Inland

Österreich liegt in einem Ranking von 82 Ländern in puncto soziale Aufstiegsmöglichkeiten gleichauf mit Belgien an achter Stelle. Das ergab eine Datenzusammenstellung des Weltwirtschaftsforums (WEF). Den ersten Platz belegt Dänemark (85,2) gefolgt von Norwegen, Finnland, Schweden und Island. Außerdem vor Österreich (80,1) liegen die Niederlande und die Schweiz.

Für die Rangliste wurde ein Gesamtindex der gesellschaftlichen Mobilität aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Arbeit, Technologie und soziale Absicherung/öffentliche Einrichtungen erstellt. Konkret eingeflossen sind etwa Faktoren wie faire Entlohnung und gute Arbeitsbedingungen, die Durchdringung der Bevölkerung mit Anwendungen neuer Technologien, die Qualität und der Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung.

Deutschland in G-7 vorne

Daraus ergibt sich für eine Gesellschaft eine Zahl, die die sozialen Aufstiegsmöglichkeiten, die sie bietet, ausdrückt. In der Gruppe der sieben großen Wirtschaftsnationen (G-7) ist Deutschland der Spitzenreiter. Die Bundesrepublik liegt an elfter Stelle (78,8). Dahinter folgen Frankreich (Platz 12), Kanada (Platz 14), Japan (Platz 15), Großbritannien (Platz 21), die USA (Platz 27). Schlusslicht der G-7 ist auf Platz 34 Italien.

Die – noch – 28 EU-Staaten liegen alle unter den ersten 50 Ländern. Das EU-Land mit den geringsten sozialen Aufstiegsmöglichkeiten ist Griechenland auf Position 48 mit einem Index von 59,8. Die Aufstiegschancen in China (Platz 45, 61,5) sind wesentlich besser als etwa in Indien, allerdings etwas schlechter als in Russland. Russland (64,7) landete aus Platz 39, Indien (42,7) nur auf Platz 76 von 82.

Österreich punktet bei sozialer Absicherung

Österreich liegt besonders gut bei der sozialen Absicherung. In diesem Punkt erreichte es weltweit sogar Platz drei. Auch in Sachen Zugang und Qualität der Bildung (Platz vier bzw. sechs) und bei den Arbeitsbedingungen (Platz fünf) kann Österreich punkten.

Luft nach oben besteht jedoch vor allem, was den Zugang zu Technologie und die faire Verteilung der Löhne betrifft. Im Vergleich zum achten Gesamtrang kam Österreich in diesen beiden Einzelgesichtspunkten nur auf Rang 28 bzw. 26.

Der Verkehrssprecher der Grünen im Nationalrat, Hermann Weratschnig, pocht auf die Abschaffung des Dieselprivilegs. „Wir werden dafür kämpfen, dass es nicht auf die lange Bank geschoben wird“, sagte Weratschnig heute bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Bereits in den kommenden Wochen oder Monaten soll eine Taskforce eingesetzt werden.

Kein Zeithorizont

Bereits vergangene Woche hatte das Dieselprivileg zu Uneinigkeiten in der türkis-grünen Regierung bzw. zwischen Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) geführt. Laut Weratschnig soll zwar über Härtefälle diskutiert und Übergangslösungen gefunden werden, „wenn man Klimaschutz erst nimmt, braucht es aber klare Bekenntnisse“, meinte der Tiroler Abgeordnete.

Einen Zeithorizont wollte Weratschnig jedoch nicht festlegen. Auch bei der Reduktion der Transitfahrten soll nun Bewegung ins Spiel kommen. „Wir haben jetzt eine Ministerin, die sich dafür in Brüssel einsetzen kann, was bis dato nicht passiert ist“, sagte der Nationalratsabgeordnete.

Auch Maßnahmen gegen Massentourismus gefordert

Die zweite Tiroler grüne Nationalratsabgeordnete und nunmehrige Tourismussprecherin Barbara Neßler will sich indes in ihrer Funktion für einen ökologischen und nachhaltigen Tourismus einsetzen. Sie forderte neue Tourismusgrundsätze und Maßnahmen gegen den Massentourismus, denn die Zukunft des Tourismus liege nicht im „wachstumsgetriebenen Wettbewerb“.

