COV Inland

Ab heute können Menschen aus der ganzen Welt wieder in Österreich einreisen, wenn sie geimpft und PCR-getestet sind. Für Geboosterte entfällt die Testpflicht: Die Einreise für dreifach Geimpfte ist wieder aus allen Ländern ohne Test möglich.

14 Staaten standen bisher auf der roten Liste, weil man die Sorge hatte, dass von dort die Omikron-Variante eingeschleppt werden könnte. Diese Länder werden jetzt von der Liste gestrichen.

Dazu zählen Großbritannien, die Niederlande, Norwegen, Dänemark und zehn Staaten im Süden Afrikas. Die Omikron-Variante hatte sich dort, kurz nachdem sie entdeckt wurde, rasch ausgebreitet. Aber weil Omikron mittlerweile auch in Österreich die vorherrschende Variante ist, werden die Bestimmungen gelockert.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 1.867,1 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Tirol hat mit 2.737,0 den höchsten Wert, gefolgt von Salzburg mit 2.607,9 und Wien mit 2.417,8. Am niedrigsten ist die 7-Tage-Inzidenz im Burgenland (1.311,4) und der Steiermark (1.265,5).

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weitere Fragen in ORF.at/corona

Ministerien melden 22.453 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben zuletzt – verspätet – 22.453 neu registrierte CoV-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

13.991 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 1.129 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 192 auf Intensivstationen.

Vorübergehend keine Zahlen

Nach einem mehrtägigen Ausfall hatte es am Samstag Abend erstmals wieder die gewöhnlich am Vormittag publizierten Zahlen des interministeriellen Krisenstabs gegeben, gestern kam es erneut zu Verzögerungen. Ursache für die Datenprobleme seien die hohen Fallzahlen, hieß es.

Samstagabend hatte das Innenministerium die Daten für die drei vorangegangenen Tage nachgeliefert: Von Freitag auf Samstag gab es 24.260 Neuinfektionen. Donnerstagfrüh wurden 24.314 Neuinfektionen aus den Bundesländern gemeldet, Freitagfrüh 25.346.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten/morgenmeldung

Die Erzdiözese Wien hat den Polizei-Seelsorger Uwe Eglau abberufen. Er trat als Sprecher einer Gruppe von rund 600 Polizistinnen und Polizisten in Erscheinung, die sich vor zwei Wochen in einem offenen Brief gegen Impfpflicht, 3-G am Arbeitsplatz und die Diskriminierung ungeimpfter Kollegen ausgesprochen hat. Das sei mit dem Rollenverständnis eines Seelsorgers nicht vereinbar, erläuterte der Pressesprecher der Erzdiözese Wien, Michael Prüller, gestern in der Kathpress.

Eglau war ehrenamtlich und unbezahlt als Polizei-Seelsorger tätig; als ebenso ehrenamtlicher Diakon bleibt er weiter in seiner Pfarre. Zu seiner Absetzung als Seelsorger habe sich die Kirchenleitung nach mehreren erfolglosen persönlichen Aussprachen entschlossen.

„Tagespolitische Zurückhaltung“

Denn diese Funktion gebiete „tagespolitische Zurückhaltung“ und „eine gewisse Neutralität“, besonders in emotional stark aufgeladenen Themen – damit sich jede Polizistin und jeder Polizist vertrauensvoll an den Seelsorger wenden könne, erläuterte Prüller die Entscheidung. Polizeikräfte hätten die staatlichen Regeln durchzusetzen, „auch jene, mit denen sie nicht einverstanden sind“. Als Privatmensch sei Diakon Eglau freilich „frei zu sagen, was er will“.

Zudem sei es nicht gut, die Rollen zu vermischen: „Die Aufgaben eines Seelsorgers sind andere als die eines Personalvertreters und vertragen sich auch nicht mit politischem Aktivismus.“ Eglau hatte die Themen des offenen Briefes mehrfach öffentlich – gegenüber Medien und auch im Rahmen einer Demo in Wien – offensiv vertreten.

