Inland

Nach der Diskussion über den christlichen Sexualkundeverein TeenSTAR reagiert das Bildungsministerium mit einem neuen Erlass zur Zusammenarbeit mit außerschulischen Organisationen in der Sexualpädagogik. Darin wird etwa festgehalten, dass Eltern der Einbindung von Vereinen vorab explizit zustimmen und Lehrer während der Einheiten in der Klasse bleiben müssen.

Im Vorjahr hatten interne Schulungsunterlagen von TeenSTAR für Aufsehen gesorgt, in denen etwa natürliche Familienplanung und kein Sex vor der Ehe propagiert wurden. Die sexuelle Orientierung soll demnach durch eine Kombination aus Therapie, Selbsthilfegruppen und Seelsorge veränderbar sein, Masturbation schädlich.

Clearingstelle wird eingerichtet

Anschließend hatte das Ministerium neben TeenSTAR auch diverse andere externe Anbieter im Sexualpädagogik-Bereich unter die Lupe genommen. Im Erlass sollen die Lehrer auf ihre Verantwortung hingewiesen werden, so Netzer.

Das sei zwar auch jetzt schon Gesetzeslage, aber vielen Lehrern nicht klar gewesen, betonte Netzer. Außerdem müssen Eltern von den Lehrern im Vorhinein konkret informiert werden, wenn ein Verein in Sachen Sexualpädagogik an der Schule aktiv sei. An den Bildungsdirektionen wird über die Schulaufsicht außerdem eine Clearing-Stelle eingerichtet, die Lehrer bei Fragen konsultieren können.

Opposition skeptisch

Im Fall von TeenSTAR zeichnet sich derzeit ab, dass dessen Aktivitäten nicht konkret verboten werden. In den im Ministerium vorgelegten Unterlagen habe man die inkriminierten Stellen nicht gefunden. Wenn der Verein die Auflagen erfülle und sein Programm umstelle („Man kann ja gescheiter werden“), habe man keine Handhabe, ihn zu verbieten, so Netzer.

Die Opposition reagierte mit Skepsis auf den neuen Erlass. SPÖ und NEOS befürchteten, dass sich Minister Heinz Faßmann (ÖVP) dabei aus der Verantwortung stehle. Jetzt begrüßte den Erlass und forderte die Überprüfung aller einschlägig tätigen Sexualpädagogikvereine.

Der Sozialausschuss des Nationalrats hat heute mit Stimmen der Koalitionsfraktionen ÖVP und FPÖ einen Gesetzesentwurf Richtung Plenum geschickt, der Umsetzungsschritte für die künftig mit Fotos versehenen E-Cards beinhaltet. Kritik kam vonseiten der Opposition, die vor allem den damit verbundenen hohen bürokratischen Aufwand ins Treffen führte, berichtete die Parlamentskorrespondenz.

Bei dem Entwurf geht es vor allem um die Beibringung eines Fotos durch jene Versicherte, die weder einen österreichischen Reisepass noch einen österreichischen Führerschein besitzen.

Zudem soll das Fremdenregister von den Sozialversicherungsträgern als zusätzliche „Fotoquelle“ herangezogen werden können und die Bundesregierung die Möglichkeit erhalten, ältere Geburtenjahrgänge für einen Übergangszeitraum von der Fotopflicht auszunehmen.

Opposition kritisiert Kosten

Die Opposition kritisierte, dass laut Regierungsvorlage in den Jahren 2019 bis 2023 Kosten von mehr als 30 Millionen Euro entstehen sollen. Das stehe in keinem Verhältnis zu den Missbrauchsfällen, argumentierten SPÖ und Liste Jetzt.

Es hätte zudem eine viel einfachere und billigere Umsetzungsmöglichkeit gegeben, heißt es von NEOS. Die von der SPÖ beantragte Durchführung einer Ausschussbegutachtung fand keine Mehrheit.

Sozial- und Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) verwehrte sich gegen solche „Missinterpretationen“ und stellte unter anderem klar, dass die angeführten Kosten vor allem deswegen entstünden, weil es nach fünf Jahren aus Sicherheitsgründen zu einem gesamten „Rollout“ der E-Cards komme. Außerdem bestehe die kritisierte Beibehaltung der Ausweispflicht nur dann, wenn kein Foto auf der E-Card vorhanden sei, bekräftigte die Ressortchefin.

