Ausland

US-Kongresswahlen: Stimmabgabe startet in zwei Staaten

Rund sechs Wochen vor den wichtigen Zwischenwahlen in den USA können die Menschen in Minnesota und South Dakota bereits wählen. In beiden Bundesstaaten begann heute die frühzeitige Stimmabgabe. Weitere Staaten folgen in den kommenden Tagen.

Bei den Wahlen am 6. November steht für die republikanische Partei um Präsident Donald Trump viel auf dem Spiel. Alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat werden neu vergeben. Die oppositionellen Demokraten hoffen, in einer der beiden Kammern die Mehrheit zu holen. Sollten sie das Repräsentantenhaus dominieren, könnten sie Trump bei wichtigen Gesetzesvorhaben massiv behindern.

Manuel Valls nimmt Bürgermeisteramt in Barcelona ins Visier

Der französische Ex-Premierminister Manuel Valls will offenbar Bürgermeister der katalanischen Hauptstadt Barcelona werden. Der gebürtige Spanier werde am Dienstag seine Entscheidung über eine Kandidatur für die Wahl im Mai 2019 bekanntgeben, teilte Valls’ Presseteam heute mit. Der 56-Jährige würde antreten, um die bisherige Bürgermeisterin Ada Colau abzulösen.

Valls, 1962 in Barcelona geboren, hatte im Alter von 20 Jahren auch die französische Staatsbürgerschaft erhalten. Der spätere Bürgermeister von Evry bei Paris war von 2014 bis 2016 unter dem damaligen französischen Staatschef Francois Hollande Premierminister.

Valls mischt sich schon seit einiger Zeit verstärkt in die Debatte über die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens ein. Im französischen Parlament hat der ehemalige Sozialist noch ein Abgeordnetenmandat.

Trump fährt Frontalattacke gegen Professorin

US-Präsident Donald Trump hat erstmals eine Frontalattacke gegen die Professorin gefahren, die seinem Gerichtskandidaten Brett Kavanaugh versuchte Vergewaltigung vorwirft. Trump stellte heute die Glaubwürdigkeit von Christine Blasey Ford massiv infrage, nach deren Schilderung Kavanaugh Anfang der 80er Jahre bei einer Party über sie hergefallen sein soll.

Er habe „keinen Zweifel“, dass Ford oder ihre „liebenden Eltern“ damals unverzüglich Anzeige erstattet hätten, wenn der Angriff „so schlimm“ gewesen wäre wie von der Psychologieprofessorin geschildert, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er forderte die Wissenschaftlerin auf, Dokumente über eine solche Anzeige vorzulegen, „sodass wir Datum, Zeit und Ort erfahren können“.

Aus Fords Schilderungen geht allerdings hervor, dass eine solche Anzeige damals offensichtlich nicht erstattet worden war. Die heute 51-Jährige hatte sich erst vor wenigen Tagen mit ihrer Anschuldigung gegen den Kandidaten für das oberste Gericht an die Öffentlichkeit gewandt. Kavanaugh weist ihren Vorwurf scharf zurück.

Kavanaugh braucht Zustimmung des Senats

Fords Anwälte stehen derzeit in Gesprächen mit dem Justizausschuss des Senats darüber, unter welchen Bedingungen sie in der kommenden Woche vor dem Gremium aussagen könnte. Die Kongresskammer spielt bei der Nominierung von Richterinnen und Richtern eine entscheidende Rolle. Ohne Zustimmung des Senats kann Kavanaugh den Posten auf Lebenszeit am mächtigen Supreme Court nicht antreten.

Trump hatte sich in den vergangenen Tagen mit Angriffen auf Ford noch zurückgehalten und sich vor allem darauf konzentriert, seinen Gerichtskandidaten anzupreisen. Nun aber prangerte er auch die von Ford über ihr Anwaltsteam erhobene Forderung an, die Bundespolizei FBI solle den von ihr erhobenen Vorwurf untersuchen.

