Illustration zeigt Händewaschen
QuickHoney/ORF.at
Coronavirus

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Rund um das Coronavirus und die damit einhergehende Erkrankung gibt es viele Mythen und offene Fragen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Gesundheitsministerium und die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) klären über Fakten zum Virus und der Erkrankung auf. Im Folgenden die Antworten auf die häufigsten Fragen:

Was sind Coronaviren (CoV)?

Coronaviren (CoV) bilden eine große Familie von Viren, die leichte Erkältungen bis hin zu schweren Lungenentzündungen verursachen können. Zu den Coronaviren gehören u. a. das MERS-Coronavirus (MERS-CoV), das 2012 erstmals beim Menschen aufgetreten ist, und das SARS-Coronavirus (SARS-CoV). Am 7. Jänner 2020 wurde in China (Wuhan, Provinz Hubei) ein neuartiges behülltes Coronavirus (SARS-CoV-2) identifiziert.

Was ist Covid-19?

Am 11. Februar verlautbarte die WHO einen offiziellen Namen für die von dem neuen Coronavirus ausgelöste Erkrankung: Covid-19 (Coronavirus disease 2019).

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das Virus wird primär von Mensch zu Mensch übertragen. Neben den Sekreten des Atmungstraktes und Speichel können auch Ausscheidungen (Harn, Stuhl) und Körperflüssigkeiten (Blut, Rippenfellflüssigkeit, Gelenkspunktate, usw.) infektiös sein. Es gibt laut WHO keine Anzeichen dafür, dass das Virus von Haustieren übertragen werden kann.

Kann das Virus durch Handelswaren oder mit der Post übertragen werden?

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Handelswaren ein Risiko darstellen. Unklar ist noch, wie lange das Virus auf Oberflächen überlebt, Studien legen nahe, dass es (abhängig von Faktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit) ein paar Stunden bis einige Tage überlebt. Aufgrund der geringen Umweltstabilität von Coronaviren ist es nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich, dass importiere Waren Quelle einer Infektion sein könnten. Direkter persönlicher Kontakt (länger als 15 Minuten, Abstand unter einem Meter) stellt derzeit den bedeutendsten Übertragungsweg dar.

Was bedeutet die von der WHO ausgerufene „gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite“?

Die WHO hat am 30. Jänner 2020 festgestellt, dass es sich beim aktuellen Ausbruch durch das Coronavirus in China um eine „gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite“ (Public Health Emergency of International Concern, PHEIC) handelt. Die WHO hat für die betroffenen und die angrenzenden Staaten eine Reihe von Empfehlungen zur Eindämmung und Kontrolle des Ausbruchsgeschehens ausgesprochen. Am 11. März wurde der Coronavirus-Ausbruch als Pandemie eingestuft.

Warum kann ich in Quarantäne kommen?

Aufgrund eines Anlassfalls kann eine Gesundheitsbehörde bzw. die Bezirkshauptmannschaft oder der Magistrat Quarantäne verordnen. Basis ist das Epidemiegesetz. Das Coronavirus ist darin inzwischen mittels Verordnung umfasst.

Wird während einer verordneten Quarantäne der Lohn weiterbezahlt?

Die Entgeltfortzahlung hat im Quarantänefall zu erfolgen, da die Arbeitsleistung aufgrund der angeordneten Quarantäne entfällt. Der Arbeitgeber kann auf Basis des Epidemiegesetzes Kostenersatz beantragen. Der Bund übernimmt dann die Kosten. Das ist auch der Fall, wenn ganze Betriebe unter Quarantäne gestellt werden sollten.

Was passiert, wenn man nicht zur Arbeit kommen kann, weil man in einem betroffenen Gebiet festsitzt?

Das Wichtigste ist, den Arbeitgeber sofort zu informieren. Wenn man unverschuldet verhindert ist, kann der Betrieb das Geld vom Bund zurückfordern. Das gilt aber nicht, wenn man sich wissentlich in ein bereits betroffenes Gebiet begibt. Wenn man etwa jetzt nach Udine fährt und dort unter Quarantäne kommt, wäre der Arbeitgeber nicht mehr zur Entgeltfortzahlung verpflichtet. Es käme zu einer unbezahlten Dienstverhinderung, die aber keinen Entlassungsgrund darstellt.

Darf man aus Angst vor einer Ansteckung zu Hause bleiben?

Nein. Homeoffice-Arbeit muss immer vereinbart werden.

Wie kann man sich und andere schützen?

Es werden die gleichen Maßnahmen empfohlen, die auch für die saisonale Grippe gelten: mehrmals täglich die Hände mit Wasser und Seife waschen. Zusätzlich kann man ein alkoholhaltiges Desinfektionsmittel verwenden. Wenn man hustet oder niest, Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch bedecken. Direkten Kontakt mit kranken Menschen möglichst vermeiden, zumindest aber einen Mindestabstand von einem, zwei Metern von krankheitsverdächtigen Personen halten.

Sind Reisen ins Ausland derzeit sicher?

Aktuelle Reisewarnungen gibt es auf der Homepage des Außenministeriums. Das Außenministerium empfiehlt aber, von allen nicht notwendigen Reisen abzusehen.

Wo kann ich mich über die Ausbreitung informieren?

Das Gesundheitsministerium informiert auf seiner Homepage über die aktuelle Ausbreitung des Virus weltweit und über die aktuelle Situation in Österreich.

Wie lange ist die Inkubationszeit für Covid-19?

Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne vom Kontakt mit dem Virus bis zu den ersten Symptomen, beträgt laut WHO zwischen einen und 14 Tage, in den meisten bisher bekannten Fällen waren es rund fünf Tage.

Wann ist von einem Verdachtsfall die Rede?

Personen mit akuten Symptomen einer Atemerkrankung, die innerhalb von 14 Tagen Kontakt mit einem bestätigten oder wahrscheinlichen Covid-19-Patienten hatten oder sich in einer Region aufgehalten haben, in der Fälle nachgewiesen wurden, werden als Verdachtsfall eingestuft.

Welche Symptome deuten auf Covid-19?

Häufige Anzeichen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sind Fieber, Husten, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden. In schwereren Fällen kann die Infektion eine Lungenentzündung, ein schweres akutes Atemwegssyndrom, Nierenversagen und sogar den Tod verursachen. Es gibt auch milde Verlaufsformen (Symptome einer Erkältung) und Infektionen ohne Symptome.

Für wen ist Covid-19 besonders gefährlich?

Schwere Krankheitsverläufe traten bisher hauptsächlich bei älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen auf.

Gibt es eine Impfung oder ein Medikament?

Es gibt keinen Impfstoff gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus und kein spezielles Medikament zur Behandlung von Covid-19. Die Behandlung erfolgt symptomatisch.

Wie gefährlich ist das Virus?

Noch ist nicht völlig klar, wie gefährlich der neuartige Erreger ist. Fachleute gehen aufgrund des bisherigen Verlaufs der Epidemie davon aus, dass die Sterblichkeit bei SARS-CoV2 deutlich niedriger ist als bei anderen Coronaviren wie dem MERS- und dem SARS-Virus. Bei SARS-CoV2 geht man von einer Sterblichkeit von bis zu drei Prozent aus. Bei MERS liegt sie dagegen bei 30 Prozent, bei SARS bei etwa zehn Prozent. Grundsätzlich gilt wie bei der saisonalen Grippe: Alte Menschen und immungeschwächte Personen sind besonders betroffen.