Inland

RH-Präsidentin für mehr Kontrolle bei Parteienförderung

Für Rechnungshofpräsidentin Margit Kraker geht das von der ÖVP geforderte Einfrieren der Parteienförderung nicht weit genug. Kraker plädiert dafür, die automatische Valorisierung abzuschaffen und gleichzeitig für mehr Transparenz zu sorgen. „Ich bin dafür, dass man sich zusammensetzt, um das System der Parteienfinanzierung in Österreich zu überdenken“, so Kraker gestern in der ZiB 2.

Kraker kritisiert, dass der Rechnungshof die Rechenschaftsberichte der Parteien nicht inhaltlich prüfen darf. Auch die Umgehung und Überschreitung der Wahlkampfkostenbegrenzung müsse vermieden werden. Das Transparenzpaket 2012 habe zwar einen Schritt gemacht, „dieser eine Schritt ist aber nicht genug, denn das Gesetz ist zahnlos“.

Sollte die Anhebung der Parteienförderung neuerlich ausgesetzt werden, dann drohe kommendes Jahr die selbe Debatte, warnte Kraker: „Eine Aussetzung bedeutet dasselbe wie im Vorjahr: es ist aufgeschoben und nicht aufgehoben.“ Ihr gehe es um die Abschaffung derzeit vorgesehenen automatischen Anhebung der Parteienförderung und um die Erhöhung der Transparenz der Parteifinanzen.

Volksanwalt zu Asyl: „Mindeststandards sind einzuhalten“

In der Diskussion über Flüchtlingsunterkünfte in Niederösterreich hat Volksanwalt Günther Kräuter gestern festgehalten: „Menschenrechtliche Mindeststandards sind einzuhalten.“ Er kündigte in einer Aussendung an, dass er bei der Tagung des Menschenrechtsbeirates morgen „ausführlich über die Situation in Niederösterreich berichten“ werde.

Zur Kritik von Asyllandesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) „an seiner verfassungsrechtlich vorgegebenen Aufgabe des präventiven Schutzes von Menschenrechten in Einrichtungen“ erklärte Kräuter, dass Mindeststandards bei der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen zu erfüllen seien.

„Das Recht von Minderjährigen auf menschenwürdige Unterbringung und Schutz vor Gewalt in Flüchtlingsunterkünften folgt aus der UNO-Kinderrechtekonvention, der Europäischen Menschenrechtskonvention, EU-Richtlinien sowie dem Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern. UNICEF Österreich hat im Vorjahr in Zusammenarbeit mit den zuständigen Mitgliedern der Landesregierungen von Wien, Oberösterreich, Tirol, Salzburg und Vorarlberg, den Kinder- und Jugendanwaltschaften sowie zahlreichen Institutionen der Zivilgesellschaft Mindeststandards erarbeitet.“

„Massive Mängel“ in Unterkunft festgestellt

Bei einem Besuch in dem von der Österreichischen Jungarbeiterbewegung (ÖJAB) betriebenen Quartier für unbegleitete Minderjährige in Greifenstein (Niederösterreich) wurden laut Aussendung „massive Mängel festgestellt, darunter mangelnde Qualifikation der Betreuungspersonen, das Fehlen freizeitpädagogischer Angebote, rechtlich nicht zulässige Ausgangssperren, das Fehlen von professionellen Konzepten zu Deeskalation und Gewaltprävention und Defizite in der medizinischen, jugendpsychiatrischen und therapeutischen Betreuung“.

Die ÖJAB hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und Freitag mitgeteilt, dass der Standort nach den zugrunde liegenden behördlichen und gesetzlichen Vorschriften betrieben werde. Waldhäusl erklärte am Samstag, dass die Asylunterkünfte in Niederösterreich „aus Sicht des Landes bestens geführt“ seien.

Rolle der Volksanwaltschaft ist Menschenrechtsschutz

Die Rolle der Volksanwaltschaft zum Menschenrechtsschutz sei – zusätzlich zur Bearbeitung von Beschwerden über die öffentliche Verwaltung – seit 2012 vom Parlament vorgegeben, wurde in der Aussendung der Institution weiter ausgeführt.

