Letzte Meldung

Khashoggis Computer in Diplomaten-Pkw gefunden

Türkische Ermittler haben einem Medienbericht zufolge bei der Durchsuchung eines saudi-arabischen Diplomatenfahrzeugs in Istanbul persönliche Gegenstände des getöteten Journalisten Jamal Khashoggi (Dschamal Chaschukdschi) gefunden.

In zwei Koffern in einem Fahrzeug des saudi-arabischen Konsulats seien unter anderem ein Computer und Dokumente Khashoggis verstaut gewesen, berichtete der Sender CNN Türk heute.

Die türkischen Ermittler wurden bei der Durchsuchung auf einem Parkplatz im Stadtteil Sultangazi von saudi-arabischen Experten begleitet, wie ein Reuters-Reporter berichtet. Die Durchsuchung wurde CNN Türk zufolge am Nachmittag unterbrochen und sollte morgen fortgesetzt werden.

Inland

Lösungsansätze bei Extremismusgipfel diskutiert

Im Innenministerium sind heute auf einem „Präventionsgipfel“ Ansätze gegen Radikalisierung und Extremismus erörtert worden. Im dabei vorgestellten „Strategieplan“ wird vorgeschlagen, das Problem gesamtgesellschaftlich anzugehen. So müsse man etwa schon bei der Kinder- und Jugendarbeit ansetzen. Konkretere Schritte sollen durch die Ausarbeitung eines „Aktionsplans“ gemacht werden.

Der von zahlreichen Stellen entworfene „Österreichische Strategiebericht“ des Netzwerks Extremismusprävention und Deradikalisierung umreißt mehrere Themenfelder, in denen Präventionsarbeit geleistet werden müsse. Grundsätzlich gelte es, als wesentliches Fundament die Menschenrechte und die Wahrung der Menschenwürde zu betrachten, heißt es in dem Bericht.

Ebenso fundamental sei „die Diversität einer demokratischen Gesellschaft und die darin ausgehandelten Werte des Zusammenlebens wie Respekt, Meinungs- und Gewaltfreiheit sowie ein hohes Maß an individuellen Freiheitsrechten“. „Jede Ideologie, die Gewalt befürwortet und Menschenrechte und demokratische Werte ablehnt, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, heißt es in dem Papier.

„So weit wollen wir es gar nicht kommen lassen“

Innenministeriumskabinettschef Reinhard Teufel, der in Vertretung des kurzfristig verhinderten Ressortchefs Herbert Kickl (FPÖ) ein kurzes Eingangsstatement hielt, sagte, man dürfe nicht zulassen, dass gewaltbereiter Extremismus die Sicherheit und Freiheit in Europa und damit auch in Österreich bedrohe.

Er verwies darauf, dass repressive Maßnahmen erst greifen, wenn eine konkrete Gefahr vorliegt. „So weit wollen wir es aber erst gar nicht kommen lassen“, daher soll Bedrohungen durch Prävention schon im Vorfeld begegnet werden. „Im Grunde geht es bei allen Formen von Extremismus um die Schwächung der Demokratie und des Rechtsstaates, das dürfen wir nicht hinnehmen.“

Falscher Bundesadler in Hartingers Büro „sofort abgenommen“

Neben Hammer und Sichel trägt der Bundesadler bekanntlich eine gesprengte Kette als Symbol für die Befreiung vom Nationalsozialismus – ebendiese Kette hat dem Adler im Büro von Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) gefehlt. Bis es heute einer aufmerksamen Twitter-Userin auffiel und der Adler laut Ministerium „sofort abgenommen“ wurde. Das Motiv wurde übrigens noch unter Hartingers Vorgänger Alois Stöger (SPÖ) dort montiert.

Der „Kurier“ illustrierte zuvor einen Onlinebericht mit einem Bild der Sozialministerin, abgelichtet in ihrem Büro vor dem falschen Bundesadler, denn ihm fehlte die gesprengte Kette. Darauf wies auf Twitter Daniela Kickl hin. Die Cousine von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hatte bereits online mit Kritik an dessen Politik von sich hören lassen.

