Ausland

Mit einem eindeutigen Sieg bei der US-Vorwahl der Demokraten in Nevada hat der linksgerichtete Senator Bernie Sanders seine Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur weiter ausgebaut. Obwohl am späten Samstagabend (Ortszeit) erst 22 Prozent der Wahlbezirke ausgezählt waren, war Sanders der Sieg nicht mehr zu nehmen. Der 78-jährige kam demnach auf 46 Prozent, dahinter folgte Ex-Vizepräsident Joe Biden mit 23 Prozent.

Der ehemalige Bürgermeister Pete Buttigieg kam auf abgeschlagene 13 Prozent. Senatorin Elizabeth Warren erreichte sogar nur einen einstelligen Wert. Sanders reklamierte den Sieg bereits für sich: Seine „Multi-Generationen- und multikulturelle Koalition“, die in Nevada gewonnen habe, werde auch „dieses Land mitreißen“, sagte Sanders.

Der Senator aus Vermont galt in dem Wüstenstaat zwar als klarer Favorit. Dennoch zeigt der deutliche Sieg in Nevada, dass Sanders durchaus in der Lage ist, erfolgreich um Stimmen über die engen Grenzen der linken Wählerschaft hinaus zu werben, was seine Rivalen aus dem moderaten Lager oft bezweifelt hatten.

Buttigieg warnt

Der 38-jährige Buttigieg, Überraschungssieger der Vorwahl von Iowa, gratulierte Sanders zu seinem Sieg. Er ließ die Möglichkeit jedoch nicht ungenutzt um Sanders zu kritisieren und warnte die Wähler vor dem selbsternannten „Sozialisten“, der den „Kapitalismus als die Wurzel allen Übels“ sieht. Sanders glaube an eine unflexible, ideologische Revolution, die „die meisten Demokraten, ganz zu schweigen von den meisten Amerikanern, außen vor lässt“, sagte Buttigieg in einem überraschend rauen Ton.

Auch US-Präsident Donald Trump meldete sich im Onlinedienst Twitter zu Wort. „Sieht so aus, als ob Crazy Bernie im großen Staat Nevada gut abschneidet“ und fügte hinzu: „Herzlichen Glückwunsch Bernie, & lass dir das nicht wegnehmen!“

Sanders festigte mit seinem Sieg in Nevada seine Position als erster Herausforderer Trumps bei der Präsidentschaftswahl im November. Er setzte sich bereits in New Hampshire durch. Die Vorwahlen ziehen sich noch bis Juni hin.

Bloomberg wartet ab

Einer, der bislang für viel Aufsehen im Rennen sorgte, lässt die Vorwahlen in Nevada und anderen Staaten im Februar hingegen gänzlich aus: der Medienmilliardär Michael Bloomberg. Er steht erst am sogenannten Super-Dienstag am 3. März, an dem in 14 Bundesstaaten gewählt wird, auf den Wahlzetteln.

Überschattet wurde die Vorwahl von Berichten über eine angebliche Einflussnahme Russlands, um Sanders im Vorwahlkampf zu unterstützen. Laut der „Washington Post“ wurde der Senator von US-Regierungsvertretern darüber informiert, dass Russland die Vorwahlen zu seinen Gunsten beeinflussen wolle. Sanders bestätigte den Bericht am Freitag. Er verbat sich jedoch jede Hilfe des Kreml und warf der russischen Regierung vor, die USA spalten zu wollen.

In Hamburg hat die Bürgerschaftswahl begonnen: Heute um 8.00 Uhr öffneten die 1283 Wahllokale in der Hansestadt. Wahlberechtigt sind gut 1,3 Millionen Hamburger ab 16 Jahren. Mehr als 300.000 von ihnen beantragten Briefwahlunterlagen. Die Hamburger haben die Wahl zwischen 15 Parteien mit 348 Kandidaten auf der Landesliste. Weitere 564 Bewerber stehen auf den Wahlkreislisten.

