Inland

Asylbescheid gegen Homosexuellen sorgt für Kopfschütteln

Für Spott und international mediales Aufsehen sorgt ein negativer österreichischer Asylbescheid an einen homosexuellen Afghanen, von dem die Wochenzeitung „Falter“ in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. „Die irrste Abschiebebegründung Europas“ titelte etwa die deutsche „Bild“. Auch die ZDF-„heute“-Show berichtete via Soziale Netzwerke, ebenso die französische Agentur AFP.

Anlass sind die Begründungen, mit denen dem Mann vom Bundesamt für Fremdenwesen Asyl verweigert wurde. „Weder Ihr Gang, Ihr Gehabe oder Ihre Bekleidung haben auch nur annähernd darauf hingedeutet, dass Sie homosexuell sein könnten“, schrieb ein Asylbeamter der Regionalstelle Wiener Neustadt: „Sie sind nicht homosexuell und haben daher bei Ihrer Rückkehr nach Afghanistan nichts zu befürchten.“

„Sind Homosexuelle nicht eher gesellig?“

Weitere genannte Klischees: Der Jugendliche habe sich mit anderen gestritten. „Ein Aggressionspotenzial ist bei Ihnen also vorhanden, das bei einem Homosexuellen nicht zu erwarten wäre.“ Auch dass der junge Afghane nur wenige Freunde habe, ist aus Sicht des Beamten ein Indiz für seine Heterosexualität. „Sind Homosexuelle nicht eher gesellig?“, steht im negativen Asylbescheid. Dass der Mann gerne allein oder in kleineren Gruppen unterwegs ist, wird ihm auch negativ ausgelegt. „Auch das passt nicht zu einem angeblich Homosexuellen.“

Glaubwürdig sei auch nicht, dass der Afghane aussagte, er habe nicht homosexuelle Buben geküsst. „Hätten Sie das tatsächlich bei einem nicht homosexuellen Jungen gemacht, dann hätten Sie furchtbare Prügel bezogen.“

Der Bescheid aus der ersten Instanz ist nicht rechtskräftig, der junge Afghane hat Berufung eingelegt.

Asylwerber in Lehre: FPÖ über Van der Bellen verärgert

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen spricht sich dafür aus, Abschiebungen von Asylwerbenden während der Lehrzeit zu stoppen. Gestern besuchte er in Oberösterreich einen Betroffenen. Von der FPÖ gab es dafür heute Kritik und die Aufforderung, zur Überparteilichkeit zurückzukehren.

Wie die ZIB berichtete, besuchte Van der Bellen in der oberösterreichischen Gemeinde Neumarkt einen aus Afghanistan stammenden Lehrling, der wegen fehlender Fluchtgründe einen negativen Asylbescheid erhalten hatte. Der Besuch sei eine Botschaft an alle, betont er dabei, die Bundesregierung eingeschlossen. Es solle eine Lösung geben, damit die Lehre abgeschlossen werden könne, so der Wunsch des Bundespräsidenten.

Heute warf deshalb FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky Van der Bellen „ersatzgrüne Parteipolitik“ und politische Einseitigkeit vor. „Wenn der Herr Bundespräsident wieder grüne Politik vertreten haben will, dann soll er bitte für die Grünen antreten. Sein Amt als Bundespräsident möge er aber bitte überparteilich und ausgewogen ausüben“, so Vilimsky.

Kosten für Parlamentsumbau sollen doch im Rahmen sein

Der Umbau des Parlaments hat wegen angeblich aus dem Ruder laufender Kosten in den letzten Tagen Schlagzeilen gemacht. Außerdem gebe es Probleme mit Bausubstanz, Asbest und Erdbebensicherheit, berichtete die „Presse“. Auch von einem Rechtsstreit um Umplanungskosten war die Rede. Nun beruhigt die Sanierungsgesellschaft für das Parlamentsgebäude in einer Stellungnahme.

Derzeit gebe es keine Überschreitung des Gesamtkostenrahmens, denn man habe entsprechende Reserven eingeplant, hieß es in dem Papier, über das heute auch der „Kurier“ berichtete. Bei der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden komme es im Zuge von Abbruch- und Umbaumaßnahmen naturgemäß zu neuen Erkenntnissen, die auch bei größter Sorgfalt in der Ausschreibungs- bzw. Planungsphase so nicht vorhersehbar seien. So müssten etwa Maßnahmen zur geforderten Erdbebensicherheit aufgrund des vorgefundenen Bestandes adaptiert werden.

