Ausland

Nach dem Auftakt der Verhandlungen über eine Waffenruhe im Gaza-Krieg klafft zwischen den Positionen Israels und der islamistischen Hamas weiter eine Kluft. Es wird erwartet, dass die Gespräche unter Vermittlung der USA, Katars und Ägyptens heute in Katars Hauptstadt Doha fortgesetzt werden.

Über die Positionen beider Konfliktparteien in den indirekt geführten Verhandlungen entscheiden letztlich vor allem Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und der Anführer der Hamas, Jahja Sinwar.

„Ich glaube nicht, dass man die tiefe Kluft zwischen diesen beiden überwinden kann“, sagte Michael Milshtein, ein ehemaliger Leiter der Palästinenserabteilung des israelischen Militärgeheimdiensts, dem „Wall Street Journal“. „Leider sind sie die wichtigsten Entscheidungsträger auf beiden Seiten.“

Seit Beginn des Krieges im Gazastreifen nach dem Massaker von Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen im israelischen Grenzgebiet am 7. Oktober vergangenen Jahres mit etwa 1.200 Toten und 250 Verschleppten hat sich die Lage im Westjordanland weiter deutlich verschlimmert.

605 Palästinenser wurden seither nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Westjordanland bei israelischen Militäreinsätzen, Konfrontationen oder eigenen Anschlägen getötet. Es kam auch verstärkt zu Gewalt von Siedlern gegen Palästinenser.

Ein Angriff militanter jüdischer Siedler auf ein Dorf im besetzten Westjordanland hat für Entsetzen und Empörung gesorgt. Dabei wurde gestern nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums ein 22-jähriger Palästinenser getötet. Ein weiterer Palästinenser sei schwer verletzt worden.

Ortschaft Dschit von Dutzenden Maskierten gestürmt

Dutzende maskierte Siedler stürmten die palästinensische Ortschaft Dschit zehn Kilometer westlich von Nablus und steckten mindestens vier Häuser und sechs Autos in Brand, wie die Times of Israel unter Berufung auf eine Quelle im israelischen Sicherheitsapparat berichtete. Mehr als 100 Menschen sollen involviert gewesen sein.

Israelische Sicherheitskräfte seien daraufhin erschienen und hätten die Siedler vertrieben, hieß es in israelischen Medien. Der Times of Israel zufolge soll die Armee einen Israeli festgenommen und der Polizei übergeben haben.

Präsident Herzog verurteilt Vorfall „aufs Schärfste“

Der israelische Präsident Herzog verurteilte den Vorfall „aufs Schärfste“. Es handle sich um eine „extremistische Minderheit“, die den gesetzestreuen Siedlern, der Siedlung und dem Ruf Israels in der Welt „in einer besonders sensiblen und schwierigen Zeit“ Schaden zufüge, teilte er im Onlinedienst X mit.

Israels Regierung kündigt Konsequenzen an

Das Amt von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte mit, der Regierungschef nehme die Ausschreitungen „äußerst ernst“. Die Verantwortlichen würden gefasst und vor Gericht gestellt werden.

„Gewaltsame, radikale Ausschreitungen sind das Gegenteil von allem, was der israelische Staat an Kodex und Werten hochhält“, teilte der israelische Verteidigungsminister Joav Galant via X mit. Er werde das Militär und die Ermittlungsbehörden „bei der Bewältigung dieses Problems“ unterstützen.

Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid verurteilte den Gewaltausbruch. Damit sei ein „moralischer Tiefpunkt“ erreicht worden, zitierten ihn Medien. „Mit Judentum hat das nichts zu tun.“

Das Weiße Haus verurteilte „inakzeptable“ Angriffe jüdischer Siedler auf palästinensische Zivilisten. Diese müssten aufhören, erklärte ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats.

Die US-Vermittlungsversuche zwischen der Hisbollah im Libanon und Israel sind nach Auffassung des stellvertretenden Chefs der Schiitenorganisation nur „Show“.

