Illustration einer Frau mit Gesichtsmaske
QuickHoney/ORF.at
Kontakte einschränken

Wer besonders gefährdet ist

Verhaltensempfehlungen, abgesagte Veranstaltungen und Sicherheitsmaßnahmen in Betrieben und öffentlichen Einrichtungen: Das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) hat für viele Menschen bereits den Alltag verändert, auch wenn sie selbst nicht betroffen sind. Da es noch keinen Impfstoff gibt, ist der einzige Schutz, Kontakt mit Infizierten zu minimieren oder zu vermeiden. Wichtig ist das vor allem auch zum Schutz der Risikogruppen.

Die bisherigen Erfahrungswerte mit dem Virus zeigen, dass vor allem ältere Menschen sowie Männer und Frauen mit Vorerkrankungen (Diabetes, Herzkrankheiten und Bluthochdruck) besonders gefährdet sind. Bei ihnen treten am häufigsten schwere Krankheitsverläufe auf. Bei jüngeren und gesunden Menschen, insbesondere auch bei Kindern, treten oft nur leichte bis gar keine Symptome auf. Trotzdem sind sie ansteckend – und können somit die Risikogruppen zusätzlich in Gefahr bringen.

Wie gefährlich der Erreger ganz genau ist, sei noch nicht genau abzusehen, heißt es auf der Informationsseite des Gesundheitsministeriums. Das heißt, es ist noch nicht gesichert, wie hoch die Sterblichkeit wirklich ist und wie viele Menschen ein Infizierter oder eine Infizierte im Schnitt ansteckt – derzeit wird laut Ministerium geschätzt, dass ein Erkrankter das Virus an zwei bis drei Menschen weitergibt.

Wie das Virus weitergegeben wird

Das passiert vorwiegend durch Tröpfcheninfektion, also durch Husten, Niesen oder Speichel. Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft wird außerdem davon ausgegangen, dass das Coronavirus auf unbelebten Oberflächen wie Metall, Glas oder Plastik bis zu neun Tage überleben kann – wodurch auch eine Schmierinfektion infrage kommt. Noch unklar ist die Infektionsdosis, die für eine Ansteckung nötig ist, deshalb ist davon auszugehen, dass das Risiko, sich von Personen in der Umgebung anzustecken, weit größer ist als beim Berühren von Gegenständen.

In den meisten Fällen dauert die Erkrankung rund zwei Wochen. Erst wenn die Patientin oder der Patient symptomfrei ist und zwei negative Testergebnisse im Abstand von 24 Stunden vorliegen, gilt sie oder er als genesen.

Grafik zu Coronavirus-Schutzmaßnahmen
Grafik: QuickHoney/ORF.at

Höhere Sterblichkeit als bei der Grippe

In schweren Fällen kann das Coronavirus Komplikationen auslösen. Man gehe derzeit von einer Sterblichkeit von bis zu drei Prozent aus, so das Ministerium. Bei MERS hingegen lag die Sterblichkeit mit 30 Prozent deutlich über jener des neuartigen Coronavirus, ebenso bei SARS mit zehn Prozent Sterblichkeit. Das Sterberisiko beim Coronavirus ist jedoch deutlich höher als bei der normalen Grippe, mit der sich jährlich fünf bis 15 Prozent der Bevölkerung infizieren – weniger als ein Prozent davon stirbt daran.

Das liegt allerdings auch daran, dass es beim Coronavirus auch keine Grundimmunität in der Bevölkerung gibt. Während die jährlich auftretenden Grippewellen normalerweise durch wiederkehrende Stämme ausgelöst werden, sind viele Menschen – die bereits daran erkrankt waren – dagegen immun. Dazu kommen jene, die sich diese Immunität durch die Impfung verschaffen. Beim neuartigen Coronavirus gibt es derzeit weder Impfung noch Grundimmunität.

Weltweite Arbeit an Impfstoff

Weltweit arbeiten mehr als ein Dutzend Forschungsplattformen an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus. Dennoch wird es noch mindestens bis 2021 dauern, bis ein solcher auf den Markt kommen könnte. Im Moment erfolgt die Behandlung symptomatisch, also durch Linderung der Krankheitsbeschwerden, wie z. B. durch die Gabe fiebersenkender Mittel.