„Weder statische noch sonstige Planungsmängel“

Die per Gesetz fixierte Kostenobergrenze für das Projekt liegt bei 352,2 Millionen Euro. Wegen gestiegener Preise aufgrund der guten Baukonjunktur hatte es bereits im Frühjahr geheißen, dass man Vorhaben im Volumen von rund 15 Millionen Euro (zunächst war auch von 20 Millionen die Rede) streichen müsse, darunter ein Ausschusslokal unter dem historischen Sitzungssaal.

Die Klage des Generalplaners mit einem Volumen von rund 200.000 Euro wurde in der Stellungnahme der Parlamentsgebäudesanierungsgesellschaft (PGSG) bestätigt. Im Wesentlichen gehe es dabei um Pönalforderungen, welche bereits seit dem Jahr 2017 bestehen sollen. Derzeit fänden partnerschaftliche Gespräche statt, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Weitere Klagen gebe es nicht.

Zum Thema Stör- und Schadstoffe betonte die Gesellschaft, dass in der Planungsphase eine entsprechende Erkundung durchgeführt worden sei, und zwar unter Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen. Beim Umbau seien weitere Schadstoffe entdeckt worden, etwa asbesthaltiger Fliesenkleber. Die zusätzlichen Entsorgungskosten seien durch eingeplante Reserven gedeckt. „Die Planung für das Projekt wurde auf Basis aller rechtlichen und technischen Vorgaben durchgeführt“, wurde betont: „Es liegen weder statische noch sonstige Planungsmängel vor.“

Deutliche Kritik an Standortentwicklungsgesetz

Das von der Bundesregierung geplante Standortentwicklungsgesetz stößt bei Umweltschutzorganisationen und den Grünen auf Ablehnung. Auch die ÖVP-regierten Länder Vorarlberg und Tirol zeigen sich skeptisch.

Die jüngste Kritik kommt von der Tiroler Umweltanwaltschaft, die vor mehr Bürokratie und einer Verletzung internationalen Rechts warnt. So heißt es in der Stellungnahme: „Die vielen Rechtsunsicherheiten führen zu Nachteilen im internationalen Standortwettbewerb.“ Fazit: „Dieser ‚Versuch‘ (...) wird zudem auch den von der Bundesregierung in ihrem Arbeitsprogramm angeführten aktuellen Herausforderungen nicht gerecht.“

„Völlig retro“

Man sehe den Entwurf „vor allem aufgrund der verfassungs- und unionsrechtlichen Unvereinbarkeiten sehr kritisch“, hatte es zuvor vom Vorarlberger Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser (ÖVP) geheißen.

Auch die Grünen schießen sich auf den Entwurf von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) ein. In ihrer Stellungnahme schreiben sie, dass „der Gesetzesentwurf zur Gänze abgelehnt wird“. Die Standortpolitik der Bundesregierung sei „völlig retro“. Aus rechtsstaatlicher Sicht „ist das ein Supergau“, so der Grünen-Bundessprecher Werner Kogler gegenüber der APA. Sollte das Gesetz wie geplant kommen, werde man den Verfassungsgerichtshof (VfGH) anrufen, betonte Kogler.

„Angriff auf Umweltrecht“

Auch die Umweltschutzorganisation WWF kritisiert die Gesetzesvorlage scharf: „Die geplante Demontage des Umweltrechts würde kritische Großprojekte einseitig bevorzugen und im Endeffekt zu mehr Umweltzerstörung in Österreich führen. Viele Verbesserungen wären nicht mehr möglich.“ Im Übrigen sei das Gesetz mehrfach rechtswidrig, weswegen die „Jubelchöre“ der Wirtschaftsvertreter zum geplanten Gesetz unangebracht seien.

Für Greenpeace ist das geplante Gesetz „ein noch nie dagewesener Angriff auf das österreichische Umweltrecht“. Es schaffe „de facto Umweltverfahren für Großprojekte wie Schnellstraßen, Mülldeponien oder Industrieanlagen ab“.

Gudenus kündigt Gesetz gegen „politischen Islam“ an

Der geschäftsführende FPÖ-Klubobmann, Johann Gudenus, hat die Ausarbeitung eines Gesetzes gegen den „politischen Islam“ in den kommenden Monaten angekündigt.

