Ausland

Die italienische Regierung um Premier Mario Draghi hat gestern Abend den Ausnahmezustand wegen der Wasserknappheit in fünf norditalienischen Regionen ausgerufen. 35 Millionen Euro zur Eingrenzung der negativen Auswirkungen der seit Monaten anhaltenden Dürre werden für die Regionen Piemont, Lombardei, Venetien, Friaul-Julisch Venetien und Emilia-Romagna lockergemacht, wie es nach einer Ministerratssitzung hieß.

Den größten Betrag – 10,9 Millionen Euro – erhält die Region Emilia-Romagna. Vor allem Norditalien erlebt derzeit heftige Trockenheit. Wegen der anhaltenden Wasserknappheit könnte der Ausnahmezustand bald auch in den mittelitalienischen Regionen Toskana, Umbrien und Latium beantragt werden.

Niedriger Wasserstand

Nach Angaben des Bauernverbands Coldiretti befinden sich 270.000 Landwirtschaftsbetriebe in den von der Dürre betroffenen Regionen. „Die Wasserknappheit ist ein nationaler Notstand!“, sagte der Chef des Bauernverbands, Ettore Prandini.

Der Wasserstand im Fluss Po – der längste Strom Italiens – ging so weit zurück, dass an der Meeresmündung Salzwasser kilometerweit in das Flussbett drang. Der Pegel ist an manchen Stellen so niedrig wie seit 70 Jahren nicht mehr. Große Seen wie etwa der Gardasee führen deutlich weniger Wasser als normalerweise zu dieser Jahreszeit. Städte wie Pisa und Verona schränkten unlängst die Wassernutzung ein. Venedig und Mailand drehten einen Teil der Brunnen ab.

Im Sudan hat die Militärregierung unter Armeechef Abdel Fattah al-Burhan zugesagt, die Macht an eine zivile Regierung abzugeben. Burhan sagte gestern in einer Fernsehansprache, die Armee werde nicht mehr am nationalen Dialog der Konfliktparteien teilnehmen, der im Juni unter Vermittlung der UNO begonnen hatte. Zur Begründung sagte er, er wolle die Bildung einer zivilen Regierung „aus kompetenten Persönlichkeiten“ ermöglichen.

Nach der Bildung der zivilen Regierung „werden wir den Souveränen Rat auflösen und einen Obersten Rat der Streitkräfte bilden“, fügte Burhan hinzu. Dieser werde dann nur für „Verteidigungs- und Sicherheitsfragen“ zuständig sein.

Tägliche Proteste

Burhan hatte im Sudan im Oktober den Ausnahmezustand verhängt und die Regierung abgesetzt, die nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Baschir 2019 den Übergang zu demokratischen Wahlen leiten sollte. Seitdem kommt es immer wieder zu Protesten, gegen die das Militär oft gewaltsam vorgeht. Mehr als hundert Menschen wurden dabei bereits getötet.

Seit Donnerstag hatte es im Sudan jeden Tag Proteste gegen die Militärregierung gegeben. Auch gestern gingen in der Hauptstadt Khartum wieder Demonstrierende auf die Straße, die den Versprechungen des Armeechefs nur wenig Glauben schenkten.

Bei einem Angriff auf eine ländliche Gemeinde in Burkina Faso sind nach offiziellen Angaben mindestens 22 Zivilisten getötet worden. Der Überfall in der Provinz Kossi habe in der Nacht auf gestern stattgefunden, erklärte Regionalgouverneur Babo Pierre Bassinga. Er sprach von einem Terrorangriff, bei dem auch zahlreiche Menschen verwundet worden seien.

Burkina Faso kämpft seit 2015 gegen radikale Islamisten im nördlichen Teil des Landes. Inzwischen sind mehr als 1,8 Millionen Menschen auf der Flucht. Das Militär hatte im Jänner den Präsidenten gestürzt und erklärt, die Sicherheitslage verbessern zu wollen. Allerdings kommt es immer wieder zu schwerer Gewalt.

