetzt werden.

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Sturm Graz ist vom Erfolgsweg abgekommen. Die Wiener Austria hat die Leidenszeit der Steirer nochmals verlängert, die seit acht Pflichtspielen ohne Erfolgserlebnis sind. Beim 2:1 am Sonntag in der 16. Runde der Admiral Bundesliga erzielten Muharem Huskovic (48.) und Aleksandar Jukic (76.) die Tore für die „Veilchen“, Ex-Austrianer Manprit Sarkaria konnte nur verkürzen (81.).

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Österreichs Darts-Aushängeschild Mensur Suljovic hat bei der WM in London (15. Dezember bis 3. Jänner) einen steinigen Weg vor sich. Der Weltranglisten-26. steigt als gesetzter Spieler zwar erst in Runde zwei ein, dort könnte er aber auf Alan Soutar treffen. Das ergab die Auslosung gestern Abend.

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Chronik

Zu Beginn des Missbrauchsprozesses gegen Jeffrey Epsteins Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell haben Anklage und Verteidigung gestern sehr unterschiedliche Versionen über die Rolle der 59-Jährigen gezeichnet. Maxwell ist in sechs Punkten angeklagt, ihr drohen im Falle einer Verurteilung viele Jahre Haft.

Anklage: „Rechte Hand“

Staatsanwältin Lara Pomerantz beschrieb Maxwell als „rechte Hand“ des in höchsten US-Kreisen verkehrenden Epstein und als rücksichtslose Komplizin. Sie habe die Mädchen angeheuert, auf Epstein vorbereitet, sie ihm „täglich“ für „Massagen“ zugeführt, bei denen dieser sie sexuell missbraucht habe. Einige Male sei Maxwell bei solchen Übergriffen sogar anwesend gewesen.

Gerichtszeichnung von Ghislaine Maxwell
AP/Elizabeth Williams

Zudem habe sie eine „Kultur des Schweigens“ in Epsteins Anwesen aufgebaut, um die Taten geheim zu halten, und sei in jedes Detail in Epsteins Leben eingeweiht gewesen. Ihr Motiv sei gewesen, ihr eigenes Luxusleben in seinem Dunstkreis aufrechtzuerhalten. Am ersten Verhandlungstag blieb dabei offen, ob Maxwell im Laufe des Prozesses selbst aussagen wird.

Verteidigung: „Opfer“

Die Verteidigung bestritt die Darstellung der Anklage gestern in ihrem Eröffnungsplädoyer vehement. Es gehe um Verbrechen des 2019 gestorbenen Epsteins, mit denen Maxwell nichts zu tun habe. „Sie ist nicht wie Jeffrey Epstein“, sagte Maxwells Anwältin Bobbi Sternheim. Epstein galt als charismatischer Mann und wortgewandter Blender, der seine Gegenüber immer wieder in die Irre führte und für seine Zwecke benutzte.

Maxwells Anwältin griff die vier Hauptzeuginnen an. Die mutmaßlichen Verbrechen seien 15 bis 25 Jahre her: „Wie wir alle wissen, verblassen Erinnerungen mit der Zeit.“ Auch hätten sie nach dem mutmaßlichen Missbrauch teils weiter Kontakt zum schwerreichen Epstein gehalten oder seien nicht glaubwürdig, weil sie selbst durch Geld und Karriereförderung von diesem profitiert hätten. „Die Geschichte jeder Beschuldigerin ist dünn, es fehlt ihnen an Rückhalt.“

Konzentriert und regungslos

Maxwell war in der Früh mit einem hellen Pullover und einer schwarzen Hose bekleidet in den Gerichtssaal in Manhattan gekommen, die kinnlangen Haare trug sie offen. Sie wirkte ernst, konzentriert und zeigte wenig Regung. Einige Male beugte sie sich flüsternd zu ihrer Anwältin.

Epstein war der Aufbau eines Prostitutionsrings mit Dutzenden minderjährigen weiblichen Missbrauchsopfern vorgeworfen worden. Ein Prozess im Jahr 2008 endete mit einem vorteilhaften Deal für Epstein, den viele für einen Skandal hielten.

Zu einem erneuten Prozess in New York gegen ihn kam es nie, weil Epstein 2019 tot in seiner Gefängniszelle gefunden wurde. Gerichtsmediziner kamen zu dem Schluss, dass es Suizid war.

Im vergangenen Jahr war dann Maxwell verhaftet worden. Viele sehen das Verfahren gegen sie als Stellvertreterprozess. Sie ist die Tochter des legendären britischen Verlegers Robert Maxwell (1923–91) und kam Anfang der 90er Jahre nach New York.

Sie traf Epstein auf einer der zahlreichen Promipartys und war damals zeitweise seine Freundin. Das Umfeld Epsteins beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin.

Ein Vater soll in den USA seine vier Kinder und ihre Großmutter getötet haben. Der 29-Jährige sei nach den tödlichen Schüssen nahe Los Angeles festgenommen worden, teilte die Polizei gestern mit. Alle fünf Opfer waren am Sonntagabend in der Kleinstadt Lancaster durch Schüsse in den Oberkörper getötet worden.

Laut einem Bericht der „Los Angeles Times“ ist der mutmaßliche Täter ein früherer Wachmann, dem der Waffenschein entzogen worden war.

