COV Inland

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat in der ORF-Pressestunde gefordert, dass der Lockdown für Geimpfte am 12. Dezember enden müsse. Das habe man der Bevölkerung versprochen, und dieses Versprechen müsse man jetzt halten, „sonst haben wir die Geimpften auch noch auf der Straße“, so Platter.

Die Regierungsspitze und die Landeshauptleute hätten das Ende des Lockdowns am 12. Dezember für Geimpfte schriftlich vereinbart, so Platter. Für das Vertrauen in die Politik sei es entscheidend, dass das Versprechen auch eingehalten werde.

Laut Platter müssen daher neben dem Handel auch Gastronomie, Hotellerie, Kultur und Sport wieder öffnen – wenngleich auch mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen, über die noch beraten werden müsse. Zuletzt war vielfach darüber gemutmaßt worden, dass der Lockdown auch für Geimpfte über den 12. hinaus verlängert werden könnte, da die Situation in den Spitälern weiter kritisch ist. Fix ist, dass der Lockdown für Ungeimpfte weiterhin gelten wird.

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 5.192 neu registrierte CoV-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

12.796 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 3.029 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 651 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten/morgenmeldung

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

AGES: 7-Tage-Inzidenz bei 667

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 667 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Vorarlberg hat mit einer Inzidenz von 1.107,6 den höchsten Wert, gefolgt von Kärnten mit 1.025,8. Am niedrigsten ist die 7-Tage-Inzidenz in Wien (370,3) und dem Burgenland (438,2).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Der designierte Kanzler und Noch-Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) hat einmal mehr „demokratiefeindliches Verhalten“ bei den CoV-Demonstrationen ausgemacht. „Die große Zahl an Strafrechtsanzeigen zeigt klar das demokratiefeindliche und unsolidarische Verhalten einzelner Teilnehmer, das hier gegenüber der Polizei und der Gesellschaft an den Tag gelegt wird“, sagte Nehammer heute in einer Stellungnahme. FPÖ-Chef Herbert Kickl bedankte sich unterdessen bei den Protestierenden.

„Mit unseren Werten als Gesellschaft unvereinbar“

„Wenn Demonstranten jene Polizisten attackieren, die deren Versammlungsfreiheit gewährleisten, ist das nicht nur inhaltlich grotesk, sondern auch demokratiepolitisch inakzeptabel und mit unseren Werten als Gesellschaft unvereinbar“, sagte Nehammer zu den Ausschreitungen bei den gestrigen Versammlungen mit über 40.000 Menschen – mehr dazu in wien.ORF.at.

„Die zahlreichen Anzeigen im Rahmen des gestrigen Demogeschehens in Wien zeigen die besonderen Anforderungen an die Polizistinnen und Polizisten, die sie mit großem Engagement, Umsicht und dem Ziel der Deeskalation einmal mehr gemeistert haben. Ich erwarte mir von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an heutigen und künftigen Versammlungen eine friedliche und demokratische Abhaltung des Protestes – ohne Gefährdung der Polizei, ohne Beschädigungen von Hab und Gut, ohne Hass oder Intoleranz oder Antisemitismus“, sagte Nehammer und wünschte den fünf bei der gestrigen Demo in Wien verletzten Beamten eine baldige und vollständige Genesung.

Fünf Festnahmen, 67 Strafanzeigen, 620 Verwaltungsanzeigen

Es wurden 67 Anzeigen nach dem Strafgesetzbuch erstattet, darunter wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, tätlicher Angriffe, Sachbeschädigungen, Körperverletzungen. Es gab mehr als 620 Verwaltungsanzeigen, fast alle davon aufgrund der CoV-Maßnahmen (Maskenpflicht). Fünf Polizisten wurden verletzt, es gab fünf Festnahmen nach der Strafprozessordnung.

