Ukraine-Krieg

Angesichts anhaltender Vorwürfe wegen der Verzögerung einer internationalen Expertenmission zum ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja haben die Vereinten Nationen russischen Vorwürfen widersprochen. Die UNO hätte eine Operation der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) anders als von Moskau dargestellt weder verhindert noch blockiert. „Das UNO-Sekretariat ist nicht befugt, Aktivitäten der IAEA zu blockieren oder abzubrechen“, so Sprecher Stephane Dujarric gestern.

Die IAEA handle unabhängig, fügte er in New York hinzu. Dujarric betonte, dass die Ukraine den Schutz einer entsprechenden Mission von ukrainisch kontrolliertem Gebiet aus gewährleisten könne. „Aber es muss eine Einigung zwischen Russland und der Ukraine geben“ – schließlich befinde sich das Kraftwerk derzeit auf russisch kontrolliertem Territorium.

Zuletzt hatte es Unstimmigkeiten darüber gegeben, wie ein Reiseweg der IAEA-Experten aussehen könnte. Die Ukraine würde eine Mission ausschließlich durch von Russland besetztes Gebiet – etwa über die Krim oder auf anderem Wege über die russisch-ukrainische Grenze – nicht erlauben. Die Ukraine und Russland werfen sich seit Wochen gegenseitig vor, Europas größtes Kernkraftwerk zu beschießen und damit eine atomare Katastrophe heraufzubeschwören.

Um das von russischen Truppen besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja sind nach Behördenangaben Explosionen zu hören. Das Gebiet des Kernkraftwerks, das in der Stadt Enerhodar liegt, und Wohnviertel seien 25-mal mit schwerer Artillerie beschossen worden, teilte der Besatzungsvertreter Wladimir Rogow gestern auf Telegram mit. Demzufolge schlugen dort Granaten ein. Dem aus Enerhodar geflohenen ukrainischen Bürgermeister Dmytro Orlow zufolge sind in der Kraftwerksstadt Explosionen zu hören gewesen.

Die Ukraine wirft Russland vor, mit dem Beschuss „atomaren Terror“ zu betreiben. Besatzungsvertreter Rogow wiederum hatte mitgeteilt, ukrainische „Terroristen“ würden die Schüsse abfeuern. Er hatte zuvor auch eine Feuerpause vorgeschlagen. Die Ukraine forderte den Abzug russischer Truppen aus dem größten europäischen Kraftwerk. Russland lehnt eine Übergabe des Kernkraftwerks ab.

Die Ukraine beschuldigt die russischen Truppen, das AKW als Festung zu nutzen, um von dort auf die am anderen Ufer des Dnipro-Stausees liegenden Kleinstädte Nikopol und Marhanez zu schießen. Russland hingegen behauptet, die Ukraine beschieße die Anlage mit Drohnen, schwerer Artillerie und Raketenwerfern. In den meisten Fällen fange die russische Luftwehr die Geschosse ab, hieß es. Dennoch sei bereits Infrastruktur auch im Bereich des dortigen Atommülllagers getroffen worden. Eine erhöhte Radioaktivität wurde nach Angaben von Experten bisher nicht registriert.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sind von dort mehr als 700.000 Menschen in das Nachbarland Slowakei gekommen. Das geht aus Zahlen des Innenministeriums in Bratislava hervor, die die staatliche Nachrichtenagentur TASR gestern veröffentlichte. Zuletzt waren jeden Tag zwischen drei- und viertausend Menschen dazugekommen.

Die nur 5,5 Millionen Einwohner zählende Slowakei ist damit jenes EU-Land, das gemessen an der Bevölkerungszahl die meisten Ukraine-Flüchtlinge zumindest vorübergehend aufgenommen hat. Nach Polen kamen zwar im selben Zeitraum 3,7 Millionen Menschen, also mehr als fünfmal so viele wie in die Slowakei. Allerdings leben in Polen mit 38 Millionen Menschen etwa siebenmal so viele Einwohner wie in der Slowakei.

Ähnlich wie aus Polen kehrten auch aus der Slowakei zuletzt mehr Menschen in die Ukraine zurück, als von dort neu ins Land kamen. Bis gestern zählten die slowakischen Behörden rund 500.000 Rückkehrer, die die slowakisch-ukrainische Grenze nach Osten überquerten.