Interdisziplinär zusammengesetzte Expertenkommissionen besuchen unangemeldet Einrichtungen, haben Zugang zu allen Örtlichkeiten, führen vertrauliche Gespräche mit Bewohnern und nehmen Einsicht in Dokumente, hieß es zur Vorgangsweise. Bei festgestellten Mängeln, Defiziten und Missständen konfrontiere die Volksanwaltschaft die zuständigen politischen Verantwortlichen, ersuche um Stellungnahmen und verfasse Empfehlungen.

Der Menschenrechtsbeirat unterstützt die Volksanwaltschaft bei ihrer Aufgabe des präventiven Menschenrechtsschutzes. Er setzt sich jeweils zur Hälfte aus Vertretern der Regierung sowie Repräsentanten der Zivilgesellschaft zusammen.

Zentralmatura: Änderungen in Mathematik Ende Jänner

ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann will Ende Jänner die geplanten Änderungen bei der Zentralmatura im Fach Mathematik vorstellen. Wie im Vorjahr angekündigt, sollen die Texte der Aufgaben verständlicher werden, sagte Faßmann in der ORF-Sendung „Hohes Haus“ gestern. „Sie muss inhaltlich nicht unbedingt leichter sein, aber sie soll fairer sein für die Schülerinnen und Schüler.“

Bildungsminister Faßmann im „Hohen Haus“

Heinz Faßmann spricht über das Kopftuchverbot, seine Pläne für Ethikunterricht und die Zentralmatura.

Dafür habe er den ehemaligen Wiener Stadtschulratspräsidenten Kurt Scholz beauftragt. Dieser habe die Aufgabe mit „großem Engagement und Professionalität“ erledigt. Nun wisse man genau, was Lehrkörper und Schülerinnen und Schüler über die Mathematikmatura denken, so Faßmann. So müssten neben der Verständlichkeit auch inhaltliche Änderungen her: Ein Rechenfehler solle nicht reichen, eine ansonsten korrekte Prüfung vollends abzuwerten. Beides gehe sich bis zur nächsten Matura aus.

Einmal mehr plädierte Faßmann außerdem für ein religiöses „Neutralitätsgebot“ für Lehrer. Sie sollten sich wie auch Richter und Polizisten religiös und weltanschaulich neutral verhalten und keine religiöse Kleidung tragen, meinte Faßmann.

EU

ÖVP präsentiert Kandidatenliste für EU-Wahl

Die ÖVP stellt heute ihre Kandidaten für die EU-Wahl vor. Die vorderen Plätze sind seit dem Wochenende vergeben: Othmar Karas führt die Partei neuerlich als Spitzenkandidat in die Wahl am 26. Mai, dahinter folgt Innenstaatssekretärin Karoline Edtstadler. Antreten soll auch Ex-ORF-Moderator Wolfram Pirchner, der schon 2018 für die niederösterreichische ÖVP bei der Landtagswahl kandidiert hatte.

Pirchners kolportierter sechster Listenplatz wäre zwar ein Kampfmandat. Denn bei der EU-Wahl 2014 hat die ÖVP mit 27 Prozent fünf Mandate geschafft und jüngste Umfragen sagen der Partei auch diesmal kein besseres Ergebnis voraus.

Vorzugsstimmen sollen entscheiden

Allerdings soll heuer nicht die Reihung auf der Kandidatenliste darüber entscheiden, wer für die ÖVP ins EU-Parlament einzieht, sondern die Zahl der Vorzugsstimmen. Mit diesem internen Vorzugsstimmensystem könnte also auch ein weiter hinten gereihter Kandidat durch einen erfolgreichen Persönlichkeitswahlkampf ein Mandat ergattern.

Präsentieren will Parteichef Sebastian Kurz die Liste am frühen Nachmittag. Fixiert werden soll sie zuvor vom Parteivorstand. Den genauen Termin dafür hat die ÖVP nicht bekannt gegeben.

Filmindustrie stoppt Copyright-Richtlinie der EU

Die für heute angesetzte sechste und letzte Trilog-Verhandlung für die Richtlinie zu „Copyright auf dem digitalen Binnenmarkt“ ist überraschend abgesagt worden. Im EU-Ministerrat gab es am Freitag keine Mehrheit für den Kompromiss der rumänischen Ratspräsidentschaft. Die Filmindustrie hatte sich plötzlich gegen Artikel 13 ausgesprochen, der die umstrittenen Uploadfilter zum Thema hat.