Kickl meldete sich auf Facebook zu Wort und bedankte sich bei den Protestierenden: „Das war heute ein erneutes unüberhörbares, starkes und friedliches Zeichen des Freiheitswillens und des Widerstandes gegen die geplante Zwangsimpfung. Die türkis-grüne Regierung ist am Ende. Den Menschen reicht es endgültig, und der Ruf nach Neuwahlen wird immer deutlicher. DANKE Österreich für diesen tollen Protest-Samstag! Ihr seid SPITZE!“

Die Stadt Wien hat ihr Hilfsprogramm für die Hotels der Bundeshauptstadt um ein halbes Jahr bis 30. Juni 2022 verlängert. Das teilten die Wirtschaftsagentur Wien und Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) heute mit.

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Nur etwa 3.000 Menschen pro Tag nutzen das Angebot von „Niederösterreich gurgelt“. Bei Apotheken und Ordinationen ist der Andrang um ein Vielfaches höher. Die Pannenserie sei aber beendet, heißt es vom Land. Abgeholt werden die Tests nun dreimal täglich.

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In Tirol ist am Wochenende ein Fall von mutmaßlicher Impfzertifikatsfälschung aufgeflogen. Die Mutter eines CoV-Patienten übermittelte ein Impfzertifikat, das beim Scan funktionierte. Auf Nachfrage stellte sich aber heraus, dass der QR-Code gar nicht von ihrem Sohn stammte.

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Ausland

Als zweite Partei der wahrscheinlichen neuen „Ampelkoalition“ in Deutschland will die FDP am Vormittag über den mit SPD und Grünen verhandelten Koalitionsvertrag abstimmen. Es gilt als sicher, dass die Delegierten des außerordentlichen Bundesparteitags das 177-Seiten-Papier billigen. Gestern hatten auf einem SPD-Parteitag mehr als 98 Prozent der Delegierten zugestimmt. Morgen wird das Ergebnis der Urabstimmung unter den Grünen-Mitgliedern erwartet.

Wenn auch das Grünen-Votum positiv ausfällt, wird der Koalitionsvertrag voraussichtlich am Dienstag offiziell unterzeichnet. Am Mittwoch will sich dann SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD) im Bundestag zum Nachfolger von Angela Merkel wählen lassen. Die CDU-Politikerin tritt dann nach mehr als 16 Jahren ab.

Lindner: „Regierung der Mitte“

FDP-Chef Christian Lindner, der neuer Finanzminister werden soll, hatte beim Abschluss der Koalitionsverhandlungen erklärt: „Was jetzt gebildet wird, ist eine Regierung der Mitte, die das Land nach vorn führt.“ Aus Sicht der FDP sind in dem Vertrag Schwerpunkte unter anderem der Verzicht auf Steuererhöhungen und neue Steuern, ein Bekenntnis zu soliden Staatsfinanzen und die Absicht, durch Bildung Aufstiegschancen zu schaffen.

Während der auf vier Stunden angesetzten Onlineveranstaltung wollen die FDP-Koordinatoren der Koalitionsverhandlungen über deren Verlauf berichten. Das sind Marco Buschmann, der Justizminister werden soll, die designierte Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger und der voraussichtliche Verkehrsminister Volker Wissing.

Wissing will die Digitalisierung beschleunigen und sich zugleich für Klimaschutz einsetzen. „Der Breitbandausbau muss vollendet, und die Funklöcher müssen geschlossen werden“, sagte der jetzige FDP-Generalsekretär der „Bild am Sonntag“. Er wolle sich auch dafür einsetzen, dass Deutschland klimaneutral werde. „Je früher, desto besser.“ Der Verbrennungsmotor in seiner bisherigen Form sei ein Auslaufmodell.

Wissing war bei den Grünen angeeckt, als er Dieselfahrern versprochen hatte, eine Mehrbelastung durch höhere Energiesteuern auf Diesel mittels geringerer Kfz-Steuern auszugleichen. Wegen der Pandemie halten die Freidemokraten ihren Parteitag weitgehend digital ab. Am Veranstaltungsort in Berlin werden im Wesentlichen nur das Partei- und das Tagungspräsidium anwesend sein.