Ausland

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat der Bundespolizei FBI vorgeworfen, bei der Durchsuchung seines Anwesens Mar-a-Lago seine Reisepässe „gestohlen“ zu haben. „Wow! Bei der Razzia des FBI in Mar-a-Lago haben sie meine drei Pässe (einer davon abgelaufen) zusammen mit allem anderen gestohlen“, schrieb Trump gestern auf der von ihm mit gegründeten Plattform Truth Social. „Das ist ein Angriff auf einen politischen Gegner auf einer Ebene, wie es sie in unserem Land noch nie gegeben hat. Dritte Welt!“

Unklar blieb, warum Trump sich damit erst eine Woche nach der Durchsuchung seines Anwesens im US-Bundesstaat Florida zu Wort meldet. Ein Gericht in Florida hatte die Quittung der beschlagnahmten Gegenstände ebenso wie den Durchsuchungsbefehl am Freitag auf Antrag von US-Justizminister Merrick Garland veröffentlicht. Auf der Liste der beschlagnahmten Gegenstände stehen unter anderem Dokumente und mehrere Kisten.

Reisepässe sind dort nicht explizit aufgeführt. Das FBI hatte in Trumps Anwesen geheime Dokumente gefunden. Grundlage des Einsatzes war der Verdacht, dass Trump womöglich gegen das Spionagegesetz und andere Gesetze verstoßen haben könnte, wie aus dem Durchsuchungsbefehl hervorging.

Der inhaftierte Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist nach eigenen Angaben wegen geringfügiger Verstöße gegen Gefängnisregeln für drei Tage in eine Strafzelle gekommen. Über seine Anwälte teilte er gestern auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass er bestraft worden sei, weil er regelmäßig den obersten Knopf seiner Gefängnisuniform nicht zuknöpft habe. Zudem habe er versucht, Mitgefangene zur Gründung einer Gewerkschaft zu bewegen.

„Die Einzelhaftzelle ist ein 2,5 mal drei Meter großer Betonzwinger. Die meiste Zeit ist es dort drinnen unerträglich, weil es kalt und feucht ist. Auf dem Boden steht Wasser“, schrieb der Gegner von Präsident Wladimir Putin und ergänzte ironisch: „Ich habe die Strandversion – dort ist es sehr heiß, und es geht fast kein Luftzug.“

Das Fenster sei winzig, es gebe keine Belüftung. „Nachts liegst du da und fühlst dich wie ein Fisch auf dem Trockenem. Um 5.00 Uhr morgens nehmen sie dir deine Matratze und dein Kissen weg (…) und heben deine Koje hoch. Um 21.00 Uhr wird die Pritsche wieder heruntergelassen und die Matratze zurückgebracht. Es gibt einen eisernen Tisch, eine eiserne Bank, ein Waschbecken, ein Loch im Boden und zwei Kameras an der Decke.“

Berichten zufolge sitzt Nawalny in der Strafkolonie IK-6 in Melechowo, etwa 250 km östlich von Moskau, seine Strafe wegen Verstößen gegen Bewährungsauflagen sowie wegen Betrugs und Missachtung des Gerichts ab.

In Myanmar hat ein Gericht die abgesetzte De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi laut Medienberichten zu weiteren sechs Jahren Haft verurteilt. Die Nobelpreisträgerin wurde in vier Korruptionsfällen für Vergehen rund um Immobiliengeschäfte für schuldig befunden, hieß es von mehreren internationalen Medien unter Berufung auf Quellen in dem abgeschotteten Land.

Unter anderem habe Suu Kyi Gelder einer wohltätigen Stiftung veruntreut, die Suu Kyi im Namen ihrer Mutter gegründet hatte, lautete demzufolge das Urteil. Suu Kyi bestritt die Vorwürfe. In mehreren anderen Fällen war die Friedensnobelpreisträgerin zuvor bereits zu insgesamt rund elf Jahren Haft verurteilt worden.