In diesem Bereich gehörten „noch Lücken geschlossen“, so der FPÖ-Vizeparteichef im Sommerinteview mit der APA. Inhaltlich wollte er dazu noch nicht allzu viel verraten: „Es wird in nächster Zeit ein Gesetz entworfen und ausverhandelt, das ganz klar gegen den politischen Islam vorgeht. Weil hier noch Lücken offen sind, die geschlossen werden müssen.“ Dabei gehe es nicht etwa um die Finanzierung von Imamen durch das Ausland, die bereits im Islam-Gesetz geregelt ist.

Vielmehr solle damit der „politische Islam als Form der Politik, als Form der Hetze, als Form der Intoleranz, auch als Form des Missbrauchs der Religion“ eingedämmt werden, so der Klubchef. „Das ist im Regierungsprogramm klar verankert und da werden wir Freiheitlichen auch nicht locker lassen.“

Ausland

Schwarzes Meer: Britische Jets fingen russische Bomber ab

In Rumänien stationierte britische Jagdflugzeuge haben nach Angaben der Royal Air Force über dem Schwarzen Meer sechs russische Kampfflieger abgefangen. Die Maschinen vom Typ Eurofighter Typhoon seien am Montagmorgen vom südöstlichen Luftwaffenstützpunkt Mihail Kogalniceanu aufgestiegen - als Antwort auf die Präsenz der russischen Bombenflugzeuge in der Nähe des Luftraums der NATO-Militärallianz, hieß es in einer von der Nachrichtenagentur AFP heute eingesehenen Erklärung der Royal Air Force. Die russischen Maschinen hätten sich daraufhin in Richtung der Krim-Halbinsel entfernt.

Der Einsatz gehörte zur „Mission der Luftpolizei der NATO, gemäß derer die Royal Air Force handelt, um jegliche Aggression Russlands zu entmutigen und die rumänischen Freunde zu beruhigen“. Auf dem Luftwaffenstützpunkt sind vier britische Kampfflugzeuge des Typs Eurofighter Typhoon sowie hunderte US-Soldaten stationiert.

Mindestens 25 Tote bei Anschlag in Kabul

Bei einem Anschlag in Kabul sind heute mindestens 25 Menschen getötet worden. Weitere 35 Personen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Ein Selbstmordattentäter habe sich in einem Bildungszentrum in Westkabul in die Luft gesprengt, sagte Salim Almas von der Kriminalpolizei Kabul.

Erst vor drei Wochen waren in Kabul mindestens 23 Personen getötet und 107 Menschen verletzt worden, nachdem sich ein Selbstmordattentäter am Eingang des Flughafens in die Luft gesprengt hatte. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Seit Jänner gab es in der afghanischen Hauptstadt 16 Anschläge mit mehr als 240 Toten.

Iranischer Präsident hält Trump Tür für Gespräche offen

Der iranische Präsident Hassan Rouhani hält sich die Tür für Gespräche mit US-Amtskollege Donald Trump offen. Der US-Präsident müsse jedoch zunächst die „Kommunikationsbrücke“ zwischen den beiden Ländern, die durch das Wiener Atomabkommen von 2015 ermöglicht worden war, wieder aufbauen.

„Die Gespräche mit den USA liefen ja ganz gut (...), dann aber haben die Amerikaner diese Brücke selbst zerstört“, sagte Rouhani heute. Trump hatte gesagt, er wäre „jederzeit“ ohne Vorbedingungen zu einem Treffen mit der iranischen Führung bereit. Sein Außenminister Mike Pompeo relativierte das jedoch und schob Bedingungen nach.

Chamenei verbietet Gespräche

Laut Rouhani ist die Zuverlässigkeit der USA mit dem Ausstieg aus dem Atomabkommen und den neuen Sanktionen gegen den Iran infrage gestellt. Gespräche wären seiner Meinung nach nur sinnvoll, wenn die USA zum Abkommen zurückkehren und die Sanktionen aufheben würden.

Beobachter in Teheran hatten spekuliert, dass Rouhani und Trump - oder zumindest ihre Außenminister - sich am Rande der UNO-Vollversammlung kommenden Monat in New York treffen könnten. Das iranische Außenministerium hat die Möglichkeit eines solchen Treffens jedoch ausgeschlossen; der oberste geistliche Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, verbot es sogar. Aber eine klares Nein von Rouhani selbst hat es zu Trumps Angebot bis jetzt noch nicht gegeben.