Trump: Keine Freigabe von Dokumenten zur Russland-Ermittlung

Indes sieht Trump vorerst von der umstrittenen Freigabe von Dokumenten zur Russland-Ermittlung des FBI ab. Stattdessen soll nun ein interner Ermittler des Justizministeriums die Dokumente prüfen, wie Trump auf Twitter schrieb. Er fügte aber hinzu, dass er die Papiere immer noch freigeben könnte, sollte das notwendig sein.

Trump hatte das Justizministerium und das Büro des nationalen Geheimdienstkoordinators ursprünglich angewiesen, die Geheimhaltungsstufe einer Reihe von Dokumenten aufzuheben. Diese stehen unter anderem mit der Überwachung seines ehemaligen Wahlkampfmitarbeiters Carter Page in Zusammenhang.

Palästinenser bei Zusammenstößen an Gaza-Grenze getötet

Bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten an der Gaza-Grenze ist nach palästinensischen Angaben ein Mensch erschossen worden. Weitere 312 Palästinenser seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza heute mit. Davon seien 54 von Schüssen getroffen worden.

Zusammenstöße an Gaza-Grenze
APA/AFP/Said Khatib

Nach Angaben der israelischen Armee hatten sich mehr als 10.000 Palästinenser an verschiedenen Punkten am Grenzzaun versammelt. Sie hätten Brandbomben und Sprengsätze sowie Steine auf israelische Soldaten geworfen. Außerdem hätten sie Reifen verbrannt. Nachdem ein Soldat leicht verletzt worden sei, habe die israelische Luftwaffe mehrere Angriffe geflogen. Drei Stützpunkte der Hamas wurden nach palästinensischen Angaben attackiert.

Immer wieder Zusammenstöße

Seit Ende März wurden bei Protesten und Zusammenstößen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 184 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet. Ein israelischer Soldat wurde erschossen.

Die Palästinenser fordern ein Ende der Gaza-Blockade und ein Recht auf Rückkehr in ihre frühere Heimat oder die ihrer Eltern und Großeltern. Diese Dörfer oder Städte gehören heute zum israelischen Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender Menschen im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Israel lehnt die Forderungen ab.

Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas wird von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben.

Nach Protesten: Athen bringt Flüchtlinge zum Festland

Um die völlig überfüllten Flüchtlingslager im Osten der Ägäis zu entlasten, hat die griechische Regierung zahlreiche Flüchtlinge und andere Migrantinnen und Migranten auf das Festland gebracht. Tausende sollen in den kommenden Tagen folgen.

„Wir haben insgesamt 217 Menschen von den Inseln zum Festland gebracht“, sagte heute der Sprecher des Migrationsministeriums. "Unser Ziel ist, in den kommenden zwei Wochen mindestens 3.000 Menschen aus den Lagern („Hotspots" auf den Inseln) herauszuholen.“

Warnung vor „sozialer Explosion“

Vorausgegangen waren heftige Proteste von Gemeinden und Hilfsorganisationen. Der Bürgermeister von Lesbos, Spyros Galinos, hatte in einem Brandbrief an den Migrationsminister gewarnt, es drohe eine „soziale Explosion“.

Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und das UNO-Kinderhilfswerk (UNICEF) hatten die Regierung in Athen aufgefordert, die Lager zu entlasten und Minderjährige und Familien zum Festland zu bringen.

Auf den Inseln der Ostägäis harren zurzeit mehr als 20.000 Menschen aus. Die Lager auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos haben aber nur eine Aufnahmekapazität für 6.338 Menschen. Als im März 2016 das Abkommen EU – Türkei zur Rückführung der Geflüchteten in Kraft trat, lebten in den Lagern der Ägäis-Insel etwa 5.800 Menschen.