Strafen von in Summe 190 Jahren Haft drohen

Insgesamt ist Suu Kyi, die Galionsfigur des Widerstands gegen die Militärherrschaft, wegen mindestens 18 angeblichen Vergehen angeklagt – unter anderem wegen Betrugs sowie wegen Verstößen gegen Coronavirus- und Wahlgesetze. Zusammengenommen drohen ihr fast 190 Jahre Gefängnis. Die 77-Jährige, die bereits in Einzelhaft sitzt, hat alle Vorwürfe als absurd zurückgewiesen.

Die abgesetzte De-facto-Regierungschefin von Myanmar Aung San Suu Kyi
AP/Wason Wanichakorn

Suu Kyi war bereits wegen anderer Anschuldigungen zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Im aktuellen Fall war ihr unter anderem vorgeworfen worden, Gelder aus einer von ihr gegründeten Gesundheits- und Bildungsstiftung für den Bau eines Hauses eingesetzt und Geschäfte mit staatlichem Grundbesitz mit einem Preisnachlass getätigt zu haben.

Putsch 2021

In weiten Kreisen der internationalen Gemeinschaft werden die Prozesse gegen Suu Kyi als politisch motiviert gesehen. Gegen das Militär wurden Sanktionen verhängt. Ein Sprecher der Regierung war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu dem neuen Urteil zu erreichen. Das Militär hatte Anfang 2021 geputscht und neben Suu Kyi auch andere Vertreter der damaligen Regierung sowie die meisten führenden Politiker ihrer Partei der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) festgenommen.

Die griechische Polizei hat gestern 38 Menschen aufgegriffen, die den griechisch-türkischen Grenzfluss Evros (türkisch: Meric) überquerten und damit in Griechenland und der EU ankamen. Das teilte die griechische Polizei mit. Es handelt sich laut griechischen Medien um jene Gruppe, die mehr als eine Woche lang auf einer kleinen Insel des Flusses ausharrte.

Die griechischen Behörden erklärten, diese hätte sich anfänglich auf türkischem Boden befunden, und sie hätten ihnen nicht helfen können. Die türkischen Behörden schwiegen, obwohl sie zweimal über die Präsenz der Geflüchteten auf der Insel informiert worden waren, wie es aus griechischen Regierungskreisen hieß.

Die Geflohenen, darunter laut Medien mehrere Frauen und Kinder, stammten nach eigenen Angaben aus Syrien. Sie befürchteten, dass die türkischen Behörden sie zurück in ihre Heimat schicken, sollten sie in Griechenland und damit in der EU keine Aufnahme finden, hieß es in einem Bericht des linken griechischen Nachrichtenportals Efsys.gr.

Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks sind seit Jahresbeginn bis zum 7. August 3.225 Menschen aus der Türkei auf dem Landweg nach Griechenland geflüchtet.

China hat als Reaktion auf den Besuch einer weiteren US-Delegation in Taiwan gestern neue Militärmanöver nahe der Insel abgehalten. Das diene einer „strengen Abschreckung gegen die Vereinigten Staaten und Taiwan und deren politische Tricks, die den Frieden und die Stabilität in der Straße von Taiwan unterlaufen“, erklärte das chinesische Militär. China betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als abtrünnige Provinz und beansprucht die Insel für sich.

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Russland und Südkorea buhlen um Nordkorea. Beide Staaten wollen ihre Beziehungen zu der Diktatur im Nachbarland ausbauen bzw. verbessern. Der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol bot in der Hauptstadt Seoul Nordkorea im Gegenzug für eine atomare Abrüstung umfangreiche Wirtschaftshilfen an. Auch Moskau bemüht sich um eine Verbesserung der Verhältnisse. Der russische Präsident Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un wollen die Beziehungen zwischen ihren Ländern ausbauen.

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Inland

Während sich quer durch Europa kommende Katastrophenszenarien immer klarer abzeichnen, wird dem Katastrophenwarnsystem „EU-Alert“ in Österreich offenbar keine Priorität eingeräumt. Zwei Monate nach Ablauf der Umsetzungsfrist für die EU-Richtlinie hat das mittlerweile zuständige Staatssekretariat für Digitalisierung noch nicht einmal einen Entwurf vorgelegt.