Papst Franziskus ist heute zu einem Besuch in einem Flüchtlingslager auf der griechischen Mittelmeerinsel Lesbos angekommen. Der Pontifex fuhr in dem Camp Kara Tepe vor, stieg dann entgegen dem Protokoll sofort aus dem Auto aus und ging zu Fuß an Hunderten Migrantinnen und Migranten vorbei. Er gab vielen die Hand, plauderte und legte Kindern die Hand auf den Kopf. In einem eigens errichteten Zelt war im Anschluss ein Gebet mit Geflüchteten geplant.

Papst Franziskus im Flüchtlingslager auf der griechischen Mittelmeerinsel Lesbos
AP/Alessandra Tarantino

Franziskus kehrt mehr als fünf Jahre nach einem früheren Besuch auf die Insel zurück. 2016 war er in das damalige Lager Moria gekommen, das im Herbst 2020 abbrannte. Nun ist ein vorläufiges Camp errichtet. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte schon auf der ersten Station seiner Reise in Zypern die Auswüchse der Migrationspolitik kritisiert und ein Umdenken gefordert.

Im Zuge eines missglückten Einsatzes der Armee gegen mutmaßliche Rebellen sind im Nordosten Indiens 13 Zivilisten und ein Soldat ums Leben gekommen. Die Soldaten hätten gestern Abend in Mon im Bundesstaat Nagaland Aufständischen aufgelauert, aber irrtümlich das Feuer auf einen Kleintransporter mit Bergarbeitern eröffnet, berichteten Medien. Sechs Bergleute seien dabei getötet worden. Weitere Tote gab es bei den anschließenden Ausschreitungen.

Wütende Dorfbewohner zündeten nach dem Tod der Bergleute zwei Armeefahrzeuge an und griffen die Soldaten an. Als diese in „Selbstverteidigung“ auf die Menschenmenge schossen, seien sieben weitere Menschen getötet worden, meldete der Sender NDTV. Auch ein Soldat sei bei dem Zusammenstoß ums Leben gekommen.

Der indische Innenminister Amid Shah ordnete eine Untersuchung an und sprach den betroffenen Familien am Sonntag sein Beileid aus. Die indische Armee äußerte in einer Mitteilung ebenfalls ihr Bedauern. Der Regierungschef von Nagaland, Neiphiu Rio, bezeichnete den Vorfall als „äußerst verdammenswert“. In Nagaland nahe der Grenze zu Myanmar kämpfen seit vielen Jahren Rebellengruppen gegen die Regierung in Neu-Delhi.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat sich besorgt über die Lage an der ukrainischen Grenze geäußert. „Die Ukraine ist gewiss eine Partnerin, eine Verbündete. Also stehen wir an ihrer Seite“, sagte der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik im Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Sonntag-Ausgabe).

Der russische Außenminister Sergej Lawrow habe ihm gegenüber beim Treffen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Stockholm jegliche Art von kriegsführenden Aktivitäten verneint. Borrell zufolge geht es nun darum, Moskau einen „Ausblick möglicher Konsequenzen“ aufzuzeigen. „Wir müssen in der Vor-Krisen-Phase bleiben“, erklärte der 74-Jährige weiter.

Was im Fall eines Angriffs Russlands passieren könnte, illustrierte der Spanier nicht genauer. „Es kommt darauf an. Kann man sich eine echte Invasion wie auf der Krim vorstellen? Ich weiß es nicht“, sagte Borrell. Man müsse versuchen, eine Verschlechterung der Situation zu vermeiden.

Die USA und weitere Staaten haben sich besorgt über Berichte von Menschenrechtsorganisationen über Massenhinrichtungen von ehemaligen afghanischen Sicherheitskräften durch die Taliban gezeigt. „Wir sind zutiefst besorgt über die von Human Rights Watch und anderen dokumentierten Berichte“, hieß es in einer Erklärung der USA, der EU, Australiens, Großbritanniens, Japans und weiterer Verbündeter. Demzufolge wurden auch Fälle von Verschwindenlassen dokumentiert.

