Illustration zum Thema FFP2-Maske
QuickHoney/ORF.at
Maßnahmen

Verschärfte Maskenpflicht in Kraft

Ab sofort ist die FFP2-Maske der neue Standard zum Schutz vor einer Übertragung des Coronavirus: Mit 25. Jänner ist das Tragen eines „Filtering Face Piece“ der Schutzklasse zwei vielerorts Pflicht. Zusätzlich gilt nun der auf zwei Meter ausgeweitete Sicherheitsabstand.

Im Handel, in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Märkten, bei Dienstleistern wie Kfz-Werkstätten sowie in Ordinationen und Verwaltungsgebäuden müssen ab 25. Jänner höherwertige FFP2-Masken getragen werden. Die Masken sollen zum Selbstkostenpreis in Supermärkten angeboten werden. Allerdings kündigten mehrere Supermarktketten an, sie zu Beginn der Woche gratis zu verteilen.

Langfristig ist geplant, die Masken zum Selbstkostenpreis anzubieten. Einkommensschwachen sollen sie gratis zur Verfügung gestellt werden. Bis sie sich solche beschaffen können, gilt eine Ausnahme von der FFP2-Maskenpflicht.

Frau mit FFP2-Maske in einem Supermarkt
picturedesk.com/dpa/Sven Hoppe
In Supermärkten sind grundsäztlich nur noch FFP2-Masken erlaubt

Kinder ausgenommen

Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr sind wie bisher vom Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ausgenommen. Kinder vom vollendeten sechsten bis zum vollendeten 14. Lebensjahr dürfen weiter einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wer aus medizinischen Gründen keine Maske tragen kann, muss ein Attest mitführen und darf dann einen Gesichtsschild tragen.

Personen, denen auch das aus gesundheitlichen Gründen nicht zugemutet werden kann, sind von der Pflicht ausgenommen. Dazu gehören auch schwangere Frauen.

Wer gegen die Tragepflicht einer FFP2-Maske verstößt, muss mit einem Organstrafmandat von 25 Euro rechnen. Das sieht eine neue Verordnung des Gesundheitsministeriums vor, die am Freitag kundgemacht wurde.

Je feuchter, desto weniger Schutz

Auch für die FFP2-Maske gilt, dass sie maximal drei bis vier Stunden getragen werden soll, denn mit zunehmender Durchfeuchtung sinkt die Schutzwirkung. Einen 100-prozentigen Schutz vor infektiösen Aerosolen bietet auch diese Version nicht, aber sie bietet einen deutlich besseren Schutz.

Die Aerosole, also die festen oder flüssigen Partikel einer Größe von 0,001 und mehreren 100 Mikrometern (ein Mikrometer ist ein Tausendstel Millimeter, Anm.), verteilen sich mit Luftströmungen relativ schnell und auch über größere Distanzen. Speziell kleine Aerosolpartikel können dabei sehr lange in der Luft und damit auch in Räumen verbleiben.

Drei Kategorien

FFP-Masken werden in drei Kategorien eingeteilt – eins bis drei. Ursprünglich sind sie aus dem Handwerk zum Schutz gegen Staub und andere giftige Stoffe bekannt. Die unterschiedliche Bezeichnung geht darauf zurück, wie viele Aerosole die Masken filtern können. FFP2-Masken müssen mindestens 94 Prozent und FFP3-Masken mindestens 99 Prozent der Testaerosole filtern.

Die höchste Klasse ist laut Gesundheitsministerium für Gesundheitsberufe während aerosolverursachenden Tätigkeiten (Absaugen, Intubieren etc.) empfohlen wie auch für Zahnärzte bei Tätigkeiten mit Aerosolproduktion. Weil der Filter einer FFP-3-Maske sehr dicht ist, wird das Atmen damit schwer, die Maske kann daher nur für kurze Zeiträume getragen werden.

Eigene CoV-Variante der FFP2-Maske

Eine österreichische „Spezialität“ ist die auf der Website des Gesundheitsministeriums angeführte „Corona SARS-CoV-2 Pandemie Atemschutzmaske (CPA)“, die adäquat zu den FFP2-Masken geprüft und getragen wird. Diese müssen jedoch nicht das komplette Prüfverfahren der ÖNORM EN 149 durchlaufen, sie können laut Ministerium aber ebenfalls für die Pflege und Betreuung von infektiösen Patienten und Covid-19-Verdachtsfällen verwendet werden, sofern nicht aerosolproduzierende Tätigkeiten ausgeübt werden.

Schrittweise ausgeweitet

FFP2-Masken waren bereits in der neuen Teststrategie der Bundesregierung vorgesehen, denn bei den wöchentlichen Tests gewisser Berufsgruppen (u. a. Lehrer und Lagerarbeiter) galt dort die Auflage für Testverweigerer, die höherwertige FFP2-Maske statt des üblichen Mund-Nasen-Schutzes zu tragen. Seit 24. Dezember ist die Maske bereits Pflicht beim Besuch von Skigebieten im Bereich geschlossener Gondeln und den dazugehörigen überdachten „Anstehzonen“.

Zudem gilt, dass eine FFP2-Maske bei Pflege und Betreuung von infektiösen Patienten und bei Covid-19-Verdachtsfällen empfohlen ist, wie sie auch beim Besuch von Alten- und Pflegeheimen und von vulnerable Bevölkerungsgruppen getragen werden sollte. Masken mit Ventil, durch das die verbrauchte Atemluft wieder ausgeblasen wird, sind dagegen tabu, schützen nur den Träger und sind laut Ministerium daher nur Gesundheitsberufen im Umgang mit infektiösen Patienten und Bewohnern vorbehalten.

Zweimeterabstand gilt

Zudem gilt in der Öffentlichkeit nunmehr ein Zweimeterabstand. Davon ausgenommen sind Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben, sowie nicht im gemeinsamen Haushalt wohnhafte Lebenspartnerinnen und Lebenspartner, einzelne engste Angehörige und einzelne wichtige Bezugspersonen.

Ergänzend zu den schon bisher verpflichtenden Tests im Gesundheits- und Pflegebereich sind nun auch für Arbeitnehmer mit Kundenkontakt (z. B. Handel, Dienstleistungen, Verkehr), Lehrer und Elementarpädagogen, Arbeiter in der Lagerlogistik, sofern der Mindestabstand regelmäßig unterschritten wird, Personen im öffentlichen Dienst im Parteienverkehr und Spitzensportler (Kontakt- und Mannschaftssport) wöchentliche Berufsgruppentests vorgesehen.

Dabei gilt: Wer nicht getestet ist, muss eine FFP2-Maske tragen. Für getestete Personen ist laut Angaben des Gesundheitsministeriums ein Mund-Nasen-Schutz ausreichend. Im Gesundheits- und Pflegebereich sind sowohl Tests als auch FFP2-Masken (bei Kontakt zu Patienten bzw. Bewohnern) vorgeschrieben. Für Bibliotheken ist zudem „Click & Collect“ möglich.