COV Inland

732 Menschen sind derzeit (Stand: heute, 11.00 Uhr) laut Gesundheitsministerium am Coronavirus erkrankt, das sind 28 Erkrankte weniger als 24 Stunden zuvor. Die Zahl der Todesfälle liegt bei 618. Ausschlaggebend ist die Definition des Epidemiologischen Meldesystems (EMS).

Die Gesamtzahl der Patientinnen und Patienten in Intensivbehandlung erhöhte sich von 31 auf 32. Die Anzahl der Tests auf liegt bei mehr als 411.000. 16.495 Fälle wurden bisher bestätigt.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Nur noch ein Covid-19-Kranker in Kärnten

Es gibt mit heute nur noch einen Covid-19-Erkrankten in Kärnten. Wenn das Virus nicht importiert wird, geht die Landessanitätsdirektion davon aus, dass das Land bald coronavirusfrei sei: Das Virus zirkuliert nicht mehr. Man könnte damit die Maskenpflicht vor allem bei Kindern überdenken.

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Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten zur Zahl der Coronavirus-Infektionen weiter aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Wichtig: Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

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Die FPÖ ist mit ihrer Forderung nach einem eigenen Untersuchungsausschuss zur Coronavirus-Krise gescheitert. Neben ÖVP und Grünen stimmte im Geschäftsordnungsausschuss heute laut Parlamentskorrespondenz auch NEOS gegen den blauen Antrag. Noch nicht abgeschlossen ist die Vorbereitung des von der Opposition geforderten Covid-19-Kontrollausschusses.

Der Covid-19-Unterausschuss soll diese Woche im Parlament auf den Weg gebracht werden und die Auszahlung der von der Regierung angekündigten Milliardenhilfen für die Wirtschaft prüfen. Zur Vorbereitung wird nach Angaben aus den Parlamentsklubs diese Woche noch ein weiterer Termin für den Geschäftsordnungsausschuss gesucht, der eine entsprechende Änderung der Nationalratsgeschäftsordnung vorbereiten soll.

Der Antrag der FPÖ einen zusätzlichen Untersuchungsausschusses zur Prüfung der Vorgänge in der Coronavirus-Krise ist indessen gescheitert. Mit der FPÖ gestimmt hat nur die SPÖ. Weil die Opposition bereits einen Untersuchungsausschuss eingesetzt hat – nämlich jenen zur „Ibiza-Affäre“ –, wäre für eine zweite parlamentarische Untersuchung aber ein Mehrheitsbeschluss nötig gewesen. Und dieser kam wegen der Ablehnung durch ÖVP, Grüne und NEOS nicht zustande.

Die Coronavirus-Krise beschert auch den Sozialversicherungen herbe Verluste. Allein im April wurden den Unternehmen um 187,8 Millionen Euro oder 5,31 Prozent weniger an Beiträgen für die Erwerbstätigen vorgeschrieben als im gleichen Monat des Vorjahres.

Dieses Geld fehlt den Sozialversicherungen tatsächlich als verminderte Einnahmen, erläuterte der Generaldirektor der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), Bernhard Wurzer.

Grund dafür ist die stark gestiegene Arbeitslosigkeit und die gesunkene Beschäftigung. Im März hatten die Vorschreibungen der Beiträge im Vergleich zum Vorjahresmonat noch um 86,8 Millionen Euro oder um 2,43 Prozent zugelegt, obwohl zur Mitte dieses Monats schon die Krise ausgebrochen war.

Wurzer: „Leichte Trendwende“

Die Rückstände, die die Dienstgeber bei den Krankenkassen für ihre Mitarbeiter haben, lagen im März schon bei 1,77 Milliarden Euro und sind laut Prognose im April auf 2,6 Milliarden Euro gewachsen. Ein Grund dafür ist auch die Möglichkeit einer verzugszinsenfreien Stundung der Sozialversicherungsbeiträge für die Unternehmer aufgrund der Krise.

Wie Wurzer im Gespräch mit der APA erläuterte, handelte es sich dabei zunächst vor allem um ein Liquiditätsthema. Wie viel von diesen Forderungen die Sozialversicherungen tatsächlich noch einheben können und wie viel sie abschreiben müssen, lässt sich derzeit aber noch nicht sagen.

Das hängt auch davon ab, wie viele Betriebe die Krise überleben und wie hoch die Beschäftigung sein wird. Normalerweise liegen die Dienstgeberrückstände bei den Krankenkassen im Schnitt um die 600 Millionen Euro, erläuterte der ÖGK-Generaldirektor.

Wurzer sieht aber schon einen kleinen Silberstreif am Horizont. Er spricht von einer „leichten Trendwende“, weil es angesichts einer zuletzt schon leicht gesunkenen Arbeitslosigkeit wieder mehr An- als Abmeldungen von Beschäftigten gebe. Eine Prognose, wie sich die Krise auf das gesamte Jahresergebnis der ÖGK auswirken wird, traut sich der Generaldirektor vorerst nicht abzugeben.