„Schwere Menschenrechtsverletzungen“

Die Unterzeichnerstaaten der Erklärung warfen den Islamisten vor, ihr Handeln stehe im „Widerspruch“ zu der Zusage einer Amnestie für ehemalige Sicherheitskräfte. Es handle sich um „schwere Menschenrechtsverletzungen“.

Zu Beginn der Woche hatte die Organisation Human Rights Watch einen Bericht veröffentlicht, der die Hinrichtung bzw. das gewaltsame Verschwindenlassen von 47 ehemaligen Mitgliedern der afghanischen Sicherheitskräfte (ANSF) und weiteren Sicherheitsbeamten dokumentierte, die sich den Islamisten ergeben hatten bzw. von ihnen festgenommen worden waren.

Zwei Tage nach ihrem Einmarsch in der afghanischen Hauptstadt Kabul im August und ihrer Machtübernahme im Land hatten die radikalislamischen Taliban eine allgemeine Amnestie verkündet. „Jeder“ sei begnadigt, sagte Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid damals bei einer Pressekonferenz in Kabul.

Bei neuen Protesten gegen die Militärregierung in Myanmar sind heute mehrere Menschen erschossen worden. In Yangon, der größten Stadt des südasiatischen Landes, feuerten Soldaten auf Protestierende. Dabei wurden nach Berichten von Augenzeugen und örtlichen Medien mindestens fünf Menschen getötet. Zudem soll es mehrere Dutzend Verletzte gegeben haben. In Myanmar kommt es immer wieder zu Protesten, seit das Militär Anfang Februar wieder komplett die Macht übernommen hat.

Ein Augenzeuge aus der ehemaligen Hauptstadt Yangon (ehemals: Rangun) berichtete der dpa, zunächst sei ein Auto mit hoher Geschwindigkeit in eine Gruppe von Protestierenden gefahren. „Dann sind die Soldaten den Demonstranten hinterher. Ich habe drei Leichen auf der Straße liegen sehen.“ Auf Fotos und Videos ist zu sehen, wie Soldaten aus einem Auto heraus Jagd auf Protestierende machen. Es soll auch mindestens ein Dutzend Festnahmen gegeben haben.

Das Land versinkt seit dem Putsch am 1. Februar in Chaos und Gewalt. Das Militär unterdrückt jeden Widerstand mit brutaler Härte. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden rund 1.300 Menschen getötet. Mehr als 10.000 wurden festgenommen.

Anhänger und Anhängerinnen der venezolanischen Opposition haben in dem bei der Regionalwahl hart umkämpften Teilstaat Barinas gegen die angeordnete Wahlwiederholung demonstriert. „Der heutige Tag in Barinas zeigt die Stärke der Mehrheit, die zum Kampf entschlossen ist, aber er erfordert auch ein Nachdenken der Führung“, twitterte Oppositionsführer Juan Guaido gestern (Ortszeit). Das Höchstgericht Venezuelas hatte am Montag angeordnet, die Wahl in Barinas am 9. Jänner zu wiederholen.

Dort wurde der ehemalige, linke Staatschef Hugo Chavez geboren. Hochrechnungen nach der Regionalwahl am 21. November hatten einen knappen Sieg für Freddy Superlano vom Oppositionsbündnis MUD gegen den Bruder des Ex-Präsidenten, Argenis Chavez, von den Sozialisten ergeben. Superlano sei angetreten, obwohl er nicht berechtigt gewesen sei, teilte das Gericht nun mit. Als neue MUD-Kandidatin kündigte die Partei schließlich Superlanos Frau Aurora Silva an.

Hunderte Demonstranten der Opposition in Barinas, Venezuela
AP/Ariana Cubillos

Venezuela steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Regionalwahl wurde nach Einschätzung der Europäischen Union unter besseren Bedingungen abgehalten als frühere Wahlen in dem südamerikanischen Land. Dennoch stellte die Wahlbeobachtungsmission „strukturelle Defizite“ fest.

