Ausland

Die Vereinten Nationen haben Israeli und Palästinenser zum Einhalten der vereinbarten Waffenruhe im Gazastreifen aufgefordert. „Ich möchte den Rat auf Folgendes aufmerksam machen: Die Waffenruhe ist zerbrechlich“, sagte UNO-Vermittler Tor Wennesland gestern bei einer Sitzung des Sicherheitsrats in New York. Jede Wiederaufnahme der Feindseligkeiten würde verheerende Folgen haben und jeden politischen Fortschritt erschweren.

Ein politischer Weg – bekräftigte Wennesland – könne nur in einer Zweistaatenlösung liegen. Gleichzeitig begrüßte er die Öffnung der Grenzübergänge nach Gaza, das am Rande einer humanitären Katastrophe gestanden habe.

Nach dreitägigen Kämpfen war die Waffenruhe zwischen Israel und dem Islamischen Jihad am Sonntag um 23.30 Uhr Ortszeit (22.30 Uhr MESZ) in Kraft getreten. Beide Seiten hatten zuvor separat ein Ende der Angriffe erklärt. Zunächst hatte die von Ägypten vermittelte Feuerpause Bestand.

US-Präsident Joe Biden hat sich zuversichtlich gezeigt, dass China seine Manöver rund um Taiwan nicht ausweiten und die Lage weiter eskalieren wird. „Es macht mir Sorgen, dass sie soweit gegangen sind“, sagte er gestern auf dem Weg zu den Flutgebieten im US-Staat Kentucky mit Blick auf die bisher größten Marine- und Luftwaffenmilitärmanöver in den Gewässern rund um Taiwan. „Ich glaube aber nicht, dass sie darüber hinaus gehen werden.“

Beobachter und Beobachterinnen befürchten, dass es zu militärischen Konfrontationen mit den Streitkräften Taiwans kommen könnte. Auch die USA sind mit starken Marineverbänden in der Region präsent.

China reagierte mit den umfangreichen militärischen Übungen auf den Besuch der Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Dienstag und Mittwoch der Vorwoche in Taiwan, den die Regierung in Peking als Verletzung der chinesischen Souveränität wertet. Sie betrachtet Taiwan als abtrünnigen Teil der Volksrepublik. Auch zu Wochenbeginn setzte China seine Militärübungen, die eigentlich am Sonntag beendet hätten werden sollen, vor Taiwan fort.

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Der erst vor einer Woche verlängerte Waffenstillstand im Jemen ist in Gefahr. Die international anerkannte Regierung des Landes warf gestern den Huthi-Rebellen vor, die Blockaden der Straßen in die eingekesselte Stadt Tais nicht aufgehoben zu haben – ein Kernbestandteil des Abkommens.

„Es gibt große Verstöße gegen den zerbrechlichen Waffenstillstand“, warnte Außenminister Ahmed Awad bin Mubarak. „Wir wollen nicht, dass der Waffenstillstand nur eine Pause auf dem Weg in einen größeren Krieg ist.“ Die Huthis beschuldigten die Regierung, entgegen den Vereinbarungen keinen Tankern die Fahrt in die Hafenstadt Hodeidah und Flüge in die Hauptstadt Sanaa erlaubt zu haben. Beide Städte werden von Huthis gehalten.

Der Konflikt gilt als Stellvertreterkrieg zwischen den beiden Erzrivalen Saudi-Arabien und Iran. Während der Iran die schiitischen Huthi-Rebellen unterstützt, führt Saudi-Arabien eine Gruppe sunnitisch geprägter Golfstaaten an, die an der Seite der Regierung steht. Der Krieg hält seit sieben Jahren an. Zehntausende Menschen starben, die Wirtschaft des Landes ist kollabiert und die Bevölkerung von knapp 30 Millionen von einer Hungerkatastrophe bedroht.

Moskau stoppt vorerst die im Rahmen des New-START-Abkommens vorgesehenen Inspektionen russischer Militäranlagen durch US-Fachleute. Die US-Regierung sei über diesen Schritt in Kenntnis gesetzt worden, teilte das russische Außenministerium gestern mit. New-START ist die einzige noch bestehende atomare Abrüstungsvereinbarung zwischen den USA und Russland.

Moskau rechtfertigte die Maßnahme damit, dass die USA unter Bedingungen die Inspektionen wiederaufnehmen wollten, die die gegenwärtigen Realitäten nicht berücksichtigten. Die Regierung in Washington stelle Bedingungen, die einseitig die USA bevorzugen würden. Zudem würden die russischen Möglichkeiten zu Kontrollen in den USA eingeschränkt.

