Österreich

Welche Impfstoffe verwendet werden

Weltweit gibt es Dutzende Impfstoffkandidaten, viele befinden sich noch in der Zulassungsphase. In Österreich sind derzeit Impfstoffe von Biontech und Pfizer, Moderna, Johnson & Johnson sowie AstraZeneca im Einsatz. Alle in Österreich verwendeten Impfstoffe sind von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zugelassen.

Ursprünglich sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne), dass Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff („Vaxzevria“) im Juni auslaufen – das Vakzin wird aber weiter verabreicht, etwa bei der großen Impfaktion ohne Anmeldung der Stadt Wien. Das Impfintervall ist mit vier bis zwölf Wochen laut Zulassung definiert.

Österreich setzt seit Impfbeginn hauptsächlich auf den Impfstoff „Comirnaty“ von Biontech und Pfizer. Der Impfstoff soll laut Fachinformation mit zwei Dosen im Abstand von 19 bis 42 Tagen verabreicht werden. Der Impfstoff „Spikevax“ von Moderna wird laut Fachinformation in zwei Dosen in einem Intervall von 21 bis 42 Tagen verabreicht.

Mit der Verbreitung der Delta-Variante wurden vom Nationalen Impfgremium die empfohlenen Intervalle reduziert: Um eine „ausreichende Schutzwirkung schnell und bestmöglich zu erreichen“, wird empfohlen, das Intervall zwischen den einzelnen Dosen auf 21 Tage (Comirnaty von Biontech und Pfizer) bzw. 28 Tage (Spikevax von Moderna) zu verkürzen. Beim Impfstoff von AstraZeneca wird ein Intervall von vier bis acht Wochen empfohlen.

Schutzwirkung ab 22. Tag nach erster Dosis

Ab dem 22. Tag nach der ersten Dosis ist bei allen verfügbaren Impfstoffen mit einer gewissen Schutzwirkung zu rechnen. Ausnahme ist der Impfstoff von Janssen (Johnson & Johnson), der als Einzeldosis verabreicht wird. Die Schutzwirkung beginnt in etwa 14 Tage nach der Impfung und ist nach 28 Tagen voll aufgebaut.

Impfung für Erwachsene

Alle Impfstoffe sind ab einem Alter von 18 Jahren zugelassen. Ausnahme sind die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Pfizer sowie von Moderna, die bereits an Zwölfjährige verimpft werden dürfen.

Wie lange die Impfungen schützen, wird derzeit erforscht. „Die Schutzdauer nach einer Coronavirus-Impfung ist zum aktuellen Zeitpunkt noch zu keinem zugelassenen Impfstoff abschließend bekannt“, heißt es seitens des Gesundheitsministeriums. Es wird laufend geprüft, ob, wann bzw. für wen Auffrischungen notwendig sind.

Auffrischung mit mRNA-Impfstoffen

Derzeit ist für den Herbst eine Auffrischungskampagne mit mRNA-Impfstoffen vorgesehen. Laut Empfehlung des Nationalen Impfgremiums (Stand: 17. August) startet diese zuerst für Menschen über 65, Personen mit bestimmten Vorerkrankungen sowie all jene, die ursprünglich die Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson erhielten.

Beginnen sollen die Auffrischungsimpfungen – je nach Risiko, Alter und Erstimpfstoff – zwischen sechs und neun Monate nach der Grundimmunisierung. Die betreffenden Personen werden von den Behörden in den Bundesländern kontaktiert. Noch gibt es zu Auffrischungsimpfungen keine EMA-Empfehlung. Das Impfgremium weist daher darauf hin, dass es sich derzeit noch um eine „Off-Label-Anwendung“ handelt, die besondere Aufklärung erfordert.

Welche Technologien werden verwendet?

Alle Impfstoffe basieren auf dem Prinzip, dass der Körper auf den Wirkstoff in der Impfung, das Antigen, reagiert und aktiv Antikörper produziert. Auch spezifische T-Zellen werden generiert, das sind weiße Blutzellen, die der Immunabwehr dienen. Es werden dem Immunsystem Antigene oder ein Bauplan für Antigene des Erregers präsentiert, sodass eine Immunität gegenüber dem Erreger aufgebaut wird. Die unterschiedlichen Impfstoffkandidaten nutzen dabei verschiedene Ansätze.

Das Vakzin von Biontech und Pfizer sowie jenes von Moderna ist ein mRNA-Impfstoff. Hier wird den menschlichen Körperzellen der Bauplan (in Form der „messenger RNA“) für Virusproteine zur Verfügung gestellt. Der Körper wird so wie bei anderen Impfungen auch zur Bildung von Antikörpern angeregt. Während aber bei anderen Impfungen Bestandteile des Erregers direkt verabreicht werden, wird mit mRNA-Impfungen nur der Bauplan verabreicht, sodass die menschlichen Zellen die Erreger(-bestandteile) selbst produzieren. Die mRNA, die über den Impfstoff verabreicht wurde, wird nach kurzer Zeit von den Zellen abgebaut. Sie wird nicht in DNS eingebaut und hat keinen Einfluss auf die menschliche Erbinformation.

AstraZenecas und Johnsons & Johnsons Vakzin ist ein Vektorviren-Impfstoff. Das bedeutet, dass ein relativ harmloses Erkältungsvirus durch den Einbau des „Spike-Proteins“ des Coronavirus genetisch verändert wird. Im Fall von AstraZeneca handelt es sich um ein Virus, das normalerweise Schimpansen befällt. Die Grundlage des Vakzins von Johnsons & Johnsons bildet indes ein harmloses, menschliches Adenovirus.

Mit dem „Spike-Protein“, einer stachelartigen Struktur an seiner Oberfläche, heftet sich das Coronavirus an menschliche Zellen, um dann in sie einzudringen. Wenn das Vektorvirus dem Menschen in minimaler Menge injiziert wird, kann dieser Antikörper gegen das „Spike-Protein“ und damit gegen SARS-CoV-2 bilden. Das Vektorvirus ist nicht vermehrungsfähig und kann auch die Virus-DNS nicht in die menschliche Erbinformation einbauen.