Ausland

Nach dem Vorwurf gegen US-Präsident Donald Trump, dieser habe vom ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenski kompromittierende Informationen über den Sohn des demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden verlangt, hat Kiew versucht zu beruhigen. Der ukrainische Außenminister Wadim Pristaiko versicherte in einem am Freitagabend aufgezeichneten Fernsehinterview, bei dem fraglichen Telefonat zwischen den beiden Staatschefs habe es sich um ein „langes und freundschaftliches Gespräch“ gehandelt.

„Ich weiß, worüber sie gesprochen haben, und ich denke, dass es keinen Druck gab“, sagte Pristaiko dem ukrainischen Sender Hromadske. Es sei um „viele Fragen“ gegangen, „auf die in bestimmten Fällen sehr ernste Antworten gegeben werden mussten“. Die Forderung nach der Veröffentlichung des Gesprächsprotokolls wies der ukrainische Chefdiplomat zurück. Die Ukraine habe als unabhängiges Land das Recht, Staatsgeheimnisse zu bewahren, hob er hervor.

Gespräch vom 25. Juli

US-Medien hatten berichtet, Trump habe am 25. Juli mit dem ukrainischen Präsidenten telefoniert und diesen aufgefordert, kompromittierende Informationen über Bidens Sohn Hunter zusammenzutragen. Joe Biden, der im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten Favorit ist, forderte daraufhin, den Wortlaut des brisanten Gesprächs umgehend zu veröffentlichen.

„Wenn diese Anschuldigungen wahr sind, dann kennt die Bereitschaft von Präsident Trump, seine Macht zu missbrauchen und unser Land zu demütigen, keine Grenzen“, erklärte Biden am Freitag. Der ehemalige US-Vizepräsident sprach von „klarer Korruption“. Das Mindeste sei es, dass Trump „sofort die Mitschrift des betreffenden Anrufs veröffentlicht, damit das amerikanische Volk selbst urteilen kann“.

Trump: „Lächerlich“

Trump wehrt sich vehement gegen den Verdacht, im Gespräch mit einem ausländischen Staatenlenker ein unangemessenes und geheim gehaltenes „Versprechen“ gegeben zu haben. Er nannte den gegen ihn laut „Washington Post“ von einem Geheimdienstmitarbeiter erhobenen Verdacht „lächerlich“. Die Unterhaltung mit dem ausländischen Politiker, um die es gehe, sei nicht „heikel“, sondern „völlig angemessen gewesen“.

Das „Wall Street Journal“ berichtete, Trump habe in dem betreffenden Telefonat „etwa acht Mal“ versucht, Selenski auf die Aktivitäten von Hunter Biden anzusetzen, der während Bidens Amtszeit als US-Vizepräsident seit 2014 für eine ukrainische Gasfirma arbeitete. Zu diesem Zweck habe Trump Selenski aufgefordert, mit seinem Anwalt Rudy Giuliani zusammenzuarbeiten. In dem Gasunternehmen soll es Fälle von Korruption gegeben haben, Hunter Biden wurden aber nie persönlich Vorwürfe gemacht.

In Hongkong hat es heute erneut Proteste der Demokratiebewegung mit Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Die Polizei ging mit Tränengas und Gummigeschoßen gegen kleine Gruppen vor, die in der Tuen Mun im Nordwesten Hongkongs Barrikaden errichtet hatten. Zahlreiche Menschen wurden nach Angaben von Augenzeugen festgenommen.

Tränengaseinsatz bei einer Demonstration in Hongkong
AP/Kin Cheung

Die Demonstration in Tuen Mun nahe der Grenze zu Festlandchina hatte zunächst friedlich begonnen. Vor einem Regierungsgebäude riss eine kleine Gruppe von Demonstranten dann eine chinesische Fahne herunter und verbrannte sie. Die Spannungen nahmen schnell zu, nachdem ein Einsatzkommando der Polizei einen Park gestürmt hatte, in dem sich viele Demonstranten versammelt hatten. Es gab eine Reihe von Festnahmen.