Die Koalitionsfraktionen haben heute im Nationalrat weitere Coronavirus-Hilfen beschlossen, von denen die Gastronomie profitieren soll. Ab 1. Juli wird die Schaumweinsteuer dauerhaft gestrichen, die Mehrwertsteuer auf nicht alkoholische Getränke wird befristet halbiert. Geschäftsessen können künftig zu einem höheren Grad abgesetzt werden und Essensgutscheine werden weiter privilegiert.

Der Wegfall der Schaumweinsteuer gilt dauerhaft, bisher musste hier pro Liter ein Euro abgeführt werden. Bis Jahresende befristet ist hingegen die Senkung des Mehrwertsteuersatzes bei alkoholfreien Getränken; der Steuersatz liegt hier künftig bei zehn Prozent.

Bisher galt dieser Wert nur auf tierische Milch und Leitungswasser. Betroffen davon ist die Abgabe von „offenen nicht alkoholischen Getränken“. Damit sind nicht nur direkt ausgeschenkte Getränke gemeint, sondern auch solche, die typischerweise vom Gastronomen oder dem Kunden im Zuge des Erwerbs unmittelbar geöffnet werden. Nicht umfasst sind etwa Getränke in Automaten und in Supermärkten, sehr wohl aber in Kantinen und an Würstelständen.

Steuererleichterungen bei Essensbons

Bei Essensbons für Mahlzeiten, die Arbeitgeber ihren Dienstnehmern zur Verfügung stellen, gibt es ebenfalls steuerliche Erleichterungen. Bisher waren diese bis zu einem Wert von 4,40 Euro pro Arbeitstag steuerfrei, wenn die Gutscheine nur am Arbeitsplatz oder in einer Gaststätte konsumiert werden.

Dieser Betrag wird auf acht Euro angehoben. Bei Bezahlung von Lebensmitteln, die nicht sofort konsumiert werden, geht die Steuerbefreiung aktuell nur bis zu einem Wert von 1,10 Euro, dieser wird auf zwei Euro erhöht.

Hinsichtlich der Geschäftsessen wird auf eine befristete Regelung gesetzt: Von 1. Juli bis zum Jahresende werden 75 statt 50 Prozent absetzbar sein. Beschlossen wurde im Rahmen der Hilfen auch eine Erlaubnis für Bilanzbuchhalter, für Unternehmen Liquiditätshilfen aus den CoV-Hilfspaketen zu beantragen.

Die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer ist im Vergleich zur Vorwoche um 9.000 auf 523.300 zurückgegangen. Das teilte Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) heute mit. Derzeit sind damit aber noch immer über 123.000 Personen mehr arbeitslos als vor der Coronavirus-Krise, seit Mitte April haben 65.000 Arbeitslose wieder eine Beschäftigung gefunden.

„Bei den Arbeitslosenzahlen sehen wir weiterhin eine erfreuliche Abflachung der Kurve“, sagte Aschbacher bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) in Wien. Am stärksten war der Rückgang im Vergleich zur Vorwoche in der Gastronomie mit 5.000 Arbeitslosen weniger.

Höchststand Mitte April

Der coronavirusbedingte Höchststand Mitte April lag bei 588.000 Arbeitslosen, ein Rekordwert seit dem Jahr 1945. Vor dem „Shut-down“ Mitte März gab es rund 400.000 Personen in Österreich ohne Job.

Die Antragszahlen für Kurzarbeit haben sich seit letzter Woche nur wenig verändert, die Auszahlung der Gelder hat sich aber deutlich beschleunigt. Rund 109.300 Anträge von 113.700 waren per 25. Mai genehmigt mit einer Bewilligungssumme von 10,1 Mrd. Euro.

Für 1,3 Millionen Arbeitnehmer ist damit Kurzarbeit möglich. An 42.000 Betriebe wurde Kurzarbeitsgeld überwiesen. Mit Stand gestern Abend wurden laut Arbeitsministerium rund 447 Mio. ausbezahlt. Mit den Zahlungen von heute Früh werde voraussichtlich die Marke von 500 Mio. überschritten. Ende Mai laufen die ersten Kurzarbeitsprojekte aus, dann erwarten das Arbeitsministerium einen ersten Rückgang.

Die coronavirusbedingten Hygieneregeln an den Schulen werden je nach Einrichtung unterschiedlich gehandhabt. Das zeigen von der APA gesammelte Erfahrungsberichte der ersten Woche der Schulöffnung. Dabei wurden die Schulen durchaus kreativ: Unter anderem wurde teils der Klobesuch von der Pause in die Stunde verlegt und das Handyverbot in der Klasse aufgehoben.

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Zahlreiche Verdachtsfälle gemeldet

An den Wiener Schulen sind laut der Bildungsdirektion bisher „zahlreiche“ Coronavirus-Verdachtsfälle gemeldet worden – darunter jedoch „viele Leermeldungen“. In einer Volksschule in Wien-Alsergrund wurde kürzlich eine Mutter positiv auf Covid-19 getestet.

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COV Ausland

Weltweit haben sich mittlerweile mehr als fünfeinhalb Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Von den 5.505.307 nachgewiesenen Ansteckungen wurden mehr als zwei Drittel aus Europa und den USA gemeldet, wie eine Aufstellung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben heute zeigte.

Damit hat sich die Zahl der weltweit Infizierten binnen eines Monats verdoppelt, allein in den vergangenen elf Tagen kamen mehr als eine Million Fälle hinzu.