Das Land Oberösterreich stellt ab heute das Contact-Tracing um. Es wird künftig nur noch die positiv getestete Person kontaktiert, die dann in Quarantäne muss. Diese Person ist nun aufgefordert, sich selber darum zu kümmern, mögliche Kontaktpersonen zu verständigen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

COV Ausland

In Frankreich treten heute drastische Einschränkungen für nicht CoV-Geimpfte und nicht Genesene in Kraft. Sie haben nun etwa keinen Zugang mehr zu Restaurants, Bars, Kultureinrichtungen, Sportveranstaltungen und Fernzügen. Grund ist die Einführung des „pass vaccinal“ (Impfpass) in Frankreich. Dieser Nachweis über Genesung oder Impfung muss künftig für die Teilnahme am öffentlichen Leben vorgelegt werden. Bisher reichte auch der Nachweis über einen negativen Coronavirus-Test.

Ausnahmen sollen zunächst aber für Menschen gelten, die sich noch kurzfristig für eine erste Impfung entscheiden. Sie sollen vorerst weiter ein negatives Testergebnis vorlegen dürfen. Laut einem Urteil des französischen Verfassungsrats dürfen die Einschränkungen für Ungeimpfte nur so lange in Kraft bleiben, wie es die Pandemie erfordert.

Angesichts der raschen Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante wollen in Deutschland Bund und Länder heute über die Schutzvorschriften beraten. Laut der Beschlussvorlage, die der Nachrichtenagentur AFP vorab vorlag, sind keine Lockerungen der CoV-Restriktionen vorgesehen. Der deutsche Kanzler Olaf Scholz (SPD) sowie mehrere Ministerpräsidenten hatten bereits im Vorfeld entsprechenden Forderungen eine Absage erteilt. Wegen Engpässen bei PCR-Tests sollen diese laut dem Beschlussvorschlag zudem fortan prioritär für bestimmte Gruppen zur Verfügung stehen.

Zuletzt hatte die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland die Marke von 800 überschritten. Die rasche Verbreitung von Infektionen schlägt sich aber zumindest bisher nicht in einer erneut steigenden Belastung der Intensivstationen der Krankenhäuser nieder.

Bei Protesten gegen die CoV-Beschränkungen in Brüssel haben Demonstranten der Polizei gestern gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert. Demonstranten warfen Steine und Feuerwerkskörper, die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Laut dem Sender RTL warfen maskierte Demonstranten die gläserne Eingangstür zum Sitz des EU-Außenbeauftragten ein. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell verurteilte die Gewalt.

Großdemo in Brüssel gegen CoV-Maßnahmen

In der europäischen Hauptstadt kam es bei Protesten zu Ausschreitungen.

Laut Polizei beteiligten sich rund 50.000 Menschen an dem Protestmarsch. Die Organisatoren, darunter die Bewegungen World Wide Demonstration for Freedom und Europeans United for Freedom, hatten Demonstranten aus anderen EU-Staaten aufgerufen, sich dem Protest anzuschließen. Teilnehmer schwenkten unter anderem polnische, niederländische und rumänische Flaggen.

Die Demonstranten trugen Transparente mit Parolen gegen den belgischen Regierungschef Alexander De Croo. Sie kritisierten zudem den „Corona-Pass“, mit dem in Belgien in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen eine Impfung oder ein negativer Test nachgewiesen werden müssen.

In der Aufklärung der „Partygate“-Affäre rund um Feiern während des Lockdowns in der Londoner Downing Street sollen auch Versammlungen in Premierminster Boris Johnsons eigener Wohnung untersucht werden.

Die Erhebungen der Regierungsbeamtin Sue Gray, die in London mit Spannung erwartet wird, werde auch angebliche Partys in der Wohnung des Premiers in der Downing Street 11 umfassen, berichtete die „Times“ gestern. So sollen enge Freunde von Johnsons Frau Carrie häufiger in Lockdown-Zeiten zu Gast gewesen sein – offiziell aus Arbeitsgründen.