Daraufhin errichteten Hunderte Aktivisten Barrikaden und rissen Zäune nieder, um sich mit selbst gemachten Schlagstöcken auszurüsten. Gegenstände wurden auf nahe gelegene Bahnschienen geworfen. Als die Polizei Tränengas einsetzte und Gummigeschoße abfeuerte, zogen sich die Demonstranten schnell zurück. Am Abend lieferten sich kleine Gruppen von Demonstranten und Polizisten ein Katz-und-Maus-Spiel.

Die seit mehr als drei Monaten andauernden Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong hatten sich anfangs gegen ein geplantes Gesetz gerichtet, das Überstellungen von Verdächtigen an Festland-China vorsah. Unter dem Druck der Demonstranten zog die Hongkonger Regierung das Gesetz komplett zurück.

Während einer Demonstration für den Klimaschutz ist es heute in Paris zu Ausschreitungen gekommen. Mitglieder des „Schwarzen Blocks“ mischten sich nach Angaben der Behörden unter die Teilnehmer der Klimakundgebung, woraufhin zwei Veranstalter, Greenpeace und Youth for Climate, die Demonstranten aufforderten, wegen der Gewalt nach Hause zu gehen. Mehr als 120 Menschen wurden laut Polizei festgenommen.

Brennende Motorroller vor einer Barrikade in Paris
APA/AFP/Zakaria Abdelkafi

In der französischen Hauptstadt fanden gleich drei Demonstrationen statt: An der Kundgebung „Für das Klima und die soziale Gerechtigkeit“ nahmen mehrere tausend Menschen teil. Zuvor gab es bereits eine Demonstration der „Gelbwesten“ und am Nachmittag eine Gewerkschaftskundgebung gegen die Pensionsreform der Regierung.

Erst bei den „Gelbwesten“, dann bei Klimademo

Die gewaltbereiten Demonstranten gingen zunächst zusammen mit den „Gelbwesten“ auf die Straße und schlossen sich dann der Klimakundgebung an. Der „Schwarze Block“ habe sich dann sehr schnell in die Klimademo eingereiht, die sich gegen 14.30 Uhr auf dem Boulevard Saint-Michel im Quartier Latin in Bewegung gesetzt habe, teilten die Behörden mit.

Nach dem Beginn der Ausschreitungen seien die Sicherheitskräfte eingeschritten, um die etwa 150 militanten, teilweise maskierten Demonstranten auseinanderzutreiben, so die Polizei. Dabei wurde Tränengas eingesetzt.

Mit einem Appell zur Geschlossenheit hat heute im südenglischen Brighton der fünftägige Parteitag der britischen Sozialdemokraten begonnen. Labour-Generalsekretärin Jennie Formby rief die Delegierten auf, Differenzen beiseite zu legen. Stattdessen müsse die größte britische Oppositionspartei sich „zu 100 Prozent darauf fokussieren“, die Konservativen bei kommenden Wahlen zu besiegen.

Corbyn will neutral bleiben

Labour ist mit Blick auf den geplanten EU-Austritt des Landes zutiefst gespalten: Während sich ein großer Teil des Führungszirkels in der Parlamentsfraktion klar für eine Abkehr vom Brexit einsetzt, will sich Parteichef Jeremy Corbyn weiterhin nicht festlegen. „Wir werden unsere Pläne darlegen, um die Brexit-Krise zu beenden“, schrieb er auf Twitter. Corbyns Rede wird für Mittwoch erwartet.

