Ausland

Im Zusammenhang mit der Tötung der Journalistin Lyra McKee im nordirischen Londonderry ist eine 57-jährige Frau festgenommen worden. Zwei am Samstag festgenommene junge Männer seien dagegen freigelassen worden, teilte die Polizei heute mit.

McKee hatte am Donnerstagabend am Rande von schweren Ausschreitungen in Derry einen tödlichen Kopfschuss erlitten. Die paramilitärische Gruppe Neue IRA bekannte sich zu der Tat.

Luca Morisi, Medienmanager von Italiens Innenminister Matteo Salvini, ist unter Beschuss geraten. Der 43-jährige Medienexperte veröffentlichte auf Facebook ein Bild Salvinis mit einem Gewehr in der Hand, das für helle Empörung sorgte. „Die EU-Parlamentswahlen rücken näher und man wird versuchen, Salvini zu stoppen. Doch wir sind bewaffnet“, ist unter dem Bild zu lesen.

Die sozialdemokratische Parlamentarierin Pina Picierno rief Salvini auf, auf Distanz zu Morisi zu gehen. „Ein Innenminister darf auf Facebook nicht zu Gewalt aufhetzen“, so Picierno. Laut dem Linkspolitiker Nicola Fratoianni sollte Salvini Morisi sofort entlassen, weil er „bedrohliche und gewaltsame Botschaften“ per Internet verbreite.

Salvini verteidigte Morisi

„Heute habe ich ein Bild mit drei Plüschtieren meiner Tochter veröffentlicht und ich bin deswegen genauso angegriffen worden“, verteidigte Salvini Morisi.

Morisi, der an der Universität von Verona Informatikphilosophie unterrichtet, gilt als angesehener Medienstratege. Mit einem jungen und effizienten Team von Kommunikationsfachleuten verfolgt er die Sozialen Netzwerke, analysiert die Kommentare, entwirft effektheischende Slogans, die bei der Wählerschaft besonders gut ankommen.

Strategie von Salvini in Sozialen Medien

Die Salvini-Botschaften werden hauptsächlich morgens, mittags und abends gesendet, zu jenen Tageszeiten, wo die meisten Internetsurfer Zeit in den Sozialen Netzwerke verbringen. Bei jeder Reise hat Salvini einen Experten bzw. eine Expertin an seiner Seite. Sie nehmen alles auf.

Ganz besonders liebt der technologisch versierte Salvini Liveschaltungen in Eigenproduktion auf Facebook. Dabei filmt er sich mit seinem Tablet oder dem Handy selbst und redet direkt zu den Italienern. Damit vermeidet er lästige Fragen von Journalisten und Journalistinnen und pflegt direkt die Kommunikation mit den Bürgern und Bürgerinnen. Zehntausende schauen zu.

Der Oberste Gerichtshof Myanmars hat die Berufung von zwei zu sieben Jahren Gefängnis verurteilten Reuters-Journalisten abgewiesen. „Unser Berufungsantrag wurde zurückgewiesen“, sagte Anwalt Khin Maung Zaw heute der Nachrichtenagentur AFP. Das Gericht habe das Urteil einer niedrigeren Instanz bestätigt.

Die beiden Reuters-Mitarbeiter Wa Lone und Kyaw Soe Oo waren im vergangenen September zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Basierend auf einem Gesetz aus der Kolonialzeit wurden die Reporter für schuldig befunden, „Staatsgeheimnisse“ verraten zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verfügten sie über geheime Informationen über Sicherheitseinsätze in der Region Rakhine, wo die Armee hart gegen die muslimische Rohingya-Minderheit vorgegangen war.

Reuters: Reporter zum Schweigen gebracht

Ein Polizist sagte allerdings aus, die beiden seien in eine Falle der Sicherheitsbehörden getappt. Ein Vorgesetzter habe die Übergabe geheimer Dokumente an die Journalisten angeordnet, um sie anschließend festnehmen zu lassen. Nach Überzeugung der Nachrichtenagentur sollten die Reuters-Mitarbeiter damit zum Schweigen gebracht werden, nachdem sie ein Massaker an zehn Rohingya untersucht hatten.

Im Jänner wies ein Gericht den Berufungsantrag der Journalisten aber zurück. Zur Begründung hieß es, das im September gefällte Urteil gegen die beiden sei „nicht falsch“ und eine „vernünftige Entscheidung“. Damit blieb nur noch der Gang vor den Obersten Gerichtshof.

