Frau im Rollstuhl arbeite am Computer
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Einfache Sprache

Schwierige Zeiten für Menschen mit Behinderungen

Viele Menschen haben wegen des Coronavirus ihre Arbeit verloren. Viele Menschen müssen seit mehreren Wochen alleine zu Hause sein und dürfen keine Freunde treffen. Viele Menschen haben Angst um ihre Gesundheit. Das betrifft Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung. Aber Menschen mit Behinderung bekommen weniger Aufmerksamkeit als Menschen ohne Behinderung. Menschen mit Behinderung wollen mehr gehört werden.

Das Coronavirus hat das Leben vieler Menschen mit Behinderung stark verändert. Menschen, die in Wohneinrichtungen wohnen, dürfen keine Besuche von der Familie oder von Freunden bekommen. Wohneinrichtungen sind das Zuhause vieler Menschen mit Behinderungen.

Viele Werkstätten mussten wegen des Coronavirus geschlossen werden. Das heißt, dass viele Menschen mit Behinderung nicht mehr arbeiten gehen dürfen. Viele Betreuerinnen und Betreuer von Wohneinrichtungen oder Werkstätten müssen weniger arbeiten oder haben ihre Arbeit ganz verloren. Die Angst, sich mit dem Cornavirus anzustecken, ist sehr groß.

Mehr als 1 Million Menschen leben in Österreich mit einer Behinderung. Das sind sehr viele Menschen. Viele dieser Menschen gehören zur Risikogruppe. Die Risikogruppe muss sich besonders vor dem Coronavirus schützen. Deshalb gibt es für diese Gruppe besondere Regeln. Zum Beispiel sollen sie so wenige Menschen wie möglich treffen, auch nicht die Familie oder Freunde. Deshalb ist der Arbeitsplatz geschlossen und die Familie und Freunde dürfen nicht zu Besuch kommen.

Albert Brandstätter von der Lebenshilfe Österreich sagt, dass das für diese Menschen sehr schlimm ist. Die Lebenshilfe Österreich setzt sich für Menschen mit Behinderungen ein. Viele Menschen sind seit Mitte März ganz allein. Sie dürfen niemanden sehen. Viele Menschen mit Behinderung dürfen auch nicht rausgehen. Sie sollen nicht krank werden. Sie dürfen deshalb auch keine Therapie besuchen.

Quarantäne ist nicht immer möglich

Quarantäne bedeutet, dass man zu Hause bleiben muss und niemand zu Besuch kommen darf. Viele Menschen mit Behinderung wohnen in Wohngemeinschaften. Wegen des Coronavirus wurden viele Wohngemeinschaften geschlossen. Deswegen wohnen jetzt viele Menschen mit Behinderungen wieder zu Hause bei der Familie. Sie sind dort in Quarantäne. Das heißt, sie müssen zu Hause bleiben und dürfen keinen Besuch bekommen.

Für viele Familien ist das schwierig. Manche Familien haben wenig Zeit und wenig Platz. Deshalb öffnen viele Werkstätten wieder. Werkstätten sind die Arbeitsplätze von vielen Menschen mit Behinderungen. In den Werkstätten trifft man wieder Freunde und Arbeitskollegen. Wenn man wieder mit Freunden und Arbeitskollegen zusammen ist, kann man sich leichter mit dem Coronavirus anstecken. Deshalb muss man sehr aufpassen, wenn man wieder in eine Werkstätte arbeiten geht.

Einem Mann im Rollstuhl und Gesichtsmaske wird Essen geliefert
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Alle Menschen müssen aufpassen und die Abstandsregeln einhalten

Es kann sein, dass man das Virus in seinem Körper hat, ohne es zu merken. Dann ist man Virusträger. Wenn man draußen oder in einer Werkstätte war, kann man das Virus von anderen Menschen bekommen. Wenn man das Virus selbst in seinem Körper hat, kann man es an andere Menschen weitergeben. Das ist gefährlich, weil dann andere Menschen krank werden können. Deshalb muss man eine Woche oder länger zu Hause bleiben, wenn man einmal draußen war. Dann kann man das Virus niemand anderem weitergeben.

Das bedeutet, dass viele Menschen mit Behinderungen noch länger allein bleiben müssen. Dazu gibt es in Österreich unterschiedliche Regeln. Diese Regeln kann man auf dieser Seite nachlesen: burgenland.ORF.at. Albert Brandstätter von der Lebenshilfe Österreich sagt, dass Menschen mit Behinderung auch in dieser Zeit nicht so lange allein bleiben sollen. Viele Menschen mit Behinderung müssen geschützt werden. Trotzdem sollen Menschen mit Behinderung auch frei sein.

Masken sind für die Kommunikation schwierig

Damit man sich nicht mit dem Coronavirus ansteckt, soll jeder Mensch eine Maske tragen. Die Maske muss den Mund und die Nase bedecken. Das ist für viele Menschen mit Behinderung schwierig, weil man den Mund der anderen Menschen nicht mehr sehen kann. Viele Menschen mit Behinderung wollen das Gesicht der anderen Person sehen, wenn sie mit ihr reden. Das geht mit der Maske nicht mehr.