In einem Gastbeitrag im „Guardian“ hatte der 70-Jährige erläutert, zuerst solle ein Brexit ohne Abkommen am 31. Oktober abgewendet werden. Ist dieses Szenario vom Tisch, wolle er eine Parlamentswahl herbeiführen. „Eine Labour-Regierung würde ein vernünftiges Abkommen schließen (…) einschließlich einer neuen Zollunion mit der EU, einer engen Beziehung zum Binnenmarkt und Garantien für Arbeitnehmerrechte und Umweltschutz.“

Das Ganze werde dann in einem neuen Referendum dem Volk vorgelegt, wobei die Alternative ein Verbleib in der EU wäre, so Corbyn. Er selbst will dabei neutral bleiben.

Streit über Brexit-Absage

Corbyn nimmt damit eine sehr viel engere Beziehung zur EU ins Visier als Premierminister Boris Johnson. Doch einigen in seiner Partei geht das nicht weit genug. Sie verlangen, dass sich Labour ganz und gar dem Ziel verschreibt, den Brexit abzusagen. Dafür sprach sich auch Labour-Vizechef Tom Watson aus. Für Aufregung sorgte zu Beginn des Parteitages ein – dann zurückgezogener – Antrag des linken Flügels, den Stellvertreterposten zu streichen.

Watson hielt seinen innerparteilichen Gegnern in einem BBC-Interview vor, so wütend über seine Brexit-Position zu sein, dass sie ihn lieber absetzen wollten statt mit ihm darüber zu diskutieren. Auch Corbyn sprach sich gegen den Antrag des linken Parteiflügels aus, plädierte aber für eine Überprüfung der Posten des Stellvertreters und anderer Ämter, die den Parteichef unterstützen sollen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Bereitschaft Ankaras zu einem Militäreinsatz in Nordsyrien erneut bekräftigt, sollte dort nicht bis Ende September eine Sicherheitszone eingerichtet sein. "Wir haben alle Vorbereitungen entlang der Grenze (zu Syrien) abgeschlossen, sagte er heute in Istanbul vor seiner Abreise zur UNO-Vollversammlung in New York.

Zugleich betonte Erdogan, er wolle keine Konfrontation mit den USA in der Region. Die Türkei und die USA hatten sich Anfang August geeinigt, eine Sicherheitszone im Norden Syriens zu schaffen. Sie soll nach dem Willen Erdogans bis Ende September eingerichtet werden. Andernfalls sei sein Land zu der Militäroffensive bereit. Ankara wirft Washington mangelnden Einsatz bei der Umsetzung der Zone vor. Die beiden Länder haben bereits mit gemeinsamen Patrouillen zur Einrichtung der Zone in Nordsyrien begonnen.

Die USA und El Salvador haben sich auf ein Abkommen geeinigt, mit dem Asylwerberinnen und Asylwerber in das mittelamerikanische Land zurückgeschickt werden können. Die Vereinbarung wurde gestern (Ortszeit) in Washington vom amtierenden US-Heimatschutzminister Kevin McAleenan und der salvadorianischen Außenministerin Alexandra Hill unterzeichnet. Beiden Ländern sei daran gelegen, „illegale“ Migration, Menschenschmuggel und organisierte Kriminalität einzudämmen, hieß es in einer Mitteilung.

Kevin K. McAleenan und Alexandra Hill
AP/Pablo Martinez Monsivais

Hunderttausende Menschen fliehen jedes Jahr vor Gewalt und Armut aus El Salvador, Guatemala und Honduras über Mexiko in Richtung USA. Das „Nördliche Dreieck“ Zentralamerikas gilt als eine der gewalttätigsten Regionen der Welt.

Asylsuchende können an Grenze abgewiesen werden

Die „Washington Post“ und andere US-Medien berichteten, die Vereinbarung sehe vor, dass Asylsuchende, die auf dem Weg in die USA durch El Salvador gekommen sind, von der US-Grenze in das mittelamerikanische Land zurückgeschickt werden können, um dann dort ihren Asylantrag zu stellen. Das betreffe etwa Personen aus Nicaragua und Kuba.