UNO-Ermittler: Völkermord an Rohingya

Die muslimische Minderheit der Rohingya wird im ehemaligen Burma seit Jahrzehnten unterdrückt und verfolgt. Die Lage eskalierte im August 2017, nachdem Rohingya-Rebellen bei Angriffen mehrere Grenzwächter töteten. Das Militär in dem mehrheitlich buddhistischen Land reagierte mit brutaler Gegengewalt – fast 700.000 Menschen flohen ins Nachbarland Bangladesch. UNO-Ermittler und -Ermittlerinnen sprechen von Völkermord.

Die militante Republikaner-Gruppe Neue IRA hat sich zu dem Mord an der Journalistin Lyra McKee in Nordirland bekannt. In einem in der Zeitung „The Irish News“ heute veröffentlichten Bekennerschreiben heißt es: „Im Laufe des Angriffs auf den Feind wurde Lyra McKee tragischerweise getötet, während sie neben den feindlichen Kräften stand.“ Man wolle sich bei dem Partner des Opfers, der Familie und ihren Freunden aufrichtig entschuldigen. Der Brief wurde den Angaben zufolge durch ein anerkanntes Kennwort verifiziert.

Die 29-jährige McKee war am Donnerstagabend bei gewaltsamen Ausschreitungen in der Stadt Londonderry erschossen worden. Sie stand in einer Menschengruppe in der Nähe von Polizeifahrzeugen, als eine Kugel ihren Kopf traf. Die Ermittler und Ermittlerinnen gehen von einem Terrorakt aus. Die Neue IRA hatte sich im März auch zu Paketbomben bekannt, die in London und Glasgow aufgetaucht waren. Sie lehnt das friedensstiftende Karfreitagsabkommen von 1998 ab und strebt ein vereintes Irland an.

Bei den Kämpfen um die libysche Hauptstadt Tripolis haben die Rebellen eine neue Offensive angekündigt. Die seit drei Wochen anhaltenden Angriffe sollten in den nächsten Tagen wieder verstärkt werden, sagte ein Sprecher der Libysche Nationalarmee (LNA) des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar gestern. Dazu würden neue Reserveeinheiten an die Front verlegt.

Der Sprecher bestritt Berichte, wonach die Rebellen sich zuletzt etwas zurückziehen mussten. Der Vormarsch habe sich lediglich verlangsamt, weil die Kämpfe nun in dicht bewohnten Stadtgebieten geführt würden.

Mehr als 250 Menschen getötet

Der im Osten des Bürgerkriegslandes herrschende General Haftar hat Anfang April eine Offensive gegen die Truppen der international anerkannten Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch gestartet, die in den Außenbezirken von Tripolis ins Stocken geraten ist.

Seit Beginn der Kämpfe wurden der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge mehr als 250 Menschen getötet, über 1.225 Menschen wurden verletzt. Der ölreiche Wüstenstaat ist seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 in rivalisierende Lager gespalten.

Luxemburgs Altgroßherzog Jean ist tot. Er starb im Alter von 98 Jahren im Kreise seiner Familie, schrieb sein Sohn und Amtsnachfolger Henri (64) heute in einer Erklärung. „Mit großer Traurigkeit gebe ich den Tod meines geliebten Vaters bekannt“, schrieb Großherzog Henri. Jean sei „in Frieden und umgeben von der Liebe seiner Familie“ gestorben.

Luxemburgs Altgroßherzog Jean 1977
AP
Jean im Jahr 1977

Jean war von 1964 bis 2000 Staatschef des Großherzogtums. Er galt als äußerst beliebt. Am 13. April hatte der Hof mitgeteilte, dass Jean mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt werde. Über das Osterwochenende hatte sich sein Zustand verschlechtert. Luxemburg ist das einzige Großherzogtum der Welt. Es hat rund 600.000 Einwohner und Einwohnerinnen.

Inland

Die Begutachtungsfrist für den umstrittenen Plan der Regierung, Asylwerbern für ihre gemeinnützige Arbeit in Zukunft 1,5 Euro pro Stunde zu bezahlen, ist gestern zu Ende gegangen. An dem Vorschlag gab es einige Kritik: Alle Bundesländer außer Niederösterreich wollen die bisherige Praxis weiter behalten, auch der Städtebund ist dagegen.

Der Präsident des Gemeindebunds, Alfred Riedl, sieht kein Problem bei der Initiative von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), die Gemeinden in Vorarlberg und Oberösterreich wollen die geplante Verordnung jedoch nicht umsetzen. Georg Kapsch, Präsident der Industriellenvereinigung, bezeichnete die geplante Maßnahme als „menschenverachtend“. Die Regierung will nach einer Prüfung aller Stellungnahmen eine Entscheidung treffen.