Vertrag läuft regulär 2026 aus

Der 2011 abgeschlossene New-START-Vertrag verpflichtet beide Supermächte zu Einschränkungen bei Interkontinentalraketen, U-Boot-gestützten Raketen und Kampfflugzeugen, die mit Atombomben bestückt werden können. Der Vertrag läuft regulär 2026 aus.

Vor einer Woche hatte US-Präsident Joe Biden Russland und China zu Gesprächen über Rüstungskontrollen aufgerufen. Seine Regierung sei bereit zu Verhandlungen über eine neue Rahmenvereinbarung, um das New-START-Abkommen zu ersetzen. Die Regierung in Moskau müsse sich bereit zeigen, die Arbeit an der nuklearen Rüstungskontrolle mit den USA wieder aufzunehmen, hatte der US-Präsident erklärt.

In Kenia sind heute rund 22 Millionen Menschen aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Favoriten für die Nachfolge von Staatschef Uhuru Kenyatta, der nicht erneut antreten darf, sind sein ehemaliger Rivale Raila Odinga und Vizepräsident William Ruto. Der ehemalige politische Häftling Odinga bewirbt sich zum fünften Mal um das Präsidentenamt.

Lange galt der 55-jährige Ruto als sicherer Nachfolger von Kenyatta, bis dieser überraschend dem 77-jährigen Odinga seine Unterstützung zusicherte. Das besiegelte die Annäherung der beiden politischen „Dynastien“, die sich in der Vergangenheit des ostafrikanischen Landes immer wieder bei Wahlen bekämpft hatten.

Zugleich wird heute in Kenia auch das Parlament gewählt. 150.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz, um Ausschreitungen während des Urnengangs zu verhindern.

Die britische Königin Elizabeth II. (96) wird einem Bericht zufolge in diesem Jahr nicht wie gewohnt öffentlich mit einer Ehrengarde auf ihrem schottischen Landsitz Balmoral empfangen. Das meldete die Nachrichtenagentur PA gestern unter Berufung auf Palastkreise.

Demnach soll das für morgen geplante Zeremoniell, bei dem die Queen üblicherweise eine Ehrengarde abschreitet, in diesem Jahr „aus Bequemlichkeit“ innerhalb der Palastmauern stattfinden.

Die Monarchin hat seit vergangenem Herbst immer wieder mit Mobilitätsproblemen zu kämpfen und sagte seitdem etliche Termine ab. Sie benutzt inzwischen regelmäßig einen Gehstock.

Die Queen verbringt die Sommermonate stets im etwas kühleren Schottland, nimmt von dort aber auch Verpflichtungen wahr.

Die Gespräche zur Wiederherstellung des Atomabkommens zwischen dem Iran und sechs weiteren Staaten sind für beendet erklärt worden. Der Text sei fertig und werde nun vom EU-Außenbeauftragten Josep Borrell in den Hauptstädten der beteiligten Länder vorgelegt, sagte ein hoher EU-Vertreter gestern in Wien. „Sie müssen nun Ja oder Nein sagen“, so der Diplomat.

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Inland

In der Causa rund um den aus der FPÖ ausgetretenen ehemaligen Abgeordneten Hans-Jörg Jenewein mehren sich Berichte über einen Richtungsstreit bei den Freiheitlichen – aus anonymen Quellen. Die Tageszeitung „Österreich“ berichtete, dass FPÖ-Landesgruppen gegen ihren Parteichef Herbert Kickl „Sturm“ laufen würden.

Generalsekretär Michael Schnedlitz sprach gestern im ORF davon, dass man sich im Präsidium über das Thema unterhalten werde, damit „wir alle am selben Stand sind“ – trat aber den Darstellungen entgegen, dass es innerparteiliche Auseinandersetzungen gebe. Hauptthema der Sitzung werde die Vorbereitung des Parteitages am 17. September sein.

In der Sache selbst schloss Schnedlitz aus, dass er oder Parteichef Kickl von dem bei Jenewein gefundenen Anzeigeentwurf gegen die Wiener FPÖ gewusst hätten. „Ja, das kann ich absolut ausschließen“, sagte der Generalsekretär. Man habe selbst erst durch eine Routineanfrage beim Parteianwalt davon erfahren.