Menschen aus El Salvador selbst seien von der Übereinkunft ausgeschlossen. Jedoch könnten sie nach Guatemala abgeschoben werden, da dieses Land bereits im August ein ähnliches Abkommen mit den USA vereinbart hat.

Inland

Mitten in den Intensivwahlkampf platzen neue Vorwürfe gegen den freiheitlichen Listenzweiten Herbert Kickl. Er soll ermöglicht haben, dass sein Kabinettschef im Innenministerium, Reinhard Teufel, ausgiebig mit einem Dienstwagen unterwegs war. Mehr als 96.000 Kilometer sollen es in nur 17 Monaten Amtszeit gewesen sein und damit deutlich mehr als bei Kickl selbst, berichteten das Ö1-Mittagsjournal und „profil“.

Dazu kommt noch, dass extra vier der FPÖ-Gewerkschaft AUF zugerechnete Straßenpolizisten Kickl, Teufel und Generalsekretär Peter Goldgruber als Chauffeure zugeteilt worden seien. Teufel begründet das mit Geheimhaltung. Für die Privatnutzung des Dienstwagens habe er eine Pauschale bezahlt, so der frühere Kabinettschef, der nebenbei (und bis heute) als niederösterreichischer Landtagsabgeordneter der Freiheitlichen tätig ist.

Teufel sieht „Schmuddelkampagne“

In einem Statement gegenüber dem Ö1-Mittagsjournal räumte Teufel ein, viel gefahren worden zu sein, betonte allerdings: „Es ist nicht korrekt, dass ich täglich von meinem Heimatort im Bezirk Scheibbs abgeholt wurde. An Wochentagen beschränkte sich der Weg auf die Strecke von meiner Wohnung in Wien zum Ministerium und spätabends zurück.“

Audio dazu in oe1.ORF.at

Auch per Aussendung wies Teufel alle Vorwürfe gegen ihn als „Schmuddelkampagne“ zurück. Es sei alles auf dem Boden der gesetzlichen Grundlagen erfolgt und rechtlich sauber.

Eine Woche vor der Nationalratswahl haben heute Nachmittag Tausende Menschen gegen eine Neuauflage der ÖVP-FPÖ-Koalition demonstriert. Neben NGO-Vertretern und Gewerkschaftern nahmen auch Politiker von SPÖ, JETZT und den Grünen an dem Demonstrationszug über die Mariahilfer Straße zum Heldenplatz teil, an dessen Spitze ein Plakat mit der Aufschrift „Nie wieder Schwarz-Blau“ getragen wurde.

Die Veranstalter von der „Plattform für eine menschliche Asylpolitik“ gaben die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit 8.000 an, von der Polizei gab es zunächst keine Angaben. Ein Polizeisprecher sagte der APA, dass es bei der Kundgebung „keine besonderen Vorkommnisse“ gegeben habe.

„Regierung des Schreckens“

Mehrere Kundgebungsteilnehmer trugen Plakate mit dem Foto von Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) und der Aufschrift „Kleinen Braunen abservieren“. Am Ende des Demonstrationszugs wurde auf einem Anhänger ein überlebensgroßes Schwein mit der Aufschrift „Kein Herz für Tiere. ÖVP wählen = Tiere quälen!“ gezogen, neben dem JETZT-Kandidat und Tierschutzaktivist Martin Balluch marschierte.

Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger warnte als Sprecher der Plattform vor einer Neuauflage „der abgewählten Regierung des Schreckens“ und verwies laut Aussendung insbesondere auf die sozialpolitischen Maßnahmen der ÖVP-FPÖ-Regierung, die „das Leben vieler Menschen noch prekärer gemacht und Kinderarmut gefördert“ hätten. Nadine Versell von „System Chance, not Climate Change“ kritisierte, dass die ÖVP-FPÖ-Regierung „die Umwelt völlig den Wirtschaftsinteressen untergeordnet“ habe.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat ihr Verfahren wegen angeblicher Attentatspläne auf den früheren Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache eingestellt. Das berichtet der „Kurier“ unter Berufung auf den Verteidiger des ursprünglich Verdächtigen. Dieser, Wolfgang Blaschitz, sieht belegt, dass die Verdächtigungen des Belastungszeugen gegen seinen Mandanten „Hirngespinste“ gewesen seien