Mit Interesse wird das Abschneiden der seit 2015 gemeinsam regierenden Sozialdemokraten und Grünen verfolgt. Die Zweite Bürgermeisterin und Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Fegebank will das Amt des Ersten Bürgermeisters von Peter Tschentscher (SPD) übernehmen. In Umfragen der vergangenen Wochen lag allerdings beständig die SPD vor den Grünen in Führung. Christdemokraten und FDP stehen seit der Regierungskrise in Thüringen stark unter Druck.

Kompliziertes System

Jeder Wähler und jede Wählerin kann zweimal fünf Stimmen vergeben und diese beliebig auf Parteien und Personen verteilen oder anhäufen. Das seit der Bürgerschaftswahl 2011 gültige System macht die Auszählung kompliziert. Der Landeswahlleiter wird am Sonntagabend lediglich die voraussichtliche Verteilung der 121 Sitze in der Bürgerschaft bekannt geben können. Das vorläufige amtliche Endergebnis wird erst für Montagabend erwartet.

In Algerien ist die Polizei mit Wasserwerfern gegen Demonstranten vorgegangen, die an den Beginn der Massenproteste vor einem Jahr erinnerten. Mehrere tausend Menschen hatten sich gestern in der Hauptstadt Algier versammelt und Sprechchöre wie „Das Volk will den Sturz des Regimes“ gerufen, wie AFP-Reporter berichteten. Als die Demonstranten versuchten, zum Präsidentenpalast zu gelangen, drängte die Polizei sie mit Wasserwerfern zurück. Mehrere Menschen wurden kurzzeitig festgenommen.

Wasserstrahl gegen Demonstranten, davor Polizisten
APA/AFP/Ryad Kramdi

Am 22. Februar 2019 waren in Algerien zahlreiche Menschen erstmals auf die Straße gegangen, um gegen eine fünfte Amtszeit des damaligen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika zu protestieren. Unter dem Druck der Massenproteste trat der seit 20 Jahren herrschende Bouteflika im April wenige Wochen vor dem offiziellen Ende seiner vierten Amtszeit zurück.

Boykottierte Wahl

Die Protestbewegung setzte ihre wöchentlichen Demonstrationen aber fort, da sie weitreichende politische Reformen fordert. Nun gingen sie den 53. Freitag in Folge auf die Straße. Viele Algerier werfen der Regierung des wirtschaftlich kriselnden Landes Inkompetenz und Korruption vor. Nach der Wahl des früheren Regierungschefs Abdelmadjid Tebboune zum neuen Präsidenten im Dezember verschärften sich die Proteste noch.

Der 74-jährige Tebboune ist ein enger Vertrauter des früheren Staatschefs Bouteflika. Die Protestbewegung hatte den Wahlgang boykottiert. Die Wahlbeteiligung lag bei nur knapp 40 Prozent.

Bei der Parlamentswahl im Iran zeichnet sich ein deutlicher Sieg der Konservativen ab. Laut inoffiziellen Teilergebnissen, die die Nachrichtenagentur Fars gestern veröffentlichte, standen die Gewinner von 241 der insgesamt 290 Parlamentssitze bereits fest. Demnach gehen 191 Sitze an konservative Kandidaten, 16 an Reformer und 34 an unabhängige Kandidaten. Tausende moderate Kandidaten waren zuvor von der Wahl ausgeschlossen worden.

Nach Angaben der Wahlkommission waren bis zum Abend 162 der landesweit 208 Wahlkreise ausgezählt. Im größten Wahlkreis Teheran, der 30 Abgeordnete stellt, hatten konservative und ultrakonservative Kandidaten demnach einen deutlichen Vorsprung vor moderaten Bewerbern.

In Teheran zeichne sich ein klarer Vorsprung der Konservativen ab, sagte Wahlkommissionssprecher Esmail Mussawi im staatlichen Fernsehen. Die meisten Stimmen entfielen demnach auf den früheren Polizeichef und Revolutionswächter Mohammed Bagher Ghalibaf.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich entschieden gegen eine Wahl Bodo Ramelows (Linke) zum Ministerpräsidenten in Thüringen mit Hilfe der CDU ausgesprochen. Wer von der CDU Ramelow wähle, verstoße gegen die Beschlüsse der CDU, sagte Ziemiak gestern.