In Europa wurden 2.047.401 Infektionen und 172.824 Todesfälle registriert. In den USA sind es 1.662.768 Infizierte und 98.223 Todesopfer. Weltweit gab es laut AFP bisher 346.188 Todesfälle. Die tatsächlichen weltweiten Infektions- und Opferzahlen dürften weitaus höher liegen, da nicht alle Betroffenen auf SARS-CoV-2 getestet werden.

Russland stark betroffen

Das weltweit nach den USA und Brasilien am stärksten betroffene Land ist Russland. Dort wurde heute die höchste tägliche Todeszahl seit dem Ausbruch im Land registriert. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden starben binnen 24 Stunden 174 Menschen an Covid-19. Damit stieg die offizielle Opferzahl auf 3.807, insgesamt 362.342 Ansteckungen wurden nachgewiesen.

Die offizielle Zahl der Coronavirus-Toten in Russland ist im Verhältnis zur Infektionszahl vergleichsweise niedrig. Kritikerinnen und Kritiker werfen den Behörden daher ein Herunterspielen der Pandemie vor.

Die Gesundheitsbehörden verweisen darauf, dass sie nur Verstorbene als Coronavirus-Tote zählen, bei denen das neuartige Coronavirus eindeutig die Todesursache war. In anderen Ländern wie Deutschland fließen alle Toten in die Bilanz ein, die infiziert waren.

Kreml-Chef Wladimir Putin hat ungeachtet hoher Coronavirus-Infektionszahlen für den 24. Juni die große Militärparade zum 75. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Adolf Hitler angeordnet.

Er wies heute Verteidigungsminister Sergej Schoigu an, mit der Organisation des Großereignisses unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen zu beginnen. Die Parade am Tag des Sieges am 9. Mai war wegen der Coronavirus-Krise abgesagt worden. Nun sagte Putin, dass der Höhepunkt der Epidemie überschritten sei. Er hatte mehrfach betont, dass die Parade nachgeholt werde.

Mit dem Aufmarsch Tausender Soldaten und der Parade von Panzern und Raketen wird jedes Jahr in Moskau an die großen Verdienste der Roten Armee erinnert. Noch immer gelten in der russischen Hauptstadt wegen der Coronavirus-Pandemie strenge Ausgangssperren. Diese müssten bis dahin beendet sein.

Den Tag für die Parade wählte Putin mit Blick auf die Geschichte – weil es am 24. Juni 1945 die erste große Siegesparade nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem Roten Platz gegeben hatte.

Russland ist das am drittstärksten betroffene Land weltweit. Dort wurde heute die höchste tägliche Todeszahl seit dem CoV-Ausbruch im Land registriert. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden starben binnen 24 Stunden 174 Menschen an Covid-19. Damit stieg die offizielle Opferzahl auf 3.807, mehr als 362.000 Ansteckungen wurden bisher insgesamt nachgewiesen.

Bei Coronavirus-Reihenuntersuchungen in allen 51 großen Schlachthöfen in Bayern sind bisher nur wenige Infektionen festgestellt worden.

„Mittlerweile liegen Testergebnisse für mehr als 5.100 Mitarbeiter an 46 großen bayerischen Schlachthöfen vor, darunter waren nur zehn weitere positiv“, sagte die bayrische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) heute in München. „Die restlichen Tests sollen im Laufe dieser Woche abgeschlossen und ausgewertet sein.“

Nachdem bei einer Firma im niederbayrischen Bogen mehrere Mitarbeiter mit SARS-CoV-2 infiziert waren, hatten die Behörden in diesem Betrieb und auch in den 50 weiteren Schlachthöfen im Freistaat Massentests angeordnet. In Bogen waren laut Ministerium bisher 92 Mitarbeiter positiv getestet worden. Deutschlandweit hatte es bei mehreren Firmen zahlreiche infizierte Mitarbeiter gegeben.

Nach der Häufung von Infektionen in Schlachtbetrieben stehen die Arbeitsbedingungen mit Subunternehmern und teils überfüllten Sammelunterkünften für Osteuropäer in der Kritik. Das deutsche Bundeskabinett hatte vergangenen Woche Eckpunkte eines „Arbeitsschutzprogramms für die Fleischwirtschaft“ beschlossen.

Geplant sind etwa ein Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischindustrie ab dem kommendem Jahr und höhere Bußgelder bei Verstößen gegen Arbeitszeitvorschriften.

Die gelockerten Einreisebeschränkungen für slowakische und tschechische Bürgerinnen und Bürger gelten nun auch für Ungarinnen und Ungarn. Staatsbürger jener drei Staaten, die in eines der drei EU-Länder fahren und innerhalb von 48 Stunden zurückkehren, brauchen ab morgen keinen negativen CoV-Test mehr und müssen auch nicht in Quarantäne. Das gab der tschechische Außenminister Tomas Petricek nun bekannt.

Petricek fragte nach Angaben der tschechischen Nachrichtenagentur CTK auch bei ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg an, ob eine ähnliche Regelung auch für die österreichisch-tschechische Grenze infrage käme. „Wir warten auf eine Reaktion der österreichischen Seite“, sagte Petricek. Tschechien sei bereit, eine solche Regelung mit Österreich einzuführen. Eine Sprecherin von Schallenberg sagte gegenüber der APA, dass der Vorschlag derzeit intern geprüft werde.