Dabei handelt es sich um eine Vertrauensperson des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Dieser soll angegeben haben, dass ihn der Mann, der wegen eines Drogendelikts einsaß, dafür anwerben wollte, am Auto Straches in Tötungsabsicht eine Bombe anzubringen. Die Staatsanwaltschaft hatte schon im Juni berichtet, dass sich die Verdachtslage nicht erhärtet habe. Nunmehr sieht man keinen Grund zur weiteren Verfolgung.

Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) schätzt die Mehrkosten durch die Abschaffung der Abschläge nach 45 Beitragsjahren im kommenden Jahr auf 40 bis 50 Mio. Euro im Bereich der Arbeitnehmer. Rund zehn bis 20 Mio. Euro könnten noch durch Selbstständige dazu kommen, erklärte PVA-Obmann Manfred Anderle heute im Gespräch mit der APA. Gestern hatten ÖVP-Kreise von fast 400 Mio. Euro gesprochen.

Mit dem Aus für die Abschläge ersparen sich angehende Pensionisten durchaus stattliche Summen, gab es doch bisher Kürzungen von bis zu 15,3 Prozent. Die Durchschnittspension nach 45 Arbeitsjahren liegt laut Arbeiterkammer derzeit bei 2.553 Euro brutto. Ohne Abschläge steigt sie auf 2.921 Euro.

Wahlstimmen

Sport

Charles Leclerc startet überraschend auch beim Grand Prix von Singapur aus der Poleposition. Der Ferrari-Jungstar erzielte heute im Qualifying Bestzeit vor Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes), Reihe zwei teilen sich Leclercs Teamkollege Sebastian Vettel und Max Verstappen (Red Bull). Leclerc hatte die beiden jüngsten Rennen in Spa und Monza jeweils aus der Pole gewonnen.

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Wirtschaft

Der britische Touristikkonzern Thomas Cook ist mit der Beschaffung von dringend benötigtem Kapital gescheitert und hofft auf Hilfen der britischen Regierung, um einen Bankrott abwenden zu können. Das Unternehmen habe die benötigten Gelder in Höhe von 200 Millionen Pfund (227 Mio. Euro) nicht von privaten Investoren bekommen können, hieß es heute aus Verhandlungskreisen.

Rund 600.000 Urlauberinnen und Urlaubern drohen nun weltweit zu stranden. Die „Financial Times“ berichtete, es sei relativ unwahrscheinlich, dass die britische Regierung dem finanziell angeschlagenen Unternehmen helfe, da sie dessen langfristige Rentabilität anzweifle. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete dagegen, dass die Gespräche zwischen Unternehmen und Regierung andauerten.

Der Konzern hatte angekündigt, dass er zusätzlich zu einem bereits zugesagten Rettungspaket in Höhe von 900 Millionen Pfund weitere 200 Millionen benötige, um eine Pleite abzuwenden. Im Falle eines Bankrotts des 178 Jahre alten Unternehmens müsste Thomas Cook die Rückführung von rund 600.000 weltweit gestrandeten Reisenden organisieren. Außerdem sind Tausende Arbeitsplätze in Gefahr.

Chronik

Bei mehreren Erdbeben sind heute in Albanien Dutzende Menschen verletzt worden. Das albanische Gesundheitsministerium meldete zunächst 68 Verletzte, von denen 21 stationär behandelt würden. Die meisten seien mit leichten Verletzungen davongekommen.