Grafik zum richtigen Tragen von Mundnasenschutz
Grafik: QuickHoney/ORF.at

Viele Menschen haben Angst vor der Maske. Menschen, die schlecht oder gar nicht hören, verstehen andere Personen durch Lippenlesen. Das ist wegen der Masken nicht mehr möglich. Mehr Informationen dazu kann man hier nachlesen: ooe.ORF.at. Viele Menschen mit Lernbehinderung wollen keine Maske tragen.

Damit man sich nicht mit dem Coronavirus ansteckt, soll man einen Meter Abstand zu anderen Menschen halten. Das ist oft sehr schwierig. Zum Beispiel, wenn Menschen gewaschen werden müssen. Viele Personen, die sich für Menschen mit Behinderungen einsetzen, sagen, es muss mehr Handschuhe und Desinfektionsmittel geben. Das Desinfektionsmittel hilft dabei, sich vor dem Coronavirus zu schützen.

Umstellung bei persönlicher Assistenz

Viele Menschen mit Behinderungen haben persönliche Assistenz. Das ist eine Person, die den Menschen mit Behinderung im Beruf und im Haushalt hilft. Die Arbeit von persönlichen Assistenten muss verändert werden, damit sich Menschen mit Behinderung nicht mit dem Coronavirus anstecken.

Persönliche Assistenten sollen in zwei Gruppen geteilt werden. Jede Gruppe soll zwei Wochen arbeiten. Nach zwei Wochen wird gewechselt. Es soll nur ein Mensch mit Behinderung pro Tag von einer Person unterstützt werden. Die Chefin der WAG sagt, es muss mehr Masken und Schutzmaterialien geben. Die WAG ist die Organisation der persönlichen Assistenz.

Die Zwei-Wochen-Regel gibt es auch in Einrichtungen von Menschen mit Behinderung. Es soll zwei Gruppen geben. Eine Gruppe arbeitet zwei Wochen, die andere Gruppe hat zwei Wochen frei. Nach zwei Wochen wird gewechselt. Die Öffnung von Einrichtungen ist langsam, damit nicht viele Menschen mit dem Virus angesteckt werden.

Große Angst vor einer zweiten Welle

Viele Menschen haben Angst vor einer zweiten Welle des Coronavirus. Eine zweite Welle heißt, dass sich wieder viele Menschen mit dem Coronavirus anstecken. Die Risikogruppe darf aber nicht noch länger allein bleiben. Die Risikogruppe muss anders geschützt werden. Dafür brauchen die Werkstätten und Wohneinrichtungen mehr Geld.

Mehr Mitsprache gefordert

Am 4. 5. ist Tag der Inklusion. Herbert Pichler hat deswegen mit der Presse gesprochen. Herbert Pichler ist Präsident des Behindertenrats. Er sagt, dass Menschen mit Behinderung zu wenig angehört werden. Man muss Menschen mit Behinderung mehr fragen, was sie wollen und was sie brauchen. Es ist wichtig, dass auch Menschen mit Behinderung in der Coronavirus-Krise Entscheidungen treffen dürfen. Der Behindertenanwalt Hans-Jörg Hofer sagt, dass es wichtig ist, mit Menschen mit Behinderung zu reden.

Das Gesundheitsministerium sagt, dass es Menschen mit Behinderung in den Lockerungen der Regeln eingebunden hat. Das Gesundheitsministerium ist ein Teil der Regierung und macht Regeln im Gesundheitsbereich. Zum Beispiel gibt es viele Menschen, die wegen ihrer Gesundheit keine Maske tragen können. Diese Menschen haben zum Beispiel Probleme beim Atmen oder eine starke Lernbehinderung. Sie müssen keine Maske tragen. Auch ältere Menschen mit der Krankheit Demenz müssen keine Maske tragen.

Mehr Schutz für die Risikogruppe

Die Schulen machen wieder auf. Schülerinnen und Schüler müssen nicht mehr zu Hause lernen und dürfen wieder in die Schule gehen. Damit Menschen mit einem hohen Risiko geschützt sind, muss es viele Masken und viel Desinfektionsmittel in den Schulen geben. Es braucht auch viele Tests für Menschen mit Behinderungen, die nicht in Wohneinrichtungen wohnen. Mit Tests kann man überprüfen, ob jemand das Coronavirus hat oder nicht. Wenn jemand das Coronavirus hat, darf er oder sie das Haus nicht verlassen, bis er oder sie wieder gesund ist.

Menschen mit Behinderungen, die das Coronavirus haben, kommen ins Krankenhaus. In ganz Österreich soll es die gleichen Regeln geben, wie diese Menschen behandelt werden und wer bei ihnen sein darf. Für Menschen mit Behinderung ist es jetzt sehr schwierig, eine Arbeit zu finden. Die Politik soll Menschen mit Behinderung durch finanzielle Hilfe dabei unterstützen, eine Arbeit zu finden. Eine finanzielle Hilfe bedeutet mehr Geld für Menschen mit Behinderung.