Die Verbraucherpreise in der Türkei sind im Juni so stark gestiegen wie seit fast einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 78,62 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie aus den gestern veröffentlichten Daten des Statistikamtes hervorgeht. Der Kampf gegen die seit geraumer Zeit außergewöhnliche Inflation gestaltet sich derzeit so gut wie aussichtslos.

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Ukraine-Krieg

Der deutsche Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich gestern zu Beratungen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris getroffen. Wichtigstes Thema des Arbeitsessens war die deutsch-französische Abstimmung über das weitere Vorgehen im Ukraine-Krieg und die weitere Unterstützung für das Land, wie der Elysee-Palast am Abend mitteilte.

In dem Zusammenhang ging es auch um Schritte zur europäischen Unabhängigkeit in den Bereichen Energie, Verteidigung und strategische Rohstoffe. Außerdem wurde über die Lage in der Sahelzone beraten, wo Deutschland und Frankreich im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus engagiert sind.

Scholz und Macron berieten zudem über die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern im Hinblick auf den nächsten deutsch-französischen Ministerrat. Für Scholz war es nach seinem Antrittsbesuch als Kanzler im Dezember die zweite offizielle Begegnung mit Macron in Paris. „Ob beim Treffen der G-7 in Elmau, dem NATO-Gipfel oder hier in Paris – es ist gut, dass wir im engen Austausch stehen zu den vielen drängenden Themen dieser Tage“, schrieb Scholz auf Twitter anlässlich der Begegnung.

Im schweizerischen Lugano geht heute die zweitägige Ukraine-Wiederaufbaukonferenz zu Ende. Von österreichischer Seite nimmt Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) daran teil. Ziel der Konferenz ist es, einen umfassenden und systematischen Plan zum Wiederaufbau der kriegsgebeutelten Ukraine und deren Entwicklung auszuarbeiten sowie einen Plan zur Aufbietung und zum Einsatz weiterer Geldmittel.

Eine klassische Geberkonferenz ist Lugano nicht. Morgen wollen die Vertreterinnen und Vertreter der knapp 40 teilnehmenden Länder aber bekanntgeben, wozu sie zur weiteren Unterstützung der Ukraine bereit sind.

Ukraine: 720 Mrd. Euro für Wiederaufbau

Für den Wiederaufbau nach dem Angriff durch Russland braucht die Ukraine rund 720 Mrd. Euro. Das sagte Regierungschef Denys Schmyhal am Montag bei der Wiederaufbaukonferenz in Lugano in der Schweiz. Ein Gutteil des Geldes sollte aus russischen Vermögenswerten kommen, so Schmyhal. Die EU kündigte eine Plattform zum Wiederaufbau der Ukraine an. Unterdessen wird ein weiterer Vormarsch auf Teile des Donbas erwartet.

Fest steht: Für den Wiederaufbau nach dem Angriff durch Russland braucht die Ukraine rund 720 Mrd. Euro. Das sagte Regierungschef Denys Schmyhal gestern bei der Wiederaufbaukonferenz. Ein Gutteil des Geldes sollte aus russischen Vermögenswerten kommen, so Schmyhal. Die EU kündigte eine Plattform zum Wiederaufbau der Ukraine an. Unterdessen wird ein weiterer Vormarsch auf Teile des Donbas erwartet.

Mehr dazu und zu den Entwicklungen des Tages im Ukraine-Krieg im ORF.at-Liveticker

Die Botschafterinnen und Botschafter der 30 NATO-Mitgliedsstaaten in Brüssel unterzeichnen heute die Beitrittsprotokolle für Finnland und Schweden. Damit können die beiden Länder an allen Treffen des Militärbündnisses teilnehmen, aber nicht abstimmen. Die Regierungen der 30 NATO-Länder müssen die Beitritte noch billigen.

Finnland und Schweden hatten im Mai wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine mit ihrer traditionellen Neutralität gebrochen und einen Antrag auf NATO-Mitgliedschaft gestellt. Die NATO brachte die Aufnahme der beiden Länder in die Militärallianz vergangene Woche auf den Weg, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seinen Widerstand dagegen aufgegeben hatte.