Die EU hatte 2016 mit der Türkei vereinbart, dass alle, die aus der Türkei zu den Inseln übersetzen und kein Asyl in Griechenland bekommen, in die Türkei zurückgeschickt werden können. Die Asylanträge werden wegen Personalmangels nur mühsam bearbeitet.

Zehn Tote in Mosambik nach mutmaßlichem Terroranschlag

Unbekannte haben in einer von radikalen Islamisten heimgesuchten Provinz im Norden Mosambiks ein Dorf angegriffen und mindestens zehn Menschen getötet. Mindestens 15 weitere Dorfbewohner wurden verletzt und rund 30 Häuser niedergebrannt, wie die Nachrichtenagentur Lusa heute unter Berufung auf örtliche Behördenvertreter berichtete.

Der Angriff habe sich gestern Abend im Dorf Ntoni in der Provinz Cabo Delgado zugetragen. Seit etwa einem Jahr kommt es in der Provinz nahe der tansanischen Grenze vereinzelt zu Angriffen, für die die Behörden eine örtliche islamistische Gruppen verantwortlich machen. Bei den Angriffen kamen Dutzende Menschen ums Leben. Die Ziele der Islamisten sind bisher weitestgehend unklar.

Vermutet wird, dass sich die Gruppe junger und radikaler Islamisten im verarmten Norden aus Protest gegen die örtlichen Behörden gegründet hatte. Die Bevölkerung des Landes an der Südostküste Afrikas ist mehrheitlich christlich. Bis zum vergangenen Jahr hatte es in Mosambik keine nennenswerten Terroranschläge gegeben.

Inland

Aufregung über Kalender des RFJ

Aufregung gibt es über einen Kalender des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ), der an Schülerinnen und Schüler sowie Lehrlinge verteilt wird. Unter dem Titel „Zukunft für Österreich“ wird über „fehlerhafte Zuwanderungspolitik“ geschrieben, die zu einem Ausnahmezustand geführt habe. Als „Sturm im Wasserglas“ bezeichnet der FPÖ-Bundesrat und oberösterreichische Landesobmann der Freiheitlichen Jugend, Michael Raml, die Aufregung über die Verteilaktion.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Sport

Fußball: Rapid glänzt nur international

Sobald sich die sportliche Lage von Rapid in der heimischen Tipico-Bundesliga gefährlich zuspitzt, gelingt den Hütteldorfern in dieser Saison regelmäßig ein wichtiger Europacup-Erfolg. Das gestrige 2:0 gegen Spartak Moskau bedeutete nicht nur einen siegreichen Start in die Europa-League-Gruppenphase, sondern auch Trost für die Derby-Niederlage und die triste Situation in der Meisterschaft.

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ZIB2

Mit Rendi-Wagner soll erstmals eine Frau die SPÖ führen

Alles deutet auf die ehemalige Gesundheitsministerin als neue Parteivorsitzende der Sozialdemokraten hin. In einem ZIB2-Interview begründet der Wiener Bürgermeister Ludwig, warum auch die Wiener für Pamela Rendi-Wagner sind. Das SPÖ-Präsidium stellt morgen die Weichen für die Nominierung. Noch-Parteichef Christian Kern wird ebenfalls morgen ein Statement abgeben. Zu Chancen und Risken Peter Filzmaier im Studio.

SPD in Nöten

Die Causa Maaßen und die beinahe schon permanente Regierungskrise setzen der Großen Koalition in Deutschland ordentlich zu. Denn die Regierung – Union und Sozialdemokraten zusammen – kämen nur noch auf 45 Prozent der Stimmen. Die rechte AfD überholt in Umfragen erstmals die SPD. Was tun die Sozialdemokraten dagegen?