Aus dem Sozialministerium hieß es gegenüber der APA, dass das Bild im Oktober 2016 von Stögers Ressort beim oberösterreichischen Unternehmen Leha in Auftrag gegeben wurde. Damals sei auch die korrekte Skizze übermittelt worden. Im Februar 2017 wurde allerdings der falsche Adler aufgehängt, und das sei bisher niemandem aufgefallen, meinte ein Sprecher. Er sei nun „sofort abgenommen und entsorgt“ worden, erklärte er weiter.

EU

EU will drei neue Beitrittskapitel mit Serbien öffnen

Österreich will während seines EU-Vorsitzes noch drei neue Kapitel in den Beitrittsverhandlungen mit Serbien öffnen. Das solle am 10. Dezember im Rahmen einer geplanten Beitrittskonferenz in Brüssel stattfinden, sagte ein EU-Diplomat heute gegenüber der APA und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der serbischen Nachrichtenagentur Tanjug.

Das Ziel der Konferenz, die am Tag des Außenministerrates stattfinden werde, sei es, mindestens drei neue Kapitel zu öffnen. EU-Minister Gernot Blümel (ÖVP) hatte Serbien anlässlich eines Besuches im Süden des Landes Ende September die Unterstützung Österreichs in den EU-Beitrittsverhandlungen zugesichert und erklärt, weitere fünf Verhandlungskapitel bzw. bis Jahresende mindestens drei öffnen zu wollen.

EU-Beitrittsperspektive für 2025

Konkret dürfte es sich um die Beitrittskapitel Finanzdienstleistungen (Kapitel neuen), Wirtschafts- und Währungspolitik (17) und Statistik (18) handeln. Bisher wurden insgesamt 14 Verhandlungskapitel eröffnet, zwei sind bereits abgeschlossen.

Die EU-Kommission hat Serbien eine EU-Beitrittsperspektive für 2025 in Aussicht gestellt. Die Normalisierung der Beziehungen mit dem Kosovo, dessen Unabhängigkeit Serbien nach wie vor nicht anerkennt, ist jedoch Voraussetzung.

Polens Präsident fordert Gleichberechtigung aller EU-Staaten

Polens Präsident Andrzej Duda hat die EU aufgerufen, die Zusammenarbeit in der Union auf eine gerechte und gleichberechtigte Basis zu stellen. „Wir wollen nicht Vasallen sein“, sagte Duda heute in Berlin bei einer Veranstaltung, die er gemeinsam mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier besuchte.

Polen wolle nicht Positionen anderer, größerer Staaten aufgezwungen bekommen. Es gehe um gegenseitige Achtung und gegenseitigen Respekt.

Mit Blick auf Russland sagte Duda: Egal, wer in Russland an der Macht sei, wenn es dort imperialistische Tendenzen gebe, gerate sofort Polen ins Blickfeld. Und „das macht uns sensibel“, sagte der polnische Präsident bei der Veranstaltung „Europa 1918-2018: Geschichte mit Zukunft?“.

Duda rechtfertigte Justizreform

Er rechtfertigte die umstrittene Justizreform in Polen erneut mit einer tief sitzenden Unzufriedenheit in der Bevölkerung über das schlechte Funktionieren der Justiz. Zudem solle es auf diese Weise zu einem Generationswechsel kommen, denn viele der jetzigen obersten Richter seien schon in kommunistischer Zeit tätig gewesen.

Steinmeier hielt dem in der Diskussionsrunde entgegen, die EU sei keine besitzergreifende Macht, „die über uns kommt“. Sie sei vielmehr eines der wenigen Staatenbündnisse, in denen alle Mitglieder gleiches Stimmrecht hätten. Und Beschlüsse würden von allen Mitgliedern gefasst. Man dürfe sich also nicht fortwährend in der Opferrolle sehen. Das sei schon beim Beitritt jedem klar gewesen, so Steinmeier.

Van der Bellen pocht auf Visafreiheit für Kosovaren

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat beim Besuch seines albanischen Amtskollegen Ilir Meta auf eine rasche Umsetzung der Visabefreiung für Bürgerinnen und Bürger des Kosovo gepocht. Es wäre „sehr schön“, gelänge das „noch während der österreichischen Präsidentschaft“, sagte Van der Bellen heute in Wien. Mit Albanien sollte die EU-Kommission 2019 Beitrittsverhandlungen aufnehmen, betonten beide.