Am Beispiel Deutschlands zeigt sich, dass die eigentlichen Probleme erst bei der Umsetzung auftauchen. Laut einer Analyse des Thinktanks AG Kritis sind in Deutschland beim derzeitigen Stand nicht einmal die Hälfte aller Mobiltelefone durch einen solchen Alarm erreichbar.

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Umwelt & Klima

Der deutsche Gewässerexperte Sascha Maier schätzt die Menge der in den vergangenen Tagen verendeten Fische in der Oder auf bis zu 100 Tonnen. Das sei eine Hochrechnung auf Grundlage der Meldungen über einzelne Sammelaktionen, sagte der Experte der Umweltorganisation BUND gestern.

Tote Fische im Fluss Oder
Reuters/Cezary Aszkielowicz/Agencja Wyborcza

Die Umweltkatastrophe betreffe die Oder auf etwa 500 Kilometer Länge. Seit Freitag hätten Feuerwehrleute rund 80 Tonnen tote Fische geborgen, sagte ein Sprecher der polnischen Berufsfeuerwehr.

Vergleichbar mit Sandoz-Katastrophe

Die Dimension sei vergleichbar mit der Sandoz-Katastrophe von 1986, sagte Maier. Damals war beim Chemiekonzern Sandoz (heute Novartis) ein Brand in einem Schweizer Lager ausgebrochen. Große Mengen verunreinigten Löschwassers gelangten in den Rhein und verursachten ein großes Fischsterben. Das Unglück damals sei Anlass für internationale Alarm- und Meldepläne von Flussanrainern gewesen – und genau diese seien jetzt an der Oder nicht eingehalten worden, sagte Maier.

Deutschland und Polen wollen das Fischsterben in der Oder nach den Versäumnissen der vergangenen Tage gemeinsam aufklären, rätseln aber weiter über die Ursache. Bei Laboruntersuchungen von verendeten Fischen aus dem Fluss sind nach Angaben von Polens Regierung bisher keine toxischen Substanzen entdeckt worden. Die Fische seien auf Quecksilber und andere Schwermetalle untersucht worden, sagte Polens Umweltministerin Anna Moskwa in Stettin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne).

Der frühere Umweltminister des Karibik-Inselstaates Grenada, Simon Stiell, wird neuer UNO-Klimachef. Wie das Büro von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres gestern in New York mitteilte, wurde Stiell zum Nachfolger der Mexikanerin Patricia Espinosa ernannt, die von Juli 20216 bis zum 16. Juli dieses Jahres das Amt innehatte. Das UNO-Klimasekretariat hat seinen Sitz im nordrhein-westfälischen Bonn.

Die nächste UNO-Klimakonferenz findet im November im ägyptischen Scharm al-Scheich statt. Verbreitete Hitzewellen und Dürren in Europa und anderen Erdregionen machen derzeit die Dringlichkeit des Kampfes gegen die Erderwärmung deutlich.

Das Walross Freya bewegt in Norwegen auch nach seinem Tod noch die Gemüter. Nach Angaben des norwegischen Senders TV 2 hat ein Norweger eine private Spendenaktion gestartet, um eine Statue für das Tier zu finanzieren. Bis gestern Nachmittag waren dabei schon knapp 60.000 Kronen (rund 6.070 Euro) zusammengekommen.

Walross Freya
APA/AFP/NTB/Tor Erik Schrøder

Die Fischereidirektion hatte das Tier „aus Sicherheitsgründen“ einschläfern lassen. Daraufhin bekamen der Fischereidirektor und seine Frau nach eigenen Angaben Morddrohungen.

Das knapp 600 Kilogramm schwere Walross war in den vergangenen Wochen immer wieder vor Oslo aufgetaucht, hatte sich auf vor Anker liegende Boote gelegt und zur Sommerattraktion entwickelt. Allerdings waren Schaulustige trotz mehrfacher Warnungen der Behörden zu dem Tier ins Wasser gesprungen bzw. ihm mit Kindern am Ufer sehr nahe gekommen, um Fotos zu machen. Zuletzt schätzte die Fischereidirektion das Sicherheitsrisiko als zu groß ein.

COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 436,8 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 3.008 registrierte Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 3.008 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab. Aufgrund verminderter Testmöglichkeiten und -bereitschaft vermuten Expertinnen und Experten eine höhere Dunkelziffer.

