Ausland

Bei erneuten Gefechten in der Konfliktregion Kaschmir sind mehrere Menschen getötet worden. Nach „Waffenstillstandsverletzungen durch Indien“ seien im pakistanisch-kontrollierten Teil von Kaschmir drei Zivilisten ums Leben gekommen, schrieb der Armeesprecher Asif Ghafoor heute auf Twitter. Unter den Getöteten sei ein siebenjähriger Bub. Als Reaktion auf die Waffenstillstandsverletzungen habe Pakistan auf indische Posten gezielt. Dabei seien mindestens sechs indische Soldaten getötet worden.

Von der indischen Armee und lokalen Medien allerdings hieß es, ein indischer Soldat sei nach Beschuss aus Pakistan getötet und vier Militärangehörige seien verletzt worden.

Anfang August hatte Indien der indischen Kaschmir-Region den Autonomiestatus entzogen und damit die Spannungen im Verhältnis zu Pakistan schlagartig erhöht. Seitdem häufen sich wieder Scharmützel entlang der Kontrolllinie, der De-facto-Grenze zwischen den beiden Ländern in der Region Kaschmir.

Ägyptische Sicherheitskräfte haben nach Regierungsangaben auf der Sinai-Halbinsel elf mutmaßliche Extremisten getötet. Die mit Waffen und Sprengsätzen ausgestatteten „Terroristen“ starben bei einem Schusswechsel in ihrem Versteck nahe einem Polizeiposten in Al-Arish, wie das ägyptische Innenministerium heute mitteilte.

Nach Informationen des ägyptischen Geheimdienstes nutzte die Gruppe das Versteck als „Stützpunkt, um ihre feindlichen Einsätze vorzubereiten“.

Seit Jahren Gewalt

Auf der Sinai-Halbinsel kommt es seit Jahren immer wieder zu Gewalt zwischen ägyptischen Sicherheitskräften und bewaffneten Gruppen. Dort ist ein Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aktiv. Die Armee startete im Februar 2018 die Offensive „Sinai 2018“, um die Dschihadisten von der Halbinsel zu vertreiben.

Nach Armeeangaben wurden seither etwa 650 Dschihadisten und 45 Soldaten getötet. Es gibt allerdings keine unabhängigen Zahlen, die Region ist für Journalisten kaum zugänglich. Erst seit kurzem erlaubt die Regierung organisierte, streng überwachte Medienbesuche.

Bei der Explosion eines Waffenlagers einer Miliz im Irak sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Die Explosion habe sich in einem Lager der schiitischen Volksmobilisierungskräfte (PMF) etwa 80 Kilometer nördlich von Bagdad ereignet, hieß es heute aus Polizeikreisen. Die PMF werden aus dem Iran unterstützt und kämpften gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien.

Die Explosion ereignete sich in der Nähe des Luftwaffenstützpunktes Al-Balad, auf dem auch US-Ausbilder für das irakische Militär untergebracht sind. Die Luftwaffenbasis war in diesem Jahr bereits mit Mörsergranaten angegriffen worden. Zuletzt hatte es auch in Lagern der schiitischen Volksmobilisierungskräfte mehrfach Explosionen gegeben. Die irakische Regierung verschärfte daraufhin die Bestimmungen für den irakischen Luftraum.

Der chinesische Botschafter in Wien, Li Xiaosi, hat mit einem Eingreifen Pekings bei weiteren gewaltsamen Protesten in Hongkong gewarnt. Im Ö1-Mittagsjournal sagte der Botschafter, „kein Staat und keine Regierung werden gewaltsame Tätigkeiten erlauben“. Er warf dem Westen vor, von Demonstrantinnen und Demonstranten ausgeübte Gewalt sowie „Hass und Hetze“ in Sozialen Netzwerken „leider verharmlost“ zu haben.