Russlands Hauptstadt Moskau will einen Platz vor der britischen Botschaft zu Ehren des gerade eroberten ostukrainischen Gebiets Luhansk umbenennen. In einer Onlineumfrage hätten sich die Moskauer mehrheitlich für diesen Standort ausgesprochen, um ihn der „Volksrepublik Luhansk“ zu widmen, teilte die Stadtverwaltung gestern mit.

Britische Botschaft in Moskau
Reuters/Shamil Zhumatov

Zur Auswahl gestanden seien auch Orte unweit des deutschen Konsulats sowie ein Bereich unweit der Botschaften Litauens und Belgiens.

Kreml-Chef Wladimir Putin hat Luhansk sowie das Nachbargebiet Donezk Ende Februar unter großem internationalen Protest als unabhängige „Volksrepubliken“ anerkennen lassen. Wenige Tage später ließ er russische Truppen ins Nachbarland einmarschieren.

Inland

Der Unterstützerverein von Alexander Van der Bellen im Bundespräsidentschaftswahlkampf hat gestern erste Spender bekanntgegeben. Neben den von den Grünen überwiesenen 500.000 Euro wurden in den vergangenen zwei Wochen weitere 90.609,17 Euro von 425 Spenderinnen und Spendern gesammelt, hieß es in einer Aussendung. Die Liste ist online abrufbar und wird nun 14-tägig aktualisiert.

Namentlich bekanntgemacht wurden gemäß Bundespräsidentenwahlgesetz jene bisher sechs Spender, die mehr als 3.500 Euro gegeben haben. Vier davon sind mit Werner Kogler, Leonore Gewessler und Johnannes Rauch die drei grünen Regierungsmitglieder sowie Klubobfrau Sigrid Maurer. Sie haben jeweils 4.000 Euro gespendet.

Größte Einzelspende beträgt 20.000 Euro

Die größte Einzelspende bisher (neben jener der Bundespartei) beträgt 20.000 Euro, sie kommt von Weinbauer Clemens Strobl. Vermerkt ist auch, dass von der Grünen-Ortsgruppe Eichgraben 333 Euro kamen.

VdB: Unterstützung wichtig für Demokratie

„Ich danke allen, die sich schon jetzt an meiner Kandidatur beteiligen“, betonte Van der Bellen: „Es ist ein gutes Zeichen, dass Menschen politische Prozesse von Beginn an unterstützen. Für unsere liberale Demokratie ist das sehr wichtig.“

Wahlkampfleiter Martin Radjaby-Rasset unterstrich die Transparenz der Finanzierung noch vor den gesetzlichen Fristen. Man hoffe auf Klarheit der Finanzierung auch bei den anderen Teilnehmern des Wahlkampfes.

Nach seiner Wahl durch den Landtag ist Christopher Drexler (ÖVP) gestern Nachmittag in der Wiener Hofburg von Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum neuen Landeshauptmann der Steiermark angelobt worden.

Drexler wurde von seiner Frau, seiner Mutter und seinen Töchtern samt Partnern begleitet. Von Regierungsseite waren Kanzler Karl Nehammer (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und der Steirer Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) anwesend.

Am Vormittag war Drexler bei einer Sonderlandtagssitzung des Landtags mit den Stimmen von 32 der 46 anwesenden Mandatare zum neuen Landeshauptmann der Steiermark gewählt worden.

Schützenhöfer: Gut vorbereiteter Nachfolger

Der scheidende Landeschef Hermann Schützenhöfer (ÖVP) bezeichnete seinen Nachfolger als gut vorbereitet und ersuchte alle Abgeordneten, Drexler mit einem Vertrauensvorschuss auszustatten. „Er hat viel vor, er ist ein Meister des Wortes, er hat Visionen, er kennt die Politik und er versteht es auch, sich beim Bund durchzusetzen.“

Nach der Wahl im Landtag wurde ein Empfang ausgerichtet, und danach ging es für Drexler und seinen Tross mit Auto direkt nach Wien.