Die Befragung der letzten Auskunftsperson hat im Untersuchungsausschuss zum Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) heute erneut die Zustände in dem Amt aufs Tapet gebracht. So wurden vertrauliche Akten nicht vorschriftsmäßig verwahrt, Beamte weigerten sich, Aufträge zu erfüllen, und das Auswahlverfahren für Führungskräfte war zumindest intern umstritten.

Die Auskunftsperson Oliver L. kam zu seiner Ladung, weil seine Bestellung zum Gruppenleiter im BVT durch politische Protektion begünstigt worden sein soll. Entsprechende Angaben machte zuletzt eine BVT-Beamtin im Ausschuss. L. wollte davon nichts wissen. Bei seiner ersten Bewerbung für den Posten habe es nach einem Hearing überhaupt keine Entscheidung gegeben, beim zweiten Versuch – der für ihn überraschenden Neuausschreibung – sei er dann bestellt worden.

Streit mit Belastungszeugin

L. gab auch zu Protokoll, vertrauliche Dokumente in einem Stahlschrank mit spezieller Sicherung zu verwahren. Diese gehörten aber in einen Safe. Besonders schlecht kam L. mit einer Belastungszeugin in der Affäre, Ria-Ursula P., aus. Diese reichte Beschwerde gegen ihn ein. L. wiederum hat gegen sie ein Verfahren wegen Datenweitergabe eingeleitet. Gut zusammengearbeitet hat man jedenfalls nicht, eigentlich gar nicht, wenn es nach L. geht. Denn Frau P. habe sich geweigert zu machen, was ihr aufgetragen worden sei: „Ich hätte Analysen gebraucht, und wir haben sie nicht bekommen.“

Beendet wurde der Sitzungstag mit einer nicht öffentlichen Sitzung. Morgen ist nur eine Auskunftsperson geladen, Alois Moick aus dem Personalmanagement des BVT.

Der erste Zeuge im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und andere rund um die Bundeswohnungsprivatisierung und den Linzer Terminal Tower ist heute ein ehemaliger Mitarbeiter im Kabinett Grassers, Rene Oberleitner, gewesen. In Befragung durch Richterin Marion Hohenecker und konfrontiert mit Unterlagen erinnerte er sich an Teile, aber nicht an alles aus dem BUWOG-Verkaufsverfahren.

Erste Zeugen im BUWOG-Prozess

14 Monate wird im Prozess um die BUWOG-Privatisierung schon verhandelt. Nun wurden die ersten Zeugen befragt.

Oberleitner war im Finanzministerium im Kabinett Grassers neben anderen Bereichen für Beteiligungen und Liegenschaften tätig. Er war beim Verkaufsverfahren der Bundeswohnbaugesellschaften (BUWOG u. a.) etwa in der Kommunikation mit dem Land Kärnten zum Thema Vorkaufsrecht für die ESG-Wohnungsgesellschaft aktiv.

Laut Unterlagen war Oberleitner auch Mitglied in einem Lenkungsausschuss, der im Herbst 2002 eingesetzt wurde. Auf die Frage der Richterin, wer diesen Lenkungsausschuss eingesetzt hatte, meinte er: „Ich war’s nicht“, wahrscheinlich sei der Ausschuss von Grasser oder von dessen Kabinettschef, Heinrich Traumüller, eingesetzt worden.

„Politisches“ Vorkaufsrecht

In einem E-Mail vom 4. Juni 2004, ein Freitag, hatte sich Oberleitner als möglicher Überbringer der Unterlagen aus dem Vergabeverfahren nach Kärnten angeboten, damit Kärnten über eine Ausübung seines Vorkaufsrechts entscheiden könne. Er sei nämlich regelmäßig am Freitag nach Kärnten gefahren, sagte er.

Tatsächlich habe er aber keine Unterlagen nach Kärnten gebracht, betonte der Zeuge. Außerdem sei dann noch eine weitere Angebotsrunde mit „Last and Final Offers“ gemacht worden. Nach Ansicht des Zeugen sei das Vorkaufsrecht des Landes Kärnten auch ein „politisches“ Vorkaufsrecht gewesen, weil der damalige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider das Thema eines drohenden Ausverkaufs Kärntner Wohnungen politisch nutzen wollte.