Die Filmwirtschaft ist neben Print der wichtigste „Stakeholder“ der Richtlinie. „So wie Artikel 13 jetzt aussieht, wollen wir ihn nicht mehr. Er ist mittlerweile kontraproduktiv“, sagte Werner Müller vom österreichischen Fachverband der Film- und Musikwirtschaft zu fm4.ORF.at. Vor allem aber müsse ein gerade angelaufenes Verfahren vor dem EU-Gerichtshof (EuGH) abgewartet werden, das klären soll, ob YouTube, Facebook und Co nun Service-Provider sind oder doch Medienstatus haben.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Außenminister planen Sanktionen zum Fall Skripal

Die Außenminister der EU-Staaten wollen heute Sanktionen gegen mutmaßliche Beteiligte am Nervengift-Anschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal beschließen. Die Pläne sehen vor, gegen mehrere Personen EU-Einreiseverbote zu verhängen. Zudem ermöglichen sie das Einfrieren von Vermögenswerten.

Bei dem Anschlag im britischen Salisbury waren im März 2018 der frühere Doppelagent Skripal und seine Tochter Julia schwer vergiftet worden. Die Täter nutzten dabei ein Mittel, das dem in der früheren Sowjetunion entwickelte Kampfstoff Nowitschok entspricht.

Nach britischen Ermittlungen steckte der russische Militärgeheimdienst GRU hinter der Tat. Großbritannien und etliche Verbündete ließen in Verbindung mit dem Fall Skripal bereits etliche russische Diplomaten ausweisen. Die Regierung in Moskau streitet allerdings jegliche Verantwortung für die Attacke ab.

Kongo und Venezuela auf Tagesordnung

Weitere Themen des Außenministertreffens in Brüssel sind die Lage in Venezuela und im Kongo sowie der Umgang mit der gezielten Verbreitung falscher oder irreführender Informationen. Am Rande der Beratungen gibt es zudem Gespräche mit Ministern von Mitgliedstaaten des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) sowie eine Zusammenkunft mit afrikanischen Außenministern.

Ausland

Bericht: Berlin verhängt neue Sanktionen gegen den Iran

Die deutsche Regierung verhängt einem Medienbericht zufolge neue Sanktionen gegen den Iran. Grund sei der Verdacht, dass der Geheimdienst des Landes Mordanschläge in Europa verübt und weitere geplant habe, berichteten die „Süddeutsche Zeitung“ (Montag-Ausgabe), NDR und WDR.

Demnach wird in dieser Woche das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig die Betriebserlaubnis für die iranische Mahan-Airline aussetzen. Die Gesellschaft fliegt pro Woche aus Teheran dreimal Düsseldorf und einmal München an. Das Auswärtige Amt habe auf Anfrage mitgeteilt, über „interne politische Abstimmungsprozesse“ werde „keine Auskunft“ erteilt.

Flugverbot geht über EU-Sanktionen hinaus

Mahan steht seit 2011 auf einer Sanktionsliste der USA, seit Jahren drängt die US-Regierung Verbündete, Mahan den Flugbetrieb zu untersagen. Ihr Geschäftsführer, Hamid Arabnedschad Chanooki, soll enge Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden haben. Mit den Mahan-Maschinen werden nach US-Angaben Kämpfer, Waffen und Munition nach Syrien geflogen, heißt es in den Berichten.

Die EU hatte bereits Anfang des Monats Sanktionen gegen Teheran verhängt. Das Flugverbot würde über diese hinausgehen. Nach Erkenntnissen der Geheimdienste und Ermittlungen der Justiz soll der iranische Geheimdienst in den vergangenen Jahren höchstwahrscheinlich zwei Morde in den Niederlanden begangen und Anschläge, etwa in Paris und Dänemark, geplant haben.

Verfassungsgericht im Kongo bestätigt Tshisekedis Wahlsieg

Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in der Demokratischen Republik Kongo ist Oppositionsführer Felix Tshisekedi offiziell zum Sieger erklärt worden. Das Verfassungsgericht des Landes lehnte eine Klage des unterlegenen Kandidaten Martin Fayulu gestern ab. Mehrere Staaten in der Region erkannten Tshisekedis Wahlerfolg an. Die EU bekräftigte hingegen ihre „ernsthaften Zweifel“.