Das Regierungsübereinkommen bezeichneten die beiden Abgeordneten als Kompromiss. „Wenn beide Parteien zufrieden wären, hätten wir schlecht verhandelt, dann wären faule Kompromisse herausgekommen“, so Weratschnig. „Man muss es auch realistisch sehen“, sprach Neßler das Kräfteverhältnis der beiden Parteien an. „Wir sind jedenfalls nicht in die Regierung gegangen, um Schwarz-Blau zu verhindern, sondern um zu gestalten“, betonte sie.

Ausland

Rund drei Monate nach dem Ende des Prozesses gegen zwölf katalanische Separatistenführer befasst sich die spanische Justiz seit heute erneut mit dem illegalen Unabhängigkeitsreferendum vom Oktober 2017. Auf der Anklagebank sitzt die frühere Spitze der katalanischen Regionalpolizei Mossos d’Esquadra, darunter auch deren damaliger Chef Josep Lluis Trapero.

Ehemaliger Polizeichef von Katalonien Josep Lluis Trapero vor Gericht
AP/Fernando Villar

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und zwei Ex-Polizeifunktionären Rebellion vor und fordert für sie elf Jahre Haft. Für eine weitere Angeklagte verlangt sie wegen Aufruhrs vier Jahre Haft. Das Verfahren in San Fernando de Henares bei Madrid soll bis Ende März dauern.

Der spanischen Justiz zufolge soll die damalige Polizeiführung der Region nicht energisch genug gegen das vom spanischen Verfassungsgericht für illegal erklärte Referendum vorgegangen sein. Die Zentralregierung in Madrid hatte Trapero Ende Oktober 2017 seines Amtes enthoben und die gesamte Region im Nordosten des Landes zeitweise unter Zwangsverwaltung gestellt.

Im vergangenen Oktober hatte das oberste Gericht bereits den früheren Vizeregionalpräsidenten Oriol Junqueras sowie acht seiner Mitstreiter zu Gefängnisstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt. Die Richter sahen aber von einer Verurteilung wegen des Vorwurfs der Rebellion ab und sprachen Junqueras und andere frühere Spitzenpolitiker wegen Aufruhrs und Veruntreuung öffentlicher Gelder schuldig.

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat seine geplante Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos abgesagt. „Diese Reise wird leider nicht stattfinden“, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi heute in Teheran vor Journalisten. Gründe nannte das Außenministerium laut iranischer Nachrichtenagentur ISNA nicht – nur dass sich Sarifs Pläne geändert hätten.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif
APA/AFP/Punit Paranjpe

Das Wirtschaftsforum findet von morgen bis Freitag statt. Seit 1971 treffen sich in Davos jährlich Politik, Wirtschaft, Wissenschaft gesellschaftliche Akteure und Medien zum Weltwirtschaftsforum. Diskutiert wird über Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik.

Zur 50. Ausgabe wollen mehr als 3.000 Teilnehmer kommen, darunter EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, US-Präsident Donald Trump und die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Bei regierungskritischen Protesten im Irak ist es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Dutzende seien in der Hauptstadt Bagdad und andernorts verletzt worden, hieß es heute aus Sicherheitskreisen und von medizinischem Personal.

Auf dem Tajaran-Platz in Bagdad warfen laut Reuters Demonstranten in der Nacht Brandflaschen und Steine in Richtung Polizei. Diese reagierte mit Tränengas und Blendgranaten. Im Süden des Landes zündeten Hunderte Demonstranten Reifen an und blockierten Hauptverkehrsstraßen. Sie werfen Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi vor, Versprechen wie eine neue Regierung nicht erfüllt zu haben.

Die Proteste hatten Anfang Oktober begonnen. Der Unmut der Bevölkerung richtet sich gegen die politische Elite, Misswirtschaft, Korruption und hohe Arbeitslosigkeit. Insgesamt wurden dabei schon mehr als 450 Menschen getötet. Zwischenzeitlich waren die Proteste abgeklungen.