In der Untersuchungskommission zum Wiener Krankenhaus Nord ist heute das Rätsel rund um die „Weiße Wanne“, also die Konstruktion, die das Spital vor Grundwasser schützen soll, geklärt worden. „Es gibt diese Weiße Wanne. Das Kellergebäude des Krankenhaus Nord ist die Weiße Wanne“, so der Bausachverständige Kurt Marosi. Laut Gutachter wurde der Keller nicht nach geltenden Richtlinien erbaut.

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Ausland

Nach der Grabschändung auf einem jüdischen Friedhof im Elsass hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron entschlossenes Vorgehen gegen den Antisemitismus zugesagt. „Wir werden Maßnahmen ergreifen (…) und wir werden bestrafen“, sagte Macron heute bei seinem kurzfristig angesetzten Besuch in Quatzenheim nordwestlich von Straßburg. Das werde sich auch in Gesetzen niederschlagen.

Es wurden laut Präfektur rund 80 Gräber geschändet. Die französische Nachrichtenagentur AFP sprach von sogar 96 Gräbern. Auf TV-Bildern waren farbige Hakenkreuze auf Grabmälern zu sehen. Die Hintergründe der Tat blieben offen. Präfekt Jean-Luc Marx sprach von einer „abscheulichen antisemitischen Tat“.

Netanjahu forderte Europa zum Handeln auf

Auch aus Israel kam Protest. Regierungschef Benjamin Netanjahu nannte die Schändung der Gräber durch „wilde Antisemiten“ schockierend. Er rief die Spitzenpolitiker Frankreichs und Europas in einer Mitteilung dazu auf, entschlossen gegen Antisemitismus vorzugehen. „Es ist eine Plage, die jeden gefährdet, nicht nur uns, und sie muss verurteilt werden, wo immer oder wann immer sie auftaucht.“

Der israelische Einwanderungsminister Joav Gallant erklärte, die Schändung von Gräbern auf dem jüdischen Friedhof in Frankreich erinnere an dunkle Tage in der Geschichte des jüdischen Volkes. „Ich verurteile aufs Schärfste den Antisemitismus in Frankreich und rufe die Juden auf: Kommt nach Hause, emigriert nach Israel.“

Am Abend demonstrierten in Paris und anderen Landesregionen Tausende gegen Antisemitismus. An der Kundgebung in der Hauptstadt nahmen Regierungschef Edouard Philippe und zahlreiche andere Mitglieder der Regierung teil.

Der UNO-Sondergesandte für den Jemen hat heute die Kriegsparteien aufgerufen, sofort mit dem Truppenabzug aus einigen der wichtigsten Häfen des Landes zu beginnen. Am Wochenende hatte sich die Regierung im Jemen mit den schiitischen Huthi-Rebellen auf diesen Schritt geeinigt, um die Ende 2018 in Stockholm vereinbarte Waffenruhe in der Praxis umzusetzen.

Der Sondergesandte Martin Griffiths äußerte die Hoffnung, damit ein Ende des seit vier Jahren andauernden Konflikts einzuleiten, den die Vereinten Nationen als derzeit schlimmste humanitäre Katastrophe weltweit betrachten.

Einigung auf Waffenruhe

Beide Konfliktparteien hatten sich bei ihren Gesprächen in Hodeida darauf geeinigt, die zwischenzeitlich immer wieder gebrochene Waffenruhe doch noch umzusetzen und ihre Truppen aus der Hafenstadt abzuziehen. Von dort gelangt der größte Teil der Lieferungen für die notleidende Bevölkerung ins Land. Griffiths sagte, dass sich die Huthis zunächst von den Häfen Salif und Ras Isa zurückziehen würden, später auch aus Hodeida. Der Abzug könne sofort beginnen.

Am Wochenende war zudem eine Übereinkunft erzielt worden, dass die Truppen der von Saudi-Arabien angeführten Regierungskoalition im Gegenzug den östlichen Stadtrand von Hodeida abgeben. Bisher hatten beide Kriegsparteien sich gegenseitig beschuldigt, die in Stockholm vereinbarte Waffenruhe zu verletzen.

Laut UNO zehn Millionen Menschen vom Hungertod bedroht

Jemen ist eines der ärmsten Länder der arabischen Welt und leidet seit 2014 unter dem Konflikt zwischen den von Saudi-Arabien unterstützten Truppen und den vom saudischen Erzrivalen Iran geförderten Rebellen. Laut UNO sind zehn Millionen Menschen vom Hungertod bedroht, 80 Prozent der Bevölkerung benötigen dringend Hilfe.