EU

Die kurze Ruhepause bei den Brexit-Wirren über die Osterfeiertage sind vorbei. Heute werden die Gespräche zwischen den Tories und der Labour Party fortgesetzt, allerdings ohne deren Chefs Premierministerin Theresa May und Jeremy Corbyn. Unterdessen gehen die Forderungen nach einem Rücktritt Mays aus ihren eigenen Reihen weiter.

Die Verhandlungen wurden vor Ostern kurzfristig sistiert, nachdem Corbyn vor weiteren Gesprächen einen möglichen Kompromissplan der Regierung für den Brexit verlangte. Ein solcher dürfte aber bisher nicht vorliegen, für die Dienstagsitzung gab es zunächst weder eine Tagesordnung noch neue Angebote, berichtete der „Guardian“.

„So bald wir möglich zurücktreten“

Jedenfalls sollen von Seiten der Konservativen der May-Stellvertreter David Lidington und Brexit-Minister Steve Barclay sowie von Labour Keir Starmer sowie Rebecca Long-Bailey teilnehmen.

Der Tory-Abgeordnete Nigel Evans rief May laut „Daily Mail“ auf, als Premierministerin „so bald wie möglich zurückzutreten“. Nur so könne eine „frische Führung der Konservativen Partei“ die „Sackgasse“ beenden. Sollte es heute eine solche Rücktrittsankündigung von May geben, „könnten wir unmittelbar den Prozess starten“.

May scheiterte mit Brexit-Austrittsvertrag

May ist mit dem Brexit-Vertrag, den sie mit der EU ausgehandelt hat, auch wegen des Widerstands in den eigenen Reihen wiederholt im Parlament gescheitert. Die Frist für einen britischen EU-Ausstieg wurde deswegen vom 29. März zunächst auf den 12. April und dann auf den 31. Oktober verschoben.

Die Briten müssen dann an den EU-Wahlen von 23. bis 26. Mai teilnehmen, wenn nicht in kürzester Zeit doch noch eine Einigung über einen sofortigen Ausstieg erzielt wird. Dies dürfte aber unwahrscheinlich sein. Auch die britischen Parteien bereiten sich schon auf die Europawahlteilnahme vor.

Am 26. Mai wählt Österreich seine Abgeordneten für das Europäische Parlament. Fünf Spitzenkandidaten und zwei Spitzenkandidatinnen sind für ihre Parteien in den Wahlkampf für das Rennen ums EU-Parlament gezogen.

Neben der Durchführung des Brexits ist die Zukunft der EU so viel diskutiert wie schon lange nicht. Was halten Sie für die zentrale Frage für die Zukunft der EU? Welche Rolle soll das Parlament spielen? Wie intensiv sollen die Vorgaben sein, „die aus Brüssel kommen“? Soll Europa wieder eine losere Föderation mit Wirtschaftsschwerpunkt werden oder sich politisch noch enger vernetzen und zu einer Art Bundesstaat werden?

Was liegt Ihnen zu Europa am Herzen, und was wollen Sie welchen Spitzenkandidaten fragen?

Illustration eines gelben Sessels
ORF.at

Im Rahmen der Serie „Ihre Frage zu Europa“ reist ORF.at den Spitzenkandidaten in den Wahlkampf nach und stellt die Fragen unseres Publikums. Und Ihre Frage kann dabei zum Zug kommen. Weil sie besonders prägnant ist oder eine Sorge zum Ausdruck bringt, die vielen anderen, die uns schreiben, ebenso am Herzen liegt. Stellen Sie auf ORF.at bis 29.4. Ihre Frage zu Europa!

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Wirtschaft

Die Erdäpfelbauern sehen durch die strengeren Vorgaben beim Einsatz von Spritzmitteln und dem Klimawandel ihre Existenz bedroht. Sie machen am Donnerstag, dem 25. April, mit einer Kundgebung am Wiener Heldenplatz mobil und fahren mit Traktoren und Anhängern, beladen mit Kartoffeln, vor. Diese seien „die letzten ihrer Art“, wie die Landwirte seit Wochen betonen.

