Impfung

Wer sich wann impfen lassen kann

Für die Coronavirus-Impfung gibt es einen bundesweit gültigen Impfplan, welche Bevölkerungsgruppen wann geimpft werden. Dabei sind drei Phasen definiert, in denen sich unterschiedliche Gruppen impfen lassen können. Der Plan wurde Anfang Februar aktualisiert.

Grundsätzlich gilt, dass der Zeitplan von der Verfügbarkeit der Impfstoffe abhängt und davon, wie viele Menschen sich impfen lassen. Zudem liegt die Organisation und Umsetzung bei den Ländern. Dadurch und durch unterschiedliche Voraussetzungen in den Bundesländern dürfte teilweise die Organisation anders ablaufen, und auch beim Fortschritt wird es wohl unterschiedliches Tempo geben.

Verfügbarkeit der Impfstoffe als Grundlage

Dazu kommen die unterschiedlichen Bedingungen für die einzelnen Impfstoffe. Der Pfizer/Biontech-Impfstoff muss nach dem Auftauen rasch verimpft werden. Daher werden teils auch Menschen geimpft, die nicht unbedingt zu den priorisierten Gruppen gehören, aber quasi in Bereitschaft sind, um mit übrig gebliebenem Vakzin geimpft zu werden.

Der Impfstoff von AstraZeneca soll hingegen vorrangig an 18- bis 64-Jährige verabreicht werden, so die Empfehlung des Nationalen Impfgremiums. Der Impfplan basiert auf dem Ziel, dass Menschen, die besonders gefährdet sind, zuerst die Möglichkeit zur Impfung bekommen sollen, und ist Teil der Impfstrategie der Bundesregierung.

Illustration zeigt Kalender
QuickHoney/ORF.at

Die drei Phasen

Phase eins läuft und ist charakterisiert durch eine geringere Verfügbarkeit der Impfstoffe sowie komplexen Liefer- und Lagerbedingungen. Der Schwerpunkt der Impfungen liegt auf institutionellen Settings.

In Phase 1A werden geimpft:

  • Bewohnerinnen und Bewohner von Pflege- und Altersheimen
  • Personal in Alten-, Pflege- und Seniorenwohnheimen mit und ohne Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern und Personen mit einer regelmäßigen Tätigkeit oder regelmäßigem Aufenthalt in Alten-, Pflege- und Seniorenwohnheimen
  • Personen über 80 Jahre
  • Personal im Gesundheitsbereich der Kategorie I

In Phase 1B werden geimpft:

  • Personen (unabhängig vom Alter) mit Vorerkrankungen und besonders hohem Risiko, sofern institutionell erreichbar (z. B. über Tageskliniken, Dialysestationen).
  • Personal im Gesundheitsbereich der Kategorie II
  • Personal in der mobilen Pflege, Betreuung, Krankenpflege
  • Menschen mit Behinderung mit persönlicher Assistenz sowie deren persönliche Assistentinnen und Assistenten

Phase zwei sieht ab ca. Mitte März durch die bessere Verfügbarkeit der Impfstoffe, vor allem von AstraZeneca, auch Impfungen im niedergelassenen Bereich und bei lokalen Impfstellen vor. Die Priorisierung der Impfungen erfolgt laut Impfplan nach Alter und gesundheitlichen Risiken, beginnend mit der Gruppe der älteren Personen und Personen mit hohen gesundheitlichen Risiken sowie Ansteckungsrisiko.

Geimpft werden:

  • Personen im Alter von 65–79 Jahren, abgestuft nach Alter und gesundheitlichen Risiken
  • Personen unter 65 Jahren mit Vorerkrankungen mit hohem Risiko gemäß der Covid-19-Risikogruppe-Verordnung sowie im Falle einer ausreichenden Verfügbarkeit von Impfstoffen auch Menschen unter 65 mit erhöhtem Risiko bzw. deren engste Kontaktpersonen und/oder Betreuungspersonal
  • Personen in 24-Stunden-Betreuung sowie deren Betreuungspersonen
  • Enge Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personal im Gesundheitsbereich der Kategorie III und IV
  • Personal in Schulen, Kindergärten, Kinderkrippen und Kinderbetreuungseinrichtungen
  • Ausgewählte Beschäftigte mit direktem Personenkontakt und erhöhtem Ansteckungsrisiko (etwa Polizei, Strafvollzug, Bundesheer)

Phase drei soll im zweiten Quartal starten und hat derzeit naturgemäß kein Enddatum. Bei der „breiten Verimpfung“ kann sich die Bevölkerung generell impfen lassen.

Auch in dieser Phase gibt es, je nach Verfügbarkeit der Impfstoffe, eine gewisse Priorisierung mit Abstufungen, etwa Schlüsselkräfte im Krisenmanagement der Landes- und Bundesverwaltung, Schlüsselpositionen bei Energieversorgern, aber auch Beschäftigte im Einzelhandel, in der Gastronomie und im Tourismus.

Das Nationale Impfgremium hat aufgrund medizinischer Faktoren die Zielgruppen für die Impfung gereiht. Die Kriterien sind in Priorisierung des Nationalen Impfgremiums detailliert abrufbar.

Empfehlung auch für Genesene

Das Nationale Impfgremium empfiehlt die Impfung auch für bereits von Covid-19 genesene Menschen. Solange es aber eine Impfstoffknappheit gibt, können jene Menschen, die innerhalb der vergangenen sechs Monate eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, nachgereiht werden.

Schwangere sollen derzeit nicht geimpft werden. Der Grund: Aufgrund des Zeitdrucks waren Auswirkungen auf diese Personengruppe nicht Teil der klinischen Tests vor der Zulassung. Das wird von den Pharmaunternehmen aber nachgeholt. Empfohlen wird genau deshalb aber, dass Personen im nahen Umfeld Schwangerer sich impfen lassen, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren.