Schematische Darstellung einer Schutzmaske
QuickHoney/ORF.at
Lockerung

Wo die Maskenpflicht noch gilt

Die Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) ist mit Mitte Juni deutlich gelockert worden. Im Folgenden die aktuell gültigen Regelungen:

Die bisher sehr weitgehende Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit ist vorerst Geschichte. Masken müssen jetzt noch in folgenden Fällen getragen werden:

  • in öffentlichen Verkehrsmitteln und Taxis
  • in Seil- und Zahnradbahnen, Reisebussen und im Inneren von Ausflugsschiffen
  • im Gesundheitsbereich inklusive Apotheken
  • bei Dienstleistungen, bei denen der Einmetermindestabstand nicht eingehalten werden kann – also etwa beim Frisör
  • bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen (ausgenommen bei zugewiesenem Sitzplatz)
  • in der Gastronomie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Kontakt mit Kunden haben

Die Einführung der Maskenpflicht in Österreich während der Coronavirus-Pandemie war am 30. März präsentiert worden. Zunächst war das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei Supermarktbesuchen verpflichtend. In weiterer Folge wurde die Maskenpflicht auf andere Bereiche ausgedehnt. Die Maskenpflicht im Handel ist aufgehoben.

Schützen Masken gegen eine Infektion?

Nein. Das Ziel ist nach Angaben der Regierung auch nicht der Schutz des Trägers vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus, sondern die Vermeidung der Weitergabe an andere Personen. Mund-Nasen-Schutzmasken verhindern, dass beim Husten, Niesen und auch beim Sprechen Speicheltröpfchen großflächig verteilt werden. Aus diesem Grund halten viele Medizinerinnen und Mediziner das Bedecken von Mund und Nase zumindest für keine schlechte Idee.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont weiter, für Gesunde sei Mundschutz nur nötig, wenn man andere Personen pflegt oder wenn man selbst hustet oder niest. Zudem betont die WHO, dass eine Maske nur in Zusammenhang mit häufigem Händewaschen und dem korrekten Umgang mit der Maske effektiv ist.

Kann ich eine Maske wiederverwenden?

Ja – aber nur unter Einhaltung bestimmter Bedingungen. Prinzipiell kann man die Maske nach dem Einkaufen mit nach Hause nehmen. Am sichersten ist es zwar, sie sofort zu entsorgen, allerdings können Masken vielerorts schnell zur Mangelware werden. Auf jeden Fall sollte der Mundschutz vor der Wiederverwendung entweder gut gewaschen oder zumindest gut getrocknet werden.

Nach einer Tragezeit von etwa drei bis vier Stunden oder bei Durchfeuchtung sollte die Masken durch einen neuen, sauberen und trockenen Schutz ersetzt werden. Gebrauchter Schutz soll nicht offen herumliegen.

Berichte, wonach Masken zum Austrocknen ins Elektrobackrohr gelegt werden können, sind umstritten. Viele Ärzte raten davon ab. Für eine professionelle Reinigung hat der Österreichische Hygiene-Ausschuss strengere Regeln, die zu Hause praktisch nicht durchführbar sind.

Stoffmasken kann man freilich in der Waschmaschine waschen (bei 60 bis 90 Grad), danach gut trocknen.

Was muss ich bei den Masken sonst noch beachten?

Beim Auf- und Absetzen der Masken muss man vorsichtig sein, um Bakterien und Viren nicht mit den Händen zu verteilen. Auch sollte man darauf achten, dass der Mundschutz gut sitzt und eng anliegt. Während des Tragens sollte man zudem nicht viel an der Maske herumzupfen. Nach dem Abnehmen der Maske vom Gesicht die Hände gut waschen. Außerdem soll jeder seine eigene Maske verwenden und diese nicht mit anderen teilen.

Grafik zum richtigen Tragen von Mundnasenschutz
Grafik: QuickHoney/ORF.at

Muss ich zu anderen Menschen Abstand halten, wenn ich eine Maske trage?

Ja, unbedingt. Der Mindestabstand zu anderen Personen von einem Meter gilt trotz Maske. Die Hygieneregeln (regelmäßiges Händewaschen mit Seife) sind ebenso weiter einzuhalten. Auch die Regeln bei Niesen und Husten sind weiterhin zu beachten, es sollte weiterhin in die Armbeuge gehustet oder geniest werden.

Was gilt als Maske? Darf ich auch Tücher, Schals oder selbst gemachte Masken verwenden?

Bei den Masken handelt es sich laut Gesundheitsministerium um einen einfachen Mund-Nasen-Schutz. Dieser hat den Zweck, Mund und Nase zu bedecken und eine Verteilung der Viren über die Luft zu verhindern. Masken kann man sich daher auch selbst machen. „Jede Art der Bedeckung von Mund und Nase ist besser als keine Bedeckung“, so ein Ministeriumssprecher. Es dürfen auch Tücher und Schals als Mundbedeckung verwendet werden.

Ich möchte mir eine Maske nähen. Was muss ich beachten?

Eine selbst genähte mechanische Barriere, die Mund und Nase bedeckt, kann dazu beitragen, das Risiko der Weiterverbreitung des Virus durch Niesen oder Husten zu verringern. Es hängt allerdings von der Durchlässigkeit des Gewebes und vom Sitz der Maske ab, ob dieser Effekt ausreichend erzielt wird. Empfohlen werden feste Stoffe aus Naturfasern, die mindestens zweilagig vernäht und eventuell noch mit Vlies verstärkt werden.

Wann gilt die Maskenpflicht für Kinder?

Kinder müssen die Maske dann tragen, wenn es auch für Erwachsene verpflichtend ist. Allerdings sind alle Kinder bis zum sechsten Geburtstag, also bis zum vollendeten Lebensjahr, davon ausgenommen.

Welche Arten von Masken gibt es?

Schutz vor einer Ansteckung für Gesunde bieten nur spezielle Masken – und zwar FFP-Masken. Derartige Atemschutzmasken sind vor allem zum Schutz vor lungengängigem Staub wie Feinstaub, Rauch und Flüssigkeitsnebel (Aerosole) gedacht. Das Klassifizierungssystem unterteilt sich in drei FFP-Klassen („filtering face piece“). Für Bereiche, in denen Menschen engen Kontakt zu Influenza- oder Covid-19-Verdachtsfällen haben, werden mindestens FFP2-Masken empfohlen.

FFP3-Masken haben die höchste Schutzstufe. Weil der Filter entsprechend sehr dicht ist, fällt das Atmen mit einer solchen Maske allerdings schwer und ist gerade für die Atemmuskulatur entsprechend anstrengend. Sie kann darum nur für kurze Zeit getragen werden.