Die Landwirte stöhnen unter der wochenlangen Trockenheit, die die Ausbreitung des Drahtwurmes noch weiter befördert. Dieser würde die Erdäpfel unansehnlich machen und sich negativ auf den Geschmack auswirken. Die Folge laut Franz Wanzenböck, Obmann der Interessensgemeinschaft Erdäpfelbau (IGE): „Der österreichische Markt kann somit erstmals nicht durchgehend mit heimischen Erdäpfeln versorgt werden.“

McDonalds: Kartoffeln gehen nicht aus

Denn die Landwirte hätten 130.000 Tonnen an Kartoffeln aussortieren müssen, was ihnen einen Umsatzverlust von 40 Mio. Euro beschert hätte, rechnet Wanzenböck im „Kurier“ vor. Gemeinsam mit dem niederösterreichischen Bauernbund fordert er Erleichterungen beim Einsatz von Spritzmitteln. „Da gehört Bewegung hinein, es kann nicht immer nur um Verschärfungen gehen“, zitiert der „Kurier“ den Bauernbund.

Wobei die Fast-Food-Kette McDonalds zuletzt gemeint hat, ihr gehen die Kartoffel für die Pommes nicht aus und man verwende nur österreichische Kartoffel. Quantitativ gab es im Vorjahr ein deutliches Plus bei der Erdäpfelernte, sie legte um sieben Prozent auf 697.900 Tonnen zu – wobei die Landwirte anführen, dass durch Trockenzeit und Einschränkungen beim Spritmitteleinsatz bis zu 70 Prozent der Kartoffel unverkäuflich seien – auch wegen der hohen Anforderungen des Lebensmittelhandels.

Donauwasser für die Trockenheit

„Auch bei Bauern, die Insektizide eingesetzt haben, beträgt der Ernteausfall 30 bis 50 Prozent. Wir wollen dieses giftige Zeug nicht in unserer Ware haben und handeln dabei im Interesse unserer Kunden“, sagte dazu Spar-Konzernsprecherin Nicole Berkmann Ende des Vorjahres.

Von den Agrariern wird nun eine alte Forderung reaktiviert: Donauwasser für die von Trockenheit geplagten Felder im Weinviertel. Die Landwirte räumen aber ein, dass es Jahre dauern würde bis die entsprechenden Leitungen verlegt wären. Die Kosten schätzte die Landwirtschaftskammer vor zwei Jahren auf rund eine Milliarde Euro.

Der Streit zwischen den Kernaktionären der börsennotierten 3-Banken BKS (Klagenfurt), BTV (Innsbruck) und Oberbank (Linz) lässt weiter die Wogen hochgehen. Der Antrag auf Sonderprüfung von Kapitalerhöhungen bei der Kärntner Regionalbank durch die UniCredit Bank Austria sei als „Angriff auf die Eigenständigkeit der 3-Banken-Gruppe zu werten“, sagte BTV-Vorstandschef Gerhard Burtscher.

Die UniCredit stelle mit diesem Akt bewusst die Unabhängigkeit der 3-Banken-Gruppe in Frage, um „offenbar eine Stimmenmehrheit in der 3-Banken-Gruppe zu erlangen“, so Burtscher gegenüber den „Vorarlberger Nachrichten“ und der „Tiroler Tageszeitung“ (Dienstag-Augaben). Burtscher geht zudem davon aus, dass die UniCredit auch bei der BTV-Hauptversammlung am 16. Mai eine Sonderprüfung der Kapitalerhöhungen seit 1994 beantragen wird.

Bank Austria wirft BKS Verstöße vor

Die Argumente der UniCredit seien aber rechtlich ohnehin nicht haltbar, zeigte sich der BTV-Vorstandschef überzeugt: „Die Unbedenklichkeit der wechselseitigen Beteiligungen innerhalb der 3-Banken-Gruppe wurde über die Jahrzehnte regelmäßig und umfassend durch die angesehensten Rechtsexperten geprüft und zuletzt im Rahmen der Umsetzung des Bankenregulierungspakets Basel III neuerlich bestätigt.“

Der Bank Austria wirft ganz konkret der BKS im Zusammenhang mit Kapitalerhöhungen zwischen 1994 und 2018 Verstöße gegen die Corporate Governance und gegen das Aktienrecht vor. Anfragen an die Bankorgane seien bisher nicht beantwortet, „Vermutungen“ vor der Hauptversammlung nicht ausgeräumt worden. Zur Begründung ihres Prüfantrags hebt die Bank Austria hervor, die BKS sei mittelbar u. a. über die Oberbank, BTV und auch die „BKS 2000 Beteiligungsverwaltung“ sowie jeweils über die Generali 3-Banken Holding „an sich selbst beteiligt“.

