Coronavirus

Was bei einem positiven Test zu tun ist

Was ist zu tun, wenn der Coronavirus-Test tatsächlich positiv ausfällt? Wie soll man sich in der häuslichen Quarantäne verhalten? Ab wann reicht eine Behandlung zu Hause nicht mehr aus?

Testet man sich mit einem Antigen-Test und ist dieser positiv, sollte man sofort die Gesundheitshotline 1450 kontaktieren und eine Nachtestung mittels PCR-Test veranlassen. Handelt es sich um einen Test, der nicht selbst ausgewertet wird, etwa in offiziellen Teststraßen, in der Apotheke, aus der Drogerie oder eben direkt von 1450, wird das positive Testergebnis automatisch der Gesundheitsbehörde gemeldet, und man muss selbst keine weiteren Tests veranlassen.

Wenn man also von seinem positiven Ergebnis erfährt, muss man sich schnellstmöglich in Quarantäne begeben. Ist man gerade nicht daheim, sollte man sofort eine FFP2-Maske aufsetzen, auf direktem Weg nach Hause fahren, dabei Abstand zu anderen Personen halten und öffentliche Verkehrsmittel meiden. Prinzipiell soll jeglicher Kontakt mit anderen Menschen vermieden werden. Damit sind auch Personen gemeint, die im gleichen Haushalt leben. Konkret wird hier empfohlen:

  • Halten Sie sich nach Möglichkeit getrennt von anderen Haushaltsmitgliedern in einem separaten Zimmer auf.
  • Benutzen Sie Bad und Toilette zeitlich getrennt von anderen Haushaltsmitgliedern.
  • Benutzen Sie nur Ihre eigenen Hygieneartikel und teilen Sie diese nicht mit anderen Haushaltsmitgliedern.
  • Die Speisenzubereitung für die anderen Haushaltsmitgliedern darf nicht durch Sie erfolgen.
  • Nehmen Sie die Mahlzeiten zeitlich getrennt von den anderen Haushaltsmitgliedern ein.

Kontaktpersonen informieren

Auch muss man jene Personen kontaktieren, mit denen man, je nach Coronavirus-Lage und Bundesland, 48 bis 96 Stunden vor dem Test oder vor Symptombeginn engen Kontakt hatte – also länger als 15 Minuten mit einem Abstand von unter zwei Metern. Diese Kontaktpersonen müssen auch gegenüber den Gesundheitsbehörden angegeben werden. Wer die „Stopp Corona“-App benützt, sollte dort das positive Testergebnis melden.

„Rechtliche Konsequenzen“

„Bitte bedenken Sie, dass die Nichteinhaltung dieser Regeln auch vor Ausstellung eines Absonderungsbescheides durch die Gesundheitsbehörde zu erheblichen rechtlichen Konsequenzen führen kann“, heißt es in einem Informationsblatt des Gesundheitsministeriums.

Die positiv getestete Person wird normalerweise recht schnell von den Gesundheitsbehörden kontaktiert. In Wien etwa mit folgendem Schreiben: „Bei Ihnen wurde durch einen Test die Erkrankung SARS-CoV-2/COVID-19 festgestellt. Verlassen Sie die Wohnung/Unterkunft nicht und empfangen Sie keinen Besuch. Ausnahmen: ärztliche Hausbesuche. Im Anhang senden wir Ihnen einen Erhebungsbogen Ihrer direkten Kontakte, ein Merkblatt mit wichtigen Punkten zur häuslichen Absonderung sowie allgemeinen Informationen zum Thema Covid-19. Ihr Absonderungsbescheid wird Ihnen zeitnah zugestellt.“

Wer sich ohne diesen Absonderungsbescheid korrekterweise in Quarantäne begibt, muss das auch seinem Arbeitgeber mitteilen. Um hier einen Nachweis erbringen zu können und den Anspruch auf Entgeltfortzahlung zu gewährleisten, sollten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Behörde den Absonderungsbescheid urgieren.

Viele Personen finden sich im Fall einer Erkrankung aufgrund von Betreuungspflichten für Angehörige in einer schwierigen Situation. Sofern keine Betreuungslösungen gefunden werden konnten, bieten die Bundesländer Anlaufstellen. Sie bieten Informationen, wenn es bei der 24-Stunden-Betreuung oder der Angehörigenbetreuung Ausfälle oder Probleme infolge der Coronavirus-Schutzmaßnahmen gibt.

Zehn bis 14 Tage in Quarantäne

Im Regelfall dauert die häusliche Quarantäne je nach Coronavirus-Lage und Bundesland zwischen zehn und 14 Tage. Bei 14 Tagen ist ein Freitesten ab dem zehnten Tag möglich – allerdings nur, wenn die Person 48 Stunden zuvor keine Symptome aufgewiesen hat.

Gleiches gilt für das Ende der Quarantäne: Auch hier muss die positiv getestete Person mindestens 48 Stunden symptomfrei sein. Den Fall endgültig abzuschließen obliegt jedoch der Gesundheitsbehörde. Diese entscheidet auch, ob es noch einen negativen Test braucht oder nicht, um die Quarantäne zu beenden. Wer bei einem Test einen Ct-Wert (Maß für die Viruskonzentration) von über 30 aufweist, zählt als nicht mehr infektiös und kann aus der Absonderung entlassen werden.