„Es geht hier um nicht weniger als um die Glaubwürdigkeit der CDU Deutschlands insgesamt“, sagte Ziemiak. Er könnte nicht verstehen, warum eine Expertenregierung nicht der richtige Weg gewesen wäre, aus der Krise in Thüringen zu kommen. Eine Wahl Ramelows sei mit den Unvereinbarkeitsbeschlüssen der CDU nicht möglich.

„Die Abgeordneten im Landtag von Thüringen sind nach der Verfassung frei. Aber alle Mitglieder der CDU Deutschland sind an die Beschlüsse des Bundesparteitages gebunden“, so Ziemiak. Auf dem Parteitag in Hamburg im Dezember 2018 hatte die Partei beschlossen: „Die CDU Deutschlands lehnt Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit sowohl mit der Linkspartei als auch mit der Alternative für Deutschland ab.“

Kritik auch von Spahn und Merz

Gegen eine Wahl Ramelows durch die CDU sprach sich auf dem Kurznachrichtendienst Twitter dann auch der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn aus. Mit Friedrich Merz meldete sich schließlich ein weiterer Anwärter auf den Bundesparteivorsitz zu Wort. Die Entscheidung der CDU in Thüringen, den Linken-Politiker Ramelow „zum Ministerpräsidenten auf Zeit mitzuwählen, beschädigt die Glaubwürdigkeit der CDU in ganz Deutschland“, sagte Merz laut „Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung“.

Kompromiss von kurzer Dauer

Linke, SPD und Grüne sowie die CDU in Thüringen hatten sich gestern Abend auf einen Kompromiss zur Beilegung der Regierungskrise in dem Bundesland verständigt. Danach soll ein neuer Ministerpräsident am 4. März gewählt werden. Nachdem Ramelow wieder antreten will, blieb offen, wo er die bisher fehlenden Stimmen für eine Wahl im ersten Durchgang herbekommen will.

Die vier Parteien hatten sich auch auf eine Neuwahl des Parlaments am 25. April 2021 sowie einen „Stabilitätsmechanismus“ geeinigt, wie Ramelow sagte. Mit dem Mechanismus sollte unter anderem gesichert werden, dass die AfD bei politischen Entscheidungen im Landtag nicht das Zünglein an der Waage ist.

Mit der Einigung sollte eine mehr als zwei Wochen andauernde Regierungskrise in dem Bundesland mit 2,1 Millionen Einwohnern beendet werden. Deren Auslöser war die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten. Der 55-Jährige war am 5. Februar mit Stimmen von AfD, CDU und FDP zum Regierungschef gewählt worden – das hatte bundesweit für Entrüstung und Proteste gesorgt.

Zweit Tage vor Beginn der Anhörung des Wikileaks-Gründers Julian Assange haben Prominente gestern auf einem Protestmarsch in London dessen Freiheit gefordert. Sie demonstrierten gegen die mögliche Auslieferung des gebürtigen Australiers an die USA.

Zu den Teilnehmern gehörten der Musiker und Produzent Brian Eno, Roger Waters (Pink Floyd), Chrissie Hynde (The Pretenders), die Rapperin M.I.A. und der frühere griechische Finanzminister Yannis Varoufakis. Der Protestzug endete in der Nähe des Parlaments.

Demonstranten in London marschieren für die Freilassung vin Julian Assange, darunter auch Modeschöpferin Vivienne Westwood
AP/Alberto Pezzali

Assanges Vater sagte, er verstehe nicht, warum sein Sohn im Gefängnis sei. „Die Haft ist unbegründet“, so John Shipton. Modedesignerin Vivienne Westwood nannte sich einen „Engel der Demokratie“ und verlangte von der Justiz, Assange auf freien Fuß zu setzen. Demonstranten riefen „Schäm’ dich, Boris (Johnson; britischer Premierminister, Anm.)“, auf Plakaten stand unter anderem „Journalismus ist kein Verbrechen“.