Wenn sich die Lage weiter verschlechtere „und Hongkong ins Chaos stürzt, wird die Zentralregierung nicht tatenlos zusehen“, so der Diplomat. Die Armee und die Polizei seien jederzeit bereit, die Souveränität und territoriale Integrität sowie Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen. Die Regierung in Hongkong sei zwar zuständig für Ordnung und Stabilität, „kann aber bei Bedarf die Zentralregierung um Hilfe bitten“, betonte er.

„Werden nicht zulassen, dass Situation weitergeht“

Die Frage, wann das geschehen würde, beantwortete Li Xiaosi so: „Wenn die Lage sich verschlechtert und außer Kontrolle gerät. Wir werden keine Gewalttätigkeiten erlauben. Wir werden nicht zulassen, dass diese Situation weitergeht.“

Li Xiaosi verwies darauf, dass das Prinzip ein Land und zwei Systeme" das beste Modell für Hongkong" sei. Die Bürger in Hongkong würden „demokratische Rechte genießen, die in der britischen Kolonialzeit nie da waren. Die Gesellschaft bleibt stabil, die Wirtschaft floriert.“

Angebliche Festnahme in britischem Konsulat in Hongkong

In der früheren britischen Kolonie Hongkong gibt es seit Wochen Massendemonstrationen für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. China forderte Großbritannien bereits mehrfach auf, jegliche „Einmischung“ in den Konflikt zu unterlassen. Für Spannungen sorgen nun auch Berichte, ein Mitarbeiter des britischen Konsulats in Hongkong sei festgenommen worden.

„Wir sind äußerst besorgt über Berichte, wonach ein Mitglied unseres Teams bei seiner Rückkehr von Shenzhen nach Hongkong festgenommen wurde“, teilte das britische Außenministerium mit. London rief die chinesischen Behörden auf, zur Aufklärung des Falls beizutragen.

Nach Angaben des Hongkonger Nachrichtenportals HK01 war der Konsulatsmitarbeiter Anfang August von einer Reise nach Shenzhen nicht zurückgekehrt. Die chinatreue Regierungschefin Carrie Lam signalisierte unterdessen Gesprächsbereitschaft. Lam kündigte heute eine „Plattform zum Dialog an“. Sie und ihre Regierung seien „entschlossen zuzuhören, was die Leute uns zu sagen haben“.

Twitter und Facebook werfen China Kampagne rund um Hongkong vor

Twitter und Facebook warfen China vor, über die Onlineplattformen gezielt Stimmung gegen die Demokratiebewegung in Hongkong zu machen. Twitter erklärte, eine „staatlich unterstützte“ Informationskampagne gegen die Protestbewegung aufgedeckt zu haben, weshalb 936 Konten gesperrt worden seien. Über die Nutzerkonten wurden nach Angaben von Twitter Botschaften verbreitet, mit denen die Demokratiebewegung in Misskredit gebracht werden sollte.

„Auf Grundlage unserer intensiven Nachforschungen haben wir verlässliche Beweise für eine koordinierte staatlich unterstützte Operation“, sagte ein Twitter-Sprecher. Auf den gesperrten Konten seien unter anderem Artikel von Hongkonger Zeitungen geteilt worden, welche die Demonstranten als „Aufständische“ bezeichnet hatten.

Auch Facebook sperrte Konten

Twitter ist in Festlandchina blockiert. Laut dem Kurzbotschaftendienst wurden aber virtuelle private Netzwerke genutzt, um den tatsächlichen Standort des Nutzers zu verschleiern.

Facebook erklärte, nach einem Hinweis von Twitter sieben Seiten, drei Gruppen sowie fünf Nutzerkonten mit etwa 15.500 Abonnentinnen und Abonnenten gesperrt zu haben. Mit „Täuschungstaktiken“ wie falschen Nutzerkonten seien Botschaften zu Hongkong verbreitet worden, erklärte Facebook-Onlinesicherheitschef Nathaniel Gleicher. Nachforschungen hätten ergeben, dass es Verbindungen zwischen den Urhebern und der chinesischen Regierung gebe.