Nach einem Erdbeben unter Gebäudetrümmern begrabene Autos in Tirana (Albanien)
Reuters/Florion Goga

Das heftigste Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 5,6 und ereignete sich kurz nach 16.00 Uhr. Das Zentrum des Bebens lag demnach sechs Kilometer nördlich der Hafenstadt Durres in einer Tiefe von zehn Kilometern. Wenige Minuten später kam es laut USGS in derselben Region, die westlich der albanischen Hauptstadt Tirana liegt, zu einem weiteren Beben der Stärke 5,1. Gegen 18.10 Uhr folgte den Angaben zufolge ein Beben der Stärke 4,7.

Medien zufolge lösten die starken Beben Panik in Tirana und Durres aus. Die Erdstöße waren auch in den Nachbarländern Montenegro und Nordmazedonien zu spüren, wie es in Medienberichten aus den beiden Ländern hieß. Fotos zeigten starke Gebäudeschäden – etwa an der Geologie-Fakultät in Tirana. Herabgefallene Steine und andere Trümmerteile zerstörten dort Autos. An einem anderen Gebäude in Tirana war ein vertikaler Riss über mehrere Etagen zu erkennen.

Premier Rama bricht Reise nach New York ab

Die Gesundheitsministerin Ogerta Manastirliu besuchte die Notaufnahme des Unfallkrankenhauses in Tirana. Fälle von ernsthaften Verletzungen habe sie nicht gesehen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur ATA. Ministerpräsident Edi Rama sagte wegen der Erdbebenserie dennoch seine Teilnahme an der UNO-Vollversammlung in New York ab. Er unterbrach seine Reise in Frankfurt, um nach Albanien zurückzukehren, wie ATA unter Berufung auf Regierungsstellen berichtete.

Statt der befürchteten zwei Millionen sind nur rund hundert Menschen einem Aufruf zum „Sturm“ der US-Militärbasis „Area 51“ in Nevada gefolgt, um die sich schauerliche Geschichten von dort festgehaltenen Außerirdischen ranken. Mehrere Dutzend Alien-Jäger folgten gestern (Ortszeit) einem ursprünglich aus Spaß auf Facebook verbreiteten Aufruf, der dann rasant millionenfache Verbreitung fand. Am Ende war befürchtet worden, dass bis zu zwei Millionen Menschen das US-Militärgelände stürmen könnten.

Menschen vor der Area 51
AP/John Locher

Um 3.00 Uhr versammelten sich die teils mit Alien-Masken verkleideten Teilnehmerinnen und Teilnehmer den lokalen Medienberichten zufolge, versuchten aber nicht wie angekündigt, die US-Luftwaffenbasis „Area 51“ zu stürmen. Als eine Frau unter einem Tor durchkriechen wollte, wurde sie kurzzeitig festgenommen.

Militär warnte im Vorfeld

Das US-Militär hatte im Vorfeld gewarnt, dass mit tödlichen Waffen gegen jeden vorgegangen werde, der versuche, in die Militärbasis einzudringen. Die Initiatoren von „Storm Area 51, They Can’t Stop All Of Us“ hatten im Juni dazu aufgerufen, sich in der Früh des 20. September vor dem Luftwaffenstützpunkt in der Wüste von Nevada zu treffen. Im September hatten sich dann bereits zwei Millionen Menschen zu dem „Sturm“ auf das Militärgelände angemeldet, weitere 1,5 Millionen waren auf Facebook „interessiert“. In der Nähe finden am Wochenende auch zwei Festivals statt.

Um „Area 51“ ranken sich seit Langem unterschiedlichste Theorien. Die Existenz des geheimen Militärgeländes war erst 2013 offiziell von der US-Regierung eingestanden worden.

Gesundheit

Die Zahl der Toten durch E-Zigaretten in den USA ist auf acht gestiegen. Die zuständige Gesundheitsbehörde bestätigte den ersten Todesfall im Bundesstaat Missouri. Es habe sich um einen Mann in seinen 40ern gehandelt – national ist es der achte Tote. Angesichts Hunderter schwerer Lungenverletzungen durch E-Zigaretten sprechen zwei US-Experten von einer Gesundheitsgefahr epidemischen Ausmaßes.