Damit bestehe die begründete Vermutung, so die Antragstellerin, dass bei einer Kapitalerhöhung der BKS der Zeichnungsbetrag „zumindest teilweise aus dem Vermögen der Gesellschaft selbst geleistet wurde“. Außerdem vermutet die Bank Austria, dass die BKS an einzelne Aktionäre, insbesondere der Generali 3Banken Holding, „finanzielle Mittel der Gesellschaft zugewendet hat, um der Generali 3Banken Holding die Teilnahme an der Kapitalerhöhung der BKS zu ermöglichen“.

Vier Runden sind die Sozialpartner bereits zusammengesessen, um sich auf einen Kollektivvertrag für den Bankensektor zu einigen, heute Nachmittag startet der fünfte Versuch. Zuvor haben die Arbeitnehmer den Druck erhöht und sich eine Streikfreigabe vom ÖGB geholt. Betroffen sind rund 73.000 Bankangestellte. Zum Vergleich: 2008 gab es noch 80.000 Beschäftigte.

Die heutige Gesprächsrunde startet kurz nach Mittag mit Vorbesprechungen, Verhandlungsort ist der Bankenverband im 1. Wiener Gemeindebezirk.

Auswirkungen des Zwölftstundentags kompensieren

Das Angebot der Arbeitgeber sieht eine Erhöhung der Gehälter um 2,66 Prozent vor, den Arbeitnehmern ist das zu wenig. Außerdem wollen sie Zugeständnisse, um die Auswirkungen der Arbeitszeiterhöhung durch die Bundesregierung zu kompensieren, teilte die Gewerkschaft GPA-djp zuletzt mit. Erreicht werden soll vor allem eine bessere Abgeltung der elften und zwölften Arbeitsstunde und ein leichterer Zugang zur sechsten Urlaubswoche.

Die Freizeitoption, die es schon in zahlreichen Industriebereichen gibt, ist kein Thema. Bei dieser können Arbeitnehmer auf das Plus beim Kollektivvertrag verzichten, dafür bekommen sie etwas mehr Freizeit.

Chemische Industrie verhandelt auch

Die GPA-djp verweist auf die gute Ertragslage der Finanzhäuser, diese hätten im Vorjahr einen unkonsolidierten Jahresüberschuss von 5,7 Mrd. Euro erzielt. Basis für die Gespräche ist die Teuerungsrate der vergangenen zwölf Monate sowie der Produktivitätsanstieg. Im Vorjahr lag die Inflation bei zwei Prozent, aktuell beträgt sie 1,8 Prozent.

Neben der Bankenwirtschaft verhandelt derzeit auch die chemische Industrie die Löhne und Gehälter, hier geht es am 25. April mit der dritten Gesprächsrunde weiter.

Barclays will einem Medienbericht zufolge die Boni für die Investmentbanker und Investmentbankerinnen kürzen. Die britische Großbank reduziere die Zahlungen im Rahmen von Kosteneinsparungen, um die Rendite in der schwächelnden Investmentsparte zu verbessern, berichtete die „Financial Times“ gestern. Bei Barclays war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Barclays-Chef Jes Staley baut derzeit das Investmentbanking des Geldhauses um und übernimmt selbst die Kontrolle über das Geschäft. Investmentbankchef Tim Throsby musste seinen Hut nehmen. Das Institut sieht sich wachsendem Druck durch den aktivistischen Investor Edward Bramson ausgesetzt, der eine Verkleinerung der Investmentbank fordert und einen Sitz im Verwaltungsrat anstrebt. Die Hauptversammlung der Bank findet am 2. Mai statt.

Barclays hinkt im Investmentbanking seit Jahren den eigenen Ansprüchen hinterher. Im vergangenen Jahr verbesserte die Sparte ihre Rendite (ROTE) zwar auf sieben Prozent. Aber sie verdient damit weiterhin nicht ihre Kapitalkosten und ist auch noch ein gutes Stück vom Mittelfristziel einer Rendite von zehn Prozent entfernt.

Der Direktor der Europäischen Zentralbank (EZB), Benoit Coeure, äußert sich zurückhaltend zu einer Entlastung der Banken von den schädlichen Folgen der jahrelangen Niedrigzinsen. „Ich finde die Intensität der Diskussion überraschend, weil sie sich auf einen engen Aspekt unserer Geldpolitik fokussiert“, sagte Coeure der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ heute.