Eine kranke Frau auf einem Sofa
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Fieber, Husten, Halsweh, Müdigkeit – die Covid-19-Symptome sind von Person zu Person verschieden, ein Medikament dagegen gibt es (noch) nicht

Ab wann ins Krankenhaus?

Doch wie gestaltet sich nun die Heimquarantäne? Der Verlauf der Covid-19-Erkrankung ist bekanntermaßen von Person zu Person verschieden und reicht von völlig symptomlos bis hin zu tödlich. Im Durchschnitt vergehen ab der Infektion mit dem Virus fünf, sechs Tage, bis bei einer Person Symptome auftreten – manchmal auch mehr.

Daher ist es wichtig, seinen Gesundheitszustand jeden Tag genau zu beobachten. Laut Gesundheitsbehörde soll man zweimal täglich die Körpertemperatur messen. Fachleute empfehlen, sich ein Pulsoximeter besorgen zu lassen, um am Finger den Sauerstoffgehalt im Blut zu messen. Somit kann kontrolliert werden, ob es sich um einen leichten oder schweren Verlauf handelt. Wenn der Sauerstoffgehalt unter 95 Prozent fällt, sollte man die Rettung rufen (144). Am Telefon sollte man angeben, dass man sich wegen des Coronavirus in Quarantäne befindet.

Pulsoxymeter
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Fachleute raten zu einem Pulsoximeter, also einem Blutsättigungsmesser, um den Status zu kontrollieren. Oftmals spüren Patienten nämlich zu spät, dass der Sauerstoffgehalt zu niedrig ist – und kommen dann auch zu spät ins Krankenhaus.

Laut Christoph Wenisch, Vorstand der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin an der Wiener Klinik Favoriten, gibt es drei Gründe, ins Krankenhaus zu gehen: wenn die Sättigung unter 95 Prozent fällt, wenn in der zweiten Krankheitswoche das Fieber steigt und bei schwerer Atemnot. Im Podcast der Stadt Wien appelliert Wenisch, „keine Angst“ vorm Krankenhaus zu haben, schließlich gebe es hier bereits sehr gute Therapien.

Fieber als „natürliche Abwehrreaktion“

Was die medizinische Behandlung in den eigenen vier Wänden betrifft, zeigt sich Wenisch zurückhaltender. Es existiere zwar eine lange Liste an potenziell hilfreichen Medikamenten, allerdings sei die Datenlage noch sehr dürftig. Das bedeutet: Ein Coronavirus-Medikament gibt es (noch) nicht.

Medikamente, die man immer nimmt wie Blutdruckmittel, sollte man Wenisch zufolge allerdings weiter nehmen. Von fiebersenkenden Erkältungsmitteln aus der Apotheke rät Wenisch indes ab. Diese würden den Krankheitsverlauf eher negativ beeinflussen, schließlich sei Fieber eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers, die dazu führe, dass Viren abgetötet werden. Medikamente wie diese sollten daher nur dann genommen werden, wenn man es „gar nicht mehr aushält“.

„Abwarten und Tee trinken“

Sonst heißt es nur „abwarten und Tee trinken“. Ausreichend zu trinken sei ohnehin essenziell, da die Covid-19-Erkrankung dazu führe, dass das Durstzentrum nicht mehr richtig funktioniert. ​Hier gilt: Je höher das Fieber, desto mehr sollte man trinken – bei 40 Grad etwa vier Liter. Ohne Fieber aber zumindest 1,5 Liter. Essen sollte man, was einem schmeckt, bei Symptomen empfiehlt sich allerdings leichte Kost.

Post-Covid-19-Check

Da rund zehn bis 20 Prozent der Erkrankten an „Long-Covid“-Symptomen wie Atemnot und Erschöpfung leiden, empfiehlt sich auch ein ärztlich durchgeführter Post-Covid-19-Check mit Lungenfunktionstest und Blutuntersuchung einige Wochen später.

Weitere Tipps: regelmäßig lüften und auf eine hohe Luftfeuchtigkeit achten, Lebensmittel online oder telefonisch bestellen und sie vor der Wohnungstür abstellen lassen, Wäsche mit 60 Grad waschen, Türklinken, Lichtschalter, Küche, Bad und Toilette mit chlorhaltigem Haushaltsreiniger putzen, Haus- und Hygieneabfälle ungetrennt in Abfallsäcken sammeln und am Ende der Quarantäne mit Einweghandschuhen entsorgen.

Neben den körperlichen Auswirkungen sind auch die psychischen Belastungen der Krankheit nicht zu unterschätzen. In der häuslichen Isolation findet man sich in einer Ausnahmesituation wieder, möglicherweise fühlt man sich alleingelassen, ängstlich oder gestresst. Der Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) gibt hier auf drei Seiten Informationen und Empfehlungen, wie sich diese herausfordernde Zeit auch psychisch gut überstehen lässt.