„Große Enttäuschung“ wäre Folge

„Wenn es trotzdem nicht zu einer Visaliberalisierung kommt, dann wird das natürlich große Enttäuschung auslösen, und ich drücke mich jetzt noch vorsichtig aus“, sagte Van der Bellen. „Man muss auch mitdenken, dass zu jugoslawischen Zeiten alle ohne Visa reisen konnten, und jetzt die Kosovaren die einzigen sind, die von der Visaliberalisierung ausgeschlossen sind. Da geht es ja nicht um Niederlassungsfreiheit oder dergleichen, sondern nur darum, ohne Weiteres für drei Monate einreisen und wieder ausreisen zu können.“

Das Europaparlament hat die Visafreiheit für den Kosovo im vergangenen Sommer gebilligt. Der Kosovo habe die erforderlichen Bedingungen erfüllt, stellten die Abgeordneten damals mehrheitlich fest. Der Ball liegt seitdem bei den EU-Innenministern beziehungsweise dem österreichischen Vorsitz, der die Tagesordnung gestaltet.

„Mehr Frieden“ durch Balkan-Integration

Sechs Länder des Westbalkans – Albanien, Kosovo, Montenegro, Bosnien, Serbien und Mazedonien – wollen möglichst bald der Europäischen Union beitreten. „Dadurch wird der Balkan mehr Frieden bekommen“, meinte Meta vor dem Hintergrund einer langen konfliktreichen Geschichte in der Region. Österreich unterstützt die Bestrebungen und hat schon vor der Übernahme des Ratsvorsitzes mit 1. Juli 2018 erklärt, die europäische Integration des Westbalkans forcieren zu wollen.

Ausland

Kaum Zurückweisungen an deutsch-österreichischer Grenze

Die vom deutschen Innenminister Horst Seehofer (CSU) Mitte Juni verfügte Wiedereinreisesperre für abgelehnte Asylwerberinnen und Asylwerber an der deutsch-österreichischen Grenze hat bisher kaum Wirkung gezeigt. Wie die Zeitungen der deutschen Funke-Mediengruppe heute unter Berufung auf Sicherheitskreise berichten, gab es bisher erst drei Zurückweisungen solcher Fälle. Das deutsche Innenministerium bestätigte die Zahlen.

Das Ministerium hatte der Zeitung zufolge mit rund 100 Fällen im Monat gerechnet. Tatsächlich seien es vom 19. Juni bis zum 17. Oktober insgesamt 89 Menschen gewesen. Davon hatten nur drei bereits einen Asylantrag gestellt. Alle übrigen 86 wären auch vor dem Erlass schon abgewiesen worden.

Streit verursachte Regierungskrise

Seehofer hatte es im Sommer als „Skandal“ bezeichnet, dass Menschen mit Einreisesperre einreisen könnten. Seine Forderungen nach härteren Asylgesetzen – unter anderem eben die Wiedereinreisesperre – hatten im Sommer für eine schwere Regierungskrise in Deutschland gesorgt.

Die neue Regelung gilt für Menschen, für die nach einer Abschiebung ein befristetes Aufenthalts- oder Einreiseverbot ausgesprochen wurde. Davon betroffen sind nur Ausländer, die an den Grenzübergängen zu Österreich kontrolliert werden.

Die übrigen Grenzen sind offen. Das bedeutet, dass ein mit Einreiseverbot belegter Ausländer beispielsweise aus Polen kommend einreisen kann, wenn er neue Asylgründe anführt.

Grüne sehen „Scheindebatte“

Die flüchtlingspolitische Sprecherin des Grünen-Fraktion, Luise Amtsberg, sprach in den Funke-Zeitungen mit Blick auf den erbitterten Asylstreit in der Union von einer „Scheindebatte“, die im Sommer geführt worden sei.

Der SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka beklagte, auch bei den Verträgen mit Griechenland und Spanien seien die Rückführungszahlen von Flüchtlingen „selbst hinter pessimistischen Prognosen“ zurückgeblieben. Zudem habe Seehofer schon vor einem Monat einen Vertrag mit Italien als unterschriftsreif bezeichnet, „doch bis heute fehlen die Unterschriften der Italiener“. Seehofer sei „nach vollmundigen Versprechen“ in der Realität angekommen, sagte Lischka.