Die negativen Einlagenzinsen seien nicht das größte Problem. Ihr Beitrag zu niedrigen Bankgewinnen sei begrenzt. Die Institute sollten mehr über ihre Kosten nachdenken. „Wenn wir etwas ändern, muss es einen geldpolitischen Grund dafür geben. Im Augenblick sehe ich das geldpolitische Argument für eine Staffelung nicht“, sagte der Notenbanker.

Banken in der Euro-Zone müssen schon seit Längerem Strafzinsen zahlen, wenn sie über Nacht überschüssige Liquidität bei der EZB horten. Seit März 2016 liegt der Einlagensatz bei minus 0,4 Prozent. Vor allem Institute in Nordeuropa hatten geklagt, die lange bestehenden Negativzinsen würden ihre Erträge bremsen. EZB-Präsident Mario Draghi hatte zuletzt in Aussicht gestellt, dass die Nebenwirkungen der tiefen Zinsen geprüft werden könnten.

Die Tage des 500-Euro-Scheins sind gezählt. Nur noch bis einschließlich kommenden Freitag (26. April) sind die lilafarbenen Banknoten bei der Österreichischen Nationalbank und der Deutschen Bundesbank zu haben. Einen Run auf den größten Euro-Schein in den letzten Wochen vor dem Ausgabestopp kann die deutsche Notenbank nicht feststellen.

„Außergewöhnliche Hortungsaktivitäten gab es nicht“, sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann der dpa. Die Nachfrage in Deutschland sei seit Jahresbeginn stabil.

500er bleiben weiterhin Zahlungsmittel

Die anderen 17 nationalen Zentralbanken des Euro-Systems hatten die Ausgabe bereits am 26. Jänner beendet. Die im Umlauf befindlichen 500er bleiben aber gesetzliches Zahlungsmittel und sollen unbegrenzt umtauschbar sein.

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte Anfang Mai 2016 entschieden, dass Produktion und Ausgabe der 500-Euro-Banknote „gegen Ende des Jahres 2018“ eingestellt werden. Befürworter und Befürworterinnen versprechen sich davon, dass Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit zurückgedrängt werden. Ob das klappt, ist umstritten.

Sport

Chronik

Heftige Regenfälle und Schneeschmelze haben in Teilen der kanadischen Provinz Quebec Überschwemmungen ausgelöst. Über 2.900 Häuser standen unter Wasser, mehr als 1.300 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, wie Radio Canada meldete. Der Premierminister der französischsprachigen Provinz, Francois Legault, versprach den Betroffenen schnelle Hilfe.

Menschen werden von der Feuerwehr in Rettungsbooten evakuiert
AP/The Canadian Press/Jacques Boissinot

Am schwersten betroffen war demnach die Region Beauce südöstlich der Provinzhauptstadt Quebec. In der Gemeinde Sainte-Marie standen rund 1.000 Häuser unter Wasser. Heftig erwischt hat es auch die im Westen Quebecs nördlich der kanadischen Hauptstadt Ottawa gelegene Stadt Gatineau. Sie war schon 2017 von Überschwemmungen und 2018 von einem Tornado heimgesucht worden.

Bei einem Besuch in einem völlig überfluteten Stadtviertel Gatineaus warnte Legault gestern vor den Folgen des Klimawandels. „Man muss zur Kenntnis nehmen, dass mit dem Klimawandel solche Ereignisse häufiger vorkommen als in der Vergangenheit. Wir müssen also unser Programm anpassen.“

Nach einem Erdrutsch in Kolumbien ist die Zahl der Toten auf mindestens 28 gestiegen. Rettungskräfte bargen gestern elf weitere Leichen, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Nun gelten noch mindestens zwei Menschen als vermisst. Die Sucharbeiten sollten heute wieder aufgenommen werden. Hoffnungen auf Überlebende gab es aber kaum mehr.

Helfer suchen in einer Schlammschicht nach Überlebenden
APA/AFP/Luis Robayo

Das Unglück hatte sich am Sonntag in der ländlichen Gemeinde Rosas im Südwesten des Landes ereignet. Nach heftigen Regenfällen begruben Schlammmassen acht Häuser unter sich. Durch den Erdrutsch wurde auch ein Abschnitt der berühmten Fernstraße Panamericana verschüttet, die Nord- und Südamerika durchquert.

Beim Absturz eines Kleinflugzeuges in den USA sind alle sechs Insassen ums Leben gekommen. Die zweimotorige Maschine vom Typ Beechcraft BE58 bereitete gestern den Landeanflug auf den Flughafen von Kerrville (Texas) vor, als sie aus noch ungeklärter Ursache abstürzte, wie der Sender CNN unter Berufung auf die texanischen Behörden berichtete.

