COV Inland

Die Coronavirus-Ampel ist de facto außer Betrieb. Denn die für sie zuständige Kommission hat sich heute entschieden, bis zur Vorlage eines neuen Bewertungsrasters die regionale Risikobewertung vorerst auszusetzen. Damit bleibt ganz Österreich rot, obwohl mittlerweile elf Regionen, darunter Wien, die alten Kriterien für Orange erfüllen würden.

Es sei nötig, die verwendeten Schwellenwerte im Einklang mit internationalen Entwicklungen zu adaptieren, heißt es seitens der Kommission. Auch aufgrund der hohen Infektionszahlen sowie der Sorge über eine Verbreitung von mutierten SARS-CoV-2-Viren verzichtet man bis zu einem neuen Schema auf die regionale Bewertung, die eigentlich Basis des gesamten Ampelsystems ist.

Explizit stellt die Kommission immerhin fest, dass die Bezirke Oberwart, Hollabrunn, Horn, Korneuburg, Krems, St. Pölten-Land, Urfahr Umgebung, Steyr, Innsbruck sowie die Region Großes Walsertal und das Bundesland Wien unter Berücksichtigung des Manuals der Coronavirus-Kommission die vorgesehenen Kriterien für hohes Risiko (orange) erfüllen würden.

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) sieht das Gesundheitsministerium bezüglich einer Umsetzungsverordnung zur Impfung durch die niedergelassenen Ärzte in Verzug: Die fehlende Verordnung lähme das Impfmanagement, hieß es heute. „Wir Ärztinnen und Ärzte sind bereit, die Bevölkerung zu impfen. Aber wir werden bei vielen Fragen in Bezug auf die praktische Durchführung der Coronavirus-Impfung nach wie vor im Dunkeln gelassen“, sagte ÖÄK-Vizepräsident Johannes Steinhart.

Der Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte kritisierte „mangelhaftes Management im Gesundheitsministerium“. Bis heute fehle die Umsetzungsverordnung, die regelt, unter welchen Voraussetzungen welcher Arzt impfen kann: „Der Gesundheitsminister nimmt die ihm noch verbleibenden Bundeskompetenzen im Impfmanagement nicht wahr, das führt zu viel Chaos und Ratlosigkeit“, so Steinhart.

Appell an Ministerium: „Bundeskompetenzen wahrnehmen“

ÖÄK und Landesärztekammern würden mit Fragen aus der impfwilligen Ärzteschaft überhäuft, die nicht beantwortbar seien, weil die Bestimmungen durch das Ministerium fehlen würden. „Wir haben jetzt diese große Chance, durch ein strukturiertes Impfen die Pandemie schnell in den Griff zu bekommen – aber es scheitert am fehlenden Management im Gesundheitsressort“, sagte Steinhart. Er appellierte an das Gesundheitsministerium: „Bitte nehmen Sie Ihre Bundeskompetenzen endlich wahr.“

In dieser Woche sind laut Zahlen des Bildungsministeriums österreichweit rund 25 Prozent der Kinder im Pflichtschulalter für mindestens einen Tag zur Betreuung an den Schulen angemeldet. Das ist ein starker Zuwachs von rund zehn Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche.

An den Volksschulen beträgt die Quote sogar 39 Prozent (Vorwoche: 22 Prozent), an den Mittelschulen sind es 14 Prozent (Vorwoche: acht Prozent) und an den AHS-Unterstufen vier Prozent (Vorwoche: drei).

Zahlen schwanken

Gezählt werden dafür jeweils jene Kinder, die sich in dieser Woche für mindestens einen Tag angemeldet haben – unabhängig davon, wie oft sie in der Schule sind. Diese Zahlen sind aber nur ein Durchschnittswert. Standorte mit fast leeren Klassen stehen dabei Schulen gegenüber, an denen sehr viele Kinder betreut werden. Sogar innerhalb mancher Schulen unterscheiden sich die Werte je nach Klasse stark.

Im Bildungsministerium will man nun einzelne Schulen näher ansehen lassen: „Standorte, die eine sehr hohe Prozentzahl von Kindern besuchen, schauen sich die Bildungsdirektionen näher an und führen Gespräche mit den Schulleitungen“, hieß es. „Die Schulen stehen zur Betreuung und Lernunterstützung offen. Die Betreuung sollen aber nur jene in Anspruch nehmen, die diese auch benötigen.“

Die Coronavirus-Lage in den Wiener Spitälern hat sich seit dem Höhepunkt im November deutlich entspannt. Es werden nun wieder Covid-19-Betten für andere Patientinnen und Patienten freigegeben, teilte der Gesundheitsverbund mit.