Erhebliche Zweifel an „Arbeitstreffen“

An dieser Darstellung gibt es dem Bericht zufolge jedoch deshalb Zweifel, weil die genannten Freunde gar nicht direkt für die Downing Street arbeiteten, sondern für das angegliederte Cabinet Office. Johnsons Ex-Berater Dominic Cummings, der heute zu dessen schärfsten Kritikern zählt, hatte schon früher den Vorwurf erhoben, auch in Johnsons eigener Wohnung – nicht nur in den Büroräumen – hätten unerlaubte Partys stattgefunden.

Nachdem der Druck auf Johnson in den vergangenen Wochen durch etliche Enthüllungen immer weiter gestiegen ist, droht ihm ein Misstrauensvotum. Einige konservative Abgeordnete haben bereits öffentlich den Rücktritt des Premiers gefordert. Andere wollen die Ergebnisse der offiziellen Untersuchung abwarten.

Ausland

Das US-Außenministerium hat angeordnet, dass die Familien der US-Diplomaten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew das Land verlassen sollen. Grund dafür sei die „anhaltende Bedrohung durch eine russische Militäroperation“, erklärte das Ministerium. Weitere in der Ukraine lebende US-Bürger sollten „jetzt in Erwägung ziehen“, das Land mit kommerziellen Flügen oder anderen Transportmitteln zu verlassen, erklärte das Ministerium weiter.

Die US-Regierung rät ihren Bürgern zudem von Reisen nach Russland ab. Es werde US-Bürgern „dringend empfohlen“, Reisen nach Russland zu vermeiden, erklärte das US-Außenministerium am Sonntag. Hintergrund seien die „Spannungen an der Grenze zur Ukraine“. Washington warnte die US-Bürger in Russland zudem vor „Schikanierung“ durch die Polizei, unter anderem durch die „willkürliche Anwendung von Gesetzen“.

Trotz der angespannten Lage beabsichtigte das Auswärtige Amt in Berlin nach eigenen Angaben zuletzt keinen Abzug von Personal aus der Ukraine. Die Sicherheitslage werde aber „sehr aufmerksam“ beobachtet, hieß es.

Armeniens Präsident Armen Sarkissjan hat überraschend seinen Rücktritt erklärt. Nach langer Überlegung habe er sich entschieden, nach etwa vier Jahren das Amt des Präsidenten der Republik niederzulegen, zitierte die Agentur Armenpress den 68-Jährigen gestern in der Hauptstadt Eriwan.

„Das ist absolut keine emotionale Entscheidung, sondern entspricht einer gewissen Logik.“ Er verwies in seiner Erklärung auf beschränkte Machtbefugnisse des Staatschefs. Der Präsident verfüge „nicht über die notwendigen Instrumente, um die grundlegenden Prozesse der Innen- und Außenpolitik in der schwierigen Zeit für das Land zu beeinflussen“, sagte Sarkissjan.

Der armenische Präsident Armen Sarkissian
Reuters/Adrian Dennis

Vor allem im Zuge des Kriegs um Bergkarabach im Südkaukasus hatte der Präsident Kritik an Regierungschef Nikol Paschinjan geübt. Die Ex-Sowjetrepublik hatte im Herbst 2020 die Kontrolle über große Teile der Region verloren. Aserbaidschan feierte dagegen einen Sieg.

Sarkissjan kritisierte damals, dass er nicht in die Verhandlungen einbezogen worden war. Später äußerte er Einwände gegen Paschinjans Neubesetzung der armenischen Militärspitze. Sarkissjan war in seiner politischen Laufbahn auch Regierungschef von Armenien. Unklar war zunächst, wer Sarkissjans Nachfolger werden soll.

Bei der Parlamentswahl in der international nicht anerkannten türkischen Republik Nordzypern liegt die regierende Nationale Einheitspartei (UBP) nach Auszählung von etwa einem Drittel der Stimmen vorn. Die Partei von Präsident Ersin Tatar und Ministerpräsident Faiz Sucuoglu lag gestern Abend bei rund 40 Prozent der ausgezählten Stimmen, wie der Staatssender BRT berichtete.

