Impfung

Wer sich wann impfen lassen kann

Für die Coronavirus-Impfung gibt es einen bundesweit gültigen Impfplan, welche Bevölkerungsgruppen wann geimpft werden. Dabei sind drei Phasen definiert, in denen sich unterschiedliche Gruppen impfen lassen können. Der Plan wurde im März aktualisiert.

Grundsätzlich gilt, dass der Zeitplan von der Verfügbarkeit der Impfstoffe abhängt und davon, wie viele Menschen sich impfen lassen. Zudem liegt die Organisation und Umsetzung bei den Ländern. Dadurch und durch unterschiedliche Voraussetzungen in den Bundesländern dürfte teilweise die Organisation anders ablaufen, und auch beim Fortschritt wird es wohl unterschiedliches Tempo geben.

Verfügbarkeit der Impfstoffe als Grundlage

Dazu kommen die unterschiedlichen Bedingungen für die einzelnen Impfstoffe. Der Pfizer/Biontech-Impfstoff muss nach dem Auftauen rasch verimpft werden. Daher werden teils auch Menschen geimpft, die nicht unbedingt zu den priorisierten Gruppen gehören, aber quasi in Bereitschaft sind, um mit übrig gebliebenem Vakzin geimpft zu werden.

Der Impfstoff von AstraZeneca wurde laut Empfehlung des Nationalen Impfgremiums vorrangig an 18- bis 64-Jährige verabreicht. Allerdings hat die Verwendung von AstraZeneca stetig abgenommen, zuletzt wurde das Vakzin vor allem bei Zweitimpfungen eingesetzt.

Auslaufen von AstraZeneca

Ende Mai teilte das Gesundheitsministerium schließlich mit, dass die Verwendung von AstraZeneca bei Erstimpfungen gestoppt wird. Grund seien die Lieferschwierigkeiten des Pharmakonzerns. Für Zweitstiche sei noch genug AstraZeneca auf Lager.

Wer mit AstraZeneca zweifach geimpft ist, werde zumindest für neun Monate den vollen Impfschutz haben. Welche Impfstoffe für eine etwaige dritte Impfauffrischung verwendet werden, werde aktuell vom Nationalen Impfgremium noch geprüft.

Illustration zeigt Kalender
QuickHoney/ORF.at

Die drei Phasen

Der Impfplan basiert auf dem Ziel, dass Menschen, die besonders gefährdet sind, zuerst die Möglichkeit zur Impfung bekommen sollen, und ist Teil der Impfstrategie der Bundesregierung.

Phase eins war charakterisiert durch eine geringere Verfügbarkeit der Impfstoffe sowie komplexe Liefer- und Lagerbedingungen. Der Schwerpunkt der Impfungen lag auf institutionellen Settings.

In Phase 1A werden geimpft:

  • Bewohnerinnen und Bewohner von Pflege- und Altersheimen
  • Personal in Alten-, Pflege- und Seniorenwohnheimen mit und ohne Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern und Personen mit einer regelmäßigen Tätigkeit oder regelmäßigem Aufenthalt in Alten-, Pflege- und Seniorenwohnheimen
  • Personen über 80 Jahre
  • Personal im Gesundheitsbereich der Kategorie I

In Phase 1B werden geimpft:

  • Personen (unabhängig vom Alter) mit Vorerkrankungen und besonders hohem Risiko, sofern institutionell erreichbar (z. B. über Tageskliniken, Dialysestationen).
  • Personal im Gesundheitsbereich der Kategorie II
  • Personal in der mobilen Pflege, Betreuung, Krankenpflege
  • Menschen mit Behinderung mit persönlicher Assistenz sowie deren persönliche Assistentinnen und Assistenten

Die in vielen Ländern laufende Phase zwei sieht durch die bessere Verfügbarkeit der Impfstoffe auch Impfungen im niedergelassenen Bereich und bei lokalen Impfstellen vor. Die Priorisierung der Impfungen erfolgt laut Impfplan nach Alter und gesundheitlichen Risiken, beginnend mit der Gruppe der älteren Personen und Personen mit hohen gesundheitlichen Risiken sowie Ansteckungsrisiko.

Geimpft werden:

  • Personen im Alter von 65–79 Jahren, abgestuft nach Alter und gesundheitlichen Risiken
  • Personen unter 65 Jahren mit Vorerkrankungen mit hohem Risiko gemäß der Covid-19-Risikogruppe-Verordnung sowie im Falle einer ausreichenden Verfügbarkeit von Impfstoffen auch Menschen unter 65 mit erhöhtem Risiko bzw. deren engste Kontaktpersonen und/oder Betreuungspersonal
  • Personen in 24-Stunden-Betreuung sowie deren Betreuungspersonen
  • Enge Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personal im Gesundheitsbereich der Kategorie III und IV
  • Personal in Schulen, Kindergärten, Kinderkrippen und Kinderbetreuungseinrichtungen
  • Ausgewählte Beschäftigte mit direktem Personenkontakt und erhöhtem Ansteckungsrisiko (etwa Polizei, Strafvollzug, Bundesheer)

Phase drei läuft bereits in einigen Bundesländern. Bei der „breiten Verimpfung“ kann sich die Bevölkerung generell impfen lassen.

Auch in dieser Phase gibt es, je nach Verfügbarkeit der Impfstoffe, eine gewisse Priorisierung mit Abstufungen – in erster Linie weiterhin nach Alter und gesundheitlichen Risiken, beginnend mit älteren Personen unter 65 Jahren und solchen mit gesundheitlichen Risiken.

Eine weitere Priorisierung kann es je nach Verfügbarkeit aufgrund der Lebens- und Arbeitsverhältnisse geben. Das betrifft etwa Menschen in engen und prekären Wohnverhältnissen, Personen mit erforderlicher Reisetätigkeit aufgrund familiärer Verpflichtungen und Personal in Arbeitsverhältnissen, die eine Virusübertragung begünstigen. Auch Personal zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit, der Verwaltung und der Ordnung können priorisiert geimpft werden. Das ist auch bei Personen mit „regelmäßigem Kunden- bzw. Personenkontakt“ vorgesehen.

Das Nationale Impfgremium hat aufgrund medizinischer Faktoren die Zielgruppen für die Impfung gereiht. Die Kriterien sind in Priorisierung des Nationalen Impfgremiums abrufbar.

Empfehlung auch für Genesene und Schwangere

Das Nationale Impfgremium empfiehlt die Impfung auch für bereits von Covid-19 genesene Menschen. Solange es aber eine Impfstoffknappheit gibt, können jene Menschen, die innerhalb der vergangenen sechs Monate eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, nachgereiht werden.

Mittlerweile empfiehlt das NIG die Impfung ausdrücklich auch für Schwangere. In den aktualisierten Anwendungsempfehlungen des NIG hieß es: „Bisher liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Covid-19-Impfstoffen bei Schwangeren vor, diese ließen ausnahmslos keine Auffälligkeiten erkennen. Insbesondere zu mRNA-Impfstoffen wurden mittlerweile Daten publiziert, weshalb bei der Impfung von Schwangeren mRNA-Impfstoffe zu bevorzugen sind.“

In den ebenfalls aktualisierten Empfehlungen zur Priorisierung des NIG werden Schwangere nun in der dritten Priorität („erhöht“) angeführt: „Schwangere insbesondere im 2. und 3. Trimenon (Nutzen-Risiko-Evaluierung und Aufklärung!) sowie enge Haushaltskontakte von Schwangeren wegen des potenziell schweren Krankheitsverlaufes bei Schwangeren“.