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Sollten die aktuellen mRNA-Impfstoffe nicht gegen neu auftretende SARS-CoV-2-Mutationen wirken, können sie in zwei Tagen daran angepasst werden, sagte der Wiener Mediziner Herwig Kollaritsch. Auch ein neues Zulassungsverfahren wäre nicht notwendig, sondern nur eine Änderung der bestehenden Zulassung.

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Offene Fragen zu AstraZeneca-Impfstoff

Zum Vektorimpfstoff von AstraZeneca gibt es indes noch offene Fragen, was die Dosierung betrifft. Bisher veröffentlichte Daten lieferten ein überraschendes Bild: Eine geringere Impfstoffdosis scheint einen größeren Schutz vor einer Erkrankung zu bieten – was allerdings bisher nur für Menschen bis 55 Jahre nachgewiesen wurde.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 116 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Damit fiel der Wert im Vergleich zum Vortag erneut leicht. Am höchsten ist die Zahl in Salzburg (219) und Kärnten (153), am niedrigsten in Wien (97), der Steiermark (97) und Tirol (97).

Ministerien melden 1.702 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 1.702 neu registrierte Coronavirus-Fälle (Stand: heute, 9.30 Uhr) innerhalb der letzten 24 Stunden. Landesweit starben bisher 7.288 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 1.946 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 340 auf Intensivstationen.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

EU

Die EU-Staats- und -Regierungschefs haben heute Abend eine Videokonferenz über den weiteren Kurs in der Coronavirus-Pandemie begonnen. EU-Ratspräsident Charles Michel eröffnete das Treffen, wie dessen Sprecher auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Im Zentrum steht die Eindämmung neuer Varianten des Coronavirus, die sich schneller verbreiten als der ursprüngliche Erreger.

Darüber hinaus ziehen die Staats- und Regierungschefs eine Zwischenbilanz der seit Ende Dezember laufenden Impfkampagnen. Dabei sollen Möglichkeiten ausgelotet werden, die Produktion der Wirkstoffe zu erhöhen, um schneller größere Teile der Bevölkerung zu impfen. Kontrovers diskutiert wurde daneben im Vorfeld ein Vorschlag Griechenlands, über gemeinsame Impfzertifikate Urlaubsreisen zu ermöglichen.

Österreich unterstützt nach Worten von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) alle EU-Ideen für klarere Reiseregeln, um die Verbreitung neuer Coronavirus-Mutationen zu verhindern. „Es muss alles getan werden, um zu verhindern, dass wir weitere Mutationen wie zum Beispiel aus Brasilien nach Europa einschleppen“, sagte Kurz vor Beginn des EU-Videogipfels.

COV Ausland

In den Niederlanden gilt ab Samstag erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine nächtliche Ausgangssperre: Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte heute für die Maßnahme von 21.00 bis 4.30 Uhr, die mindestens bis zum 9. Februar gelten soll.

Zwar sind die Infektionszahlen seit drei Wochen rückläufig. Gesundheitsexperten fürchten jedoch die neuen, ansteckenderen Virusvarianten.

Wegen der sich zuspitzenden Coronavirus-Lage werden in Portugal alle Kindertagesheime, Schulen und Universitäten geschlossen. Die Maßnahme werde ab morgen und für die nächsten zwei Wochen gelten, sagte Ministerpräsident Antonio Costa heute in Lissabon. Costa begründete die Schließung mit dem starken Anstieg der Ansteckungen im Zusammenhang mit der Virusmutation B.1.1.7. Nach amtlichen Angaben macht diese derzeit 13 Prozent der Neuinfektionen aus.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas war Portugal lange Zeit relativ glimpflich durch die Pandemie gekommen. Seit dem Herbst wird die Lage aber zunehmend schlechter. Die Zahlen Portugals seien „besonders dramatisch“, hatte Costa zuvor gesagt. Das 10,3 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen zählende Land hatte gestern mit 14.647 neu registrierten Fällen einen neuen Höchstwert an Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Heute wurden in Portugal 13.544 Neuinfektionen gemeldet.

Was die Schulschließungen betrifft, wird es laut Costa die nächsten 15 Tage auch kein Onlinelernen geben. Der ausgefallene Präsenzunterricht solle in kommenden Ferien nachgeholt werden. Einige Schulen würden aber zur Betreuung der Kinder von Arbeitnehmern wesentlicher Sektoren geöffnet bleiben.

„Epidemiologisch ist Europa ein Gebiet“, so hat es die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kürzlich auf den Punkt gebracht. Auch eine Gruppe europäischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordert im Fachblatt „The Lancet“ dringend einen übergreifenden Eindämmungsplan für den Kontinent, vor allem angesichts der in den meisten Ländern unklaren Verbreitung der ansteckenderen neuen SARS-CoV-2-Varianten. Man müsse die drohenden Entwicklungen ernster nehmen.