Inland

Die Wiener ÖVP hat seit Freitagabend einen neuen Chef: Karl Mahrer folgt auf Gernot Blümel. Der neue Wiener Parteichef sieht sich nicht als Kompromisskandidaten, er sei weder ein Türkiser noch ein Schwarzer. Statt über Farben definiere er sich über Themen, sagte er gestern Abend.

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COV Ausland

Mit scharfer Kritik hat die britische Reisebranche auf die erneute Verschärfung von Einreiseregeln reagiert. „Die öffentliche Sicherheit hat Priorität, aber Unternehmen werden pleitegehen sowie Reisende stranden und Lebensgrundlagen werden durch das Fehlen einheitlicher Pläne der Regierung zerstört“, sagte der Chef des Branchenverbands Business Travel Association, Clive Wratten, wie die BBC berichtete. Zuvor hatte die Regierung angekündigt, dass ab Dienstag alle international Reisenden über zwölf Jahre frühestens 48 Stunden vor ihrer Abfahrt ins Vereinigte Königreich einen CoV-Test machen müssen.

Gesundheitsminister Sajid Javid begründete den Schritt mit der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus. Zuletzt seien immer mehr Infektionen in Zusammenhang mit Reisen festgestellt worden, sagte er. Im Vereinigten Königreich stieg die Anzahl der bestätigten Omikron-Fälle nach Angaben von gestern Abend um 26 auf 160.

Der Branchenverband Airlines UK kritisierte, die Regierung handle überstürzt, bevor ausreichend Daten zu Omikron vorliegen. „Aus Erfahrung wissen wir, dass pauschale Restriktionen Varianten nicht aufhalten“, teilte der Verband mit. Die Regierung habe zum zweiten Mal innerhalb einer Woche die Einreiseregeln geändert. „Es ist für alle unmöglich zu planen.“ Seit Kurzem müssen alle international Einreisenden unabhängig von ihrem Impfstatus nach Ankunft in Isolation, bis sie einen negativen PCR-Test vorlegen können.

Fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland befürworten eine allgemeine CoV-Impfpflicht, über die bald der Bundestag abstimmen wird. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der dpa sprachen sich 63 Prozent dafür aus, alle Menschen in Deutschland zur Immunisierung gegen das gefährliche Virus zu verpflichten. Nur 30 Prozent sind dagegen, sieben Prozent machten keine Angaben.

Stimmung gedreht

Damit hat sich die Stimmung seit Beginn der Impfungen in Deutschland vor knapp einem Jahr gedreht. Wenige Tage nach der ersten Impfung am 26. Dezember vergangenen Jahres hatten sich in einer YouGov-Umfrage noch 56 Prozent gegen eine allgemeine Impfpflicht und nur 33 Prozent dafür ausgesprochen.

Auch die deutsche Bundesregierung hatte eine allgemeine Impfpflicht lange Zeit abgelehnt. Nun soll der Bundestag in den kommenden Wochen darüber entscheiden. Nach dem Wunsch des wohl künftigen Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) soll sie bis spätestens Anfang März in Kraft treten.

Wirtschaft

Die britische Logistikbranche rechnet über Weihnachten mit Engpässen und Verzögerungen. „Weihnachten ist noch immer eine Herausforderung für uns“, sagte ein Sprecher des Branchenverbands Road Haulage Association. Man erwarte, dass es in Geschäften weniger Auswahl geben werde als üblich. Kundinnen und Kunden müssten wohl länger auf die Waren ihrer Wahl warten. Noch immer fehlen in Großbritannien Zehntausende Lkw-Fahrer und Lkw-Fahrerinnen. Dieser Mangel sorgte in den letzten Monaten für große Probleme.

So ging Tankstellen der Sprit aus, in Supermärkten klaffen große Lücken in den Regalen. Viele Fahrer und Fahrerinnen aus Osteuropa, die zuvor die Güter von A nach B fuhren, hatten während der Pandemie das Land verlassen. Nach dem Brexit ist Leben und Arbeiten in Großbritannien nun für EU-Bürger nicht mehr ohne Hürden möglich.