Kickl kritisiert Berichterstattung

FPÖ-Chef Kickl selbst ging in einem Facebook-Posting nicht auf den kolportierten Richtungsstreit ein. Dafür fragte er sich „nicht erst in den letzten Tagen“: „Wo ist eigentlich das journalistische Ehrgefühl? Wo ist das Verantwortungsbewusstsein? Und wo ist die Fähigkeit zur soliden Recherche bei so manchem Vertreter der vierten Gewalt geblieben?“ Er könne nur an die Medien appellieren, zur „Sachlichkeit“ zurückzukehren, sagte er.

„Das persönliche Leid eines Menschen, in diesem Fall von Hans-Jörg Jenewein (…), wird schamlos öffentlich ausgeschlachtet, um politische Drecksarbeit gegen die FPÖ zu erledigen – man muss es so nennen, weil etwas anderes ist es nicht. Intimstes wird an die Öffentlichkeit gezerrt, die Privatsphäre ist abgeschafft.“ Jenewein wünschte er „eine rasche und vollständige körperliche und seelische Genesung“.

Zufallsfund auf Handy: Anonyme Anzeige

Den Ausgang nahm die Causa vergangenen Donnerstag, als der Parteiaustritt Jeneweins bekannt wurde. Auslöser für die Turbulenzen dürfte ein Zufallsfund der Staatsanwaltschaft bei Jenewein sein. Die Ermittler hatten bei dem Ex-Abgeordneten wegen dessen Kontakte zum früheren BVT-Mitarbeiter Egisto Ott eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Ott wird vorgeworfen, Informationen nach außen getragen bzw. verkauft zu haben, er bestreitet das allerdings vehement.

Auf einem der elektronischen Geräte Jeneweins wurde bei der Durchsuchung – zufällig – ein Entwurf für eben jene Anzeige gegen Vertreter der FPÖ Wien gefunden, die im Oktober 2021 anonym von einem „getäuschten und enttäuschten Wähler“ eingebracht worden war.

Die Ermittler gehen laut Medienberichten davon aus, dass Jenewein der Verfasser ist. Mediale Spekulationen, Kickl selbst hätte etwas von dieser Anzeige wissen müssen oder würde sogar dahinterstehen, wies dessen Büro bereits klar zurück. Kickl sei über die Anzeige erst „vor wenigen Tagen“ in Kenntnis gesetzt worden, hieß es am vergangenen Freitag. Am Wochenende wurde dann bekannt, dass Jenewein einen Suizidversuch unternommen hat.

Heute startet für die Bewerber um die Bundespräsidentschaftswahl das Sammeln der Unterstützungserklärungen. Um bei der Wahl auf dem Stimmzettel zu stehen, muss jeder Kandidat bis 2. September mindestens 6.000 solche Erklärungen vorlegen. Jeder Österreicher, der am „Stichtag“, dem 9. August, stimmberechtigt ist, kann für jeweils nur einen Kandidaten (älter als 35 Jahre) eine Unterstützungserklärung abgeben.

Damit diese Unterschrift gültig ist, müssen Unterstützungswillige persönlich aufs Gemeindeamt bzw. den Magistrat gehen, um die Erklärung beglaubigen zu lassen. Die unterschriebenen Unterstützungserklärungen müssen dann entweder per Post oder auf anderem Weg an den „Zustellungsbevollmächtigten“ des jeweiligen Kandidaten überbracht werden. Dieser muss die Erklärungen spätestens beim „Einreichschluss“ (2. September, 17.00 Uhr) der Bundeswahlbehörde vorlegen.

Zur Verfolgung von Hassnachrichten in sozialen Netzwerken hat die ÖVP die Einrichtung einer Sonderstaatsanwaltschaft gefordert. Der Koalitionspartner kann dem Vorstoß wenig abgewinnen. Die grüne Justizsprecherin Agnes Sirkka Prammer erinnerte gegenüber Ö1 auf die Rufe aus der ÖVP, die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) abzuschaffen, und ortete ein „Ablenken von Problemen auf anderer Seite“. Auch das Justizministerium, die Opposition und die Staatsanwältevereinigung sprechen sich gegen eine eigene Behörde aus. Die ÖVP beharrte gestern auf ihrer Forderung.