Justizministerin Alma Zadic (Grüne) hat gestern bei einem Besuch in Bosnien-Herzegowina mit ihrem Amtskollegen Josip Grubesa eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, die die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit und der Unabhängigkeit der Justiz im Fokus hat.

„Der Westbalkan im Allgemeinen und Bosnien und Herzegowina im Speziellen sind und bleiben eine außen- und europapolitische Priorität Österreichs und auch für mich als Justizministerin“, betonte Zadic bei dem Treffen.

„Offizieller EU-Beitrittskandidatenstatus möglich“

„Vor zwei Wochen ist Österreich im Europäischen Rat ein wesentlicher Schritt gelungen, indem wir die Länder des Westbalkans wieder in den Fokus gerückt haben“, so Zadic. Bosnien-Herzegowina könne den Status eines offiziellen EU-Beitrittskandidaten erhalten.

Dafür müsse es aber auch wichtige Reformen im Wahl- und Verfassungsrecht sowie in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Unabhängigkeit der Justiz und Korruptionsbekämpfung durchführen.

Die österreichische Regierung sei bereit, bei Reformen zu unterstützen, denn Österreich sei und bleibe ein Partner von Bosnien-Herzegowina. Zudem seien die geforderten Reformen „keine bürokratischen Hürden der EU, sondern eine grundlegende Voraussetzung“, um das Leben der Bürger nachhaltig zu verbessern und junge Menschen dazu zu ermutigen, im Land zu bleiben.

Das Land hat eine „Taskforce Migration“ eingerichtet, der unter anderem Polizei und das Bundesheer angehören. Diese soll wöchentlich die Lage beurteilen und das aktuelle Risiko einschätzen. Zuletzt hatten über 100 Migrantinnen und Migranten in einem Zug nach Zürich für Aufregung gesorgt.

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COV Inland

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen geht derzeit weiter nach oben. Das wirkt sich auch bei den Impfzahlen aus. Die Nachfrage nach einer Coronavirus-Impfung ist zuletzt um rund 60 Prozent gestiegen, das zeigt eine aktuelle Erhebung von Notruf Niederösterreich.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 814,1 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (1.248) und im Burgenland (965,8). Am niedrigsten ist der Wert in Kärnten (490,8) und in der Steiermark (582,6).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 7.745 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 7.745 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.798 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 929 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 51 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Wirtschaft

Die Industriellenvereinigung Vorarlberg (IV) fordert angesichts des drohenden Gaslieferstopps einen „Masterplan Gas“ vom Bund. Man vermisse den Austausch mit den Betrieben und eine klare Kommunikation zu den Maßnahmen im Ernstfall. Hier seien Deutschland und die Schweiz deutlich weiter.

Die Industrie in Vorarlberg werde sich jedenfalls auf einen Gasausfall vorbereiten. Die IV initiierte dazu eine „Taskforce Gas“, damit es im Falle einer Energielenkung vonseiten des Bundes in Vorarlberg eine Plattform gebe, um gegenüber dem Bund mit einer Stimme sprechen zu können. Darin eingebunden seien die Wirtschaftskammer, die Illwerke/VKW und die größten Gasabnehmer.

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Französische Unternehmen in der Lebensmittelbranche müssen sich wegen der Inflation auf schärfere staatliche Preiskontrollen einstellen.

Ziel der Regierung sei es zu prüfen, ob die erhöhten Preise gerechtfertigt sind, sagte Finanzminister Bruno Le Maire gestern. Es könne nicht sein, dass Unternehmen von der Inflation profitierten. Wenn das so sei, müssten diese sanktioniert werden.

Hotline für auffällige Preise geplant

Heute soll eine Hotline eingerichtet werden, über die Unternehmen Unregelmäßigkeiten bei den Preisen melden können, so das Finanzministerium. Staatliche Verbraucherschützer hatten seit Jahresbeginn bereits 1.200 Inspektionen in der Branche vorgenommen.