Zweitstärkste Partei war am Sonntagabend mit rund 31 Prozent der ausgezählten Stimmen die Republikanische Türkische Partei (CTP). Ein vorläufiges Endergebnis wird heute erwartet.

Rund 200.000 Menschen waren zur Abstimmung aufgerufen. Nach Angaben der Vorsitzenden der Wahlbehörde, Narin Ferdi Sefik, lag die Wahlbeteiligung bei rund 58 Prozent.

Zweistaatenlösung oder Föderation

Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. Der Nordteil der Insel wird nur von der Türkei als Staat anerkannt. Die Republik Zypern, deren Regierung den Südteil lenkt, gehört seit 2004 zur Europäischen Union. Die jüngsten Verhandlungen zur Überwindung der Teilung waren 2017 gescheitert.

Tatar und seine Partei UBP stehen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nahe und sind Verfechter einer Zweistaatenlösung für die geteilte Insel. Die CTP befürwortet dagegen das Ziel der UNO, eine Föderation zweier politisch gleichberechtigter Bundesländer zu bilden.

Einen Tag nach seinem Rückzug aus dem Rennen um das Präsidentenamt in Italien hat sich Silvio Berlusconi erneut im Krankenhaus medizinischen Untersuchungen unterzogen. Es handle sich um „Routine“-Untersuchungen, teilte ein Sprecher des 85-jährigen Ex-Regierungschefs gestern mit.

Berlusconis Arzt Alberto Zangrillo vom San-Raffaele-Krankenhaus in Mailand teilte mit, die „regelmäßigen klinischen Check-ups“ seien bereits seit Längerem geplant gewesen.

Nach wochenlangem Wahlkampf hatte Berlusconi bekanntgegeben, dass er doch nicht bei der am Montag beginnenden Präsidentschaftswahl in Italien antrete.

Berlusconi hatte sich 2016 einer Operation am offenen Herzen unterzogen. In den vergangenen Monaten war er immer wieder im Krankenhaus. Im September 2020 verbrachte er wegen einer Lungenentzündung im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion elf Tage im Krankenhaus.

Vor dem Hintergrund einer drohenden humanitären Katastrophe in Afghanistan sind die Taliban zu offiziellen Gesprächen mit westlichen Vertretern in Oslo eingetroffen. Zum Auftakt kam die von Außenminister Amir Khan Muttaqi geführte Taliban-Delegation gestern mit Vertretern der afghanischen Zivilgesellschaft zusammen, wie die norwegische Regierung mitteilte.

Norwegen empfängt Taliban zu Gesprächen

Die norwegische Regierung hat Vertreter der militant-islamistischen Taliban zu Gesprächen nach Oslo eingeladen. Erstmals seit der Machtergreifung reiste eine Delegation der Taliban zu Verhandlungen in ein westliches Land. In den kommenden Tagen soll es auch zu Gesprächen mit Vertretern aus den USA, Deutschland und Frankreich kommen.

Die Taliban-Delegation sollte unter anderem mit afghanischen Frauenrechtlerinnen und Journalisten zusammenkommen. Die Gespräche finden hinter verschlossenen Türen statt.

An den weiteren politischen Gesprächen nehmen nach Angaben der norwegischen Regierung dann auch Vertreter aus den USA und mehreren europäischen Ländern teil, darunter Deutschland und Frankreich. Es sind die ersten offiziellen Gespräche zwischen Vertretern des Westens und der international nicht anerkannten Taliban-Regierung auf europäischem Boden.