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Als erstes EU-Land hat Ungarn heute grundsätzlich grünes Licht für den russischen Coronavirus-Impfstoff Sputnik V gegeben. Das sagte der Kabinettschef von Ministerpräsident Viktor Orban, Gergely Gulyas, heute. Die Vorschriften der in Amsterdam ansässigen EMA sehen vor, dass nationale Behörden in Dringlichkeitssituationen Impfstoffe freigeben können.

Ungarische Ärzte hätten sich seit Wochen in Moskau aufgehalten, um sich dort über das Vakzin Sputnik V zu informieren, sagte Gulyas. Bevor das russische Vakzin in Ungarn verimpft werden kann, bedarf es noch einer offiziellen Genehmigung. Daher steht der Beginn der Impfkampagne mit diesem Produkt noch nicht fest.

Im tschechischen Abgeordnetenhaus ist es heute bei einer Debatte zur Verlängerung des Coronavirus-Notstands zu einer Rauferei zwischen mehreren Parlamentariern gekommen. Der Vorfall begann, als der Vorsitzende Vizechef der Parlamentskammer Tomas Hanzel von den Sozialdemokraten (CSSD) dem unabhängigen Parlamentarier Lubomir Volny das Mikrofon wegen dessen Schimpftiraden an seine Adresse ausschaltete.

Volny kam daraufhin zum Vorsitzpult, um in das Mikrofon des Vorsitzenden zu reden. „Als gewählter Vertreter des Volkes habe ich das Recht aufzutreten. Lassen Sie mich auftreten“, forderte Volny. Hanzel wollte ihm das aber nicht erlauben. Danach kam es zu der Rauferei, wobei mehrere CSSD-Abgeordnete ihrem Parteikollegen Hanzel zu Hilfe kamen. Nach einem kurzen Handgemenge verließ Volny den Saal, und die Sitzung des Parlaments wurde für 15 Minuten unterbrochen.

Ausland

Rund 4,9 Millionen Bürger von EU-Mitgliedsstaaten und anderer europäischer Ländern haben sich für ein Bleiberecht in Großbritannien beworben. Das teilte das britische Innenministerium heute in London mit. Knapp 4,4 Millionen der Anträge seien positiv entschieden worden. Rund 34.000 wurden abgelehnt.

Die meisten Anträge kamen bis September von Polen (773.840), Rumänen (670.600), Italienern (401.800), Portugiesen (306.350) und Spaniern (246.600). Daten zu Österreichern lagen nicht vor.

Seit dem endgültigen EU-Austritt Großbritanniens aus dem europäischen Binnenmarkt zum Jahreswechsel ist die Personenfreizügigkeit zwischen der Insel und dem Kontinent abgeschafft. Bürger aus der EU, dem Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz, die sich bereits vor dem 31. Dezember 2020 in Großbritannien niedergelassen haben, können ihren Antrag noch bis zum 30. Juni einreichen. Ihnen sollen laut Austrittsabkommen die gleichen Rechte wie bisher zustehen.

Der gestern als US-Präsident angelobte Demokrat Joe Biden wird nach Informationen aus Polizeikreisen den Direktor der Bundespolizei FBI, Christopher Wray, auf seinem Posten lassen. Zuerst berichtete CNBC von der Personalie.

FBI-Direktor Christopher Wray
Reuters/Jim Watson

Bidens Vorgänger Donald Trump ernannte Wray 2017, kritisierte ihn jedoch später scharf. Im September erklärte Wray vor Abgeordneten, ihm seien keine Belege für einen koordinierten landesweiten Versuch des Wahlbetrugs bekannt. Damit widersprach er Trump. US-Medien spekulieren seit Wochen über Wrays Verbleib im Amt.

Der multilaterale Vertrag zum Verbot von Atomwaffen (Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons) tritt morgen in Kraft. Er verbietet den Einsatz, die Entwicklung, Produktion und Lagerung von Atomwaffen sowie die Drohung mit deren Einsatz. Der Vertrag war im Juli 2017 von der UNO-Vollversammlung mit den Stimmen von 122 Staaten verabschiedet worden.

Mehr als 80 Länder sind ihm seither beigetreten. Nachdem ihn im Oktober 50 Staaten auch ratifiziert hatten, kann er 90 Tage später in Kraft treten.