Tshisekedi sei mit einfacher Mehrheit zum Präsidenten gewählt worden, verkündete der Präsident des Verfassungsgerichts, Benoit Lwamba Bindu. Die Klage des Zweitplatzierten Fayulu wies das Gericht als „unbegründet“ zurück.

Überraschender Wahlsieger

Laut dem Zeitplan der Wahlkommission könnte Tshisekedi morgen vereidigt werden. Der 55-Jährige tritt die Nachfolge des langjährigen Machthabers Joseph Kabila an. Er ist Vorsitzender der Union für Demokratie und Sozialen Fortschritt (UDPS), der ältesten und größten Oppositionspartei des Landes.

Tshisekedi war von der Wahlkommission bereits am 10. Jänner überraschend zum Wahlsieger erklärt worden. Demnach erhielt er 38,57 Prozent der Stimmen, knapp gefolgt von Fayulu mit 34,8 Prozent. Der von Kabila auserkorene Nachfolger, Ex-Innenminister Emmanuel Ramazani Shadary, kam demnach nur auf 23,8 Prozent.

Neuauszählung „absurd“

Fayulu sowie die einflussreiche katholische Kirche äußerten umgehend Zweifel an dem provisorischen Ergebnis. Fayulu sprach von einer von Kabila und Tshisekedi eingefädelten „Putschwahl“. Er rief das Verfassungsgericht an, um die Annullierung des vorläufigen Wahlergebnisses durchzusetzen.

In der Urteilsbegründung erklärte Verfassungsrichter Noel Kilomba, Fayulu habe „nicht den Beweis erbracht“, dass das von der Wahlkommission verkündete Ergebnis nicht der Realität entspreche. Die Forderung nach einer Neuauszählung der Stimmen sei „absurd“. Fayulu appellierte an die internationale Gemeinschaft, Tshisekedi nicht als Präsidenten anzuerkennen. Er selbst sei „der einzig rechtmäßige Präsident“, da er 61 Prozent der Stimmen erhalten habe.

Handelsschiff birgt Migranten von Boot in Seenot

Rund 100 Migranten und Migrantinnen, die auf dem Mittelmeer mit einem Boot in Schwierigkeiten geraten sind, werden zurück nach Libyen gebracht. Da die libysche Küstenwache mit anderen Einsätzen beschäftigt gewesen sei, sei ein Handelsschiff geschickt worden, das die Menschen aufnehme, teilte die italienische Küstenwache gestern Abend mit. Die libyschen Stellen würden dem Schiff nun einen Hafen zuweisen. Auf dem Boot waren laut Hilfsorganisationen rund 100 Menschen.

In den vergangenen Tagen gab es bereits zwei weitere Bootsunglücke, bei denen mindestens 56 Menschen ums Leben gekommen sind. Bei einem anderen in Seenot geratenen Boot werden noch 117 Menschen vermisst.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea Watch, die 47 Migranten auf dem Mittelmeer barg, wartet inzwischen auf Anweisungen, in welchem Hafen diese landen sollen. Italiens Innenminister Matteo Salvini erklärte umgehend, nach Italien dürften sie nicht.

Tausende bewerben sich für Visa in Mexiko

Tausende Migranten und Migrantinnen aus Mittelamerika haben sich in Mexiko für humanitäre Visa registrieren lassen. Bis gestern seien 4.009 Anträge von Erwachsenen im Süden des lateinamerikanischen Landes aufgenommen worden, teilte die Migrationsbehörde Mexikos mit.

Der größte Teil von ihnen, rund 3.250 Menschen, stammte demnach aus Honduras. Auch Migranten aus El Salvador, Nicaragua, Guatemala, Haiti und Brasilien hätten sich für das temporäre Visum beworben, mit welchem die Menschen in Mexiko unter anderem arbeiten und medizinische Versorgung in Anspruch nehmen dürfen.

Weiterreise an US-Grenze verhindern

Auch rund 790 Kinder und Jugendliche seien registriert worden, teilte die Behörde mit. Die meisten von ihnen stammten ebenfalls aus Honduras. Währenddessen zog im südlichen Bundesstaat Chiapas eine Migrantenkarawane ohne Registrierung in Richtung Norden. Zur Größe der Gruppe machten lokale Medien verschiedene Angaben. Die Tageszeitung „La Jornada“ berichtete, mehr als 1.000 Migranten hätten die Stadt Huixtla in Chiapas erreicht. Ihr Ziel sei die Grenze zu den USA. Die Gruppe bestehen zum großen Teil aus Frauen und Kindern, so die Zeitung.