Die britische Regierung reagierte auf das Problem, indem sie einige tausend zeitlich befristete Notfallvisa ausstellte und die Ausstellung von Führerscheinen beschleunigte. Der Road Haulage Association zufolge fehlen dennoch weiterhin 85.000 Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer. Zuvor hatte der Verband den Mangel auf 100.000 Arbeitskräfte beziffert.

Nach einer einjährigen Umbauphase erstrahlt das südsteirische Schloss Gamlitz in neuem Glanz: Das Schloss beherbergt nun neben dem Firmensitz des Investors Hans Kilger unter anderem einen Veranstaltungssaal für 120 Personen.

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Wer auf einem hochwertigen Konzertflügel spielen möchte, muss sich heutzutage keinen Bösendorfer leisten. Digitalpianos können den Klang der legendären Instrumente in hoher Qualität reproduzieren und sind auch unter 100.000 Euro zu bekommen. Die deutsche Stiftung Warentest hat elf Digitalpianos zum Preis von 1.000 bis 6.000 Euro angespielt.

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Sport

Jesse Marsch ist nicht mehr Trainer von RB Leipzig. Der deutsche Bundesligist zog heute die Konsequenzen aus der sportlichen Krise des Vizemeisters und beurlaubte den von Red Bull Salzburg gekommenen USA-Amerikaner nach nur gut fünf Monaten im Amt.

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Lewis Hamilton hat beim vorletzten WM-Lauf Poleposition herausgefahren. Der Weltmeister profitierte gestern in der Qualifikation für den Grand Prix von Saudi-Arabien allerdings von einem späten Eigenfehler Max Verstappens, der mit seinem Red Bull auf dem Weg zur klaren Bestzeit in der letzten Kurve gegen die Mauer krachte. WM-Leader Verstappen blieb damit nur die drittbeste Zeit. Neben Hamilton in Reihe eins steht Valtteri Bottas im zweiten Mercedes.

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Sofia Goggia war auch bei der zweiten Damen-Abfahrt in Lake Louise nicht zu schlagen. Die Italienerin, die am Freitag schon erfolgreich war, setzte sich gestern neuerlich vor der US-Amerikanerin Breezy Johnson (+0,84) und der Schweizerin Corinne Suter (+0,98) durch. Dahinter konnten die ÖSV-Damen abermals mit starken Leistungen aufzeigen.

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Mit einem Husarenritt hat Aleksander Aamodt Kilde dem Kärntner Mathias Mayer den Sieg in der Beaver-Creek-Abfahrt noch entrissen. Mit der hohen Nummer 19 verwies der Norweger, Sieger des Super-G am Vortag, den 31-Jährigen gestern um 0,66 Sekunden auf Platz zwei. Dritter wurde der Schweizer Beat Feuz (+1,01).

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Chronik

Zu tumultartigen Szenen ist es gestern im Klinikum Kirchdorf (Oberösterreich) gekommen. Angehörige einer 67-jährigen Türkin, die dort wegen ihrer schweren Covid-19-Erkrankung behandelt wurde, wollten die Frau unbedingt in die Türkei verlegen lassen. Als die Patientin wenig später starb, gingen die Verwandten auf das Krankenhauspersonal los.

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Wegen schwerer Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt ist gestern Abend ein 26-jähriger Mann aus Spittal an der Drau (Kärnten) festgenommen worden. Der Mann, der von einer CoV-Demo in Wien nach Kärnten zurückkehrte, rastete, nachdem er aus dem Zug ausgestiegen war, am Bahnhof in Spittal aus.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Auf dem Parkplatz des Cineplexx in Hohenems ist in der Nacht auf heute ein Auto völlig ausgebrannt. Zwei unbekannte Täter zündeten einen Feuerwerkskörper im Auto und flüchteten dann. Das Auto fing Feuer und wurde völlig zerstört.