EU

Mit Blick auf die Friedensbemühungen für Libyen hat sich der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell für einen Neustart der EU-Marineoperation „Sophia“ ausgesprochen. „Ich denke, wir sollten sie wiederaufleben lassen“, sagte der Spanier vor einem Treffen der EU-Außenminister heute in Brüssel. Schon gestern nach dem Libyen-Gipfel in Berlin hatte der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) gefordert, erneut über den 2019 eingestellten Marineeinsatz nachzudenken.

Die EU hatte den Marineeinsatz 2019 eingestellt, weil sich die EU-Staaten nicht auf ein System zur Verteilung der bei dem Einsatz aus Seenot geretteten Menschen einigen konnten. Die damalige populistische Regierung Italiens hatte das gefordert, weil Gerettete nach den damaligen Einsatzregeln ausschließlich nach Italien gebracht wurden. Eigentlich sollte „Sophia“ gegen Schleuser vorgehen. Am Rande wurden aber immer wieder Personen aus Seenot gerettet. Derzeit bildet die EU noch die libysche Küstenwache aus.

Auch Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn unterstütze Maas’ Vorstoß: „Da hat Heiko Maas total recht.“ Die Marinemission sei unter dem ehemaligen rechtspopulistischen Außenminister Italiens, Matteo Salvini, zusammengebrochen. „Savlini ist weg. Wir müssen Sophia wiederaufbauen.“ Man könne nicht sagen, die Lager in Libyen seien schrecklich, und dennoch Menschen dorthin zurückschicken.

Wirtschaft

Gegen 10.55 Uhr hat der neue Nachtzug vom Wiener Hauptbahnhof nach Brüssel-Nord sein Ziel erreicht. Neben zahlreichen österreichischen Europaabgeordneten war auch ÖBB-Chef Andreas Matthä an Bord des Nightjets, der knapp mehr als 14 Stunden Fahrt absolvierte.

Gut, „aber ausbaufähig“

An Bord war auch EU-Botschafter Martin Selmayr, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich. Sein Urteil: Die Strecke sei gut, „aber ausbaufähig“. Er habe „gut geschlafen“ und ein „gutes Frühstück“ bekommen. Die Fahrt im Schlafwagen sei mit 40 Kilogramm Kohlendioxid klimafreundlicher als der Flug mit 410 Kilogramm.

Die Ankunft in Brüssel nach 14-stündiger Reise um 11.00 Uhr sei aber „zu spät“, es gebe kein WLAN an Bord und nur zwei Verbindungen pro Woche, kritisierte Selmayr.

Die Nachtzüge fahren künftig immer sonntags und mittwochs von Wien (20.38 Uhr) und Innsbruck (20.44 Uhr) nach Brüssel, mit Zwischenhalten unter anderem in Nürnberg (2.46 Uhr), Frankfurt/Main (Süd) (4.33 Uhr) und Köln (07.39 Uhr). Die Rückfahrten finden jeweils einen Tag später statt. Als nächstes Reiseziel soll Amsterdam hinzukommen.

Das kapitalistische Wirtschaftssystem trifft einer Umfrage zufolge in zahlreichen Ländern auf starke Skepsis. In seiner derzeitigen Form richtet es nach Auffassung der Mehrheit „mehr Schaden als Gutes in der Welt“ an. Dieser Einschätzung stimmten in einer internationalen Erhebung der US-Kommunikationsagentur Edelman 56 Prozent der Befragten zu.

Die Studie wurde heute anlässlich des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos vorgestellt. Befragt wurden mehr als 34.000 Personen in 28 Ländern.

Wachsende Wahrnehmung sozialer Ungleichheit

Das „Edelman Trust Barometer“ wird seit dem Jahr 2000 ermittelt. Es misst das Vertrauen von Menschen in zentrale Institutionen. Über die Jahre stellten die Autoren eine wachsende Wahrnehmung sozialer Ungleichheit fest. „Die Menschen bezweifeln, dass die Welt, in der wir heute leben, optimal für eine gute Zukunft ist“, sagte Studienleiter David Bersoff.

Zu den genannten Sorgen zählen das Tempo des technischen Fortschritts, Arbeitsplatzunsicherheit, Misstrauen in die Medien und das Gefühl, dass die nationalen Regierungen den aktuellen Herausforderungen nicht gewachsen sind.