UNO: Frankreichs Burkaverbot verstößt gegen Menschenrechte

Die UNO wirft Frankreich wegen des Burkaverbots Verstöße gegen die Menschenrechte vor. Der UNO-Menschenrechtsausschuss erklärte heute in Genf, er sei nicht überzeugt von den Angaben der Regierung in Paris, dass das Verbot des Gesichtsschleiers nötig und angemessen sei, um die Sicherheit und das friedliche Zusammenleben zu gewährleisten.

Der Ausschuss räumte Frankreich 180 Tage ein, um auf die Vorwürfe zu reagieren. Der Menschenrechtsausschuss setzt sich aus unabhängigen Experten zusammen. Seine Empfehlungen sind rechtlich nicht bindend, aber Frankreich hat sich in einem Abkommen verpflichtet, sich „in gutem Glauben“ daran zu halten.

Beschwerde von zwei Frauen

Der Ausschuss reagierte auf die Beschwerden von zwei Frauen, die 2012 auf Grundlage des Gesetzes wegen Tragens der Burka verurteilt worden waren. Das Gesetz habe ihre Rechte verletzt, ihre religiöse Haltung zum Ausdruck zu bringen, und könnte dazu führen, dass sie nicht mehr in die Öffentlichkeit gingen, erklärte der UNO-Ausschuss.

Zugleich machte der Ausschussvorsitzende Yuval Shany deutlich, dass er und weitere Mitglieder des Gremiums den Ganzkörperschleier als eine Form der Unterdrückung betrachteten.

Österreich und Dänemark zogen nach

Frankreich hatte 2010 als erstes europäisches Land das Tragen von Vollschleiern verboten. Die damalige Regierung unter Präsident Nicolas Sarkozy hatte das Verbot damit begründet, dass Burkas der weltlichen Ordnung Frankreichs widersprächen und Frauen erniedrigten. Zudem verhinderten die Ganzkörperschleier die Identifizierung ihrer Träger und stellten damit ein Sicherheitsrisiko dar. Seither haben andere Länder wie Österreich und Dänemark nachgezogen.

HRW: Folter in palästinensischen Gefängnissen

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat Misshandlungen und Folter von Häftlingen in palästinensischen Gefängnissen angeprangert. Sicherheitskräfte sowohl der Palästinenserbehörde im Westjordanland als auch der Hamas im Gazastreifen setzten „systematisch“ Methoden wie Drohungen, willkürliche Festnahmen und Gewalt gegen Häftlinge ein, so HRW heute.

Dabei handle es sich möglicherweise um Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) geahndet werden könnten.

Schläge, Elektroschocks und Stresspositionen

Die Sicherheitskräfte der Palästinenserbehörde foltern Gefangene dem Bericht zufolge mit Schlägen, Elektroschocks und Stresspositionen. Der Journalist Sami al-Sai, der 2017 wegen angeblicher Verbindungen zur Hamas festgenommen wurde, berichtete, er sei im Gewahrsam unter anderem geschlagen und mit Handschellen an der Decke aufgehängt worden. Er legte schließlich ein Geständnis ab und kam drei Monate in Haft.

Auch im Gazastreifen werden Gefangene dem Bericht zufolge systematisch geschlagen und misshandelt. Beide Seiten sollen gezielt gegen Häftlinge vorgehen, die der Zusammenarbeit mit der Gegenseite verdächtigt werden.

HRW sieht „Unterdrückungsmaschinerie“

„Systematische Folter als Teil von Regierungspolitik ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagte der HRW-Büroleiter für Israel und die Palästinensergebiete, Omar Schakir. Seiner Einschätzung nach machen die Vorwürfe auch die Kritik der Palästinenser an Israel angreifbar: „Palästinensische Politiker reisen um die ganze Welt und sprechen über die Rechte der Palästinenser und betreiben gleichzeitig eine Unterdrückungsmaschinerie, um Kritiker zum Schweigen zu bringen“, sagte Schakir der Nachrichtenagentur AFP.