Gestern hatte bereits der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis angekündigt, dass es tschechischen und slowakischen Bürgern ab morgen erlaubt ist, ohne Tests und anschließende Quarantäne bis zu 48 Stunden ins jeweilige andere Land zu reisen. Nun ist auch Ungarn hinzugekommen.

Slowakische Staatsbürger brauchen neben einer Rückkehr aus Tschechien und Ungarn nach 48 Stunden auch aus den Ländern Österreich, Polen, Kroatien, Slowenien, Schweiz und Deutschland keinen negativen Test vorzuweisen und müssen auch nicht in Quarantäne.

Laut dem tschechischen Gesundheitsminister Adam Vojtech arbeitet die Regierung zudem an einer generellen Entspannung, was die Reisebeschränkungen betrifft. Länder sollten eingeteilt werden in Covid-19-Risiko- und Nichtrisikoländer. Menschen, die aus Nichtrisikoländern nach Tschechien zurückkämen, könnten keinen negativen CoV-Test mehr vorweisen müssen.

Die globale Allianz gegen das Coronavirus hat inzwischen 9,5 Milliarden Euro für die Entwicklung von Impfstoffen und Arzneien gesammelt. Das teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen heute auf Twitter mit. Das sei ein großartiges Ergebnis, meinte von der Leyen.

Sie hatte am 4. Mai eine internationale Onlinegeberkonferenz organisiert, bei der zunächst 7,4 Milliarden Euro zusammenkamen. Seither konnten Privatleute, Stiftungen und Regierungen weiter spenden.

Ziel der Initiative ist, weltweit alle Kräfte für die Forschung an Impfstoffen und Arzneien zu bündeln. Sobald sie verfügbar sind, sollen die neuen Mittel allen Ländern zur Verfügung stehen, auch ärmeren.

Inland

Das Sozialministerium hat heute den Posten des Leiters der Sozialversicherungssektion ausgeschrieben. Der bisherige Leiter der Sektion II, Reinhard Sommer, war bereits im November 2019 in den Ruhestand gegangen, seither war der Posten vakant.

Im Sozialministerium begründet man das damit, dass die Übergangsregierung keine Personalentscheidungen getroffen hat und dann das Coronavirus dazwischengekommen sei.

In der im Amtsblatt der „Wiener Zeitung“ veröffentlichen Ausschreibung wird darauf hingewiesen, dass die für eine nähere Auswahl in Betracht kommenden Bewerberinnen und Bewerber zu einem Hearing eingeladen werden können. Eine unabhängige Kommission erstellt dann ein Gutachten, das Minister Rudolf Anschober (Grüne) als Entscheidungsgrundlage dient. Die Bewerbungsfrist läuft bis 24. Juni.

Der seit dem Jahr 2011 beobachtbare Trend steigender Einbürgerungszahlen hat zumindest vorerst ein Ende gefunden. Wie die Statistik Austria heute mitteilte, wurde die österreichische Staatsbürgerschaft in den ersten drei Monaten des Jahres 2020 an 2.451 Personen verliehen. Damit gab es um 11,3 Prozent weniger Einbürgerungen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (2.764 Einbürgerungen).

Etwa die Hälfte (47,6 Prozent) der neuen Österreicherinnen und Österreicher im ersten Quartal 2020 waren vor der Einbürgerung Staatsangehörige Serbiens (327), Bosnien und Herzegowinas (291), der Türkei (226), des Kosovo (150), Afghanistans (87) oder Rumäniens (86). Mehr als ein Drittel der eingebürgerten Personen wurde bereits in Österreich geboren (942 bzw. 38,4 Prozent).

Spitzenwert in Wien

Die meisten Einbürgerungen erfolgten mit Abstand in Wien, wo es 986 positiv abgeschlossene Fälle gab. Allerdings ist in der Bundeshauptstadt ein Rückgang von 21,9 Prozent im Vergleich zum ersten Vorjahresquartal zu verzeichnen. Die relativen Zuwächse waren am deutlichsten in Kärnten (plus 24,1 Prozent auf 103 Einbürgerungen), gefolgt von Niederösterreich (plus 21,6 auf 406) und Oberösterreich (plus 4,6 auf 412).

Oberösterreich und Niederösterreich waren nach absoluten Zahlen hinter Wien auf den Plätzen zwei und drei. Klares Schlusslicht ist das Burgenland, wo es einen Rückgang der Einbürgerungen um 84,6 Prozent gab. Nur acht Personen erhielten im östlichsten Bundesland im Jahr 2020 bisher die österreichische Staatsbürgerschaft.

TV-Hinweis

Ausland

Das Afrika-Kommando des US-Militärs (Africom) wirft Russland vor, Kampfjets nach Libyen geschickt zu haben, um dort die Truppen des aufständischen Generals Khalifa Haftar gegen die international anerkannte Regierung zu unterstützen.

„Zu lange hat Russland das gesamte Ausmaß seiner Beteiligung im Libyenkonflikt dementiert“, sagte der Kommandant des US-Afrika-Kommandos, Stephen Townsend, heute. Russland versuche, seinen militärischen Einfluss in Afrika mithilfe staatlich unterstützter Söldnergruppen auszubauen.