Die Lebensmittelpreise in Frankreich sind infolge des Krieges in der Ukraine in die Höhe geschnellt und haben nach Angaben der amtlichen Statistikbehörde Insee mit einem Anstieg um 5,7 Prozent im Vorjahresvergleich den höchsten Stand seit Juli 2008 erreicht.

Das staatliche Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg hat nach Angaben des Energiekonzerns Uniper grünes Licht für den vorzeitigen Baustart für Deutschlands ersten Flüssigerdgas-Terminal in Wilhelmshaven gegeben.

„Die schnelle Erteilung der Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn zeigt, welche Bedeutung der LNG-Terminal in Wilhelmshaven für die Versorgungssicherheit des Landes hat“, sagte Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubach gestern in Düsseldorf.

„Das ist nicht selbstverständlich – vor allem zeigt es, was möglich ist, wenn die Gesellschaft, Industrie und Politik an einem Strang ziehen.“ Angestrebt wird eine Inbetriebnahme im Winter 2022/2023.

7,5 Milliarden Kubikmeter pro Jahr als Ziel

Über den schwimmenden LNG-Terminal Wilhelmshaven sollen bis zu 7,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr umgeschlagen werden. Das entspreche etwa 8,5 Prozent des aktuellen deutschen Gasbedarfs pro Jahr.

Uniper hatte den Antrag für die erforderliche Genehmigung und auf Zulassung des vorzeitigen Beginns nach Bundes-Immissionsschutzgesetz Anfang Juni beim Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg eingereicht. Das Energieunternehmen war in den vergangenen Tagen aufgrund gedrosselter Erdgaslieferungen aus Russland schwer ins Schlingern gekommen.

Die ÖGB-Frauen Tirol beklagen, dass Frauen von der Teuerungswelle hauptbetroffen sind, und fordern gezielte Entlastungsmaßnahmen. Etwa Direktzuschüsse für einkommensarme Haushalte, beitragsfreie Kinderbildungsangebote und eine Anhebung des Kilometergelds.

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Chronik

Ein Schütze hat bei einer Parade anlässlich des Nationalfeiertags in den USA in einem Vorort von Chicago das Feuer eröffnet und mindestens sechs Menschen getötet. Der leitende Polizist am Tatort, Chris O’Neill, sagte, 24 Verletzte seien nach dem Beschuss gestern in Highland Park im Bundesstaat Illinois in Krankenhäuser gebracht worden.

Mittlerweile haben die Ermittler einen Verdächtigen identifiziert. Der 22-Jährige sei flüchtig, teilte die Polizei mit. Er gelte als bewaffnet und gefährlich, sagte ein Sprecher. Die Bevölkerung solle wachsam sein. Der Mann sei vermutlich mit einem silbernen Auto mit einem Kennzeichen aus Illinois unterwegs. Die Polizei kündigte an, Fahndungsfotos zu veröffentlichen und bat um Hinweise.

Highland Parks Bürgermeisterin Nancy Rotering forderte die Menschen auf, die Innenstadt zu meiden. Die Verwaltung der Kleinstadt mit rund 30.000 Einwohnern und Einwohnerinnen teilte mit: „Zahlreiche Polizeibeamte sind im Einsatz und haben die Innenstadt von Highland Park abgeriegelt.“

Hintergründe unklar, FBI ermittelt

Ein Sprecher des Sheriff-Büros von Lake County sagte, es scheine, als habe der Täter vom Dach eines Geschäftsgebäudes aus wahllos auf Anwesende geschossen. Bei der gefundenen Schusswaffe habe es sich um ein „leistungsstarkes Gewehr“ gehandelt. Meist kommen bei solchen Bluttaten in den USA Sturmgewehre zum Einsatz. Zu den Ermittlungen sei die Bundespolizei FBI hinzugezogen worden.

Die Hintergründe der Tat sind noch nicht bekannt. „Heute Früh um 10.14 Uhr wurde unsere Gemeinde durch einen Gewaltakt terrorisiert, der uns zutiefst erschüttert hat“, sagte Bürgermeisterin Rotering. O’Neill sagte, Polizisten und Rettungskräfte seien bei der Parade anwesend gewesen und hätten sofort reagiert. Nach der Parade war in Highland Park ein Fest zum Unabhängigkeitstag der USA geplant, das die Bürgermeisterin nach der Bluttat absagte.