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Ukraine-Krieg

Im Ukraine-Krieg sind nach Schätzungen des US-Verteidigungsministeriums auf russischer Seite 70.000 bis 80.000 Menschen getötet oder verletzt worden. Die russische Armee habe außerordentliche Verluste gemacht, weil das ukrainische Militär gut funktioniere und viel Unterstützung bekommen habe, sagte der Pentagon-Spitzenbeamte Colin Kahl gestern.

Er bezeichnete den Krieg als den „intensivsten konventionellen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg“. Aktuelle Angaben der offiziellen Stellen in Russland zu Opferzahlen gibt es nicht.

Die Ukrainer sehe er derzeit klar im Vorteil, insbesondere weil sie den russischen Streitkräften hinsichtlich ihrer Moral und ihres Kampfeswillen überlegen seien, sagte Kahl. „Für sie steht existenziell viel auf dem Spiel. Sie kämpfen um das Überleben ihres Landes.“ Kahl sagte weiter, der russische Präsident Wladimir Putin habe keines seiner Ziele erreicht.

„Sein übergeordnetes Ziel war es, das gesamte Land zu überrennen, einen Regimewechsel in Kiew herbeizuführen und die Ukraine als unabhängige, souveräne und demokratische Nation auszulöschen. Nichts von alledem ist geschehen.“ Russland hatte die Ukraine Ende Februar überfallen.

Das erste Schiff, das die Ukraine seit Ende der Hafenblockade für Getreidetransporte verlassen hat, kann seine Fracht nicht entladen. Der libanesische Käufer verweigere wegen fünfmonatiger Verspätung die Annahme der Lieferung, teilte die ukrainische Botschaft im Libanon gestern über Facebook mit. Die Reederei suche nun nach einem anderen Käufer. Die „Razoni“ hat 26.527 Tonnen Getreide geladen. Derzeit ankert sie vor der türkischen Küste.

Seit der Unterzeichnung des Abkommens – unter Vermittlung der Türkei und der Vereinten Nationen – sind insgesamt acht Schiffe mit ukrainischem Getreide in See gestochen, wie die ukrainischen Behörden mitteilten. Kiew hofft, dass demnächst täglich drei bis fünf Schiffe auslaufen können.

Nach Beschüssen des Atomkraftwerks Saporischschja fordert die Ukraine einen von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) geleiteten Experteneinsatz auf dem Gelände. Dieser sollte spätestens bis Ende des Monats stattfinden, so der Ständige Vertreter der Ukraine bei den internationalen Organisationen in Wien, Jewgenij Zymbaljuk, gestern.

Russland sei für einen solchen Besuch „bereit“, zitierte die Nachrichtenagentur RIA Nowosti Russlands multilateralen Botschafter in Wien, Michail Uljanow. Gleichzeitig warf das russische Außenministerium Kiew vor, einen IAEA-Besuch blockieren zu wollen. Russland und Kiew werfen sich gegenseitig die Angriffe auf das AKW vor.

Keine erhöhte Strahlung

Durch die Kampfhandlungen um das AKW kam es nach Erkenntnissen der USA bisher jedenfalls nicht zu einer Freisetzung von Radioaktivität. „Wir beobachten die Aktivitäten weiterhin genau: Das Kraftwerk, das Energieministerium und die nationale Behörde für nukleare Sicherheit berichten, dass die Strahlungssensoren weiterhin Daten liefern – und glücklicherweise haben wir keine Anzeichen für erhöhte oder abnormale Strahlungswerte festgestellt“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre.

Liveticker zum Nachlesen

COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 486,2 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (726,9) und im Burgenland (613,6). Am niedrigsten ist der Wert in Vorarlberg (233,6) und in Oberösterreich (352,4).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 3.523 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 3.523 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

19.200 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.479 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 81 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

EU

Italien geht in eine neue Runde in seinem Kampf um die Herkunft seiner Produkte. Die Regierung in Rom hat bei der EU-Kommission die Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens gegen Slowenien zum Schutz des Balsamico-Essigs aus Modena beantragt. Das teilte das Konsortium zum Schutz des Balsamico-Essigs aus Modena gestern mit.

Das Konsortium kritisiert das Vorgehen Sloweniens, das in den letzten Monaten der Europäischen Kommission eine nationale technische Regelung zur Herstellung und Vermarktung von Essig eingereicht hat, „die nicht nur in klarem Widerspruch zu den Gemeinschaftsregeln und dem Grundsatz der Harmonisierung des europäischen Rechts steht, sondern auch darauf abzielt, die Bezeichnung ‚Balsamico-Essig‘ in eine Standardbezeichnung zu verwandeln“, hieß es in einer Erklärung des Konsortiums. Laut Slowenien sollen alle mit Traubenmost gemischten Weinessige „Aceto Balsamico“ (Balsam-Essig) genannt werden dürfen.

