Grafische Darstellung zweier Schwimmer im Wasser
QuickHoney/ORF.at
29. Mai

Die Regeln für die Bäderwiedereröffnung

Unter Auflagen können Bäder ab dem 29. Mai wieder öffnen. Das Gesundheitsministerium empfiehlt Zugangsbeschränkungen wie eine reduzierte Zahl der Badegäste. Zudem gilt wie auch sonst die Abstandsregel, Masken müssen ebenfalls teilweise getragen werden.

Die Empfehlungen des Gesundheitsministeriums gelten für künstliche Freibäder, Bäder an Oberflächengewässern, Kleinbadeteiche, Badegewässer, Hallenbäder, Warmsprudelbäder (Whirlpools), Warmsprudelwannen (Whirlwannen), Saunaanlagen, Warmluft- und Dampfbäder sowie die dazugehörenden Nebeneinrichtungen wie Umkleidegelegenheiten, Dusch- und WC-Anlagen, Stege, Einstiegshilfen, Liegeflächen, Ruheräume und Liegewiesen.

Grundsätzlich soll auch bei diesem Freizeitvergnügen ein Mindestabstand von einem Meter in Sammelumkleiden, Duschen, auf Wasserrutschen und zwischen den Liegen eingehalten werden, solange es sich nicht um Personen aus einem gemeinsamen Haushalt handelt. Im Schwimmbecken gilt ein Abstand von ein bis zwei Metern bzw. sechs Quadratmeter Wasserfläche pro Person.

Abstand vor allem am Beckenrand einzuhalten

Die Einhaltung eines Mindestabstands gelte vor allem an den Beckenrändern und in Nichtschwimmerbecken, heißt es. Dazu sei an die Eigenverantwortung zu appellieren. In Whirlpools reicht ein Meter Abstand, in Kleinbadeteichen sind es drei bis vier Meter beziehungsweise 25 Quadratmeter pro Bereich. Auf Rutschhilfen soll verzichtet werden, oder wenn sie erforderlich sind, eine Wischdesinfektion sichergestellt sein.

Das öffentliche Bad in Litzlberg
ORF.at/Roland Winkler
Abstand halten heißt es künftig auch in Bädern und im Wasser

Die Bemessungskriterien für die Zugangsbeschränkungen in Freibädern, Bädern an Oberflächengewässern und Kleinbadeteichen sind laut Empfehlungen grundsätzlich zehn Quadratmeter der Liegefläche pro Person. In Hallenbädern gelten die zehn Quadratmeter für Liegefläche und Ruhebereiche.

Strenge Regelung für Saunabenützung

Deutlich strenger ist die Regelung für Saunaanlagen, Warmluft- und Dampfbäder. Sie dürfen nur alleine oder mit im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen verwendet werden. Dabei soll es in Gemeinschaftseinrichtungen wie Beherbergungsbetrieben und Thermen eine Terminvergabe geben. Zwischen den Benutzungen ist zu reinigen und desinfizieren. Eine darüber hinausgehende Nutzung ist möglich, falls pro Nutzer eine Fläche von zumindest zehn Quadratmetern zur Verfügung steht. Von Aufgüssen und Wedeln sei abzusehen.

In Innenräumen – außer in Feuchträumen – ist ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) zu verwenden, Sitzgelegenheiten sind nur für Personen mit Einschränkungen zur Verfügung zu stellen. Zudem ist in Innenräumen, Warmluft- und Dampfbädern auf eine wirksame Lüftung sowie auf eine verstärkte regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Anlagen zu achten. Allgemein soll häufig und gründlich Hände gewaschen werden.

Leitsysteme und Ticketvorverkauf

Die Besucherströme sollen über Leitsysteme mit Markierungen organisiert werden. Die Wege sollen vorzugsweise als „Einbahnstraßen“ geführt werden. Die geforderten Maßnahmen sollen in den Anlagen an mehreren, gut sichtbaren Stellen ausgehängt werden. Bei den Becken soll die Maximalanzahl der gleichzeitig darin erlaubten Personen ausgeschildert sein.

Der Kartenkauf soll möglichst im Voraus über Internet oder sonstige Vorverkaufsstellen erfolgen, allerdings nicht verpflichtend. Vor den Ein- und Ausgängen, dem Kassenbereich und allfälligen Verkaufsstellen sind in einer Distanz von mindestens einem Meter Abstandsmarkierungen anzubringen.

Wenige Infos zu Übertragung im Wasser

Das Expertengremium „Bädertechnik/Bäderhygiene“ weist bei den Empfehlungen darauf hin, dass aufgrund fehlender Datenlage nicht sicher bekannt sei, ob eine Infektion mit SARS-CoV-2 beim Baden über Wasser, Luft oder Kontakt von Person zu Person in Beckenbädern, Kleinbadeteichen und Oberflächengewässer möglich ist.

Auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse über andere, bereits umfangreicher untersuchte Coronaviren und das – wenn derzeit auch noch limitierte – Wissen über SARS-CoV-2 könne jedoch davon ausgegangen werden, dass das Infektionsrisiko im Badewasser gering sei, sofern die Bestimmungen des Bäderhygienegesetzes (BHygG), der Bäderhygieneverordnung (BHygV) und des Badegewässerverordnung (BGewV, Bewirtschaftung hinsichtlich der Qualität) eingehalten werden, heißt es.

Grundsätzlich seien punkto Coronavirus-Schutzmaßnahmen in allen Einrichtungen nach dem BHygG zumindest dieselben Regeln wie an anderen Orten des öffentlichen Raumes einzuhalten. Zusätzliche Maßnahmen wie die Beschränkung der Anzahl der Personen seien der noch fehlenden Erfahrung geschuldet und würden mit zunehmendem Wissen anzupassen sein. Zudem müsse die Beschränkung der Anzahl der Badenden in Badewasser ohne Desinfektion weitergehend erfolgen als in Badewasser mit Aufbereitung und Desinfektion.