Die Palästinenserbehörde wies die Anschuldigungen zurück und warf HRW vor, mit der US-Regierung verbündet zu sein. Die Hamas äußerte sich zunächst nicht. Die Hamas und die Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sind verfeindet, seit die Hamas im Jahr 2007 die Kontrolle über den Gazastreifen übernommen hatte.

Wirtschaft

Rassistischer Vorfall: Barcelona will Ryanair anzeigen

Nach einem rassistischen Vorfall in einem Ryanair-Flugzeug vor dem Start in Barcelona will die spanische Metropole die Airline und auch den Fluggast zur Rechenschaft ziehen. Der Mann hatte eine neben ihm sitzende Passagierin beleidigt.

„Stadt, die die Menschenrechte schützt“

Man werde bei der spanischen Staatsanwaltschaft Anzeige erstatten, sagte der stellvertretende Bürgermeister Jaume Asens heute vor Journalisten. Man könne nicht zulassen, dass „Barcelonas Ansehen als Stadt, die die Menschenrechte schützt, Schaden zugefügt wird“. Barcelona sei eine offene und antirassistische Stadt.

Ryanair war wegen des Zwischenfalls in Erklärungsnot geraten. In einer Maschine von Europas größter Billigairline hatte ein Passagier eine 77-Jährige lautstark unter anderem als „hässlichen schwarzen Bastard“ beschimpft. Der Mann wurde aber nicht aus dem Flugzeug gewiesen. Stattdessen wurde das Opfer auf eigenen Wunsch umgesetzt.

Mitreisender filmte Vorfall

Ein Mitreisender hatte den Vorfall am vergangenen Freitag kurz vor dem Abflug nach London gefilmt. Das Video verbreitete sich schnell in Sozialen Netzwerken und löste heftige Kritik an der irischen Fluggesellschaft aus. In dem Clip ist zu sehen, dass die Seniorin zwar von ihrer Tochter und einem anderen Passagier unterstützt wurde, ein Flugbegleiter aber auf Aufforderung nur zaghaft eingriff.

Dem Opfer der Verbalattacke wurde empfohlen, sich beim Kundenservice zu beschweren. Auf Rufe von Passagieren, den pöbelnden Passagier aus dem Flugzeug zu bringen, ging das Crew-Mitglied nicht ein. „Wir kennen das Video und haben den Vorfall der Polizei in Essex gemeldet“, schrieb Ryanair auf Twitter. Man werde den Vorfall nicht weiter kommentieren, hieß es. Ein Polizeisprecher bestätigte: „Wir arbeiten eng mit Ryanair und den spanischen Behörden bei den Ermittlungen zusammen.“

„NYT“: 200 mächtige Männer verloren Job durch „MeToo“

Seit Beginn der „MeToo“-Bewegung rund um sexuelle Übergriffe vor gut einem Jahr haben nach einer Analyse der „New York Times“ („NYT“) rund 200 mächtige Männer ihren Job verloren. In knapp der Hälfte der Fälle seien sie durch Frauen ersetzt worden, berichtete die Zeitung heute. Mindestens 920 Menschen seien in diesen Fällen mutmaßliche Opfer von sexuellem Fehlverhalten geworden.

Ausgelöst wurde die „MeToo“-Bewegung durch Berichte über das Verhalten von Filmproduzent Harvey Weinstein Anfang Oktober 2017. In den zwölf Monaten davor wurden der Zeitung zufolge weniger als 30 Menschen gefeuert oder traten zurück, nachdem vorwiegend Frauen mutmaßliche sexuelle Übergriffe gegen sie öffentlich gemacht hatten. Darunter war etwa der frühere Fox-News-Moderator Bill O’Reilly, der im April 2017 entlassen wurde – das bezeichnete die „NYT“ als „Vorbeben“.

43 Prozent der entlassenen oder zurückgetretenen Männer wurden der Analyse zufolge durch Frauen ersetzt. Von diesen Frauen arbeite ein Drittel bei Nachrichtenmedien, ein Viertel in Regierungen und ein Fünftel im Bereich Entertainment und Kultur.