Krankenhauspatient von Polizisten misshandelt

Unterdessen wurden zwei Polizisten in Hongkong festgenommen, weil sie einen älteren Krankenhauspatienten misshandelt haben sollen. „Es ist klar, dass die von den Polizisten begangenen Taten ungesetzlich waren“, sagte Polizeisprecher John Tse.

In Videoaufnahmen ist zu sehen, wie uniformierte Polizisten den auf einer Krankenhausliege liegenden Mann abwechselnd mit Stöcken schlagen und ihm ein Tuch auf den Mund drücken. Die Misshandlung dauerte mehrere Minuten an. Der Polizeisprecher kündigte eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls an. Die beiden beteiligten Polizisten seien wegen Körperverletzung festgenommen worden.

Die USA wollen die Lieferung von Öl durch den iranischen Supertanker „Adrian Darya-1“ im Mittelmeer weiter verhindern. „Wir verfolgen die Bewegungen dieses Schiffes“, sagte der US-Sondergesandte für den Iran, Brian Hook, heute in New York. Man wolle sicherstellen, dass das Öl auf dem Tanker nicht für die iranische „Terrorunterstützung“ benutzt werden könne. Deshalb habe man alle Länder aufgefordert, iranischen Tankern die Durchfahrt durch nationale Gewässer und das Ankern in Häfen zu verbieten.

Der von Gibraltar freigegebene iranische Supertanker „Adrian Darya-1“ schien zuletzt auf dem Weg in die griechische Hafenstadt Kalamata zu sein. Zunächst hatte das Schiff jedoch griechischen Behörden zufolge keine offizielle Anfrage gestellt, um dort anzulegen.

Das Schiff war zuvor mehr als sechs Wochen lang in Gibraltar unter dem Vorwurf festgehalten worden, das EU-Embargo gegen Syrien zu unterlaufen. Danach hatte der Iran einen britischen Tanker festgesetzt.

Iran kündigte Gespräche mit Macron an

Der iranische Außenminister Mohammad Jawad Zarif kündigte laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA für Freitag Gespräche mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron sowie Außenminister Jean-Yves Le Drian in Paris an. In der nächsten Woche sei außerdem ein Besuch in China geplant. Macrons diplomatischer Berater Emmanuel Bonne hatte bereits Anfang Juli in Teheran Gespräche geführt, um ein Scheitern des internationalen Atomabkommens mit dem Iran zu verhindern. Nach jahrelangen Verhandlungen hatten sich im Juli 2015 der Iran, die Gruppe der fünf UNO-Vetomächte, darunter Frankreich, sowie Deutschland auf ein umfassendes Atomabkommen geeinigt. US-Präsident Trump kündigte es im Mai 2018 auf.

Das Schild ist immer mit dabei: „Skolstrejk för klimatet“ („Schulstreik für das Klima“). Seit einem Jahr mobilisiert die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg gegen die Klimakrise. Am ersten Schultag nach den Sommerferien im vergangenen Jahr, dem 20. August 2018, platzierte sich die damals 15-Jährige mit ihrem Streikschild vor den Schwedischen Reichstag in Stockholm.

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Inland

Die Soko „Ibiza“ des Bundeskriminalamts und die Staatsanwaltschaft Wien haben heute laut einem Ö1-Bericht bei dem Anwalt, der an der Aufnahme des Videos beteiligt gewesen sein soll, eine Hausdurchsuchung durchgeführt.

Dieser Anwalt soll dem ehemaligen FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus zunächst erzählt haben, dass eine vermögende Russin an einem Grundstück der Familie Gudenus und an anderen Investitionen interessiert sei. Dadurch soll es letztlich auch zu dem Gespräch mit der vermeintlichen Oligarchennichte auf Ibiza gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Durchsuchung der Räumlichkeiten bisher noch nicht.

Die ÖVP geht offenbar mit einer langjährigen Forderung von Mietervereinigung, Gewerkschaft und SPÖ in den Nationalratswahlkampf. Die Volkspartei will nun auch, dass die Maklerprovision künftig nur noch von Vermieterseite bezahlt werden muss. Derzeit dürfen Maklerinnen und Makler den Mieterinnen und Mietern bis zu zwei Monatsmieten als Provision verrechnen.

Wenn ein Vermieter einen Immobilienmakler einschaltet, soll dieser nun die Kosten übernehmen. Dieses „Bestellerprinzip“ gibt es bereits in mehreren Ländern, etwa in Deutschland und den Niederlanden.

SPÖ begrüßt Forderung

SPÖ und Mietervereinigung begrüßten die ÖVP-Forderung. Der stellvertretende SPÖ-Klubvorsitzende Jörg Leichtfried verwies heute auf einen Antrag der SPÖ für eine Änderung des Maklergesetzes. Dieser sei seit Langem im Bautenausschuss des Nationalrats. Die SPÖ will den Antrag im September auf die Tagesordnung bringen und beschließen.

„Wir nehmen ÖVP-Chef Sebastian Kurz nach der Wahl beim Wort und werden ihn gerne an die versprochene Abschaffung der Maklergebühren für Mieter erinnern“, hieß es von der Mietervereinigung. „Die sich andeutende wohnpolitische Neuorientierung der Volkspartei ist – unabhängig von dieser konkreten Maßnahme – begrüßenswert“, so FPÖ-Bautensprecher Philipp Schrangl in einer Aussendung.

Immobranche dagegen

In der Immobilienbranche stößt der Vorschlag auf wenig Gegenliebe. „Die Abschaffung der Maklerprovisionen für Mieter bei der Vermittlung von Immobilen ist wenig geeignet, leistbares Wohnen nachhaltig zu fördern“, so Georg Edlauer, Obmann des WKÖ-Fachverbandes der Immobilen- und Vermögenstreuhänder, in einer Aussendung. In Deutschland seien die Mieten durch Einrechnung der Maklerprovision stärker gestiegen, so Edlauer. Ein positiver Effekt für einzelne Mieter habe zu einer Gesamtsteigerung der Mietpreise geführt.

Kurz wünscht sich mehrere Koalitionsoptionen

ÖVP-Chef Kurz hofft indes auf mehrere Koalitionsoptionen nach der Nationalratswahl im September. Nach der Parlamentswahl 2017 habe es für die ÖVP nur die Option „Türkis-Blau“ gegeben, dieses Mal – „wenn wir gewinnen sollten, wenn wir dazugewinnen sollten“ – sehe es hoffentlich anders aus. „Und dann werden wir versuchen, die beste Option für Österreich auszuwählen“, so Kurz, der sich heute in Vorarlberg auf Wahlkampftour befindet.

Er schloss aber auch eine Koalition mit den Freiheitlichen nicht aus. Im Wahlkampf werbe die ÖVP mit ihren Inhalten, „wir haben eine Vision für Österreich“, sagte Kurz. Das Land könne „noch erfolgreicher und besser werden“, unterstrich der ÖVP-Chef. Man wolle sich gleich nach der Wahl – „sollten wir gewählt werden“ – an die Umsetzung machen.

Aus seiner Sicht sei ganz entscheidend, „dass wir als Standort Österreich erfolgreich sind“. Diesbezüglich nannte Kurz die Wirtschaft und Arbeitsplätze, aber auch die Möglichkeit der Finanzierung von Sozialstaat, Gesundheits- und Pensionssystem. Daher gelte es, „unseren Weg fortzusetzen, was die Deregulierung betrifft, was aber auch die Steuerentlastung betrifft“.

Die Partei JETZT hat heute im burgenländischen Rust die ersten Punkte ihres Wahlprogramms präsentiert. Als zentrales Thema nannte Listengründer Peter Pilz dabei die Verteidigung des Rechtsstaats. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingen werde, auch im nächsten Nationalrat vertreten zu sein – als Opposition und „als Gegenpol gegen Sebastian Kurz, die FPÖ und die ÖVP im Parlament“.