In einem Interview mit dem Hisbollah-Fernsehsender al-Manar kritisierte der Hisbollah-Vize Naim Kassem, der US-Gesandte Amos Hochstein habe bei seinem Besuch in der libanesischen Hauptstadt Beirut keinen konkreten Vorschlag gemacht.

„Ausbruch eines größeren Kriegs verhindern“

Hochstein war am Vortag in den Libanon gereist, um sich für eine Entspannung im militärischen Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah einzusetzen. Libanons Parlamentssprecher und wichtiger Verbündeter der Hisbollah, Nabih Berri, sagte arabischen Medien zufolge, das Treffen mit Hochstein habe „positive Ergebnisse geschaffen“.

Hochstein selbst sagte nach dem Treffen mit Berri: „Er und ich sind uns einig, dass keine Zeit mehr verschwendet werden darf.“ Es gebe auch keine „gültigen Gründe“ mehr für Verzögerungen. Ein Abkommen im Gaza-Krieg werde eine „diplomatische Lösung“ im Libanon möglich machen und den Ausbruch eines größeren Kriegs verhindern.

Hisbollah-Vize Kassem selbst hat Hochstein nicht getroffen. Hochsteins Bemühungen gelten als entscheidend beim Versuch, eine noch umfassendere Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah zu verhindern.

In Großbritannien sind ein 18-Jähriger und eine 19-Jährige festgenommen und wegen der Vorbereitung rechtsextremer Terrorakte angeklagt worden.

Bei den Ermittlungen gegen die beiden gehe es um „mutmaßlich rechtsextremistische terroristische Aktivitäten“, teilte die Polizei mit. Die Ermittler nannten keine Details zu den angeblich geplanten Terrorakten. Es werde aber davon ausgegangen, dass nunmehr keine größere Bedrohung bestehe, sagte die Polizei.

Vorwürfe „extrem schwerwiegend“

Der Chef der Londoner Anti-Terror-Ermittler, Dominic Murphy, erklärte, die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen die beiden Verdächtigen seien „extrem schwerwiegend“. Sie sollen heute vor dem Haftrichter erscheinen.

Neben der Vorbereitung von Terrorakten wird der 19-Jährigen auch vorgeworfen, in zwei Fällen Informationen für eine Person beschafft zu haben, die einen Terroranschlag ausführte oder vorbereitete. Die junge Frau war am 4. August festgenommen worden, kam daraufhin wieder frei und wurde am 10. August mit dem 18-Jährigen erneut festgenommen.

Ermittlungen keine Folge der Unruhen

Anti-Terror-Ermittler Murphy betonte, dass die Ermittlungen gegen die beiden keine Folge der Unruhen in Großbritannien nach dem tödlichen Angriff von Southport seien. Bei einer Messerattacke auf einen Tanzkurs für Volksschüler in der nordwestenglischen Stadt waren drei Mädchen getötet worden, woraufhin es in zahlreichen Städten zu schweren Krawallen kam. Hunderte Menschen wurden festgenommen.

Anders als von den rechtsradikalen Randalierern behauptet, ist der Verdächtige in dem Fall kein muslimischer Migrant, sondern wurde als Sohn von Ruandern in Großbritannien geboren.

Die Aufklärung über LGBTQ-Inhalte ist an Schulen in Bulgarien künftig verboten. Der bulgarische Präsident Rumen Radew unterzeichnete gestern in Sofia eine entsprechende Änderung des Bildungsgesetzes.

Das Parlament hatte dem von der prorussischen Partei Vasradschdane (Wiedergeburt) vorgeschlagenen Verbot von LGBTQ-„Propaganda“ in der vergangenen Woche bereits mit großer Mehrheit zugestimmt.

Informationsverbot

Die Gesetzesänderung verbietet die Verbreitung von Informationen zu „nicht traditionellen sexuellen Orientierungen“ sowie einer „vom biologischen Geschlecht abweichenden“ Identität.