Mehr Vertrauen in Asien

Am wenigsten Vertrauen wird dem Kapitalismus in Thailand und Indien entgegengebracht. Auch in Frankreich ist die Skepsis hoch. Nur in Australien, Kanada, den USA, Südkorea, Hongkong und Japan widersprach eine Mehrheit der Negativbeurteilung. Generell genießt der Kapitalismus in Asien mehr Vertrauen als in anderen Gegenden der Welt. Österreich ist in der Umfrage nicht berücksichtigt.

Der deutsche Kekshersteller Bahlsen wird auch künftig von familienfremden Managern geleitet. „Kein Familienmitglied der nächsten Generation wird in die operative Führung des Unternehmens einsteigen“, sagte der 70-jährige Werner Bahlsen, Vater von vier Kindern, dem „Handelsblatt“. Er hatte sich 2018 an die Spitze des Verwaltungsrats zurückgezogen. Die Firma sucht extern einen neuen Chef.

Die Entscheidungen habe die Familie gemeinsam getroffen, sagte Bahlsen dem Blatt. „Das ist auch unsere Stärke, wenngleich es da natürlich ab und zu rumpelt, auch mal Tränen fließen, emotionale Ausbrüche drohen. Das müssen wir aushalten.“

Seit Familienstreit gespalten

1999 war das Unternehmen nach einem Familienstreit aufgespalten worden. „Für meinen Vater war selbstverständlich, dass seine Kinder das Unternehmen weiterführen. Auch das wollte ich in meinem eigenen Fall besser machen“, sagte Bahlsen weiter.

Der Kekshersteller beschäftigt weltweit 2.730 Mitarbeiter. Der Umsatz sank laut „Handelsblatt“ 2018 auf 545 Millionen Euro und war auch im vergangenen Jahr rückläufig. Verluste jedoch wurden nach Angaben von Bahlsen nicht mehr geschrieben.

IT

Der Ausbau des besonders leistungsfähigen 5G-Netzes macht in Österreich weitere Fortschritte. Am 25. Jänner werde man 350 5G-Standorte in 129 Gemeinden in Betrieb nehmen, teilte A1 heute mit.

Er halte es für ein absolut realistisches Ziel, auch wesentliche Teile des ländlichen Raums bis 2023 abzudecken, sagte der Chef der A1 Telekom Austria Group, Thomas Arnoldner. In der ersten Jahreshälfte 2020 werden in Österreich weitere Frequenzen versteigert, die für die Versorgung der Bevölkerung mit 5G gebraucht werden.

Grundsätzlich sieht sich das Land als ein Vorreiter in Europa bei der Digitalisierung. „Das schlechteste Mobilfunknetz in Österreich ist besser als das beste in Deutschland“, sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP). Bis zum Jahresende solle in einem Pilotprojekt auch eine digitale Ausweisplattform verfügbar sein. Dann könnten Bürger ihre Führerscheine, Zulassungspapiere und den Personalausweis auch per Handy vorzeigen.

Kurz zu Huawei: Maximale Sicherheit

Zur Diskussion über die Rolle des chinesischen Technologiekonzerns Huawei beim Ausbau der Netze sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), es gehe um ein Maximum an Sicherheit, aber auch um ein technologieneutrales Auftreten. Kritiker haben Sorge, dass Huawei den Einsatz seiner Technologie auch zu Spionagezwecken nutzen könnte.

5G soll dank extrem schneller Reaktionszeit eine Kommunikation praktisch in Echtzeit ermöglichen. Zwischen der Anfrage ans Netz und einer Antwort solle weniger als eine Millisekunde vergehen, sagte Arnoldner. Die Technologie gilt als Voraussetzung für autonomes Fahren und weitere Automatisierungen in der Industrie.

Sport

Erling Haaland hat sogar die eigenen Erwartungen übertroffen. Der Ex-Salzburger erzielte am Samstag bei seinem Debüt für Borussia Dortmund in Augsburg (5:3) einen Dreierpack. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht von drei Toren geträumt, sondern von zwei – und das war schön“, sagte der 19-Jährige, den die Dortmunder im Winter mit Hilfe einer 20-Millionen-Euro-Klausel aus Salzburg losgeeist hatten.