Eine Delegation der Taliban im Soria Moria Hotel in Oslo (Norwegen)
AP/NTB scanpix/Torstein Boe

Die Gespräche in Oslo bedeuteten „keine Legitimation oder Anerkennung der Taliban“, betonte Norwegens Außenministerin Anniken Huitfeldt vor Beginn des Treffens. „Aber wir müssen mit den Behörden sprechen, die de facto das Land regieren. Wir dürfen nicht zulassen, dass die politische Situation in eine noch schlimmere humanitäre Katastrophe mündet.“ Die Taliban ihrerseits hatten vor Beginn der Gespräche die Hoffnung auf verbesserte Beziehungen zum Westen bekundet.

Inland

Klimaaktivistinnen und -aktivisten haben gestern nach einem Gespräch mit Verkehrsstadträtin Uli Sima (SPÖ) über das Thema Stadtstraße das Rathaus „schwer enttäuscht“ verlassen. Sima bedauerte ihrerseits die Ergebnislosigkeit des Treffens.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) hat gestern die ÖVP-Kritik an den Untersuchungsausschüssen „auf das Schärfste“ zurückgewiesen. Es gehe nicht an, dieses wichtige Kontrollinstrument „permanent zu diskreditieren“, weil man an einer Aufklärung nicht interessiert sei, sagte sie in der ORF-„Pressestunde“ – und schlug vor, die U-Ausschüsse öffentlich zu machen.

Zuletzt hatte sich seitens der ÖVP Bundeskanzler Karl Nehammer kritisch geäußert und den Ton in den Ausschüssen in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „profil“ mit einem „Tribunal“ verglichen. Er zeigte angesichts dessen in dem Interview Verständnis für das „Unbehagen“ in seiner Partei. Man könne „Institutionen wie einen U-Ausschuss auch missbrauchen“, so der Bundeskanzler.

„Nur weil man eine Aufklärung verhindern will“

„Nur weil man eine Aufklärung verhindern will, dieses verfassungsmäßige Instrument in Misskredit zu bringen“ sei „ein Spiel mit dem Feuer“, so Bures und ging – ohne Namen zu nennen – scharf mit der ÖVP ins Gericht. Kontrolle sei eine in der Verfassung festgeschriebene Kernaufgabe des Parlaments. Wenn U-Ausschüsse „permanent diskreditiert“ werden, würden „ganz wesentliche Instrumente unserer Demokratie in Zweifel gezogen“. Es gelte, dieses Instrument „mit Zähnen und Klauen“ zu verteidigen.

Vorbereitungen zum U-Ausschuss

Die Regeln für die U-Ausschüsse seien – bei der Etablierung als Minderheitsrecht – 2015 einstimmig beschlossen worden. Auch wie die Persönlichkeitsrechte von Auskunftspersonen – deren Verletzung die ÖVP immer wieder beklagt – geschützt werden, sei geregelt. Sie können sich an den Verfassungsgerichtshof (VfGH) wenden. Das hätten im „Ibiza“-U-Ausschuss auch einige getan, aber der VfGH habe in keinem einzigen Fall eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten festgestellt, merkte Bures an. Jedenfalls sei es gut, dass das „Sittenbild“, das die ÖVP-Chats zeigten, jetzt im – Anfang März mit Befragungen startenden – neuerlichen U-Ausschuss untersucht werde.

Die Frage, ob sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Herbst für eine zweite Amtsperiode bewirbt, dürfte demnächst beantwortet werden. „Wir sind bei dieser Entscheidung in der Endphase“, ließ Van der Bellen gestern im „Kurier“ wissen.

Die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) rechnet offenbar damit, dass er wieder antritt. In der ORF-„Pressestunde“ sagte sie, die Frage nach ihrer Kandidatur im Fall von Van der Bellens Verzicht stelle sich wohl nicht.

Frage nach Kandidatur stellt sich für Bures nicht

Zuvor hatte Bures ihre Haltung bekräftigt, dass die SPÖ Van der Bellen unterstützen sollte, wenn er neuerlich kandidiert. Bei allen Bundespräsidenten davor – wie auch Thomas Klestil oder Heinz Fischer – habe es beim zweiten Antritt „selten namhafte Gegenkandidaten gegeben“.