Luftaufnahme der Absturzstelle
AP/The San Antonio Express-News/William Luther

Das Wrack wurde knapp zehn Kilometer nordwestlich des Flughafens gefunden. Die Maschine war vom West Houston Airport gestartet. Der Pilot und die fünf Passagiere stammten alle aus Houston.

In Biberbach in Niederösterreich sind heute in den frühen Morgenstunden fünf Menschen, unter ihnen zwei Kinder, aus einem brennenden Wohnhaus gerettet worden. 90 Einsatzkräfte löschten stundenlang das Feuer.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Achtjähriger in OÖ löste Brand aus

Ein achtjähriger Bub hat am Ostermontag einen Brand in einem überdachten Holzanbau neben der Landwirtschaft seiner Eltern in Reichersberg (Oberösterreich) ausgelöst.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Science

Das Wrack des australischen Frachtschiffs „Iron Crown“, das im Zweiten Weltkrieg von einem japanischen U-Boot versenkt wurde, ist vor der Küste Australiens entdeckt worden. Das berichteten mehrere internationale Medien heute unter Berufung auf Behördenangaben.

Die „Iron Crown“ (Eisenkrone, Anm.) wurde 1942 von einem Torpedo getroffen und ist laut BBC binnen 60 Sekunden vor der Küste des australischen Bundesstaats Victoria gesunken. 38 Menschen wurden getötet, fünf Besatzungsmitglieder überlebten den Angriff.

Wrack ist „relativ intakt“

Das Schiffswrack wurde von Meeresarchäologen mit Sonargeräten und einer speziellen Unterwasserkamera entdeckt. Mit einer Länge von etwa 100 Metern wurde die „Iron Crown“ etwa 700 Meter unter der Meeresoberfläche aufrecht und „relativ intakt“ gefunden, sagte Emily Jateff vom Nationalen Schifffahrtsmuseum in Australien gegenüber ABC News.

„Das Schiff befindet sich in einem wirklich guten Zustand, obwohl ich ziemlich sicher bin, dass das Heck, das getroffen wurde, zerstört ist“, wird der Archäologe Peter Harvey von ABC News zitiert. Es sei ein Moment „nationaler Bedeutung“, so Harvey weiter. Den genauen Fundort gaben die Behörden nicht an, um das Wrack zu schützen.

Ältestes überlebende Mitglied starb 2012

Als das Frachtschiff angegriffen wurde, hatte es Erz von Victoria nach New South Wales in den Osten Australiens transportiert wollen. Die fünf Überlebenden wurden von einem anderen Schiff aus dem Wasser gerettet.

Das älteste überlebende Besatzungsmitglied starb im Jahr 2012. George Fisher sagte den Historikern im Jahr 2003, der Angriff sei „eines der traurigsten“ Ereignisse seines Lebens gewesen. Er war damals 18 Jahre alt.

Kultur

Mit vielen Topstars hat der Superheldenfilm „Avengers: Endgame“ gestern Abend (Ortszeit) in Los Angeles Premiere gefeiert. Auf dem lila Teppich waren unter anderem Bradley Cooper, Scarlett Johansson, Vin Diesel, Natalie Portman, Robert Downey Jr., Brie Larson, Miley Cyrus, Benedict Cumberbatch, Josh Brolin sowie Chris und Liam Hemsworth zu sehen.

Der prominent besetzte Abschluss der Infinity-Reihe läuft morgen in den österreichischen Kinos an, zwei Tage später in den USA. Ihm wird trotz einer Laufzeit von drei Stunden der umsatzstärkste Start der US-Kinogeschichte zugetraut.

Katherine Schwarzenegger und Chris Pratt vor der Premiere des Films „Avengers: Endgame“ in Los Angeles
AP/Invision/Jordan Strauss

Ein besonderer Moment war die Premiere für Schauspieler Chris Pratt (39) und seine Freundin Katherine Schwarzenegger (29). Die beiden frisch Verlobten zeigten sich erstmals bei einem solchen Ereignis als Paar. Pratt, der in dem Film den Superhelden Star-Lord spielt, und die Tochter von Arnold Schwarzenegger hatten Ende 2018 ihre Liebe öffentlich gemacht und sich wenig später verlobt.