McDonald’s verdient trotz vieler Kunden deutlich weniger

Der Fast-Food-Riese McDonald’s hat im Sommerquartal mehr Kunden in seine Schnellrestaurants gelockt, aber weniger Gewinn gemacht. Verglichen mit dem Vorjahreswert sank der Überschuss um 13 Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar (1,4 Mrd. Euro), wie der US-Konzern heute mitteilte. Allerdings hatte McDonald’s im Vorjahr auch einen Sondererlös aus dem Verkauf von Geschäften in China verbucht.

Der Absatz in Filialen, die seit mindestens 13 Monaten geöffnet sind, legte weltweit um 4,2 Prozent zu – es war das dreizehnte Quartal mit einem Zuwachs in Folge. Im US-Heimatmarkt, wo der Konzern mit scharfer Konkurrenz kämpft, gab es ein Plus von 2,4 Prozent.

„Wir haben deutliche Fortschritte bei der Modernisierung unserer Restaurants rund um den Globus gemacht“, verkündete Vorstandschef Steve Easterbrook. McDonald’s bemüht sich schon länger, Kundinnen und Kunden hinzuzugewinnen – mit Innovationen wie Selbstbedienungssäulen, Lieferdiensten und mobilem Bezahlen.

Der Gesamtumsatz sank im abgelaufenen Quartal zwar um sieben Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar. Diese Einbußen nimmt der Konzern aber bewusst im Rahmen seiner Strategie in Kauf, viele Filialen an Franchisenehmer abzugeben. Das belastet zwar die Erlöse, senkt aber das unternehmerische Risiko und bringt Lizenzgebühren ein.

Sport

Tennis: Abschiedsparty von Melzer geht weiter

Jürgen Melzer hat seine Einzel-Karriere noch einmal um zumindest eine Partie verlängert. Der 37-Jährige bezwang gestern bei den Erste Bank Open 500 in Wien überraschend Milos Raonic 7:6 (8/6) 7:5 und steht damit bei seinem allerletzten Turnier im Achtelfinale. Im 685. Match seiner Profilaufbahn geht es am Mittwoch gegen Kevin Anderson, mit dem er noch eine Rechnung offen hat.

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Chronik

D: Miniriesenrad krachte zusammen – acht Kinder verletzt

Acht Kinder sind gestern bei einem Unfall mit einem kleinen Riesenrad in der deutschen Oberpfalz verletzt worden. Die vier Gondeln des „Zwergerlriesenrads“ stürzten zu Boden, als die Antriebswelle plötzlich abbrach, wie die Polizei heute mitteilte. Alle in den Gondeln sitzenden Kinder im Alter zwischen einem und acht Jahren erlitten Prellungen und Blutergüsse.

Sie wurden mit einem Hubschrauber und Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Das Miniriesenrad mit einem Durchmesser von vier Metern hatte nach Angaben eines Polizeisprechers keine Zulassung durch den TÜV. Es sei ein Eigenbau eines Erlebnisbauernhofs.

Hurrikan „Willa“ bringt starken Regen an Mexikos Küste

Der als hochgefährlich eingestufte Hurrikan „Willa“ hat mit starkem Regen die Westküste Mexikos getroffen. Der Sturm bewegte sich heute weiter auf das mexikanische Festland zu, wie der Wetterdienst des lateinamerikanischen Landes mitteilte. „Willa“ befand sich rund 85 Kilometer südöstlich der Marias-Inseln im Pazifik und erreichte Windgeschwindigkeiten bis 260 km/h.

Militär und Marine alarmiert

Die mexikanischen Behörden bereiteten Evakuierungen vor, sie rechnen mit Überschwemmungen und Erdrutschen. Heer und Marine wurden alarmiert. In mehreren Gemeinden in den Bundesstaaten Sinaloa, Jalisco und Nayarit fiel an Schulen der Unterricht aus.

Zwei Kreuzfahrtschiffe könnten nicht wie geplant in Mazatlan einlaufen, meldete die Zeitung „El Universal“ unter Berufung auf den Tourismusminister des Bundesstaates Sinaloa, Oscar Perez Barros. Mazatlan ist ein beliebter Badeort im Nordwesten Mexikos. Im weiter südlich gelegenen Puerto Vallarta ordnete der Gouverneur des Staates Jalisco, Aristoteles Sandoval, laut Presseberichten vorsorglich die Evakuierung der Hotelzone an.