Von keiner Atommacht unterzeichnet

Der Vertrag zum Verbot von Atomwaffen, der von keiner Atommacht unterzeichnet wurde, zielt auf eine von Atomwaffen freie Welt ab. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Atomwaffensperrvertrag von 1968 (Non Proliferation Treaty), der das Verbot der Verbreitung von Atomwaffen zum Ziel hat und von den damaligen Atommächten initiiert wurde. Die NATO-Staaten erklärten im Dezember, dass sie den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen ablehnen. Solange es Atomwaffen gebe, werde die NATO ein Atombündnis bleiben, erklärte die Allianz

Neben der Verordnung zum Schutz der Privatsphäre (E-Privacy) steht noch ein zweiter, schwerer Brocken im Digitalbereich auf der Agenda der portugiesischen Ratspräsidentschaft.

Die stecken gebliebene Richtlinie zum grenzüberschreitenden Datenzugriff für Strafverfolger (E-Evidence) soll demnächst in Trilog-Verhandlungen mit dem EU-Parlament finalisiert werden.

Die Abgeordneten hatten den Entwurf von Kommission und Rat im Dezember abgelehnt. Sie bestehen darauf, dass bei grenzüberschreitenden Überwachungsanordnungen die lokalen Justizbehörden über deren Rechtmäßigkeit entscheiden. Kommission und Rat wollten diese Überprüfung – und damit die Haftung – direkt den betroffenen Providern, Telekoms und Netzplattformen zuschieben.

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Inland

Jetzt ist es fix: In Oberösterreichs Schulen werden die Semesterzeugniss erst am Beginn des neuen Semesters ausgegeben. Hintergrund der Verlegung: Die Zeugnisse müssen persönlich ausgegeben werden, im aktuellen Semester müssten daher alle Schülerinnen und Schüler am letzten Schultag extra in die Klassen kommen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Keine normale Zeugnisübergabe in Kärnten

Knapp zwei Wochen sind es noch bis zu den Semesterferien in Kärnten. Eine traditionelle Zeugnisübergabe wird es nicht geben. Die Schulnachrichten sollen erst nach den Semesterferien an den ersten beiden Schultagen des neuen Semesters ausgeteilt werden.

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Kathrin Glock hat in einem Brief an Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) die Art ihrer Abberufung als Aufsichtsrätin der Flugsicherung Austro Control (ACG) beanstandet.

Dass Gewessler diesen Schritt mit der „Geringschätzung gegenüber einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss“ begründet hatte, bezeichnete die Ehefrau des Waffenproduzenten Gaston Glock als „höchst befremdlich“.

Insbesondere weil zum Zeitpunkt der Presseaussendung am Tag nach ihrer Befragung im U-Ausschuss noch nicht einmal ein inoffizielles Protokoll vorlag, argumentierte Glock in dem der APA vorliegenden Schreiben: „Sie haben Ihre Entscheidung offenbar alleine auf Basis der laufenden Kurzzusammenfassungen aus den Medien getroffen oder Zurufe von Abgeordneten ungeprüft und reflexionslos Ihrer Entscheidung zugrunde gelegt.“

Glock vermutet „lange geplante“ Abberufung

Zudem würde „keine einzige ihrer Aussagen“ in dem nunmehr vorliegenden Protokoll den Vorwurf Gewesslers bestätigen. Auch der offiziellen Kommunikation mit der Parlamentsdirektion in Zusammenhang mit ihrer Befragung seien derartige Vorwürfe nicht zu entnehmen. Glock vermutet, dass ihre Abberufung „geleitet von politischen Motiven“ bereits lange geplant gewesen sei und Gewessler nur nach einem Grund gesucht habe, wie sie der Verkehrsministerin schrieb.

Glock forderte daher von der Ministerin eine „konkrete Darlegung, aufgrund welcher Fakten“ Gewessler diesen „unhaltbaren Vorwurf“ erhebe. Dabei gehe es ihr „einzig“ um Aufklärung ihres Abberufungsgrundes als Aufsichtsrätin der ACG, schreibt Glock.

Denn eine Rückkehr als Aufsichtsrätin sei für sie ausgeschlossen, wie Glock in dem Brief betont. Das würden ihre „zeitlichen Ressourcen“ durch die Übernahme des Vorsitzes im Aufsichtsrat der Glock GmbH mit Jänner „nicht mehr zulassen“. Daher habe sie bereits vor der Abberufung ihr Mandat zurückgelegt, wie Glock abermals festhielt.

Die SPÖ hat heute einen Plan für den Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit gefordert und erneut eine Anhebung des Arbeitslosengelds urgiert. Im Kampf gegen die Rekordarbeitslosigkeit dieses Winters fehle ein Konzept der Bundesregierung, stattdessen gebe es nur Flickwerk bei den Hilfen für die Unternehmen, kritisierte SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner bei einer Pressekonferenz in Wien.

