Impfung

Fragen und Antworten zur Impfung

Mittlerweile können sich alle in Österreich lebenden Menschen ab fünf Jahren gratis gegen das Coronavirus impfen lassen. Im Folgenden wichtige Antworten des Gesundheitsministeriums zu Organisation, Wirkung und rechtlichem Rahmen der Impfung.

Wie kommt man zu einer Impfung?

Für die Organisation der Impfung sind die Bundesländer zuständig. Man kann entweder direkt einen Termin buchen oder Impfaktionen, für die keine Anmeldung erforderlich sind, nützen.

Wer soll sich wann impfen lassen?

Das Nationale Impfgremium (NIG) empfiehlt eine Dreifachimpfung für alle Personen ab fünf Jahren. Der Abstand zwischen zweiter und dritter Impfung soll je nach Alter zwischen vier und sechs Monaten liegen. Risikopersonen und Personen über 60 Jahren wird empfohlen, sich vier Monate nach der zweiten Impfung ein drittes Mal impfen zu lassen.

Seit Anfang September empfiehlt das NIG außerdem eine Auffrischungsimpfung (4. Impfung) insbesondere für Personen ab einem Alter von 60 Jahren, Personen mit dem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf (inkl. Schwangere) und Personen mit einem erhöhten Expositionsrisiko. Ein vierter Stich soll frühestens sechs Monate nach der Grundimmunisierung (drei Impfungen) durchgeführt werden – bei Risikopersonen und Personen über 60 Jahren vier Monate nach der Grundimmunisierung.

Dritte Impfung mit Biontech oder Moderna

Zugelassen für eine dritte Impfung und empfohlen sind derzeit mRNA-Impfstoffe von Biontech und Pfizer sowie Moderna. Auch alle mit einem anderen Vakzin geimpften Personen sollen eines dieser beiden Mittel erhalten. Grundsätzlich soll derselbe Impfstoff wie bei den vorhergehenden Impfungen eingesetzt werden, ein Umstieg ist aber möglich.

Der Impfstoff der Firma Valneva (Covid-19-Impfstoff Valneva) steht seit Ende August 2022 in Österreich zur Verfügung. Das Nationale Impfgremium empfiehlt, nicht auf angepasste Impfstoffe zu warten, sondern die bereits vorhandenen zu nutzen. Diese seien weiterhin gut für die Vermeidung von Krankenhausaufenthalten, Komplikationen und schweren Krankheitsverläufen geeignet.

Angepasste Impfstoffe für die Auffrischung

Mittlerweile sind drei bivalente Impfstoffe für die Anwendung ab zwölf Jahren zugelassen: Es handelt sich dabei um angepasste Versionen der ursprünglichen Impfstoffe Comirnaty (Biontech/Pfizer) und Spikevax (Moderna), die zusätzlich gegen Omikron BA.1 gerichtet sind und bereits in Österreich verimpft werden. Der an Omikron BA.4/BA.5 angepasste Biontech/Pfizer-Impfstoff wurde von der EMA ebenfalls bereits zugelassen.

Grundsätzlich können die Auffrischungsimpfungen ab zwölf durchgeführt werden und sind weiterhin „jeder Person empfohlen, die sich schützen will“. Das NIG rät speziell ab 60, Risikopersonen inklusive Schwangeren und Personen mit erhöhter Exposition etwa im Beruf zum vierten Stich. Dabei könne der gleiche oder ein anderer Impfstoff wie bei der Grundimmunisierung verwendet werden. Der Vorzug wird den bivalenten mRNA-Impfstoffen gegeben, weil für sie eine Zulassung als vierte Impfung durch die europäischen Behörden vorliegt. Es können aber auch monovalente Impfstoffe eingesetzt werden, dies dann „Off Label“.

Moderna für Menschen über 30

Das Vakzin von Moderna soll generell nur noch für Personen ab 30 Jahren verwendet werden. Grund sind „internationale Sicherheitsberichte“ zu einem erhöhten Auftreten von Myokarditis (Herzmuskelentzündung) und Perikarditis (Herzbeutelentzündung) vorwiegend bei jüngeren Personen, heißt es vom NIG. Auf ausdrücklichen Wunsch kann er aber eingesetzt werden. Sollte nach einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff eine Myokarditis aufgetreten sei, sollte der Impfstoff gewechselt werden. Eine Myokarditis anderen Ursprungs ist laut NIG bedeutungslos für die Impfung.