Die venezolanische Armee hat mit Blick auf die angekündigten US-Hilfslieferungen vor Grenzverletzungen gewarnt. Die Streitkräfte seien in „Alarmbereitschaft“, um „die territoriale Integrität“ des Landes zu schützen, sagte Verteidigungsminister Vladimir Padrino heute. Er bekräftigte die „uneingeschränkte Loyalität“ der Militärführung gegenüber Staatschef Nicolas Maduro.

Der Rückhalt der Armee gilt als entscheidender Machtfaktor für den linksnationalistischen Präsidenten. US-Präsident Donald Trump hatte die venezolanische Armee gestern zur Abkehr von Maduro aufgerufen. Wer sich jetzt nicht auf die Seite des Oppositionsführers Juan Guaido stelle, für den gebe es „keinen Ausweg“ mehr. „Sie werden alles verlieren“, warnte Trump. „Sie können vor der Wahl, vor die Sie gestellt werden, nicht davonlaufen.“

Machtkampf zwischen Maduro und Guaido

In Venezuela herrscht seit Wochen ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und Guaido, der sich Ende Januar zum Übergangspräsidenten erklärt hatte. Als eines der ersten Länder erkannten ihn die USA an. Mittlerweile sind es bereits rund 50 Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und viele andere europäische Länder.

Die humanitäre Hilfe für Venezuela aus dem Ausland wird zusehends zum Spielball in dem Machtkampf. Guaido hatte die Maduro-Regierung aufgefordert, bis Samstag die hauptsächlich aus den USA gelieferten Hilfsgüter ins Land zu lassen. Maduro weigert sich aber kategorisch, US-Hilfen über die Grenze zu lassen. Er sieht sie als Vorwand, um den Boden für eine US-geführte Militärintervention zu bereiten.

Wegen der großen Zahl von Zivilisten an Ort und Stelle verzögert sich die Einnahme der letzten Bastion der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Osten Syriens. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die das Dorf Baghus an der irakischen Grenze umzingelt haben, bemühten sich heute weiter, die Zivilistinnen und Zivilisten herauszuholen.

Aus Sorge um das Leben der Frauen und Kinder verzichtete das kurdisch-arabisch Bündnis zunächst auf einen Angriff auf Baghus. „Wir wollen die Zivilisten isolieren, um sie herauszuholen, bevor wir zum Angriff starten“, sagte der SDF-Sprecher Mustafa Bali der Nachrichtenagentur AFP.

Deren Reporter sahen mehrere Kleinlaster, die in Richtung des Dorfes fuhren. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die sich auf ein Netz von Aktivisten vor Ort stützt, sprach von Verhandlungen zwischen der SDF und den Dschihadisten, die einen „Korridor“ verlangten, um Baghus zu verlassen.

UNO: „Rund 200 Familien“ gefangen

SDF-Vertreter bestritten jede Form von Gesprächen mit dem IS. In der Vergangenheit hatte es wiederholt Vorwürfe gegeben, dass die SDF den Dschihadisten den Abzug aus belagerten Orten erlaubt habe. In Baghus kontrollieren die IS-Kämpfer nur noch wenige durch Tunnel verbundene Häuser umgeben von zahlreichen Minen, die den Vormarsch der SDF-Kämpfer erschweren. Bali sagte, ihnen bleibe nur die Wahl zwischen Kapitulation und dem Tod im Gefecht.

Die UNO warnte, dass „rund 200 Familien“ zwischen den Fronten gefangen seien. Die UNO-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet sagte, offenbar hindere die IS-Miliz viele von ihnen an der Flucht. Seit Anfang Dezember flohen mehr als 40.000 Menschen aus den letzten IS-Bastionen im Euphrat-Tal, darunter Tausende Dschihadisten und ihre Angehörigen, doch verließ zuletzt niemand mehr Baghus.

US-Senator Bernie Sanders will abermals für die Präsidentschaft kandidieren. Er kündigte seine Bewerbung heute in einem Radiointerview an.

US-Senator Bernie Sanders
APA/AFP/Mark Wilson

Der bei vielen jungen Wählerinnen und Wählern beliebte Senator war im Kandidatenrennen der Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2016 der früheren Außenministerin Hillary Clinton unterlegen. Viele seiner Fans sind überzeugt, dass der linke Politiker Trump bei der Wahl besiegt hätte. Allerdings gibt es in der Partei auch kritische Stimmen.

Sanders ist parteilos, stimmt im Senat aber mit den Demokraten. Der 77-Jährige vertritt den US-Staat Vermont. In den vergangenen Wochen hatten bereits eine ganze Reihe von Demokraten ihre Bewerbung für die Kandidatur der Demokraten bei der Präsidentschaftswahl bekanntgegeben.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) geht davon aus, dass bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump die Frage der Rücknahme von österreichischen IS-Kämpfern aus Syrien eine Rolle spielen wird. „Ich nehme an, dass die amerikanische Seite das ansprechen wird“, sagte Kurz am Dienstag bei seiner Abreise vor Journalisten in Wien.

„Wir sind da sehr zurückhaltend“

„Wir sind da sehr zurückhaltend, für uns geht der Schutz der österreichischen Bevölkerung natürlich vor“, so Kurz. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) geht davon aus, dass sich derzeit noch knapp 100 aus Österreich stammende Menschen in den Kriegsgebieten im Nahen Osten aufhalten.

Den ersten Programmpunkt seiner US-Reise bildet am Abend (Mittwoch, 0.00 Uhr MEZ) ein Abendessen mit US-Außenminister Mike Pompeo im State Department. „Im Fokus stehen dabei vor allem Themen, bei denen wir unterschiedliche Auffassungen haben, wie der Kampf gegen den Klimawandel, der Einsatz gegen Protektionismus und für einen fairen und gerechten Handel im Sinne der österreichischen Wirtschaft sowie globale Fragen wie die Abrüstung von Atomwaffen“, so Kurz.

„Zum Teil sehr erfolgreiche Außenpolitik“

FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl hatte zuletzt nach einem Treffen mit Pompeo in Warschau gemeint, dass Wien und Washington in vielen Bereichen „auf einer Wellenlänge“ seien.

Trump wird den Kanzler morgen Nachmittag (Ortszeit) im Weißen Haus empfangen. Kurz ist der erste österreichische Regierungschef seit 13 Jahren, der einen Termin beim US-Präsidenten bekommen hat. Am Wochenende musste der ÖVP-Chef Kritik der SPÖ einstecken, nachdem er Trump eine „zum Teil sehr erfolgreiche Außenpolitik“ attestiert hatte.

Telefonat mit Juncker

Kurz stimmte sich im Vorfeld mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, wie der Kanzler beim Abflug erklärte. Er habe gestern mit Juncker telefoniert, um sich über „Handelsfragen auszutauschen“. Gemeinsames Ziel sei es, einen Handelskrieg zwischen den USA und der EU zu vermeiden. Kurz hatte Handelsfragen, in denen die EU-Kommission für die 28 Mitgliedsstaaten verhandelt, als wichtigstes Anliegen seines Besuchs in den USA bezeichnet.

EU

Vertreterinnen und Vertreter des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich auf die umstrittene Aufnahme von Fingerabdrücken in Personalausweise geeinigt. Wie die rumänische EU-Ratspräsidentschaft heute mitteilte, erzielte sie eine vorläufige Einigung mit dem Europaparlament. Laut EU-Rat sollen in dem maschinenlesbaren Personalausweis neben einem Foto zwei Fingerabdrücke gespeichert werden.

Sie können kontaktlos abgelesen werden. Der Ausweis soll zudem wie neue Führerscheine die jeweilige Länderkennung innerhalb einer EU-Flagge tragen. Ziel der neuen Dokumente sei es, schneller gefälschte Papiere und Identitätsdiebstahl zu erkennen sowie Terroristen und Kriminellen das Leben schwerer zu machen, erklärte die rumänische Innenministerin Carmen Daniela Dan. Gleichzeitig würden sie Bürgerinnen und Bürgern das Reisen erleichtern.

Bestätigung durch EU-Staaten noch ausständig

Die vorläufige Vereinbarung muss nun nochmals durch die EU-Staaten bestätigt werden. Anfang März steht dabei auf Parlamentsseite zunächst eine Abstimmung im Innenausschuss auf der Tagesordnung. Danach müsste auch noch das Plenum des Parlaments zustimmen. Es gibt auch Widerstand in den Reihen der EU-Abgeordneten.