Rettungsschiff „Aquarius“ in Valetta eingetroffen

Nach tagelanger Irrfahrt auf dem Mittelmeer ist das Rettungsschiff „Aquarius“ heute in Malta eingetroffen. Das Schiff der Hilfsorganisation SOS Mediterranee mit 141 Flüchtlingen an Bord kam am Nachmittag gegen 14.00 Uhr im Hafen der Hauptstadt Valetta an, wie ein AFP-Korrespondent an Ort und Stelle berichtete.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zeigte sich in einer Erklärung „erleichtert“, dass ein sicherer Ort für die 141 schutzbedürftigen Menschen gefunden wurde, die am Freitag auf dem Mittelmeer gerettet wurden.

Gestern hatten sich mehrere EU-Staaten zur Aufnahme eines Teils der Flüchtlinge bereiterklärt. Deutschland nimmt nach Angaben des deutschen Innenministeriums bis zu 50 Menschen auf.

Die Einigung von Deutschland und fünf weiteren EU-Staaten sieht vor, dass die „Aquarius“ zunächst in einen maltesischen Hafen einlaufen darf, danach sollen die 141 Flüchtlinge in die anderen EU-Mitgliedstaaten gebracht werden. Sie stammen überwiegend aus den afrikanischen Staaten Somalia und Eritrea, deren Bürger in der Regel gute Chancen auf Asyl haben.

Amnesty: Türkisches Gericht ordnet Freilassung von Kilic an

Der seit mehr als einem Jahr in der Türkei inhaftierte Amnesty-Ehrenvorsitzende, Taner Kilic, soll aus der Haft entlassen werden. Ein Gericht in Istanbul ordnete heute Kilics Freilassung aus der Untersuchungshaft im westtürkischen Izmir an, wie der Türkei-Experte von Amnesty International, Andrew Gardner, der dpa bestätigte.

Gegen Kilic und zehn weitere Menschenrechtsaktivisten läuft in Istanbul ein Verfahren wegen Terrorvorwürfen. Unter den Angeklagten sind auch der Deutsche Peter Steudtner und sein schwedischer Kollege Ali Gharavi.

Prozess wird am 7. November fortgesetzt

Zum Prozessauftakt am 25. Oktober letzten Jahres hatte das Gericht alle Angeklagten bis auf Kilic aus der U-Haft entlassen. Steudtner und Gharavi reisten daraufhin aus und nehmen nicht mehr an der Fortsetzung des Verfahrens teil.

Den insgesamt elf Menschenrechtsaktivisten werden „Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation“ beziehungsweise Terrorunterstützung vorgeworfen, worauf bis zu 15 Jahre Haft stehen. Der Prozess wird am 7. November fortgesetzt.

Muslimin gewann Vorwahl der US-Demokraten in Minnesota

Eine muslimische Politikerin somalischer Herkunft hat im US-Bundesstaat Minnesota eine Vorwahl der Demokraten für den Kongress gewonnen. Ilhan Omar hat damit gute Chancen, im November ins Repräsentantenhaus in Washington einzuziehen.

Die 36-Jährige gewann die parteiinterne Wahl gestern Abend (Ortszeit) mit 65 Prozent der Stimmen. Sie tritt am 6. November gegen die Republikanerin Jennifer Zielinski an - der Bezirk gilt aber als fest in den Händen der Demokraten.

Omar und die Demokratin Rashida Tlaib, die in der vergangenen Woche die Vorwahl ihrer Partei in einem Bezirk in Michigan gewann, könnten die ersten Musliminnen im US-Repräsentantenhaus werden. Tlaibs Einzug gilt als sicher: Sie hat bei ihrem Rennen keinen republikanischen Gegenkandidaten.

Vor Bürgerkrieg geflohen

Omar kam als Kind in die USA, nachdem ihre Familie vor dem Bürgerkrieg in der Heimat geflohen war. Sie ist derzeit Abgeordnete im Repräsentantenhaus von Minnesota. Tlaib ist eine Tochter palästinensischer Einwanderer. Die 42-Jährige saß im Abgeordnetenhaus von Michigan. Beide zählen zum linken Flügel der Demokraten.