Die Anhörung beginnt am Montag in London. Der 48-Jährige sitzt im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Seine Anwälte und sein Vater berichteten, dass sich Assanges Gesundheitszustand in letzter Zeit etwas gebessert habe, da er nicht mehr von anderen isoliert werde und im Gefängnis an die frische Luft dürfe.

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Inland

Das Frauennetzwerk Business and Professional Women (BPW) begeht am 25. Februar den Equal Pay Day, um auf die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern aufmerksam zu machen. Der Equal Pay Day steht symbolisch für jenen Tag, bis zu dem Frauen im Vergleich mit Männern, die seit Jahresbeginn bezahlt arbeiten, unbezahlt arbeiten müssen.

Den Berechnungen des BPW zufolge verdienen Frauen durchschnittlich um 15,2 Prozent weniger als Männer. Besonders drastisch fällt der Gender Pay Gap demnach bei Angestellten aus: Während bei Beamtinnen keine Lohnschere existiere, verdienen angestellte Frauen laut BPW 32,4 Prozent weniger als angestellte Männer. Bei den Arbeiterinnen sind es 27,5 Prozent. Basis der Berechnung sind die Daten der Statistik Austria zu den Median-Bruttojahreseinkommen 2018 der ganzjährig Vollbeschäftigten (ohne Lehrlinge).

Annäherung „nur in Trippelschritten“

In den vergangenen drei Jahren ist der Equal Pay Day jeweils nur um einen Tag vorgerückt. „Wir bewegen uns nur in Trippelschritten vorwärts“, kritisiert Christa Kirchmair von BPW. „Um die Lohnschere endlich zu schließen und diese eklatante Ungerechtigkeit zu beseitigen, braucht es ein breites Maßnahmenbündel und eine gesamtgesellschaftliche Kraftanstrengung.“ Von der Politik fordert Kirchmair Maßnahmen zur Verbesserung der Einkommenstransparenz. Außerdem brauche es Verantwortliche innerhalb von Unternehmen, die sich der geschlechterspezifischen Einkommensgerechtigkeit annehmen.

In Österreich werden zwei Tage der Lohngerechtigkeit begangen, was auf die Berechnungsmethode zurückzuführen ist. Neben dem Frühjahrstermin gibt es auch einen Tag im Herbst – in diesem Fall wird vom Jahresende „zurückgerechnet“.

Der Wiener Landtag wird demnächst im Rahmen einer Sondersitzung über den Disput zwischen der Stadt und einem Mitglied der Familie Rothschild diskutieren. NEOS hat einen entsprechenden Antrag eingebracht, ein Termin für die Sitzung steht noch nicht fest.

Der juristisch komplexe Streit ist aufgeflammt, nachdem der New Yorker Familien-Nachfahre Geoffrey R. Hoguet von der Stadt verlangt hatte, dass das einstige Kuratorium wieder in der ursprünglichen Form eingesetzt wird. Es geht dabei um jene 1907 gegründete Stiftung, die das bis heute existierende Neurologische Zentrum Rosenhügel errichtet hat – die „Nathaniel Freiherr von Rothschild’sche Stiftung“.

1956 wurde der Magistrat Wien als Verwaltungsorgan eingesetzt. Der Rothschild-Nachfahre will nun vor Gericht die Abberufung des Magistrats als Stiftungsverwalterin und die Wiedereinsetzung eines unabhängigen Kuratoriums durchsetzen – in dem auch Vertreter der Familie saßen.

Stadt sieht sich im Recht

Die Stadt steht hingegen auf dem Standpunkt, dass der Stiftungszweck voll erfüllt werde – und man die Einrichtung nach dem Krieg wieder aufgebaut habe. Nach der Übernahme sei der Betrieb nur dank massiver Zuwendungen mit Steuergeld möglich gewesen, war zuletzt auch bei einem Gerichtstermin versichert worden.