Der erste Schritt nach der Einleitung des Vertragsverletzungsverfahrens wird eine Konsultationsphase mit der EU-Kommission sein. An diese könnte sich, falls nötig, eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof anschließen, teilte das Konsortium mit. Seit Monaten geht es gegen den Standpunkt Sloweniens vor.

Wirtschaft

Die Fernwärmepreise der Wien Energie steigen um 92 Prozent. Das ist jetzt fix, wie Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) gestern Abend bestätigte. Der Anpassung des Preisbescheids durch die Wien Energie wurde stattgegeben. Die neuen Preise gelten ab September.

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Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus hat im Juli nach Engpässen bei Zulieferern deutlich weniger Maschinen ausgeliefert als im Monat zuvor. Der europäische Konzern übergab im abgelaufenen Monat 46 Verkehrsjets an seine Kunden und Kundinnen nach 60 Stück im Juni, wie er gestern in Toulouse mitteilte.

Weil Zulieferer mit ihren Lieferungen kaum hinterherkommen, hatte Airbus-Chef Guillaume Faury seine Pläne für 2022 Ende Juli gekappt und rechnet statt mit 720 nur noch mit 700 Auslieferungen.

Unterdessen holte der Hersteller im Juli Aufträge über 401 neue Maschinen herein, davon gehen fast 300 Maschinen nach China. Im Gegenzug verbuchte Airbus Stornierungen über vier Jets.

Streit mit Qatar Airways

Noch im Auftragsbuch enthalten ist eine verbliebene Bestellung der arabischen Fluggesellschaft Qatar Airways über 19 Großraumflugzeuge vom Typ A350. Branchenkreisen zufolge hat der Hersteller den Vertrag mit seiner Großkundin nach monatelangem öffentlichem Streit über Schäden an der Oberfläche mehrerer Maschinen der Reihe inzwischen jedoch gekündigt.

Qatar Airways hatte den weltgrößten Flugzeugbauer im Dezember in London wegen der Mängel auf Schadenersatz verklagt und diese öffentlich als Sicherheitsproblem bezeichnet. Airbus und die Europäische Luftfahrtbehörde (EASA) beurteilten die Sache jedoch anders. Der Hersteller hatte angeboten, die Schäden auf eigene Kosten zu beheben, Qatar Airways hatte das jedoch abgelehnt.

Sport

Karim Onisiwo war am Samstagabend mit zwei Toren zum Saisonstart der deutschen Bundesliga der Matchwinner des FSV Mainz 05 beim etwas glücklichen 2:1-Sieg in Bochum. Die Kopfballtreffer in der 26. und 77. Minute sollen für ihn den Anfang einer Topsaison markieren, das Selbstbewusstsein scheint für ihn eine besondere Rolle zu spielen.

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Die neue Saison der Admiral Bundesliga ist erst drei Spieltage jung, aber es hat sich schon gezeigt, dass einige Vereine heuer vor allem im Stürmersektor ein gutes Händchen bewiesen haben. LASK-Angreifer Marin Ljubicic führt die Torschützenliste mit sechs Treffern an, Salzburgs Angreifer Fernando begeistert mit sehenswerten Toren sowie seinen Salti. Und mit Miroslav Klose fasst ein früherer Weltstürmer in Altach im Trainergeschäft Fuß.

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In der Admiral Bundesliga Selbstvertrauen vor den schwierigen internationalen Aufgaben tanken: Das hat am Wochenende weder Sturm Graz ganz hingebracht und schon gar nicht für den WAC funktioniert. Die Grazer mussten sich in Ried trotz klarer Dominanz, Führung und Überzahl mit einem 1:1 begnügen, für die Wolfsberger setzte es gegen den LASK gar ein 1:5.

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Chronik

Ein Eisbär hat auf der zu Norwegen gehörenden Inselgruppe Spitzbergen eine Touristin aus Frankreich verletzt und ist getötet worden. Der Bär sei gestern in ein Zeltlager eingedrungen und habe der Frau Verletzungen am Arm zugefügt, hieß es in einer Mitteilung auf der Website des Gouverneurs von Spitzbergen.