Und auf die Nachfrage, ob sie persönlich als SPÖ-Bewerberin zur Verfügung stünde, sollte Van der Bellen nicht antreten, sagte sie dann: Es sei „eine große Ehre überhaupt genannt zu werden. Aber ich glaube, es stellt sich diese Frage nicht.“

Hofer lässt sich Optionen offen

Noch Zeit lassen für eine Entscheidung will sich der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer (FPÖ) – der bei der vorigen Hofburg-Kür die Stichwahl gegen Van der Bellen verloren hat. Denn die politische Lage sei „sehr volatil“ und vieles in Bewegung, betonte er in der „Presse“ (Sonntag-Ausgabe). Die Frage der Wiederkandidatur Van der Bellens könnte auch für seine Entscheidung ein Faktor sein – „es kommt zum Beispiel darauf an, wie er sich präsentiert, welche inhaltlichen Schwerpunkte er setzt“. Wobei Hofer es aber für „sehr wahrscheinlich“ hält, dass die FPÖ jedenfalls einen Kandidaten aufstellt.

EU

Nach der Plenarabstimmung im EU-Parlament über die Regulierung digitaler Dienste am Donnerstag werden nun die einzeln abgestimmten Änderungsanträge zu einer konsolidierten Version des Textes verarbeitet. Damit startet das Parlament in den Trilog mit Kommission und Ministerrat.

Die französische Ratspräsidentschaft hat eine zügige Abwicklung des Trilogs mit Beginn noch im Jänner angekündigt. Von Frankreich wird allerdings der größte Widerstand gegen eine ganze Reihe von Passagen erwartet, die das Parlament beschlossen hat. Dabei geht es um Auflagen für das Tracking der Benutzer durch die Internetkonzerne.

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Wirtschaft

Mittlerweile 17 Prozent der Pkw-Neuzulassungen entfallen im Bundesland Salzburg auf Elektroautos. Damit liegt Salzburg gemeinsam mit Vorarlberg österreichweit an erster Stelle, wie aktuelle Zahlen des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigen.

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Sport

Titelverteidiger Tampa Bay und sein Superstar Tom Brady sind gestern (Ortszeit) im Play-off der National Football League (NFL) ausgeschieden. Die Buccaneers unterlagen vor eigenem Publikum den Los Angeles Rams mit 27:30. Nach einem 3:27-Rückstand kamen die Gastgeber zwar noch einmal sensationell heran und glichen aus, doch die Rams hatten mit einem Field Goal bei auslaufender Uhr das letzte Wort und stehen im Halbfinale.

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Einen Tag nach dem zweiten Platz von Ramona Siebenhofer in der Abfahrt hat auch Tamara Tippler im Super-G von Cortina d’Ampezzo die oberste Stufe des Podests nur knapp verpasst. Die Steirerin musste sich gestern der italienischen Lokalmatadorin Elena Curtoni nur um den Hauch von neun Hundertstelsekunden geschlagen geben. Rang drei ging mit Michelle Gisin an die Schweiz. Apropos Lokalmatadorin: Abfahrtssiegerin Sofia Goggia stürzte wie schon in Zauchensee und verletzte sich dabei.

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Titelverteidiger und Tabellenführer Bayern München hat gestern zum Abschluss der 20. Runde in der deutschen Fußball-Bundesliga einen souveränen 4:1-Auswärtssieg bei Hertha BSC gefeiert. Damit konnte der am Samstag siegreiche Verfolger Borussia Dortmund auf Distanz gehalten werden. RB Leipzig gelang ein 2:0-Heimerfolg über den VfL Wolfsburg.

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Chronik

Gestern sind in mehreren Bundesländern Lawinen abgegangen. In Niederösterreich starb eine Person. Vielerorts war die Lawinengefahr groß, Stufe 4 auf der fünfteiligen Skala.