Der neue Standard würde nach Inkrafttreten zwei Jahre später für alle neuen Dokumente Pflicht sein. Alte Dokumente wären spätestens zehn Jahre nach Einführung nicht mehr gültig. Der neue Personalausweis wäre für zehn Jahre gültig.

Die britische Premierministerin Theresa May reist morgen erneut nach Brüssel, um eine Lösung in den festgefahrenen Brexit-Gesprächen zu suchen. May werde am Abend EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker treffen, teilte ein Sprecher heute mit. In Brüssel hatten sich gestern erneut die Chefunterhändler beider Seiten getroffen. Über Fortschritte wurde zunächst nichts bekannt.

Das britische Unterhaus hatte das mit der EU ausgehandelte Austrittsabkommen Mitte Jänner klar abgelehnt und Nachbesserungen gefordert. Das lehnt die EU ab und bietet lediglich weitere Zusicherungen in einer begleitenden politischen Erklärung zu den künftigen Beziehungen an.

Hauptproblem ist eine Auffanglösung für Nordirland. Sie soll eine „harte Grenze“ mit Kontrollen zu Irland verhindern. Nach ihr würde das Vereinigte Königreich bis auf Weiteres in einer Zollunion mit der EU bleiben, falls nach Ablauf der Übergangsphase keine andere Vereinbarung getroffen wird. Das lehnen die Brexit-Hardliner in Großbritannien strikt ab, weil London dann keine eigene Handelspolitik betreiben könnte.

Ein Topmanager der spanischen Großbank Santander soll künftig die EU-Bankenaufsichtsbehörde (EBA) leiten. Wie die EBA heute mitteilte, nominierte der Aufsichtsrat Jose Manuel Campa für den frei gewordenen Chefposten und eine fünfjährige Amtszeit.

Beim spanischen Institut ist Campa derzeit für Regulierungsfragen verantwortlich. Die EBA informierte bereits den Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments über die Entscheidung. Dort muss Campa nun in einer öffentlichen Anhörung vorsprechen. Der Wirtschaftsprofessor stieß 2014 zu Santander. Er hatte früher auch eine ranghohe Position im spanischen Wirtschaftsministerium inne.

Die Neubesetzung wurde notwendig, weil der bisherige EBA-Chef Andrea Enria die Behörde verlassen hatte. Der Italiener leitet seit Jänner die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angedockte Bankenaufsicht SSM, die die großen Geldhäuser der Euro-Zone überwacht.

ZIB2

Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) zum Ergebnis des Lkw-Sicherheitsgipfels und was er vom Kompromiss von ÖVP und FPÖ hält, dass der Karfreitag ein halber Feiertag wird.

Wie das Weiße Haus unter Trump funktioniert

Der US-Präsident und die Medien, der Alltag und die Sicherheitsmaßnahmen.

Modelegende, Kreativgenie und Stilikone

Der deutsche Modedesigner Karl Lagerfeld ist mit 85 Jahren gestorben.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Verbraucher in Europa haben möglicherweise in der Vergangenheit überhöhte Preise für Atlantischen Lachs bezahlt. Wegen des Verdachts illegaler Absprachen seien in mehreren EU-Staaten Firmen unangekündigt durchsucht worden, teilten die EU-Wettbewerbshüter heute in Brüssel mit. Die Mitarbeiter der EU-Kommission seien dabei von Vertretern der nationalen Wettbewerbsbehörden begleitet worden.

Nähere Angaben machte die Brüsseler Behörde nicht. Unangekündigte Inspektionen seien ein erster Schritt bei dem Verdacht auf wettbewerbseinschränkende Geschäftspraktiken, hieß es weiter. Die Untersuchung sei keine Vorverurteilung. In Kartellermittlungen unterliegt die EU-Kommission keinerlei Fristen. In manchen Fällen dauern die Ermittlungen jahrelang.

Sport

Das Frühjahr hätte für die Wiener Austria nicht schlechter starten können. Das 1:2 im Viertelfinale des Uniqa-ÖFB-Cups gegen Regionalligisten GAK sorgte gleich zum Beginn des sportlichen Auftakts ins neue Jahr für Ärger bei der sportlichen Leitung. Dabei wollen die Violetten nach einem durchwachsenen Herbst nicht nur den Sprung in die Meistergruppe erreichen, sondern dort auch vorne mitmischen.