Die Verletzungen seien nicht lebensgefährlich. Das Tier sei mit Schüssen verjagt worden. Dabei wurde es den Angaben zufolge aber so schwer verletzt, dass es getötet werden musste.

Die Frau war Teil einer Gruppe von 25 Touristen, die am nördlichen Teil des Isfjords in Zelten übernachteten. Sie wurde in einem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Longyearbyen, der größten Siedlung auf Spitzbergen, gebracht. Die Inselgruppe liegt im Arktischen Ozean.

Der in einer Seine-Schleuse in Frankreich feststeckende geschwächte Belugawal soll ins Meer zurückgebracht werden. „Es erscheint uns möglich, über einen Transport Richtung Meer nachzudenken“, sagte die stellvertretende Präfektin Isabelle Dorliat-Pouzet gestern in Evreux dem Sender BFMTV.

Wal in der Seine
Reuters/Bennoit Tessier

Bisher habe man diese Option eher ausgeschlossen, weil der Wal dafür zu schwach erschien. Fachleute rieten nun aber dazu, den Transport Richtung Ärmelkanal zu wagen.

Wie die Präfektur mitteilte, wird der rund 70 Kilometer von Paris entfernt in der Flussschleuse lokalisierte Weißwal weiterhin von Fachleuten beobachtet, die Feuerwehr und Gendarmerie seien an Ort und Stelle.

30 Minuten an Schleusenwand gerieben

Die Organisation Sea Shepherd France berichtete, dass der Belugawal weiterhin keine Nahrung zu sich nehme, sich aber neugierig zeige. Er habe sich 30 Minuten lang an der Schleusenwand gerieben und somit Flecken entfernt, die sich auf seinem Rücken gebildet hatten. Möglicherweise hätten ihm verabreichte Antibiotika auch geholfen.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein großer Wal in den französischen Fluss verirrt hat: Im Mai verhungerte ein Orca nach wochenlanger Odyssee in der Seine, im Juli wurde mutmaßlich ein Finnwal in der Flussmündung bei Le Havre gesichtet.

In Wien-Donaustadt im Gebiet Hirschstetten sind gestern Nachmittag knapp 2.000 Haushalte ohne Strom gewesen. Die Ursache des Stromausfalls ist noch nicht bekannt.

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Stromausfall in Tirol: 140.000 Haushalte betroffen

Gestern Vormittag gab es auch in Tirol einen großflächigen Stromausfall. Betroffen waren 140.000 Haushalte im Raum Innsbruck und im Oberland. Nach Angaben der TINETZ entstand der Schaden durch Arbeiten beim Umspannwerk Ost. Nach einer Stunde war die Stromversorgung wieder hergestellt.

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Bei einem Unfall mit einem Lkw wurde ein Fahrradfahrer in Hard (Vorarlberg) schwer verletzt. An der Kreuzung der L202 zur Hofsteigstraße kam es laut Polizeiangaben zum Unfall, als der aus Richtung Fußach kommende Lkw-Lenker rechts abbiegen wollte.

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Kultur

Der dänische Regisseur Lars von Trier ist an Parkinson erkrankt. Das teilte seine Produktionsfirma Zentropa gestern in Kopenhagen mit. „Lars ist in guter Verfassung und wird wegen seiner Symptome behandelt“, erklärte die Firma. Derzeit steht der 66-Jährige für die dritte und letzte Staffel seiner erfolgreichen Minihorrorserie „Hospital der Geister“ hinter der Kamera.

Der dänische Regisseur Lars von Trier
Reuters/Stephane Mahe

Die Staffel mit dem Titel „The Kingdom Exodus“ soll bis Ende des Jahres in Dänemark ausgestrahlt werden. Die Produktionsfirma teilte mit, dass sie die Staffel „wie geplant“ beenden werde.

Von Trier ist wegen seiner provokativen Filme und manchmal extremen Gewaltdarstellungen umstritten. Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Melancholia“, „Nymphomaniac“ und „The House That Jack Built“. 2000 wurde er bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme für „Dancer in the Dark“ geehrt.

Die Parkinson-Krankheit ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. Typische Symptome sind Bewegungsstörungen wie Bewegungsverlangsamung, Zittern und eine instabile Körperhaltung. Die Erkrankung beginnt meist jenseits des 50. Lebensjahres.

Leute

Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) heiratet am Freitag seine Verlobte Julia Jurtschak. Die Hochzeit wird im kleinsten Kreis stattfinden.

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