Langpaul (ORF) zur Schießerei in Chicago

ORF-Korrespondent Thomas Langpaul berichtet über die Schießerei bei der Parade zum US-Nationalfeiertag in Chicago.

Biden „schockiert“

Die USA haben seit Langem mit einem riesigen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen. US-Präsident Joe Biden zeigte sich „schockiert über die sinnlose Waffengewalt, die an diesem Unabhängigkeitstag wieder einmal Trauer über eine amerikanische Gemeinde gebracht hat“.

In seiner Mitteilung hieß es: „Ich werde den Kampf gegen die Epidemie der Waffengewalt nicht aufgeben.“ Die Demokraten fordern seit Langem schärfere Waffengesetze. Weitreichende Reformen scheitern immer wieder am Widerstand der Republikaner im Kongress und am Einfluss der mächtigen Waffenlobby-Organisation NRA.

Nach dem folgenschweren Gletschersturz in den Dolomiten mit mindestens acht Toten setzen die Einsatzkräfte gestern die Suche an der Flanke des Berges Marmolata (ital.: Marmolada) fort. Sie haben dabei aber kaum noch Hoffnung, unter den Eis-, Schnee- und Felsmassen weitere Überlebende zu finden. Vier der Toten wurden mittlerweile identifiziert.

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Vermisster Niederösterreicher wohlauf

Ein nach dem Gletscherbruch als vermisst gemeldeter Niederösterreicher ist jedoch nach Angaben des Außenministeriums wohlauf. Ursprünglich war der 63-Jährige am Montag als einer von 15 Vermissten angesehen worden.

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Am Landesgericht Feldkirch (Vorarlberg) wurde ein 60-Jähriger gestern zu elf Jahren Haft wegen Mordes an seiner Lebensgefährtin verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann die gebürtige Grazerin im vergangenen Oktober in seiner Wohnung in Bürs minutenlang gewürgt und dadurch getötet hat. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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Umwelt & Klima

Teile von Spanien und Portugal sind so trocken wie seit mehr als tausend Jahren nicht mehr. Grund dafür ist eine durch die Klimakrise ausgelöste Veränderung des Azoren-Hochdruckgebiets, wie es in einer gestern in der Fachzeitschrift „Nature Geoscience“ veröffentlichten Studie heißt, die vor schwerwiegenden Folgen für die Wein- und Olivenproduktion warnt.

Das Azorenhoch, ein Hochdruckgebiet im Atlantik, hat großen Einfluss auf das Wetter und langfristige Klimatrends in Westeuropa. Im Sommer schickt das Azorenhoch heiße, trockene Luft nach Portugal, Spanien und Frankreich. Im Winter sorgt es für Feuchtigkeit und Niederschläge. Die winterlichen Niederschläge sind laut den Autoren und Autorinnen der Studie „lebenswichtig“ für die ökologische und ökonomische Gesundheit der Iberischen Halbinsel.

Veränderungen „beispiellos“

Anhand von Klimamodellierungen der vergangenen 1.200 Jahre haben US-Forscher nun herausgefunden, dass sich das Hochdrucksystem im vergangenen Jahrhundert „dramatisch verändert hat“ und „dass diese Veränderungen des nordatlantischen Klimas innerhalb des letzten Jahrtausends beispiellos sind“.

Demnach begann das Hochdrucksystem vor etwa 200 Jahren, als die Treibhausgase zunahmen, sich auf eine größere Fläche auszudehnen. Im 20. Jahrhundert dehnte es sich durch die globale Erwärmung noch stärker aus. Die Niederschlagsmengen hingegen gingen zurück – die Winter im westlichen Mittelmeer-Raum sind trockener geworden.