Auch in anderen US-Staaten fanden gestern Vorwahlen statt. Besonderes Augenmerk lag dabei auf einem Rennen in Vermont. Dort bewarb sich ein 14-Jähriger um die Kandidatur der Demokraten für den Gouverneursposten. Die Wahl gewann allerdings Christine Hallquist, eine Transgender.

Deutsche Regierung beschloss drittes Geschlecht „divers“

Im deutschen Geburtenregister soll künftig der Eintrag einer dritten Geschlechtsoption möglich sein. Die Regierung beschloss heute einen Gesetzesentwurf, der neben „männlich“ und „weiblich“ auch den Eintrag „divers“ vorsieht.

Die Große Koalition aus Union und SPD setzt damit eine Entscheidung des deutschen Verfassungsgerichts aus dem Jahr 2017 um. Darin wurde die geltende Regelung als Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht und das Diskriminierungsverbot der Verfassung gewertet. Bis Ende 2018 muss die Gesetzesänderung nun umgesetzt sein.

VfGH-Spruch auch in Österreich

Auch in Österreich stellte der Verfassungsgerichtshof (VfGH) im Juni fest, Menschen, deren Geschlecht nicht eindeutig männlich oder weiblich ist, haben ein Recht auf eine entsprechende Eintragung im Personenstandsregister (ZRP) und in Urkunden. Das Personenstandsgesetz muss dafür nicht korrigiert werden. Das Höchstgericht gab aber zwingend vor, wie das Gesetz verfassungskonform auszulegen ist. Offen blieb, wie die alternativen Geschlechtsformen in Urkunden zu bezeichnen sind.

Sport

Fußball: Real im Supercup-Derby ohne Ronaldo gefordert

Heute Abend startet Champions-League-Sieger Real Madrid in eine neue Ära. Der UEFA-Supercup in Tallinn gegen den Europa-League-Gewinner und Stadtrivalen Atletico ist für die „Königlichen“ das erste Pflichtspiel seit dem Abgang von Superstar Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin. Auf der Real-Betreuerbank nimmt mit Julen Lopetegui erstmals der Nachfolger des zurückgetretenen Erfolgstrainers Zinedine Zidane Platz.

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Champions League: Salzburg schaut schon nach Belgrad

Mit dem 1:0-Sieg beim mazedonischen Meister Shkendija Tetovo hat Red Bull Salzburg am Dienstag das Play-off zur Champions League erreicht. Der wenig berauschende Auftritt in Skopje war rasch abgehakt, nun freut man sich bei den „Bullen“ auf die beiden entscheidenden Duelle mit Roter Stern Belgrad. „Wir wollen mehr“, gab Trainer Marco Rose schon einmal die Richtung vor.

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Wirtschaft

Immer mehr Frauen gründen Unternehmen

Seit dem Jahr 2008 steigt der Anteil von Frauen bei Unternehmensneugründungen. Im ersten Halbjahr 2018 lag er bereits bei 44,5 Prozent. Frauen zieht es vor allem in die Branchen Direktvertrieb und persönliche Dienstleistungen, wie aus den Zahlen der Wirtschaftskammer (WKÖ) hervorgeht.

In den letzten zehn Jahren stieg der Anteil der Gründerinnen um rund vier Prozent. Von insgesamt 13.415 neu gegründeten Einzelunternehmen im heurigen ersten Halbjahr wurden 5.965 von Frauen ins Leben gerufen. Männer zieht es dagegen vor allem in die Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT.

Die wichtigsten Gründe

Wesentlich öfter als Männer nannten die Gründerinnen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als ausschlaggebend für die Entscheidung zur Firmengründung (52 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer). Topmotiv der Gründerinnen war die flexible Gestaltung von Arbeits- und Lebenszeit. Dieses Motiv rangierte bei den Männern auf Platz zwei. Rund ein Drittel der Frauen wollte „ihre eigene Chefin sein“ (verglichen mit rund 73 Prozent der Männer).

Chronik

Weitere Klage gegen Ex-Filmmogul Weinstein

Eine britische Schauspielerin hat eine Klage gegen den früheren US-Filmmogul Harvey Weinstein wegen sexuellen Missbrauchs durchgesetzt. Ein Gericht in New York sah gestern (Ortszeit) in den Vorwürfen von Kadian Noble genügend Anhaltspunkte für Verstöße gegen US-Gesetze gegen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung.

