Mann mit einem Handy
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Plattformen und Gemeinden

So finde ich Hilfe

Ob in den Städten oder auf dem Land, es gilt: So außergewöhnlich die Situation, so ungewöhnlich hoch ist derzeit auch die Hilfsbereitschaft. Mittlerweile gibt es zahlreiche Nachbarschaftsinitiativen. Die Kommunen bieten teilweise selbst Hilfe an – und versuchen, die privaten Hilfsangebote zu organisieren. Nachfolgend einige der wichtigsten Anlaufstellen.

Die Bedürfnisse sind dabei genauso breit gestreut wie die Angebote. Die Einschränkungen gelten grundsätzlich für alle gleichermaßen, beeinträchtigen aber manche deutlich mehr als andere. Viele – vor allem Ältere, Pflegebedürftige und Menschen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden – haben Probleme, ihre notwendigen Besorgungen, vom Einkauf bis hin zu Medikamenten, zu organisieren.

Es gibt zahlreiche Plattformen, die sich im Internet organisieren, zwei, auf die auch das Sozialministerium hinweist, sind die Plattform Freiwilligenweb und Team Österreich. Das Freiwilligenweb bietet einen gut gegliederten Überblick über viele der Initiativen. Bei Team Österreich kann sich direkt melden, wer Hilfe benötigt und wer helfen will.

Erste Ansprechstation: Gemeindeamt

Gerade außerhalb der großen Städte aber ist es wohl oft am einfachsten, direkt „auf der Gemeinde“ anzurufen. Ganz viele Gemeinden organisieren auf lokaler Ebene Hilfsangebote Einzelner oder von Vereinen und Gruppen. Sie können entweder den direkten Kontakt herstellen – oder aber zumindest einschätzen, wer für welche Hilfe gerade am besten verfügbar oder geeignet ist.

Gerade in kleineren Gemeinden auf dem Land ist das ja eine bewährte Tradition: Dort sind Gemeindeämter die erste Ansprechstation, wenn es darum geht, zu erfragen, wo es in der Umgebung welche Waren oder Dienstleistungen gibt – und wenn es die Telefonnummer eines Bauern ist, der einem das Auto mit dem Traktor aus dem Straßengraben zieht.

Und in der aktuellen Situation haben viele Gemeinden auch ihre Bewohnerinnen und Bewohner, die Nachbarschaftshilfe leisten wollen, aufgerufen, sich beim Gemeindeamt zu melden, um einen Überblick zu haben – und Nächstgelegene miteinander verbinden zu können.

Angebote in Landeshauptstädten

Auch in den Städten ist es, hat man nicht anderweitig bereits Unterstützung, möglich, sich an die Behörde zu wenden. In den Landeshauptstädten gibt es gezielt für diese Wochen eingerichtete Anlaufstellen:

  • Wien hat das Nachbarschaftstelefon (01/24503-25960) und zusätzlich eine Servicenummer (01/4000-4001). Letztere sollte nur in wirklich dringenden Fällen verwendet werden.
  • Graz bietet mit der ÖH einen Zustelldienst für Risikopersonen unter 0316/872-3333.
  • Linz versammelt auf der Website innovationshauptplatz Nachbarschaftshilfen. Zudem steht die Notrufnummer der Krisenhilfe, das Sorgentelefon, unter 0732 21 77 zur Verfügung.
  • St. Pölten hat die Hotline 02742/333-2222.
  • Klagenfurt hat das allgemeine Bürgerservice, erreichbar per E-Mail (service@klagenfurt.at) und Telefon (0463/537-3000)
  • Eisenstadt hat eine Servicehotline unter 02682/705 100 eingerichtet.
  • Salzburg hilft mit einer "Senior*innen-Hotline 0662/8072-3240.
  • Innsbruck hat die „Innsbruck-Hilft-Hotline“ als Anlaufstelle: 0512/5360-6120
  • Bregenz koordiniert die Nachbarschaftshilfe. Erreichbar per E-Mail an nachbarschaftshilfe@bregenz.at oder telefonisch unter 0664/6141277.

Achtung: Die Hotlines sind meist nur Montag bis Freitag während der Amtsstunden besetzt.

Ansprache bei Einsamkeit

Dazu kommt, dass die nötige Eindämmung der sozialen Kontakte bei vielen zu einem – verstärkten – Gefühl der Einsamkeit führt. Oft hilft es ja bereits, eine Ansprache zu haben, mit jemandem – auf die gebotene Distanz natürlich – etwas plaudern zu können. Das wird sich in vielen Fällen ergeben, wenn man sowieso Einkäufe geliefert bekommt. Und darüber hinaus gibt es Initiativen, die sich um Kontakte bemühen – zu finden etwa auf Freiwilligenweb. Und die gebührenfreie Ö3-Kummernummer 116 123 ist täglich von 16.00 bis 24.00 Uhr für alle erreichbar, die Kummer und Sorgen haben.

Hilfe bei Stress und Konflikten

Professioneller Rat oder Hilfe ist vor allem dann gefragt, wenn sich in der aktuellen Situation Konflikte in Beziehungen, in einer Familie, verschärfen sollten. Viele haben zudem jetzt mehr Sorge um den Job oder Stress wegen der zu betreuenden Kinder.

  • Auf der Website Gewaltschutzzentrum.at finden sich die Kontaktmöglichkeiten zu den Gewaltschutzzentren in den neun Bundesländern.
  • Das Wiener Kriseninterventionszentrum bietet bei psychischen Belastungen auch in Zusammenhang mit dem Coronavirus per Telefon unter 01/406 95 95 (montags bis freitags, 10.00 bis 17.00 Uhr) und per E-Mail Beratung und psychotherapeutische Interventionen an.
  • Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) richtete mit seinen Landesverbänden einige psychotherapeutische Hotlines ein. Diese sind auf der ÖBVP-Website zu finden.
  • Hilfestellung und Informationen, wie man häusliche Isolation und Quarantäne übersteht, bietet der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) auf seiner Website in vielen Sprachen.
  • Rat auf Draht ist eine bewährte Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, aber auch für Eltern. Unter 147 oder online bzw. per Chat beraten Expertinnen und Experten, zur Verstärkung sind dort aktuell auch Schulpsychologen im Einsatz.
  • Die Frauenhelpline hat ihr Angebot aktuell ausgebaut. Sie ist unter 0800/222 555 erreichbar. Dazu gibt es täglich von 15.00 bis 22.00 Uhr Onlineberatung unter Haltdergewalt.at.
  • Ebenfalls rund um die Uhr erreichbar ist der Frauennotruf der Stadt Wien unter 01/71719, sowie der Opfernotruf unter 0800/112 112. Und die Beratungsstelle Frauen beraten Frauen bietet Onlineberatung.
  • Männer, die zu Gewalt neigen oder selber von Gewalt betroffen sind, können sich per E-Mail (hilfe@maennernotruf.at) oder telefonisch unter 0800/246 247 an den Männernotruf oder unter 01/603 28 28 an die Männerberatung wenden.