Ohne Afghanistan-Gutachter

Es gibt neue Richtlinien des UNHCR zur Feststellung des Schutzbedarfs von afghanischen Asylwerbern, und die widersprechen der in Österreich derzeit gängigen Einschätzung. Österreichs Gerichte stützen sich da meistens auf ein Gutachten von Österreichs einzigem Afghanistan-Gutachter Karl Mahringer. Doch dem wurde die Zertifizierung entzogen. Da er dagegen beruft, dürfen seine Gutachten damit weiter in Österreichs Asylentscheidungen herangezogen werden.

„Cops“

In seinem neuen Film setzt sich Regisseur Stefan Lukatsch kritisch mit der Spezialeinheit WEGA auseinander. Mit dem Thema hat der junge Filmemacher schon Erfahrung: Sein Kurzfilm über den Misshandlungsfall Bakary J. wird mittlerweile sogar in der Polizeiausbildung eingesetzt. Dies wird bei „Cops“ kaum passieren, obwohl der Film schon mehrere Preise gewonnen hat.

ZIB2 mit Lou Lorenz-Dittlbacher, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Chronik

Dammbruch an Gaskraftwerk in North Carolina

Das Hochwasser infolge des Tropensturms „Florence“ im Südosten der USA hat zu einem Dammbruch am Kühlsee eines Gaskraftwerkes geführt. Die 625-Megawatt-Anlage sei gesichert heruntergefahren worden, teilte das Betreiberunternehmen Duke Energy heute mit. Am Rand des Sees befinden sich auch zwei Halden für Kohleasche, von denen der Mitteilung zufolge eine von den Fluten betroffen sein könnte.

Eine stählerne Sicherheitswand sei geflutet worden, ein Deich zur Abtrennung der Halde halte jedoch noch. Kohleasche kann giftige Schadstoffe enthalten, darunter Schwermetalle wie Quecksilber, Blei und Kadmium. Auf dem Gelände stand früher ein Kohlekraftwerk.

Vor einer Woche war der Tropensturm „Florence“ als Hurrikan der Kategorie eins in der Nähe von Wilmington (North Carolina) auf Land getroffen und hatte riesige Regenmengen freigesetzt. Mit tagelanger Verzögerung traten Flüsse über die Ufer und verwandelten die Region in eine Seenlandschaft. Mehr als 30 Menschen starben, der Sachschaden geht in die Milliarden Dollar.

Dutzende Flüchtlinge in Griechenland gestoppt

Die griechischen Sicherheitsbehörden haben mehr als 100 Flüchtlinge in Gewahrsam genommen und sechs mutmaßliche Schlepper festgenommen. Die Schlepper hätten versucht, über Land und mit einer kleinen Segeljacht in Griechenland nicht registrierte Flüchtlinge nach Mitteleuropa und Italien zu bringen, teilten die Polizei und die Küstenwache in Athen heute mit.

Vor der westgriechischen Hafenstadt Patras wurden 57 Flüchtlinge an Bord einer Segeljacht entdeckt. Drei Ukrainer an Bord wurden als Schlepper festgenommen. In Nordgriechenland wurden drei mutmaßliche Schlepper festgenommen, die mit einem Lastwagen und einem Pkw 57 Menschen transportierten. Sie waren über den Grenzfluss Evros aus der Türkei gekommen und nicht in Griechenland registriert.

Die Menschen hofften, dass die Behörden in Deutschland sie nicht nach Griechenland zurückschicken, da ihre Fingerabdrücke nicht in der europäischen Fingerabdruckdatenbank (Eurodac) hinterlegt seien, sagte ein Offizier der Küstenwache der dpa.

Deutschland: Vater warf Baby vom Balkon

Im Berliner Ortsteil Friedrichsfelde hat ein Vater sein neun Monate altes Baby aus der siebenten Etage eines Hochhauses geworfen und ist dann hinterhergesprungen. Wie die Polizei heute weiter mitteilte, könnten psychische Probleme des Mannes Hintergrund der Tat gewesen sein. Sowohl das Baby als auch der Vater verstarben.