Die Menschen fliehen vor der Gewalt und Armut in Mittelamerika. Sie hoffen auf Asyl in den USA. Mexikos Regierung hatte angekündigt, die Migranten ohne benötigten Papiere nicht mehr Einreisen zu lassen. Eine große Gruppe schaffte es vergangene Woche aber trotzdem über die Grenze zwischen Mexiko und Guatemala. Mit der Möglichkeit eines humanitären Visums möchte Mexiko vor allem auch die Weiterreise an die US-Grenze verhindern.

Ausschreitungen bei Mazedonien-Kundgebung in Athen

Die griechische Polizei hat gestern Schlagstöcke und Pfefferspray eingesetzt, um eine Gruppe von Rechtsextremisten daran zu hindern, auf den Hof des Parlaments in Athen vorzudringen. Die Demonstrierenden trugen griechische Fahnen und skandierten Sprüche wie „Politiker – Verräter“.

Sie schleuderten Steine und andere Gegenstände und Feuerwerkskörper auf die Beamten, wie Reporter an Ort und Stelle im Fernsehen berichteten. Die Polizei habe die Lage rasch in den Griff bekommen, hieß es.

Demo in Athen
AP/Thanassis Stavrakis

Aus Protest gegen die geplante Ratifizierung der Namensänderung Mazedoniens in Nordmazedonien versammelten sich in der Früh rund 100.000 Demonstrierende in Athen.

In den Vororten wurden zahlreiche Busse gesichtet, mit denen nationalistisch und konservativ orientierte Menschen aus allen Landesteilen nach Athen strömten, wie das Fernsehen zeigte.

Mehr als 70 Prozent der Griechen gegen Namensänderung

Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte im vergangenen Jahr mit Skopje ausgehandelt, das südliche Balkanland solle sich künftig Nordmazedonien nennen. Das Abkommen soll kommende Woche im griechischen Parlament abgesegnet werden.

Weil auch eine nordgriechische Provinz den Namen Mazedonien trägt (Gr.: Makedonia), sind mehr als 70 Prozent der Griechen Umfragen zufolge dagegen. Sie befürchten, das Nachbarland könne Gebietsansprüche an die nordgriechische Region Makedonien stellen. Zudem sind sie der Ansicht, dass der Nachbarstaat, wenn er das Wort Mazedonien in seinem Namen behalte, das hellenische Kulturerbe an sich reiße.

Das Parlament in Mazedonien hat das Abkommen trotz ähnlicher Reaktionen nationalistischer Kreise bereits ratifiziert. Bei erfolgreichem Abschluss auch in Athen soll Nordmazedonien NATO-Mitglied werden und später auch der EU beitreten.

Sport

Wirtschaft

Absagen bestimmen Weltwirtschaftsforum in Davos

Vor dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum (WEF) im schweizerischen Davos haben vor allem die prominenten Absagen die Schlagzeilen bestimmt. US-Präsident Donald Trump, der seine Teilnahme wegen des Haushaltsstreits in den USA schon vor Tagen abgesagt hatte, strich am Donnerstag auch noch die Reise der gesamten US-Delegation.

Die britische Premierministerin Theresa May bleibt wegen des Streits um den Brexit zu Hause, der französische Präsident Emmanuel Macron wegen der „Gelbwesten“-Proteste.

Motto: „Globalisierung 4.0“

Die Organisatoren des WEF, das von morgen bis Freitag in dem Wintersportort in den Schweizer Alpen stattfindet, geben sich trotz der Absagen gelassen: Die teilnehmenden Staats- und Regierungschefs, darunter neben der deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch der neue brasilianische Präsident Jair Bolsonaro, repräsentierten immerhin ein Viertel der weltweiten Wirtschaftsleistung, erklärten sie vor Beginn.

Das offizielle Motto lautet „Globalisierung 4.0: Gestaltung einer globalen Architektur im Zeitalter der vierten industriellen Revolution“. Die Veranstalter um den Gründer Klaus Schwab verweisen zudem auf die mehr als 800 angemeldeten Teilnehmer aus den USA, darunter die Chefs weltweit führender Unternehmen. Mit insgesamt rund 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Politik- und Wirtschaftselite werde das Treffen daher wieder „eine Plattform für wichtige Diskussionen“.