Die Programmpräsentation erfolgte im Beisein von Kandidatinnen und Kandidaten auf Bundes- und Landesebene. JETZT sei „die einzige Opposition“, sagte die Zweite auf der Bundesliste und Spitzenkandidatin in Wien, Maria Stern. Man schreibe nur das ins Programm, was man vorhabe, in der nächsten Legislaturperiode auch durchzusetzen, sagte Pilz mit einem Seitenhieb auf die Wahlprogramme der Mitbewerberinnen und Mitbewerber.

„Vier Beiwagerl für Sebastian Kurz“

Das Wahlprogramm entstehe in einer besonderen politischen Situation: Es sei aus heutiger Sicht „klar, wer nach dem 29. September Bundeskanzler wird“ – das sei der Spitzenkandidat der ÖVP, meinte Pilz. Es gebe weiters „vier Beiwagerl für Sebastian Kurz“ – ein rotes, ein blaues, ein rosa und ein grünes.

Die wichtigste Frage im Hinblick auf die Nationalratswahl sei: „Wer ist der Gegenpol zur türkisen ÖVP, wer ist die Kontrolle, wer ist vollkommen unbestechlich und auf wen können sich die Menschen in der nächsten Legislaturperiode zu 100 Prozent verlassen?“

Pilz „garantiert“ „Ibiza“-U-Ausschuss

Die „Ibiza-Parteien“ FPÖ und ÖVP seien „die Parteien des organisierten Machtmissbrauchs und der organisierten politischen Korruption“, sagte Pilz. „Die Bekämpfung der organisierten politischen Korruption war noch nie wo wichtig wie in der kommenden Legislaturperiode.“

Wenn JETZT wieder im Nationalrat sei, „dann sind wir der Stachel in der Regierung, dann können sich die Menschen darauf verlassen, dass aufgeklärt wird. Und das beginnt am Tag der Angelobung des neuen Nationalrates“, kündigte Pilz an: „Wir garantieren Ihnen eines: An diesem Tag der Angelobung wird der Ibiza-Untersuchungsausschuss eingesetzt.“ Zur Stärkung des Rechtsstaats gehört für JETZT zudem eine Stärkung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA).

EU

Der britische Premierminister Boris Johnson führt die Ablehnung der EU auf seine Änderungswünsche am Brexit-Abkommen auf die falsche Hoffnung zurück, das britische Parlament werde einen „No Deal“-Brexit verhindern. Das machte Johnson heute in einem Interview mit der BBC deutlich. Bei seinen anstehenden Besuchen in Berlin, Paris und der Teilnahme am G-7-Gipfel in Biarritz in dieser Woche werde er klarstellen, dass der „Backstop“ weg müsse.

Johnson will die von Brüssel geforderte Garantieklausel für eine offene Grenze zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland aus dem Brexit-Abkommen streichen. EU-Ratspräsident Donald Tusk machte jedoch bereits deutlich, dass die EU dazu nicht bereit ist.

Europäische Partner „ein bisschen negativ“

Obwohl Johnson sein Land aus der Zollunion und dem Europäischen Binnenmarkt führen will, sieht er keinen Grund für Grenzkontrollen. Das Problem liege bei der EU, die ihren Binnenmarkt schützen wolle. „Unter keinen Umständen wird Großbritannien Kontrollen irgendeiner Art in Nordirland einführen“, sagte Johnson. „Wir denken einfach nicht, dass das notwendig ist.“ Es sei die EU, die Kontrollen für notwendig halte. Das könne aber alles nach dem Austritt Großbritanniens im Rahmen eines Freihandelsabkommens gelöst werden.

„Im Moment stimmt es absolut, dass unsere Freunde und Partner ein bisschen negativ sind“, so Johnson. Er werde aber mit einer Menge „Schmackes“ an die Sache herangehen und dann werde es schon klappen. Ein bisschen Geduld sei aber noch notwendig.