Bis gestern seien in den USA und auf den Jungferninseln mehr als 900 Fälle von schweren Lungenerkrankungen, die mit „Vapen“ (zu Deutsch: Dampfen) zusammenhängen, aufgetreten, schreiben Yulin Hswen und John Brownstein vom Boston Children’s Hospital im renommierten „New England Journal of Medicine“. Knapp 500 davon seien bestätigt, bei den übrigen handle es sich um Verdachtsfälle. Acht Menschen seien an Lungenschäden gestorben, schreiben die Autoren.

Kein Anstieg in Europa

Die Ursache für die Lungenschäden ist noch immer unklar. Möglich seien etwa Aromastoffe in den Flüssigkeiten, das Vermischen mit Ölen, die den Cannabiswirkstoff THC oder Vitamin E enthalten, oder aber Schwarzmarktprodukte, schreiben die beiden Epidemiologen. Zu den Symptomen zählen Kurzatmigkeit, Husten, Brustschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen.

Europaweit ist bisher kein ähnlicher Anstieg von Lungenschädigungen bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf die USA zu beschränken.

Religion

Kultur

Mit nächster Saison übernimmt Martin Schläpfer das Wiener Staatsballett, und unter seiner Direktion wird offenkundig auch das Ensemble anders aussehen. Kolportiert wird, dass 23 Tänzerinnen und Tänzer die 103-köpfige Compagnie verlassen müssen. Während man diese Zahl nicht kommentieren wollte, bestätigte die designierte Ballettdirektion „personelle Veränderungen“ gegenüber der APA.

Das sei „bei Direktionsübergängen international üblich“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. „Einige Tänzerinnen und Tänzer werden die Compagnie mit Ende der aktuellen Spielzeit verlassen; neue Ensemblemitglieder werden mit Beginn der Saison 2020/21 ins Wiener Staatsballett aufgenommen werden.“ Nach persönlichen Gesprächen mit den Tänzern vor dem Sommer seien die schriftlichen Nichtverlängerungen diese Woche zugestellt worden. Betroffen seien Kunstschaffende mit „Bühnenarbeitsverträgen, die gesetzlich jeweils auf ein Jahr befristet sind“.

Der Schweizer Schläpfer folgt mit 1. September 2020 auf den bisherigen Ballettchef Manuel Legris. Einige Wochen früher, nämlich bereits am 1. Juli 2020, übernimmt der neue Staatsoperndirektor Bogdan Roscic sein Amt, da Dominique Meyer zwischen 1. März und 30. Juni 2020 die Wiener Staatsoper und die Mailänder Scala – seine künftige Wirkungsstätte – parallel leiten wird.

Der Trailer zur diesjährigen Viennale stammt von der argentinischen Filmemacherin Lucrecia Martel. Die Regisseurin hat für das Filmfestival, das von 24. Oktober bis 6. November stattfinden wird, den knapp zweiminütigen Clip „AI“ gestaltet, der großteils das beinahe völlig verpixelte Gesicht einer Person zeigt.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Lifestyle

Die Suchanfragen sind gestiegen, als Jennifer Lopez 2000 bei den Grammys Awards das heute legendäre „Jungle Dress“ trug. In diesem Moment erkannte Google, dass die Menschen nicht nur Informationen, sondern auch Bilder finden wollten – die Idee zur Bildersuche war geboren. Gestern Abend schritt Lopez am Ende der Mailänder Versace-Show in einer Neuauflage des ikonischen Kleides durch die Halle.

Jennifer Lopez
AP/Luca Bruno

Donatella Versace spielte das Tropen- und Dschungelthema durch die ganze Kollektion, mit Applikationen, Fransen, Drucken. Die anderen Facetten ihrer neuen Mode waren markante, breite Schultern, Parkas und Regenmäntel in Leuchtfarben, Anzüge im überfärbten Prince-of-Wales-Karo sowie Sportswear mit „Gianni Versace“-Aufdrucken – eine Hommage an ihren 1997 ermordeten Bruder.