Der Wirbelsturm hat sich seit Montag leicht abgeschwächt, gilt aber weiter als extrem gefährlich. Für den Küstenabschnitt zwischen San Blas im Bundesstaat Nayarit und Mazatlan sowie die vorgelagerten Marias-Inseln galt Hurrikanwarnung. Nach dem Landgang erwarten die Meteorologen, dass sich „Willa“ schnell abschwächt.

Säule in Florenz beschmiert: Österreicher angezeigt

Ein 22-jähriger Österreicher ist erwischt worden, während er mit Buntstiften eine Figur auf eine Säule der Kolonnade des Neuen Markts in Florenz gezeichnet hat. Die Polizei ertappte den jungen Mann bei einer Kontrolle, berichteten italienische Medien.

Dem Österreicher droht eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und drei Jahren wegen Beschädigung eines Monuments. Zudem wird er eine Geldstrafe von 160 Euro zahlen müssen.

Bereits im August war ein österreichisches Ehepaar auf Hochzeitsreise in Florenz angezeigt worden. Die beiden hatten mit einem nicht löschbaren Stift ihre Namen und ein Herz auf eine Mauer des weltberühmten Ponte Vecchio geschrieben.

Gesundheit

Religion

Science

Musk will Hyperloop-Röhre in Dezember eröffnen

Reisen in rasenden Hyperloop-Kapseln soll schon bald keine futuristische Vision mehr sein: Nach Angaben von Unternehmer Elon Musk wird ein Testtunnel für das Verkehrsmittel in Rohrpostmanier bereits im Dezember in der kalifornischen Metropole Los Angeles eingeweiht – inklusive kostenloser Testfahrten für die Öffentlichkeit.

„Der erste Tunnel ist fast fertig“, schrieb Musk, dessen Firma The Boring Company an der Röhre arbeitet, im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Er öffnet am 10. Dezember.“ Geplant seien eine abendliche Eröffnungsfeier und kostenlose Probefahrten am folgenden Tag.

Rohrpost reloaded

Beim Hyperloop rasen Kapseln durch eine Röhre wie in einer Rohrpost von Stadt zu Stadt. In Los Angeles soll so eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h erreicht werden, wie Musk auf Twitter schrieb. Bei einer Präsentation im Mai hatte er angekündigt, dass das Stadtzentrum von Los Angeles vom internationalen Flughafen aus in weniger als zehn Minuten erreichbar sei, langfristiges Ziel seien Geschwindigkeiten von mehr als 480 km/h.

Unterstützer der Technologie halten eine Verkürzung der Reisezeit von Los Angeles nach San Francisco von fünf bis sechs Stunden auf 30 Minuten für möglich. Theoretisch denkbar sind auch Geschwindigkeiten jenseits der Schallgrenze.

Hohe Geschwindigkeit durch Vakuum

Bei der Hyperloop-Technik werden die Transportkapseln – „Pods“ genannt – in einem geschlossenen Tunnel mit elektromagnetischem Antrieb bewegt. Die hohe Geschwindigkeit sollen sie durch ein Vakuum im Tunnel erreichen, wodurch der Luftwiderstand sinkt.

Hyperloop ist eines der Hightech-Unterfangen von Musk, der auch den Elektroautobauer Tesla und das Raumfahrtunternehmen SpaceX gegründet hat.

2.400 Jahre altes Schiffswrack im Schwarzen Meer entdeckt

Im Schwarzen Meer ist von einem Forschungsteam das wahrscheinlich älteste vollständige Schiffswrack gefunden worden. Das 23 Meter große Schiff aus dem antiken Griechenland liegt seit rund 2.400 Jahren auf dem Meeresgrund. Sowohl der Mast als auch Ruder und Sitzbänke sind erhalten. Expeditionsleiter Professor Jon Adams von der Universität im britischen Southampton erhofft sich laut „Guardian“ völlig neue Aufschlüsse über den Schiffsbau und die Seefahrerei in der Antike.

Schiffswrack
APA/AFP/Black Sea MAP/EEF Expeditions

60 Wracks gefunden

Das Alter des Schiffes wurde von den Forschern mit der Radiokarbonmethode festgestellt. Es dürfte sich laut den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen um ein Handelsschiff handeln, wie es bisher nur auf Abbildungen auf antiken Vasen bekannt ist.