Tusk will an „Backstop“ festhalten

EU-Ratschef Donald Tusk hatte kühl auf den neuen Vorstoß Johnsons zur Änderung des Brexit-Abkommens reagiert. Die „Backstop“-Klausel für Irland sei eine Versicherung, dass auf der irischen Insel keine harte Grenze entstehe, schrieb Tusk auf Twitter. „Jene, die den ‚Backstop‘ ablehnen und keine realistische Alternative vorschlagen, unterstützen die Errichtung einer Grenze. Auch wenn sie das nicht zugeben.“

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte in Brüssel, Johnsons Brief habe keine konkreten Vorschläge enthalten. EU-Ratspräsident Tusk und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker würden eine offizielle Antwort auf das Schreiben vorbereiten.

Wirtschaft

Die Investorengruppe Lilihill hat gestern ihre Pläne für den Neubau des Flughafens in Klagenfurt bekanntgegeben. In der geplanten Aviation City sollen nicht nur ein Flughafen, sondern auch ein Logistikzentrum, ein Technologiepark und ein Messezentrum gebaut werden. Nun mehren sich Stimmen, die am Umfang des Projektes zweifeln, so auch von Luftfahrtexperte Kurt Hofmann.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

ZIB2

Über die Parteigrenzen zeigt man sich bestürzt über das unerwartete Ableben des früheren Sozialministers und ÖGB-Präsidenten. Im Studio sind ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian und Ex-ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner.

Spenden und ein Dauerauftrag für die ÖVP

Die veröffentlichte Spendenliste und wer monatlich 49.000 Euro überwiesen hat.

Abrechnung mit Innenminister Salvini

Italiens Premier Giuseppe Conte bezeichnet Lega-Chef Matteo Salvini als „verantwortungslos“ und tritt zurück.

Die umstrittene Kulturförderung für KTM

Neue Details und wie Politiker das Zustandekommen der Förderung sehen.

ZIB2 Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Sport

Österreichs Ski-Asse finden bei den Trainingskursen in Ushuaia in Argentinien derzeit gute Bedingungen vor. Mit ausreichend Schnee und Temperaturen von bis zu minus zehn Grad ist es tief winterlich. Der Fokus für die Speed-Fahrer lag bisher auf Technik-Training mit Riesentorlauf-Skiern. Nun wechseln sie auf die langen Latten, so lange Abfahrten wie in Chile finden sie allerdings nicht vor.

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Chronik

Die Anwälte von Cristiano Ronaldo haben bestätigt, dass im Fall der Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Fußballstar Geld an die Klägerin geflossen ist. Wie aus Gerichtsdokumenten der Anwälte hervorgeht, zahlte Ronaldo im Rahmen einer Vereinbarung aus dem Jahr 2010 insgesamt 375.000 US-Dollar an Kathryn Mayorga. Die Amerikanerin hatte in der Vergangenheit von einer Art Schweigegeld gesprochen, das an sie gezahlt worden sei.

Mayorga beschuldigt Ronaldo, sie 2009 in Las Vegas vergewaltigt zu haben. Ronaldo hat das stets zurückgewiesen. Der Portugiese äußerte sich in den vergangenen Monaten nur sehr selten zu dem Fall, im vergangenen Jahr schrieb er auf Twitter, er habe ein „reines Gewissen“. Sein Anwalt Peter Christiansen hatte erklärt, was in der US-Wüstenstadt zwischen den beiden vorfiel, sei dem Sportler zufolge einvernehmlich gewesen.

„Vertraulichkeit wahren“

Mayorga hatte die mutmaßliche Vergewaltigung bereits direkt im Anschluss am 13. Juni 2009 bei der Polizei angezeigt, damals aber weder den Namen Ronaldos noch einen Ort genannt. Im Jahr 2010 einigten sich die Anwälte beider Seiten laut Staatsanwaltschaft außergerichtlich.