In den USA sterben Jahr für Jahr rund 40.000 Menschen durch Schusswaffen, immer wieder wird das Land durch Schusswaffenmassaker erschüttert. Vorstöße für eine Verschärfung des Waffenrechts scheitern aber immer wieder am Widerstand der Republikanischen Partei und der Waffenlobby.

Die Gucci-Familie hat mit rechtlichen Schritten gegen den Film „House of Gucci“ des britischen Regisseurs Ridley Scott gedroht. „Die Familie Gucci behält sich das Recht vor, jede Initiative zu ergreifen, um ihren Namen und ihr Image sowie das ihrer Angehörigen zu schützen“, zitierte die italienische Nachrichtenagentur ANSA gestern aus einem Brief der Erben des Gründers des berühmten italienischen Modehauses.

Der Film „House of Gucci“ handelt vom Mord an dem Modeerben Maurizio Gucci (Adam Driver) in den 90er Jahren. Ein Gericht befand damals dessen Ex-Frau Patrizia Reggiani – im Film gespielt von Lady Gaga – schuldig, die Ermordung in Auftrag gegeben zu haben.

Die Familie stört sich laut dem Schreiben insbesondere daran, dass Reggiani trotz ihrer Verurteilung „als Opfer“ dargestellt werde. Zudem würden die Angehörigen der Gucci-Familie als „Krawallmacher, ignorant und unsensibel gegenüber der Welt um sie herum“ dargestellt.

Die Familie Gucci hat seit den 90er Jahren nichts mehr mit dem Luxusmodehaus zu tun. Dieses befindet sich inzwischen im Besitz der französischen Gruppe Kering.

In der Nacht auf heute ist es in der Innsbrucker Lohbachsiedlung zu einem Brand gekommen, der möglicherweise gelegt worden ist. Vor einem Wohnhaus gelagerter Sperrmüll fing Feuer und richtete großen Sachschaden an.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Feuerwehren auch im Burgenland im Einsatz

Zwei Brände im Burgenland, einer in Lackendorf, der andere in Bruckneudorf, hielten auch im östlichen Bundesland die Feuerwehren in der Nacht auf Trab.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Kultur

Gestern hat ein ungewöhnliches Ausstellungsstück seinen Weg vom Naturhistorischen Museum ins Jüdische Museum in Wien angetreten: Das Krokodil, angeblich eine Schenkung der Familie Rothschild, ist Teil einer neuen Ausstellung.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Der Fotograf, Schauspieler und Regisseur Roger Fritz ist im Alter von 85 Jahren in München gestorben. Das sagte seine langjährige Lebensgefährtin Margit Friedrich gestern der dpa. Fritz sei am Freitag infolge eines Aneurysmas im Krankenhaus gestorben. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, darunter die Münchner „Abendzeitung“ und „Bild“.

Der Fotograf Roger Fritz in seiner Münchner Wohnung
picturedesk.com/SZ-Photo/Florian Peljak

„Mädchen, Mädchen“

Fritz war eine Society-Größe. Er assistierte unter dem italienischen Regisseur Luchino Visconti bei „Boccaccio 70“ mit Romy Schneider. 1963 drehte er seinen ersten Kurzfilm „Verstummte Stimmen“. Sein erster langer Spielfilm, „Mädchen, Mädchen“ 1966, wurde ein Erfolg.

In mehreren Filmen, unter anderem von Rudolf Thome („Fremde Stadt“, 1972), Sam Peckinpah („Steiner – Das Eiserne Kreuz“, 1976) und Rainer Werner Fassbinder („Lili Marleen“, 1981) war Fritz auch Darsteller.

Breites Repertoire

Er kam dicht an Stars wie Fassbinder oder auch Romy Schneider heran. Er suchte jedoch auch andere Motive, etwa bayerisches Brauchtum wie Goaßlschnalzen (Peitschenknallen) oder das Maibaum-Aufstellen. Sein Repertoire reichte von Porträts über Landschaften bis zu abstrakter Fotografie. Eine Zeit lang war er in München auch Gastronom.

Der Biografie auf seiner Website zufolge hatte Fritz zunächst eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann gemacht. 1955 lernte er in München den Fotografen Herbert List kennen und assistierte ihm gelegentlich. Teils arbeitete er für Zeitschriften und begründete die Zeitschrift „twen“ mit. 1961 studierte er an der UFA-Nachwuchsschule für Schauspiel und Regie in Berlin.

Panorama

Nach drei Nächten in einem eingeschneiten Pub in Nordengland haben die rund 60 Gäste ihr unfreiwilliges Quartier wieder verlassen. Der Schneepflug sei gestern „endlich durchgekommen“, sagte Nicola Townsend, Wirtin des Tan Hill Inn, der Agentur PA am späten Abend. Von den 61 Gästen seien 59 abgereist. Die zwei verbliebenen Gäste wollten noch einen Tag anhängen und heute abreisen.

Die 61 Gäste waren nach dem Auftritt einer Oasis-Coverband am Freitagabend gestrandet. Der Sturm „Arwen“ hatte die Straße zu dem laut Angaben höchstgelegenen Pub Englands zugeweht. „Sie kamen als Fremde und gehen als Freunde“, so die Pub-Besitzerin über die ungewöhnliche Schicksalsgemeinschaft. In anderen Landesteilen Großbritanniens hatte „Arwen“ für ein Verkehrschaos gesorgt und den Strom in vielen Haushalten ausfallen lassen.

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