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Kein Glück hatten zwei Männer im Bezirk Rohrbach (Oberösterreich), die gefälschte Führerscheine im Internet bestellten. Die teuer bezahlten Dokumente wurden nicht geliefert, und als die Betrogenen deshalb zur Polizei gingen, wurden sie auch gleich selbst angezeigt.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Nach einem Vulkanausbruch auf der indonesischen Insel Java ist die Zahl der Todesopfer auf 13 gestiegen. Das bestätigte die nationale Katastrophenschutzbehörde heute. Zehn Verschüttete konnten demzufolge gerettet werden. Der Semeru spuckte gestern Asche und eine große Rauchwolke aus, die umliegende Dörfer verdunkelte und Tausende Anrainerinnen und Anrainer in die Flucht trieb. Rote Lava floss den Krater hinab. Mindestens 57 Menschen wurden verletzt.

Feuerwehrmann inmitten einer von Asche bedeckten Straße in Java, Indonesien
AP/Trisnadi

Dutzende zogen sich Brandwunden zu

Mehr als 40 der Verletzten hätten sich schwere Brandwunden zugezogen, als sie von der heißen Lava getroffen wurden, erklärte die örtlichen Behörden. Auf einem von der Katastrophenschutzbehörde verbreiteten Video waren Kinder und Erwachsene zu sehen, die schreiend wegrannten. Als die Lava erste Dörfer erreichte und eine Brücke im Bezirk Lumajang in Ostjava zerstörte, schickte die Behörde Rettungskräfte los, um Menschen in Sicherheit zu bringen.

„Wir richten an mehreren Orten in Lumajang Notunterkünfte ein“, sagte Behördensprecher Abdul Muhari. Darin suchten bis zum Abend mindestens 300 Familien Schutz. In einem Umkreis von fünf Kilometern um den Vulkan wurde eine Sperrzone eingerichtet.

Die Warnstufe für den Semeru war seit einem Ausbruch vor einem Jahr unverändert auf der zweithöchsten Stufe geblieben. Auch damals waren Dörfer mit grauer Asche bedeckt worden und Tausende Menschen geflohen.

Acht Jahre nach einem spektakulären Edelsteinfund auf einem Gletscher im Montblanc-Massiv sind die wertvollen Steine zwischen dem Entdecker und der örtlichen Gemeinde aufgeteilt worden. Der französische Bergwanderer und die Gemeinde Chamonix, auf deren Gebiet der Gletscher liegt, erhielten Steine im Wert von je 150.000 Euro, wie die Regionalzeitung „Le Dauphine Libere“ berichtete.

Vermutet wird, dass die Metallbox mit den Edelsteinen sich an Bord einer Air-India-Maschine befunden hat, die am 24. Januar 1966 in 4.750 Meter Höhe gegen den Montblanc prallte und zerschellte. Der Besitzer oder Erben konnten nicht mehr ermittelt werden.

Junger Kletterer machte Fund

Den spektakulären Fund hatte ein damals rund 20 Jahre alter Kletterer im September 2013 bei einer Bergtour auf dem Bossons-Gletscher gemacht und ihn bei der Gendarmerie abgeliefert. Neben Smaragden waren auch Rubine und Saphire unter den in kleinen Säckchen verpackten Juwelen. Auf einigen der Transportsäckchen mit den Juwelen stand „Made in India“.

Bei dem Absturz der Air-India-Maschine starben damals alle 117 Menschen an Bord. Das Flugzeug war auf dem Weg von Indien nach New York und sollte einen Zwischenstopp in Genf einlegen. Auf dem Bergmassiv werden immer wieder Funde gemacht, die dem Unglücksflug zuzuordnen sind.

Medien

Wenige Tage nach seiner Suspendierung ist der CNN-Moderator und Bruder des früheren New Yorker Gouverneurs Andrew Cuomo, Chris Cuomo, von seinem Arbeitgeber entlassen worden. Das teilte der Sender gestern (Ortszeit) mit. Chris Cuomo war am Mittwoch als Reaktion auf die Veröffentlichung neuer Dokumente in Zusammenhang mit den Vorwürfen sexueller Belästigung gegen Andrew Cuomo durch die New Yorker Staatsanwaltschaft freigestellt worden.