Der 23 Jahre alte Vater habe sich gestern gegen 22.30 Uhr in Suizidabsicht hinabgestürzt, hieß es von der Polizei. Zunächst war noch geprüft worden, ob das Kind hinuntergefallen war.

Kind und Vater waren laut Polizei und Feuerwehr allein in der Wohnung. Das Ermittlungsteam ging davon aus, dass keine weiteren Personen an dem dramatischen Fall beteiligt waren. Die Mutter wurde von der Polizei benachrichtigt. Sie werde seelsorgerisch betreut, hieß es. Ein Nachbar hatte die Leiche des Mannes direkt vor dem elfgeschoßigen Hochhaus gefunden.

Autoattacke auf Emus: 20-Jähriger festgenommen

In Australien ist ein Mann verhaftet worden, nachdem er mit seinem Geländewagen in eine Gruppe von Emus gerast sein soll. Das berichtete heute die BBC. Dem 20-Jährigen wird laut der Polizei Tierquälerei vorgeworfen. Es drohen Strafen bis zu zwei Jahre Haft und 74.620 australische Dollar (rund 46.200 Euro).

„Das macht verdammt viel Spaß!“

Ein Video von dem Vorfall hatte sich in den vergangenen Tagen im Internet verbreitet und für Empörung gesorgt. Zu sehen ist, wie der Mann über eine Schotterpiste fährt und mindestens ein Dutzend der großen Laufvögel niedermäht, während er seine Opfer laut zählt. „Scheiß-Emus“, kommentiert der Fahrer und lacht dann: „Das macht verdammt viel Spaß!“ In dem Video ist auch das Gesicht des Mannes zu sehen.

Die größte australische Tierschutzorganisation RSPCA erklärte, eine derartige Grausamkeit habe „keinen Platz in unserer Gesellschaft“. Derartiges Verhalten stelle eine „klare Missachtung dieser verletzlichen einheimischen Tiere“ dar.

Nur in Australien heimisch

Die straußenartigen Emus sind eine nur in Australien vorkommende Tierart. Die Vögel mit dem grauen Federkleid werden bis zu zwei Meter groß und sind in ländlichen Regionen verbreitet.

Wirtschaft

Gesundheit

Zahl der Toten durch West-Nil-Fieber steigt

In Europa sind in diesem Jahr bereits 115 Menschen nachweislich am West-Nil-Fieber gestorben. Das sind nach Angaben des EU-Gesundheitszentrums ECDC von heute 25 registrierte Fälle mehr als in der Vorwoche. Das Virus wird durch Mücken übertragen und grassiert derzeit innerhalb der EU vor allem in Südeuropa.

Bis gestern hatten die EU-Staaten dem Zentrum 1.134 Fälle von West-Nil-Fieber für dieses Jahr gemeldet, 186 mehr als in der Vorwoche. Doch die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen, denn die meisten Erkrankten haben keine oder nur harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen. Nur etwa jeder 150. Infizierte erkrankt nach Auskunft des deutschen Robert-Koch-Instituts schwer, etwa mit Hirnhautentzündung. In der Regel seien das ältere Menschen mit Vorerkrankungen.

In seltenen Fällen ist die Krankheit tödlich, dennoch sterben in Südeuropa derzeit zahlreiche Menschen daran. Besonders viele Todesfälle registrierte in diesem Jahr Italien (35), gefolgt von Serbien (29) und Rumänien (25). Für Griechenland wurden 24 Tote genannt, das griechische Gesundheitsministerium sprach dagegen bereits von 28 Toten.

WHO: Jeder 20. Todesfall geht auf Alkohol zurück

Jeder 20. Todesfall geht auf Alkohol zurück. Laut einem heute veröffentlichten Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben jedes Jahr rund drei Millionen Menschen weltweit durch Alkoholkonsum – das sind mehr als durch Aids, Gewalt und Verkehrsunfälle zusammen. Am stärksten betroffen sind Männer – sie machen drei Viertel der alkoholbedingten Todesfälle aus.