Chronik

Verzweifelte Suche nach spanischen Buben in Schacht

Das Zittern um den kleinen Julen zieht sich in Spanien in die Länge: Die Suche nach dem in einem tiefen Brunnenschacht vermuteten Zweijährigen wurde erneut erschwert. Bei der Bohrung eines Bergungstunnels stießen Einsatzkräfte in der Nacht auf gestern erneut auf einen großen und sehr harten Felsbrocken. Man habe deshalb bis in der Früh nur 33 von 60 Metern geschafft, teilten die Helfer mit.

Lesen Sie mehr …

Strom in Panama weitgehend ausgefallen

Kurz vor Beginn des Weltjugendtags in Panama ist es laut Berichten lokaler Medien zu einem weitreichenden Stromausfall gekommen. Der staatliche Stromversorger Etesa bestätigte gestern auf Twitter, dass es Ausfälle gebe. Es werde daran gearbeitet, die Versorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen. Wie viele Menschen davon betroffen sind, gab Etesa zunächst nicht bekannt.

Der U-Bahn-Betreiber der Hauptstadt Panama-Stadt erklärte, dass zwei Linien wegen des Stromausfalls evakuiert werden mussten. Der internationale Flughafen Tocumen wurde nach Angaben der Zeitung „La Prensa“ mit Generatoren betrieben.

Der Weltjugendtag beginnt offiziell morgen. Tausende Pilger und weitere Besucher sind aber bereits am Wochenende in dem mittelamerikanischen Land angekommen. Die Veranstalter rechneten fest mit 150.000 Jugendlichen, sagte der kommissarische Vatikan-Sprecher Alessandro Gisotti vergangene Woche in Rom. Papst Franziskus wird am Donnerstag in Panama erwartet. Für das kleine Land in Zentralamerika, das nur rund vier Millionen Einwohner hat, bedeutet die Großveranstaltung einen gewaltigen Organisationsaufwand.

Mann rammte Sechsjährigen auf der Piste

Auf einer Piste im steirischen Skigebiet Stuhleck (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) ist ein 24-jähriger Skifahrer mit einem Sechsjährigen zusammengestoßen. Der Bub wurde gestern schwer verletzt und mit dem Rettungshubschrauber ins Landeskrankenhaus im niederösterreichischen Wiener Neustadt gebracht, wie die Polizei in einer Aussendung mitteilte.

Das Kind aus Wien querte die Skipiste gerade, als der junge Mann aus dem Bezirk Hartberg-Fürstenfeld talwärts unterwegs war. Laut eigenen Angaben verringerte er seine Geschwindigkeit und sprang etwa zwei bis drei Meter über eine Geländekante. Als er wieder auf der Piste aufkam sah er den Sechsjährigen und versuchte noch auszuweichen, was aber nicht gelang: Beide Skifahrer kollidierten und kamen zu Sturz.

Schnee riss Tausende Bäume um

Die Lage nach den heftigen Schneefällen hat sich entspannt. Für die Waldbesitzer beginnt die Arbeit aber erst. Tausende Bäume hielten der Schneelast nicht stand und brachen ab oder wurden umgerissen. Nun drängt die Zeit.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Salzburger Forstleute für Wälder optimistischer

Der erste Hubschrauberflug über Salzburgs Wälder stimmt Salzburgs Landesforstdirektor vorsichtig optimistisch. Die Schäden durch den vielen Neuschnee scheinen sich in Grenzen zu halten. Bisher wurden jedoch nur Teile des Tennengaus und des Pongaus überflogen.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Kultur

„Green Book“ gewinnt Produzenten-Preis

Das Drama „Green Book“ über die Trennung von Schwarzen und Weißen in den USA hat den Produzenten-Preis als bester Film gewonnen und damit beste Chancen auf einen Oscar. Mahershala Ali spielt in der Biografie einen schwarzen Jazz-Pianisten, der in den 60er Jahren mit seinem weißen Chauffeur (Viggo Mortensen) durch die Südstaaten reist.