Ronaldos Anwälte erklärten in den Gerichtsdokumenten, der Fußballstar und Mayorga seien die Vereinbarung eingegangen, um „Vertraulichkeit zu wahren“ und einen „öffentlichen und kostspieligen Rechtsstreit zu vermeiden“. Mayorgas Anwälte wollen vor Gericht erreichen, dass die Vereinbarung für ungültig erklärt wird. Sie argumentieren, dass sie zum Zeitpunkt der Zustimmung traumatisiert gewesen sei.

Bei einem Hubschrauberunglück vor der griechischen Insel Poros sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Der Hubschrauber stürzte nach Behördenangaben heute kurz nach dem Start vom Dorf Galata an der gegenüberliegenden Festlandküste in eine Hochspannungsleitung und fiel anschließend ins Meer. Einem Sprecher der Küstenwache zufolge waren insgesamt drei Menschen an Bord, darunter ein griechischer Pilot. ANA meldete, bei den zwei Passagieren habe es sich um russische Staatsbürger gehandelt.

Das Unglück führte zu einem Stromausfall auf der gesamten Insel. „Es gab einen großen Blitz und dann explodierte der Treibstoff des Helikopters“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Giorgos Koutouzis dem Fernsehsender ERT.

Löwen haben einen Mann in Südafrika angegriffen und getötet. Das Opfer war nach Angaben der Rettungskräfte der Besitzer der Tiere, die im nördlich der Hauptstadt Pretoria gelegenen Dinokeng-Naturschutzgebiet lebten.

„Es ist der Eigentümer der Löwen“, sagte der Sprecher des Rettungsdienstes Best Care, Xander Loubser, dem Rundfunksender Jacaranda FM und betonte: „Er erlitt zahlreiche offene Wunden und Bissspuren durch die Löwen.“ Um an die Leiche zu gelangen, erschossen heute Wildhüter die Tiere.

„Ich kann bestätigen, dass der Patient und die drei Löwen tot sind“, so Loubser. Der Eigentümer hatte nach ersten Erkenntnissen offenbar einen defekten Zaun im Gehege der Tiere reparieren wollen. Die genauen Umstände des Unglücks waren jedoch zunächst unklar. Nach Angaben des Fernsehsenders eNCA standen die Anrainerinnen und Anrainer unter Schock.

Ein 54-Jähriger ist heute Nachmittag bei einem Streit in einer Wohnung in Krems an der Donau in Niederösterreich schwer verletzt worden. Der Mann erlitt zwei Messerstiche in die Brust und wurde in das Universitätsklinikum Krems gebracht, teilte die Polizei mit. Unter Tatverdacht stehe die Ehefrau, sie wurde vorläufig festgenommen, wurde ein „Kurier“-Bericht bestätigt. Ein Alkotest bei der 41-Jährigen ergab 1,9 Promille.

Der Verletzte befand sich in stabilem Zustand. „Derzeit besteht keine akute Lebensgefahr“, sagte Polizeisprecher Heinz Holub. Tatwaffe war laut Polizei ein Küchenmesser.

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Science

Kultur

Der 25. James-Bond-Film, der bisher unter dem Arbeitstitel „Bond 25“ geführt wurde, heißt „No Time To Die“. Das gab die Produktionsfirma des neuen Agentenabenteuers heute auf der offiziellen 007-Website und in sozialen Medien bekannt. Dazu veröffentlichten sie ein kurzes Video mit Hauptdarsteller Daniel Craig. „No Time To Die“ soll am 3. April 2020 in Großbritannien starten.

Die Dreharbeiten für den Film, in dem neben Craig auch Oscar-Gewinner Rami Malek („Bohemian Rhapsody“), Lashana Lynch („Captain Marvel“) und Rückkehrerin Lea Seydoux aus dem letzten Bond-Film „Spectre“ (2015) mitspielen, laufen bereits seit einigen Monaten. Regie führt der US-Amerikaner Cary Joji Fukunaga. Nach Drehs in Norwegen und London laufen derzeit die Vorbereitungen für Filmarbeiten im italienischen Matera. „No Time To Die“ wird voraussichtlich Craigs letzter Einsatz als Geheimagent sein.