Beim ursprünglich als Einmalimpfstoff vorgesehenen Vakzin Janssen (Johnson & Johnson) gilt weiterhin die Empfehlung, sich nach vier Wochen eine Auffrischungsdosis mit einem mRNA-Impfstoff zu holen.

Sollen sich Personen impfen lassen, die bereits eine CoV-Infektion hinter sich haben?

Sollte es vor, zwischen oder nach Impfungen eine Infektion und in weiterer Folge eine Genesung gegeben haben, hat das auch Auswirkungen auf das weitere Impfintervall. Grundsätzlich soll nach Genesung ein Abstand von vier Wochen bis zu einer weiteren Impfung eingehalten werden, darunter bei einer Infektion vor der ersten Impfung.

Wer nach zwei oder mehreren Impfungen genesen ist, dem wird eine Impfung mit einem Abstand von sechs Monaten zur Genesung empfohlen: Dreimal geimpfte Personen, die zusätzlich eine nachgewiesene Omikron-Infektion durchgemacht haben, können für die vierte Impfung bis zu sechs Monate zuwarten. Das gilt vor allem für die unter 60-Jährigen.

Impfen nicht (mehr) verpflichtend

Die Coronavirus-Impfpflicht wurde am 7. Juli 2022 abgeschafft. Die erst Anfang Februar eingeführte Impfpflicht war davor bereits ausgesetzt.

Wie weist man eine Impfung nach?

Als Nachweis, dass man geimpft ist, gelten ein Eintrag im gelben Impfpass, ein in manchen Bundesländern verwendetes Impfkärtchen und ein Ausdruck der Daten aus dem E-Impfpass sowie elektronisch via „Grünem Pass“. Bei qualifizierten Stellen (Impfstellen) kann man sich den Impfnachweis auch ausdrucken lassen.

Wie lange ist der Nachweis gültig?

Die Grundimmunisierung (drei Impfungen) ist derzeit zwölf Monate gültig.

Sollen sich Allergiker impfen lassen?

Personen mit bekannten und häufigen Allergien, etwa Allergien gegen Pollen oder Hausstaub, können und sollen geimpft werden. Bei anderen Allergien sollte man das mit der behandelten Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt vorbesprechen. Zu einer Impfung sollte jedenfalls der Allergieausweis mitgebracht werden. Nicht jede Allergie stellt hierbei ein Problem für eine Schutzimpfung dar. Bei der Impfung von Allergikern soll die Nachbeobachtungszeit jedenfalls bis zu 30 Minuten verlängert werden.

Illustration zeigt Situation nach einer Impfung
QuickHoney/ORF.at

Sollen sich Schwangere impfen lassen?

Bisher konnten in den Erfahrungen mit der Anwendung von Covid-19-Impfstoffen bei Schwangeren ausnahmslos keine Auffälligkeiten erkannt werden, so das Gesundheitsministerium. Das Nationale Impfgremium empfiehlt bei Kinderwunsch „sowohl für Männer als auch Frauen“ eine Impfung „ausdrücklich“. Auch ist kein Intervall vor der Empfängnis einzuhalten, heißt es.

Insbesondere zu mRNA-Impfstoffen wurden mittlerweile Daten publiziert, weshalb bei der Impfung von Schwangeren mRNA-Impfstoffe zu bevorzugen sind. Schwangere haben ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von Covid-19. Nach einer sorgfältigen individuellen Nutzen-Risiko-Evaluierung kann die Impfung gegen Covid-19 mit einem mRNA-Impfstoff bei Schwangeren vorgenommen werden, laut Impfgremium bevorzugt mit dem Vakzin von Biontech und Pfizer.

Überdies sollen erste und zweite Impfung laut Impfgremium „im 2. oder 3. Trimenon“ vorgenommen werden. Sollte eine Drittimpfung gemäß den Empfehlungen in die Zeit einer Schwangerschaft fallen, wird nun die Durchführung ab dem zweiten Trimenon empfohlen, dabei soll wie für alle Covid-19-Impfungen in der Schwangerschaft Comirnaty (Biontech/Pfizer) eingesetzt werden.

Sollen sich Kinder impfen lassen?