Vorbild für das Verbot sind ähnliche LGBTQ-feindliche Regelungen in Ungarn. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

„Tief besorgt“

70 bulgarische Menschenrechtsgruppen hatten den Präsidenten nach der Abstimmung im Parlament aufgerufen, die Gesetzesänderung nicht abzusegnen, 6.000 Menschen unterzeichneten eine entsprechende Petition.

Auch der Europäische Rat für Menschenrechte zeigte sich „tief besorgt“ und forderte die bulgarischen Behörden auf, „die Diskriminierung und die feindselige Rhetorik“ gegenüber LGBTQ-Personen einzustellen.

US-Präsident Joe Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris haben bei ihrem ersten gemeinsamen Wahlkampfauftritt seit Bidens Verzicht auf die erneute Präsidentschaftskandidatur den Schulterschluss demonstriert. Harris werde eine „verdammt gute Präsidentin sein“, sagte Biden gestern bei der Veranstaltung nahe Washington.

Kamala Harris und Joe Biden
Reuters/Elizabeth Frantz

Die Präsidentschaftskandidatin pries ihrerseits Biden als „außergewöhnlichen Präsidenten“. Wenige Anführer hätten mehr für das Land geleistet als er. Harris nannte als Beispiel für Bidens Verdienste einen erweiterten Zugang zu „bezahlbarer Gesundheitsversorgung“.

Viertägiger Parteitag

Offiziell für die Wahl am 5. November nominiert wurde Harris dann bei einer elektronischen Abstimmung der Partei Anfang August. In der kommenden Woche soll dann bei einem viertägigen Parteitag in Chicago ihre Kandidatur zelebriert werden.

In mehreren landesweiten Umfragen liegt Harris inzwischen leicht vor Trump. Sie wäre die erste Frau, erste Afroamerikanerin und erste Person mit asiatischen Wurzeln im höchsten Staatsamt der USA.

Ukraine-Krieg

Angesichts des zunehmenden Drucks russischer Truppen in der Ostukraine widmet Kiew der Verteidigung im und um den Donbas jetzt höchste Aufmerksamkeit.

„Torezk und Pokrowsk, die meisten russischen Angriffe finden dort statt“, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner allabendlichen Videoansprache. Der dringend benötigte Nachschub sei bereits eingetroffen, „alles, was jetzt gebraucht wird“. Selenskyj machte jedoch keine Angaben dazu, ob auch zusätzliche Truppen verlegt wurden.

Zu den Angriffen auf die Verteidigungsstellungen der Ukrainer dort teilte der Generalstab in Kiew gestern Abend mit, seit Tagesbeginn habe es 68 Gefechte gegeben. Schwerpunkt der Gefechte waren laut Lagebericht einmal mehr die seit Wochen umkämpften Orte Torezk und Pokrowsk. Die russischen Soldaten wurden den Angaben zufolge bei ihren Attacken von Kampfflugzeugen unterstützt.

Ukraine richtet Militärkommandantur in Russland ein

Unterdessen verläuft der ukrainische Militäreinsatz in der westrussischen Region Kursk Selenskyj zufolge weiterhin zufriedenstellend. „Es gibt einen neuen Vorstoß“, sagte er, ohne weitere Angaben zu machen.

Die Stadt Sudscha unweit der Grenze sei inzwischen vollständig unter ukrainischer Kontrolle. Zudem seien weitere Ortschaften und Siedlungen eingenommen worden, insgesamt bereits über 80. Diese und ähnliche Angaben beider Seiten zum Kriegsgeschehen lassen sich kaum unabhängig überprüfen.

Die Kleinstadt Sudscha liegt nur wenige Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt. Der Ort hatte vor dem Krieg knapp 6.000 Einwohner und ist das Verwaltungszentrum des Bezirks Sudscha. Jetzt wird er zum Sitz der ersten ukrainischen Militärkommandantur auf russischem Gebiet. Generalmajor Eduard Moskaljow soll nach dem Willen Kiews in den besetzten Teilen Westrusslands für Recht und Ordnung sorgen.