Bilder als Beweise veröffentlicht

Das Afrika-Kommando veröffentlichte heute Bilder der libyschen Luftwaffenbasis Al-Jufra vom 19. Mai dieses Jahres. Darauf seien mehrere MiG-29-Kampfjets zu sehen. Weder die sogenannte Libysche Nationalarmee (LNA) noch private Militärfirmen könnten solche Flugzeuge bewaffnen, bedienen und unterhalten, hieß es in der Mitteilung des US-Militärs.

Die Kampfjets sollen wahrscheinlich die russische Söldnergruppe Wagner unterstützen, die auf der Seite des aufständischen Generals Haftar kämpft, vermutet Africom. Die Flugzeuge sollen über Syrien nach Libyen geflogen worden sein.

Putin weist Vorwürfe von sich

„Russlands destabilisierendes Vorgehen in Libyen wird die regionale Instabilität verschärfen, welche die Flüchtlingskrise für Europa angetrieben hat“, warnten die US-Streitkräfte. Kremlchef Wladimir Putin hatte immer wieder betont, dass Söldner aller möglichen Staaten in Libyen im Einsatz seien. Sollten darunter Russen kämpfen, seien sie nicht im staatlichen Auftrag im Einsatz. Haftar erhält unter anderem Hilfe von Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten.

Bereits seit einigen Tagen gibt es Berichte über russische Kampfjets in Libyen. Nach mehreren schweren Rückschlägen im Kampf um die Hauptstadt Tripolis hatten Haftars Truppen neue Luftangriffe angekündigt. Seit mehr als einem Jahr versucht Haftar, mit seinen LNA-Einheiten Tripolis einzunehmen. Dort hat die international anerkannte Regierung ihren Sitz. Es wird allerdings vom Parlament nicht anerkannt, das inzwischen seinen Sitz in den Osten Libyens verlegt hat und Haftar unterstützt.

Mehr als drei Wochen nach einem Schusswechsel zwischen Grenzsoldaten aus Süd- und Nordkorea hat das UNO-Kommando (UNC) in Südkorea beiden Seiten eine Verletzung des Waffenstillstandsabkommens von 1953 vorgeworfen. Eine Untersuchung des Zwischenfalls habe das ergeben, erklärte ein Sprecher des UNC heute.

Die nordkoreanische Volksarmee und die südkoreanischen Streitkräfte hätten das Abkommen durch den nicht autorisierten Einsatz kleinerer Waffen verletzt. Das von den USA angeführte Kommando wacht seit dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 über den Waffenstillstand auf der koreanischen Halbinsel.

Zu dem Schusswechsel war es am 3. Mai im mittleren Abschnitt der schwer bewachten Grenze zwischen beiden Staaten gekommen. Der Generalstab in Südkorea hatte mitgeteilt, nordkoreanische Soldaten hätten mehrere Schüsse auf einen südkoreanischen Grenzkontrollposten innerhalb der militärischen Pufferzone abgegeben.

Südkoreanische Soldaten hätten die Schüsse erwidert. Südkoreas Militär ging später davon aus, dass die Schüsse aus dem Norden versehentlich fielen. Es habe keine Verletzten gegeben.

UNC stellte internationales Team zusammen

Das UNC betonte, es habe nicht abschließend geklärt werden können, ob die vier Schüsse von nordkoreanischer Seite absichtlich abgegeben worden seien. Das Kommando hatte ein internationales Team für eine Untersuchung zusammengestellt. Den Angaben zufolge wurde das nordkoreanische Militär vergeblich darum gebeten, Informationen zu dem Vorfall zu liefern.

Die geteilte Halbinsel befindet sich völkerrechtlich noch immer im Kriegszustand. Ein Friedensabkommen ist bis heute nicht geschlossen worden. Die Pufferzone trennt seit dem Bruderkrieg den Süden und Norden auf vier Kilometern Breite und etwa 250 Kilometern Länge.

Die afghanische Regierung hat die Freilassung von 900 gefangenen Taliban angekündigt und die Extremisten zugleich aufgefordert, eine dreitägige Waffenruhe zu verlängern. Es sei wichtig, die eigentlich heute Nacht endende Waffenruhe auszuweiten, sagte Javid Faisal, der Sprecher des nationalen Sicherheitsberaters, heute in der Hauptstadt Kabul.

„Um ein Blutvergießen zu vermeiden, ist die afghanische Regierung zu einer Verlängerung bereit.“ Die Taliban hatten die Waffenruhe anlässlich des islamischen Festes Id al-Fitr verhängt, das das Ende des Fastenmonats Ramadan markiert. Die 900 radikalislamischen Taliban sollten noch heute freikommen. Beide Seiten haben bereits in mehreren Schritten Gefangene entlassen.