19.277 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.238 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 68 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist bundesweit nicht möglich.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Wirtschaft

Der weltgrößte Einzelhändler Walmart wird Insidern zufolge den Streamingdienst Paramount+ anbieten. Der Dienst konkurriert mit Amazons Prime, das kostenlosen Versand sowie Video- und Musikstreamingdienste bietet und mehr als 200 Millionen Abonnenten hat. Eine Amazon-Prime-Mitgliedschaft kostet 14,99 Dollar pro Monat bzw. 139 Dollar pro Jahr. Die Mitgliedschaft bei Walmart+ kostet dagegen 12,95 Dollar pro Monat bzw. 98 Dollar pro Jahr.

Außerdem beinhaltet Walmart+ einen kostenlosen Versand bei Bestellungen und Rabatte auf Treibstoff sowie ein kostenloses sechsmonatiges Abonnement des Premium-Musikdienstes von Spotify. Der 2020 gestartete Aboservice von Walmart hat nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen elf und 32 Millionen Mitglieder. Walmart selbst macht keine Angaben zu den Abonnentenzahlen von Walmart+, und Paramount reagierte zunächst nicht auf eine Reuters-Anfrage nach eine Stellungnahme.

Der Euro ist gegenüber dem Schweizer Franken – abgesehen von einem Chaostag 2015 – so schwach wie nie zuvor. Die europäische Währung sank im Handel gestern auf 0,9617 Franken, ehe sie sich am Abend leicht erholte. Nur am Tag, als die Schweizerische Nationalbank 2015 überraschend den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufhob, fiel die Währung bei einem kurzen Ausschlag noch tiefer. Zum Vergleich: Der Kurs lag bei der Euro-Bargeldeinführung am 1. Jänner 2002 bei 1,48 Franken.

Er stieg danach sogar auf mehr als 1,60 Franken. Als Gründe für den starken Franken nannten Devisenhändler den russischen Krieg gegen die Ukraine, die niedrigeren Zinsen der Europäischen Zentralbank, die Energiekrise in Europa sowie die vergleichsweise niedrige Inflation in der Schweiz von 3,4 Prozent auf Jahressicht.

Sport

Mit einem feinen Freistoßtor hat David Alaba am Sonntagabend die Saisoneröffnung von Real Madrid in der spanischen La Liga gerettet. Dabei war der ÖFB-Teamstar erst Momente zuvor eingewechselt worden und ursprünglich gar nicht für die Ausführung des Standards vorgesehen gewesen. Umso mehr freute sich Alaba über das Traumtor, das einen mühsamen Abend bei Aufsteiger Almeria nach Rückstand doch noch mit einem 2:1-Sieg enden ließ.

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Sofia Polcanova und Robert Gardos haben im Rahmen der European Championships in München ihre erste gemeinsame Medaille geholt. Das im Hinblick auf Olympia 2024 in Paris neu formierte Mixed-Doppel musste sich gestern im EM-Halbfinale zwar Bernadette Szöcs und Ovidiu Ionescu aus Rumänien geschlagen geben, mit dem Einzug unter die Top Vier hatten Polcanova/Gardos Bronze aber bereits in der Tasche.

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Anna-Maria und Eirini-Marina Alexandri haben bei der Schwimm-EM in Rom erneut zugeschlagen. Die beiden Schwestern gewannen gestern wie zuvor schon in der Freien Kür der Synchronschwimmerinnen Silber im Technischen Finale. Es war bereits die vierte österreichische Medaille bei den Titelkämpfen in der italienischen Hauptstadt.

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Chronik

Eineinhalb Monate nach der Verurteilung von R. Kelly in einem New Yorker Missbrauchsprozess zu 30 Jahren Haft steht der frühere R&B-Star wegen weiterer Vergehen in Chicago erneut vor Gericht. In Kellys Geburtsort begann gestern die Auswahl der Geschworenen.

In dem Chicagoer Verfahren wird dem 55-Jährigen sowie zwei früheren Mitarbeitern Kellys vorgeworfen, einen Kinderpornografie-Prozess gegen den Musiker im Jahr 2008 manipuliert zu haben. Ein minderjähriges mutmaßliches Missbrauchsopfer soll damals wegen Drohungen und Schmiergeldern nicht gegen Kelly ausgesagt haben. Der umstrittene Prozess endete mit einem Freispruch des Sängers. In dem nun begonnenen Prozess in Chicago will das mutmaßliche Opfer nun doch aussagen.