Nach Ansicht von NEOS wird „offenbar fahrlässig“ mit dem Stiftungszweck umgegangen: „Wir sehen auch eine absolute Unvereinbarkeit darin, dass die Stadt die Stiftungsregeln per Gesetz vorgibt, welche dann von der Verwaltung vollzogen werden. Hier fordern wir eine unabhängige Stiftungs- und Fondsbehörde“, verlangte der Wiener NEOS-Chef Christoph Wiederkehr.

Die Türkei hat einen neuen Botschafter für Wien bestellt, geht aus dem türkischen „Amtsblatt“ (Resmi Gazete) hervor. Die Wahl fiel auf Ozan Ceyhun (59) und damit eine schillernde Persönlichkeit mit einer wechselvollen Politikkarriere. Nach dem Putsch von 1980 von seinem Vater zunächst nach Österreich geschickt, ging Ceyhun 1982 nach Deutschland und saß später für Grüne und SPD im Europaparlament.

1992 legte er die türkische Staatsbürgerschaft zugunsten eines deutschen Passes zurück und hat, laut türkischen Medienberichten, auch jetzt noch die deutsche Staatsbürgerschaft. Ceyhun wurde 1998 erster deutscher EU-Abgeordneter türkischer Abstammung – für die Grünen. Unter anderem betätigte er sich dort als Kritiker der damaligen Koalition der ÖVP mit Jörg Haiders FPÖ. Im Oktober 2000 wechselte Ceyhun zur SPD und wurde EU-Abgeordneter der Sozialdemokraten, wo es ihn aber nur bis 2004 hielt.

Breites politisches Spektrum

Schon ab 2002 zog es Ceyhun doch wieder in die Türkei. Er arbeitete als Berater für unterschiedlichste Politiker, etwa für Dervis Eroglu, Volksgruppenchef der türkischen Zyprioten oder Mustafa Sarigül, Bezirkspolitiker der linksnationalistischen CHP und zeigte sich laut damaligen Weggefährten zunächst als harter Kritiker der AKP. Dann aber wechselte er das Lager und wurde 2013 Berater der AKP, der Partei von Recep Tayyip Erdogan. 2015 stellte er sich in Izmir für die AKP zur Wahl als Abgeordneter, wurde aber nicht gewählt. Er war auch lange Jahre Kolumnist der AKP-nahen Zeitung Daily Sabah.

Ceyhun wurde in der Türkei vorgeworfen, vor 1980 als Mitglied einer linken Gruppierung (Devrimci Yol) an bewaffneten Überfällen teilgenommen zu haben und bei einem Bombenanschlag mit einem Toten beteiligt gewesen zu sein. Er wurde dafür angeklagt, im Jahr 2000 aber freigesprochen. Dennoch gab es nun nach seiner Bestellung zum Botschaft in Wien in der Türkei heftige Kritik, vor allem aus weit rechts stehenden Gruppierungen.

Im Juli 2018 heiratete er in der Türkei seine zweite Frau, Azize Sikdag. Medien berichteten damals ausführlich, dass die Politprominenz der AKP anwesend war, auch Präsident Erdogan, der persönlich die Heiratsurkunden übergeben habe.

Ein „profil“-Bericht, wonach die Ermittlungen wegen der vom früheren Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) eingebrachten Betrugsanzeige in der Causa Eurofighter im Vorjahr vor der Einstellung standen, hat gestern für neuen Wirbel gesorgt. Auch wenn, wie das Justizministerium bestätigte, der entsprechende Vorhabensbericht mittlerweile überholt ist, setzte es Kritik von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) und Doskozil.

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Sport

RB Leipzig ist dem deutschen Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München auf den Fersen geblieben. Die Sachsen gewannen gestern das Abendspiel beim FC Schalke 04 eindrucksvoll mit 5:0 und verringerten den Abstand damit wieder auf einen Punkt. Marcel Sabitzer brachte den Champions-League-Teilnehmer mit einem Weitschuss in der ersten Minute in Führung.