Die tiefsinnige und zugleich witzige Tragikomödie hatte vor zwei Wochen schon drei Golden Globes als beste Komödie, für das Drehbuch und für Nebendarsteller Ali gewonnen.

Wichtiger Gradmesser für Oscars

Zusammen mit den Golden Globes gelten die am Samstag verliehenen PGA-Preise, über die mehrere tausend Filmproduzenten abstimmen, als wichtigster Gradmesser für die Oscars. Seit der ersten PGA-Verleihung im Jahr 1989 hat jeder Gewinner in der Kategorie als bester Film anschließend auch den Oscar als bester Film gewonnen oder ist dafür nominiert worden, berichtete die Website „Entertainment Weekly“.

Zu den Gewinnern beider Preise zählten etwa „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“ (2018), „Birdman“ (2015), „12 Years A Slave“ (2014) und „Argo“ (2013). Mit im Rennen um den PGA-Spitzenpreis waren auch „Vice“, „A Star is Born“ und die Tragikomödie „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“. Chancen darauf hatten außerdem „Black Panther“, „BlacKkKlansman“, „Bohemian Rhapsody“, „Crazy Rich“, „A Quiet Place“ und „Roma“.

Fantasy-Thriller „Glass“ startet solide in US-Kinos

Der neue Fantasy-Thriller „Glass“ mit Bruce Willis, Samuel L. Jackon und James McAvoy hat an seinem ersten Wochenende in nordamerikanisches Kinos einen guten Start hingelegt. Der Film ist als Fortsetzung zum Thriller „Split“ von 2016 gedacht und spielt im gleichen filmischen Universum wie „Unbreakable“ aus dem Jahr 2000.

Am langen Wochenende – heute ist in den USA landesweiter Feiertag – dürfte der Titel ersten Schätzungen zufolge auf solide Einnahmen von 47 Millionen Dollar (41 Mio. Euro) kommen.

Gekostet hatte „Glass“ in der Produktion dem Magazin „Variety“ zufolge etwa 23 Millionen Dollar und damit rund die Hälfte dieser ersten Einspielsumme. Weil „Unbreakable“ teils Kultstatus genießt und „Split“ finanziell sehr erfolgreich war, hatten Branchenkenner dem „Hollywood Reporter“ zufolge aber eigentlich mit einem besseren Debüt gerechnet. Willis und Jackson spielen in „Glass“ dieselben Rollen wie schon in „Unbreakable“. Es ist der letzte Titel in der Triologie von Regisseur M. Night Shyamalan.

Filmstudios überließen „Glass“ das Feld

Als Neueinsteiger platzierte sich der animierte Film „Dragon Ball Super: Broly“ über die Helden Son-Goku und Vegeta auf dem dritten Platz. Mit Einnahmen von knapp elf Millionen Dollar (9,3 Mio Euro) über das Wochenende überraschte das japanische Anime-Abenteuer die Branche in den USA, schrieb der „Hollywood Reporter“. Filmstudios hatten das lange Wochenende über weitgehend stillgehalten und keine neuen Titel platziert, um dem neu eingestiegenen „Glass“ genügend Raum zu bieten oder ihm das Feld zu überlassen, berichtete „Variety“.

Panorama

Guide Michelin kürt neue Sterne-Restaurants in Frankreich

Fast genau ein Jahr nach dem Tod des legendären Spitzenkochs Paul Bocuse präsentiert der Michelin-Gastronomieführer heute in Paris seine neue Frankreich-Ausgabe. Mit Spannung wird erwartet, ob das Stammrestaurant von Bocuse in Collonges-au-Mont-d’Or bei Lyon seine Spitzenbewertung von drei Sternen halten kann. Gastronomiepapst Bocuse war am 20. Jänner 2018 im Alter von 91 Jahren gestorben.

In der neuen Ausgabe des „Guide rouge“ sollen nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP 75 Restaurants neu ausgezeichnet werden – mit einem, zwei oder drei Sternen. Als Anwärter für die Spitzennote gelten nach ergänzenden Angaben unter anderen das Restaurant von Christopher Coutanceau in La Rochelle an der Atlantikküste oder „Le Grand Restaurant“ von Jean-Francois Piege in Paris. Die Sterne-Zeremonie wird erstmals von dem neuen Chef der Michelin-Gastronomieführer, Gwendal Poullennec, geleitet werden.