Das Forscherteam des Black Sea Maritime Archaeology Project hatte drei Jahre den Meeresgrund im Schwarzen Meer untersucht – vor allem um geophysikalisch die Veränderungen durch Klima- und Umwelteinflüsse zu erforschen. Dabei stieß das Team aber auf rund 60 Schiffswracks aus etlichen historischen Epochen. Dass die Schiffe derart gut erhalten sind, liegt an den Bedingungen am Meeresgrund – der Dunkelheit und dem niedrigen Sauerstoffgehalt des Meerwassers.

Kultur

Banksy-Versteigerung: Großer Andrang nach Zerstörungsaktion

Rund zwei Wochen nach der spektakulären Versteigerung eines Banksy-Bildes, bei dem sich das Werk selbst zum Teil zerstört hat, werden in Paris heute Abend mehrere Werke des berühmten Street-Art-Künstlers versteigert.

Der Andrang nach dem Ereignis Anfang Oktober bei Sotheby’s in London sei groß, berichtete das Auktionshaus Artcurial. In London hatte sich das für rund 1,2 Millionen Euro verkaufte Bild nach der Versteigerung teilweise selbst zerstört, indem es durch einen im Rahmen versteckten Schredder lief.

100 Werke aus Privatsammlung

Bei der Versteigerung kommen rund 100 Werke aus einer Privatsammlung unter den Hammer. Von Banksy werden drei Siebdrucke und zwei Objekte versteigert. Der Schätzwert von „Stop and Search“, auf dem ein Polizist den Korb eines Mädchens durchsucht, liegt zwischen 30.000 und 35.000 Euro. Das Bild „Queen Vic“, es zeigt Königin Victoria auf einer halbnackten Frau, wird auf 3.500 bis 4.000 Euro geschätzt.

Kritik mit Profit

Das Auktionshaus schließt nicht aus, nach der Zerstörungsaktion höhere Verkaufspreise zu erzielen. Das bei Sotheby’s geschredderte Bild, bei dem der untere Teil nun in dünnen Streifen hängt, soll jetzt das Doppelte wert sein.

Hinter der Aktion in London steckte der Künstler selbst, der vorgibt, damit die Kommerzialisierung des Kunstmarktes zu kritisieren – und zugleich den Preis für seine Werke wohl weiter nach oben treibt. Wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt, ist unbekannt. Der aus Bristol stammende Künstler ist anonym.

Leute

Niederländisches Königspaar zu Staatsbesuch in London

Der niederländische Monarch Willem-Alexander und seine Frau Maxima sind heute zu ihrem ersten Staatsbesuch nach Großbritannien gereist. Zum prunkvollen Empfang gehörte eine Fahrt Willem-Alexanders in einer goldverzierten Kutsche mit Königin Elizabeth II.

Zur Begrüßung gab es links und rechts ein Küsschen auf die Wange der Queen – dabei musste das groß gewachsene Paar aus den Niederlanden mächtig in die Knie gehen. Die 92-Jährige trug ein lila Kostüm und einen farblich passenden Hut.

Das niederländische Königspaar und die britische Monarchin
AP/Christopher Furlong

Auch Treffen mit May geplant

Geplant bei dem zweitägigen Besuch sind unter anderem eine Rede Willem-Alexanders im Parlament, ein Gespräch mit Labour-Oppositionschef Jeremy Corbyn und Teetrinken mit Prinz Charles und dessen Frau Camilla in deren Residenz Clarence House. Morgen ist ein Treffen mit Premierministerin Theresa May vorgesehen.

Der Besuch hat mit Blick auf den EU-Austritt Großbritanniens und künftige Handelsbeziehungen eine besondere Bedeutung. Nach Angaben des Außenministeriums in London sind die Niederlande der drittgrößte Handelspartner des Vereinigen Königreichs. König Willem-Alexander hatte kurz vor dem Besuch im Gespräch mit britischen Journalisten gesagt, dass er sich wegen des „Brexit“ Sorgen mache. Großbritannien will sich Ende März 2019 von der EU trennen.