Salvador Sobral (29), Gewinner des Eurovision Song Contest vor zwei Jahren, reist nach eigenen Worten „ganz bestimmt nicht“ zum diesjährigen Song Contest in Israel. „Meine Geschichte mit dem ESC endete vor einem Jahr, als ich noch einmal in Lissabon auftrat, als Sieger des vorangegangenen Jahres“, sagte der Sänger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Das stand so im Vertrag.“

Salvador Sobral, Gewinner des Eurovision Song Contest 2017
APA/AFP/Sergei Supinsky

Er wolle nun als Musiker, nicht als Promi weitermachen. „Die meisten Menschen kennen mich als den zerbrechlichen Jungen mit der traurigen Ballade ‚Amar Pelos Dois‘, als den Vogel, der vor zwei Jahren den ESC gewonnen hat. Ich will zeigen, dass ich noch mehr zu bieten habe“, sagte er.

Der seit früher Kindheit an einer Herzschwäche leidende Künstler hatte sich am 8. Dezember 2017 einer Herztransplantation unterzogen. Mitte Jänner 2018 wurde er aus dem Krankenhaus bei Lissabon entlassen. Inzwischen gehe es ihm gesundheitlich gut, so der Sänger.

Gesundheit

Die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher steht Impfungen positiv gegenüber. Jedoch 13 Prozent sehen Immunisierungen „eher negativ“. Drei Prozent bewerten sie „sehr negativ“. „Sehr positiv“ sehen Immunisierungen 37 Prozent, „eher positiv“ zusätzliche 46 Prozent. Das hat eine Umfrage anlässlich der morgen startenden Europäischen Impfwoche ergeben.

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Leute

Der jüngste Spross von Herzogin Kate und Prinz William, Prinz Louis, feiert heute seinen ersten Geburtstag. Schon in der Nacht veröffentlichte der Kensington-Palast im Namen der Eltern drei neue Fotos von Louis.

Prinz Louis – voller Name: Louis Arthur Charles – kam am 23. April im Londoner St.-Mary’s-Hospital auf die Welt. Er ist das dritte Kind von William und Kate nach Prinz George (4) und Prinzessin Charlotte (3). Er steht an fünfter Stelle der britischen Thronfolge.

Nächster Nachwuchs in Anmarsch

Fans des britischen Königshauses fiebern aber schon der nächsten Geburt entgegen. Prinz Harry (34) und Meghan (37) erwarten ihr erstes Kind. Details gab es aber bisher kaum. Der Herzog und die Herzogin von Sussex haben „die persönliche Entscheidung getroffen, die Pläne rund um die Geburt privat zu halten“, wie der Buckingham-Palast Mitte April mitteilte.

„Der Herzog und die Herzogin freuen sich darauf, die aufregenden Neuigkeiten mit allen zu teilen, sobald sie die Gelegenheit gehabt haben, das im Privaten als neue Familie zu feiern“, hieß es. Auch wenn die Angaben des Palasts mit „Frühjahr 2019“ vage blieben, wird der Nachwuchs in den kommenden Wochen erwartet. Zum Geschlecht des Kindes, möglichen Namen und der Frage, wo und wie Meghan die Geburt plant, sind allerlei Spekulationen und Gerüchte in Umlauf.

Patrick Schwarzenegger (25) hat nach eigenen Angaben einen Rat seines Vaters Arnold befolgt und das Rauchen von Marihuana eingestellt. Vor vier Jahren sei er bekifft zu einem Osterfrühstück erschienen und sein Vater habe ihn zur Rede gestellt, schrieb der Nachwuchsschauspieler („Midnight Sun“) in der Nacht auf gestern auf Instagram zu einem Foto von sich, auf dem er per Hand ein Victory-Zeichen formt.

Der „Terminator“-Star habe ihm damals gesagt, dass er „High on life“ sei und sein Leben ohne Drogen genieße. Seitdem habe auch er keinen Joint mehr geraucht, schreibt der Patrick Schwarzenegger. Er sei ebenfalls „high“ vom Leben und glücklich und gesund.

In dem Dokumentarfilm „Pumping Iron“ (1977) zeigte sich Arnold Schwarzenegger (71) noch beim Marihuana-Rauchen vor der Kamera, doch später erklärte er, das habe er nur in den 1970er Jahren getan. Als Gouverneur von Kalifornien (2003 bis 2011) sprach sich der gebürtige Steirer gegen die Legalisierung von Marihuana aus. Seit 2018 ist der Konsum von Cannabis in Kalifornien per Wahlentscheid erlaubt.