Noble hatte angegeben, dass Weinstein sie 2014 in einem Hotelzimmer in Cannes zu einer gewerbsmäßigen sexuellen Handlung gezwungen habe. Er soll ihr zunächst eine Filmrolle versprochen haben. Anschließend habe er sie zu sexuellen Handlungen gezwungen.

Die Vorwürfe der britischen Schauspielerin reihen sich in eine ganze Serie, die Dutzende Frauen gegen den einst mächtigsten Filmproduzenten der USA wegen sexueller Übergriffe erhoben haben. Der 66-Jährige ist mittlerweile wegen sechs Sexualdelikten angeklagt, die er aber bestreitet. Bei einer Verurteilung droht ihm im schlimmsten Fall eine lebenslange Haftstrafe. Weinstein befindet sich derzeit gegen eine Kaution von einer Million Dollar (rund 880.000 Euro) auf freiem Fuß.

Bulgarien will mehr als 200 marode Brücken renovieren

Nach der Brückenkatastrophe von Genua will das Urlaubsland Bulgarien 211 marode Brücken renovieren. Diese 35 Jahre alten und noch älteren Brücken seien nie gründlich, einige von ihnen nicht einmal teilweise renoviert worden, erläuterte der Minister für regionale Entwicklung, Nikolaj Nankow, heute während einer Regierungssitzung in Sofia. Dabei handle es sich unter anderem um 34 Autobahnbrücken - davon seien 17 in einem „schlechten Zustand“, wie aus einem von der Regierung verbreiteten Mitteilung hervorgeht.

Regierungschef Boiko Borissow ordnete an, dass die zuständigen Minister einen Plan zur gleichzeitigen Renovierung aller maroden Brücken aus kommunistischer Zeit unterbreiten sollen. 2017 wurden in dem ärmsten EU-Land sieben Autobahnbrücken renoviert. In diesem Jahr sind Renovierungsarbeiten an fünf Autobahnbrücken in Gang. Katastrophen wie in Genua gab es in dem Balkan-Land bisher nicht.

GB: Pädophilenring mit 31 Verdächtigen

Die britische Polizei hat einen Pädophilenring ausgehoben, dessen Mitglieder über Jahre hinweg fünf Mädchen missbraucht haben sollen. Den 31 Verdächtigen werden unter anderem Vergewaltigung und Menschenhandel zur Last gelegt, wie die Polizei in West Yorkshire am Mittwoch mitteilte.

Die Verbrechen sollen sich von 2005 bis 2012 zugetragen haben. Die Opfer seien damals zwischen zwölf und 18 Jahre alt gewesen und hätten im Raum Huddersfield gelebt. Die 30 Männer und eine Frau sollen am 5. und 6. September vor Gericht erscheinen.

Zweijähriger überlebte in Japan drei Tage im Wald

Ein zweijähriger Bub ist in einem Wald in Japan verschwunden - und nach drei Tagen bei brütender Hitze wohlbehalten wiedergefunden worden. Der kleine Yoshiki Fujimoto war Sonntagfrüh nach einem Spaziergang mit seinem Bruder und seinem Großvater in der südwestlichen Region Yamaguchi verschwunden.

Die Suche nach ihm machte landesweit Schlagzeilen. Polizisten und freiwillige Helfer suchten mit Hilfe von Spürhunden, Drohnen und Hubschraubern nach dem Kleinkind.

Auf Stein gesessen

Heute stieß einer der Freiwilligen auf Yoshiki. Er habe den Namen des Buben gerufen und dieser habe „Ja, hier“ geantwortet, sagte der 78-jährige Haruo Obata einem lokalen Fernsehsender. Der Kleine habe auf einem Stein gesessen, seine nackten Füße hätten in einer kleinen Lacke gesteckt.

Nach Angaben eines Behördenvertreters wurde der Bub in ein Krankenhaus eingeliefert. „Er hat keine größeren Verletzungen, nur ein paar Kratzer und er ist leicht dehydriert“, sagte Hiroyuki Nishihara von dem Krankenhaus.

Geburtstag allein im Wald verbracht

Yoshiki überlebte die drei Tage unter äußerst schwierigen Bedingungen: In der Region herrschten in den vergangenen Tagen Temperaturen von bis zu 34 Grad Celsius. Außerdem gibt es in dem Waldgebiet verschiedene Gewässer. Yoshiki musste sogar seinen Geburtstag alleine im Wald verbringen: Er wurde am Montag zwei Jahre alt.