Österreich sei wirtschaftlich in einer schwierigeren Situation als andere europäische Länder, etwa Deutschland. Den Grund dafür sieht die SPÖ-Chefin im wirtschaftspolitischen Versagen der Bundesregierung: „Die Bundesregierung hat in den letzten elf Monaten auf eine Mischung zwischen Inszenierung und Prinzip Hoffnung gesetzt, die Politik war mehr Ankündigung und Überschrift, mehr Augen zu und durch. Nur so kann man die größte Krise nicht lösen.“

Rendi-Wagner für Erhöhung des Arbeitslosengeldes

Der Lockdown sei sinnvoll und notwendig, aber jeder Tag im Lockdown verschärfe die wirtschaftliche Lage weiter. Sie forderte erneut eine Anhebung des Arbeitslosengelds von derzeit 55 Prozent auf 70 Prozent des letzten Einkommens. Das mache nicht nur aus sozialen Gründen für die betroffenen Arbeitslosen und ihre Familien Sinn, sondern das Geld werde direkt ausgegeben. Der stärkere Inlandskonsum könne dann mithelfen, die Wirtschaft wieder aufzurichten.

Weiters forderte sie mehr Unterstützung für Arbeitslose, die sich umschulen lassen, zum Beispiel in Pflegeberufe. Österreich habe über eine halbe Million Arbeitslose, und in den nächsten Jahren fehlten Tausende Pflegekräfte. „Wir müssten jedem Arbeitslosen, der Interesse am Pflegeberuf hat, den roten Teppich ausrollen.“ Die Ausbildung müsste kostenlos sein, gekoppelt mit einer finanziellen Existenzsicherung.

Auf eine nachhaltige Homeoffice-Regelung heißt es in Österreich weiter warten. Obwohl sich die Sozialpartner schon vor Weihnachten grundsätzlich geeinigt haben, gibt es auch heute nach einer Gesprächsrunde auf Ebene der Fachleute keine Lösung.

Die Chefin der Gewerkschaft GPA, Barbara Teiber, wirft dem Finanzministerium eine Blockadehaltung vor: „Der Finanzminister muss endlich ins Tun kommen“, sagte sie zur APA. Das endgültige Modell hänge an steuerlichen Detailfragen. „Klar ist, dass den Arbeitnehmern im Homeoffice gewisse Kosten ein Stück weit abgegolten werden müssen. Es muss Werbungskosten (zum Absetzen, Anm.) geben.“

Detailfragen verhindern Gesamtpaket

Etwa sei ein Arbeitszimmer komplett absetzbar. „Aber wie viele Menschen in dieser Republik haben schon ein eigenes Arbeitszimmer zu Hause?“, fragt die Arbeitnehmervertreterin. „Zum Beispiel müssen die Kosten für einen ergometrischen Stuhl absetzbar sein. Aber da will das Finanzministerium irgendwelche Begrenzungen einziehen. Das ist nicht nachvollziehbar“, so Teiber.

Das Gesamtpaket dürfe nicht durch solcherlei Detailfragen blockiert werden, sagte sie in Richtung von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP). „Er soll (gegenüber den zuständigen Experten im Ministerium, Anm.) ein Machtwort sprechen.“ „An uns Sozialpartnern scheitert es nicht“, betonte die Gewerkschafterin. Auch der neue ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher stehe hinter der Einigung, die noch mit seiner Vorgängerin Christine Aschbacher (ÖVP) getroffen worden war.

Auf Nachfrage im Blümel-Büro wollte man sich gegenüber der APA zum Vorwurf des Bremsens nicht äußern. „Ich bin zuversichtlich, dass wir demnächst zu einer guten Lösung kommen werden“, teilte Arbeitsminister Kocher mit.

Sozialpartner und IV einig

Die Einigung zwischen den Sozialpartnern und der Industriellenvereinigung (IV) sieht unter anderem vor, dass eine schriftliche Vereinbarung für ein freiwilliges Homeoffice zwingend ist. Auch ein Rücktrittsrecht ist vorgesehen. Die Arbeitsmittel müssten entweder vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden, oder es gibt einen Kostenersatz.

Kurz hatte es so ausgeschaut, als würde das Modell noch vor Weihnachten fixiert. „Aber jetzt haben wir den 21. Jänner“, so Teiber. Eine weitere Gesprächsrunde auf Expertenebene ist für kommende Woche angesetzt.

Wirtschaft

Die Wintersaison fällt im Tourismus aus, in den Regionen konzentrieren sich die Verantwortlichen jetzt auf einen Neustart nach Ende des Lockdowns. Eine Anwendung für Mobiltelefone soll für ein sicheres Urlaubsgefühl bei Gästen und Betrieben sorgen.