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Chronik

Mindestens fünf Menschen sind in Russland beim Bruch einer Heißwasserleitung in einer Herberge in Perm am Ural ums Leben gekommen. Drei weitere Personen wurden mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus behandelt, wie das zentrale russische Ermittlungskomitee in Moskau mitteilte. Durch den Rohrbruch sei der Keller der Herberge „Karamel“ in einem Industrieviertel von Perm völlig mit siedendem Wasser überflutet worden.

Mini Hotel Caramel in Perm
Reuters/Russian Emergencies Ministry

Schwere Verbrühungen

Das Unglück ereignete sich mitten in der Nacht, als die Gäste schliefen. Sie erlitten schwere Verbrühungen durch das kochend heiße Wasser. Die Verletzten wurden in einer auf Brandwunden spezialisierten Klinik der Industriestadt behandelt.

In Bewertungen im Internet zu dem Hotel beschwerten sich viele Gäste über fehlende Fenster. Nach Angaben der städtischen Behörden gab es zudem keinen Notausgang. Auf Bildern war zu sehen, wie Dampf aus dem Hoteleingang quoll. Die Überflutung war so stark, dass das heiße Wasser auch auf die Straße floss.

Haus aus den 60er Jahren

Der Gouverneur des Gebiets Perm, Maxim Reschetnikow, ordnete an, den Verletzten und Familien der Todesopfer jede Hilfe zu geben. Er kritisierte, dass die Sicherheitsvorkehrungen in der Herberge nicht eingehalten worden seien. Das Hotel befand sich in einem Wohnhaus aus den 1960er Jahren.

Das zentrale Ermittlungskomitee in Moskau kündigte an, besonders erfahrene Kriminalisten zu dem Ort zu schicken, um das Unglück aufzuklären. Es wurde ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsvorschriften eingeleitet. In Russland kommt es immer wieder zu schweren Unfällen mit Todesopfern, weil grundlegende Vorkehrungen nicht eingehalten werden.

Medien

Die „New York Times“ hat sich für Elizabeth Warren und Amy Klobuchar als demokratische US-Präsidentschaftskandidatinnen ausgesprochen. Mit ihrem gestern erschienenen Artikel hat die liberale Tageszeitung erstmals offen ihre Unterstützung für zwei Bewerberinnen gezeigt.

Zwei Lager

Ihre Empfehlung begründete die Zeitung damit, dass die beiden Frauen für zwei gegensätzliche Positionen der Demokratischen Partei stünden. Warren, Senatorin von Massachusetts, vertrete einen „radikalen“ Ansatz und sei die neue „Anführerin der demokratischen Linken“, schrieb die „New York Times“. Minnesotas Senatorin Klobuchar stehe hingegen für eine „realistische“ Option, die die unterschiedlichen Flügel der Partei – „und vielleicht die Nation“ – versöhnen könnte.

Die Vertreter des einen Lagers innerhalb der Partei sähen Präsident Donald Trump als „Fehltritt“ an und glaubten, „dass eine Rückkehr zu einem vernünftigeren Amerika möglich ist“. Die andere Seite glaube hingegen, dass Trump „das Produkt politischer und wirtschaftlicher Systeme ist, die so verfault sind, dass sie ersetzt werden müssen“.

Sowohl der radikale als auch der realistische Ansatz verdienten es, „ernsthaft in Erwägung gezogen zu werden“, befand die Zeitung und endete mit den Worten: „Möge die beste Frau gewinnen.“

Vorwahlen starten am 3. Februar

Die Vorwahlen der Demokraten zur Bestimmung des Herausforderers von Präsident Trump beginnen am 3. Februar im Bundesstaat Iowa. Die Demokraten hoffen, Trump bei der Präsidentschaftswahl im November nach einer Amtszeit aus dem Weißen Haus drängen zu können.

Die landesweiten Umfragen zu den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern führt Ex-Vizepräsident Joe Biden an, gefolgt von Senator Bernie Sanders. Warren rangiert auf dem dritten Platz, hat aber seit Oktober Stimmen verloren.