Von Großvater allein heimgeschickt

Medienberichten zufolge hatte sich Yoshiki verlaufen, nachdem ihn sein Großvater alleine nach Hause geschickt hatte: Der Bub habe nicht mehr spazieren gehen wollen und geweint. Rund hundert Meter seien es bis zu seinem Zuhause gewesen, wo die Mutter wartete.

Yoshiki wurde schließlich nur einige hundert Meter von seinem Wohnhaus entfernt aufgefunden. Seine Mutter weinte Freudentränen. „Ich konnte ihn einfach nur fest in den Arm nehmen“, sagte Mio Fujimoto schluchzend im Lokalfernsehen. „Ich bin so froh, dass mein Sohn heil zurückgekommen ist. Er schläft jetzt tief und fest, er schien erleichtert, aber müde zu sein.“

22 Kinder bei Bootsunglück im Sudan gestorben

Bei einem Bootsunglück im Sudan sind einem Bericht zufolge 22 Kinder ums Leben gekommen. Die Kinder seien heute Früh auf dem Nil zur Schule gefahren, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur SUNA. Auch eine Frau sei bei dem Unglück etwa 750 Kilometer nördlich der Hauptstadt Khartum gestorben.

Die Leichen wurden dem Bericht zufolge noch nicht geborgen. Unklar war der Zustand der Überlebenden. Insgesamt waren mehr als 40 Kinder aus der Region Kneissa an Bord des Bootes.

SUNA berichtete, der Motor habe wegen der starken Strömung nicht mehr funktioniert. Ein Zeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Boot habe den Nil von Norden nach Süden „gegen den Strom“ überquert. „Alle Familien in Kneissa trauern“, sagte der Zeuge, der anonym bleiben wollte. Die Bewohner der Region nutzen für gewöhnlich Holzboote, um den Nil zu überqueren.

IT

Twitter sperrt US-Verschwörungstheoretiker vorübergehend

Als letzte große Social-Media-Plattform hat nun auch Twitter dem US-Verschwörungstheoretiker Alex Jones das Konto gesperrt - zumindest vorübergehend.

Weil er gegen die Richtlinien des Kurznachrichtendienst verstoßen habe, dürfe Jones auf seinem persönlichen Konto sieben Tage lang keine Inhalte veröffentlichen oder weiterverbreiten, berichtete die „New York Times“.

Jones hat bei Twitter etwa 890.000 Follower. Der rechtspopulistische Journalist hatte ein Video verlinkt und Unterstützer dazu aufgerufen, ihre „Gewehre für die Schlacht“ („battle rifles“) unter anderem gegen Medien bereitzuhalten. Der Twitter-Auftritt von Jones umstrittener Website Infowars ist nicht betroffen.

Abstruse Theorien

Zuletzt hatten alle wichtigen Onlineplattformen Jones umstrittene Botschaften ganz oder teilweise aus ihrem Angebot genommen. Nachdem Apple und Spotify den Infowars-Podcast löschten, entfernte auch Facebook vier seiner Seiten. „Apple duldet keine Hassrede“, hieß es bei dem US-Konzern. Facebook nannte die Verherrlichung von Gewalt als einen Grund. Auch der Alex-Jones-Channel auf YouTube mit mehr als 2,4 Millionen Abonnenten ist nicht mehr abrufbar.

Der Journalist aus Texas hatte in der Vergangenheit unter anderem verbreitet, dass die US-Regierung an den Anschlägen am 11. September 2001 in New York beteiligt gewesen sei. Auch behauptete er, dass der Amoklauf an der Sandy Hook High School von Schauspielern inszeniert worden oder dass der Klimawandel ein Mythos sei.

Kultur

Science

Religion

Aufregung um „radikale Aussagen“ in Wiener Moschee

In einer Wiener Moschee sollen Prediger die Terrormiliz Islamischen Staat (IS) verherrlichen, den Kontakt zu Ungläubigen verbieten und „radikale Muslime und Mörder“ glorifizieren. Das legt ein der FPÖ zugespielter Videozusammenschnitt nahe.

Die „Kronen Zeitung“ hat das Video veröffentlicht. Einer der Prediger wehrt sich nun und spricht von bewusster Sinnverdrehung und aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) will prüfen und fordert auch in den eigenen Reihen „keine Toleranz gegenüber Radikalismus“.

Mehr dazu in religion.ORF.at