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Chronik

Eine Passagierin des Kreuzfahrtschiffs „Westerdam“, die in Malaysia zunächst positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurde, ist doch nicht infiziert. Die 83-Jährige habe womöglich an Atemwegsbeschwerden gelitten, berichtete am Wochenende die US-Zeitung „USA Today“ unter Berufung auf die Gesundheitsbehörde CDC. „Aber es war nicht Covid-19“, sagte ein Sprecher.

Kreuzfahrtschiff „Westerdam“ in Kambodscha
APA/AFP/Tang Chhin Sothy

Der Fall hatte für viel Wirbel gesorgt. Ärzte stellten bei der Frau eine SARS-CoV-2-Infektion fest, nachdem sie und viele andere der rund 2.300 Menschen an Bord die „Westerdam“ in Kambodscha verlassen hatten und in andere Länder weitergereist waren. Das Ausschiffen wurde daraufhin gestoppt. Mittlerweile wurden alle Gäste und Crew-Mitglieder negativ auf das Virus getestet.

Die „Westerdam“ hat eine lange Irrfahrt hinter sich. Aus Sorge vor einer Einschleppung des Virus SARS-CoV-2 verweigerten dem Schiff Anfang Februar mehrere asiatische Staaten das Anlegen, obwohl keine Fälle an Bord bekannt waren. Schließlich durfte die „Westerdam“ den kambodschanischen Hafen Sihanoukville ansteuern.

Wirtschaft

US-Investorenlegende Warren Buffett hat seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway seinen eigenen Worten zufolge gut auf seinen Abgang vorbereitet. Er selbst und sein 96-jähriger Kompagnon und Berkshire-Vize-Chairman Charlie Munger hätten schon länger ein stolzes Alter erreicht, schrieb der 89-Jährige in seinem jährlichen, an der Wall Street viel beachteten Brief an die Aktionäre.

Warren Buffett
AP/Nati Harnik

„Das ist für uns beide jetzt nicht so gut. Aber die Berkshire-Aktionäre müssen sich keine Sorgen machen: Ihre Firma ist zu 100 Prozent auf unseren Abgang vorbereitet.“ Es werde etwa zwölf bis 15 Jahre dauern, um seine Anteile an der Firma komplett zu veräußern. Aber auch in dieser Zeit stellten Berkshire-Anteile eine sichere und lohnende Investition dar.

Buffett steht seit mehr als fünf Jahrzehnten an der Spitze der ihm gegründeten Investmentgesellschaft. Berkshire Hathaway ist unter anderem in der Versicherungs-, Energie-, Bahn-, Nahrungsmittel-, Bekleidungs- und Immobilienbranche aktiv.

Wegen eines 24-stündigen Arbeitsausstands des Personals der Fluggesellschaften ist am Dienstag mit erheblichen Problemen in der italienischen Luftfahrtbranche zu rechnen. Alitalia muss 350 Flüge streichen, wie die italienische Fluggesellschaft gestern mitteilte.

Der von den Gewerkschaften ausgerufene Streik richtet sich gegen die Krise, die neben Alitalia auch die regionale Fluggesellschaft Air Italy gefährdet. Dabei handelt es sich um den dritten Streik in der italienischen Luftfahrtbranche seit Juli.

1.450 Mitarbeitern von Air Italy droht wegen der vor zwei Wochen beschlossenen Auflösung der Fluggesellschaft der Jobverlust. Geprüft wird die Möglichkeit des Verkaufs von Firmenassets. Branchenexperten führen die Pleite unter anderem auf die Konkurrenz durch Billigfluglinien sowie die staatlich gestützte Alitalia zurück.

Science

Angesichts des raschen Rückgangs vieler Tierarten weltweit haben Vertreter von mehr als hundert Staaten entschieden, zehn Spezies stärker zu schützen. Bei der 13. UNO-Konferenz über die Konvention zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS) in der indischen Stadt Gandhinagar ging es dabei auch um die Bewahrung wichtiger Lebensräume.

