Schematische Darstellung einer Lehrerin vor einer Schulklasse
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Seit 18. Mai

Die neuen Regeln für den Schulbetrieb

Seit 18. Mai sind Volksschulen, Neue Mittelschulen und die AHS-Unterstufe wieder geöffnet, dabei gelten besondere Regeln: Größere Klassen werden geteilt, es darf nur maximal 18 Schüler und Schülerinnen pro Klasse geben, zudem gibt es Schichtbetrieb. Außerhalb der Klassen gilt im Schulgebäude Maskenpflicht, es darf nicht gesungen werden.

Bei der Einteilung des schulischen Schichtbetriebs gilt eine Höchstgrenze von 18 Schülern pro Gruppe, heißt es im Erlass des Bildungsministeriums vom 7. Mai. Im Regelfall müssen alle Klassen in zwei gleich große Gruppen geteilt werden – „es sei denn, die maximale Gesamtschüler/-innenanzahl von 15 bis 18 wird in einer Klasse nicht überschritten, und die bestehenden Hygienebestimmungen lassen sich einhalten“ (also etwa ein Meter Abstand zwischen den Tischen, Anm.).

Das Ministerium empfiehlt den Schulen dabei das „Drei plus zwei Tage“-Modell – also drei Tage Unterricht für die eine Gruppe und zwei Tage für die andere, in der Woche darauf umgekehrt. Schulautonom sind aber auch andere Modelle möglich – allerdings „in Abstimmung zwischen Schulaufsicht und Schulleitung“. Das Schichtsystem gilt auch für Klein- und Kleinstschulen, die keine Gruppen bilden müssen. An den unterrichtsfreien Tagen soll es ein Betreuungsangebot geben.

Grafik zu Hygieneregeln in Schulen
Grafik: QuickHoney/ORF.at

Rücksicht auf Geschwisterkinder

Sofern am Standort eine andere Einteilung gewählt wurde, muss aus Rücksicht auf berufstätige Eltern sichergestellt werden, dass Geschwisterkinder keine unterschiedlichen Intervalle beim Schulbesuch haben.

Gehen Kinder in zwei verschiedene Schulen, sollen die Bildungsdirektionen sicherstellen, „dass die an den einzelnen Schulen praktizierten Modelle für die Gruppenbildung so aufeinander abgestimmt werden, dass es für Eltern und Erziehungsberechtigte zu keinen organisatorischen Schwierigkeiten kommt“. Sollte das doch der Fall sein, „sind nach entsprechender Rücksprache mit den Eltern und Erziehungsberechtigten geeignete Lösungen für die betroffenen Schülerinnen und Schüler zu finden“.

Musik ohne Singen

Grundsätzlich soll an den Schulen der bisherige Stundenplan aufrechterhalten werden. Wie bereits angekündigt, entfällt aber der Turnunterricht – Sonderregeln gibt es nur für Sonderformen wie etwa Leistungssportschulen und Schulen mit Sportschwerpunkt. Freigegenstände und unverbindliche Übungen finden bis Schuljahresende nicht mehr statt.

Musik kann dagegen grundsätzlich stattfinden – allerdings darf nicht gesungen werden. Sonderregeln gibt es auch hier für Schulen mit Musikschwerpunkt. Auch in allen anderen Fächern wie etwa Religion muss auf das Singen und Tanzen verzichtet werden.

Nachmittagsunterricht in Oberstufe möglich

Grundsätzlich endet der Unterricht an den Volksschulen um 12.00 Uhr und an den AHS-Unterstufen und Neuen Mittelschulen um 14.00 Uhr – zu diesem Zeitpunkt bereits begonnene Stunden können aber beendet werden. An den Oberstufenschulen darf dagegen auch am Nachmittag unterrichtet werden – bei einem Beschluss im Schulgemeinschaftsausschuss außerdem auch samstags.

Für dieses Unterrichtsjahr ausgesetzt wird die verschränkte Ganztagsschule. Nach Ende des Vormittagsteils wird nur noch Betreuung angeboten. Normal weitergeführt wird die Nachmittagsbetreuung an den offenen Ganztagsschulen. Pflichtgegenstände, die bisher am Nachmittag unterrichtet wurden, sollen auf den Vormittag oder Mittag verlegt werden.

Weiter Tests in Deutschklassen

Nicht ausgesetzt werden die Tests für Schüler in Deutschklassen. Diese entscheiden darüber, ob ein Kind in die reguläre Klasse wechseln darf. Allerdings wird der Testzeitraum bis zum letzten Schultag verlängert. Umgekehrt gibt es eine Sonderregelung für den Aufstieg aus Deutschförderkursen in die nächste Schulstufe: Beim Ergebnis „Ausreichend“ oder „Mangelhaft“ entscheidet darüber die Lehrerkonferenz.

Schularbeiten finden hingegen keine mehr statt. Auch andere punktuelle Leistungsfeststellungen wie Tests sollen nur noch in Ausnahmefällen durchgeführt werden. Schüler, die eine bessere Note haben wollen, dürfen eine „Wunschprüfung“ absolvieren.

Durchfallen doch möglich

Anders als zuletzt angekündigt können Schüler in Volksschulen doch theoretisch durchfallen: Wie in allen anderen Schularten soll nun gelten, dass sie mit einem Nicht genügend automatisch aufsteigen, bei mehreren Fünfern entscheidet die Lehrerkonferenz darüber.

Die verbleibenden Wochen gelten laut Ministerium der gezielten Vorbereitung auf die nächste Schulstufe und der „Absicherung des erreichten Lernstands“. Das Betreuungsangebot an den Schulen bleibt aufrecht, sofern Eltern und Erziehungsberechtigte keine andere Betreuungsmöglichkeit haben. Die steht allen Schülerinnen und Schülern offen.

Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Sonderschulen oder in Integrationsklassen gelten dieselben Regeln. Für den Transport von und zur Schule empfiehlt das Ministerium einen „Einzeltransport“, sofern möglich. Bei mehreren Personen in einem Fahrzeug gilt Maskenpflicht.

Maskenpflicht im Schulgebäude – nicht in Klassen

Für das allgemeine Verhalten in den Schulen gilt weiterhin, dass alle Personen im Schulgebäude außerhalb der Klassen Masken (Mund-Nasen-Schutz, MNS) tragen müssen. Umgehend nach Betretung des Schulgebäudes sollen die Hände gewaschen oder desinfiziert werden. Es gilt, Abstand zu halten, auch in den Pausen, sowie regelmäßig zu lüften.

Bei Unterrichtsgegenständen wie Werken sollen Gegenstände von den Schülern und Schülerinnen zudem nicht hintereinander benützt werden. Diese Maßnahmen sollen laut Ministerium „nach bestem Wissen und Gewissen“ umgesetzt werden und den örtlichen Gegebenheiten und Altersstufen der Schüler entsprechen.