Inland

ÖVP und FPÖ haben sich im laufenden Nationalratswahlkampf gestern einen Schlagabtausch zur Spionagecausa und Egisto Ott geliefert.

Mit der ersten Anklage gegen den früheren Verfassungsschützer Ott und den ehemaligen FPÖ-Politiker Hans-Jörg Jenewein sah ÖVP-Mandatar Andreas Hanger bewiesen, dass FPÖ-Chef Herbert Kickl „ein absolutes Sicherheitsrisiko für Österreich ist“.

Hanger zeigte sich überzeugt, dass es eine „ganz enge Verbindung“ vom mutmaßlichen Russland-Spion Ott über Jenewein zur FPÖ gebe. Es sei „realitätsfremd“, dass Kickl in den Informationsfluss zwischen Ott und Jenewein nicht eingebunden oder eingeweiht war.

Kickl habe als Innenminister Ott nach der Razzia beim BVT auch eine zentrale Rolle in der Neuaufstellung des Geheimdienstes zugedacht. Als Innenminister habe Kickl jedenfalls „den österreichischen Geheimdienst zerstört“, so Hanger.

Hafenecker: „Märchen“

„Die hundertsiebenundvierzigste Fortsetzungsgeschichte von Hangers Märchen“ sah indes der blaue Generalsekretär Christian Hafenecker. Es sei „bewundernswert“, wie Hanger immer wieder die Realität „verdrehen“ könne. Vor gar nicht allzu langer Zeit sei es die ÖVP gewesen, die den Kontakt zu Russland gesucht habe.

Die Österreichisch-Russische Freundschaftsgesellschaft sei etwa „in ÖVP-Hand“, Hafenecker erinnerte zudem an ein Foto, auf dem der ebenfalls in die Spionagecausa involvierte Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek sowie Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) 2017 bei einem Essen in der österreichischen Botschaft in Moskau zu sehen sein sollen.

Aktenweitergaben seien außerdem bei der ÖVP passiert, so habe die FPÖ eine Anzeige eingebracht, weil Hanger Dokumente aus dem Innenministerium in die Kameras gehalten habe, die es im U-Ausschuss noch gar nicht gegeben habe, ortete Hafenecker abermals einen „tiefen Staat“.

Mehrere Vorwürfe gegen Ott und Jenewein

Ott wird unter anderem zur Last gelegt, als Beamter des Innenministeriums im Auftrag Jeneweins einen weiteren Beamten beauftragt zu haben, Informationen zu Teilnehmern eines Treffens europäischer Nachrichten- und Geheimdienste zu beschaffen. Jenewein wird zudem vorgeworfen, vertrauliche Unterlagen aus dem U-Ausschuss weitergegeben und Fotos von Auskunftspersonen angefertigt und an Dritte übermittelt zu haben.

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Wirtschaft

China fügt seiner Liste für den Export beschränkter Rohstoffe Antimon hinzu. Ab dem 15. September gelten für das Metall, das auch in der Rüstung verwendet wird, Ausfuhrkontrollen, wie Handelsministerium und Zollverwaltung in Peking gestern mitteilten.

Begründet wurde das mit einem besseren Schutz der nationalen Sicherheit und die Erfüllung internationaler Verpflichtungen. Die Maßnahmen zielten nicht auf ein bestimmtes Land oder eine Region ab, so ein Sprecher des Ministeriums.

Wie der Sprecher weiter mitteilte, wolle China den Frieden in der Welt und die Stabilität in der Region sichern. Die Regierung lehne es daher ab, wenn ein Land oder eine Region beschränkte Güter verwende, die Chinas Souveränität, Sicherheit oder Entwicklungsinteressen schadeten. Nähere Angaben machte die Behörde nicht.