„Viel zu viele Menschen, ihre Familien und Gemeinden leiden unter den Folgen des Alkoholmissbrauchs in Form von Gewalt, Verletzungen, psychischen Problemen und Krankheiten wie Krebs und Schlaganfall“, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Es sei an der Zeit zu handeln.

Erhöhte Anfälligkeit

Die WHO bringt rund 200 Krankheiten mit Alkoholkonsum in Verbindung, darunter Leberzirrhose und einige Krebsarten. In dem 500-seitigen Bericht heißt es zudem, Alkoholkonsum mache Menschen anfälliger für Krankheiten wie Tuberkulose, HIV und Lungenentzündungen.

Die drei Millionen durch Alkohol verursachten Todesfälle, die 2016 registriert wurden, entsprechen 5,3 Prozent aller Todesfälle des Jahres. Im selben Zeitraum wurden 2,5 Prozent der weltweiten Todesfälle durch Verkehrsunfälle verursacht, 1,8 Prozent durch Aids und 0,8 Prozent durch Gewalt.

2,3 Milliarden Menschen trinken Alkohol

Insgesamt gebe es „positive Tendenzen“, denn die Zahl der alkoholbedingten Todesfälle sei in den vergangenen Jahren zurückgegangen, bemerkte die WHO. So wurden 2012 noch 3,3 Millionen Todesfälle auf Alkohol zurückgeführt. Aber „die allgemeine Last von Krankheiten und Verletzungen, die durch Alkoholmissbrauch verursacht werden“, sei „inakzeptabel hoch“.

Laut WHO trinken 2,3 Milliarden Menschen weltweit Alkohol – in Amerika, Europa und im Westpazifik sind es mehr als die Hälfte der Menschen. Europa weist die höchste Zahl der Alkoholkonsumenten auf, jedoch sank die Zahl im Vergleich zu 2010 um mehr als zehn Prozent. In drei Vierteln der europäischen Länder ging der Alkoholkonsum zurück, insbesondere in Russland, Moldawien und Weißrussland.

Religion

Kultur

Umstrittenes Rapkonzert im Pariser Bataclan abgesagt

Die Pariser Konzerthalle Bataclan, die vor fast drei Jahren Ziel eines islamistischen Anschlags war, hat zwei monatelang umstrittene Rapauftritte abgesagt. „Aus Respekt für die Opfer der Anschläge vom 13. November 2015 und ihre Familien“ hätten der Rapper Medine und das Bataclan entschieden, zwei Auftritte an einen anderen Veranstaltungsort zu verlegen, teilte der Musikclub heute mit.

Medine begründete die Entscheidung auf Twitter auch damit, dass rechtsextreme Gruppen Demonstrationen geplant hätten, „deren Ziel es ist zu spalten“. Politiker und Politikerinnen aus dem konservativen und rechten Spektrum hatten die für Oktober geplanten Medine-Konzerte scharf kritisiert.

„Dschihad“ als Songtitel

Hintergrund sind Texte früherer Lieder des Rappers, eins davon trägt den Titel „Dschihad“. Der französisch Innenminister Gerard Collomb hatte im Juni sogar ein Konzertverbot nicht ausgeschlossen, falls eine Störung der öffentlichen Ordnung drohe. Ein Opferverband sah die Konzertplanung als Fehler der Bataclan-Leitung an. Medine hatte indes erklärt, er kämpfe mit seinen Alben seit 15 Jahren gegen alle Formen des Radikalismus.

Bei den Terroranschlägen vom 13. November 2015 hatten Islamisten in der französischen Hauptstadt insgesamt 130 Menschen ermordet. Allein bei der Attacke auf das Bataclan gab es 90 Todesopfer.