Die Anklage gegen Kelly lautet Behinderung der Justiz, Herstellung von Kinderpornografie und illegale sexuelle Handlungen mit einer Minderjährigen. Mit ihm stehen sein früherer Manager Derrel McDavid und sein früherer Mitarbeiter Milton „June“ Brown vor Gericht. Der Prozess soll etwa vier Wochen dauern.

In Pakistan ist die Zahl der Todesopfer nach den Rekordfluten auf 618 gestiegen. Nach Angaben der Katastrophenbehörde des Landes von gestern hatten die Wassermassen außerdem fast 70.000 Häuser zerstört. Seit Beginn der Regenzeit im Juni leidet Pakistan unter ungewöhnlich starkem Monsunregen. Millionen von Menschen seien nun von Infektionskrankheiten bedroht, die sich im Wasser ausbreiten, so die Behörde. Meteorologen warnten vor weiterem Regen in den kommenden Tagen.

Naturkatastrophen wie Fluten, Dürren und Hitzewellen haben in Pakistan zugenommen. Experten machen den Klimawandel für das Phänomen verantwortlich. Pakistan gehört zu den Ländern, die am stärksten von der Erderhitzung betroffen sind.

In Japan hat ein betrunkener Polizist eine Tasche mit Ermittlungsakten mit persönlichen Daten von rund 400 Menschen verloren. Die Dokumente enthielten Namen und Adressen, darunter auch Daten eines mutmaßlichen Straftäters, teilte die japanische Polizei gestern mit. Der Beamte habe die Tasche in der Nacht auf vergangenen Samstag verloren.

Der 49-Jährige war japanischen Medienberichten zufolge mit Kollegen in der Präfektur Hyogo im Südwesten des Landes etwas trinken gegangen und eingeschlafen, als er mit der Tasche nach Hause ging. Als der Mann später aufwachte, konnte er die Tasche nicht mehr finden.

Bereits im Juni war es in der japanischen Stadt Amagasaki zu einem ähnlichen Fall gekommen. Damals hatte ein Unternehmer eine Tasche verloren, in der sich ein USB-Stick mit persönlichen Daten aller 460.000 Einwohner und Einwohnerinnen der Stadt befunden hatte.

Der Unternehmer hatte zuvor etwas getrunken und war auf dem Weg nach Hause eingeschlafen. In diesem Fall wurde der Stick einen Tag nach Bekanntwerden seines Verschwindens wiedergefunden.

Gestern ist es zu einem folgenschweren Zusammenstoß zweier Fahrzeuge auf der Umfahrung der Ennstal-Straße (B320) bei Schladming in der Steiermark gekommen. Drei Personen kamen dabei ums Leben, weitere wurden verletzt.

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Medien

Der Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen RBB hat Patricia Schlesinger nach dpa-Informationen gestern als Intendantin abberufen. Damit wird formal die Vertragsauflösung in die Wege geleitet. Die 61-Jährige war vor rund einer Woche als Chefin des ARD-Senders Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) wegen zahlreicher Vorwürfe der Vetternwirtschaft zurückgetreten. Wenige Tage zuvor hatte sie bereits ihren Rückzug als ARD-Chefin angetreten.

Der Fall hat den Sender in eine beispiellose Krise gestürzt, die auch auf den gesamten öffentlich-rechtlichen Rundfunk abstrahlt. Schlesinger war seit 2016 Intendantin. Ihre zweite Amtszeit hätte eigentlich bis 2026 gedauert. Die Managerin und Journalistin sieht sich zahlreichen Vorwürfen der Vetternwirtschaft ausgesetzt. Im Zentrum steht neben der 61-Jährigen der ebenfalls zurückgetretene RBB-Chefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf. Beide wiesen die Vorwürfe zurück.