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In Maishofen (Salzburg) wurde heute die erste Viehversteigerung dieses Jahres abgehalten – unter strengen Sicherheitsauflagen. Mehr als 300 Zuchttiere kamen zur Versteigerung – für die Landwirte und Landwirtinnen ist das eine bedeutende Veranstaltung. Im vergangenen Jahr mussten einige Versteigerungen pandemiebedingt abgesagt werden.

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Die SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek hat sich im Gleichbehandlungsausschuss für eine verpflichtende Frauenquote in Vorständen in Österreich ausgesprochen. Die bereits seit 2018 geltende Quote von 30 Prozent für Aufsichtsräte zeige Wirkung.

Sie plädiert auch für eine Quote in mindestens dieser Höhe für Vorstände von staatsnahen und börsennotierten Unternehmen sowie in Gesellschaften mit mehr als 1.000 Beschäftigten.

Sanktionen bei Nichterfüllung

Die Quote solle bis 2024 gelten, bei Nichterfüllung solle es Sanktionen geben. Heinisch-Hosek fordere die Regierung in einem Entschließungsantrag auf, eine entsprechende Regierungsvorlage auf den Weg zu bringen, heißt es in der Parlamentskorrespondenz von heute.

Laut einer Studie der Beratungsfirma EY waren zu Beginn des Jahres 2021 nur 15 von 190 Vorstandsmitgliedern in heimischen börsennotierten Firmen weiblich. In den Aufsichtsräten lag der Frauenanteil bei 27,8 Prozent.

Durch Zulieferungen an E-Autohersteller und Ausrüster für die Stromtankstellen eröffnen sich Österreich große Job- und Wertschöpfungspotenziale. Die Zahl der Stellen und die Wertschöpfung könnten bis 2030 um jeweils rund ein Fünftel zulegen, geht aus einer heute präsentierten Studie hervor.

Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) bezeichnete den Ladeinfrastruktur-Ausbau als zentral und kündigte dazu demnächst einen Entwurf für ein „Right to plug“ an.

E-Ladestationen in Mehrparteienhäusern

An dem „Right to plug“-Entwurf arbeitet Gewessler gemeinsam mit Justizministerin Alma Zadic (Grüne). Diese schon im Sommer angekündigte Initiative soll den Einbau von E-Ladestationen in Mehrparteienhäusern mit Eigentumswohnungen erleichtern.

Einen weiteren Schritt werde man sich sicher auch für den Bereich der Mietenden überlegen müssen, so Gewessler. Über 40 Prozent der fast vier Mio. Hauptwohnsitze in Österreich sind gemietet, in Wien liegt die Mietquote bei mehr als drei Viertel – viele Wohnbauträger sind aber nicht bereit, in ihren Bestandsbauten E-Lade-Nachrüstungen vorzunehmen.

7.300 zusätzliche Arbeitsplätze möglich

Die Zahl der Stellen in den mit der Autoherstellung befassten Bereichen könnte indes bis 2030 von derzeit 34.400 auf etwa 42.000 steigen – also um rund 7.300 Arbeitsplätze, ergab die nun präsentierte Studie. Für die heimische Wertschöpfung geht man von einer Steigerung des jährlichen Volumens um 645 Mio. auf vier Mrd. Euro aus.

E-Autos: Gewessler erfreut über steigende Zulassungen

Erfreut zeigte sich Gewessler über den zuletzt starken Anstieg der Elektroautoquote bei den Neuzulassungen. Im November war erstmals die Marke von zehn Prozent geknackt worden, im Dezember waren es bereits 14 Prozent. Dass dabei der Anteil von Firmenwagen an den neuen E-Autos bei über 80 Prozent lag, sei nicht überraschend, so die Ministerin. Denn der Firmenanteil bei Neuwagen betrage generell mehr als 60 Prozent.

Sport

Vincent Kriechmayr hat sich heute im Abschlusstraining auf der Kitzbüheler Streif die Favoritenrolle für die Abfahrten morgen und am Samstag (jeweils 11.30 Uhr, live in ORF1 und im Livestream) gesichert. Der Oberösterreicher erzielte im zweiten Übungslauf klare Bestzeit und führt damit die Liste der Siegesanwärter an. Auch Max Franz schob sich mit Platz drei ins Blickfeld.

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Janine Flock hat mit der ältesten Kunsteisbahn der Welt in Königssee, wo der Skeleton-Weltcup morgen (10.00 Uhr, live in ORF Sport +) weitergeht, noch eine Rechnung offen. „Königssee ist seit Jahren eine spezielle Herausforderung für mich, mit regelmäßigen Stürzen in der Kreiselausfahrt“, sagte die Weltcup-Leaderin.

