Schematische Darstellung einer Schutzmaske
QuickHoney/ORF.at
Maskenpflicht

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) ist in allen geöffneten Geschäften sowie bei der Benützung der „Öffis“ Pflicht. Doch was ist im Zusammenhang mit der Maskenpflicht zu beachten? Im Folgenden die Antworten auf die häufigsten Fragen:

Schützen Masken gegen eine Infektion?

Nein. Das Ziel ist nach Angaben der Regierung auch nicht der Schutz des Trägers vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, sondern die Vermeidung der Weitergabe an andere Personen. Mund-Nasen-Schutzmasken verhindern, dass beim Husten, Niesen und auch beim Sprechen Speicheltröpfchen großflächig verteilt werden. Aus diesem Grund halten viele Medizinerinnen und Mediziner das Bedecken von Mund und Nase zumindest für keine schlechte Idee.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont weiter, für Gesunde sei Mundschutz nur nötig, wenn man andere Personen pflegt oder wenn man selbst hustet oder niest. Zudem betont die WHO, dass eine Maske nur in Zusammenhang mit häufigem Händewaschen und dem korrekten Umgang mit der Maske effektiv ist.

Sind die Masken gratis?

Ja. Die Masken sollen von den Handelsunternehmen laut Erlass des Gesundheitsministeriums „kostenfrei“ zur Verfügung gestellt werden, wenn der Kunde bzw. die Kundin keine mechanischen Schutzvorrichtungen selbst mitbringen. Es gibt allerdings Ketten, die wohl Geld für Masken verlangen, was zur Deckung der Selbstkosten laut Regierung erlaubt ist.

Kann ich eine Maske wiederverwenden?

Ja – aber nur unter Einhaltung bestimmter Bedingungen. Prinzipiell kann man die Maske nach dem Einkaufen mit nach Hause nehmen. Am sichersten ist es zwar, sie sofort zu entsorgen, allerdings können Masken vielerorts schnell zur Mangelware werden. Auf jeden Fall sollte der Mundschutz vor der Wiederverwendung entweder gut gewaschen oder zumindest gut getrocknet werden.

Nach einer Tragezeit von etwa drei bis vier Stunden oder bei Durchfeuchtung sollte die Masken durch einen neuen, sauberen und trockenen Schutz ersetzt werden. Gebrauchter Schutz soll nicht offen herumliegen.

Berichte, wonach Masken zum Austrocknen ins Elektrobackrohr gelegt werden können, sind umstritten. Viele Ärzte raten davon ab. Für eine professionelle Reinigung hat der Österreichische Hygiene-Ausschuss strengere Regeln, die zu Hause praktisch nicht durchführbar sind.

Stoffmasken kann man freilich in der Waschmaschine waschen (bei 60 bis 90 Grad), danach gut trocknen.

Was muss ich bei den Masken sonst noch beachten?

Beim Auf- und Absetzen der Masken muss man vorsichtig sein, um Bakterien und Viren nicht mit den Händen zu verteilen. Auch sollte man darauf achten, dass der Mundschutz gut sitzt und eng anliegt. Während des Tragens sollte man zudem nicht viel an der Maske herumzupfen. Nach dem Abnehmen der Maske vom Gesicht die Hände gut waschen. Außerdem soll jeder seine eigene Maske verwenden und diese nicht mit anderen teilen.

Grafik zum richtigen Tragen von Mundnasenschutz
Grafik: QuickHoney/ORF.at

Muss ich zu anderen Menschen Abstand halten, wenn ich eine Maske trage?

Ja, unbedingt. Der Mindestabstand zu anderen Personen von einem Meter gilt trotz Maske. Die Hygieneregeln (regelmäßiges Händewaschen mit Seife) sind ebenso weiter einzuhalten. Auch die Regeln bei Niesen und Husten sind weiterhin zu beachten, es sollte weiterhin in die Armbeuge gehustet oder geniest werden.

Wo gilt die Maskenpflicht überall?

Seit 14. April müssen Masken in allen geöffneten Geschäftslokalen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden.

Was gilt als Maske? Darf ich auch Tücher, Schals oder selbst gemachte Masken verwenden?

Bei den Masken handelt es sich laut Gesundheitsministerium um einen einfachen Mund-Nasen-Schutz. Dieser hat den Zweck, Mund und Nase zu bedecken und eine Verteilung der Viren über die Luft zu verhindern. Masken kann man sich daher auch selbst machen. „Jede Art der Bedeckung von Mund und Nase ist besser als keine Bedeckung“, so ein Ministeriumssprecher. Es dürfen auch Tücher und Schals als Mundbedeckung verwendet werden.

Ich möchte mir eine Maske nähen. Was muss ich beachten?

Eine selbst genähte mechanische Barriere, die Mund und Nase bedeckt, kann dazu beitragen, das Risiko der Weiterverbreitung des Virus durch Niesen oder Husten zu verringern. Es hängt allerdings von der Durchlässigkeit des Gewebes und vom Sitz der Maske ab, ob dieser Effekt ausreichend erzielt wird. Empfohlen werden feste Stoffe aus Naturfasern, die mindestens zweilagig vernäht und eventuell noch mit Vlies verstärkt werden.

Sollen die Masken für den Supermarkt auch im öffentlichen Raum verwendet werden?

Derzeit ist eine Verwendung im öffentlichen Raum (noch) nicht angeordnet. Auf freiwilliger Basis ist das natürlich möglich.

Darf ich nur alleine einkaufen gehen oder darf ich meine Kinder mitnehmen?

Eltern dürfen die Geschäfte weiterhin mit ihren Kindern betreten.

Müssen Kinder auch Masken tragen?

Ja – mit einer Einschränkung: Die Pflicht zum Tragen einer Maske bzw. einer mechanischen Schutzvorrichtung gilt nicht für Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr, also bis zum sechsten Geburtstag.

Welche Arten von Masken gibt es?

Schutz vor einer Ansteckung für Gesunde bieten nur spezielle Masken – und zwar FFP-Masken. Derartige Atemschutzmasken sind vor allem zum Schutz vor lungengängigem Staub wie Feinstaub, Rauch und Flüssigkeitsnebel (Aerosole) gedacht. Das Klassifizierungssystem unterteilt sich in drei FFP-Klassen („filtering face piece“). Für Bereiche, in denen Menschen engen Kontakt zu Influenza- oder Covid-19-Verdachtsfällen haben, werden mindestens FFP2-Masken empfohlen.

FFP3-Masken haben die höchste Schutzstufe. Weil der Filter entsprechend sehr dicht ist, fällt das Atmen mit einer solchen Maske allerdings schwer und ist gerade für die Atemmuskulatur entsprechend anstrengend. Sie kann darum nur für kurze Zeit getragen werden.

Warum soll man diese Masken nicht im Alltag verwenden?

Da diese Masken teuer sind und gerade im direkten Kontakt mit Kranken und Verdachtsfällen dringend benötigt werden, raten Experten, sie diesen Bereichen zu überlassen und nicht im Alltag zu tragen. FFP-Masken, die ein Ausatemventil haben, dienen zudem nur dem eigenen Schutz. Das eigentliche Ziel der Maskenpflicht, nämlich dass der Träger das Virus möglichst nicht weitergibt, wird damit nicht erreicht.