New Yorker Philharmoniker: Hosen nun auch für Frauen

Nach heftigem Protest dürfen die Frauen unter den New Yorker Philharmonikern jetzt auch bei festlichen Konzerten Hosen tragen. Die Kleiderordnung sei entsprechend geändert worden, sagte Katherine Johnson, Sprecherin des Orchesters, heute in New York. „Frauen dürfen bei allen Konzerten Hosen tragen, wenn sie wollen.“

Die 1842 gegründeten New Yorker Philharmoniker, die schon von Dirigentenstars wie Gustav Mahler, Arturo Toscanini, Leonard Bernstein, Pierre Boulez, Zubin Mehta, Kurt Masur und Lorin Maazel geleitet wurden, waren zuvor das letzte der rund 20 großen Orchester in den USA, wo Musikerinnen bei festlichen Konzerten keine Hosen tragen durften.

Nur bei Konzerten tagsüber, in Parks oder für junge Zuschauer wurden für die Frauen, die rund die Hälfte des Orchesters ausmachen, Ausnahmen zugelassen. In den vergangenen Monaten hatte sich gegen diese Kleiderordnung Widerstand formiert.

Panorama

Hitler und Lenin ringen in Peru um Bürgermeisterposten

In einem peruanischen Dorf treten laut Medienberichten zwei Männer mit historisch belasteten Vornamen zur Bürgermeisterwahl an: Hitler Alba und Lenin Rodriguez wollen diesen Posten im Dorf Yungar erobern.

Hitler Alba beteuert, keinerlei Sympathien für Adolf Hitler zu hegen, und bedauert, diesen Namen zu tragen. Sein Vater habe ihm den Namen wohl gegeben, weil er international klinge – jedoch den historischen Kontext nicht gekannt. Er selbst habe seinen Namen ändern wollen, sich aber dann schlecht dabei gefühlt, dem Willen seines Vaters zu widersprechen.

„Hitler der Gute“

„Ich bin Hitler der Gute“, sagte Alba über sich selbst. „Wir haben immer Gutes getan, und die Leute kennen uns“, zitierte ihn der Sender. Er war den Angaben zufolge bereits von 2011 bis 2014 Bürgermeister des Anden-Dorfes.

Lenin Rodriguez, ein bisher unbekannter Bürger, habe noch versucht, die Kandidatur Albas wegen angeblicher formaler Mängel für unzulässig zu erklären, sei aber gescheitert. Beide werden folglich nun am 7. Oktober zur Wahl antreten.

Französische Fleischer rüsten gegen „militante Veganer“

Frankreichs Fleischhauer rüsten gegen angeblich militante Veganerinnen und Veganer auf: Der nordfranzösische Fleischerverband teilte heute in Lille mit, es würden private Wachleute zum Schutz von Geschäften engagiert. Das sei zwar „ungewöhnlich, aber notwendig“, sagte Verbandspräsident Laurent Rigaud. Vier Veganervereine hätten für morgen „Aktionen“ gegen Fleischereien angekündigt.

In Lille gut 220 Kilometer nördlich von Paris waren im Frühjahr eine Fleischhauerei und ein Fischgeschäft verwüstet worden, die Schaufenster anderer Geschäfte wurden mit falschem Blut bespritzt.

Vonseiten der Polizei hieß es, es sei nichts über bevorstehende Veganeraktionen bekannt. Es gebe aber eine „hohe Sensibilität“ bei dem Thema. Der nationale Fleischhauerverband Frankreichs hatte im Juni Polizeischutz gegen Veganerinnen und Veganer verlangt. Dessen Chef Jean-François Guihard wurde daraufhin sogar im Innenministerium in Paris empfangen.

In einem Brief an das Ministerium hatte Guihard zuvor „physische, verbale und moralische Gewalt“ durch Veganer beklagt. Die 18.000 französischen Fleischhauerinnen und Fleischhauer bekämen die „Folgen des Medienhypes um die vegane Lebensart“ zu spüren, hieß es.