Für Autobatterien und Solaranlagen

Antimon ist ein silberweißes Metall, das in der Industrie kombiniert mit anderen Stoffen zum Einsatz kommt. Es wird zum Beispiel in der Herstellung von Autobatterien und Solaranlagen eingesetzt. Allerdings kann es auch beim Bau von Atomwaffen und militärischer Ausrüstung wie Nachtsichtgeräten verwendet werden.

Die USA hatten Antimon in der Vergangenheit deshalb einer Liste von Mineralien hinzugefügt, die wichtig für die wirtschaftliche und nationale Sicherheit sind. Das Metall wird auch im Bereich Flammschutz angewendet. In Verbindung mit Blei kann es als Legierung dessen Härte verbessern.

China ist ein Hauptförderer von Antimon. In den andauernden Handelsstreitigkeiten mit dem Westen beschränkte Peking bereits den Export für weitere wichtige Rohstoffe wie Graphit und Germanium. Diese seltenen Erden sind unter anderem beim Bau von Batterien – etwa für E-Autos – gefragt.

Umwelt & Klima

Nach dem Eindringen von Klimaaktivisten und -aktivistinnen ist auf den deutschen Flughäfen Köln/Bonn und Nürnberg gestern der Flugbetrieb zwischenzeitlich eingestellt worden.

Auf dem Flughafen Köln/Bonn hätten sich Unbefugte Zutritt „zum luftseitigen Bereich des Flughafengeländes“ verschafft, aufgrund des Polizeieinsatzes sei der Flugbetrieb „aktuell eingestellt“, erklärte ein Flughafensprecher. Auch auf dem Flughafen Nürnberg war der Betrieb „bis auf Weiteres“ eingestellt. „Aktivisten haben sich auf der Rollbahn festgeklebt. (…) Passagiere müssen leider mit Verspätungen rechnen“, hieß es auf der Website des Flughafens.

Keine Einschränkungen in Berlin und Stuttgart

Zuvor hatte die Gruppe „Letzte Generation“ erklärt, Klimaaktivisten seien in Flughäfen in Berlin, Köln/Bonn, Nürnberg und Stuttgart eingedrungen.

Die Bundespolizei Berlin bestätigte gegenüber AFP, dass sich zwei Menschen unberechtigt Zugang zum Gelände des Flughafens BER verschafft und dort festgeklebt hätten. Den Angaben zufolge konnten die Behörden die Aktivisten lösen. Der Betrieb sei zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen, hieß es weiter. Auch in Stuttgart gab es keine Einschränkungen des Flugbetriebs.

Gesundheit

In Schweden ist der erste Fall einer neuen Mpox-Variante außerhalb von Afrika aufgetreten. Die infizierte Person habe sich während eines Aufenthalts in einer afrikanischen Region angesteckt, wo es einen großen Ausbruch der Krankheit gegeben habe, sagte die Generaldirektorin der schwedischen Gesundheitsbehörde, Olivia Wigzell, auf einer Pressekonferenz gestern.

„Wir haben nun die Bestätigung erhalten, dass wir in Schweden eine ernste Variante von Mpox haben“, erklärte Gesundheitsminister Jakob Forssmed. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht eigenen Angaben zufolge mit den schwedischen Behörden in Kontakt, um das Land beim ersten Fall von Mpox der Variante „Klade Ib“ zu unterstützen.

Höchste Alarmstufe ausgerufen

Erst am Vortag hatte die WHO wegen der Ausbreitung der Viruskrankheit in Afrika zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren die höchste Alarmstufe ausgerufen. Nach Angaben des WHO-Generaldirektors Tedros Adhanom Ghebreyesus handelt es sich um einen Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite.

Die WHO hatte bereits im Sommer 2022 den weltweiten Gesundheitsnotstand wegen Mpox ausgerufen. Grund ist nun ein Ausbruch der Virusinfektion in der Demokratischen Republik Kongo, der sich auch auf Nachbarländer ausgebreitet hat.

Der Ausbruch im Kongo begann mit der Verbreitung eines endemischen Stammes, bekannt als „Klade I“. Die neue Variante „Klade Ib“ scheint sich leichter durch routinemäßigen engen Kontakt, einschließlich sexuellem Kontakt, zu verbreiten.