Der Gefangenenaustausch ist als vertrauensbildende Maßnahme zentraler Bestandteil des Friedensabkommens vom Februar zwischen den USA und den Taliban, das den fast zwei Jahrzehnte währenden Krieg beenden soll. Die Einigung sieht vor, dass die afghanische Regierung 5.000 gefangene Taliban-Kämpfer freilässt. Die Extremisten sollen tausend Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte freigeben.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat Saudi-Arabien zur sofortigen Freilassung zweier erwachsener Kinder eines hochrangigen Ex-Geheimdienstmitarbeiters aufgefordert. Der Organisation zufolge hält das Königreich Sohn und Tochter des in Kanada lebenden Saad al-Dschabri seit März „willkürlich“ in Isolationshaft, um den Vater zu einer Rückkehr nach Saudi-Arabien zu zwingen.

„Die saudischen Behörden sinken auf einen neuen Tiefpunkt, indem sie die Familien ehemaliger Funktionäre verfolgen, die bei der derzeitigen Führung in Ungnade gefallen sind“, sagte der HRW-Experte für den Nahen Osten, Michael Page, heute.

Kinder festgenommen

Dschabri war nach Angaben von HRW ein Berater des ehemaligen Kronprinzen und früheren Innenministers Mohammed bin Naif und diente als wichtige saudische Verbindungsperson zu westlichen Geheimdiensten. Seit 2017 lebt er im Exil in Kanada. Seine Kinder Omar (21) und Sarah al-Dschabri (20) wurden zehn Tage nach der Inhaftierung Bin Naifs und eines weiteren hochrangigen Prinzen in den frühen Morgenstunden festgenommen, wie HRW mitteilte.

Saudi-Arabien steht immer wieder wegen schwerer Menschenrechtsverstöße in der Kritik. Zahlreiche Menschenrechtsaktivisten sitzen dort wegen unklarer Vorwürfe in Haft. Kritikerinnen und Kritiker machen dafür vor allem den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman verantwortlich.

Wirtschaft

Für Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) ist eine staatliche Beteiligung an der Lufthansa-Tochter AUA im Rahmen des geplanten Rettungspakets noch nicht vom Tisch. „Es sind im Moment noch alle Wege offen. Es ist noch nicht final unterschrieben“, sagte Schramböck heute bei einer Pressekonferenz auf Journalistennachfrage.

Der Beschluss gestern über das Lufthansa-Rettungspaket in Deutschland könnte die Verhandlungen über ein Hilfspaket für die AUA beschleunigen. Das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket für die von der Coronavirus-Krise schwer angeschlagene Lufthansa wurde gestern nach wochenlangem Tauziehen fixiert. Unter anderem übernimmt der deutsche Staat rund 20 Prozent der Lufthansa-Anteile und wird damit Miteigentümer der Fluglinie.

Bis wann eine Einigung beim AUA-Rettungspaket erzielt werden könnte, ließ die Wirtschaftsministerin offen. „Geschwindigkeit zulasten der Qualität“ sei nicht das Ziel bei den Verhandlungen mit der AUA-Mutter. Man erwarte sich vom Lufthansa-Management „entsprechende Vorschläge“, unter anderem zu Arbeitsplätzen, Drehkreuz Wien, Langstreckenflügen und zur Flotte. „Die jetzigen Flieger sind in die Jahre gekommen“, sagte Schramböck.

Der Billigflieger Ryanair will gegen das vereinbarte neun Milliarden Euro schwere staatliche Rettungspaket für die deutsche Lufthansa rechtlich vorgehen. „Ryanair wird gegen das jüngste Beispiel illegaler staatlicher Beihilfen an die Lufthansa Beschwerde einlegen“, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary heute.

Die Finanzhilfe werde der Lufthansa Preise unter Kosten ermöglichen und den Billigairlines Ryanair aus Irland und easyJet aus Großbritannien den Wettbewerb erschweren. Der Wettbewerb werde stark verzerrt.

Die deutsche Bundesregierung und die Lufthansa hatten sich gestern nach wochenlangen Verhandlungen auf die Staatshilfe in Form von Krediten, stillen Einlagen und einem Einstieg des Staates bei der Lufthansa in Höhe von 20 Prozent geeinigt. Die EU-Kommission muss für eine Genehmigung prüfen, ob die Beihilfe den Wettbewerb im europäischen Luftverkehr beschränkt. Die dafür notwendige Notifizierung sei bislang nicht erfolgt, sagte eine Sprecherin heute in Brüssel. Es gebe noch keine Entscheidung.

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Eurowings baut 300 Jobs in Verwaltung ab

Die Lufthansa-Tochter Eurowings will im Zuge der Coronavirus-Krise etwa jeden dritten Arbeitsplatz in der Verwaltung abbauen. „Wir haben in der Verwaltung rund 1.000 Stellen und davon werden wir rund 300 streichen“, sagte Eurowings-Chef Jens Bischof in der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf.

Eurowings wolle die Kosten senken und auch dazu beitragen, dass die Muttergesellschaft das mit der deutschen Bundesregierung vereinbarte Rettungspaket möglichst schnell zurückzahlen könne.

Sport

Zum erst dritten Mal in der Geschichte werden die legendären 24 Stunden von Le Mans heuer nicht im Juni stattfinden. Auch wenn das Rennen, das heute vor 97 Jahren erstmals stattgefunden hat, wegen der Coronavirus-Krise in den Herbst verschoben wurde, ist der Mythos ungebrochen. „Le Mans gewinnt man nicht, Le Mans lässt einen gewinnen“, sagte der zweifache Sieger Alexander Wurz schon 2011.