Gleich fünf Österreicherinnen haben es auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2019 geschafft: Raphaela Edelbauer mit „Das flüssige Land“, Andrea Grill mit „Cherubino“, Angela Lehner mit „Vater unser“, Eva Schmidt mit „Die untalentierte Lügnerin“ und Marlene Streeruwitz mit „Flammenwand.“

Auch der 1992 in Neu-Delhi geborene und in Wien lebende Autor Tonio Schachinger ist mit seinem Debütroman „Nicht wie ihr“ nominiert. Die 20 Titel umfassende Liste wird am 17. September auf eine sechs Titel umfassende Shortlist verkürzt. Der Sieger wird am 14. Oktober, am Vorabend der Eröffnung der Buchmesse, in Frankfurt gekürt.

Zwei Österreicherinnen in Jury

In der siebenköpfigen Jury, die den deutschsprachigen „Roman des Jahres“ wählt, befinden sich heuer mit der Wiener Buchhändlerin Petra Hartlieb und der Literaturkritikerin Daniela Strigl auch zwei Österreicherinnen.

Der Preis ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert: Der Sieger bzw. die Siegerin erhält 25.000 Euro, die übrigen Autorinnen und Autoren der Shortlist jeweils 2.500 Euro. 2018 wurde Inger-Maria Mahlkes Roman „Archipel“ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Im Jahr davor erhielt der österreichische Schriftsteller Robert Menasse für seinen Roman „Die Hauptstadt“ die Auszeichnung.

Leute

US-Präsident Donald Trump ist zum zehnten Mal Großvater geworden. Die Frau seines Sohns Eric brachte eine Tochter zur Welt, teilte Eric Trump gestern auf Twitter mit. Es ist bereits das zweite Kind des Paares.

„@LaraLeaTrump und ich freuen uns, Carolina Dorothy Trump auf der Welt willkommen zu heißen. Wir lieben dich jetzt schon!“, schrieb der Präsidentensohn auf Twitter. Der US-Präsident selbst hat fünf Kinder von drei verschiedenen Frauen. Sein ältester Sohn Donald Junior ist Vater von fünf Kindern, Trumps Tochter Ivanka hat drei Kinder.

Trumps dritter Sohn Eric arbeitet zusammen mit seinem Bruder Donald in führender Position in der Trump-Organisation. Seine Frau Lara kümmert sich um Tierschutzprojekte und die Eric-Trump-Stiftung, die Krankenhausaufenthalte für Kinder finanziert. Sie ist auch in die Kampagne für Trumps Wiederwahl eingebunden und verteidigt häufig bei Auftritten im Fernsehen die Politik des US-Präsidenten.

Der beliebte schwedische YouTube-Star PewDiePie hat mit seiner italienischen Freundin Marzia Bisognin den Bund fürs Leben geschlossen. „Wir sind verheiratet!!!“, schrieb der 29-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Felix Kjellberg heißt und als Videospielexperte auf YouTube fast 100 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten hat, heute auf Twitter. „Ich könnte gar nicht glücklicher sein“. Auf Twitter folgen PewDiePie mehr als 18 Millionen Menschen.

Noch deutlicher äußerte sich Marzia, eine Modedesignerin und Unternehmerin, die im Internet ebenfalls eine Persönlichkeit ist: „Gestern, am 19. August – nach genau acht Jahren, seit wir uns kennenlernten – haben wir mit unseren engsten Freunden und den Familien unsere Hochzeit gefeiert“, schrieb sie auf Instagram.

Der Eintrag bekam am Nachmittag mehr als eine Million Mal einen „Gefällt mir“-Klick. Den Ort der Vermählung nannten sie nicht. Das Paar hat in der jüngeren Vergangenheit im englischen Brighton, aber auch in Italien und Schweden gelebt.

Panorama

Salzburger Festspiele