Chronik

Ein Erdbeben der Stärke 6,1 hat heute Früh Taiwan erschüttert. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) ereignete sich das Beben nahe der Stadt Hualien.

Die taiwanische Wetterbehörde verschickte Warnungen an Mobiltelefone und rief die Menschen auf, ruhig zu bleiben und in der Nähe Schutz zu suchen. Berichte über Schäden liegen derzeit nicht vor.

In Taiwan ereignen sich häufig Erdbeben, weil in der Nähe der Insel zwei tektonische Erdplatten gegeneinanderstoßen. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,4 am 3. April waren 17 Menschen ums Leben gekommen. Es war das schwerste Beben in Taiwan seit einem Vierteljahrhundert.

Die Polizei in Los Angeles hat knapp drei Monate nach der Tötung von US-Schauspieler Johnny Wactor, bekannt aus der Serie „General Hospital“, vier Tatverdächtige festgenommen. Drei Männer im Alter von 18 Jahren sind wegen Vorwürfen des Mordes in Gewahrsam, ein 22-Jähriger wegen Beihilfe, teilte die Behörde mit.

Die Ermittlungen der Polizei hätten sich auf Bandenmitglieder gerichtet, die mit dem Diebstahl von Katalysatoren in Verbindung gebracht werden, berichtete die „Los Angeles Times“.

Bei Diebstahl von Katalysator angetroffen

Wactor war Ende Mai bei einem nächtlichen Vorfall auf einer Straße in Los Angeles durch einen Schuss getötet worden. Nach Angaben der Polizei hatte der 37-Jährige nach seinem Schichtende in einer Bar drei Männer überrascht, die sich an seinem geparkten Fahrzeug zu schaffen machten.

Demnach versuchten die Diebe, den Katalysator des Fahrzeugs zu stehlen. Einer der Männer habe auf Wactor geschossen, sie seien dann geflüchtet. Der Schauspieler wurde später in einem Krankenhaus für tot erklärt.

Der Diebstahl von Katalysatoren habe während der Pandemie stark zugenommen, schrieb die „Los Angeles Times“. In dem Abgasreiniger sind teure Edelmetalle wie Platin, Palladium und Rhodium verbaut.

Wactor hatte in „General Hospital“ in der Rolle des Brando Corbin von 2020 bis 2022 in rund 200 Folgen der Langzeitseifenoper mitgespielt. Der aus dem kalifornischen Charleston stammende Schauspieler wirkte auch in anderen Serien wie „Westworld“, „Criminal Minds“ und „Station 19“ mit.

Leute

Nach dem Drogentod von „Friends“-Star Matthew Perry hat die Staatsanwaltschaft von Los Angeles fünf Personen angeklagt. Die Ermittlungen hätten „ein weit verzweigtes kriminelles Untergrundnetzwerk aufgedeckt, das für die Verteilung großer Mengen Ketamin an Herrn Perry und andere verantwortlich ist“, sagte Staatsanwalt Martin Estrada gestern bei einer Pressekonferenz.

Bild von Matthew Perry
Reuters/Mike Segar

Zu diesem Netzwerk habe ein Assistent Perrys gehört, verschiedene Mittelsleute, zwei Ärzte sowie eine wichtige Drogenquelle, die als „Ketamin-Königin“ bekannt sei, so Estrada weiter. „Die Angeklagten haben die Suchtprobleme von Herrn Perry ausgenutzt, um sich zu bereichern. Sie wussten, dass das, was sie taten, falsch war. Sie wussten, dass sie damit Herrn Perry in große Gefahr brachten – aber sie taten es trotzdem.“

Tot im Whirlpool

Der Fahndungserfolg kommt mehr als ein Dreivierteljahr nach dem Tod Perrys. Die Polizei hatte sich bei ihrer Arbeit darauf konzentriert, wie der 54-Jährige an das Narkosemittel Ketamin gekommen war, das er zu seinem Todeszeitpunkt in ungewöhnlich hoher Menge im Blut hatte.