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Science

Chronik

Sechs Monate nach der tödlichen Messerattacke auf den Berliner Chefarzt Fritz von Weizsäcker hat der Angeklagte vor dem Landgericht der Hauptstadt gestanden. Er bereue die Tat nicht, sagte der 57-Jährige am zweiten Prozesstag heute. Die Tötung des Professors sei geplant und ein Anschlag auf die Familie seit Jahren sein „Lebensziel“ gewesen.

Dem Angeklagten aus Andernach (Rheinland-Pfalz) werden Mord sowie versuchter Mord an einem Polizisten zur Last gelegt. Fritz von Weizsäcker, Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, wurde am Abend des 19. November 2019 in der Berliner Schlossparkklinik gegen Ende eines Vortrags erstochen. Er wurde 59 Jahre alt.

Hass auf Familie als Motiv

Als Motiv nimmt die Staatsanwaltschaft Hass auf die Familie des Getöteten an, insbesondere auf den früheren Bundespräsidenten. Bei dem Angriff wurde zudem ein Polizist schwer verletzt. Er war privat bei dem Vortrag und konnte den Angreifer schließlich überwältigen.

Der deutsche Angeklagte sagte weiter, die Tat sei aus einer „Traumatisierung“ heraus geschehen. Nachdem er 1991 einen Artikel über den Einsatz des Entlaubungsmittels „Agent Orange“ im Vietnamkrieg gelesen hatte, habe er einen Anschlag auf den ehemaligen Bundespräsidenten verüben wollen.

Aus seiner Sicht sei Richard von Weizsäcker durch seine frühere Tätigkeit für das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim mitverantwortlich für die Produktion von „Agent Orange“ gewesen. „Weil ich nicht an den Bundespräsidenten kam, habe ich die Familie ins Visier genommen.“

Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt vor einem Hitzesommer in der nördlichen Hemisphäre, der Rekorde brechen könnte.

Schon in den Anfangsmonaten des Jahres deute alles darauf hin, dass 2020 eines der heißesten Jahre seit Beginn der Messungen werde, sagte WMO-Sprecherin Clare Nullis heute in Genf. Städte und Gemeinden müssten sich jetzt vorbereiten, um Menschen zu schützen – auch wenn die Coronavirus-Pandemie das komplizierter mache.

In anderen Jahren sei Menschen in überhitzten Wohnungen empfohlen worden, zum Beispiel gekühlte Einkaufszentren aufzusuchen. Nachbarn wurden aufgefordert, Alleinlebende und möglicherweise Gefährdete regelmäßig zu besuchen. Dagegen sprächen nun viele Coronavirus-Ratschläge, etwa der, möglichst zu Hause zu bleiben. Zudem könnten sich Krankenhäuser weniger gut auf Patienten mit Hitzschlag einstellen, weil sie CoV-Patienten behandeln müssen.

Vorjahr und Beginn 2020 ungewöhnlich warm

Die Klimaerwärmung führte allein in Österreich im Vorjahr zu extremen Wettersituationen: Laut dem heute erschienenen „Klimastatusbericht 2019“ war es ungewöhnlich warm, in einigen Regionen gab es zu viele, in anderen zu wenige Niederschläge. Auch heuer stehen die Zeichen vielerorts auf Extremwetter.

Mehr dazu in science.ORF.at

In der Nacht auf heute ist auf der Kremser Schnellstraße (S33) in Niederösterreich ein Auffahrunfall passiert. Der Unfalllenker wollte anschließend über die Lärmschutzwand flüchten, wurde beim Absturz über die Böschung allerdings schwer verletzt.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Alkoholisierter landete mit Pkw auf Gleisen

In Wörgl in Tirol kam gestern Abend ein Pkw von der Straße ab und stürzte auf das darunterliegende Gleis. Ein herannahender Zug konnte gerade noch rechtzeitig informiert werden. Zumindest eine Person wurde bei dem Unfall schwer verletzt.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Medien

Der ORF plant, im kommenden Jahr Einsparungen von 75 Mio. Euro umzusetzen. Das sei notwendig, um 2021 ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen, informierte Generaldirektor Alexander Wrabetz heute den ORF-Stiftungsrat. Die notwendigen Maßnahmen werden alle Bereiche des Unternehmens, insbesondere den Sach- und Personalkostenbereich betreffen, heißt es in dem Schreiben.

Angesichts der schon in den vergangenen Jahren durchgeführten Einsparungen sei das kommende Sparprogramm „eine der größten Herausforderungen in der Geschichte des ORF“, so Wrabetz in einer E-Mail. Die Bereiche des ORF seien mit der Ausarbeitung der entsprechenden Maßnahmen beauftragt worden.

Die Geschäftsführung werde die einzelnen Maßnahmen in den kommenden Monaten festlegen und dem Stiftungsrat im Rahmen des Finanzplans 2021 zur Beschlussfassung vorlegen, kündigte Wrabetz an. Die nächste Stiftungsratssitzung findet am 25. Juni statt, der Finanzplan wird aber wie üblich erst in einer Sitzung gegen Ende des Jahres beschlossen.