Zudem geht es um fragwürdige Aufträge für Schlesingers Ehemann Gerhard Spörl bei der Messe Berlin, wo Wolf ebenfalls bis zu seinem dortigen Rücktritt Aufsichtsratschef war. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen Schlesinger, gegen den Ex-„Spiegel“-Journalisten Spörl und gegen Wolf wegen des Verdachts der Untreue und Vorteilsannahme.

Panorama

Kultur

Svika Pick, einer der bekanntesten Musiker Israels und zugleich Schwiegervater des Hollywood-Filmemachers Quentin Tarantino, ist am Sonntag im Alter von 72 Jahren in seinem Haus verstorben. Der Singer-Songwriter war auch unter seinem Spitznamen „Maestro“ bekannt. Seinen wahrscheinlich größten Erfolg feierte er 1998, als Dana International mit dem von ihm geschrieben Song „Diva“ den Song Contest gewann.

Pick wurde 1949 in Polen geboren und wanderte mit seinen Eltern nach Israel aus, als er acht Jahre alt war. Seine ersten Schritte in der Musikwelt machte der Sänger Mitte der 1960er Jahre als Sänger mehrerer lokaler Bands. Bekanntheit erlangte er durch seine Hauptrolle in der hebräischen Version des Musicals „Hair“ Anfang der 1970er Jahre.

Würdigungen der Politik

Auch gemeinsam mit seiner Frau Mirit Schem-Or feierte er musikalische Erfolge. Seine Tochter Daniella, neben ihrer Modelkarriere ebenfalls Sängerin, heiratete 2018 Tarantino. Die beiden leben mit ihren gemeinsamen Kindern in Tel Aviv.

Der israelische Musiker Zvika Pick mit seiner Frau Miri Shem Or 1986
Sharir-Efi/cc by 4.0

Auch die israelische Politik würdigte Pick: „Svika war ein revolutionärer Künstler seiner Generation, eine der Säulen des israelischen Pop“, sagte Premierminister Jair Lapid. „Svika ist heute verstorben, aber die Lieder und Melodien, die er hinterlassen hat, werden noch viele Jahre lang zu hören sein.“ Staatspräsident Isaac Herzog sagte, Pick habe „der israelischen Kulturlandschaft neues Leben eingehaucht und einen revolutionären Wandel herbeigeführt. Seine Musik drang in unsere Herzen ein und wurde zu einem festen Bestandteil des Soundtracks unseres Lebens.“

Der Autor des Erfolgsromans „Der Pferdeflüsterer“, Nicholas Evans, ist tot. Das gab die Agentur United Agents in London gestern bekannt. In einer Mitteilung hieß es, der Brite sei bereits am Dienstag überraschend an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Er wurde 72 Jahre alt. Sein 1995 erschienener Debütroman „Der Pferdeflüsterer“ („The Horse Whisperer“) wurde in 40 Sprachen übersetzt und landete in 20 Ländern auf Platz eins der Bestsellerliste.

Der britische Autor Nicholas Evans im September 2005
AP/Tina Fineberg

Insgesamt wurden 15 Millionen Exemplare davon verkauft. Das Buch war zudem Grundlage für den gleichnamigen Film mit US-Schauspieler und Regisseur Robert Redford in der Hauptrolle.

Der in der englischen Grafschaft Worcestershire geborene Evans hatte vor seiner Karriere als Schriftsteller als Journalist gearbeitet. Auch mit seinen vier weiteren Romanen hatte er Erfolg. Einen Schicksalsschlag mussten er und seine Frau Charlotte verkraften, als sie 2008 eine schwere Pilzvergiftung erlitten. Beide benötigten daraufhin eine Nierentransplantation. Evans hinterlässt neben seiner Frau auch die vier gemeinsamen Kinder.

Leute

Fußballikone Hans Krankl ist am Sonntag im Anschluss an das Bundesliga-Spiel zwischen LASK und Rapid (2:1) vorübergehend von der Polizei festgenommen worden. Einen diesbezüglichen Bericht der „Kronen Zeitung“ bestätigte die Polizei der APA. Demzufolge soll Krankl auf dem VIP-Parkplatz des Paschinger Stadions mit seinem Auto auf einen Polizisten losgefahren sein. Der „Goleador“ war zuvor als TV-Experte des Senders Sky im Einsatz gewesen.

Mehr dazu in ooe.ORF.at