Perry war vergangenen Oktober in einem Whirlpool in seinem Haus in Los Angeles gefunden worden. Zuvor hatte der Schauspieler wiederholt öffentlich über seinen Kampf gegen die Sucht, unter anderem nach Alkohol und Drogen, gesprochen und auch in seiner im vergangenen Jahr veröffentlichten Autobiografie „Friends, Lovers and the Big Terrible Thing“ darüber geschrieben.

Der Popstar Ed Sheeran hat eine Minderheitsbeteiligung an dem britischen Fußballclub Ipswich Town erworben. Der englische Singer-Songwriter übernahm 1,4 Prozent der Anteile, wie der Premier-League-Verein gestern mitteilte.

Als passiver Investor werde der Sänger nicht zum Vorstand des Clubs gehören. Sheeran ist seit langer Zeit Ipswich-Fan und seit 2021 Trikotsponsor der Männer- und Frauen-Teams.

„Ich freue mich sehr, einen kleinen Anteil am Fußballclub meiner Heimatstadt erworben zu haben“, sagte Sheeran. „Es ist der Traum eines jeden Fußballfans, Besitzer des Clubs zu sein, den man unterstützt.“ Er sei sehr dankbar.

Ipswich spielt in der Saison 2024/2025 erstmals seit 22 Jahren wieder in der Premier League, der höchsten englischen Spielklasse.

Panorama

Hongkong freut sich über Pandanachwuchs: Das Pandaweibchen Ying Ying brachte zwei Jungtiere zur Welt, wie der Ocean Park in Hongkong, in dem die Tiere untergebracht sind, gestern mitteilte. Die Zwillinge – ein Männchen und ein Weibchen – sind die ersten in Hongkong geborenen Pandas.

Panda-Zwillinge
AP/Ocean Park Hong Kong

„Diese Geburt ist eine echte Rarität“, erklärte der Vergnügungspark. „Vor allem, wenn man bedenkt, dass Ying Ying der älteste bekannte Große Panda ist, der zum ersten Mal erfolgreich ein Jungtier zur Welt gebracht hat.“ Ying Ying wird heute 19 Jahre alt.

Geschenk Pekings

„In diesem Jahr wird der 75. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China begangen, was die Geburt des ersten in Hongkong geborenen Panda-Jungtierpaares noch besonderer macht“, erklärte Hongkongs Regierungschef John Lee. Ying Ying und der Vater der Zwillinge, das Panda-Männchen Le Le, waren ein Geschenk Pekings an die chinesische Sonderverwaltungszone.

Auch Berlin kann sich auf möglichen Pandanachwuchs freuen. Der Berliner Zoo hatte am Dienstag mitgeteilt, das Pandaweibchen Meng Meng sei wieder schwanger. Mit der Geburt wird demnach bereits Ende August gerechnet.

„Panda-Diplomatie“

Meng Meng und das Pandamännchen Jiao Qing kamen 2017 aus China nach Berlin – als vorerst auf 15 Jahre befristete Leihgabe. China verfolgt bereits seit Längerem eine „Panda-Diplomatie“, um international Einfluss zu nehmen. Dabei werden die begehrten Tiere für einige Jahre an Tierparks in anderen Staaten ausgeliehen, um diese Peking gegenüber wohlgesonnen zu stimmen.

Kaum mehr in Wildnis

In der Wildnis kommen Große Pandas nur noch in den Bergen in Zentralchina vor, wo ihre Hauptnahrungsquelle Bambus wächst. Sie stehen auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion und sind als gefährdet eingestuft.

Vor allem die Zerstückelung ihres Lebensraumes durch Straßen, Schienen und Landwirtschaft ist ein Problem für die Einzelgänger. Unter anderem erschwert das den Tieren, einander während der kurzen Paarungszeit zu finden.