Asiatische Elefanten, Jaguare, der Weißspitzen-Hochseehai und vier Vogelarten kamen neu in die höchste CMS-Schutzliste und entsprechend sollen die Mitgliedsländer das Töten dieser Tiere verbieten. Das Steppenschaf, der Hammer- und der Hundshai wurden zudem in die zweithöchste Liste aufgenommen – womit die Mitgliedsländer nun für deren Schutz zumindest enger zusammenarbeiten sollen.

Bei der Konvention vertreten sind 129 Staaten, fast alle Staaten Europas – Österreich trat 2005 bei – und Südamerikas sowie die meisten Staaten Afrikas – nicht dabei sind etwa die USA, China und Russland.

Lifestyle

Egal, wie viele Farben jedes Jahr auf den Markt kommen, roter Lippenstift ist immer in Mode. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 13 rote Lippenstifte zwischen sechs und 40 Euro untersucht, darunter bekannte Marken wie Chanel, Dior und Mac sowie Produkte von Naturkosmetik-Herstellern. Das Ergebnis: Die Hälfte der Lippenstifte fiel aufgrund von Schadstoffen durch.

Mehr dazu in help.ORF.at

Der italienische Designer Giorgio Armani, der die Darstellung von Frauen in der Werbung als „Vergewaltigung“ bezeichnet hat, äußerte sich nun zum Vorwurf, er hätte sich in der Wortwahl vergriffen. In einem Interview mit der Tageszeitung „La Repubblica“ sagte er: „Objektiv gesehen ist der Begriff in diesem Zusammenhang unangemessen. Aber ich wollte, dass meine Botschaft klar und deutlich ankommt.“

Giorgio Armani
Reuters/Alessandro Garofalo

Die Aussage hatte Armani laut italienischen Medienberichten am Freitag bei einer Pressekonferenz anlässlich der Milano Moda Donna getroffen. Der Designer bezog sich nach eigenen Worten bei seiner Kritik auf die Darstellung von halbnackten Models in Werbekampagnen. „Und dann denken die anderen Frauen, sie müssten diesem Leitbild folgen, um im Trend zu sein.“

IT

Kultur

Die Besetzung der erfolgreichen US-Sitcom „Friends“ trifft sich zur Freude der Fans zu einem Special wieder. Anlässlich des Starts des US-Streamingdienstes HBO Max kehren Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, Matthew Perry und David Schwimmer auf die Originalbühne im Studio von Warner Bros. zurück – wenn auch nur für eine Aufzeichnung. „Variety“ berichtete, dass jeder der Darsteller dafür 2,5 Millionen Dollar erhalten soll.

Die Stars der Sitcom veröffentlichten auf ihren Instagram-Konten ein „Rolling Stone“-Cover mit der Besetzung aus frühen Tagen, gezeichnet mit der Überschrift „Es passiert …“. Anistons Beitrag teilten innerhalb von wenigen Stunden fast neun Millionen Fans.

Mit dem Coup versucht der Unterhaltungskonzern WarnerMedia auf seinen Streamingdienst aufmerksam zu machen, der in Konkurrenz zu Netflix, Amazon Prime und Disney Plus treten wird. HBO Max wird auch die zehn Staffeln der Serie anbieten, die von 1994 bis 2004 in den USA ausgestrahlt wurde und auch heute noch ein großes Publikum erreicht. Eine Wiederaufnahme der Kultserie ist aber nicht geplant.

Panorama

Leute

US-Regisseur Quentin Tarantino (56) ist zum ersten Mal Vater geworden. Seine israelische Frau Daniella Pick habe gestern in Tel Aviv einen Sohn zur Welt gebracht, berichteten israelische Medien.

US-Regisseur Quentin Tarantino
APA/AFP/Tolga Akmen

Auch für die 20 Jahre jüngere Sängerin ist es das erste Kind. Der Filmemacher und Pick sind seit November 2018 miteinander verheiratet. Das Paar hatte sich 2009 bei der Filmpremiere von „Inglourious Basterds“ in Tel Aviv kennengelernt.