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Kein Spielteilnehmer hat die sechs Richtigen bei Lotto „6 aus 45“ erraten – das bedeutet Dreifachjackpot. Im Topf liegen zusätzlich zum ersten Rang der nächsten Runde 2,5 Millionen Euro.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

5 27 29 31 35 44 / Zusatzzahl 37

Die aktuellen LottoPlus-Zahlen lauten:

12 22 30 32 33 45

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

7 1 0 3 3 4

Alle Angaben ohne Gewähr

Ein Passagier hat rund elf Stunden im Fahrwerksschacht eines Flugzeugs überlebt. Der Mann wurde von Polizisten in einer aus Südafrika kommenden Maschine am Flughafen von Amsterdam entdeckt, wie eine Sprecherin der niederländischen Polizei gestern mitteilte. Er sei ins Krankenhaus gebracht worden und befinde sich in einem stabilen Zustand.

„Es ist ziemlich bemerkenswert, dass der Mann noch lebt“, sagte die Sprecherin. Die durchschnittliche Flugzeit zwischen Johannesburg und Amsterdam beträgt elf Stunden.

Gesundheit

Kalte Außentemperaturen und trockene Raumluft lassen die Haut oft gereizt reagieren. Der Handel bietet eine Vielzahl pflegender Körperlotionen an, die Linderung versprechen. Cremes mit dem Wirkstoff Urea sollen besonders gut bei trockener Haut helfen. Was in den Urea-Lotionen steckt und für wen sie gedacht sind.

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Kultur

Der französische Modedesigner Thierry Mugler ist gestern gestorben. „Mit großer Trauer“ wurde der Tod des 73-Jährigen in der Nacht auf seiner Facebook-Seite mitgeteilt. Mugler gehörte zu den großen französischen Modeschöpfern wie Yves Saint Laurent, Claude Montana und Jean Paul Gaultier.

Mugler war in Straßburg geboren worden. Seine Familie stammte ursprünglich aus Linz und war in den Nachkriegswirren ins Elsass gezogen.

In den 1970er Jahren gründete Mugler sein Modeunternehmen in Paris, Ende der 1990er gab er die Markenrechte an den Kosmetikkonzern Clarins ab. Später war er unter anderem als Autor und Regisseur tätig.

Der deutsche Schauspieler Hartmut Becker ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 83 Jahren nach schwerer Krankheit in Berlin, wie seine Agentur unter Berufung auf die Familie mitteilte. Becker spielte in zahlreichen Filmen mit – er war auf der Berlinale vertreten und stand fürs Fernsehen beispielsweise für „SoKo München“ oder das „Traumschiff“ vor der Kamera. Sein erster wichtiger Film war 1970 das Vietnamkriegsdrama „o.k.“ von Michael Verhoeven, das bei den Berliner Filmfestspielen einen Skandal auslöste.

Der deutsche Schauspieler Hartmut Becker im Februar 2018
picturedesk.com/Action Press/Gulotta,Francesco

Es ging darin um die Vergewaltigung eines Mädchens durch US-Soldaten. Der Film erhitzte die Gemüter so sehr, dass die Jury zurücktrat und der Wettbewerb erstmals in der Geschichte des Festivals abgebrochen wurde. Becker arbeitete mit Verhoeven mehrfach zusammen, darunter auch mit Senta Berger. Mit Lina Wertmüller drehte er „Heimlich, still und leise“, mit Richard Attenborough „Die Brücke von Arnheim“. Becker war auch auf der Theaterbühne zu sehen, etwa am Residenztheater München.

Der Architekt Manfred Wehdorn – unbestritten der wichtigste Revitalisierer und Denkmalpfleger Österreichs – hat gestern seinen 80. Geburtstag gefeiert. In Niederösterreich machte sich der Träger des Landeskulturpreises mit mehreren Projekten einen Namen.

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Panorama

Binnen zwei Jahren ist die Zahl der Salzburger Biber von 250 auf etwa 300 gestiegen. Diese Zahlen sind Schätzungen, denn diese Wildtiere sind recht scheu. Spuren hinterlassen die Biber vor allem jetzt im Winter, wenn sie auf Futtersuche Bäume fällen, um an die nahrhafte Rinde zu kommen.

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