Science

Religion

Kultur

Die südkoreanische Tragikomödie „Parasite“ hat überraschend als erster fremdsprachiger Film in der Geschichte des Awards den Hauptpreis der US-Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild (SAG) gewonnen und gilt damit als heißer Anwärter auf den Oscar.

„Parasite“-Schauspieler Song Kang-ho, Cho Yeo-jeong, Regisseur Bong Joon-ho, Lee Jung-eun, Choi Woo-shik, und Lee Sun-kyun mit Trophäen in der Hand
APA/AFP/Jean-Baptiste Lacroix

Damit nehme sein Film auf dem Weg zu den Oscars „Fahrt auf“, freute sich Regisseur Bong Joon Ho auf der Preisverleihung gestern Abend in Los Angeles. Der Film setzte sich unter anderem gegen „Bombshell“, „The Irishman“ und „Once Upon a Time in Hollywood“ durch.

Der international erfolgreiche Film erzählt mit schwarzem Humor vom Spross einer armen südkoreanischen Familie, der einen Job als Nachhilfelehrer für die Tochter eines reichen Unternehmers ergattert. Nach und nach bringt er seine ganze Familie als Angestellte bei seinem neuen Arbeitgeber unter.

„Joker“ und „Judy“

Mit den Preisen als beste Hauptdarsteller zementierten Joaquin Phoenix („Joker“) und Renee Zellweger („Judy“) ihre Favoritenrolle für die Oscars Anfang Februar. Als beste Nebendarsteller wurden Laura Dern („Marriage Story“) und Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“) ausgezeichnet. Robert De Niro, Star des Oscar-Anwärters „The Irishman“, erhielt einen Preis für sein Lebenswerk.

Die SAG-Preise gelten als wichtiger Gradmesser für die Oscars, die am 9. Februar verliehen werden, denn die US-Schauspielergewerkschaft stellt zahlreiche Mitglieder der Oscar-Akademie.

Poplegende Madonna hat gestern erneut ein Konzert ihrer laufenden „Madame X“-Tour abgesagt. Fans in Portugal erhielten 45 Minuten vor dem geplanten Beginn der Show eine E-Mail, in der sie informiert wurden, dass die 61-Jährige nicht in der Lage sei aufzutreten. Auf Instagram entschuldigte sie sich wenig später. „Ich muss auf meinen Körper hören und mich ausruhen“, schrieb sie.

Nähere Angaben, warum sie nicht auftreten konnte, machte sie nicht. Bei einem Konzert im November sprach sie von einem Bänderriss und Schmerzen im Knie. Mehrmals postete sie Videos, in denen sie ihre „mehrfachen Verletzungen“ und die „überwältigenden Schmerzen“ mit Eiswasser behandelte.

Schon achtes abgesagtes Konzert

Es ist bereits das achte Konzert der im Herbst gestarteten Tour, das abgesagt wurde. Die Tour führt Madonna diesmal in kleinere Konzerthallen, dafür gibt es pro Stadt mehrere Termine. Nach den Shows in den USA stehen nun in den nächsten Wochen noch Konzerte in Europa an.

Für Lissabon, die ehemalige Wahlheimat der Sängerin, sind diese Woche noch drei Konzerte geplant. Ab nächster Woche soll sie gleich 15-mal in London auf der Bühne stehen, anschließende stehen bis Mitte März 14 Auftritte in Paris auf dem Programm.

Der deutsche „Rosenheim-Cop“-Darsteller Joseph Hannesschläger ist tot. Er erlag 57-jährig einer Krebserkrankung, wie die PR-Agentur Presse-Partner unter Berufung auf Hannesschlägers Ehefrau heute bestätigte. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Seit 2002 war er als Kommissar Korbinian Hofer in der ZDF-Kultserie „Die Rosenheim-Cops“ zu sehen. Erst im Herbst 2019 hatte er seine unheilbare Krankheit öffentlich gemacht und bekanntgegeben, dass er nicht mehr in der Erfolgsserie mitspielen kann.

Zuletzt hatte er nach Informationen der „Bild“-Zeitung im Jänner wegen seiner Krankheit auch eine Theaterrolle absagen müssen. Hannesschläger hinterlässt seine Ehefrau Bettina, die er 2018 geheiratet hatte. Er lebte bis zuletzt in seiner Geburtsstadt München.