Panorama

Im Beisein des britischen Kronprinzen Charles und der niederländischen Prinzessin Beatrix ist in den Niederlanden der großen alliierten Luftlandeoperation „Market Garden“ vor 75 Jahren gedacht worden. Mit einer Schweigeminute und Trauerkränzen ehrten Vertreter der damals beteiligten Länder heute in Ede bei Arnheim die über 10.000 gefallenen Soldaten.

Der britische Kronprinz Charles und die niederländische Prinzessin Beatrix
Reuters/Piroschka Van De Wouw

Die niederländische Verteidigungsministerin Ank Bijleveld pries den Mut der damaligen Fallschirmjäger. Sie bekräftigte den gemeinsamen Einsatz für Frieden: „Als Verbündete werden wir schützen, was wir wichtig finden: unsere Sicherheit und Freiheit.“

1.000 Fallschirmjäger abgesprungen

Prinzessin Beatrix und Prinz Charles hatten als Erste Kränze für die Opfer niedergelegt. Anschließend sprachen sie mit Veteranen der Schlacht. Auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg nahm an den Feiern teil.

Über 100.000 Menschen waren dazu auf das frühere Schlachtfeld gekommen und sahen, wie über 1.000 Fallschirmjäger über dem Gebiet absprangen. An der Demonstration waren polnische, britische, französische, niederländische, aber auch deutsche Einheiten beteiligt.

Große Luftlandeoperation

„Market Garden“ war eine der größten Luftlandeoperationen des Zweiten Weltkrieges. Ab dem 17. September 1944 landeten mehr als 35.000 Fallschirmjäger der Alliierten hinter deutschen Linien im Osten der Niederlande. Sie sollten die strategischen Brücken über Rhein, Maas und Waal erobern und den Weg ins Ruhrgebiet frei machen.

Doch die Offensive wurde ein Fiasko. Schlechtes Wetter, strategische Fehler und ein unerwartet starker deutscher Widerstand führten dazu, dass Tausende Menschen getötet wurden und die Befreiung ins Stocken geriet.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat heute Mittag mit zwei Schlägen das erste Fass Bier auf der Wiesn angezapft und damit das 186. Oktoberfest eröffnet. Die erste Maß Bier reichte er Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), um mit ihm auf eine friedliche Wiesn anzustoßen. Danach bekamen auch die Wiesn-Gäste in den Zelten das erste Bier. Die Maß kostet bis zu 11,80 Euro, das sind 30 Cent mehr als der Höchstpreis des Vorjahres.

Kellner am Oktoberfest
APA/AFP/Tobias Schwarz

Zehntausende Wiesn-Besucher und -Besucherinnen hatten bereits in der Früh das Festgelände gestürmt. Kurz nach 9.00 Uhr – minimal verspätet und drei Stunden vor dem offiziellen Festbeginn – wurden die Zugänge geöffnet. Lautsprecherdurchsagen verkündeten in den Sprachen Deutsch, Englisch und Bairisch: „Liebe Festgäste, willkommen auf dem Oktoberfest. Wir öffnen jetzt das Festgelände.“

Leute

Barron Hilton, ehemaliger Chef der weltberühmten Hotelkette ist, wie Enkelin Paris Hilton via Instagram mitteilte, im Alter von 91 Jahren gestorben. Barron war der Sohn von Hotelgründer Conrad Hilton und leitete ab 1966 die 2007 dann an den Investor Blackstone Group verkaufte Hilton-Kette.

Paris Hilton bezeichnete ihren Großvater als Legende und Visionär. Sie habe schon in ihrer Kindheit stets zu ihn aufgeblickt und als Mentor wahrgenommen, wie die 38-Jährige weiter mitteilte.

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