Ausgeglichenes Ergebnis im kommenden Jahr als Ziel

Für heuer rechnet der ORF im optimistischeren Szenario A mit einem operativen Verlust von 28,6 Mio. Euro, Szenario B würde einen Verlust von rund 54 Mio. Euro bedeuten. Im kommenden Jahr will das Unternehmen wieder ausgeglichen bilanzieren. Ziel sei „die Rückkehr in die schwarzen Zahlen bereits im Jahr 2021“, so Wrabetz.

Um das zu erreichen, seien die genannten Einsparungen notwendig. Denn der ORF rechnet zwar mit einer leichten Verbesserung der Werbessituation, allerdings nicht mir einer raschen Rückkehr auf das Niveau vor der Coronavirus-Krise. Außerdem seien weiterhin geringere Programmentgelte zu erwarten.

Verschobene Großevents wie die Fußball-EM und die Olympischen Sommerspiele seien 2021 mit rund 40 Mio. Euro zusätzlich zu den laufenden vertrags- und inflationsbedingten Kostensteigerungen zu finanzieren. Investitionen zur Inbetriebnahme des Mediencampus 2022 und für die Digitalisierung (Stichwort ORF-Player) sollen trotz des Sparprogramms sichergestellt werden.

IT

57 Prozent der österreichischen Unternehmen sind in den letzten zwölf Monaten Opfer von Cyberattacken geworden, jedes zweite von ihnen gleich mehrmals. Dennoch werde die Gefahr der Cyberkriminalität von vielen Unternehmen unterschätzt, sagt Studienautor Robert Lamprecht vom Beratungsunternehmen KPMG, das im Februar und März dieses Jahres 652 mittlere und große Unternehmen befragt hat.

„Mit der Anzahl steigt auch die Professionalität und die Kreativität der Angreifer, um mit möglichst geringem Aufwand Schadsoftware zu installieren, um beispielsweise zu Kontodaten oder Passwörtern zu kommen“, sagte Lamprecht.

Zu den häufigsten Angriffsarten zählten das Phishing und der Einsatz von Schadsoftware, aber auch der „CEO Fraud“ nehme zu, bei dem sich die Täter gegenüber Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eines Unternehmens als Geschäftsführer ausgeben, um an Firmengeld zu kommen.

Zunahme während Krise

„Das Bewusstsein österreichischer Unternehmen für Cybersecurity steigt zwar“, sagte KPMG-Partner Andreas Tomek heute in einem Onlinepressegespräch, „doch es gibt viel Luft nach oben, denn die Unternehmen fühlen sich sicherer, als sie es tatsächlich sind.“

Die Befragung sei noch vor der Coronavirus-Krise im März durchgeführt worden, sagte Tomek, dennoch sei klar, dass sich die Krise bereits auf die Cybersicherheit auswirke. In vielen Unternehmen sei es zu einer Transformation gekommen, die unter normalen Verhältnissen eine intensive Vorbereitung erfordert hätte. „Interne Kontrollsysteme wurden aus Zeitgründen vernachlässigt, und Cyberattacken haben im Homeoffice zugenommen.“

Kultur

Die US-Schriftstellerin Joyce Carol Oates ist in Frankreich ausgezeichnet worden. Die 81-jährige Autorin erhält den internationalen Preis Cino del Duca für ihr Lebenswerk, wie die Jury gestern Abend in Paris bekanntgab. Die Auszeichnung gilt als Sprungbrett für den Literaturnobelpreis, für den Oates schon seit Langem als Kandidatin gilt.

Schriftstellerin Joyce Carol Oates
AP/Oded Balilty

Der Preis Cino del Duca ist mit 200.000 Euro dotiert. Vor Oates hatten ihn bereits Autoren wie der Peruaner Mario Vargas Llosa und der Franzose Patrick Modiano die erhalten, die ebenfalls den Nobelpreis verliehen bekamen. Die ursprünglich für Anfang Juni geplante Verleihung an die US-Autorin ist wegen der Coronavirus-Krise aufgeschoben.

Oates ist mit Romanen wie „Blond“, „Die Verfluchten“ und zuletzt „Verfolgung“ auch einem deutschsprachigen Publikum bekannt. Sie gilt als scharfe Kritikerin von US-Präsident Donald Trump. Themen ihrer Werke sind der Rassismus und die soziale Ungleichheit in den Vereinigten Staaten. In ihrer Heimat erhielt Oates unter anderem den National Book Award. Für den Pulitzer-Preis war sie mehrfach nominiert.

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Macaus Casino-Tycoon Stanley Ho ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie heute mit. Der Milliardär galt als Vater der Glücksspielindustrie in Macao und besaß zahlreiche Casinos.

Casino-Tycoon Stanley Ho
Reuters/Bobby Yip

Wie die Zeitung „South China Morning Post“ berichtete, bescherte sein Konzern der chinesischen Sonderverwaltungsregion und ehemaligen portugiesischen Enklave etwa die Hälfte seiner gesamten Steuereinnahmen. Mit einem geschätzten Vermögen von knapp sechs Milliarden Euro galt Ho als einer der reichsten Geschäftsmänner Asiens. Er hatte im Laufe seines Lebens vier Ehefrauen, mit denen er 17 Kinder zeugte.