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Die Hoffnung der Fans von Real Madrid auf den 20. Titel in der Copa del Rey und den ersten Pokaltriumph seit 2014 haben sich gestern Abend vorzeitig in Luft aufgelöst. Das Starensemble aus der spanischen Hauptstadt musste sich am Mittwoch trotz Überzahl beim Drittligisten CD Alcoyano mit 1:2 in der Verlängerung geschlagen geben. Trainer Zinedine Zidane wollte jedoch von einer Blamage nichts wissen. Ganz im Gegenteil: Der Franzose redete sich den Tiefschlag schön.

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Chronik

In der Nähe der Talaud-Inseln zwischen Indonesien und den Philippinen hat es heute ein schweres Erdbeben gegeben. Nach Angaben der indonesischen Agentur für Meteorologie und Geophysik hatte das Beben eine Stärke von 7,1.

Es habe sich aber in einer Tiefe von mehr als 150 Kilometern ereignet, twitterte die Agentur. Ein Tsunami sei deshalb so gut wie auszuschließen. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es nicht.

Berichten aus den Philippinen zufolge war das Erdbeben auch auf Mindanao und in der Metropole Davao City spürbar, der flächenmäßig größten Stadt der Philippinen. Die Talaud-Inseln liegen nördlich von Sulawesi, wo ein Beben der Stärke 6,2 vergangene Woche mehr als 90 Menschenleben gefordert hatte.

Science

Taucher haben bei Arbeiten sechs weitere deutsche Chiffriermaschinen vom Typ Enigma aus dem Zweiten Weltkrieg aus der Ostsee geborgen. Finder Christian Hüttner habe den Fund aus der Nähe von Schleimünde in Deutschland gemeldet, berichtete das Archäologische Landesamt heute.

„Bei der Suche nach einem verlorenen Propeller bin ich auf einen Haufen entsorgter Enigma-Maschinen gestoßen“, zitierte das Landesamt den Finder. „Teilweise sind sie offensichtlich bereits vor dem Entsorgen unbrauchbar gemacht worden.“

Aus der Ostsee geborgene Enigma-Chiffriermaschine aus dem Zweiten Weltkrieg
Reuters/Christian Howe
Foto der im November geborgenen Enigma

Erst im November vergangenen Jahres hatten Forschungstaucher bei der Suche nach herrenlosen Fischernetzen in der Ostsee eine Enigma-Chiffriermaschine aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Der seltene Fund wird derzeit in der Werkstatt des Museums für Archäologie auf Schloss Gottorf in Schleswig restauriert.

Wahrscheinlich viele weitere Enigmas versenkt

Nach Angaben des Landesamts ist noch offen, wie die nun gefundenen Maschinen an ihren Fundort gelangten. Sie sollen ebenfalls fachgerecht konserviert werden. Die Archäologen gehen davon aus, dass zahlreiche weitere Enigmas in schleswig-holsteinischen Gewässern versenkt wurden.

Sie seien Teil der jüngeren deutschen Geschichte, und ihre Fundorte könnten Aufschluss zu den Ereignissen am Ende des Zweiten Weltkrieges erbringen.

Wer eine Katze besitzt, kennt das: Riechen die Tiere Katzenminze oder Silberwein, drehen sie fast durch. Hinter ihrem euphorischen Zustand steckt laut einer neuen Studie aber auch ein praktischer Nutzen: In den Pflanzen befinden sich Inhaltsstoffe, die vor Mücken schützen.

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Kultur

Die Kunstmesse Art Basel verschiebt ihre für Juni geplante Ausgabe aufgrund der Coronavirus-Pandemie in den Herbst. Die Veranstaltung findet nun zwischen 23. und 26. September statt, wie die Kunstmesse heute mitteilte.

„Die Verschiebung ermöglicht es der Art Basel, ihren Besuchern den bestmöglichen Gesundheits- und Sicherheitsschutz zu geben, während wir dem breitest möglichen internationalen Publikum ermöglichen, die Show zu besuchen“, hieß es auf der Website. Die Veranstalter hoffen bis zum Herbst auf die Wirkung der weltweit laufenden CoV-Impfprogramme.

Im Vorjahr war die Kunstmesse zunächst auch verschoben und dann endgültig abgesagt worden. Die 1970 von Galeristen gegründete Art Basel gilt als eine der wichtigsten Kunstmessen der Welt. Sie zog 2019 insgesamt 93.000 Besucher aus aller Welt an. Für Sammler und Besucher stellten 290 Galerien aus 35 Ländern aus. Kunstwerke im Wert von schätzungsweise 3,5 Milliarden Euro standen damals zum Verkauf.