Für Kinder ab fünf Jahren ist das Vakzin von Biontech und Pfizer zugelassen. Das Impfgremium empfiehlt eine Impfung. Für einen ersten Impfschutz sind zwei Impfungen im Abstand von 21 Tagen notwendig (frühestens nach 19 Tagen und spätestens nach 42 Tage). Es gibt eine eigene Abfüllung für fünf- bis elfjährige Kinder. Auch ein Drittel der Erwachsenendosis ist zulässig, wenn kein Kinderimpfstoff verfügbar ist.

Die dritte Impfung wird für Kinder ab fünf Jahren nach sechs Monaten empfohlen, die vierte Impfung für Jugendliche ab zwölf Jahren.

Soll man nach der Impfung weiter Maske tragen?

Die Maske dient dem Selbst- und Fremdschutz und wird empfohlen. Wo die Maske getragen werden muss, regelt stets die aktuelle Fassung der CoV-Maßnahmenverordnung.

Welche Impfstoffe werden verwendet?

In Österreich sind derzeit Impfstoffe von Biontech und Pfizer (Corminaty), Moderna (Spikevax), Johnson & Johnson (Janssen), AstraZeneca (Vaxzevria), Valneva (Valneva) und Novavax (Nuvaxovid) im Einsatz.

Alle in Österreich verwendeten Impfstoffe sind von der EMA zugelassen. Insgesamt gibt es Dutzende Impfstoffkandidaten weltweit.

Welche Technologien werden verwendet?

Alle Impfstoffe basieren auf dem Prinzip, dass der Körper auf den Wirkstoff in der Impfung, das Antigen, reagiert und aktiv Antikörper produziert. Auch spezifische T-Zellen werden generiert, das sind weiße Blutzellen, die der Immunabwehr dienen. Es werden dem Immunsystem Antigene oder ein Bauplan für Antigene des Erregers präsentiert, sodass eine Immunität gegenüber dem Erreger aufgebaut wird. Die unterschiedlichen Impfstoffkandidaten nutzen dabei verschiedene Ansätze.

Das Vakzin von Biontech und Pfizer sowie jenes von Moderna ist ein mRNA-Impfstoff. Hier wird den menschlichen Körperzellen der Bauplan (in Form der „messenger RNA“) für Virusproteine zur Verfügung gestellt. Der Körper wird so wie bei anderen Impfungen auch zur Bildung von Antikörpern angeregt. Während aber bei anderen Impfungen Bestandteile des Erregers direkt verabreicht werden, wird mit mRNA-Impfungen nur der Bauplan verabreicht, sodass die menschlichen Zellen die Erreger(-bestandteile) selbst produzieren. Die mRNA, die über den Impfstoff verabreicht wurde, wird nach kurzer Zeit von den Zellen abgebaut. Sie wird nicht in DNS eingebaut und hat keinen Einfluss auf die menschliche Erbinformation.

AstraZenecas und Johnson & Jonhons Vakzine sind Vektorviren-Impfstoffe. Das bedeutet, dass ein relativ harmloses Erkältungsvirus, das normalerweise Schimpansen befällt, durch den Einbau des Spike-Proteins des Coronavirus genetisch verändert wird. Mit dem Spike-Protein, einer stachelartigen Struktur an seiner Oberfläche, heftet sich das Coronavirus an menschliche Zellen, um dann in sie einzudringen. Wenn das Vektorvirus dem Menschen in minimaler Menge injiziert wird, kann dieser Antikörper gegen das Spike-Protein und damit gegen SARS-CoV-2 bilden. Das Vektorvirus ist nicht vermehrungsfähig und kann auch die Virus-DNS nicht in die menschliche Erbinformation einbauen.

Der Novavax-Impfstoff ist weder ein mRNA-Impfstoff wie von Biontech und Pfizer sowie Moderna noch ein Vektorimpfstoff wie von AstraZeneca und Johnson & Johnson. Das Vakzin enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor gentechnisch hergestellten Version des Spike-Proteins von SARS-CoV-2 bestehen. Dadurch soll wie auch bei den bisherigen Impfstoffen das Immunsystem auf eine mögliche Infektion vorbereitet werden. Der Körper soll die Proteine als fremd erkennen und damit das Immunsystem hochfahren. Es werden spezifische Antikörper und T-Zellen gebildet.

Beim Valneva-Impfstoff handelt es sich um einen Ganzvirusimpfstoff: Es wird das gesamte SARS-CoV-2-Virus genommen und abgetötet, damit es sich im Körper nicht mehr vermehren kann. Die bisherigen Impfstoffe haben sich im Vergleich immer nur auf das Stacheleiweiß an der Oberfläche des Virus konzentriert. Das ist jener Teil, mit dem der Erreger an den Körperzellen andockt.

Hilft die Impfung auch gegen Virusmutationen?

Virusvarianten, die sich durch spontane Mutationen bilden, sind nichts Außergewöhnliches, sondern ein natürlicher Prozess, der in einem gewissen Ausmaß in nahezu allen Viren abläuft. Wie gut die Vakzine bei der jeweils vorherrschenden Variante wirken – sowohl was den Schutz vor Infektionen als auch vor schweren Verläufen im Fall eines Impfdurchbruchs angeht –, lässt sich immer erst mit einiger Zeitverzögerung und nach Vorliegen entsprechender Daten genau sagen. Alle Fachleute empfehlen aber weiter einen möglichst umfassenden Impfschutz.

Ist die schnelle Zulassung des Impfstoffs ein Risiko?

Jeder Impfstoff wird erst nach ausreichender Überprüfung auf den Markt gebracht, die verschiedenen Kandidaten durchlaufen streng kontrollierte Prozesse. Es gibt dafür klare gesetzliche und wissenschaftliche Vorgaben. Nur wenn sich dabei eine positive Nutzen-Risiko-Relation zeigt, erhält der Impfstoff eine Marktzulassung. Auch nach der Marktzulassung erfolgt eine ständige Kontrolle zum Erfassen von möglichen Nebenwirkungen und zur Überprüfung der Wirkung eine laufende weitere Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses. Im Fall des CoV-Impfstoffs gab es in Qualität, Art und Umfang der behördlichen Begutachtung keine Abstriche und Unterschiede zum „herkömmlichen“ Zulassungsprozess. Er konnte aber auch deshalb beschleunigt werden, weil in diesem Bereich schon seit Jahrzehnten an Impfstoffen geforscht wurde.

Wie sieht es mit Langzeitnebenwirkungen aus?

Man kann sie nicht ausschließen, so wie bei anderen Impfstoffen und Medikamenten zum Zeitpunkt der Zulassung auch. Um möglichst alle eventuellen Langzeitnebenwirkungen erfassen zu können, müsste man sehr große Studien über viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte durchführen. Man legt daher zur Erfassung möglicher Langzeitnebenwirkungen großes Augenmerk auf Informationen aus den vorgelegten Tierversuchen und prüft sämtliche Anhaltspunkte, die sich aus dem klinischen Entwicklungsprogramm ergeben.

Verdächtige Symptome werden identifiziert und engmaschig überwacht. Eine Nutzen-Risiko-Bewertung findet im Rahmen des Zulassungsverfahrens statt, wird aber regelmäßig – auch nach Zulassung – unter Berücksichtigung zusätzlicher neu eingegangener Daten und Informationen untersucht.

Können die Impfstoffe Nebenwirkungen verursachen?

Ja. Zu unterscheiden sind Impfreaktionen und echte Nebenwirkungen. Reaktionen sind Erscheinungen, die die eigentliche Wirkung der Impfung begleiten können und Ausdruck der erwünschten immunologischen Abwehrreaktion sind. Sie sind nicht gefährlich, können aber unangenehm sein, etwa Rötungen, Schwellungen und auch Schmerzhaftigkeit unterschiedlicher Ausprägung.

Auch systemische Impfreaktionen sind möglich und umfassen eine breite Palette wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, leichtes Fieber und andere. Sie sind ein Zeichen der normalen Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff, die zu einer Schutzwirkung führt. Diese Impfreaktionen klingen üblicherweise in wenigen Tagen folgenlos ab. Sehr seltene Nebenwirkungen (seltener als ein Fall auf 10.000 Geimpfte) können mitunter erst nach der Zulassung erfasst werden.

Von einem Impfschaden spricht man, wenn nach einer sachgerechten Impfung in einem zeitlichen Zusammenhang eine bleibende Schädigung auftritt. Dann kann ein Antrag auf Zuerkennung eines Impfschadens gestellt werden. Über diesen Antrag erfolgt ein Verwaltungsverfahren samt Prüfungen beim Sozialministeriumsservice. Aus einer Anerkennung ergeben sich Sozialleistungen in Form von Einmalzahlungen oder Rentenzahlungen.