CNN-Korrespondent Chris Cuomo
AP/Kevin Hagen

„Zusätzliche Informationen ans Licht gekommen“

Diesen zufolge sollte Chris Cuomo enger in die Verteidigung seines Bruders eingebunden gewesen sein als zunächst bekannt. CNN erklärte, eine angesehene Anwaltskanzlei sei mit der Überprüfung der Vorwürfe beauftragt worden. „Während dieser Überprüfung sind zusätzliche Informationen ans Licht gekommen.“ Chris Cuomo werde nun mit sofortiger Wirkung entlassen. Chris Cuomo selbst sagte, er habe nicht gewollt, dass seine Zeit bei CNN so ende, aber er habe bereits gesagt, warum und wie er seinem Bruder geholfen habe.

„Auch als unbezahlter Berater des Gouverneurs tätig“

Der demokratische Politiker Andrew Cuomo war im August nach Vorwürfen sexueller Belästigung durch mehrere Frauen von seinem Amt als Gouverneur New Yorks zurückgetreten. Sein Bruder Chris Cuomo hatte damals schon mitgeteilt, dass er seinem Bruder Rat erteilt habe – die nun veröffentlichten Dokumente deuten aber auf ein intensiveres Engagement hin. Chris Cuomo arbeitet seit rund 20 Jahren als TV-Moderator, seit rund zehn Jahren bei CNN. Die nun veröffentlichten Dokumente der New Yorker Generalstaatsanwältin zeigen laut CNN, „dass Chris Cuomo neben seiner Tätigkeit als einer der Topmoderatoren von CNN auch als unbezahlter Berater des Gouverneurs tätig war“.

Chris Cuomo wies darauf hin, dass er nie über den Skandal berichtet oder versucht habe, sich in die Berichterstattung von CNN einzumischen. Das CNN-Management unterstützte Cuomo zunächst und ließ die Sendung „Cuomo Prime Time“ im Programm. Einige CNN-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sollen damit jedoch unzufrieden gewesen sein. „Cuomo Prime Time“ war oft die Sendung mit den höchsten Einschaltquoten des Senders.

Panorama

Mit seinen Parodien auf den bisherigen Innenminister und designierten Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) sorgt Comedy-Star Gernot Kulis für viele Lacher im Internet. „Mir haben sie zum Kanzler gratuliert, das ist schon sehr schräg“, sagte er im „Wien heute“-Interview.

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Damit die Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz auch das Weihnachtsfest entsprechend stimmungsvoll begehen können, schickt das Bundesheer traditionell Weihnachtsbäume an die Missionen. Morgen startet der diesjährige Versand via Postweg bzw. Versorgungsflüge von 31 Bäumen, die seit 22 Jahren beim Niederösterreicher Willibald Greßl aus Maria Taferl gekauft werden, berichtete das Verteidigungsministerium.

In den vergangenen Jahren wurden mehr als 1.000 Weihnachtsbäume sowie Adventkränze zu den Missionen transportiert. „In diesen schwierigen Zeiten, wie wir es derzeit in der Coronavirus-Pandemie erleben, denkt der ein oder die andere mehr an die Familie und engsten Freunde. Fernab der Heimat sorgen unsere Soldatinnen und Soldaten täglich in 14 Auslandsmissionen für Sicherheit und Frieden und können zu Weihnachten leider nicht bei ihren Liebsten sein“, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP). „Mit dem Versand der Christbäume wollen wir unseren Soldatinnen und Soldaten ein Stückchen heimatliche Tradition senden.“

Der Konflikt um den Lobautunnel wirft ein Schlaglicht auf das starke Wachstum der Außenbezirke. Mittlerweile lebt allein ein Fünftel der Wienerinnen und Wiener jenseits der Donau.

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