Das Glastonbury Festival in Großbritannien findet auch 2021 nicht statt. „Obwohl wir Himmel und Erde in Bewegung versetzt haben, ist klar geworden, dass wir das Festival dieses Jahr nicht ermöglichen können“, teilten die Veranstalter heute mit. Ticketreservierungen behielten ihre Gültigkeit für 2022.

Eigentlich sollte bereits vom 24. bis 28. Juni 2020 das 50-Jahre-Jubiläum des Festivals in der englischen Grafschaft Somerset gefeiert werden. Erwartet wurden Stars wie Ex-Beatle Paul McCartney, Taylor Swift, Diana Ross und US-Rapper Kendrick Lamar.

Das steirische Benediktinerstift Admont und die Firma LightCyde haben heute eine digitale Plattform für Kultureinrichtungen und Sehenswürdigkeiten vorgestellt: Bei „Cultour“ handle es sich um eine Weltneuheit, die eine internationale Vermarktung möglich mache.

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Panorama

Der Hahnenschrei, das Muhen von Kühen und das Blöken von Schafen gehören künftig in Frankreich zum Kulturerbe: Das Parlament in Paris besiegelte heute ein Gesetz zum Schutz der Geräusche und Gerüche auf dem Land, „Sinneserbe“ genannt. Damit sollen Klagen zugezogener Städter über zu viel Lärm auf dem Land verhindert werden.

Nach der Nationalversammlung stimmte heute auch der Senat der Vorlage zu. Agarstaatssekretär Joel Giraud begrüßte den Beschluss. Wer auf dem Land wohne, müsse „einige Belästigungen in Kauf nehmen“, sagte er. In der Coronavirus-Pandemie hatten unter anderem viele Pariser die Stadt verlassen, um der Enge zu entgehen.

Mit dem Gesetz werden auch das Läuten von Kirchenglocken, das Zirpen von Grillen und der Geruch von Schweine- und Pferdeställen für charakteristisch ländlich erklärt. In Frankreich hatte es zuletzt eine ganze Reihe von Prozessen gegen angebliche Belästigungen auf dem Land gegeben. Das größte Medienecho erzeugte die Klage eines zugezogenen Rentnerpaars auf der Atlantikinsel Oleron. Sie richtete sich gegen einen Hahn namens Maurice, der in den frühen Morgenstunden laut gekräht hatte.

Ein Aufruf zu Einheit und Versöhnung sollte nicht nur Joe Bidens Rede anlässlich seiner Angelobung gestern als US-Präsident darstellen – Gleiches habe sich auch in der Kleiderwahl widergespiegelt, spekulieren englischsprachige Medien wie „Vogue“, „Vanity Fair“, „New York Times“ und BBC. Konkret geht es dabei um die Farbe Violett.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris
Reuters/Erin Scott

Getragen wurde die Farbe allen voran von Vizepräsidentin Kamala Harris, der ehemaligen First Lady Michelle Obama und der ehemaligen demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Und: Bereits am Dienstag hatte sich First Lady Jill Biden bei ihrer Ankunft in Washington in dem Farbton gezeigt.

US-Präsident und Joe Biden und First Lady Jill Biden
Reuters/Tom Brenner

Auch Clinton trug 2016 Violett

Doch warum gerade Violett? „Rein symbolisch ist es eine überparteiliche Farbe, weil sie Rot (Republikaner) und Blau (Demokraten) miteinander vereint“, sagte Modeexpertin Lauren Rothman gegenüber der BBC. Die Farbe würde aus der jüngsten Spaltung von Rot und Blau ein vereintes Ganzes machen, schrieb die „New York Times“.

Auch Hillary Clinton wählte ihr Outfit, in dem sie 2016 die Wahlniederlage gegenüber dem Republikaner Donald Trump eingestand, bewusst. Bei den violetten Elementen habe es sich um eine „Anspielung auf die Notwendigkeit von Überparteilichkeit“ gehandelt, schrieb Clinton in ihrer Autobiografie „What Happened“.

Hillary Clinton bei ihrer Concession Speech 2016
Reuters/Carlos Barria

Nicht nur deshalb spielt die Farbe in der Politik eine bedeutende Rolle: Getragen wurde Violett bereits von den Suffragetten Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Frauenrechtlerinnen traten für das Frauenwahlrecht in den USA und Großbritannien ein. „Violett ist die Farbe der Loyalität, des Beharrens auf einem Ziel, der unerschütterlichen Hingabe zu einem Grund“, schrieb die Nationale Frauenpartei etwa 1913. Elka Stevens, Professorin an der Howard University, hob zudem die Bedeutung der Farbe für Afroamerikaner in den USA hervor.