Joseph Hannesschläger
picturedesk.com/dpa/Ursula Düren

Nach Angaben auf seiner Homepage hat Hannesschläger im Laufe seiner Karriere in mehr als 45 Theaterstücken und rund 40 Kino- und Fernsehproduktionen mitgespielt. Er trat auch als Kabarettist auf und hatte mit „Discotrain“ auch eine Band. Seine wichtigste Rolle aber war die des Kommissars Korbinian Hofer in den „Rosenheim-Cops“, in der er 17 Jahre lang zu sehen war.

In Italien beginnen heute die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Regisseurs Federico Fellini. „Fellini 100 – ein Geburtstag, der ein Jahr lang dauert“ lautet der Titel des umfangreichen Eventprogramms, mit dem des legendären Filmemachers aus Rimini gedacht wird.

Vorträge, Konzerte, Ausstellungen und Aufführungen sind diese Woche in Rimini geplant, wo Fellini am 20. Jänner 1920 als Sohn eines Handelsvertreters für Kaffee und Käse das Licht der Welt erblickte. „Fellini ist ein Gigant in der Filmgeschichte. Er ist weiterhin mit seinem Talent Inspirationsquelle für Regisseure und Schauspieler auf der ganzen Welt“, sagte der italienische Kulturminister Dario Franceschini vor Beginn der Feierlichkeiten.

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Museum eröffnet

Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Ende 2020 geplante Einweihung eines Fellini-Museums in Rimini im Schloss Sismondo. Zwölf Millionen Euro werden in das Projekt investiert. Material aus Fellinis Sammlungen und digitale Archive sollen im Museum untergebracht und Sets und Bühnenbilder aus Fellinis Filmen wieder aufgebaut werden.

Fellini wurde mit insgesamt fünf Oscars ausgezeichnet. Den ersten erhielt er 1956 für „La Strada“, den Film, der ihn und seine Frau, die Schauspielerin Giulietta Masina, international berühmt machte. Im Jahr darauf gewann er den Oscar für „Nächte der Cabiria“, 1963 für „8 1/2“ und zehn Jahre später für „Amarcord“. 1993 nahm Fellini in Hollywood den Oscar für sein Lebenswerk entgegen. Er starb am 31. Oktober 1993 in Rom.

Panorama

Leute

Der britische Prinz Harry (35) hat sich mit Bedauern zu seinem Abschied von der Rolle als Mitglied der engeren Königsfamilie geäußert. „Als Meghan und ich heirateten, waren wir aufgeregt, hoffnungsvoll und wir wollten etwas Sinnvolles tun“, sagte Harry in einer Rede vor Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Hilfsorganisation Sentebale, die gestern auf dem Instagram-Konto des Paares gepostet wurde. Er fügte hinzu: „Deshalb macht es mich traurig, dass es so weit gekommen ist.“

Erst am Samstag hatte das Königshaus mitgeteilt, dass Harry und Meghan vom Frühjahr an auf ihre Titel „Königliche Hoheit“ verzichten und keine offiziellen Aufgaben für die Queen mehr übernehmen werden. Das Paar hatte zuvor bereits selbst angekündigt, sich teilweise zurückzuziehen.

„Gab keine andere Option“

Vorgestellt hatten sich die beiden das Ganze aber anders, wie Harry nun bestätigte. Sie hätten sich nicht leichtfertig dazu entschieden, von ihrer Rolle zurückzutreten, so Harry. „Es gab aber keine andere Option.“ Ihre Hoffnung sei gewesen, die bisherigen Aufgaben für die Queen, den Commonwealth und das Militär fortzuführen, aber dabei auf öffentliche Gelder zu verzichten. „Leider war das nicht möglich“, sagte der Prinz.

„Ich habe das akzeptiert mit dem Wissen, dass es nichts daran ändert, wer ich bin oder wie entschlossen ich bin.“ Er lasse alles hinter sich, was er gekannt habe, in der Hoffnung auf ein friedvolleres Leben. Vor seiner Großmutter, der Queen, habe er den allergrößten Respekt.