Weitere Ausbreitung erwartet

Das Azorenhoch wird sich im 21. Jahrhundert durch die Erderwärmung noch weiter ausbreiten. Bis Ende des Jahrhunderts werden die Niederschläge in der Region voraussichtlich um weitere zehn bis 20 Prozent sinken, was verheerende Folgen für die Landwirtschaft haben könnte.

Die Weinbaugebiete auf der Iberischen Halbinsel könnten bis 2050 um mindestens ein Viertel schrumpfen. Die Olivenernte in Südspanien könnte früheren Studien zufolge bis 2100 um 30 Prozent zurückgehen.

Sport

Während Carlos Sainz in Silverstone euphorisch über seinen Premierensieg in der Formel 1 jubelte, hat bei seinem Ferrari-Teamkollegen Charles Leclerc die Enttäuschung über eine verpasste Chance im WM-Kampf überwogen. „Ich bin unfassbar enttäuscht. Großartige Kämpfe auf der Strecke, aber ich konnte nicht wirklich mehr machen mit alten Reifen am Ende des Rennens“, erklärte der Monegasse nach dem Grand Prix von Großbritannien.

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Nick Kyrgios ist in Wimbledon erstmals seit 2014 wieder ins Viertelfinale eingezogen. Der 27-jährige Australier bezwang gestern den US-Amerikaner Brandon Nakashima 4:6 6:4 7:6 (7/2) 3:6 6:2 und zeigte sich dabei von seiner ruhigeren Seite. Kyrgios trifft nun auf den Chilenen Cristian Garin, der sich in einem Krimi in 4:34 Stunden gegen den Australier Alex de Minaur mit 2:6 5:7 7:6 (7/3) 6:4 7:6 (10/6) durchsetzte.

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Für dieses Geld könnte man sich wohl problemlos einen neuen, günstigen Kleinwagen kaufen. Für das Rad des zweifachen Tour-Siegers Tadej Pogacar müsste man – je nach Ausstattung – über 15.000 Euro bezahlen. Dafür hat der slowenische Favorit ein Hightech-Gerät, das in seiner Bergversion sehr nah am offiziellen Gewichtslimit von mindestens 6,8 Kilogramm liegt.

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IT

Das Europäische Parlament stimmt heute abschließend über das Marktkontrollgesetz (DMA) und das Gesetz über digitale Dienste (DSA) ab. Mit diesen Gesetzesreformen will die EU strengere Regeln für Onlineriesen wie Amazon und Google schaffen. Der Digital Markets Act soll wettbewerbsschädliches Verhalten großer Internetfirmen in der Europäischen Union unterbinden.

Das Gesetz über digitale Dienste verpflichtet Onlineplattformen unter anderem, verstärkt gegen Hass- und Falschnachrichten vorzugehen. Das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedsstaaten hatten sich bereits in Verhandlungen informell auf die neuen Gesetze geeinigt. Nun fehlt noch die formelle Zustimmung der beiden Seiten.

„Silicon Savannah“ – so wird die florierende Start-up-Szene Kenias in Anlehnung an das Silicon Valley oft genannt. Der um die Hauptstadt Nairobi angesiedelte Tech-Hub sorgt seit geraumer Zeit für reges Interesse in der Branche. Auch Technologieriesen zieht es zunehmend in die Region. Mit neuen Anreizen will Kenia sein Profil im Ausland nun schärfen und den Weg zum afrikanischen Technologie- und Finanzzentrum ebnen.

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Kultur

Die „beste schauspielerische Leistung auf einer der Bühnen des Burgtheaters“ hat in der letzten Saison Birgit Minichmayr als Maria Stuart erbracht – wenn es nach Meinung der Gesellschaft der Freunde des Burgtheaters geht. Sie erhält den „Elisabeth Orth Preis“.

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Panorama

Niederösterreich ist im Jahr 1973 im Bann der Maul- und Klauenseuche gestanden. Tausende Tiere wurden notgeschlachtet, Dutzende Orte unter Quarantäne gestellt. Am schlimmsten war das Weinviertel betroffen, wo sich auch Widerstand der Bauern bildete.

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