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Chronik

Die Polizei hat in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille einen Mann erschossen, der zuvor mehrere Menschen mit einem Messer verletzt hatte. Der zuständige Staatsanwalt Xavier Tarabeux sprach heute von einer „gewöhnlichen Straftat“.

Derzeit gebe es keine Hinweise, dass es sich um einen terroristischen Anschlag handle, sagte Tarabeux auf einer Pressekonferenz. Es werde aber weiter geprüft.

Einsatzkräfte am Tatort
APA/AFP/Boris Horvat

Der Mann hatte am Nachmittag auf der belebten Hauptstraße Canibiere im historischen Zentrum der Stadt mit einem Messer zwei Passanten verletzt. Ein dritter Mensch erlitt durch Geschoßsplitter Wunden am Bein. Die Polizei eröffnete nach eigenen Angaben das Feuer, als der Angreifer eine Schusswaffe zog. Der getötete Mann sei im Jahr 1983 geboren und nicht polizeibekannt, hieß es weiter.

Kultur

Wie vor mehr als 50 Jahren der legendären Band aus Liverpool ist es nun auch der 25-jährigen US-Popsängerin Ariana Grande gelungen, in den US-Singlecharts gleichzeitig die drei obersten Ränge zu erobern.

Ariana Grande
APA/AFP/Getty Images/Rich Polk

In der Hitliste des US-Musikmagazins „Billboard“ stand Grande heute mit „7 Rings,“ „Break Up With Your Girlfriend, I’m Bored“ und „Thank U, Next“ an der Spitze. In der mehr als 60-jährigen Geschichte der Hitliste „Billboard Hot 100“ sind Ariana Grande und die Beatles die einzigen Künstler, die es gleichzeitig auf die drei Spitzenplätze geschafft haben. Den Beatles gelang das 1964 mit „Can’t Buy Me Love,“ „Twist and Shout“ and „Do You Want to Know a Secret“.

Elf Titel in Top 40

Grande stellte zugleich einen neuen Rekord mit der Zahl ihrer Titel unter den ersten 40 der Liste auf: Als erste weibliche Künstlerin ist sie dort mit elf Songs vertreten. Es handelt sich dabei allesamt um Lieder von ihrem aktuellen Album „Thank U, Next“. Den bisherigen Rekord hielt die Rapperin Cardi B, die im vergangenen April neun Titel unter den „Top 40“ bei „Billboard“ platzieren konnte.

Das Branchenblatt erstellt seine Liste aus Daten zum Streaming, dem Abspielen von Songs im Radio und dem Internetverkauf. Die „Billboard Hot 100“ gelten als offizielle Charts der USA. Die US-Popsängerin tritt am 3. September 2019 im Rahmen ihrer „Sweetener World Tour“ in der Wiener Stadthalle auf.

Breit gestreut wie selten zuvor ist das Favoritenfeld für die 19. Amadeus Austrian Music Awards: Fünf Acts, darunter Andreas Gabalier, Mavi Phoenix und die EAV, haben bei der großen Gala am 25. April im Wiener Volkstheater drei Gewinnchancen, sieben weitere Künstler und Bands folgen mit zwei Nennungen. Wer am Ende die Nase vorne hat, das entscheiden eine Expertenjury sowie die Fans.

Das Spitzenquintett wird vom Indie-Duo Cari Cari und Rapper Raf Camora komplettiert. Auf zwei Nennungen haben es Avec, Bilderbuch, Josh., Kreiml & Samurai, Seiler und Speer, Simon Lewis sowie Soap & Skin gebracht. Es dürfte also ein äußerst spannender Abend ohne eindeutige Favoriten werden, wenn die selbst mehrfach dekorierte Conchita durch die Preisverleihung führen wird.

Finale bei FM4-Voting

Unter allen österreichischen Acts, die im Vorjahr aktuelle Musik veröffentlicht haben, hat die FM4-Musikredaktion 20 Bands, Solokünstler und –künstlerinnen ausgewählt. Aus diesen 20 haben die FM4-Hörerinnen und -hörer via Voting ihre fünf Favoriten gewählt. Sie stehen nun für den FM4 Award bei den Amadeus Austrian Music Awards 2019, dem wichtigsten österreichischen Musikpreis, zur Wahl.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

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