Illustration zum Thema Impfung mit Spritze und Impfstoff
QuickHoney/ORF.at
Zeitplan

Wer sich wann impfen lassen kann

Für die Coronavirus-Impfung gibt es einen bundesweit gültigen Impfplan, welche Bevölkerungsgruppen wann geimpft werden. Dabei sind drei Phasen definiert, in denen sich unterschiedliche Gruppen impfen lassen können.

Grundsätzlich gilt, dass der Zeitplan von der Verfügbarkeit der Impfstoffe abhängt und davon, wie viele Menschen sich impfen lassen. Dazu kommt, dass die Organisation und Umsetzung bei den Ländern liegt. Dadurch und durch unterschiedliche Voraussetzungen in den Bundesländern dürfte teilweise die Organisation anders ablaufen, und auch beim Fortschritt wird es wohl unterschiedliches Tempo geben.

Dazu kommt, dass der Pfizer-Biontech-Impfstoff nach dem Auftauen rasch verimpft werden muss. Daher werden teils auch Menschen geimpft, die nicht unbedingt zu den priorisierten Gruppen gehören, aber quasi in Bereitschaft sind, um mit übrig gebliebenem Vakzin geimpft zu werden.

Der Impfplan basiert auf dem Ziel, dass Menschen, die besonders gefährdet sind, zuerst die Möglichkeit zur Impfung bekommen sollen und ist Teil der Impfstrategie der Bundesregierung.

Die drei Phasen

Phase eins läuft und soll bis etwa Ende Februar abgeschlossen werden. In diesen Wochen werden folgende Gruppen geimpft:

  • Bewohnerinnen und Bewohner von Pflege- und Altersheimen
  • Gesundheitspersonal mit hohem Ansteckungsrisiko
  • Hochrisikopatienten mit definierten Vorerkrankungen, Menschen mit Behinderungen
  • Über 80-Jährige, die zu Hause leben
  • Personal, das Menschen direkt unterstützt (mobile Pflege, Krankenpflege, 24-Stunden-Pflege, persönliche Assistenz von Menschen mit Behinderungen)

Phase zwei – so der Impfplan – beginnt überlappend mit Phase eins ab Februar und läuft bis Ende April. In dieser „erweiterten Verimpfung“ werden folgende Gruppen geimpft:

  • Alle Angehörigen der Gruppen von Phase eins (nicht zuletzt deshalb, weil bei den bisher zugelassenen Impfstoffen zwei Impfungen nötig sind, Anm.)
  • Personen höheren Alters
  • Risikopatienten (etwa Diabetes, Anm.)
  • Personen in kritischer Infrastruktur (dazu gehören u. a. Banken, Lebensmittelversorger, Verkehrs-, Telekommunikations- und Energiedienstleister sowie Medien); bei dieser Gruppe wird die Impfung vermutlich großteils in den Betrieben stattfinden

Phase drei soll im zweiten Quartal, also ab April, starten und hat derzeit natürlich kein Enddatum. Bei der „breiten Verimpfung“ kann sich die Bevölkerung generell impfen lassen.

Das Nationale Impfgremium hat aufgrund medizinischer Faktoren die Zielgruppen für die Impfung gereiht. Die Kriterien sind in Priorisierung des Nationalen Impfgremiums detailliert abrufbar.

Wo die Impfungen stattfinden

Die Impfungen in Phase eins und zwei finden direkt in Alters- und Pflegeheimen, Spitälern und Betrieben statt. Zusätzlich werden niedergelassene Ärzte impfen. In der Phase drei werden die Impfungen unter anderem über Impfstraßen und in größeren Betrieben stattfinden.

Vormerkung im Aufbau

Die für die praktische Durchführung verantwortlichen Länder bauen derzeit die Infrastruktur auch zur Impfung der breiten Bevölkerung auf. Dazu gibt es Websites, um sich vormerken zu lassen – oder solche Websites sind geplant.

Empfehlung auch für Genesene

Das Nationale Impfgremium empfiehlt die Impfung auch für bereits von Covid-19 genesene Menschen. Solange es aber eine Impfstoffknappheit gibt, können jene Menschen, die innerhalb der vergangenen sechs Monate eine SARS-CoV-2-Infektion hatten, nachgereiht werden.

Schwangere sollen derzeit nicht geimpft werden. Der Grund: Aufgrund des Zeitdrucks waren Auswirkungen auf diese Personengruppe nicht Teil der klinischen Tests vor der Zulassung. Das wird von den Pharmaunternehmen aber nachgeholt. Empfohlen wird genau deshalb aber, dass Personen im nahen Umfeld Schwangerer sich impfen lassen, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren.